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dihw Nr. 2 / 2026

Diamant, PKD, PVD, CVD, CBN, Keramik, Hartmetall

Diamant, PKD, PVD, CVD, CBN, Keramik, Hartmetall

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Ausgabe 2 · <strong>2026</strong><br />

ZKZ 30498<br />

Diamant, PKD, PVD, CVD, CBN, Keramik, Hartmetall<br />

<strong>dihw</strong>_contour_schneeleo_1.4.26kl3fin.pdf 1 01.04.26 13:46<br />

HOCHLEISTUNGSWERKZEUGE & BEARBEITUNGSPROZESSE<br />

»CONTOUR PROFILED«<br />

ZEIGT shows DIE the KRALLEN claws<br />

Tiefschleifen mit »contour-profiled«-Schleifscheiben<br />

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is the magazine for decision-makers and specialists<br />

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specific use and application of machine tools and<br />

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to the surface.<br />

Eric Schäfer<br />

Redakteur<br />

Stuttgart,<br />

05-08/05/<strong>2026</strong><br />

Die Zügel schleifen zu lassen…,<br />

…ist meist keine gute Idee. Und im Krisenmodus dieser Tage ist es erst<br />

recht nicht angebracht. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen<br />

bleiben herausfordernd. So lag die deutsche Produktion von Schleif-,<br />

Hon-, Läpp- und Poliermaschinen in den ersten drei Quartalen des<br />

vergangenen Jahres 15 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Der<br />

Rückgang beim Export belief sich sogar auf 25 Prozent. Dagegen<br />

hatte sich der Inlandsabsatz mit einem Zugang um 33 Prozent positiv<br />

entwickelt. Allerdings trübte sich der Auftragseingang zum Jahresende<br />

2025 ein, sodass die Jahresbilanz mit einem Minus von fünf Prozent<br />

abschließt. Besonders der heimische Markt zeigte deutliche Schwächen,<br />

während sich das Ausland über weite Strecken stabilisierte.<br />

Die Branche agiert also in einem herausfordernden Umfeld. Es gilt,<br />

den Anschluss nicht zu verlieren und auf aktuelle Entwicklungen zu<br />

reagieren. Da kommt eine Messe wie die GrindingHub gerade recht.<br />

Sie bringt alles rund ums Schleifen zusammen, bietet Orientierung<br />

und Austausch und schafft konkrete Geschäftsmöglichkeiten, wie<br />

Dr. Markus Heering, Geschäftsführer des VDW und Veranstalter der<br />

GrindingHub erklärt.<br />

Das <strong>dihw</strong>-MAGAZIN hat sich bereits im Vorfeld umgehört, welche<br />

Trendthemen die Besucher dieser Messe erwarten dürfen. Im Mittelpunkt<br />

stehen natürlich Werkzeugbearbeitung und -fertigung – auch digital –<br />

sowie präzise Fertigungsaufgaben – unterstützt von KI – in den<br />

verschiedensten Branchen. In dieser Ausgabe beschäftigt sich<br />

Prof. Dr.-Ing. Paul Helmut Nebeling in seinem Fachartikel mit dem<br />

Kreislauf beim Nachschleifen von Vollhartmetall-Werkzeugen.<br />

Sie erfahren wie eine innovative Schleiftechnik Tempo in der<br />

Waferbearbeitung macht und wie die datenbasierte Überwachung<br />

des Kühlschmierstoffs dafür sorgt, dass die Chemie beim Schleifen<br />

stimmt. Wissen, mit dem Sie die Zügel in der Hand behalten.<br />

Innovation.<br />

Präzision.<br />

Vernetzung.<br />

Alles an<br />

einem Ort.<br />

Die Leitmesse<br />

der Schleiftechnik.<br />

Eric Schäfer<br />

grindinghub.de


ISCAR<br />

5 Titelstory<br />

5 100 Jahre LACH DIAMANT<br />

Teil 15: Ein persönlicher Rückblick<br />

Lach Diamant<br />

10 News & Facts<br />

10 Interview<br />

11 Markt/Personalien<br />

15 Veranstaltungen/Messen<br />

18 Forschung<br />

19 Werkstoffe & Werkzeuge<br />

19 Werkzeuginnovationen für maximale Performance in der Zerspanung<br />

20 Fräslösungen für keramische Werkstoffe<br />

22 Breitschlichtfräser ohne Nebenschneiden-Einstellung<br />

24 Kantenqualität ohne Kompromisse<br />

26 Kreislauf beim Nachschleifen bei Vollhartmetall-Werkzeugen<br />

von Prof. Dr.-Ing. Paul Helmut Nebeling<br />

29 Bearbeitungsprozesse<br />

29 Innovative Schleiftechnik macht Tempo in der Waferbearbeitung<br />

30 Aluminium – leistungsfähige Fräslösungen für einen vielseitigen Werkstoff<br />

33 Mannlos in die Nacht<br />

35 Hochpräzise Lösungen für die Luft- und Raumfahrt<br />

36 Komponenten & Zubehör<br />

36 So stimmt die Chemie beim Schleifen<br />

38 Lösungen für präzise und effiziente Bewegungsaufgaben<br />

39 Innovative Wartungsstation für Werkzeuge und Formen<br />

40 GrindingHUB<br />

40 GrindingHub-Vorschau<br />

4 <strong>dihw</strong> 18, <strong>Nr</strong>. 2 · <strong>2026</strong>


Titelstory<br />

LACH DIAMANT® –<br />

100 Jahre – 1922 - 2022<br />

15. Teil: Ein persönlicher Rückblick<br />

Als Autor der Zeitschriften „<strong>dihw</strong>“ und „hp tooling“ hat Horst Lach zwei Serien<br />

geschaffen, „Poly-poly“ und „100 Jahre LACH DIAMANT®“. Darin beschreibt er<br />

die Wege in eine neue Zeit der Materialbearbeitung mit PKD, CBN usw.<br />

bis hin zu den aktuellsten Anwendungen.<br />

Horst Lach, Jahrgang 1940, leitet gemeinsam mit seinem Sohn Dipl.-Ing. Robert Lach<br />

das 1922 von Jakob Lach gegründete Unterneh men LACH DIAMANT®.<br />

Stand heute – März <strong>2026</strong> – sind fast vier<br />

Jahre nach unserer Jubiläumsveranstaltung<br />

im „Deutschen Goldschmiedehaus“<br />

vergangen.<br />

Mit meinen Artikeln über 100 Jahre<br />

LACH DIAMANT® bin ich jetzt etwa in der<br />

Mitte der achtziger Jahre angelangt.<br />

Ich halte inne und blicke zurück.<br />

Gedankenschwer erlebe ich die letzten<br />

vier Jahre – in der Istzeit.<br />

Überrascht glaube ich feststellen zu<br />

können, dass sich nach den technisch<br />

umwälzenden 1980er und 1990er Jahren<br />

nicht mehr so viel verändert hat – wenn wir<br />

nicht nur an das Internet, die Computer-<br />

Weiterentwicklung inklusive Robotic und<br />

an Laser denken.<br />

Verzeihen Sie mir, wenn ich jetzt dies<br />

oder das nicht aufgeführt habe. Schließlich<br />

führt es alles wieder zurück auf<br />

„Diamant“ – das Werkzeug.<br />

Vor dieser Zeit gab es noch keine Serienproduktion<br />

(vergessen wir dabei das<br />

Modell „T“ von Ford). Die sich auf die<br />

numerische NC-Technik aufbauende CNC-<br />

Technik wäre ohne Diamant zum Papiertiger<br />

geworden. So haben wir die Grundlagen<br />

des Diamant-Werkzeuges weiterentwickelt.<br />

Unser „Future for Today“.<br />

Die vergangenen vier Jahre haben uns<br />

zu mancherlei Nachdenken – und Umdenken<br />

gezwungen.<br />

Auslöser. Wir erlebten oder besser überstanden<br />

eine Pandemie – und schlimmer,<br />

müssen wir Tag für Tag erleben, dass jenseits<br />

unserer Grenzen ein mörderischer<br />

Krieg tobt und …(ja, das reicht)<br />

Deshalb – und gerne – kehre ich zurück<br />

auf ein positives Erlebnis eines Mittelständlers<br />

– nämlich die „100 Jahr-Feier“ seines<br />

Unternehmens.<br />

Aus meinem Vortrag, den ich auch mit<br />

„ein Leben für die Diamant-Industrie“<br />

hätte betiteln können, sprach ich über meinen<br />

Vater und Gründer des Unternehmens<br />

Jakob Lach (kurz auch LACH DIAMANT®<br />

genannt), sein Leben, Familie und Start-up<br />

Unternehmen in schwieriger Zeit.<br />

Jakob Lach wäre am 13. September 1922<br />

128 Jahre alt geworden. Als Kind habe ich<br />

noch Ende der 40er Jahre und erst recht<br />

Anfang der 50er Jahre tausende Karat Diamant<br />

– sicherlich einige Kilos – durch seine<br />

Hände gehen sehen, fast liebevoll betrachtet,<br />

sortiert, gelupt – ja streichelnd, so<br />

dass ich manchmal den Eindruck hatte, er<br />

spräche insgeheim zu einem Lebewesen –<br />

in Jahrmillionen gewachsen – menschengleich<br />

– jeder einzelne Diamant ein Unikat,<br />

unverwechselbar mit einem zweiten. Nur,<br />

dass deren Farbe im Laufe der 50er Jahre<br />

wechselte – vom „weiß“ der Schmuckdiamanten<br />

– Brillanten – zum „bräunlichen“<br />

oder „gelben“ von Industrie-Diamanten,<br />

wie zur Herstellung von Diamant-Werkzeugen,<br />

von Diamant-Abrichtwerkzeugen,<br />

üblich.<br />

Mit diesem Wandel vom Schmuck- zum<br />

Industrie-Diamanten hatte er gleichsam<br />

die Änderung des Geschäftszweckes vollzogen.<br />

Als ich begann mich im Zuge der Vorbereitung<br />

von „100 Jahre LACH DIAMANT® –<br />

der werbliche Kurzname des eingetragenen<br />

Firmennamens Jakob Lach GmbH &<br />

Co. KG – auseinanderzusetzen, stolperte<br />

ich über das Gründungsjahr 1922 – wie<br />

war das in dieser schwierigen Zeit von<br />

Arbeitslosen, Hunger und galoppierender<br />

Geldentwertung möglich – eine Firma zu<br />

gründen?<br />

Jakob Lach wurde am 13. September<br />

1894 in Rückingen – heute Erlensee<br />

– geboren. Er hatte vier Geschwister, drei<br />

Daran ist nicht nur der Wandel in der<br />

Automobil-Industrie – weg vom Verbrenner<br />

und hin zum elektrischen Antrieb – der<br />

Jakob Lach, ca. 1935<br />

Erster Betriebsausflug 1923 nach Alzenau<br />

6 <strong>dihw</strong> 18, <strong>Nr</strong>. 2 · <strong>2026</strong>


Titelstory<br />

Brüder und eine Schwester. Der älteste Bruder<br />

Friedrich starb 1918 an einem der letzten<br />

Tage des 1. Weltkrieges in den Vogesen.<br />

Jakob selbst erlebte nach einer Verwundung<br />

in den Karpaten das Ende des Krieges<br />

in einem Lazarett. Hier – bemerkenswert<br />

– teilte ihm ein Arzt mit, dass er aufgrund<br />

eines Herzfehlers kein langes Leben<br />

zu erwarten habe …<br />

Seine Eltern, die einen größeren landwirtschaftlichen<br />

Betrieb ihr Eigen nennen<br />

konnten, siedelten später in den Nachbarort<br />

Langendiebach über.<br />

1908 erlernte Jakob Lach in dem sich in<br />

Hanau niedergelassenen belgischen Unternehmen<br />

Ginsberg & Söhne das Handwerk<br />

des Diamant-Schleifens. Dank des umtriebigen<br />

Friedrich Houy, der das Schleifen von<br />

Diamanten 1887 für Hanau – und letztendlich<br />

für Deutschland – wiederentdeckte,<br />

sollte es bis zum Beginn des 1. Weltkrieges<br />

in und um Hanau – besonders entlang des<br />

Kinzigtals – bis zu zwölftausend Diamant-<br />

Schleifer und entsprechende Schleifereien,<br />

große oder auch kleine als Heim-Familienbetriebe,<br />

gegeben haben.<br />

Die Auswirkungen des Krieges, seine<br />

Verwundung und fehlende Diamant-<br />

Schleif aufträge verhinderten, dass Jakob<br />

seine Tätigkeit als Diamant-Schleifer wieder<br />

aufnehmen konnte. Doch er nutzte diese<br />

Zeit und ließ sich in der Handelsschule zum<br />

Kaufmann ausbilden. Zwar hatte er danach<br />

immer noch keine Anstellung als Diamant-<br />

Schleifer – dafür aber eine gute Idee. Diamanten<br />

zu schleifen wird sitzend vorgenommen<br />

– anders als das Schleifen von<br />

Achat oder anderen Edelsteinen, das seinerzeit<br />

beispielsweise in Idar-Oberstein liegend<br />

durchgeführt wurde. Wenn mehrere<br />

Diamant-Schleifer bei der Arbeit zusammensitzen,<br />

bleibt das gesellige Schwätzchen,<br />

wie das seinerzeitige weit verbreitete<br />

Rauchen einer Zigarre, nicht aus. Das kannte<br />

Jakob Lach aus eigener Erfahrung.<br />

So meldete er im Dezember 1919 in<br />

Langendiebach ein eigenes Gewerbe an: Sie<br />

ahnen es bereits – „Verkauf von Zigarren“.<br />

Mit dem Fahrrad war er mit eigener<br />

Hausmarke „Jakob“ jetzt bei den im Umkreis<br />

von Hanau und Kinzigtal liegenden<br />

Diamant-Schleifereien unterwegs – um<br />

den Schleifern nicht nur seine Zigarren zu<br />

verkaufen, sondern dem ein oder anderen<br />

auch mal über die Schulter zu schauen –<br />

wie gut oder schlecht er so beim Schleifen<br />

mit den von Jakob so geliebten Diamanten<br />

zurechtkommt…<br />

So lernte der Diamant-Fachmann auch<br />

die guten von den weniger gut geschulten<br />

Schleifern zu unterscheiden.<br />

Doch der Niedergang der deutschen<br />

Industrie nach dem 1. Weltkrieg ging Anfang<br />

der 20er Jahre weiter – und erfasste<br />

auch den Zweig der Diamant-Schleifereien.<br />

Und dies – obwohl es in Anbetracht der<br />

Währungsunterschiede für holländische<br />

und belgische Auftraggeber attraktiv<br />

gewesen wäre, Schleifaufträge in das<br />

damalige Lohnniedrigpreisland Deutschland<br />

zu vergeben – Grund: Es fehlte<br />

schlicht das „Vertrauen!“<br />

Es muss Ende 1921 gewesen sein, als sich<br />

Unternehmer von Diamant-Schleifereien<br />

aus dem Hanauer Umkreis zusammensetzten,<br />

um Auswege aus diesem existenzbedrohenden<br />

Dilemma zu finden. Man einigte<br />

sich, eine Exkursion zu einem potentiellen<br />

Auftraggeber nach Amsterdam zu<br />

entsenden. Als von allen als neutral akzeptierter<br />

Sprecher wurde der junge Jakob<br />

Lach ausgewählt – allen gut bekannt, er<br />

konnte reden und verstand etwas von<br />

Diamanten.<br />

So machte sich eine kleine Reisegruppe<br />

mit Sprecher Jakob Lach auf nach<br />

Amsterdam zu der bereits seit 1902 renommierten<br />

Diamant-Firma des Herrn Joseph<br />

Asscher (Amsterdam Royal Asscher<br />

Diamond Company), um Aufträge (Schleifware)<br />

für weitere Beschäftigung nach<br />

Hanau zu holen.<br />

Wie mir mein Vater erzählte, wurden sie<br />

persönlich von Herrn Asscher empfangen.<br />

Ja, Diamant-Schleifware, um sie in Hanau<br />

zu Brillanten zu schleifen, hätte er genug.<br />

Er war ernsthaft interessiert. Man könnte<br />

sofort eine große Partie mitnehmen. Nur,<br />

man sollte ihn verstehen, einer von den<br />

anwesenden Hanauern müsste sich verantwortlich<br />

zeigen und dafür eine Bürgschaft<br />

übernehmen. Nach kurzer Beratung<br />

wollte jedoch keiner für den Anderen bürgen.<br />

Die Delegation fuhr so unverrichteter<br />

Dinge zurück.<br />

Jakob Lach, nunmehr 28 Jahre alt, der<br />

alles mit angehört hatte, dachte nach<br />

und kam zu dem Entschluss, seinen Vater<br />

zu fragen, ob er ihm seinen Erbteil auszahlen<br />

könne. Mit einigen Gold-Mark im<br />

Gepäck fuhr Jakob Lach nun wieder nach<br />

Amsterdam – diesmal alleine. Im folgenden<br />

Gespräch mit Joseph Asscher bot er<br />

an, mit seinem Erbteil mit (wenigen) Gold-<br />

Mark zu bürgen, um somit die für den<br />

Erhalt der Arbeitsplätze benötigte Schleifware<br />

mitnehmen zu können. Offensichtlich<br />

war Herr Asscher über dieses Angebot<br />

des jungen Mannes sehr gerührt. Er sagte<br />

etwa als Antwort: „Sie werden verstehen,<br />

dass der von Ihnen angebotene Betrag<br />

im Vergleich zum Wert der Ware, die Sie<br />

mitnehmen möchten, nicht ausreicht.<br />

Doch Sie gefallen mir. Ich vertraue Ihnen.<br />

Sie sind mein Mann, Herr Lach!”<br />

So kam es, dass Jakob Lach mit einer<br />

großen Partie zu schleifender Diamanten<br />

in Hanau in einem neuen Büro in der<br />

Glockenstraße erschien. Wenn wir so<br />

wollen, war dies der Stichtag der Gründung<br />

des heutigen Unternehmens Jakob<br />

Lach GmbH & Co. KG – beziehungsweise<br />

LACH DIAMANT®.<br />

Jetzt konnte Jakob Lach den wartenden<br />

Diamant-Schleifereien seinerseits die<br />

dringend benötigten Aufträge als Lohn-<br />

Schleifaufträge übergeben. In ansonsten<br />

schwieriger Zeit des Jahres 1922 hob<br />

sich der Stand des Diamant-Schleifers von<br />

anderen Handwerkern ab. Diamantschleifer<br />

konnten von Jakob Lach ab sofort gut<br />

bezahlt werden. Dies dank der Devisen,<br />

die er nunmehr aus Belgien und Holland<br />

aufgrund der ausgestellten Rechnungen<br />

in anderen Währungen bis hin zum US$<br />

erhielt. Von Zeitzeugen wurde berichtet,<br />

dass es jetzt Diamant-Schleifer gab, die<br />

in dieser Hochzeit der Mitte/Ende Zwanziger<br />

Jahre nur vier Tage in der Woche<br />

arbeiteten.<br />

LACH DIAMANT Schleiferei Hanau<br />

Innenstadt Ecke Steinheimerstrasse/<br />

Römerstrasse – etwa 1938<br />

<strong>dihw</strong> 18, <strong>Nr</strong>. 2 · <strong>2026</strong> 7


Titelstory<br />

In meinen Artikel-Serien „100 Jahre LACH<br />

DIAMANT®“ und „Poly – poly – oder was?“<br />

habe ich mich bemüht diesem Anspruch<br />

nachzukommen. Es ist dieser Anspruch,<br />

der LACH DIAMANT® in vielen Bereichen<br />

der Technik, wie dem Schleifen von HSS<br />

und gehärteter Stähle, Hartmetall, Keramik,<br />

der Zerspanung von Aluminium, Holzund<br />

Kunststoffen, glas- und kohlefaserverstärkten<br />

Materialien (Flugzeug- und Windkraft-Industrie)<br />

und weitere zum Pionier<br />

in Entwicklung und Herstellung von Diamant-<br />

und CBN-Werkzeugen werden ließ.<br />

Viele Patente zeugen davon.<br />

Lehrlingsausbildung (zum Diamant-Reiber) – vorbildlich und einzigartig<br />

für damaligen Diamantbetrieb; in den 30er Jahren<br />

Bis Ende der 30er Jahre beschäftigte<br />

Jakob Lach insgesamt 600 Diamant-<br />

Schleifer – davon die Hälfte nunmehr in<br />

eigenen Schleifereien in Langendiebach,<br />

Niederrodenbach und letztlich in Hanau<br />

Ecke Steinheimerstr./Römerstr. – ein wunderschön<br />

restauriertes Fachwerkhaus, das<br />

leider auch Opfer der Zerstörung Hanaus<br />

am 19. März 1945 wurde.<br />

Der Aufbau eines Unternehmens in der<br />

heutigen Größe mit einem Stammhaus in<br />

Hanau, einem Zweigbetrieb in Sachsen<br />

und weltweiter Bedeutung als Pionier der<br />

Diamantwerkzeuge schlechthin ist ohne<br />

die Wegbegleiter des Unternehmers nicht<br />

vorstellbar.<br />

Wenn man so will, hatte der Krieg auch<br />

einen großen Teil des Lebenswerkes von<br />

Jakob Lach zerstört. 1945 begann der nunmehr<br />

51-Jährige nach 23 Jahren erfolgreichen<br />

Aufbaus eines (kleinen) weitreichenden<br />

Diamant-Imperiums bei Null (wie so<br />

viele).<br />

Mitte der Fünfziger Jahre fand seine<br />

Liebe zu Diamant, als das Härteste aller<br />

Materialien, Halt auf dem Wege zur Industrie<br />

– dem Diamant als Werkzeug.<br />

Ab dem 1. Oktober 1960 durfte ich ihn<br />

auf diesem Weg fortan begleiten.<br />

Betriebsstätte in Hanau, Neubau seit 1984<br />

LACH DIAMANT präsentiert die ersten<br />

Borazon TM -Schleifscheiben und das Drehen<br />

von aufgespritzten Metalllegierungen mit<br />

kubisch kristallinem Bornitrid sowie<br />

polykristalline Zerspanungs-Werkzeuge –<br />

1969 + 1973 auf der Hannover Frühjahrsmesse<br />

1973 und 1974<br />

Bis zu seinem Tod im Jahre 1984 war<br />

Jakob Lach ohne Unterbrechung 62 Jahre<br />

für das von ihm 1922 gegründete Unternehmen<br />

tätig.<br />

Nur für die Statistik. Ich selbst bin –<br />

Stand heute <strong>2026</strong> – seit dem 1. Oktober<br />

1960 fünfundsechzig Jahre für LACH<br />

DIAMANT® tätig – begleitet seit nunmehr<br />

30 Jahren von meinem Sohn Robert –<br />

und, uns beide familiär unterstützend, von<br />

meiner lieben Frau Margot und den<br />

Töchtern Annabelle, Denise, Ilse und Iris –<br />

neun Enkel und zwei Urenkel verharren in<br />

Wartestellung …<br />

Betriebsstätte Lichtenau bei<br />

Chemnitz/Sachsen seit 1997<br />

Es würde mir schwerfallen allen diesen<br />

Wegbegleitern an dieser Stelle die ihnen<br />

gebührende Erwähnung Wert zu schätzen<br />

– in Betrachtung meiner über sechzigjährigen<br />

Betriebszugehörigkeit zu LACH<br />

DIAMANT® wurden Innovationen immer<br />

wieder von unterschiedlichen Persönlichkeiten<br />

in Teamwork einzigartig zum Leben<br />

und Erfolg gebracht.<br />

Hannover Frühjahrsmesse 1972 – tressex®-<br />

Borazon TM /CBN-Schleifscheiben beim<br />

Tiefschleifen von hochlegierten gehärteten<br />

Stählen Ew9 auf einer Saacke-Universal-<br />

Schleifmaschine<br />

1981 sollte sich der inzwischen 86 Jahre<br />

alte Jakob Lach in einem Video-Film zur<br />

Vorstellung der weltweit ersten Technologie,<br />

Holz- und Composite-Werkstoffe in der<br />

8 <strong>dihw</strong> 18, <strong>Nr</strong>. 2 · <strong>2026</strong>


Titelstory<br />

Möbel-, Küchen- und Fußboden-Industrie<br />

mit Diamant – dem polykristallinen Diamant-Werkzeug<br />

– zu bearbeiten, zu einem<br />

begeisterten Statement hinreißen lassen:<br />

Weltweite Präsentation von dreborid®-PKD-<br />

Sägen für die Leiterplattenfertigung auf der<br />

productronica 1977 in München<br />

LIGNA 1979 – Diamanten zerspanen Holz und<br />

Kunststoffe – erste weltweite Vorstellung<br />

»Dia-2200-mini« formt PKD-Werkzeuge<br />

und -Sägen für die Aluminium-, Holzund<br />

Composite-Bearbeitung<br />

„Als ich im Jahre 1908 zum ersten Mal in<br />

meinem Leben einen Diamant in die Hand<br />

nahm, hätte ich mir nicht träumen lassen,<br />

dass eines Tages Diamant als Schneidstoff<br />

nicht nur in der Automobil-Industrie sondern<br />

auch zur Zerspanung von Holz und<br />

Kunststoffen eingesetzt werden kann.“<br />

Präsentation auf der EMO des<br />

»IC-plus world’s best« (pat.) chipbreaker<br />

für die Aluminium-Bearbeitung<br />

Dieser historische Videofilm was das<br />

„Future for Today“, das die heutige Serienfertigung<br />

in der Möbel- und Composite-<br />

Industrie mit Diamant im Blick hatte. Für<br />

Sie, verehrter Leser, haben wir dieses Video<br />

aufbewahrt. Staunen sie noch heute,<br />

worüber sich Jakob Lach bereits im Jahre<br />

1981 begeistert hat: Link zum Video:<br />

https://bit.ly/LACHDIAMANT<br />

Ihr Horst Lach<br />

Informationen: www.lach-diamant.de<br />

Achswinklige Dia-Schaftfräser<br />

PKD-Profilfräser für die Bearbeitung<br />

von Holzwerkstoffen<br />

Jakob Lach, 1981<br />

Jakob Lach (rechts im Vordergrund) und Horst Lach (stehend)<br />

gratulieren Kurt Wagner zum Geburtstag – ca. 1966<br />

<strong>dihw</strong> 18, <strong>Nr</strong>. 2 · <strong>2026</strong> 9


News & Facts<br />

Das aktuelle Interview zum Thema:<br />

„Wir rücken näher an unsere Kunden“<br />

mit Brian O’Connor, Vice President of Growth & Strategy und<br />

Bryan Germann, Optomechatronics Lead bei Aerotech<br />

Anfang <strong>2026</strong> eröffnete der Motion-<br />

Control-Spezialist Aerotech am<br />

Stand ort Fürth sein Laserlabor, in<br />

dem Kunden aus ganz Europa anspruchsvolle<br />

Laserprozesse praxis nah<br />

erproben und zusammen mit den<br />

Experten des Unterneh mens weiterentwickeln<br />

können. Damit baut<br />

Aerotech seine Präsenz in Europa<br />

weiter aus und schafft einen zentralen<br />

Anlaufpunkt für Applikationsund<br />

Entwicklungstests.<br />

Herr O’Connor, welche<br />

Bedeutung hat diese Einrichtung<br />

für Ihr Unternehmen?<br />

Brian O’Connor: Das neue Labor in Fürth<br />

bringt uns nah an unsere europäischen<br />

Kunden. Viele Unternehmen möchten ihre<br />

Prozesse nicht nur theoretisch durchspielen,<br />

sondern unter praxisnahen Bedingungen<br />

auf unseren Systemen testen. Bisher<br />

war dafür ein Besuch in unserem US-Labor<br />

in Pittsburgh notwendig, künftig bieten<br />

wir diese Möglichkeiten direkt vor Ort in<br />

Europa. Damit schaffen wir kurze Wege,<br />

praxisnahe Tests und eine noch engere<br />

Zusammenarbeit mit den Anwendern.<br />

Was steckt strategisch hinter<br />

diesem Schritt?<br />

Brian O’Connor: Ganz klar wollen wir die<br />

Nähe zu unseren Kunden stärken. Das neue<br />

Labor in Fürth ist für uns ein wichtiger<br />

Meilenstein, weil wir damit unseren europäischen<br />

Kunden den Zugang zu modernster<br />

Lasertechnologie erleichtern. Strategisch<br />

geht es uns darum, unsere Präsenz in<br />

Europa weiter auszubauen und Kundenbeziehungen<br />

zu vertiefen. Wir wollen nicht<br />

nur Produkte und Systeme liefern, sondern<br />

aktiv mit unseren Kunden an Lösungen mitarbeiten.<br />

Mit dem neuen Labor können wir<br />

Entwicklungen schneller vorantreiben, gezielter<br />

auf regionale Marktanforderungen<br />

eingehen und so unsere Position als Partner<br />

für High-End-Laseranwendungen stärken.<br />

Bisher haben Sie dafür Labore in<br />

den USA genutzt. Warum war jetzt<br />

ein Standort in Europa notwendig?<br />

Brian O’Connor: Wir arbeiten sehr kundenorientiert<br />

und entwickeln Lösungen stets<br />

im engen Austausch. Wir sind deshalb über -<br />

zeugt, dass ein eigenes Aerotech-Labor in<br />

Europa unerlässlich ist, um weiterhin markt -<br />

führende Produkte und Systeme zu entwickeln.<br />

Natürlich arbeiten wir auch mit Partnern<br />

zusammen – etwa mit Light Conversion.<br />

Aber wir wollten eine zentrale Einrichtung,<br />

die fest mit unserer Niederlassung in Fürth<br />

verbunden ist. Das macht den Zugang für<br />

unsere Kunden deutlich einfacher.<br />

Herr Germann, was erwartet die<br />

Kunden konkret im neuen LaserLab?<br />

Bryan Germann: Wir stellen Systeme<br />

bereit, die ein breites Spektrum unserer<br />

Brian O’Connor,<br />

vice president of<br />

Growth & Strategy<br />

bei Aerotech<br />

Bryan Germann,<br />

Optomechatronics<br />

Lead bei Aerotech<br />

Möglichkeiten in der Laserbearbeitung<br />

abbilden: Hinzu kommt ein Ultrakurzpulslaser<br />

von Light Conversion mit mehreren<br />

Wellenlängen. Damit lassen sich ganz<br />

unterschiedliche Substrate und Materialien<br />

bearbeiten. Kunden können ihre Anwendungen<br />

also direkt vor Ort erproben und<br />

optimieren.<br />

Welche Branchen möchten Sie<br />

damit besonders adressieren?<br />

Bryan Germann: Typische Einsatzfelder<br />

sind die Fertigung medizinischer Geräte,<br />

die Elektronik- und Halbleiterproduktion,<br />

die Luft- und Raumfahrt oder auch die<br />

Uhrenindustrie. Gemeinsam haben all<br />

diese Märkte, dass höchste Präzision und<br />

Prozesssicherheit gefragt sind – genau da<br />

liegen unsere Stärken.<br />

Und was ist Ihr langfristiges<br />

Ziel mit dem neuen Labor?<br />

Bryan Germann: Wir wollen gemeinsam<br />

mit unseren Kunden Lösungen für die Fertigung<br />

der Zukunft entwickeln. Das Labor<br />

soll sich langfristig zu einem Kompetenzzentrum<br />

entwickeln, das kontinuierlich<br />

wächst und sich an die Marktanforderungen<br />

anpasst. Diese enge Zusammenarbeit<br />

wird zu noch besseren Produkten führen,<br />

die den steigenden Anforderungen unserer<br />

Branchen gerecht werden.<br />

Aerotech stärkt mit dem neuen Laserlabor am Standort Fürth seine Präsenz in Europa<br />

Informationen: www.aerotech.com<br />

10 <strong>dihw</strong> 18, <strong>Nr</strong>. 2 · <strong>2026</strong>


News & Facts<br />

Partnerschaft im Toolmanagement<br />

Das Institut für Produktionstechnik und CIMTT (CIM-Technologie-Transfer)<br />

in Kiel und Unternehmen wie die Franz Xaver<br />

Meiller Fahrzeug- und Maschinenfabrik machen es vor: In ihren<br />

Produktionshallen stehen GROB-Bearbeitungszentren. Maschinen,<br />

Produktion und Arbeitsplätze sind mit der Web-Applikation<br />

GROB-NET4Industry vernetzt. Doch was leistet diese App und welchen<br />

Beitrag liefert COSCOM?<br />

„In der Zusammenarbeit mit der Firma GROB haben wir das<br />

Tool Management auf ein neues Level gehoben“, erklärt Christian<br />

Erlinger, Geschäftsführer der COSCOM Computer GmbH, stolz.<br />

GROB-NET4Industry ist ein modular aufgebautes System, das<br />

Produktionsprozesse werksübergreifend vernetzt. Die Funktionen<br />

sind vielfältig: Internet-Konnektivität aller Maschinen, Fernüberwachung,<br />

ERP-Anbindung, Analyse-Tools zur Prozessoptimierung<br />

und vieles mehr.<br />

Ein zentrales Element ist das Modul GROB4TDX, das die automatisierte<br />

Übertragung von Werkzeugdaten in die CNC-Maschine<br />

ermöglicht. Bei der Vermessung im Werkzeugeinstellraum wird das<br />

Werkzeug automatisch identifiziert, um die Werkzeugdaten mit<br />

diesen zu verknüpfen und digital an eine Datenbank zu übermitteln.<br />

Die Identifikation kann dabei in unterschiedlicher Weise erfolgen,<br />

z. B. über Barcode, DMC (Data Matrix Code) oder RFID-Chip.<br />

Hier kommt die Technologie von COSCOM zum Einsatz. Das<br />

Unternehmen entwickelt eine eigene Tool-Management-Software<br />

und übernimmt im Hintergrund von GROB4TDX die zentrale Werkzeugorganisation<br />

inklusive der auftragsbezogenen Werkzeugbereitstellung.<br />

Mithilfe moderner REST-APIs hat COSCOM Schnittstellen<br />

zu Werkzeugvoreinstellgeräten, Werkzeuglagern sowie<br />

weiteren Geräten und Programmen realisiert. Auf Basis der Werkzeugdaten<br />

der Anwender baut COSCOM die Kommunikation mit<br />

Maschinen, MES-Systemen, dem Shopfloor und dem Lager auf.<br />

So sehen Anwender im Werkzeugvoreinstellraum eine vollständige<br />

Übersicht über alle Werkzeuge und Bereitstellungsanforderungen,<br />

während Bediener parallel über Tablet oder<br />

Smartphone Meldungen zum Be- und Entladen der Werkzeuge<br />

erhalten.<br />

Prof. Dr. Henning Strauß, geschäftsführender Direktor<br />

des Instituts für Produktionstechnik und CIMTT in Kiel, hat<br />

GROB-NET4Industry im Einsatz und bestätigt den Mehrwert:<br />

„Wir sind selbst Entwicklungspartner für GROB-NET4Industry,<br />

insbesondere bei der maschinen- und anlagenseitigen Vernetzung.<br />

Die Kooperation mit COSCOM hat eine wichtige Lücke im<br />

Werkzeugbereich geschlossen. Durchgängige Informationen<br />

über Werkzeuge – vom Vermessen über den automatisierten<br />

Transport bis zum Zustand in der Maschine – werden vollständig<br />

erfasst. Über GROB-NET4Industry stehen diese Daten zentral zur<br />

Verfügung.“<br />

Informationen: www.coscom.de<br />

Diese Automatisierung bietet zahlreiche Vorteile:<br />

◆ Reduzierung der Werkzeugwechselzeiten<br />

◆ verbesserte Werkzeugeinsatzplanung und -ausnutzung<br />

◆ Reduzierung von Such- und Wartezeiten<br />

◆ Lagerbestandsoptimierung<br />

Besuchen Sie uns:<br />

Halle 7, Stand A40<br />

Benedikt Gundling, Produktmanager Digitale Produkte bei GROB,<br />

fasst den Nutzen zusammen: „Mit GROB4TDX kann nachvollzogen<br />

werden, wo sich wann welches Werkzeug befindet. Durch die<br />

Konnektivität sehen wir, welches Werkzeug in welcher Maschine<br />

welche Standzeit hat. So können wir kostengünstiger und effektiver<br />

produzieren.“<br />

Lückenlose Vernetzung durch COSCOM<br />

Um den Werkzeugkreislauf vollständig abzubilden, sind leistungsfähige<br />

Schnittstellen entscheidend, die reibungslos miteinander<br />

agieren. Schließlich ist GROB-NET4Industry auch mit Maschinen<br />

anderer Hersteller kompatibel.<br />

„Unsere neuen CBN pro Werkzeuge sind besonders<br />

geeignet für Anwendungen in der Luft- und Raumfahrt.<br />

Mit ihnen können reproduzierbare Oberflächengüten<br />

von Ra < 0,2 Μm am Werkstück erreicht werden.“<br />

Florian Dennstädt, Werkzeug- und Prozessentwicklung


News & Facts<br />

Neuer Präsident für die Metalworking Solutions Division<br />

Mitsubishi Materials Corporation gibt die<br />

Ernennung von Mirko Merlo zum Präsidenten<br />

der Metalworking Solutions Division<br />

mit Wirkung zum 1. April <strong>2026</strong> bekannt.<br />

Merlo ist ein führungserfahrener Manager<br />

mit einer bemerkenswerten Laufbahn in<br />

den Bereichen Unternehmenstransformation<br />

und Optimierung der Wertschöpfungskette.<br />

Er wird die nächste Phase des internationalen<br />

Ausbaus des Geschäftsbereichs<br />

leiten und sich dabei auf Wachstums- und<br />

margenstarke Marktsegmente konzentrieren.<br />

Er tritt die Nachfolge von Kazuo Ohara<br />

an, der nach langjähriger, engagierter<br />

Dienst zeit für die Gruppe in den Ruhestand<br />

geht.<br />

In seiner früheren Funktion als Chief Strategy<br />

und Sales Officer der Metalworking<br />

Solutions Company spielte Mirko Merlo<br />

eine zentrale Rolle bei der Modernisierung<br />

des Geschäftsmodells des Unternehmens.<br />

Unter seiner Führung führte das Unternehmen<br />

umfangreiche strukturelle und operative<br />

Verbesserungen durch. Dazu zählten<br />

Prozessoptimierungen, die Integration<br />

von Shared Services sowie Maßnahmen<br />

zur Steigerung der Kosteneffizienz. Durch<br />

diese Initiativen wurden die Resilienz und<br />

die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des<br />

Unternehmens erheblich gestärkt.<br />

In seiner neuen Position wird Mirko<br />

Merlo die weitere internationale Entwicklung<br />

in etablierten und aufstrebenden<br />

Märkten überwachen. Der Geschäftsbereich<br />

wird in Europa, Asien/Pazifik und<br />

Amerika weiter wachsen und somit auf die<br />

weltweit immer anspruchsvolleren technischen<br />

Anforderungen und steigenden<br />

Nachhaltigkeits erwartungen von Kunden<br />

reagieren.<br />

Informationen: www.mmc-carbide.com<br />

Als Wilhelm Hainbuch am 1. März 1951<br />

mit einer Drehmaschine und einer Idee<br />

den Grundstein für sein Unternehmen legte,<br />

konnte niemand ahnen, dass daraus einmal<br />

ein weltweit führender Spanntechnikhersteller<br />

entstehen würde. 75 Jahre später<br />

steht Hainbuch für Erfindergeist, Bodenständigkeit<br />

und den festen Willen, Dinge<br />

besser zu machen als zuvor – geprägt von<br />

Menschen, die Technik nicht nur entwickeln,<br />

sondern mit Leidenschaft leben.<br />

Schon früh wurde klar: Bei Hainbuch<br />

geht es nicht darum, Bestehendes zu kopieren,<br />

sondern Neues zu schaffen. Einen<br />

entscheidenden Schub bekam die kleine<br />

Firma ab den 1970er-Jahren durch Gerhard<br />

Rall, Schwiegersohn des Firmengründers<br />

und langjähriger Geschäftsführer. Mit Leidenschaft,<br />

Erfindergeist und dem Mut,<br />

neue Wege zu gehen, entwickelte er 1977<br />

das Spannkopffutter Spanntop – eine Innovation,<br />

die sich weltweit durchsetzte und<br />

Hainbuch vom kleinen Betrieb zum führenden<br />

Hersteller von Spanntechnik machte.<br />

„Lieber scheitern wir mit einer Innovation,<br />

als erfolgreich zu kopieren“ – dieses<br />

Credo prägt das Unternehmen bis heute. Es<br />

erklärt, warum Hainbuch immer wieder<br />

technologische Maßstäbe gesetzt hat: von<br />

intelligenten Spannfuttern mit Sensortechnologie<br />

über ultraleichte Carbon-Spannmit<br />

tel bis hin zu Lösungen für die automatisierte<br />

und vernetzte Fertigung. Dass<br />

In novationskraft dabei nicht nur Historie,<br />

sondern gelebte Gegenwart ist, unterstreicht<br />

auch die aktuelle Auszeichnung<br />

mit dem TOP 100-Siegel.<br />

Während Hainbuch über Jahrzehnte vor<br />

allem für hochpräzise manuelle Spanntechnik<br />

bekannt war, hat sich der Fokus in den<br />

vergangenen Jahren konsequent erweitert.<br />

Spanntechnik wird heute als integraler<br />

Bestandteil automatisierter Fertigungsprozesse<br />

verstanden – von einzelnen Spannmitteln<br />

über Lösungen für den automatisierten<br />

Wechsel kompletter Spannmittel<br />

bis hin zu ganzen Automatisierungszellen.<br />

„Mit unserem AC [automated change]<br />

Portfolio und den intelligenten IQ-Spannmitteln<br />

bieten wir die Basis, um Spann-,<br />

Rüst- und Messprozesse konsequent zu<br />

automatisieren“, erklärt Sylvia Rall, geschäftsführende<br />

Gesellschafterin. „Das ist<br />

ein entscheidender Schritt hin zur wirtschaftlichen<br />

Fertigung kleiner Losgrößen<br />

und zur wirklich autonomen Produktion.“<br />

Eigentümerfamilie Rall in der zweiten und<br />

dritten Generation (Sylvia Rall, Gerhard Rall,<br />

Hildegard Rall; links nach rechts)<br />

Trotz internationaler Präsenz mit rund<br />

800 Mitarbeitenden weltweit bleibt<br />

Hainbuch ein Familienunternehmen – inhabergeführt<br />

in dritter Generation, mit kurzen<br />

Entscheidungswegen und einer Kultur,<br />

die Verantwortung, Vertrauen und langfristiges<br />

Denken lebt. Viele Mitarbeitende<br />

begleiten das Unternehmen über Jahre<br />

und Jahrzehnte – und arbeiten Tag für Tag<br />

mit Leidenschaft daran, aus Technik einen<br />

echten Vorteil für Kunden zu machen.<br />

Informationen: www.hainbuch.de<br />

12 <strong>dihw</strong> 18, <strong>Nr</strong>. 2 · <strong>2026</strong>


News & Facts<br />

Kooperation<br />

für die Fabrik der Zukunft<br />

Nachgewiesene Nachhaltigkeit<br />

DMG MORI hat Mitutoyo in das „DMG MORI Qualified<br />

Products“ Programm (DMQP) aufgenommen – mit dem Ziel,<br />

den gemeinsamen Kunden Kombinationen hochwertiger Präzisionswerkzeugmaschinen<br />

und ebenso hochwertiger Inline-Messsystemen<br />

bereitzustellen. Dr. Ing. Masahiko Mori,<br />

Präsident und CEO von DMG MORI, und Shigeyuki Sasaki, Präsident<br />

der Mitutoyo Corporation, besiegelten diese Partnerschaft<br />

während der DMG MORI Hausmesse in Pfronten.<br />

Das Portfolio der DMG MORI Qualified Products umfasst<br />

eine breite Palette an Maschinenkomponenten, Peripheriegeräten<br />

und Zubehör – darunter Werkzeuge, Spannvorrichtungen,<br />

Software, Messtechnik und Kühlschmierstoffe. Auch<br />

digitale Lösungen gehören dazu, sofern sie die Effizienz von<br />

Maschinen und Bearbeitungsprozessen steigern. Dabei wird<br />

das Angebot kontinuierlich erweitert. Um den steigenden<br />

Anforderungen an technologischer Vielfalt und Innovation<br />

gerecht zu werden, erweitert DMG MORI sein Angebot kontinuierlich.<br />

Auf der Hausmesse, die Anfang Februar <strong>2026</strong> im<br />

Werk in Pfronten stattfand, stellte DMG MORI vier neue Partnerunternehmen<br />

vor, deren Technologien einen wesentlichen<br />

Beitrag zur produktiven Fertigung leisten – im Falle von<br />

Mitutoyo die Integration von Präzisionsmessungen in den<br />

Bearbeitungsprozess.<br />

Während der Hausausstellung in Pfronten – einer zehntägigen<br />

Veranstaltung mit mehr als 6.700 Besuchern – gaben<br />

Dr.-Ing. Masahiko Mori, Präsident und CEO von DMG MORI,<br />

und Shigeyuki Sasaki, amtierender Präsident der Mitutoyo<br />

Corporation, den offiziellen Startschuss für den Beitritt von<br />

Mitutoyo zur DMQP Partnerschaft – ein neuer Meilenstein in<br />

der Zusammenarbeit beider Unternehmen.<br />

Der DMQP Status von Mitutoyo muss im Zusammenhang<br />

mit der Machining Transformation (MX)-Strategie von DMG<br />

MORI gesehen werden, welche die Revolution der Fertigung<br />

darstellt. Ein wichtiger Bestandteil von MX ist die Technologieintegration,<br />

d. h. die Kombination mehrerer Prozesse wie<br />

Drehen, Fräsen, Schleifen und auch Messen in einer Werkzeugmaschine.<br />

Diese Integration beschleunigt die Prozesse, sie<br />

spart Platz und reduziert die benötigte Anzahl der Bediener,<br />

die dadurch mehr Zeit für Tätigkeiten mit hoher Wertschöpfung<br />

aufwenden können.<br />

Das Ergebnis: Der Kunde kann die Präzisionsbearbeitung –<br />

integriertes Fräsen, Drehen, Schleifen usw. – mit hochpräzisen<br />

Messungen kombinieren, ohne dass die Teile in einen speziellen<br />

Messraum oder ein Labor transportiert werden müssen.<br />

So werden auch bei höchsten Präzisionsanforderungen die<br />

geforderten Messwerte direkt erfasst und Abweichungen so<br />

früh erkannt, dass der Anwender reagieren kann, bevor Toleranzen<br />

überschritten werden. So wird Ausschuss reduziert<br />

und die Produktivität gesteigert.<br />

Informationen: www.mitutoyo.de<br />

Walter setzt seinen Weg in Richtung nachhaltiger Unternehmensführung<br />

konsequent fort. Die deutschen Walter Standorte wurden<br />

erfolgreich nach ISO 50001 zertifiziert und bestätigen damit die<br />

Wirksamkeit ihres Energie-Managementsystems. Der Walter Fertigungsstandort<br />

Jičín (Tschechische Republik) erreichte zudem die<br />

Zertifizierung nach ISO 14001 sowie ISO 45001 für Umwelt- und<br />

Arbeitsschutzmanagement. Der Vertriebs- und Produktionsstandort<br />

Greer (USA) wurde nach ISO 9001, ISO 14001 und ISO 45001 zertifiziert.<br />

Die Zertifizierungen unterstreichen und betonen das Engagement<br />

des Unternehmens für Qualität, Umwelt und Sicherheit. Für<br />

Walter gehört Nachhaltigkeit, laut eigener Aussage, zur „DNA des<br />

Unternehmens“ und ist ein zentrales Element der Unternehmensphilosophie.<br />

Unter dem Motto WE CREATE THE CHANGE gestaltet<br />

Walter und seine Mitarbeitenden eine nachhaltigere Zukunft<br />

der Metallzerspanung. Darüber hinaus bestätigen die Zertifizierungen<br />

die „Sustainable Business“-Strategie des Premiumwerkzeug-<br />

Herstellers: eine nachhaltige Geschäftsgestaltung, die ökologische<br />

Verantwortung und hohe Qualitätsstandards in sich vereint. Unabhängig<br />

von den neu hinzugekommenen Zertifizierungen bleiben<br />

auch die bestehenden Auszeichnungen von Walter weiterhin gültig.<br />

Damit leistet das Unternehme einen objektiv messbaren Beitrag<br />

für einen verantwortungsvollen Umgang mit Mensch und Umwelt –<br />

an allen Standorten weltweit.<br />

Präzise und<br />

produktiv<br />

CBN-Profilschleifscheiben<br />

Liebherr-Verzahntechnik GmbH<br />

Informationen: www.walter-tools.com<br />

Ein-, zwei- oder dreirillige CBN-Profilschleifscheiben<br />

für Innenverzahnungen<br />

– Hochwertige Innenverzahnungen für geräuscharmen Einsatz in Getrieben<br />

– Steigerung der Tragfähigkeit durch Einbringen von Druckeigenspannungen<br />

– Individuelle Korngrößen für unterschiedliche Applikationen<br />

– Kürzere Schleifzeiten<br />

– Schruppen und Schlichten in einem Prozess<br />

– Längere Werkzeugstandzeit<br />

– Aufwendiges Abrichten entfällt<br />

Liebherr-Verzahntechnik GmbH, tools.info@liebherr.com, www.liebherr.com<br />

GrindingHub, Stuttgart<br />

05.-08. Mai <strong>2026</strong><br />

Halle 7, Stand C37


News & Facts<br />

Neuausrichtung stärkt Effizienz und Kundennähe<br />

Die MAPAL Gruppe treibt die strategische<br />

Neuausrichtung ihrer Organisation in<br />

Deutschland konsequent voran. Nach der<br />

Umfirmierung der Unternehmenszentrale<br />

zur MAPAL Dr. Kress SE & Co. KG im Juni<br />

2025 sowie der Neuaufstellung der Unternehmensgruppe<br />

als prozessgesteuerte Organisation<br />

geht das Unternehmen nun den<br />

nächsten bedeutenden Schritt: Zum 1. Mai<br />

<strong>2026</strong> werden die deutschen Gesellschaften<br />

der MAPAL Gruppe rechtlich in die MAPAL<br />

Dr. Kress SE & Co. KG verschmolzen.<br />

Mit dieser Maßnahme bündelt MAPAL<br />

seine Strukturen in Deutschland und<br />

schafft die Grundlage für einheitliche Prozesse,<br />

klare Zuständigkeiten und effizientere<br />

Abläufe. Die 2025 eingeführte, prozessgesteuerte<br />

Organisationsstruktur bildet<br />

dabei das Fundament für die nun folgende<br />

rechtliche Konsolidierung. Ziel ist es,<br />

die Zusammenarbeit mit Kunden und Part -<br />

nern weiter zu vereinfachen und gleichzeitig<br />

die Leistungsfähigkeit der Organisation<br />

nachhaltig zu stärken.<br />

„Die Verschmelzung ist ein logischer<br />

nächster Schritt in der Transformation<br />

unseres Familienunternehmens“, unterstreicht<br />

Dr. Jochen Kress, geschäftsführender<br />

Direktor der MAPAL Dr. Kress SE & Co.<br />

KG. „Wir haben unsere internen Abläufe<br />

konsequent an den Anforderungen unse-<br />

Die Verschmelzung der deutschen Standorte in grafischer Form:<br />

alle sieben deutschen Gesellschaften gehen in der MAPAL Dr. Kress SE & Co. KG auf<br />

rer Kunden ausgerichtet. Die rechtliche Zu--<br />

sammenführung schafft nun die notwendige<br />

Klarheit und Effizienz, um diese Ausrichtung<br />

strukturell optimal zu unterstützen:<br />

Wir reduzieren organisatorische Komplexität<br />

und erhöhen gleichzeitig unsere<br />

Reaktionsgeschwindigkeit mit dem Anspruch,<br />

den Anforderungen unserer Kunden<br />

noch besser zu entsprechen.“<br />

Im Zuge der Neuausrichtung verschmelzen<br />

die deutschen Gesellschaften MAPAL<br />

WWS, MAPAL ITS, Miller, August Beck,<br />

Weisskopf Werkzeuge sowie WTE<br />

Präzisionstechnik mit der Unternehmenszentrale<br />

MAPAL Dr. Kress SE & Co. KG.<br />

Alle bisherigen Standorte bleiben als Produktionswerke<br />

mit ihrem jeweiligen<br />

Produktportfolio bestehen und sichern<br />

damit Kontinuität in Fertigung, Know-how<br />

und Kundennähe.<br />

Für Kunden, Lieferanten und Partnern<br />

ergeben sich aus der Neustrukturierung<br />

Vorteile: ein zentraler Vertragspartner,<br />

harmonisierte Abläufe und eine vereinfachte<br />

Kommunikation – ohne Abstriche<br />

bei der persönlichen Betreuung oder der<br />

technischen Expertise, für die MAPAL seit<br />

Jahrzehnten steht. Bestehende Verträge<br />

und Vereinbarungen bleiben unverändert<br />

bestehen und gehen im Rahmen der<br />

Gesamtrechtsnachfolge auf die MAPAL<br />

Dr. Kress SE & Co. KG über.<br />

Informationen: www.mapal.com<br />

Mit dimensioneller optischer Messtechnik weiter expandieren<br />

Die Mahr GmbH aus Göttingen hat zum<br />

12. November 2025 die letzten 3 % Anteile<br />

an der NanoFocus AG in Oberhausen übernommen<br />

und ist damit ihr Alleineigentümer.<br />

Ziel des Messtechnikspezialisten ist<br />

es, weiter mit dimensioneller optischer<br />

Messtechnik zu expandieren und damit ein<br />

sehr relevanter Partner für die Qualitätssicherung<br />

in vielen Bereichen der Industrien<br />

zu sein.<br />

Die optische Messtechnik ist eine Technologie<br />

mit großem Potenzial für Mahr.<br />

Denn durch hohe Geschwindigkeit, Präzision<br />

und berührungslose Messprozesse<br />

etabliert sie sich immer stärker als wichtige<br />

Alternative zur taktilen Messtechnik.<br />

Die NanoFocus AG, Oberhausen, wird<br />

hundertprozentige Tochter der Mahr-Gruppe<br />

und festigt damit die Mahr Position als<br />

führender Anbieter in der dimensionellen<br />

Fertigungsmesstechnik<br />

In vielen Branchen gewinnt sie zunehmend<br />

an Bedeutung: in der Medizintechnik,<br />

der Automotive-Industrie, dem Maschinen-<br />

und Anlagenbau, der Präzisionsteilefertigung.<br />

„Die optische Messtechnik unserer<br />

Marke NanoFocus stärkt – nach der<br />

Akquise der OptoSurf GmbH im Jahr 2024 –<br />

unsere Expertise perfekt und festigt unsere<br />

Position als führender Anbieter in der<br />

dimensionellen Fertigungsmesstechnik“,<br />

kommentiert Manuel Hüsken, CEO und<br />

Vorsitzender der Geschäftsführung der<br />

Carl-Mahr-Gruppe.<br />

Informationen: www.mahr.com<br />

14 <strong>dihw</strong> 18, <strong>Nr</strong>. 2 · <strong>2026</strong>


4. Schweizer Schleifsymposium<br />

News & Facts<br />

dentliche Erfolge stellen sich ein, wenn KI<br />

nachvollziehbar (eXplainable AI, XAI) und/<br />

oder physikalisch unterstützt wird z.B. als<br />

Physics Informed Neural Network (PINN).<br />

Allerdings ist KI mehr als nur neuronale<br />

Netzwerke, so dass der Erfolg davon abhängt,<br />

die richtigen KI-Tools auszuwählen.<br />

Während die Automobilindustrie, wenn<br />

auch natürlich mit ganz anderen Größenordnungen<br />

an Mitteln, Fahrerassistenzsysteme<br />

bis hin zum autonomen Fahren entwickelt,<br />

sind Assistenzsysteme für Schleifmaschinen<br />

aber auch für andere Werkzeugmaschinen<br />

zur Steigerung der Leistungsfähigkeit,<br />

Verringerung der Einrichtzeiten<br />

und Steigerung der Autonomie der<br />

Maschinen noch unterentwickelt. Hier bei<br />

werden die immer wichtiger werdenden<br />

Automatisierungsgeräte selbstverständlich<br />

mit einbezogen. Ohne Zweifel werden<br />

Forschung und industrielle Anwendungen<br />

in diese Richtung konvergieren.<br />

Auch die neuen Herausforderungen der<br />

Nachhaltigkeit beeinflussen das Schleifen,<br />

wobei sich die Diskussion immer um den<br />

Kühlschmiermitteleinsatz und die hohe<br />

spezifische Energie dreht. Vergessen wird<br />

bei dieser Bilanzierung häufig, dass Schleifwerkzeuge<br />

im Gegensatz zu anderen Zerspanungswerkzeugen<br />

praktisch keine kritischen<br />

Materialien benötigen und dazu<br />

deren Volumen fast vollständig genutzt<br />

werden könnte. Schließlich ist aufgrund<br />

des Nutzens dritter Art, d.h. Reduktion<br />

von Energieverbrauch der schleiftechnisch<br />

hergestellten Teile die Schleiftechnik unumgänglich.<br />

Das Potenzial ist aber auch<br />

hier nicht ausgeschöpft.<br />

Schleiftechnische Symposien als Treffpunkt<br />

zwischen Industrie und Akademie<br />

zur Fortentwicklung der Schleiftechnik<br />

sind daher heute wichtiger denn je.<br />

Das Schweizer Schleif-Symposium <strong>2026</strong><br />

findet vom 5.-6. Oktober <strong>2026</strong> in Zürich<br />

statt. Das Symposium bietet Wissenschaftlern,<br />

Anwendern und Anbietern die Gelegenheit,<br />

neueste Innovationen und Visionen<br />

rund um die Schleif- und Abrichttechnik<br />

einem breiten Publikum aus dem<br />

deutschsprachigen Raum aufzuzeigen,<br />

Erfahrungen auszutauschen und Kontakte<br />

zu knüpfen.<br />

Informationen: www.sss<strong>2026</strong>.inspire.ch<br />

YOU<br />

MILLING<br />

INTELLIGENTLY?<br />

NEU Keramik Schaftfräser<br />

für die effiziente<br />

Bearbeitung von Gusseisen<br />

und hochwarmfesten<br />

Superlegierungen.<br />

Stabile Pratzen-Klemmung mit<br />

einfacher Handhabung. Breite<br />

Geometrie- und Schneidstoffauswahl<br />

für eine effiziente Bearbeitung.<br />

Schleifen ist eines der ältesten Fertigungsverfahren<br />

und begleitet den Homo<br />

sapiens sapiens seit Jahrtausenden.<br />

Schleif technik ist unendlich wandelbar,<br />

weshalb sie auch heute wie schon immer<br />

zu den modernsten und fortschrittlichsten<br />

Fertigungstechnologien gehört. Unsere<br />

hoch technisierte Welt ist ohne zuverlässige<br />

Schleiftechnik nicht vorstellbar. Die gesamte<br />

Mikroelektronik würde ohne das Schleifen<br />

nicht funktionieren, und ohne Schleiftechnik<br />

fährt kein Auto, kein Schiff, keine<br />

Eisenbahn, fliegt kein Flugzeug und die<br />

Haute Cuisine funktioniert auch nicht. Die<br />

Abrasivtechnik macht die Hightech-Entwicklungen<br />

in der Energietechnik, der Luftund<br />

Raumfahrt, das Mooresche Gesetz in<br />

der Mikroelektronik und die Anforderungen<br />

an Nachhaltigkeit mit, wenn sie sie<br />

nicht gar bestimmt. Schleifen ist häufig<br />

die finale Bearbeitung von Bauteilen, die<br />

die Verwüstungen vorhergehender Fertigungsprozesse<br />

beseitigen und dem Bauteil<br />

die finale Oberfläche und Gestalt geben<br />

muss. Trial-and-Error, um das gewünschte<br />

Schleifergebnis zu erreichen, verlangt daher<br />

wirklich teure Versuche. Tools zur Vorhersage<br />

des Prozessergebnisses sind von<br />

höchster Wichtigkeit, und dennoch bedarf<br />

es für das Verständnis des Schleifprozesses<br />

immer noch erheblicher Forschungsarbeit.<br />

Auf der anderen Seite haben aber umfangreiche<br />

Arbeiten der letzten Jahrzehnte z.B.<br />

auch von den auf diesem Symposium vertretenen<br />

Forschern, Industrieunternehmen<br />

und Laboren das Dunkel vor dem Schleifkorn<br />

und den Nebel um den Abrasivprozess<br />

erheblich lüften können. Mit numerischen<br />

Modellierungs- und Simulationsmethoden<br />

auf immer leistungsfähigeren<br />

Rechnern und technologisch verfeinerten<br />

Experimenten im Verbund konnten wesentliche<br />

Erkenntnisse gewonnen werden,<br />

wurde aber auch der Weg zu weiterer<br />

Forschung aufgezeigt. Diese Tools werden<br />

aber aufgrund ihrer Komplexität den<br />

Weg in die industrielle Anwendung nicht<br />

finden, sondern bieten die Möglichkeit,<br />

Ergebnisse zu produzieren, die in vereinfachte<br />

Metamodelle gegossen als Einstellhilfen<br />

mehr und mehr auf den Maschinensteuerungen<br />

zu finden sind. Erfahrung<br />

ist immer noch der Stoff, aus dem schleiftechnische<br />

Kompetenz gemacht ist. Als<br />

weiteres Tool zur Vorhersage von Prozessergebnissen<br />

ist daher seit einigen Jahren<br />

die KI hoch im Kurs und nützlich. Außerorwww.iscar.com


News & Facts<br />

FDWF-Strategietage <strong>2026</strong> – Forschung mit Zugkraft<br />

Mit einem personellen Wechsel und<br />

spürbarem Rückenwind aus der Projektland<br />

schaft ist die Forschungsgemeinschaft<br />

Deutscher Werkzeug- und Formenbauer<br />

(FDWF) ins neue Jahr gestartet. Rund<br />

30 Mitglieder kamen bei AHP Merkle in<br />

Gottenheim zusammen, um die aktuellen<br />

Forschungsaktivitäten zu reflektieren und<br />

Impulse für zukünftige Vorhaben zu setzen.<br />

Seit dem 1. Januar <strong>2026</strong> ist Johannes<br />

Ullrich neuer Geschäftsführer der FDWF.<br />

Der 36-jährige Maschinenbauingenieur<br />

mit Forschungshintergrund war zuvor als<br />

Projektbeauftragter tätig und löst Ralf<br />

Dürrwächter ab, welcher der Forschungsgemeinschaft<br />

weiterhin in administrativer<br />

Rolle erhalten bleibt.<br />

Forschung mit Wirkung:<br />

Projekte und Perspektiven<br />

Mit einem verwalteten Fördervolumen<br />

von rund 2,6 Millionen Euro und mehr als<br />

30 eingereichten Anträgen hat die FDWF<br />

ihre Rolle als zentraler Impulsgeber für<br />

vorwettbewerbliche Forschung im Werkzeug-<br />

und Formenbau weiter gestärkt. Im<br />

Mittelpunkt der Strategietage standen die<br />

Zwischenberichte aus vier bewilligten Forschungsvorhaben:<br />

→ ReIteratE – Reduktion von manuellen<br />

Iterationsschritten im Einarbeitungsprozess<br />

von Umformwerkzeugen<br />

(Fraunhofer IWU)<br />

→ Robust – Verschleißfeste, optisch<br />

strukturierte Werkzeugbeschichtungen<br />

zur Erzeugung hochwertig<br />

anmutender Kunststoffkomponenten<br />

aus Recyclingmaterialien<br />

(Fraunhofer IWM)<br />

→ ExAM – Extrusionswerkzeuge auf<br />

Basis von Additive Manufacturing<br />

(Hochschule Schmalkalden, Universität<br />

Paderborn, Fraunhofer IAPT)<br />

→ EWAM – Effizienter Werkzeugbau mit<br />

Additiver Fertigung (Fraunhofer IWU)<br />

Die vorgestellten Projekte machten deutlich:<br />

Die FDWF positioniert sich als Wegbereiterin<br />

für praxisorientierte Forschung<br />

mit konkretem Nutzen für den industriellen<br />

Alltag. In der Diskussion am zweiten<br />

Veranstaltungstag wurde deutlich, dass<br />

dieser Anspruch weitaus stärker systematisiert<br />

werden soll. Die daraus entwickelte<br />

Leitidee lautet „Pragmatische Innovation“ –<br />

gemeint ist Forschung, die auch dort<br />

ankommt, wo sie der Branche unmittelbar<br />

hilft: nämlich im Betrieb.<br />

Künftig sollen Projekte daran gemessen<br />

werden, ob sie innerhalb eines Zeitraums<br />

von drei bis fünf Jahren nach Abschluss<br />

greifbare Ergebnisse liefern können – etwa<br />

in Form von Prozessrichtlinien, Softwarelösungen,<br />

modularen Konstruktionsansätzen<br />

oder konkreten Handlungsempfehlungen<br />

für die Werkbank. Auch der Transfer in Projekte<br />

des Zentralen Innovationsprogramms<br />

Mittelstand (ZIM) wird dabei explizit mitgedacht.<br />

Dieses bundesweite Förderformat<br />

des Bundeswirtschaftsministeriums unterstützt<br />

kleine und mittelgroße Unternehmen<br />

bei der Entwicklung marktnaher Technologien<br />

– eine logische Anschlussoption<br />

für Forschungsansätze, die das Potenzial<br />

für Produktivitätsgewinne oder neue Geschäftsmodelle<br />

mitbringen.<br />

Johannes Ullrich ist seit Jahresbeginn<br />

Geschäftsführer der FDWF<br />

Damit solche Projekte noch passgenauer<br />

auf den Bedarf der Unternehmen ausgerichtet<br />

sind, setzt die FDWF künftig verstärkt<br />

auf Struktur, Verbindlichkeit und<br />

direkte Unternehmensbeteiligung: Mit<br />

einem zweistufigen Pitch-Verfahren, klar<br />

definierten Ergebnisformaten und Unternehmenspaten<br />

aus dem Mitgliedskreis soll<br />

der Praxistransfer von Anfang an mitgedacht<br />

und aktiv begleitet werden.<br />

Neue Projektplattform:<br />

Austausch, Transparenz, Impulse<br />

Ein weiteres zentrales Anliegen der FDWF<br />

ist es, Forschung nicht nur zu verwalten,<br />

sondern lebendig zu gestalten. Mit einer<br />

neuen Projektplattform des Verbands wurde<br />

auf den Strategietagen ein Tool vorgestellt,<br />

das genau das ermöglicht.<br />

Die Mitglieder erhalten einen zentralen<br />

Zugang zu allen laufenden Forschungsvor<br />

haben – inklusive Status, Inhalten, Ansprech<br />

partnern und Entwicklungsschrit ten.<br />

Der Austausch untereinander wird über die<br />

Plattform unterstützt. Sie bietet Raum für<br />

Feedback, kurze Impulse oder Diskussionsanstöße<br />

und hilft, die oft langfristig angelegten<br />

Forschungsprojekte in ihren Zusammenhängen<br />

verständlich zu machen.<br />

„Forschungsprojekte sind manchmal wie<br />

Puzzles. Unsere Plattform hilft den Mitgliedern,<br />

sich die passenden Teile für ihren<br />

Betrieb herauszusuchen“, erklärt Ullrich.<br />

Gemeinsam gestalten:<br />

ein Treffen mit Signalwirkung<br />

Die Rückmeldungen zu den Strategietagen<br />

fielen durchweg positiv aus. Die nächsten<br />

Strategietage sind für Januar 2027 geplant.<br />

Informationen: www.fdwf.de<br />

16 <strong>dihw</strong> 18, <strong>Nr</strong>. 2 · <strong>2026</strong>


News & Facts<br />

Stone+tec gibt starke<br />

Technik- und Marktimpulse<br />

Die internationale Fachmesse für Naturstein<br />

und Steintechnologie Stone+tec<br />

Nürnberg findet vom 17. bis 20. Juni statt<br />

und unterstreicht einmal mehr ihre Rolle<br />

als zentrale Plattform für Technik, Investition<br />

und persönlichen Austausch – und als<br />

Pflichttermin für Steinmetzbetriebe und<br />

Natursteinverarbeiter im deutschsprachigen<br />

Raum.<br />

Das Messeangebot der Stone+tec <strong>2026</strong><br />

wird immer umfangreicher. Besonders im<br />

Bereich Naturstein verzeichnet die Messe<br />

ein starkes Wachstum.<br />

In den Reihen der Werkzeug- und Techniklieferanten<br />

sind auf der Stone+tec <strong>2026</strong><br />

bekannte Namen verzeichnet. Für Vollsortimenter<br />

wie die Ludwig Hietel GmbH<br />

& Co. KG zählt die Stone+tec seit Jahrzehnten<br />

zu den wichtigsten Messebeteiligungen.<br />

Als führender Technikaussteller<br />

mit klarem Fokus auf den deutschsprachigen<br />

Markt nutzt das Unternehmen die<br />

Nürnberger Fachmesse gezielt als zentrale<br />

Marketing- und Vertriebsplattform.<br />

Informationen<br />

www.stone-tec.com<br />

SPITZENTECHNOLOGIE<br />

IN WERKZEUGFORM<br />

SurfaceTechnology GERMANY <strong>2026</strong><br />

Die SurfaceTechnology GERMANY lädt<br />

zum Branchentreff der Oberflächentechnik<br />

nach Stuttgart ein. Vom 5.-7. Mai zeigen<br />

teilnehmende Unternehmen aus aller Welt<br />

auf, wie sie den aktuellen Herausforderungen<br />

der Branche entgegentreten.<br />

Die Herausforderungen für die Unternehmen<br />

der Oberflächentechnik bleiben<br />

anspruchsvoll – eine spürbare Entlastung<br />

ist derzeit nicht absehbar. Hohe Energiekosten,<br />

strenge Umweltauflagen (REACH und<br />

Nachhaltigkeit), Fachkräftemangel, eine<br />

weiterhin verhaltene Auftragslage sowie<br />

geopolitische Unsicherheiten prägen das<br />

Marktumfeld. Hinzu kommen notwendige<br />

Investitionen in digitale Automatisierung<br />

und die Modernisierung bestehender Anlagen,<br />

die erhebliche Ressourcen binden.<br />

Oberflächentechnik als<br />

wesentlicher Schlüsselprozess<br />

Als Querschnittstechnologie steht die<br />

Oberflächentechnik für einen wesentlichen<br />

Schlüsselprozess für nahezu alle industriellen<br />

Kernbranchen – von der Mobilität über<br />

den Maschinenbau, die Metallbe- und verarbeitende<br />

Industrie, die Luft- und Raumfahrt<br />

bis hin zur Medizintechnik und Elektronik.<br />

Damit leistet sie einen entscheidenden<br />

Beitrag zur industriellen Wertschöpfung<br />

und Wettbewerbsfähigkeit.<br />

Die Vielfalt der Branche spiegelt sich in<br />

insgesamt zwölf Ausstellungsschwerpunkten<br />

wider. Nationale und internationale<br />

Aussteller präsentieren in Stuttgart ihre<br />

Innovationen, Produkte und Dienstleistungen<br />

und setzen auf den direkten Austausch<br />

mit Fachbesuchern. Ebenfalls vertreten<br />

sind die Gemeinschaftsstände des<br />

ZVO mit rund 60 ausstellenden Unternehmen<br />

sowie die Prozesskette Oberflächentechnik,<br />

organisiert von der WOTech GbR.<br />

Wissenstransfer auf höchstem Niveau<br />

Ein weiterer Höhepunkt ist das STG.Expert-<br />

Forum. Als Wissensplattform und Impulsgeber<br />

vereint es rund 50 Fachvorträge<br />

und steht für praxisnahen Wissenstransfer<br />

auf hohem Niveau. Inhaltlich greift das<br />

Forum zentrale Zukunftsthemen auf – darunter<br />

„KI-Unterstützung in der Oberflächentechnik“,<br />

„Oberflächen für die Energietechnik<br />

– neue Batterietypen und Wasserstofftechnologien“<br />

sowie „Vermeidung<br />

von PFAS in der Oberflächentechnik“. Auch<br />

das Thema „Qualifizierung von Mitarbeitenden<br />

im Kontext des Fachkräftemangels“<br />

verspricht wertvolle Impulse und intensive<br />

Diskussionen.<br />

Die mit Spannung erwartete Verleihung<br />

des Stuttgarter Oberflächentechnik-Preises<br />

„DIE OBERFLÄCHE“ seitens des<br />

Fraunhofer-IPA-Institutes findet wie<br />

gewohnt am ersten Messetag auf dem<br />

STG.ExpertForum statt.<br />

Informationen:<br />

www.surface-technology-germany.de<br />

PREMIUMWERKZEUGE DER<br />

NEUESTEN GENERATION<br />

für leistungsstarke und effiziente<br />

Bearbeitung Ihrer Bauteile!<br />

www.ingersoll-imc.de


News & Facts<br />

Werkzeuge effizient und für höchste Bauteilqualität drucken<br />

Die additive Fertigung, insbesondere<br />

das Verfahren Laser Powder Bed Fusion<br />

(LPBF), eröffnet dank großer Gestaltungsfreiheit<br />

neue Wege im Werkzeugbau.<br />

Das Fraunhofer IWU erschließt dieses<br />

Potenzial in zwei Forschungsvorhaben,<br />

»AdTopoTool« und »EWAM«. Das Ziel ist,<br />

effizientere Werkzeuge für die Blechwarmumformung<br />

und das Spritzgießen be--<br />

schleunigt zu entwickeln und herzustellen.<br />

Davon profitiert auch die Qualität des Bauteils,<br />

das sich mit solchen Werkzeugen in<br />

kürzerer Zeit produzieren lässt.<br />

AdTopoTool: effiziente<br />

Materialverteilung im Werkzeug<br />

senkt das Gewicht um rund 30 %<br />

In vielen Werkzeugbaubetrieben kommen<br />

auch heute noch konventionelle Fertigungs -<br />

verfahren und erfahrungsbasierte Designs<br />

zum Einsatz. Dies geht in der Regel mit<br />

geometrischen Einschränkungen und<br />

einem sehr hohen Werkzeuggewicht einher.<br />

In der Folge leiden Fertigungszeiten<br />

und Bauteilqualität häufig unter unzureichendem<br />

Temperaturmanagement.<br />

Im Forschungsvorhaben AdTopoTool konnten<br />

die Projektpartner Fraunhofer IWU,<br />

Werkzeugbau Winkelmühle GmbH und<br />

H+E Produktentwicklung GmbH nachweisen,<br />

dass additiv gefertigte Werkzeuge<br />

mit topologie- und kühlkanaloptimierten<br />

Geometrien einen erheblichen Mehrwert<br />

bieten – trotz hoher Anforderungen an die<br />

thermomechanische Belastbarkeit und das<br />

Temperaturmanagement des Werkzeugs.<br />

Topologieoptimierung bedeutet dabei,<br />

durch intelligente Materialverteilung bzw.<br />

mit Hilfe einer verbesserten geometrischen<br />

Gestaltung von Kühlkanälen das Werk -<br />

zeug gleichzeitig auf minimales Gewicht<br />

und maximale Steifigkeit auszulegen. Am<br />

Beispiel der Produktionsprozesse Spritzgießen<br />

und Presshärten wurde eine numerische<br />

Methode entwickelt, mit der sich das<br />

Belastungs- und Strukturverhalten thermisch<br />

hochbeanspruchter Werkzeuge<br />

zuverlässig vorhersagen lässt. Diese Methode<br />

kam für die Topologieoptimierung<br />

und Auslegung der Kühlkanäle je eines<br />

Demonstratorwerkzeugs für das Spritzgies -<br />

sen sowie für das Presshärten zum Einsatz.<br />

Die Forschenden validierten außerdem die<br />

optimierten und additiv gefertigten Werkzeuggeometrien<br />

im Labormaßstab.<br />

Das Ergebnis: Eine Gewichtsreduktion<br />

des Spritzgusswerkzeugs um ca. 34 % und<br />

des Presshärtewerkzeug-Segments um<br />

ca. 28 %, ohne dass die Anforderungen an<br />

die Formstabilität beeinträchtigt werden.<br />

Durch effizientere Temperiersysteme können<br />

die Zykluszeiten der spritzgegossenen<br />

Bauteile um 60 % und die Wärmebehandlung<br />

der pressgehärteten Bauteile um fast<br />

die Hälfte verkürzt werden. Dabei kann in<br />

einigen Fällen sogar eine Verbesserung der<br />

Qualität und Maßhaltigkeit der Endprodukte<br />

erreicht werden.<br />

EWAM : automatische<br />

Temperierkanalkonstruktion für<br />

additiv gefertigte Werkzeuge<br />

Fehlende Erfahrung mit additiver Fertigung,<br />

eine aufwendige Auslegung der Tem -<br />

periersysteme und lückenhafte Konstruktionsrichtlinien<br />

stehen einem breiten Einsatz<br />

dieser Technologie jedoch bislang im<br />

Weg. Um solche Hürden zu überwinden,<br />

entwickelt das Fraunhofer IWU im aktuellen<br />

Projekt EWAM (Effizienter Werkzeugbau<br />

mit Additiver Fertigung) eine skriptbasierte,<br />

automatische Temperierungsauslegung.<br />

Weniger manueller Aufwand und<br />

eine verkürzte Entwicklungszeit für das<br />

Werkzeug sollen zu einer deutlichen Effizienzsteigerung<br />

führen.<br />

Ziel ist ein Software-Plug-in für die automatische<br />

Konstruktion von additiven Temperiersystemen<br />

unter Berücksichtigung<br />

von Vorgaben der additiven Fertigung<br />

sowie der Ergebnisse von thermischen,<br />

strömungstechnischen und Belastungsanalysen.<br />

Damit das Plug-in nach dem<br />

Marktstart zügig Verbreitung finden kann,<br />

wird es in einer universellen Programmiersprache<br />

erstellt und mit verschiedenen<br />

3D-CAD-Programmen kompatibel sein.<br />

Die Anwendung des Laser-Powder-Bed-<br />

Fusion-Verfahrens, eine optimierte Werkzeuggeometrie,<br />

die tatsächliche Prozessbelastungen<br />

berücksichtigt, sowie eine<br />

intelligente Werkzeugkühlung schaffen<br />

für mittelständische Werkzeugbauer einen<br />

echten Mehrwert.<br />

Das Fraunhofer IWU hat zum Ziel, neue<br />

Maßstäbe für schnell umsetzbare, ressourceneffiziente<br />

und hochwertige Werkzeuglösungen<br />

zu setzen.<br />

Informationen: www.iwu.fraunhofer.de<br />

AdTopoTool, lnks Originalwerkzeug;<br />

rechts: das topologieoptimierte<br />

Segment wurde additiv hergestellt;<br />

die Kühlkanäle sind gleichmäßig<br />

über die Werkzeugfläche verteilt<br />

und für ein besseres Temperaturmanagement<br />

näher an der<br />

Oberfläche platziert<br />

18 <strong>dihw</strong> 18, <strong>Nr</strong>. 2 · <strong>2026</strong>


Werkzeuginnovationen für maximale Performance<br />

in der Zerspanung<br />

Werkzeuge & Werkstoffe<br />

Die Messe Intertool in Wels, Oberösterreich<br />

war die ideale Plattform, um einem<br />

breiten Fachpublikum innovative Werkzeuglösungen<br />

zu präsentieren. Gemeinsam<br />

mit DMG MORI erlebten Besucher am<br />

Boehlerit Messestand Live das volle Potenzial<br />

einer modernen Fertigung: automatisierte<br />

Werkzeugverwaltung, smartes Datenmanagement<br />

und High-Performance<br />

Hoch vorschubfräsen bis hin zum Palettenund<br />

Werkstückhandling. Mit einem klaren<br />

Fokus auf Qualität, Präzision und Effizienz<br />

zeigte der Hartmetall- und Werkzeugspezialist<br />

moderne Werkzeugkonzepte – praxisnah<br />

und kompromisslos auf Produktivität<br />

ausgelegt.<br />

Fertigungsprozesse, in denen höchste Schnittqualität und lange Standzeiten gefordert<br />

sind. Die gelötete Konstruktion, bei der die Sägezähne mittels Hochleistungslötsystemen<br />

fest mit dem Sägeblatt verbunden werden, sorgt für besondere Stabilität sowie hohe<br />

Widerstandsfähigkeit gegenüber extremen Schnittkräften.<br />

Informationen: www.boehlerit.com<br />

Boehlerit erweitert sein Hochvorschub-<br />

Portfolio und bringt mit THETAtec 25N Feed<br />

ein neues Werkzeugkonzept auf negativer<br />

Basis auf den Markt. Das innovative<br />

System ermöglicht – analog zu den bereits<br />

etablierten positiven Werkzeuglösungen<br />

– mit acht reell einsetzbaren Schneidkanten<br />

deutlich höhere Zerspanungsraten<br />

und gewährleistet damit maximale Performance<br />

und Effizienz in anspruchsvollen<br />

Bearbeitungsprozessen.<br />

Einen weiteren technologischen Meilenstein<br />

setzen die neuen Gewinderollsysteme<br />

von Wagner, die sich durch höchste<br />

Oberflächengüte, hervorragende Zugfestigkeit<br />

und außergewöhnliche Belastbarkeit<br />

bei der Gewindeherstellung auszeichnen.<br />

Sie stehen in einer Vielzahl an Varianten<br />

zur Verfügung und erweitern das Angebot<br />

hochwertiger Präzisionslösungen.<br />

Im Bereich der Hartmetall- und Beschichtungstechnologie<br />

sowie der Spanflussoptimierung<br />

ist es Boehlerit gelungen,<br />

eine völlig neue Generation von Sorten für<br />

die Stahldrehbearbeitung zu entwickeln.<br />

Die perfekt aufeinander abgestimmten<br />

Parameter führen zu den wirtschaftlichen<br />

und leistungsstarken Stahldrehsorten<br />

BCP05T, BCP15T, BCP25T, BCP35T und<br />

BCP40T, die durch exzellente Bearbeitungssicherheit<br />

und konstante Performance<br />

über den gesamten Drehprozess<br />

überzeugen.<br />

VGrind infinity LINEAR<br />

ONE MACHINE. ONE GOAL. INFINITE POSSIBILITIES.<br />

Die VGrind infinity LINEAR setzt neue Maßstäbe in der Bearbeitung<br />

von Präzisionswerkzeugen. Sie beherrscht verschiedenste Werkzeuggrößen,<br />

-arten und -materialien und liefert dabei stets höchste<br />

Qualität. Mit einem einzigartigen Maschinenkonzept und passenden<br />

Automatisierungslösungen ist die VGrind infinity LINEAR nicht einfach<br />

eine Schleifmaschine, sondern ein wahrer Alleskönner.<br />

Mit Sawtec brazed reagiert Boehlerit<br />

auf steigende Anforderungen moderner<br />

05. - 08.05.<strong>2026</strong> Halle 7 / D71<br />

www.vollmer-group.com


Werkzeuge & Werkstoffe<br />

Fräslösungen für keramische Werkstoffe<br />

Hufschmied Zerspanungssysteme stellte<br />

im März <strong>2026</strong>, in München, auf der<br />

Ceramitec aus. Am Gemeinschaftsstand<br />

mit dem CNC-Maschinenhersteller Röders<br />

GmbH bewies Hufschmied: Mit materialund<br />

prozessspezifischen Spezialwerkzeugen<br />

können selbst jene keramischen Werkstoffe<br />

zerspant werden, die man bisher nur<br />

schleifen konnte.<br />

Die Zerspanung von Grünlingen mit dem<br />

Werkzeug Graftor® ist bereits ein bewährter<br />

Prozess. Doch gebrannte monolithische<br />

Keramik zu zerspanen, ist bisher kaum<br />

möglich. Erstmals stellte Hufschmied auf<br />

der Ceramitec eine neue Werkzeugklasse<br />

vor, die dies zu einer technischen und<br />

wirtschaftlichen Option werden lassen:<br />

PKD-Torusfräser mit einer großen Anzahl<br />

an Schneiden.<br />

„Wir können Fräswerkzeuge mit sehr<br />

komplexer Geometrie aus massivem polykristallinem<br />

Diamant herstellen und nutzen<br />

diese Fähigkeit zur Bearbeitung anspruchsvoller<br />

Keramikwerkstoffe. Mit der innovativen<br />

neuen Werkzeugreihe bestätigen wir<br />

unsere Absicht, auch im Bereich der keramischen<br />

Werkzeuge unserem Ruf gerecht<br />

zu werden: Wir finden eine Lösung für<br />

jede Zerspanungsherausforderung“, sagt<br />

Christel Hufschmied, Geschäftsführerin der<br />

Hufschmied Zerspanungssysteme GmbH.<br />

Ein weiteres Thema ist die Zerspanung<br />

von Ceramic Matrix Composites (CMCs). An<br />

diese Werkstoffe werden in der Luft- und<br />

Raumfahrt große Erwartungen geknüpft<br />

und Hufschmied ist Teil von Forschungsprojekten.<br />

Es konnten unter anderem<br />

mit einer speziell entwickelten Mikrogeometrie<br />

und einer für CMC optimierten<br />

Diamantbeschichtung vielversprechende<br />

Ergebnisse erzielt werden.<br />

Informationen: www.hufschmied.net<br />

Der Graftor® von Hufschmied ist das ideale<br />

Werkzeug für die Grünlingsbearbeitung<br />

Eine stabile Lieferkette stärkt die Zukunft der<br />

industriellen Produktion<br />

„Lieferketten unter Druck“ – Schlagzeilen<br />

wie diese haben in den letzten Jahren<br />

viele Unternehmen verunsichert. Rohstoffknappheit,<br />

geopolitische Spannungen,<br />

steigende Energiepreise: All dies hat<br />

gezeigt, wie anfällig globale Netzwerke<br />

sein können. Kunden von CERATIZIT profitieren<br />

von der einzigartigen und zukunftssicheren<br />

Lieferkette des Unternehmens.<br />

Seit über 100 Jahren entwickelt und produziert<br />

CERATIZIT anspruchsvolle Schneidund<br />

Verschleißschutzlösungen aus harten<br />

Werkstoffen, vor allem aus Wolframkarbid.<br />

Da Wolfram ein Element mit außergewöhnlich<br />

hoher Dichte und dem höchsten<br />

Schmelzpunkt aller Metalle ist, ist es ein<br />

unverzichtbarer Werkstoff für zahlreiche<br />

An wendungen in der Hightech-Industrie.<br />

Sinteröfen bei CERATIZIT in Österreich<br />

Als Teil der Plansee-Gruppe verfügt<br />

CERATIZIT über eine vollständig integrierte<br />

Wertschöpfungskette – vom Wolframpulver<br />

bis zum fertigen Werkzeug. Damit<br />

hat das Unternehmen alle entscheidenden<br />

Schritte unter Kontrolle und ist nicht von<br />

kurzfristigen Marktschwankungen abhängig.<br />

Ein wichtiger Faktor dabei ist eine von<br />

China unabhängige Materialversorgung<br />

20 <strong>dihw</strong> 18, <strong>Nr</strong>. 2 · <strong>2026</strong>


und ein konsequenter Kreislaufwirtschaftsansatz<br />

mit einer Recyclingquote von 91 %<br />

für Wolfram bei CERATIZIT im Geschäftsjahr<br />

2024/25. Dies reduziert nicht nur die<br />

Abhängigkeit des Unternehmens von<br />

Primärrohstoffen, sondern auch seinen<br />

CO 2<br />

-Fußabdruck.<br />

Wichtige Säulen für die<br />

Versorgungssicherheit<br />

Die Stabilität der Wertschöpfungskette<br />

von CERATIZIT basiert auf einem umfassenden<br />

Ansatz. Recycling und Rückkauf<br />

spielen eine zentrale Rolle, da Wolfram bei<br />

Vorhandensein der richtigen Infrastruktur<br />

unendlich oft recycelt werden kann.<br />

CERATIZIT sammelt systematisch Wolframschrott<br />

und verarbeitet ihn mit fortschrittlichen<br />

Recyclingtechnologien bei Global<br />

Tungsten & Powders (GTP) – einem Unternehmen<br />

der CERATIZIT-Gruppe – in den<br />

USA und Finnland. Bei der Verarbeitung<br />

von Wolframschrott bei GTP (USA) entsteht<br />

auch ein kobalthaltiger Schlamm,<br />

der weiterverarbeitet und in der Wolframkarbidpulverproduktion<br />

von GTP verwendet<br />

wird. Dieser geschlossene Kreislauf<br />

macht CERATIZIT unabhängig von externen<br />

Lieferanten, unterstützt den konfliktfreien*<br />

Status des Unternehmens und trägt<br />

zur Erreichung seiner Nachhaltigkeitsziele<br />

bei. Stadler Raw Materials, Europas größter<br />

Wolframschrottsammler und Teil der<br />

CERATIZIT-Gruppe, ist ebenfalls ein wichtiger<br />

Bestandteil dieses Prozesses.<br />

Neben dem Recycling sichern langfristige<br />

Abnahmevereinbarungen in Bergbauprojekten<br />

und strategische Investitionen<br />

den Zugang zu einigen der größten Wolframvorkommen<br />

außerhalb Chinas: Die<br />

Plansee-Gruppe ist der größte Einzelaktionär<br />

von Almonty, Betreiber der Sangdong-<br />

Mine in Südkorea. Alle aus der Mine stammenden<br />

Konzentrate werden anschließend<br />

bei GTP zu Wolframpulver verarbeitet.<br />

Diese gemeinsamen Anstrengungen haben<br />

CERATIZIT als führenden westlichen Wolframproduzenten<br />

mit einem besonders hohen<br />

Anteil an recyceltem Material etabliert.<br />

* CERATIZIT stellt sicher, dass alle Rohstoffe<br />

verantwortungsbewusst und transparent<br />

über RMI-konforme Schmelzhütten<br />

(Responsible Minerals Initiative) bezogen<br />

werden. Dies garantiert ethische,<br />

nachhaltige und rückverfolgbare<br />

Lieferketten.<br />

Werkzeuge & Werkstoffe<br />

„Unsere integrierte und recyclingorientierte<br />

Lieferkette bietet Kunden langfristige<br />

Sicherheit in einer unvorhersehbaren<br />

Welt. Durch die Kombination strategischer<br />

Investitionen mit einer der höchsten<br />

Wolf ram-Recyclingquoten der Branche<br />

gewährleisten wir einen zuverlässigen<br />

Zu gang zu kritischen Rohstoffen, die konfliktfrei<br />

und nicht von Lieferungen aus<br />

China abhängig sind, und reduzieren<br />

gleichzeitig unsere Umweltbelastung“, so<br />

Andreas Lackner, Mitglied der Geschäftsleitung<br />

der CERATIZIT-Gruppe.<br />

Transparenz und Verantwortung<br />

Für Kunden, die Einblick in die CO 2<br />

-<br />

Emissionen von CERATIZIT-Produkten<br />

wünschen, stellt das Unternehmen<br />

Product-Carbon-Footprints (PCF) gemäß<br />

den Normen des VDMA (Verband<br />

Deutscher Maschinen- und Anlagenbau –<br />

VDMA 35111)** und der ISO (ISO 14067)<br />

zur Verfügung. Darüber hinaus hat sich<br />

CERATIZIT zu klaren Dekarbonisierungszielen<br />

verpflichtet, die von der Science<br />

Based Targets Initiative (SBTi) validiert<br />

wurden. Zusätzlich befolgt CERATIZIT<br />

strenge ESG-Standards, hat ein globales<br />

QHSE-Rahmenwerk und einen Verhaltenskodex<br />

für Lieferanten eingeführt, der ökologische,<br />

soziale und ethische Standards<br />

gewährleistet.<br />

In einer Welt voller Unsicherheiten ist<br />

eine stabile Lieferkette wie eine Versicherung<br />

für die gesamte Branche und für die<br />

Zukunft. Mit Rückwärtsintegration, einem<br />

zirkulären Geschäftsmodell, klaren Nachhaltigkeitszielen<br />

und einem starken ESG-<br />

Rahmenwerk zeigt CERATIZIT, dass es ein<br />

zuverlässiger Partner ist – heute und morgen.<br />

Informationen: www.ceratizit.com<br />

** Der Verband Deutscher Maschinen- und<br />

Anlagenbau (VDMA) ist ein deutscher<br />

Wirtschaftsverband, der Tausende von<br />

Maschinen- und Anlagenbauunternehmen<br />

vertritt. Er ist eine Handelsorganisation, die<br />

die wirtschaftlichen, technischen und<br />

wissenschaftlichen Interessen von<br />

Maschinen- und Anlagenbauunternehmen<br />

vertritt, politische Interessenvertretung<br />

betreibt, Innovation und Digitalisierung<br />

(z.B. Industrie 4.0) unterstützt, technische<br />

Standards entwickelt und Marktanalysen,<br />

Beratung und Schulungen anbietet, um die<br />

Wettbewerbsfähigkeit der Branche<br />

zu stärken.<br />

Diamant- und<br />

CBN-Schleifwerkzeugen<br />

mit galvanischer Bindung<br />

Präzision,<br />

die man sieht.<br />

WE DO.<br />

NON STOP.<br />

PASSION.<br />

Beschichtung,<br />

die sitzt.<br />

Besuchen Sie uns!<br />

Halle 10 Stand A30<br />

Finzler, Schrock & Kimmel GmbH<br />

Arzbacher Straße 55/57<br />

56130 Bad Ems<br />

Tel.: +49 2603 96 03 0<br />

Instagram<br />

www.fis-online.com<br />

Karriere<br />

85 Jahre Präzision und Qualität.


Werkzeuge & Werkstoffe<br />

Breitschlichtfräser ohne Nebenschneiden-Einstellung<br />

Die INGERSOLL Werkzeuge GmbH hat<br />

eine neue Schlichtfräser-Serie mit vor<br />

Stirn angeordneten Tangentialschneiden<br />

auf den Markt gebracht.<br />

Im Gegensatz zu den bereits bewährten<br />

Systemen mit einstellbarer Nebenschneide<br />

kommt hier ein Werkzeug mit Festplattensitz<br />

und neu entwickelter 4-schneidiger<br />

MicroMill-Geometrie zum Einsatz.<br />

Leichtes Handling<br />

MicroMill Schlichtfräser-<br />

Serie 6F6S<br />

Wendeplatte:<br />

YDA-22L101<br />

Im Gegensatz zu den einstellbaren Systemen<br />

erfordert diese Lösung kein besonderes<br />

Know-how, da die Werkzeug-Serie für<br />

die allgemeine Schlichtbearbeitung ohne<br />

erhöhte Anforderungen konzipiert ist.<br />

Basierend auf den Erfahrungen mit den<br />

einstellbaren Systemen wurde die optimale<br />

Nebenschneidenlage der Wendeschneidplatte<br />

durchmesserbezogen in den Festplattensitz<br />

übertragen.<br />

Wirtschaftlichkeit<br />

Die hier verwendete, neu entwickelte Tangential-Wendeschneidplatte<br />

YDA-22L101<br />

weist 4 Schneidkanten auf und ermöglicht<br />

somit in Verbindung mit der 4,5 mm langen<br />

Nebenschneide und optimalem Vorschub/<br />

Drehzahl-Verhältnis eine hoch-wirtschaftliche<br />

Schlichtbearbeitung mit sehr guten<br />

Oberflächenresultaten.<br />

6F6S063R00<br />

Fläche schlichten (Guss / Stahl)<br />

EN-GJL-250 / 0.6025 42CrMo4 / 1.722<br />

V c = 300 m/min V c = 250 m/min<br />

n = 1515 1/min n = 1263 1/min<br />

fu = 3 mm fu = 2 mm<br />

V f = 4545 mm/min V f = 2526 mm/min<br />

ap = 0,15 mm ap = 0,15 mm<br />

ae = 45 mm ae = 45 mm<br />

Einsatzgebiete<br />

Durch die Geometrie der Wendeplatte<br />

sind allgemeine Schlichtbearbeitungen im<br />

Planfräs-Bereich, als auch das Schlichten<br />

bis an Schultern, nicht zuletzt auch durch<br />

den Eckenradius von R0,5 mm möglich.<br />

Ebenso kann das Werkzeug für die Schlichtbearbeitung<br />

beim Drehfräsen verwendet<br />

werden.<br />

Die verkürzte Nebenschneide und radial<br />

positive Einbaulage der Wendeschneidplatte<br />

verhindern außerdem den ansons ten<br />

bei Breitschlichtsystem bekannten Axial -<br />

druck, den die Schneide auf die Oberfläche<br />

projiziert, wobei es oftmals, speziell<br />

bei dünnwandigen oder labilen Baut eilen<br />

zu so genannten Rattermarken kommt,<br />

die die erzeugte Oberfläche negativ<br />

beeinflussen.<br />

Die vorgesehenen Schneidstoffe IN2040,<br />

IN2540 und IN2010 decken ein großes<br />

Spektrum zu bearbeitender Materialien<br />

im Stahl- und Gussbereich ab. Es besteht<br />

zudem die Möglichkeit, durch Einbringen<br />

von PKD oder CBN-Layern in die Wendeschneidplatte,<br />

das Einsatzspektrum noch<br />

zu erweitern. Die Werkzeug-Serie ist im<br />

Durchmesserbereich 40-125 mm standardmäßig<br />

verfügbar.<br />

Drehfräsen Material: 1.4462<br />

V c = 160 m/min<br />

n = 808 1/min<br />

fu = 2 mm<br />

V f = 1616 mm/min<br />

ap = 0,15 mm<br />

ae = 28,5 mm<br />

Ra = 0,224 µm Vertikale Abweichung:<br />

0,005 mm<br />

Rz = 1,65 µm Rundlauf: 0,003 mm<br />

Performance<br />

Bei der Bearbeitung kurz- und langspanender<br />

Werkstoffe erzielt der neue Schlichtfräser<br />

hervorragende Ergebnisse. Der<br />

durch die Wendeplattengeometrie minimierte<br />

Axialdruck ermöglicht saubere<br />

Übergänge zwischen den Fräsbahnen und<br />

hinterlässt somit keinerlei Vibrationsmarken<br />

auf der erzeugten Oberfläche.<br />

Die integrierten Kühlmittelbohrungen<br />

mit Austritt im Spanraum verhindern bei<br />

Kühlschmiermittel- oder Luftzufuhr, besonders<br />

bei der Stahl-Bearbeitung, ein<br />

Span anhaften oder Mitziehen der Späne<br />

auf die geschlichtete Oberfläche.<br />

Die 4,5 mm lange Nebenschneide ermöglicht<br />

sehr hohe Vorschubgeschwindigkeiten<br />

bei minimierter Kontaktzeit und<br />

ausgezeichneten Oberflächenergebnissen.<br />

Informationen: www.ingersoll-imc.de<br />

22 <strong>dihw</strong> 18, <strong>Nr</strong>. 2 · <strong>2026</strong>


Werkzeuge & Werkstoffe<br />

Axial-Rollköpfe für<br />

große Gewinde und<br />

hochfeste Materialien<br />

Die EVOline Axial-Rollköpfe der FETTE Werkzeugtechnik, einem<br />

Mitglied der LMT Tools-Familie und Marktführer im Bereich Rollsysteme,<br />

stehen für kurze Fertigungszeiten, hohe Gewindefestigkeit,<br />

herausragende Standzeiten sowie höchste Prozesssicherheit. Mit<br />

der nächsten Evolutionsstufe folgt nun die neue Generation. Sie<br />

wurde speziell für große Gewinde in hochfesten Materialien entwickelt<br />

und bietet eine effiziente Alternative zu herkömmlichen<br />

Rollmaschinen. Ein Praxisbeispiel aus dem Energiebereich belegt<br />

die Leistungsfähigkeit: bis zu 50 % Zeitersparnis und damit doppelte<br />

Ausbringung im mannlosen Betrieb.<br />

Mit der neuen Generation EVOline Axial-Rollköpfe bietet LMT<br />

Fette eine effiziente, wartungsfreundliche und wirtschaftliche Lösung<br />

zur prozesssicheren und automatisierten Fertigung großer<br />

Gewinde in hochfesten Materialien. Die Produktfamilie umfasst<br />

vier Baugrößen – F55 EVO, F65 EVO, F75 EVO und F85 EVO – und<br />

ist für hochfeste Stähle bis 1.400 N/mm², Härtebereich bis HRC<br />

44 sowie Gewindegrößen bis M100 und Steigungen bis 6 mm<br />

ausgelegt.<br />

Lange Standzeiten bei hoher Produktivität<br />

Durch die geometrisch optimierte Konstruktion sowie den Einsatz<br />

von Hochleistungsmaterialien wird eine robuste, langlebige und<br />

verschleißarme Bauweise erreicht. Das führt zu längeren Standzeiten<br />

und reduziert den Instandhaltungsaufwand auf ein Minimum.<br />

Bis zu 100.000 Bauteile können pro Wartungsintervall gefertigt<br />

werden. Die Axial-Rollköpfe lassen sich nahtlos in bestehende Maschinenumgebungen<br />

integrieren und ermöglichen präzise, vollautomatische<br />

Abläufe. Die Komplettbearbeitung in einer Linie reduziert<br />

Handling- und Nebenzeiten, erhöht die Prozessstabilität und<br />

steigert die Produktivität. Damit bieten die Rollköpfe einen entscheidenden<br />

Vorteil gegenüber herkömmlichen Stand-Alone-Rollmaschinen,<br />

die zeit intensive manuelle Arbeitsschritte und einen<br />

hohen Personalaufwand erfordern. Das Ergebnis: ein effizienterer<br />

Fertigungsprozess und nachhaltig niedrigere Kosten pro Bauteil.<br />

Wirtschaftliche Lösung für automatisierte Serienprozesse<br />

„Gerollte Gewinde bieten rund 30 % höhere Festigkeit als geschnittene<br />

Gewinde und sind damit oft die erste Wahl für sicherheitsrelevante<br />

Komponenten. Mit der neuen Generation der EVOline<br />

Axial-Rollköpfe übertragen wir diese Vorteile konsequent auf<br />

große Gewinde in hochfesten Werkstoffen und schaffen eine wirtschaftliche<br />

Lösung für automatisierte Serienprozesse“, so Anita<br />

Tritschler, Global Produktmanagerin Rollsysteme bei LMT Tools.<br />

Typische Anwender sind Unternehmen, die zuverlässige und wirtschaftliche<br />

Prozesse benötigen – insbesondere aus Energieerzeugung<br />

und -versorgung, Bauwesen und Infra struk tur, Öl- und Gasindustrie<br />

sowie Maschinen- und Systemtechnik.<br />

Informationen: www.lmt-tools.com


Werkzeuge & Werkstoffe<br />

Für müheloses Schneiden von Keramikmaterialien<br />

Sorma hat eine Erweiterung seines<br />

Werkzeugsortiments für Winkelschleifer<br />

angekündigt und eine neue Version der<br />

MBC-Scheibe vorgestellt, die nun über<br />

einen M14-Gewindeflansch verfügt. Diese<br />

Ergänzung folgt auf die kürzlich erfolgte<br />

Aufnahme der MBC-Serie in den Sorma-<br />

Steinkatalog 25-26.<br />

Technische Daten und<br />

Anwendungsbereiche<br />

Die MBC-Scheibe gehört zum Sortiment<br />

der Sorma-Werkzeuge für Winkelschleifer<br />

und wurde speziell für das Trockenschneiden<br />

von Keramikmaterialien entwickelt,<br />

darunter Porzellan, Porzellanfliesen<br />

und ultrakompakte Oberflächen; sie verfügt<br />

über einen 25 mm breiten, beidseitigen<br />

gesinterten Diamantrand mit Wabenmuster,<br />

der Gehrungsschnitte (45 °-Gehrungsfugen),<br />

Geradschneiden und Schleifen<br />

ermöglicht.<br />

Die Diamantschicht gewährleistet einen<br />

glatten und gleichmäßigen Schnitt ohne<br />

Ausbrüche sowie müheloses Anfasen. Insgesamt<br />

bietet die Scheibe eine hohe Steifigkeit<br />

und sorgt so für eine hervorragende<br />

Linearität während der Bearbeitung.<br />

Er hältlich ist die MBC-Scheibe von Sorma<br />

in zwei verschiedenen Ausführungen. Die<br />

Standardbohrung (22,23 mm) wurde im<br />

vergangenen Herbst im Stone-Katalog<br />

25-26 vorgestellt und verfügt über eine<br />

Bohrung von 22,23 mm. Die neue Version<br />

M14-Gewindeflansch wurde für eine<br />

schnel lere Montage und erhöhte Vielseitig<br />

keit bei verschiedenen Anwendungen<br />

entwickelt.<br />

Informationen: www.sorma.net<br />

Kantenqualität ohne Kompromisse<br />

Moderne Möbelfronten verbinden anspruchsvolles<br />

Design mit hoher Strapazierfähigkeit.<br />

Hochglanzoberflächen, Glaslaminate<br />

oder dekorativ beschichtete Platten<br />

sind aus der industriellen Möbelproduktion<br />

nicht mehr wegzudenken. Gleichzeitig stellen<br />

gerade diese Werkstoffe höchste Anforderungen<br />

an die Bearbeitung: bereits<br />

kleinste Ausplatzungen, beschädigte Kanten<br />

oder ausfransende Schutzfolien beeinträchtigen<br />

die Optik und führen häufig zu<br />

Nacharbeit sowie erhöhtem Ausschuss. Mit<br />

dem Diamaster PRO EdgeExpert bietet Leitz<br />

eine speziell für diese sensiblen Anwendungen<br />

entwickelte Werkzeuglösung.<br />

Das innovative Konzept des Diamaster<br />

Pro EdgeExpert vereint die Stärken eines<br />

Format- und eines Fügefräsers in einem<br />

einzigen Werkzeug. Dadurch entsteht bereits<br />

beim Formatieren eine außergewöhnlich<br />

hohe Kantenqualität – ein entscheidender<br />

Vorteil, denn perfekte Ergebnisse<br />

werden direkt im ersten Bearbeitungsschritt<br />

erzielt.<br />

Perfekte Schnittkanten auf<br />

allen gängigen Anlagen<br />

Der Diamaster PRO EdgeExpert erzeugt<br />

auf Konsolen-, Nesting- und Plattenaufteilanlagen<br />

ausbruchsfreie Schnittkanten –<br />

selbst bei anspruchsvollen Oberflächen und<br />

hochwertigen Deckschichten. Besonders in<br />

der Serienfertigung erhöht dies die Prozesssicherheit<br />

deutlich. Die Schutzfolie wird<br />

sauber geschnitten, ohne auszufransen.<br />

Nachgelagerte Arbeitsschritte können<br />

ohne zusätzliche Korrekturen erfolgen.<br />

Ein zentraler Qualitätsfaktor ist die präzise<br />

abgestimmte Werkzeuggeometrie. Die<br />

Achswinkel sind gezielt an die unterschiedlichen<br />

Materialzonen angepasst: ein höherer<br />

Achswinkel im Bereich der Decklagen<br />

verbessert die Schnittqualität und minimiert<br />

Ausrisse. Ein niedrigerer Achswinkel in der<br />

Mittellage optimiert den Späneabtransport.<br />

Gleichzeitig wird auf die Mittellage nur ein<br />

geringer Druck ausgeübt. Dadurch wird ein<br />

Verpressen vermieden und die strukturelle<br />

Integrität des Werkstoffs erhalten. Große<br />

Spankammern gewährleisten zudem eine<br />

zuverlässige Spanabführung – auch bei<br />

hohen Vorschubgeschwindigkeiten.<br />

Höhere Vorschübe, weniger Nacharbeit<br />

Der<br />

Diamaster<br />

PRO EdgeExpert<br />

vereint Format- und Fügefräser<br />

in einem Werkzeug und<br />

erzielt bereits beim Formatieren eine<br />

außergewöhnlich hohe Kantenqualität;<br />

für perfekte Oberflächen ohne Ausrisse –<br />

selbst bei anspruchsvollsten Materialien<br />

Der Diamaster PRO EdgeExpert ermöglicht<br />

Vorschübe von bis zu 25 m/min. Das reduziert<br />

Durchlaufzeiten spürbar und steigert<br />

die Effizienz im Fertigungsprozess. Weniger<br />

Nacharbeit und geringerer Ausschuss verbessern<br />

zusätzlich die Wirtschaftlichkeit.<br />

Auch hinsichtlich der Standzeit setzt das<br />

diamantbestückte Werkzeug Maßstäbe. Es<br />

ist bis zu dreimal nachschärfbar und bleibt<br />

über lange Einsatzzeiträume leistungsfähig.<br />

Das macht den Diamaster PRO Edge-<br />

Expert zu einer nachhaltigen und wirtschaftlichen<br />

Investition für Unternehmen<br />

mit höchsten Qualitätsansprüchen.<br />

Das Standardprogramm umfasst zwei<br />

Varianten mit Ø 12 mm und Nutzlängen von<br />

24 mm oder 30 mm. Damit ist das Werkzeug<br />

ideal für Plattenstärken von 16 bis 28 mm<br />

ausgelegt und bietet maximale Flexibilität<br />

in der Bearbeitung unterschiedlichster<br />

Möbelwerkstoffe mit hochwertigen Oberflächen.<br />

Der Diamaster PRO EdgeExpert steht für<br />

perfekte Kanten, höchste Präzision und<br />

eine Produktivität, die sich unmittelbar in<br />

der Fertigung auszahlt.<br />

Informationen: www.leitz.org<br />

24 <strong>dihw</strong> 18, <strong>Nr</strong>. 2 · <strong>2026</strong>


Werkzeuge & Werkstoffe<br />

Optimierung der Gusseisenbearbeitung<br />

FILTECH<br />

Angesichts zunehmender Herausforderungen<br />

in der globalen Fertigung – z.B.<br />

volatile Rohstoffpreise und eine zunehmende<br />

Konzentration von Lieferketten –<br />

über denken viele Unternehmen, wie kritische<br />

Werkzeugmaterialien in ihren Bearbeitungsprozessen<br />

eingesetzt werden.<br />

Hartmetall auf Wolframbasis bleibt in<br />

einer Vielzahl von Anwendungen unverzichtbar.<br />

Die Abhängigkeit von Wolfram –<br />

einem strategisch sensiblen Rohstoff – veranlasst<br />

Hersteller jedoch zunehmend zu<br />

prüfen, wo es den größten Mehrwert liefert<br />

und wo alternative Werkstoffe klare<br />

technische Vorteile bieten können.<br />

Mit umfassender Expertise in der Entwicklung<br />

keramischer Werkstoffe und in<br />

der Anwendungstechnik steigert NTK die<br />

Leistungsfähigkeit von Schneidwerkzeugen<br />

in anspruchsvollen Bearbeitungsumgebungen.<br />

Bei der Bearbeitung von Gusseisen<br />

stellen diese speziell entwickelten<br />

keramischen Sorten eine der robustesten<br />

Lösungen für Anwendungen mit hohen<br />

Temperaturen dar.<br />

Wo Keramik ihre technischen<br />

Vorteile ausspielt<br />

Bei der Bearbeitung von Gusseisen entstehen<br />

an der Schneidkante sehr hohe Temperaturen,<br />

insbesondere bei Trockenbearbeitung<br />

und hohen Schnittgeschwindigkeiten.<br />

Unter diesen Bedingungen behalten<br />

Keramiken auf Basis von Aluminiumoxid<br />

und Siliziumnitrid ihre Härte und Verschleißfestigkeit<br />

auch bei Temperaturen,<br />

die die Grenzen konventioneller Hartmetallwerkzeuge<br />

überschreiten.<br />

In stabilen Bearbeitungsprozessen, bei<br />

denen thermische Belastungen dominieren,<br />

ermöglicht Keramik:<br />

◆ höhere Schnittgeschwindigkeiten<br />

◆ kürzere Bearbeitungszeiten<br />

◆ gleichmäßigen abrasiven Verschleiß<br />

bei Gusseisen<br />

◆ zuverlässige Leistung bei<br />

Trockenbearbeitung<br />

Diese Vorteile beruhen auf materialwissenschaftlichen<br />

Eigenschaften und sind in<br />

realen Produktionsumgebungen nachgewiesen,<br />

in denen die thermische<br />

Be ständigkeit maßgeblich über die Standzeit<br />

des Werkzeugs entscheidet.<br />

Strategische Auswahl des<br />

Werkzeugmaterials<br />

Keramik ist nicht dafür vorgesehen, Hartmetall<br />

in allen Anwendungen zu ersetzen.<br />

Hartmetall bleibt die optimale Lösung bei<br />

stark unterbrochenen Schnitten, instabilen<br />

Aufspannungen oder Anwendungen, bei<br />

denen maximale Schneidkantenstabilität<br />

erforderlich ist.<br />

Der Schlüssel liegt darin, Bearbeitungsschritte<br />

zu identifizieren, bei denen thermische<br />

Belastung stärker ins Gewicht fällt<br />

als mechanische Schläge. In diesen Fällen<br />

können keramische Sorten deutliche Produktivitätssteigerungen<br />

ermöglichen, während<br />

Hartmetall dort weiterhin die beste<br />

Wahl bleibt, wo Zähigkeit entscheidend ist.<br />

Dieser gezielte Einsatz verbessert die<br />

Pro zesseffizienz und reduziert gleichzeitig<br />

die Abhängigkeit von einem einzigen<br />

Werkzeugmaterial.<br />

Keramiklösungen von NTK<br />

für die Gusseisenbearbeitung<br />

Das Keramikportfolio von NTK wurde speziell<br />

für die Bearbeitung von Gusseisen<br />

entwickelt:<br />

◆ SP9 – beschichtete Siliziumnitrid-<br />

Sorte für Bearbeitungen von<br />

Schruppen bis Schlichten bei Grauund<br />

Sphäroguss<br />

◆ SX6 – hochzähe Siliziumnitrid-Keramik<br />

für anspruchsvolle Schruppbearbeitungen<br />

von Grauguss, einschließlich<br />

bearbeiteter Oberflächen mit Zunder<br />

◆ HC1 / HW2 – Keramik auf Aluminiumoxidbasis,<br />

optimiert für Hochgeschwindigkeits-Schlichtbearbeitung<br />

von Grauguss<br />

Diese Sorten werden in der Automobilindus<br />

trie, im Schwermaschinenbau, bei Pum -<br />

pen- und Ventilkomponenten sowie in der<br />

allgemeinen Gießereiindustrie eingesetzt.<br />

Praxisbeispiele aus der Produktion zeigen<br />

deutliche Steigerungen der Schnittgeschwindigkeit<br />

und Produktivität bei Bauteilen<br />

wie Radnaben oder Strukturgehäusen,<br />

bei denen keramische Werkzeuge in<br />

bestimmten Bearbeitungsschritten erfolgreich<br />

Hartmetall ersetzt haben.<br />

Informationen:<br />

www.ntkcuttingtools.com<br />

June 30 – July 02, <strong>2026</strong><br />

Cologne – Germany<br />

The Filtration Event<br />

www.Filtech.de<br />

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Delivers<br />

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E-mail: info@filtech.de<br />

Phone: +49 (0)2132 93 57 60


Werkzeuge & Werkstoffe<br />

Prof. Dr.-Ing. Paul Helmut Nebeling<br />

Kreislauf beim Nachschleifen<br />

bei Vollhartmetall-Werkzeugen<br />

Bei der Zerspanung kommen heute Werkzeuge in Form von<br />

Wendeschneidplatten, gelöteten Inserts oder massiven Schaftwerkzeugen<br />

aus Hartmetall zum Einsatz. Diese aus unterschiedlichen<br />

Substraten hergestellten Werkzeuge erlauben in Kombination<br />

mit unterschiedlichen Beschichtungen die Bearbeitung<br />

verschiedenster Werkstückwerkstoffe mit wirtschaftlichen<br />

Schnittbedingungen. Diese decken sowohl ein weites Spektrum<br />

an Standard- als auch anwendungsspezifisch hergestellter Sonderwerkzeuge<br />

ab. Viele der soliden Werkzeuge lassen sich nach<br />

dem Einsatz nachbearbeiten, um den entstandenen Verschleiß<br />

an der Schneidkante zu beheben. Die Aufbereitung wird aufgrund<br />

der stark gestiegenen Hartmetallpreise und einem effizienten<br />

Einsatz der Werkzeuge attraktiver. Zur Aufbereitung dieser<br />

Werkzeuge sind unterschiedliche Verfahrensschritte erforder -<br />

lich. Diese hängen neben dem Maß des Verschleißes auch von<br />

der Art der Beschichtung ab. Wesentlicher Unterschied ist vor<br />

allem, ob die Beschichtung vor der Nachbearbeitung komplett<br />

eliminiert, oder das Werkzeug nach dem Nachschleifen zusätzlich<br />

zu der bestehenden Beschichtung überbeschichtet wird.<br />

Prof. Dr.-Ing. Paul Helmut Nebeling<br />

Professur Werkzeugmaschinen,<br />

Steuerungstechnik, Produktionsanlagen<br />

Hochschule Reutlingen<br />

Prozesskette<br />

Zerspanwerkzeuge<br />

Nach der initialen Herstellung<br />

der Hartmetallwerkzeuge durch<br />

den Produzenten kommen diese<br />

bei den zerspanenden Unternehmen<br />

zum Einsatz. In Abhängigkeit<br />

der durch die Kombination<br />

von Werkstückwerkstoff, Schneidstoff,<br />

Technologieparameter und<br />

Eingriffsbedingungen abhängigen<br />

Standzeit der Werkzeuge sind<br />

diese eine bestimmte Zeit, Stückzahl<br />

oder einen definierten Standweg<br />

im Einsatz. Anschließend werden<br />

diese aus der Werkzeugmaschine<br />

(z. B. Bearbeitungszentrum)<br />

entnommen und dem Nachschleifen<br />

zugeführt. Dafür ist zunächst<br />

die Geometrie und der Verschleiß<br />

zu erfassen und das Nachschleifprogramm<br />

zu erstellen. Nach dem<br />

Nachschleifen und ggfs. Beschichten<br />

lassen sich die Werkzeuge wieder<br />

für die Zerspanung einsetzen.<br />

Aufgrund fehlender Informationen<br />

ist die exakte Geometrie sowie der<br />

Verschleiß der Werkzeuge nicht<br />

bekannt und muss mit erheblichem<br />

Aufwand vermessen in ein<br />

Programm überführt werden. Die<br />

Sicherstellung der Qualität der<br />

nach geschliffenen Werkzeuge ist<br />

durch die erneute Vermessung der<br />

aufbereiteten Werkzeuge vor der<br />

Auslieferung dieser an den Anwender<br />

zu dokumentieren. Vor dem<br />

erneuten Einsatz in einer Werkzeugmaschine<br />

sind die exakten<br />

geo metrischen Dimensionen (Länge,<br />

Durchmesser, Kontur) zu messen<br />

und dem Bearbeitungsprogramm<br />

zuzuführen.<br />

Nachteile der heutigen Vorgehensweise<br />

sind die erheblichen<br />

Aufwendungen für die Ermittlung<br />

der exakten Geometrie und der an<br />

den einzelnen Schneiden vorhandene<br />

Verschleiß bei nicht bekannter<br />

Ursprungsgeometrie. Damit ver -<br />

26 <strong>dihw</strong> 18, <strong>Nr</strong>. 2 · <strong>2026</strong>


Werkzeuge & Werkstoffe<br />

bunden ist Zeitaufwand und ggfs.<br />

nicht exakt reproduzierte geometrische<br />

Merkmale (z. B. Teilung,<br />

Differentialdrall der unterschiedlichen<br />

Schneiden). Ebenso hängen<br />

die Kriterien für einen Tausch<br />

des Werkzeuges in der Werkzeugmaschine<br />

nicht direkt mit dem<br />

Zustand zusammen. Der Verschleiß<br />

kann erheblich variieren<br />

und auch zum Ausfall des Werkzeuges<br />

führen. Eine sichere Prozessführung<br />

ist damit nicht immer<br />

gewährleistet. In Abbildung 1 ist<br />

der bisherige Prozesskette neben<br />

einem alternativen neuen Ansatz<br />

dargestellt.<br />

Verschleißerfassung<br />

in der Maschine<br />

Einlieferung der<br />

Werkzeuge<br />

Nutzung/Verschleißerfassung<br />

der Werkzeuge<br />

im BAZ<br />

Ausliefern der<br />

Werkzeuge<br />

heute: Erfahrungsbasierte Identifikation<br />

der Werkzeuggeometrie<br />

durch das Schleifpersonal<br />

Maschinenbediener<br />

Vermessen der<br />

Werkzeuge und<br />

Speichern von<br />

Parametern auf<br />

dem Werkzeug /<br />

in der Datenbank<br />

evtl. Vermessen der<br />

Werkzeuge<br />

Künftig: automatisierte Übernahme der Geometrie- und<br />

Verschleißdaten individuell identifizierbarer Werkzeuge<br />

Quelle Bilder: Zoller, Walter Maschinenbau,<br />

Ulmer Werkzeugschleiftechnik,<br />

Schneeberger, NUM<br />

Künftig: autom. Übernahme aktueller Geometriedaten<br />

individuell identifizierbarer Werkzeuge<br />

Abbildung 1<br />

Prozessketten Hartmetall-Zerspanwerkzeug<br />

Erstellen eines Nachschleifprogramms auf Basis<br />

des Schleif-Know-Hows unterstützt durch wizardbasierte<br />

Werkzeugschleif-Software mit Optionen<br />

Nachschleifen<br />

der Werkzeuge<br />

Die Verschleißerfassung findet heute<br />

meist außerhalb der Maschine<br />

statt. Maschineninterne Messsysteme<br />

(z. B. Taster, Laserlichtschranken)<br />

können den Freiflächenverschleiß<br />

nicht zuverlässig ermitteln.<br />

Auch die Erfassung des Werkzeugzustandes<br />

über steuerungsinterne<br />

Signale (z. B. der drehmomentproportionale<br />

Spindelstrom) ist<br />

für die Verschleißerfassung nicht<br />

mit der erforderlichen Genauigkeit<br />

geeignet. Mit einem kamerabasierten<br />

System lässt sich der aktuelle<br />

Verschleißzustand im Bearbeitungszentrum<br />

erfassen. Vorteil von<br />

diesem Verfahren ist die Überwachung<br />

aller kritischen Schneidenbereiche<br />

während der Produktion<br />

und die Möglichkeit zur Anwendung<br />

von werkzeugspezifischen<br />

Verschleißkriterien (z. B. Verschleißmarkenbreite).<br />

Dadurch kann sowohl<br />

die Qualität der bearbeiteten<br />

Bauteile als auch die Standzeit<br />

der Werkzeuge objektiv erfassen.<br />

Ein derartiges System aus<br />

einem Forschungsprojekt zeigt<br />

Abbildung 2. Dieses erlaubt die Verschleißerfassung<br />

an unterschiedlichsten<br />

Werkzeugtypen/-geometrie<br />

in kurzer Zeit (z. B. 4 Schneiden<br />

an jeweils 4 Stellen in unter 7 s). Die<br />

erforschte Messfunktionalität ist<br />

mittlerweile auch an kommerziellen<br />

Systemen verfügbar. Die Überwachung<br />

wird in Abhängigkeit der<br />

Geschwindigkeit des Verschleißanstieges<br />

in benutzerdefinierter<br />

Häufigkeit durchgeführt.<br />

Effiziente Prozesskette<br />

Werkzeugaufbereitung<br />

Die deutlichste Steigerung der Effizienz<br />

und Qualität der Prozesskette<br />

der Werkzeugaufbereitung<br />

lässt sich mit einer durchgängigen<br />

Datenverfügbarkeit erreichen.<br />

Gegenüber der heutigen Prozesskette<br />

ist dafür eine durchgängige<br />

Verfügbarkeit der aktuellen Daten<br />

(z. B. Ist-Geometrie, Verschleißzustand)<br />

erforderlich. Dies bedingt<br />

Druckluft 6 bar<br />

I/O 24V Trigger<br />

• GigE Vision<br />

• Sichtfeld: 5 x 4 mm<br />

• Pixelgröße: < 3,45 µm<br />

• telezentrisches Objektiv<br />

• Arbeitsabstand < 70 mm<br />

• Schärfentiefe > 0,4mm<br />

• IP67 Schutz<br />

I/O 24V<br />

Stromversorgung<br />

Kamera<br />

el. Druckluftventil<br />

I/O<br />

24V<br />

I/O<br />

24V<br />

6 bar<br />

Shutter<br />

Beleuchtung<br />

digitale Ausgänge<br />

Maschinenanforderung:<br />

• 4 Achsen + Spindel<br />

• Genauigkeit: 0,01 mm<br />

NC- Steuerung<br />

Programme:<br />

neues Werkzeug<br />

Werkzeuganalyse<br />

5-Achs Maschine<br />

Abbildung 2<br />

Arbeitsraumbasiertes System zur Verschleißerfassung<br />

eine Verknüpfung der Daten der<br />

Werkzeughersteller, -anwender<br />

und -nachschleifer. Der Werkzeughersteller<br />

ist in diesem Prozess<br />

nicht notwendigerweise das<br />

Unternehmen, welches die Wiederaufbereitung<br />

(Nachschleifen,<br />

Beschichten) durchführt. Für die<br />

Werkzeugaufbereitung sind neben<br />

der exakten Geometrie auch die<br />

Substrat- und Beschichtungsstoffe<br />

erforderlich. Nach der Werkzeugaufbereitung<br />

verändert sich die<br />

Werkzeug<br />

mech.<br />

Positionierung<br />

Kommunikation:<br />

OPC- UA<br />

Datenübertragung: GigE -Vision<br />

Hardware:<br />

• OPC/UA Kommunikation<br />

• SPS mit 3 digitalen<br />

Ausgängen<br />

Computer<br />

Programme:<br />

Aufnahmedauer pro<br />

Schneide: 1,6 Sek<br />

Datenverarbeitung: Node-Red<br />

Kamera-Kommunikation: Adapter<br />

Kamera<br />

Kamera: IDS-Peak<br />

VB-Erkennung: KI-Engine<br />

Hardware:<br />

• CPU: 16 GB RAM<br />

• GPU: 6 GB RAM<br />

• DSP: 512 GB SSD<br />

• 2 Netzwerk-Ports<br />

(1GBit)<br />

<strong>dihw</strong> 18, <strong>Nr</strong>. 2 · <strong>2026</strong> 27


Werkzeuge & Werkstoffe<br />

Webbasierte, neutral formatierte, sichere Speicherung herstellungs- /<br />

produktionsrelevanter sowie aktueller Daten in einer intelligenten Werkzeugdatenbank<br />

Geschäftsmodelle zur Abrechnung von Waren und Dienstleistungen<br />

Schutzfunktionen zur Wahrung des Hersteller-Know-How<br />

Schreiben: Identifikationsnummer<br />

+ Geometriemerkmale<br />

Lesen: Technologiekombinationen<br />

Datenaustausch mit einheitlichem neutralem Daten-Format<br />

Schreiben: Identifikationsnummer<br />

+ Verschleißbetrag<br />

Lesen: Identifikationsnummer + Ist-<br />

Geometrie<br />

Lesen: Identifikationsnummer +<br />

verschlissene Ist-Geometrie<br />

Schreiben: Identifikationsnummer +<br />

nachgeschliffene Ist-Geometrie<br />

Konstruktion und Herstellung<br />

neuer Werkzeuge mit geom.<br />

definierter Schneide<br />

- CAD-CAM-Anwendung zur<br />

Erzeugung der Werkzeuge<br />

- Simulation der Einsatzfelder<br />

cyber-physicalexchange<br />

cyber-physicalexchange<br />

Anwendung der Werkzeuge<br />

in der Teile-Produktion<br />

Verschleißprüfung<br />

an den Werkzeugen<br />

in der Maschine<br />

Werkzeuge<br />

Nachschleifen<br />

der Werkzeuge<br />

- unterschiedliche Mess-/<br />

Schleifmaschinen<br />

- automatisierte Geometrieund<br />

Merkmalerkennung<br />

und –verarbeitung<br />

Werkzeug-Lieferant /<br />

-Hersteller<br />

Kunde / Anwender<br />

Werkzeughersteller /<br />

Nachschleifer<br />

Abbildung 3<br />

Struktur eines durchgängig digitalen effizienten Werkzeugkreislaufs<br />

Geometrie (z. B. Durchmesser eines<br />

Fräsers). Dieser neue Wert ist für<br />

den erneuten Einsatz und das<br />

an schließende Wiederaufbereiten<br />

eine wesentliche Kenngröße, deren<br />

aktualisierter Wert dem Werkzeug<br />

individuell zugeordnet werden<br />

muss. Bei der Speicherung der<br />

Geometrie ist eine herstellerunabhängige<br />

neutrale Formatierung<br />

erforderlich, mit der gleichzeitig<br />

das eigentliche Know-how des Herstellers<br />

geschützt wird. Jedoch<br />

muss diese die exakte Reproduktion<br />

der technologisch erforderlichen<br />

Geometrieelemente und Konturen<br />

erlauben. Dazu kann z. B. das<br />

neutrale GDX-Format zur Anwendung<br />

kommen. Eine weitere Anforderung<br />

ist die eindeutige Identifizierbarkeit<br />

der einzelnen Werkzeuge.<br />

Dazu ist eine individuelle Kennzeichnung<br />

dieser erforderlich. Dies<br />

kann über QRC, DMC, optische<br />

Erkennung oder elektronische Systeme<br />

geschehen. Zur unabhängigen<br />

Aufbereitung der Werkzeuge<br />

sind die aktuellen Daten der Werkzeuge<br />

in einer von allen möglichen<br />

Beteiligten zugreifbaren Datenhaltung<br />

zugänglich zu machen. Diese<br />

ist heute noch nicht verfügbar.<br />

Neben der Einrichtung einer derartigen<br />

Datenbank ist auch die<br />

kommerzielle Seite für die Verfügbarkeit<br />

und Nutzung der aktuellen<br />

Geometrie- und Zustandsdaten zu<br />

regeln. Dieses Wissen als ein Service<br />

(knowledge as a service) bietet<br />

den beteiligten Akteuren erhebliche<br />

Vorteile in Bezug auf Aufwand,<br />

Qualität und Zuverlässigkeit.<br />

Während der Bearbeitung lassen<br />

sich Werkzeuge bis zu einem<br />

definierten Verschleiß zuverlässig<br />

einsetzen. Die Qualität der bearbeiteten<br />

Bauteile (z. B. Oberfläche,<br />

Dimensionen) ist sichergestellt, da<br />

die verschleißproportionalen Zerspankräfte<br />

zustandsabhängig für<br />

die Korrektur der Werkzeugbahnen<br />

in Form von Modellen zur Verfügung<br />

stehen. Beim Nachschleifen<br />

der Werkzeuge entfällt die Vermessung<br />

der Geometrie und Festlegung<br />

des verschleißbedingten<br />

Nachsetzbetrages. Auch komplexe<br />

Werkzeugformen (z. B. Differentialdrall)<br />

können in gleicher Qualität<br />

wie beim Originalwerkzeug zuverlässig<br />

nachbearbeitet werden. Für<br />

den anschließenden Einsatz ist<br />

nur die Länge zu bestimmen, da<br />

der Durchmesser nach der Aufbereitung<br />

erfasst und dokumentiert<br />

wurde. Die Struktur eines derartigen<br />

Systems ist in Abbildung 3<br />

dargestellt.<br />

Zusammenfassung<br />

Die Wiederaufbereitung von Vollhartmetallwerkzeugen<br />

bietet auf -<br />

grund der stark gestiegenen Werkstoffkosten<br />

erhebliche Vorteile<br />

bezüglich Ressourcenschonung<br />

und Wirtschaftlichkeit. Der Prozess<br />

der Wiederaufbereitung ist<br />

aber gegenüber heute durch eine<br />

durchgängig digitale Prozesskette<br />

zu optimieren. Neben der<br />

maschineninternen Verschleißerfassung<br />

ist die Verfügbarkeit aktueller<br />

Zustands- und Geometriedaten<br />

bei allen beteiligten Akteuren<br />

(Werkzeug-, Maschinenhersteller,<br />

Maschinenanwender und Werkzeugaufbereiter)<br />

essentielle Voraussetzung<br />

für die zuverlässige<br />

und effiziente Wiederaufbereitung<br />

der Werkzeuge. Die optimale Effizienz<br />

lässt sich durch die gemeinsame<br />

Nutzung der Daten eindeutig<br />

identifizierbarer Werkzeuge erzielen.<br />

Eine optimale Ausnutzung der<br />

Werkzeuge, Steigerung der Qualität<br />

bei minimalem Aufwand resultieren<br />

aus dem beschriebenen Prozesskreislauf.<br />

Nun liegt es an den<br />

Beteiligten, diese zu realisieren.<br />

Informationen: helmut.nebeling@<br />

reutlingen-university.de<br />

28 <strong>dihw</strong> 18, <strong>Nr</strong>. 2 · <strong>2026</strong>


Bearbeitungsprozesse<br />

Innovative Schleiftechnik macht<br />

Tempo in der Waferbearbeitung<br />

Der Halbleitermarkt boomt. Mikrochips<br />

sind nicht nur für Elektrofahrzeuge und<br />

Ladestationen essenziell. Auch bei Solarund<br />

Windkraftanlagen und der gesamten<br />

Bandbreite der Kommunikationstechnik<br />

spielen sie eine bedeutende Rolle.<br />

Mit erwarteten Wachstumsraten von über<br />

30 % pro Jahr bietet dieser Multi-Milliarden-Markt<br />

interessante Perspektiven<br />

für die Schleiftechnik. Auf der Fachmesse<br />

GrindingHub in Stuttgart können Besucher<br />

Einblicke in Fertigung, Maschinen sowie<br />

Präzisionsschleifprozesse im Ångström-<br />

Bereich erhalten. Fest steht: wenn Europa<br />

bei der „Halbleiterei“ gegenüber Asien<br />

und den USA Boden gut machen will, muss<br />

vieles schneller gehen, auch im Produktionsprozess.<br />

Bei Wafern handelt es sich um dünne<br />

Scheiben, die als Basis für die Herstellung<br />

von Mikrochips dienen. Die Herstellung<br />

der Wafer erfolgt in mehreren Verarbeitungsschritten.<br />

Um etwa Silizium (Si) oder<br />

Siliziumkarbid (SiC) für die Halbleiterindustrie<br />

verwenden zu können, muss es als Einkristall<br />

gezüchtet werden. Die sogenannten<br />

Ingots und Boules werden dann zu<br />

einem Puck-Rohling bearbeitet. In Scheiben<br />

geschnitten, entstehen die Wafer, die<br />

dünn geschliffen, poliert und mit einer Epitaxie-Schicht<br />

versehen werden, um sie für<br />

den Fotolithografieprozess vorzubereiten.<br />

Mit Hilfe von entsprechenden Maskierungen<br />

und Licht werden Schaltkreismuster in<br />

den Wafer geätzt. Am Ende lassen sich aus<br />

dem Wafer einzelne Mikrochips schneiden.<br />

Großes Wachstumspotenzial<br />

Für Michael Egeter, Vice President Engineering<br />

beim Schweizer Maschinenhersteller<br />

Kellenberger in Goldach sorgen die zuverlässig<br />

steigende Nachfrage auf der End -<br />

kundenseite sowie neue Prozesse und Technologien<br />

dafür, dass ein Engagement im<br />

Halbleitermarkt absolut lohnend erscheint.<br />

„Neben der eigentlichen Substratbearbeitung<br />

– also dem Vorschleifen und Konfektionieren<br />

der Rohkristalle, dem Erzeugen<br />

der Wafer-Grundgeometrie – bietet auch<br />

das Feld der Halbleiter-Prozessanlagen<br />

gute Möglichkeiten, um Schleiftechnologie<br />

und -lösungen anzubieten“, sagt er.<br />

Zu dem könnten sich Schleifexperten beim<br />

Kunden in die Pole-Position bringen, wenn<br />

sie maßgeschneiderte Lösungen anbieten.<br />

Kellenberger hat dafür spezialisierte<br />

Customizing-Teams gebildet. „Tailored<br />

Solutions eröffnen ein hohes Wachstumspotenzial,<br />

zumal oft auch skaliert werden<br />

kann“, betont der Experte.<br />

Keine Angst vor (Halbleiter-) Keramik<br />

Als Substrat setzt sich in der Halbleiterfertigung<br />

zunehmend Siliziumkarbid<br />

(SiC) durch. Wie es beim Fraunhofer CSP<br />

(Center für Silizium-Photovoltaik) in Halle<br />

(Saale) dazu heißt, bietet ein Halbleiter aus<br />

einer Verbindung von Silizium und Kohlenstoff<br />

gegenüber einem Halbleiter aus<br />

einfachem Silizium eine große Band lücke.<br />

Das sei ein entscheidender Faktor für die<br />

elek trische Leitfähigkeit und bedeutet,<br />

dass der Halbleiter unter extremen Bedingungen<br />

wie hohen Temperaturen, hohen<br />

Spannungen und hohen Frequenzen eingesetzt<br />

werden kann.<br />

Für die Schleifbearbeitung stellt das<br />

Substrat indes eine Herausforderung dar,<br />

wie Michael Egeter feststellt: „Wir konnten<br />

bei Schleifern, die bisher fast ausschließlich<br />

auf metallischen Werkstoffen gearbeitet<br />

haben, schon eine respektvolle Zurückhaltung<br />

feststellen“, berichtet er. Das Zerspanungsverhalten<br />

des Schleifprozesses auf<br />

Keramiken sei vollkommen anders. Wenn<br />

diese Schwelle überwunden ist, offenbare<br />

sich das stetig wachsende Anwendungsfeld<br />

von technischen Keramiken wie auch<br />

von einkristallinen Halbleitersubstraten als<br />

riesiges Potenzial für die Schleiftechnik.<br />

„SiC hat sich für gewisse Leistungsklassen<br />

bereits als absoluter Benchmark im Halbleiterbereich<br />

etabliert“, so Egeter.<br />

Zeit sparen im Herstellungsprozess<br />

Die Halbleiterfertigung ist zeitlich aufwendig.<br />

Die Lieferung der Chips erfordert<br />

dadurch einen entsprechend langen Vorlauf,<br />

der so manchem Industriezweig zu<br />

schaffen macht. Dabei benötigt schon der<br />

Rohkristall, der im Hochtemperaturofen<br />

bei rund 2.400˚ C gezüchtet wird, gut zwei<br />

Wochen, bevor er in eine Halbzeug-Form<br />

gebracht werden kann. Für diesen sogenannten<br />

„Ingot/Boule to Puck“-Schritt<br />

Internationale<br />

Fachmesse Naturstein<br />

und Steintechnologie<br />

■ Naturstein<br />

■ Maschinen + Werkzeuge<br />

■ Grabsteine + Grabkunst<br />

■ Fliesen<br />

Die Designmesse<br />

für Fliesen und Technik<br />

In Zusammenarbeit mit:<br />

Infos unter: stone-tec.com


Bearbeitungsprozesse<br />

wurde in der Hardinge-Gruppe, zu der die<br />

Firma Kellenberger gehört, ein Entwicklungsteam<br />

aus Ingenieuren und Anwendungstechnikern<br />

mit Unterstützung von<br />

SiC-Branchenexperten und Rohstofflieferanten<br />

gebildet. Das Team analysierte die<br />

Ineffizienzen der bisherigen SiC-Ingot-Verarbeitung.<br />

Die Erkenntnisse flossen in die<br />

Entwicklung einer automatisierten All-in-<br />

One-5-Achs-Maschine, auf der sich alle derzeit<br />

relevanten Spezifikationen und Durchmesser<br />

von SiC-Ingots bearbeiten lassen.<br />

Mit automatisierter Be- und Entladung<br />

könne die Maschine die Bearbeitungszeit<br />

eines Ingots/Boule zu einem Puck, die<br />

bei herkömmlichen Verfahren mehr als<br />

24 Stunden in Anspruch nimmt, auf zwei<br />

bis drei Stunden reduzieren, heißt es bei<br />

Kellenberger.<br />

Ultrafeine Herausforderung<br />

für Schleifwerkzeuge<br />

Neben dem Substrat und der Schleifmaschine<br />

spielen die Schleifwerkzeuge in der<br />

Waferbearbeitung die entscheidende Rolle.<br />

„Semicon wird bei uns als stark wachsender<br />

Markt wahrgenommen“, betont<br />

Carmine Sileno, Produktmanager für den<br />

Halbleiterbereich bei Meister Abrasives.<br />

Das Unternehmen mit Sitz im schweizerischen<br />

Andelfingen ist gemeinsam mit<br />

dem deutschen Schwesterunternehmen<br />

Alfons Schmeier, Helmbrechts, spezialisiert<br />

auf die Entwicklung und Herstellung<br />

von superabrasiven Schleifwerkzeugen<br />

für hochpräzise Schleifanwendungen. Für<br />

die verschiedenen Schritte der Halbleiterherstellungskette,<br />

vom rohen Kristall bis<br />

zum fertigen Chip, bietet Meister Abrasives<br />

Lösungen, die Kunden aus der Wafer- oder<br />

Chipherstellung auf bestehenden Anlagen<br />

einsetzen können. Die für die Oberfläche<br />

der Wafer entwickelten Diamantschleifwerkzeuge<br />

gewährleisten Oberflächenqualitäten<br />

im Bereich ab Ra 5 Ångström (1Å<br />

= 0,0001 µm). Zum Vergleich: ein menschliches<br />

Haar hat einen Durchmesser von<br />

40-80 µm. Eine Qualitätssicherung bei derart<br />

hohen Oberflächengüten sei nur noch<br />

mittels Weißlichtinterferometrie oder Rasterkraftmikroskopie<br />

(AFM) möglich, sagt<br />

Carmine Sileno. Zur GrindingHub bringt er<br />

als Anschauungsmaterial Wafer mit, deren<br />

Oberflächen unter dem Mikroskop zu<br />

begutachten sind.<br />

„Für Chiphersteller sind gleichmäßige<br />

Oberflächen mit homogener Nano-Topografie<br />

enorm wichtig“, betont der Produktmanager<br />

von Meister Abrasives. Mit seiner<br />

UltraFine-Technologie verfolgt das<br />

Schweizer Unternehmen aber auch noch<br />

ein anderes Ziel: „Wir wollen so fein wie<br />

möglich schleifen, um nachfolgende Prozessschritte<br />

zu verkürzen oder am besten<br />

ganz zu eliminieren“, sagt Sileno. Das<br />

betrifft vor allem zeit- und kostenaufwendige<br />

Läpp- und Polierprozesse.<br />

Einzelne Prozessschritte<br />

überflüssig machen<br />

Zur Bearbeitung der superharten SiC-Wafer<br />

bedarf es Schleifscheiben, die Oberflächenqualitäten<br />

im einstelligen Ångström-Bereich<br />

ermöglichen Foto: Meister Abrasives<br />

Üblicherweise werden Wafer zunächst<br />

geschliffen und dann poliert, um die geforderten<br />

hohen Oberflächengüten zu erzielen.<br />

Bei den für das Polieren eingesetzten<br />

Slurries handelt es sich um Mischungen<br />

aus feinen festen Partikeln und einer Flüssigkeit.<br />

Dieses Poliermittel ist teuer. „Je länger<br />

ein Polierprozess üblicherweise dauert<br />

und je größer die Waferfläche, desto interessanter<br />

wird es, den Polierprozess weitgehend<br />

zu minimieren oder aus dem Prozess<br />

zu nehmen“, so der Schleifexperte.<br />

Die größte Herausforderung für die Bearbeitung<br />

der harten Waferoberflächen sei<br />

es gewesen, die passende Bindung für das<br />

Submikron Diamantkorn (< 1 µm) zu entwickeln.<br />

Genau darin sieht Sileno die Stärke<br />

von Meister Abrasives, die Schleifbelagsstruktur<br />

für jede Anwendung detailliert<br />

anpassen zu können. Der Kunde spare<br />

durch verkürzte oder gar überflüssig<br />

gewordene Polierprozesse wertvolle Zeit,<br />

reduziere Kosten, benötige weniger Infrastruktur<br />

und erhöhe den Durchsatz.<br />

Die Europäische Union hat das Ziel ausgegeben,<br />

den Marktanteil in der Halbleiterproduktion<br />

von derzeit 9 bis 10 % in den<br />

kommenden Jahren deutlich zu erhöhen.<br />

Chancen durch größere Volumina sehen<br />

die Schleifexperten für ihre Unternehmen<br />

auf jeden Fall. „Angesichts starker Dominanz<br />

weniger Anbieter auf dem Weltmarkt”,<br />

so Carmine Sileno, „sind wir als<br />

kundenspezifisch positionierte Anbieter<br />

bevorzugte Partner“.<br />

Informationen: www.grindinghub.de<br />

Aluminium – leistungsfähige Fräslösungen<br />

für einen vielseitigen Werkstoff<br />

Leicht, vielseitig, anspruchsvoll – Aluminium<br />

fordert für die Serienbearbeitung leistungsfähige<br />

Werkzeuge, stabile Prozesse<br />

und eine präzise Abstimmung aller Parameter.<br />

Ob im Automobilbau, in der Medizintechnik,<br />

im Maschinen- und Anlagenbau<br />

oder in der Elektronik – Aluminiumlegierungen<br />

verbinden geringes Gewicht mit<br />

guter Festigkeit, hoher Korrosionsbeständigkeit<br />

und ausgezeichneter Recyclingfähigkeit.<br />

Trotz seiner grundsätzlich guten<br />

Zerspanbarkeit stellt der Werkstoff den<br />

Anwender immer wieder vor Herausforderungen.<br />

Insbesondere beim Fräsen können<br />

Verklebungen, Aufbauschneiden oder<br />

unkontrollierter Spänefluss die Prozesssicherheit<br />

beeinträchtigen. Entscheidend<br />

für eine wirtschaftliche Bearbeitung ist daher<br />

die präzise Abstimmung von Werkzeuggeometrie,<br />

Schneidstoff, Schnittdaten<br />

und Kühlschmierstoff. Die Paul Horn GmbH<br />

bietet mit ihrem Werkzeugportfolio zahlreiche<br />

Systeme, welche die wirtschaftliche<br />

Zerspanung ermöglichen.<br />

Die globale Bedeutung von Aluminium<br />

spiegelt sich in den Produktionszahlen<br />

wider. Weltweit werden jährlich über 60<br />

Millionen Tonnen des Leichtmetalls hergestellt,<br />

wobei insbesondere Asien und hier<br />

vor allem China eine treibende Rolle spielen.<br />

Aluminium ist nach Sauerstoff und<br />

Silizium das dritthäufigste Element der<br />

Erdkruste, kommt jedoch ausschließlich<br />

in gebundener Form vor. Die industrielle<br />

Gewinnung erfolgt aus Bauxit über das<br />

Bayer-Verfahren und die anschließende<br />

30 <strong>dihw</strong> 18, <strong>Nr</strong>. 2 · <strong>2026</strong>


Bearbeitungsprozesse<br />

Schmelzflusselektrolyse. Durch gezielte<br />

Legierungselemente wie Silizium, Magnesium,<br />

Kupfer oder Zink lassen sich die<br />

mechanischen Eigenschaften anpassen,<br />

was wiederum direkte Auswirkungen auf<br />

das Zerspanungsverhalten hat.<br />

Ausgeprägte Adhäsionsneigung<br />

Beim Fräsen von Aluminium treten die<br />

werkstoffspezifischen Eigenschaften besonders<br />

deutlich zutage. Die geringe Härte<br />

und die niedrige Schmelztemperatur<br />

begünstigen zwar hohe Schnittgeschwindigkeiten,<br />

führen aber gleichzeitig zu einer<br />

ausgeprägten Adhäsionsneigung. Ohne<br />

geeignete Maßnahmen kann es zur Bildung<br />

von Aufbauschneiden kommen, die<br />

sowohl die Oberflächenqualität als auch<br />

die Standzeit der Werkzeuge negativ beeinflussen.<br />

Moderne Fräswerkzeuge für<br />

Aluminium zeichnen sich daher durch<br />

scharfe Schneiden, polierte Spanflächen<br />

und spezielle Spanformgeometrien aus, die<br />

einen leichten Spanabfluss unterstützen.<br />

Ergänzend kommen Beschichtungen mit<br />

hohen Gleiteigenschaften zum Einsatz<br />

oder – je nach Anwendung – bewusst<br />

unbeschichtete Schneiden, um die Schärfe<br />

maximal auszunutzen.<br />

HORN bietet für die Aluminiumbearbeitung<br />

ein umfassendes Programm an Fräswerkzeugen,<br />

das von Vollhartmetallfräsern<br />

über Zirkularfräswerkzeuge bis hin zu PKDund<br />

MKD-Lösungen reicht. Gerade beim<br />

Fräsen mit hohen Zeitspanvolumina spielen<br />

einschneidige oder zweischneidige<br />

Werkzeuge mit großen Spanräumen eine<br />

zentrale Rolle. Sie ermöglichen hohe Vorschübe<br />

und Schnittgeschwindigkeiten,<br />

ohne den Spanfluss zu behindern. Typische<br />

Anwendungen sind das Taschenfräsen,<br />

das Eintauchen sowie das Besäumen<br />

von Aluminiumbauteilen mit großen<br />

Materialabträgen.<br />

Polykristalliner Diamant<br />

Für anspruchsvollere Aufgaben und lange<br />

Standzeiten kommen vor allem diamantbestückte<br />

Werkzeuge zum Einsatz. Polykristalliner<br />

Diamant eignet sich aufgrund<br />

seiner hohen Verschleißfestigkeit und<br />

geringen Adhäsionsneigung hervorragend<br />

für das Fräsen von Aluminiumlegierungen,<br />

insbesondere bei hohen Stückzahlen. Die<br />

scharfen Schneidkanten ermöglichen hohe<br />

Oberflächenqualitäten und stabile Prozesse<br />

auch bei hohen Schnittparametern.<br />

Neben klassischen Drehoperationen hat<br />

Für Anwendungen mit höchsten optischen Anforderungen, etwa im Werkzeug- und<br />

Formenbau, kommt die Hochglanzzerspanung mit monokristallinen Diamanten zum Einsatz<br />

sich PKD daher insbesondere im Fräsbereich<br />

etabliert, etwa beim Planfräsen von<br />

Strukturbauteilen oder beim Konturfräsen<br />

komplexer Geometrien.<br />

In den letzten Jahren hat Horn sein PKD-<br />

Portfolio konsequent erweitert und bietet<br />

heute neben PKD-bestückten Wendeschneidplatten<br />

auch festbestückte Fräswerkzeuge,<br />

die speziell für die Hochleistungsbearbeitung<br />

ausgelegt sind. Diese<br />

Werkzeuge wurden erstmals im Jahr 2024<br />

in einem standardisierten Programm vorgestellt<br />

und decken zahlreiche Anwendungen<br />

ab – nicht nur in Aluminium, sondern<br />

auch in anderen Nichteisenwerkstoffen.<br />

Das Werkzeugsystem ermöglicht eine<br />

hohe Steifigkeit und Rundlaufgenauigkeit,<br />

was sich unmittelbar in Oberflächenqualität<br />

und Prozessstabilität niederschlägt.<br />

Neue Potenziale in der<br />

Hochleistungszerspanung<br />

Ein Beispiel hierfür ist das DG-Wechselkopfsystem<br />

mit PKD-Schneiden, das auf<br />

einem bestehenden Hartmetallsystem basiert<br />

und um diamantbestückte Schneiden<br />

erweitert wurde. Durch die modulare Bauweise<br />

stehen unterschiedliche Schaftvarianten<br />

aus Stahl oder Hartmetall zur Verfügung,<br />

wodurch sich das System auch für<br />

Anwendungen mit großen Auskraglängen<br />

eignet. Ein weiteres Highlight ist ein<br />

Planfrässystem mit präzisen Rund- und<br />

Planlaufeigenschaften. Die hohe Steifigkeit<br />

dieses Systems erlaubt Schnittwerte,<br />

die selbst leistungsstarke Fräsmaschinen<br />

an ihre Grenzen bringen, und eröffnet<br />

neue Potenziale in der Hochleistungszerspanung.<br />

Für Anwendungen mit höchsten optischen<br />

Anforderungen, etwa im Werkzeugund<br />

Formenbau, kommt zusätzlich die<br />

Hochglanzzerspanung mit monokristallinen<br />

Diamanten zum Einsatz. Auch beim<br />

Fräsen ermöglicht dieser Schneidstoff<br />

Oberflächenqualitäten, die ein nachträgliches<br />

Polieren überflüssig machen. Dies<br />

spart nicht nur Zeit, sondern erhöht auch<br />

die Reproduzierbarkeit der Bauteilqualität.<br />

Gerade bei Bauteilen, deren Oberfläche<br />

später beschichtet oder verchromt wird, ist<br />

diese Prozesssicherheit ein entscheidender<br />

Vorteil.<br />

Konstante Qualität über<br />

lange Laufzeiten<br />

Neue Fertigungstechnologien wie Gigacasting<br />

im Automobilbau, unterstreichen<br />

die Bedeutung leistungsfähiger Fräslösungen.<br />

Gleichzeitig verändert sich der Werkstoffeinsatz,<br />

was neue Anforderungen an<br />

Flexibilität und Präzision stellt. Moderne<br />

Fräswerkzeuge müssen daher nicht nur<br />

hohe Abtragsraten ermöglichen, sondern<br />

auch eine konstante Qualität über lange<br />

Laufzeiten sicherstellen. Mit abgestimmten<br />

Werkzeugkonzepten, innovativen<br />

Schneidstoffen und anwendungsspezifischen<br />

Geometrien lassen sich diese Anforderungen<br />

erfüllen und die wirtschaftliche<br />

Zerspanung von Aluminium nachhaltig<br />

optimieren.<br />

Informationen: www.horn-group.com<br />

<strong>dihw</strong> 18, <strong>Nr</strong>. 2 · <strong>2026</strong> 31


Bearbeitungsprozesse<br />

Produktiv hochgenau fertigen bei<br />

minimiertem Platzbedarf<br />

Neben Energie und Rohstoffen verursachen<br />

Stellflächen in Fertigungsstätten inzwischen<br />

hohe Kosten. Deshalb haben die<br />

Experten bei der Carl Benzinger GmbH,<br />

Hersteller hochwertiger Präzisiondreh- und<br />

Fräszentren, die besonders kompakten<br />

5-Achs-Bearbeitungszentren der Baureihe<br />

Compact5 entwickelt. Auf nur 1,4 m²<br />

Grund fläche lassen sich mit ihnen kleine,<br />

komplexe Bauteile flexibel vom Einzelstück<br />

bis zu mittleren Serien vollständig<br />

auto matisiert bearbeiten. Dies betrifft<br />

insbeson dere Komponenten für Schmuck<br />

und Uhren sowie für die Medizintechnik<br />

und Feinmechanik. Sogar Diamanten und<br />

Edelsteine können die 5-Achs-Maschinen<br />

auf Uhrengehäusen und Schmuck im<br />

automatisierten Fertigungsablauf korrekt<br />

orientieren, setzen und fassen.<br />

Dazu sagt Marcel Elsäßer, Geschäftsführer<br />

bei Benzinger in Pforzheim: „Mit den<br />

Bearbeitungszentren Compact5 haben wir<br />

in unserem 110. Jubiläumsjahr erstmals<br />

in äußerst kompakter Bauweise steife und<br />

hochgenaue Maschinen mit hoher Antriebs<br />

leistung und vollständig integrierter<br />

Automation verwirklicht. In ihren Merkmalen<br />

und ihrer Leistung sind sie bewährten,<br />

aber deutlich größeren Maschinen –<br />

zum Beispiel unserer 5@Work, ebenbürtig.<br />

Allerdings erfordern sie wegen des sehr<br />

kompakten, hoch integrierten Aufbaus nur<br />

minimale Stellfläche.“<br />

Produktiv durch hohe Leistung<br />

Um wirtschaftlich und produktiv zu fertigen,<br />

sind die 5-Achs-Bearbeitungszentren<br />

Compact5 mit industriellen, wassergekühlten<br />

Hauptspindeln ausgestattet. Diese verfügen<br />

über 6,2 kW Antriebsleistung bei<br />

bis 50000 min -1 Drehzahl. Werkzeuge nehmen<br />

sie in steifen, robusten und industriell<br />

bewährten Aufnahmen HSK-E25 auf. In<br />

letzteren können Werkzeuge wahlweise<br />

mechanisch (Spannzangen, Weldon) oder<br />

thermisch (Schrumpffutter) gespannt werden.<br />

Somit lässt sich die volle Antriebsleistung<br />

nutzen, um auch schwierige Werkstoffe,<br />

beispielsweise Titan, Edelstahl und<br />

Keramik effizient zu bearbeiten.<br />

Auch die Führungen und die Antriebe<br />

der Schwenk- und Vorschubachsen sind<br />

entsprechend industriellen Kriterien ausgeführt.<br />

Das trägt wesentlich dazu bei, dass<br />

die kompakten 5-Achs-Bearbeitungszentren<br />

Compact5 zuverlässig und prozess -<br />

sicher über sehr lange Zeiträume produktiv<br />

arbeiten können.<br />

Integration minimiert Platzbedarf<br />

Als herausragender Vorteil der Maschinen<br />

Compact5 erweist sich der hohe Integrationsgrad.<br />

Sämtliche zum automatisierten<br />

und unbeaufsichtigten Fertigen benötigten<br />

Komponenten befinden sich innerhalb<br />

der Umhausung. Das betrifft zum<br />

einen den Werkstückspeicher mit insgesamt<br />

64 Positionen. Er ist als Karussell rund<br />

um die Z-Achs-Säule ausgeführt. Auf universellen<br />

und standardisierten Trägerpaletten<br />

nimmt er Werkstücke – Rohlinge und<br />

fertig bearbeitete Bauteile – im chaotischen<br />

Mix auf. Für Rohlinge und Werkstücke<br />

optimal passend fertigt Benzinger im 3D-<br />

Druck-Verfahren individuell abgestimmte<br />

Ablagen. Mit der Option „Fassen von<br />

Edelsteinen“ werden auch die bewährten<br />

Edelstein-Magazine in der Maschine aufgenommen<br />

und transportiert. Neben diesen<br />

und den Werkstückträgern bevorratet<br />

das Magazin auch Spanneinheiten, beispielsweise<br />

Nullpunktspannsysteme und<br />

unterschiedliche Spannzangen, die ebenfalls<br />

vollautomatisch ein- und ausgewechselt<br />

werden.<br />

Mit einem Greifer werden die Werkstücke<br />

und Spannsysteme aus dem Magazin<br />

entnommen und der Bearbeitungsspindel<br />

zugeführt. In der Bearbeitungsspindel<br />

auf dem Rund-Schwenktisch werden<br />

zu bearbeitende Bauteile über ein<br />

Nullpunktspannsystem wahlweise in Zugoder<br />

Druckspannzangen, Backenfuttern<br />

oder Spannstöcken zuverlässig aufgespannt.<br />

Alternativ können die 5-Achs-<br />

Bearbeitungszentren Compact5 auch von<br />

der Stange (bis 14 mm Durchmesser und<br />

maximal 145 mm lang) fertigen. Letzteres<br />

erweist sich vor allem bei Schmuck, zum<br />

Beispiel bei Anhängern für Halsketten,<br />

als besonders vorteilhaft. Abhängig von<br />

Werkstückgeometrien fertigen die 5-Achs-<br />

Bearbeitungszentren von Benzinger<br />

unbeaufsichtigt über mehrere Schichten<br />

bedienerlos.<br />

Vollständig automatisiert: Auf einem<br />

Kettenmagazin mit flexibel anpassbaren<br />

Paletten werden bis zu 70 Werkstücke zum<br />

automatisierten Wechsel am Dreh-<br />

Schwenktisch zum fünfachsigen Bearbeiten<br />

bereitgestellt<br />

Dazu trägt auch das Werkzeugwechselmagazin<br />

mit insgesamt 70 Positionen bei.<br />

Daraus wechseln die Maschinen Compact5<br />

jeweils erforderliche Werkzeuge selbsttätig<br />

ein. Für minimale Nebenzeiten sorgt,<br />

dass das Werkzeugmagazin bereits während<br />

der Bearbeitung auf die Wechselposition<br />

für das einzuwechselnde Werkzeug<br />

positioniert.<br />

Um Rüst- und Stillstandszeiten zu minimieren,<br />

haben die Experten bei Benzinger<br />

zusätzlich einen Werkstück- und Werkzeugwechsel<br />

verwirklicht, der parallel zur<br />

Hauptzeit ausgeführt wird. Über eine<br />

schließbare Öffnung in der Umhausung<br />

können Bediener hauptzeitparallel Werkstücke<br />

und Werkzeuge in den jeweiligen<br />

Magazinen wechseln.<br />

Höchste Präzision<br />

Zu Genauigkeit und Stabilität der innovativen<br />

5-Achs-Bearbeitungszentren erläutert<br />

32 <strong>dihw</strong> 18, <strong>Nr</strong>. 2 · <strong>2026</strong>


Bearbeitungsprozesse<br />

Sascha Jentner, Anwendungstechnik &<br />

Technischer Vertrieb Schmuckmaschinen<br />

bei Benzinger: „Unsere neuen 5-Achs-Bearbeitungszentren<br />

Compact5 sind mit den<br />

gleichen, soliden und industriell bewährten<br />

Komponenten aufgebaut wie unsere bisherigen<br />

Präzisionsmaschinen. Somit können<br />

wir gewährleisten, dass die kompakten<br />

Maschinen über viele Jahre auf höchste<br />

Genauigkeit fertigen. Das bedeutet, dass<br />

sie auch kleine Werkstücke mit nur wenigen<br />

Millimeter Durchmesser oder Kantenlängen<br />

auf Toleranzen im Bereich IT 5 bearbeiten<br />

können.“<br />

Zum prozesssicheren Fertigen auf<br />

höchste Genauigkeit sind die 5-Achs-Bearbeitungszentren<br />

Compact5 zudem mit<br />

einem Laser-Messsystem ausgestattet.<br />

Nach dem Einwechseln von Werkzeugen<br />

misst und verifiziert es die Werkzeuggeometrien<br />

und -abmessungen und erkennt<br />

auch Werkzeugbruch. Speziell bei Werkzeugen<br />

kleinster Durchmesser erweist sich<br />

das als unabdingbar. Es vermeidet, aufgrund<br />

ungenauer oder gar beschädigter<br />

Werkzeuge Ausschuss zu fertigen. Beim<br />

Bearbeiten von Uhrenkomponenten und<br />

Schmuck aus hochwertigen, kostenintensiven<br />

Metallen trägt das wesentlich dazu<br />

bei, Kosten und Verzögerungen beim Bearbeiten<br />

zu vermeiden.<br />

Universell: 5-Achs-Bearbeitungszentren Compact5 sind konzipiert, um ein umfassendes<br />

Spektrum kleiner Bauteile für Uhren und Schmuck automatisiert effizient auf höchste<br />

Genauigkeit zu bearbeiten<br />

Digital vernetzbar<br />

Damit Fertigungsbetriebe nicht nur prozesssicher<br />

und bedienerlos, sondern auch<br />

nach dem Konzept Industrie 4.0 in einer<br />

Smart Factory arbeiten können, sind die<br />

5-Achs-Bearbeitungszentren Compact5<br />

von Benzinger mit aktueller Steuerungstechnik<br />

optimal vorbereitet. Sie verfügen<br />

über Schnittstellen nach Standard OPC-UA.<br />

Somit lassen sie sich problemlos mit übergeordneten<br />

Planungs- und Steuerungssystemen<br />

und anderen Maschinen vernetzen.<br />

„Mit einer Investition in unsere kompakten,<br />

in Bezug auf Antriebs- und Steuerungstechnik<br />

sowie Mechanik auf dem<br />

aktuellen Stand der Technik ausgeführten<br />

5-Achs-Bearbeitungszentren Compact5<br />

rüsten sich Fertigungsbetriebe optimal und<br />

zukunftssicher für wirtschaftliches und<br />

effizientes Fertigen von Uhrengehäusen<br />

und Schmuck“, fasst Marcel Elsäßer<br />

die Vorteile der Präzisionsmaschinen von<br />

Benzinger zusammen.<br />

Informationen: www.benzinger.de<br />

Mannlos in die Nacht<br />

Heinrich Wagner Sinto plante die Keilplatten<br />

für seine Formmaschinen mannlos<br />

nachts zu schruppen. Der bisher eingesetzte<br />

Fräser bot dafür allerdings<br />

weder genug Standzeit noch ausreichende<br />

Prozesssicherheit. Der achtschneidige<br />

NEOFEED-Hochvorschubfräser von ISCAR<br />

war die Lösung. Damit kann das Unternehmen<br />

die Komponente jetzt nicht nur zuverlässig,<br />

sondern auch noch wirtschaftlicher<br />

bearbeiten.<br />

Die robusten WSP sind nicht nur besonders<br />

weichschneidend, sondern auch<br />

widerstandsfähig gegen Kerbverschleiß<br />

und Aufbauschneiden<br />

Heinrich Wagner Sinto (HWS) kann<br />

auf erfolgreiche fast 90 Jahre in der Herstellung<br />

von Gießereianlagen zurückblicken<br />

und ist inzwischen Teil des<br />

SINTOKOGIO-Konzerns, dem weltweit<br />

agierenden Gießereimaschinenhersteller.<br />

HWS fertigt mit 330 Mitarbeitern in zwei<br />

Werken im nordrhein-westfälischen<br />

Bad Laasphe auf rund 50.000 m 2 Formmaschinen<br />

und -anlagen, Vergießeinrichtungen<br />

und Sandregenerierungs-Einheiten für<br />

internationale Kunden aus der Gießereibranche.<br />

„Da sind kleine Unternehmen<br />

ebenso dabei, wie weltweit agierende<br />

Großkonzerne“, sagt Christian Hammer,<br />

Abteilungsleiter mechanische Bearbeitung<br />

bei HWS. „Doch ob groß oder klein – unsere<br />

Kunden erwarten von uns höchste Qualität<br />

zu vernünftigen Preisen und Lösungen, die<br />

den aktuellen Anforderungen in Sachen<br />

Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Effektivität<br />

entsprechen.“<br />

Um diesen Ansprüchen auch in Zukunft<br />

gerecht werden zu können, startete HWS<br />

vor rund zwei Jahren ein umfassendes<br />

Investitions- und Optimierungsprogramm.<br />

Neben modernen Anlagen, einer stärkeren<br />

Automatisierung und einem jungen, motivierten<br />

Team sollten auch angepasste und<br />

wirtschaftliche Prozesse HWS dabei unterstützen,<br />

sich zukunftssicher aufzustellen.<br />

„In diesem Zusammenhang haben wir uns<br />

auch mit Unterstützung unseres langjährigen<br />

Werkzeugpartners ISCAR unsere Prozesse<br />

angeschaut“, führt Christian Hammer<br />

aus. „Dabei haben wir bereits das Bohren<br />

optimiert, und jetzt rückte das Schruppen<br />

von Keilplatten in den Fokus.“<br />

<strong>dihw</strong> 18, <strong>Nr</strong>. 2 · <strong>2026</strong> 33


Bearbeitungsprozesse<br />

Upgrade auf acht Schneiden<br />

HWS fertigt das Bauteil in zwei Aufspannungen<br />

aus einem massiven,<br />

190x267x390 mm großen, und 160 kg<br />

schweren Block legierten Stahls (21MnCr5).<br />

In der ersten Aufspannung wird der<br />

Boden geschruppt und die Seiten auf<br />

Maß gebracht. In der zweiten Aufspannung<br />

schruppt HWS die Kontur der Oberseite,<br />

zeilt die Schrägen ab und bringt<br />

die Schultern ein. „Das Schruppen dauert<br />

insgesamt rund zwei Stunden“, erklärt<br />

Benjamin Markus, Teamleiter Fräsen bei<br />

HWS. „Dabei tragen wir zwischen 40 und<br />

60 kg Material ab.“ Anschließend schlichtet<br />

HWS die Komponente mit einem<br />

HELITANG T490-Planfräser von ISACR, bevor<br />

die Keilplatte noch extern gehärtet wird.<br />

Die Komponente findet in den Gießanlagen<br />

von HWS Verwendung und wird rund<br />

30 Mal im Jahr produziert – seit Kurzem<br />

auf einer brandneuen 5-Achsmaschine mit<br />

automatisiertem Palettenhandling. „Damit<br />

wäre das mannlose Schruppen in die Nacht<br />

hinein möglich, nur die dafür notwendige<br />

Prozesssicherheit und Standzeit war beim<br />

bisher eingesetzten, sechsschneidigen Fräser<br />

nicht gegeben“, sagt Benjamin Markus.<br />

„Nach spätestens einer Keilplatte waren<br />

die Wendeschneidplatten verschlissen,<br />

und wir mussten sie drehen.“ Deshalb<br />

wandten sich Benjamin Markus und<br />

Christian Hammer an ihren langjährigen<br />

Werkzeugpartner ISCAR. Lee Klappert,<br />

Beratung und Verkauf, und Marco Rötzel,<br />

Technische Beratung und Vertrieb, hatten<br />

die passende Lösung für die Aufgabe parat<br />

„Uns war sofort klar, dass der NEOFEED-<br />

Hochvorschubfräser mit den achtschneidigen<br />

FFQ8-Wendeschneidplatten das<br />

richtige Werkzeug ist“, sagt Marco Rötzel.<br />

„Das Werkzeug ist aktuell die Benchmark<br />

in Sachen Hochvorschubfräser am Markt“,<br />

ergänzt Lee Klappert. „Es ist jedes Mal wieder<br />

erstaunlich wieviel Material unsere<br />

Kunden in kürzester Zeit, prozesssicher mit<br />

einer Bestückung zerspanen können. Dazu<br />

kommt der attraktive Preis pro Schneide<br />

und der maschinenschonende weiche<br />

Schnitt.“<br />

Hochvorschubfräsen<br />

Die NEOFEED-Fräserfamilie beinhaltet sowohl<br />

Werkzeuge zum effizienten Hochvorschub-<br />

als auch zum dynamischen Planfräsen.<br />

Das Portfolio der multifunktionalen<br />

Hochvorschubfräser umfasst wirtschaftliche<br />

Wendeschneidplatten (WSP)<br />

mit acht Schneiden und mit einem Anstellwinkel<br />

von zwölf Grad sowie für das dynamisch<br />

Planfräsen mit 22,5 ° Anstellung. Der<br />

NEOFEED steht in Ø 50 bis 100 mm zur Verfügung.<br />

Der schwalbenschwanzähnliche<br />

Plat tensitz sorgt für eine sichere Klemmung<br />

und hohe Oberflächengüten. In allen Anwendungen<br />

erlaubt die dicke und stabile<br />

WSP ein großes Zeitspanvolumen und ermöglicht<br />

eine kosteneffiziente und prozess<br />

sichere Bearbeitung. Harte Tests auf<br />

den Maschinen in Bad Laasphe zeigten,<br />

dass das ISCAR-Team mit seinem Vorschlag<br />

goldrichtig lag.<br />

Der multifunktionale Hochvorschubfräser<br />

NEOFEED wird mit wirtschaftlichen Wendeschneidplatten<br />

mit acht Schneiden bestückt<br />

und verfügt zum Hochvorschubfräsen über<br />

einem Anstellwinkel von zwölf Grad<br />

Bei HWS kommt der FFQ8 D080-07-27-12<br />

mit einem Ø 80 mm und sieben Plattensitzen<br />

zum Einsatz. Bestückt ist der Hochvorschubfräser<br />

mit robusten FFQ8 SZMU<br />

120520T-WSP, ausgeführt in der verschleißfesten<br />

TiAlN-beschichteten Feinstkornsorte<br />

IC808. „Die Platten sind nicht nur besonders<br />

weichschneidend, sondern auch<br />

widerstandsfähig gegen Kerbverschleiß<br />

und die Bildung von Aufbauschneiden“,<br />

sagt Marco Rötzel.<br />

Mehr als 200 min Standzeit<br />

Der NEOFEED hat die Erwartungen bei<br />

HWS mehr als erfüllt. Im Vergleich zur bisherigen<br />

Lösung ließ sich die Schnittgeschwindigkeit<br />

von 180 auf 200 m/min und<br />

der Vorschub pro Zahn von 0,8 auf 1 mm<br />

erhöhen. „Wir konnten mit dem NEOFEED<br />

zudem eine Vorschubgeschwindigkeit von<br />

mehr als 5.500 mm/min fahren, die Spandicke<br />

von 0,69 auf 0,87 mm steigern und<br />

bei einer Zustellung von 1,2 mm das Zeitspanvolumen<br />

um das Dreifache auf fast<br />

400 cm 2 /min hochschrauben“, freut sich<br />

Benjamin Markus. „Außerdem hat sich<br />

die Standzeit prozesssicher auf mehr als<br />

200 min verdoppelt, so dass wir auch<br />

mannlos in die Nacht arbeiten können – da<br />

war es keine Frage, dass wir auf den Hochvorschubfräser<br />

umstellten.“<br />

HWS setzt den Fräser seitdem erfolgreich<br />

ein – nicht nur bei den Keilplatten,<br />

sondern auch bei anderen Projekten, die<br />

prozesssicheres Schruppen und hohe Ab -<br />

trag leistung erfordern.<br />

Informationen: www.iscar.de<br />

34 <strong>dihw</strong> 18, <strong>Nr</strong>. 2 · <strong>2026</strong>


Hochpräzise Lösungen für die Luft- und Raumfahrt<br />

Bearbeitungsprozesse<br />

Flugzeuge und Helikopter transportieren<br />

Passagiere und Güter weltweit schnell und<br />

zuverlässig. Die Anforderungen an die eingesetzten<br />

Komponenten in Bezug auf Sicherheit,<br />

Effizienz und Nachhaltigkeit sind<br />

dabei hoch. KAPP NILES bietet maßgeschneiderte<br />

Lösungen für Feinbearbeitung,<br />

Messen und Dokumentation von entsprechenden<br />

Verzahnungen sowie Profilen –<br />

und präsentiert diese im Rahmen der Kampagne<br />

„Trust in Technology“.<br />

„Seit über 40 Jahren beschäftigen wir<br />

uns intensiv mit Verzahnungen für die<br />

Luft- und Raumfahrt. Dank unserer langjährigen<br />

Erfahrung verstehen wir die spezifischen<br />

Herausforderungen der Branche“,<br />

betont Matthias Kapp, Geschäftsführer bei<br />

KAPP NILES. „Wir sind stolz darauf, als<br />

Marktführer in enger Zusammenarbeit mit<br />

unseren Kunden Maschinen und Technologien<br />

zu entwickeln, die deren Anforderungen<br />

exakt erfüllen und erstklassige Qualität<br />

ermöglichen.“<br />

Ob Antriebe oder Planetengetriebe im<br />

Triebwerk, Verstellgetriebe für die Landeklappen,<br />

Verzahnungen für den gesamten<br />

Antriebsstrang von Helikoptern oder Antriebs-<br />

und Verstellmechanismen für den<br />

Mars-Rover: mit Lösungen von KAPP NILES<br />

können die essenziellen und sicherheitsrelevanten<br />

Bauteile für Flugzeuge, Hubschrauber<br />

und Raumfahrzeuge hochpräzise<br />

geschliffen und gemessen werden.<br />

Auf den Schleifspindeln der VX-Maschinen<br />

können zeitgleich mehrere Schleifscheiben<br />

eingesetzt werden<br />

Qualität auf höchstem Niveau<br />

Die hohen, sicherheitsgerichteten Fertigungs<br />

vorgaben in der Luft- und Raumfahrtbranche<br />

umfassen sowohl die Endqua<br />

lität der gefertigten Verzahnungen<br />

als auch die lückenlose Dokumentation<br />

des ge samten Prozesses. Maschinen der<br />

VX Baureihe sind speziell für diesen Genauigkeitsanspruch<br />

konzipiert: hochwertigste<br />

Führungssysteme mit geschabten Führungen<br />

sorgen über Jahrzehnte für hochpräzise<br />

Ergebnisse bei konstanter Qualität. Mit<br />

dem integrierten Aufmaßmesssystem<br />

(AMS) wird das Bauteil vor und nach dem<br />

Schleifprozess gemessen und hinsichtlich<br />

der Qualität beurteilt. Die Ergebnisse werden<br />

detailliert dokumentiert, so dass sich<br />

die Teilequalität noch Jahre später nachvollziehen<br />

lässt.<br />

Auf VX-Maschinen können ein oder zwei<br />

auswechselbare Schleifspindeln eingesetzt<br />

und bis zu sechs Schleifwerkzeuge gleichzeitig<br />

genutzt werden. Mehrere Verzahnungen<br />

in einer einzigen Aufspannung zu<br />

bearbeiten ist möglich. Auf denselben<br />

Schnitt stellen lassen sich Zusatzschleifköpfe<br />

für Schleifarme zum Bearbeiten von<br />

Innenverzahnungen anbringen. Dabei können<br />

sowohl abrichtbare als auch abrichtfreie<br />

CBN-Schrupp- und Schlichtwerk zeuge<br />

von KAPP NILES genutzt werden. Mit<br />

dem optionalen Nullpunktspannsystem<br />

können die Rüstzeiten der Schleifspindeln<br />

und Zusatzschleifköpfe auf rund 85 % der<br />

ursprünglichen Dauer verkürzt werden.<br />

VX-Maschinen sind weltweit im Einsatz<br />

und liefern seit Jahrzehnten bereits<br />

ab Losgröße 1 höchste Werkstückqualitäten.<br />

Gut jede zweite Schleifmaschine, die<br />

KAPP NILES in über 40 Jahren an Unternehmen<br />

der Luft- und Raumfahrtbranche verkauft<br />

hat, war eine VX oder deren Vorgängermodelle.<br />

Daneben kommen Maschinen<br />

aus den Baureihen KNG master, ZE<br />

und KX im Bereich Luft- und Raumfahrt<br />

zum Einsatz. Beispielsweise bei Kunden,<br />

die Werkstücke mit mehr als 630 mm Kopfkreisdurchmesser<br />

bearbeiten oder die ihre<br />

Maschine auch zum Wälzschleifen nutzen.<br />

Werkzeuge für besondere Ansprüche<br />

CBN pro, die neuen Werkzeuge von<br />

KAPP NILES, sind besonders geeignet für<br />

Dank des Nullpunktspannsystems können<br />

die Rüstzeiten um 85 % reduziert werden<br />

Anwendungen in der Luft- und Raumfahrt.<br />

Im Vergleich zu den bisher erzielbaren<br />

Oberflächengüten von Ra < 0,4 μm mit den<br />

Standard-CBN-Werkzeugen, können mit<br />

diesen Schleifscheiben Oberflächengüten<br />

von Ra < 0,2 μm am Werkstück erreicht werden.<br />

Zusätzlich ist eine optimierte Profilform<br />

mit f fa < 1,0 µm am Werkzeug erzielbar.<br />

Die verbesserte Reproduzierbarkeit<br />

von Oberflächengüte und Profilform reduziert<br />

den Einstellaufwand beim Einsatz auf<br />

der Maschine und sorgt für eine höhere<br />

Prozesssicherheit beim Kunden.<br />

Auch bei der Messung von Verzahnungen<br />

für die Luft- und Raumfahrt profitieren<br />

Kunden von Lösungen von KAPP NILES.<br />

Die Verzahnungsmessmaschinen KNM 2X,<br />

4X, 6X und 9X decken verschiedene Messbereiche<br />

ab. Dank des flexiblen Gegenhalters<br />

können auch sehr lange Bauteile wie<br />

etwa Haupt- und Nebenaggregatswellen<br />

hochpräzise vermessen werden. Ein spezielles<br />

Schnellspannsystem ermöglicht den<br />

Anwendern, neben den Standardlösungen<br />

auch Sondergeometrien sicher aufzunehmen<br />

– bei kurzen Rüst- und Nebenzeiten.<br />

„Vom Werkzeug über die Schleifmaschine<br />

bis hin zur Messtechnik bieten wir komplette<br />

Präzisionslösungen für die Luft- und<br />

Raumfahrtindustrie an. Dank unserer langjährigen<br />

Erfahrung und unseren maßgeschneiderten<br />

Technologien können unsere<br />

Kunden so exzellente Verzahnungsqualitäten<br />

erzielen“, resümiert Matthias Kapp.<br />

Informationen: www.kapp-niles.com<br />

<strong>dihw</strong> 18, <strong>Nr</strong>. 2 · <strong>2026</strong> 35


Komponenten & Zubehör<br />

So stimmt die Chemie beim Schleifen<br />

Datenbasierte Überwachung des Kühlschmierstoffs<br />

sorgt für optimale Ergebnisse<br />

Beim Schleifen entscheiden winzige Unebenheiten<br />

über Gutteil oder Ausschuss.<br />

Für den perfekten Schliff muss in der Fabrik<br />

nicht nur die Mechanik stimmen, sondern<br />

auch die Chemie. So rückt eine oft<br />

unterschätzte Komponente in den Fokus:<br />

der Kühlschmierstoff (KSS). Voraussetzung<br />

für die autonome Fertigung und optimale<br />

Schleifergebnisse ist eine datenbasierte<br />

KSS-Überwachung. Sie ist das Bindeglied<br />

zwischen Chemie und Mechanik und macht<br />

den Schleifprozess durch standardisierten<br />

Datenaustausch und den Einsatz von Digitalen<br />

Zwillingen robuster, effizienter und<br />

nachhaltiger. Hier kommt auch die Konnektivitätsinitiative<br />

umati (Universal Machine<br />

Technology Interface) ins Spiel, die den<br />

reibungslosen Datentransfer in der Fabrik<br />

gewährleistet. Als weltweite Community<br />

des Maschinenbaus ermöglicht umati<br />

auf Basis des Kommunikationsstandards<br />

OPC UA, dass Maschinen herstellerübergreifend<br />

miteinander kommunizieren können.<br />

Dies schafft die notwendige Interoperabilität,<br />

um Daten aus der KSS-Überwachung<br />

nahtlos in übergeordnete IT-Systeme<br />

oder Cloud-Plattformen zu integrieren<br />

und so den Weg für die Plug-and-Play-<br />

Anbindung im industriellen Ökosystem zu<br />

ebnen. Auf der Fachmesse GrindingHub<br />

werden die Besucher mehr über die optimierte<br />

KSS-Versorgung für höchste Oberflächengüten<br />

erfahren.<br />

Energieeinsparung von bis zu 27 %<br />

Bei bedarfsgerechter KSS-Zufuhr winken<br />

hohe Effizienz- und Produktivitätsgewinne,<br />

wie die wissenschaftliche Forschung herausgefunden<br />

hat. „Bereits in den Grundlagenuntersuchungen<br />

konnten Prozessfenster<br />

identifiziert werden, in denen der Energiebedarf<br />

beim Schleifen um bis zu 27 %<br />

reduziert werden konnte, ohne Einbußen<br />

bei Werkstückqualität oder Werkzeugverschleiß“,<br />

sagt Prof. Berend Denkena, Leiter<br />

des Instituts für Fertigungstechnik und<br />

Werkzeugmaschinen (IFW) der Leibniz Universität<br />

Hannover. „Gleichzeitig ließ sich<br />

das Zeitspanvolumen um bis zu 20 % steigern,<br />

was eine deutliche Produktivitätssteigerung<br />

ermöglicht.“ Bedarfsgerechte KSS-<br />

Versorgung soll diese Potenziale künftig<br />

systematisch und reproduzierbar in die<br />

industrielle Anwendung übertragen. Auch<br />

mit Blick auf die Nachhaltigkeit in der industriellen<br />

Produktion ergeben sich positive<br />

Effekte.<br />

„Bedarfsgerechte KSS-Versorgung ermög<br />

licht eine Reduzierung des Kühlschmier<br />

stoffverbrauchs und senkt damit<br />

nicht nur den Energiebedarf im Schleifprozess,<br />

sondern auch den Aufwand für Herstellung,<br />

Aufbereitung und Entsorgung des<br />

KSS“, erklärt der Wissenschaftler. Er ist Mitglied<br />

der WGP (Wissenschaftliche Gesellschaft<br />

für Produktionstechnik), die zum<br />

Thema bedarfsgerechter Einsatz von Kühlschmierstoffen<br />

seit vielen Jahren forscht.<br />

Durch stabilere Prozessbedingungen ließen<br />

sich zudem Werkzeugstandzeiten erhöhen<br />

und Ausschuss sowie Nacharbeit reduzieren.<br />

Insgesamt trage dies zu einem effizienteren<br />

Ressourceneinsatz und einer nachhaltigeren<br />

industriellen Produktion bei.<br />

Schleifkräfte und<br />

Spindelleistung im Blick<br />

„Bedarfsgerechte KSS-Versorgung basiert<br />

auf der kontinuierlichen Erfassung prozessnaher<br />

Zustandsgrößen und deren Nutzung<br />

zur adaptiven Regelung der Kühlschmierstoffzufuhr“,<br />

erklärt Denkena. Am IFW wurden<br />

hierfür zunächst die Grundlagen der<br />

KSS-Versorgung in der Schleifkontaktzone<br />

untersucht. Darauf aufbauend werden aktuell<br />

sensor- und regelungstechnische Kon -<br />

zepte entwickelt, um künftig eine bedarfsgerechte<br />

und automatisierte KSS-Versorgung<br />

zu realisieren. Daten sind dabei der<br />

wichtigste Rohstoff. „In den Grundlagenuntersuchungen<br />

wurden kühlschmierstoffbezogene<br />

Größen wie Volumenstrom,<br />

Temperatur und Druck sowie prozessnahe<br />

Kenngrößen wie Schleifkräfte, Spindelleistung<br />

und werkstückbezogene Eigenschaften<br />

erfasst“, erklärt der Forscher. Dabei<br />

wur de analysiert, wie sich veränderte KSS-<br />

Bedingungen auf den Schleifprozess auswirken.<br />

Aufbauend darauf sollen künftig<br />

sensorisch erfasste Daten genutzt werden,<br />

um Zielgrößen wie Energieeffizienz, KSS-<br />

Bedarf, Werkzeugverschleiß und Werkstückqualität<br />

gezielt zu beeinflussen.<br />

Gesunde Emulsion<br />

ohne Schaum und Infektionen<br />

Das optimale KSS-Management in der Fabrik<br />

treibt auch den Schmierstoffhersteller<br />

Fuchs SE aus Mannheim um. „Ein effizientes<br />

KSS-Management basiert im Wesentlichen<br />

auf vier zentralen Bausteinen“, sagt<br />

Alexander Kaiser, Head of Global Product<br />

Line Smart Services & Digital Business Part -<br />

ner bei Fuchs, und zählt sie der Reihe nach<br />

auf: erstens das Anmischen einer stabilen<br />

Emulsion mit möglichst feiner Tropfenstruktur<br />

unter Verwendung einer bekannten<br />

und empfohlenen Wasserqualität; zweitens<br />

die kontinuierliche Überwachung des<br />

„Gesundheitszustands“ der Emulsion, um<br />

ihre Leistungsfähigkeit dauerhaft sicherzustellen;<br />

drittens ein regelmäßiger Nachsatz<br />

mit frischer Emulsion zur Kontrolle<br />

der Konzentration und zum Ausgleich von<br />

Volumenverlusten; und viertens das gezielte<br />

Additivieren zur Bekämpfung von Infektionen<br />

oder Schaumbildung. „Teile des Prozesses<br />

können teilautomatisiert oder vollständig<br />

automatisiert werden“, sagt Fuchs-<br />

Manager Kaiser.<br />

Automatisierung sei dann sinnvoll, wenn<br />

die Applikation stabil sei und keinen starken<br />

Schwankungen unterliege. Außerdem<br />

sei auch die Wirtschaftlichkeit zu beachten,<br />

da Automation immer auch Investition<br />

bedeute.<br />

Digitale Zwillinge in der Cloud<br />

Bei der Automatisierung werde mindestens<br />

die aktuelle Konzentration durch In-Line-<br />

Refraktometer ermittelt. Zusätzlich werde<br />

der aktuelle Füllstand des KSS-Tanks erfasst.<br />

Über die Zielkonzentration für die<br />

Applikation ermittelt die Automatisierung<br />

dann die notwendige Nachsatzmenge und<br />

deren Konzentration, um die Emulsion auf<br />

einem konstanten Konzentrationsniveau<br />

zu halten. „Alle Produktionsmittel – beispielsweise<br />

Maschinen – und ihre Schmierpunkte<br />

werden als digitale Zwillinge in<br />

unserer cloudbasierten Service-Management-Plattform<br />

LubeLink FluidsConnect<br />

abgebildet“, sagt der Fuchs-Manager. Der<br />

aktuelle Zustand, Nachsatzmengen sowie<br />

36 <strong>dihw</strong> 18, <strong>Nr</strong>. 2 · <strong>2026</strong>


Komponenten & Zubehör<br />

der gesamte Pflegeprozess werden über<br />

dieses System erfasst, geplant und nachhaltig<br />

abgesichert. „Dadurch kennt das<br />

Smart‐Services‐Team jederzeit den Zustand<br />

der Produktion und kann frühzeitig<br />

Maßnahmen ergreifen, um ungeplante<br />

Stillstände zu vermeiden“, so Kaiser.<br />

Riechen, sehen, messen<br />

Für KSS wird typischerweise in kurzen<br />

Intervallen die Konzentration bestimmt –<br />

entweder per Refraktometer (automatisiert<br />

oder manuell), durch Titration vor Ort oder<br />

mittels detaillierter Laboranalysen. Zusätzlich<br />

werden regelmäßig pH‐ und Nitritwerte<br />

gemessen. Abstriche dienen der Erkennung<br />

möglicher bakterieller Infektionen.<br />

Teilweise werden auch Geruch und optischer<br />

Zustand dokumentiert. Auf Basis dieser<br />

Informationen werden Nachsatzzyklen<br />

sowie Reinigungsintervalle der Tanks geplant.<br />

„LubeLink unterstützt mit Einsatzplänen<br />

und Meldungen die effiziente Koordination<br />

der Experten vor Ort“, sagt Kaiser.<br />

Bei vollautomatischem Nachsatz werde<br />

zudem regelmäßig die Funktionsfähigkeit<br />

und Zuverlässigkeit des Equipments überprüft.<br />

Alle Daten – unabhängig davon, ob<br />

sie automatisiert oder manuell erfasst wurden<br />

– werden zentral in FluidsConnect gespeichert<br />

und bereitgestellt.<br />

Ob sich der ganze Aufwand für den<br />

industriellen Anwender lohnt, ist letztlich<br />

ein kaufmännisches Rechenexempel. Denn<br />

die Höhe der Effizienz- und Produktivitätsgewinne<br />

durch automatisiertes KSS-Management<br />

beim Schleifen variiert je nach<br />

Anwendungsfall. Laut Kaiser können sowohl<br />

Personalkosten als auch Fluidkosten<br />

eingespart werden, im Wesentlichen durch<br />

Verlängerung der Standzeiten. Diese Einsparungen<br />

müssen allerdings der Investition<br />

in die Automatisierung entgegengestellt<br />

werden. „Eine zeitnahe Amortisation<br />

ist nicht in allen Märkten, bei allen Kunden<br />

und Applikationen gewährleistet“, räumt<br />

der Fuchs-Manager ein. In allen Fällen steigere<br />

professionelles KSS-Management jedoch<br />

die Produktivität, indem Ausfallzeiten<br />

auf ein Minimum reduziert würden und<br />

die gewünschte Qualität der produzierten<br />

Teile sichergestellt werden könne.<br />

Weniger Wasser,<br />

Additive und Energie<br />

Zum ökonomischen Nutzen kommt dabei<br />

der ökologische. Durch Standzeitverlängerung<br />

des KSS würden sowohl benötigtes<br />

Alle Daten im Blick: Der Schmierstoffhersteller Fuchs SE aus Mannheim bildet Maschinen<br />

und ihre Schmierpunkte als digitale Zwillinge in einer cloudbasierten Plattform ab<br />

Foto: Fuchs SE<br />

Konzentrat als auch genutztes Frischwasser<br />

verringert. Gleichzeitig reduzierten sich<br />

Emulsionen, die entsorgt werden müssten.<br />

„Durch den konstant guten Gesundheitszustand<br />

der Emulsion wird ebenfalls die<br />

Nutzung von Additiven reduziert oder gar<br />

komplett vermieden. Auch zu erwähnen<br />

ist, dass Standzeitverlängerungen der<br />

Werkzeuge und perfekte Schmierung zu<br />

spürbaren Energieeinsparungen führen<br />

können“, so Kaiser.<br />

Eine Datenverarbeitung in der Cloud bietet<br />

zusätzliche Vorteile: „Immer aktuell,<br />

überall verfügbar, zentrale Datenbasis<br />

sowie hohe Ausfallsicherheit“, fasst Kaiser<br />

die Vorteile zusammen. Neue Funktionen,<br />

Sicherheitsupdates und Verbesserungen<br />

stünden durch die Cloud sofort bereit. Der<br />

Zugriff sei von jedem Standort, jedem Gerät<br />

und zu jeder Zeit möglich, was perfekt<br />

sei für globale Produktionsnetzwerke. Daten<br />

aus Maschinen, Sensoren, Laboren und<br />

Serviceeinsätzen seien in einem System<br />

verfügbar – ohne Datensilos, Versionskonflikte<br />

und Medienbrüche. Und redundante<br />

Systeme und professionelles Monitoring<br />

sorgten für Betriebsstabilität.<br />

Daten bleiben in Deutschland<br />

Zentral für den Anwender ist dabei, dass die<br />

Daten in der Cloud auch sicher gespeichert<br />

sind. „Wir sind uns der zentralen Bedeutung<br />

von IT‐Sicherheit bewusst“, bekräftigt<br />

Kaiser. LubeLink sei eine cloudbasierte<br />

Plattform, die auf modernsten Webtechnologien<br />

aufbaue. Die Anwendung<br />

werde in Deutschland gehostet. „Da sich<br />

LubeLink stetig weiterentwickelt, lassen<br />

wir sowohl die Anwendung als auch die<br />

Hosting‐Umgebung regelmäßig von<br />

einem unabhängigen externen Partner<br />

prüfen und zertifizieren“, sagt der Fuchs-<br />

Manager. „Bislang wurden keinerlei<br />

Schwach stellen oder Sicherheitsprobleme<br />

festgestellt – ein Ergebnis, auf das wir stolz<br />

sind. So bieten wir unseren Kunden ein<br />

modernes, leistungsfähiges und zugleich<br />

äußerst sicheres System für das Management<br />

ihrer Schmierprozesse“, erklärt Kaiser.<br />

KI verspricht noch mehr Effizienz<br />

Beim datenbasierten KSS-Management<br />

verspricht maschinelles Lernen in Zukunft<br />

weitere Effizienzgewinne. „Wir nutzen eine<br />

Vielzahl moderner Technologien, um aus<br />

den verfügbaren Daten echten Mehrwert<br />

für unsere Kunden zu schaffen. Wo es sinnvoll<br />

ist, kommen dabei auch Verfahren der<br />

künstlichen Intelligenz zum Einsatz“, sagt<br />

der KSS-Experte. „Dank unserer langjährigen<br />

Erfahrung und der über die Zeit aufgebauten<br />

Datenbasis können wir Anomalien<br />

in Schmierapplikationen frühzeitig<br />

erkennen – und in vielen Fällen sogar<br />

vorhersagen.“ Im Mittelpunkt der Gespräche<br />

mit den Kunden stehe jedoch nicht<br />

die Frage, welche Algorithmen oder Technologien<br />

eingesetzt werden, sondern wie<br />

die Produktion produktiver, effizienter und<br />

nachhaltiger gestaltet werden könne, so<br />

Alexander Kaiser.<br />

Informationen: www.grindinghub.de<br />

<strong>dihw</strong> 18, <strong>Nr</strong>. 2 · <strong>2026</strong> 37


Komponenten & Zubehör<br />

Lösungen für präzise und effiziente Bewegungsaufgaben<br />

Rodriguez präsentierte auf der Fachmesse<br />

all about automation in Friedrichshafen<br />

ausgewählte Lösungen aus der Lineartechnik<br />

und dem Präzisionslagerbereich.<br />

Im Fokus standen Komponenten und Baugruppen,<br />

die sich in der industriellen Praxis<br />

bewährt haben und gezielt auf Anforderungen<br />

in Automatisierung, Maschinenbau<br />

und Handhabungstechnik ausgerichtet<br />

sind.<br />

Die regionale Fachmesse hat sich als<br />

Plattform für anwendungsorientierte Automatisierungslösungen<br />

etabliert. Hier geht<br />

es weniger um Produktneuheiten als um<br />

konkrete Lösungsangebote für Anwendungen<br />

und spezielle Einsatzmöglichkeiten der<br />

Technik. Auch für Rodriguez war die<br />

Messe eine sehr gute Möglichkeit, um mit<br />

Konstrukteuren, Entwicklern und technischen<br />

Entscheidern intensiv ins Gespräch<br />

zu kommen.<br />

Am Messestand zeigte Rodriguez unter<br />

anderem:<br />

→ die neue Profilschienenführung BRXH<br />

mit innovativem Schmier- und<br />

Dichtungskonzept<br />

→ Rundführungen für kompakte,<br />

kosteneffiziente Linearbewegungen<br />

→ Kugelgewindetriebe für präzise<br />

Positionier- und Antriebsaufgaben<br />

→ Dünnringlager für Anwendungen<br />

mit begrenztem Bauraum<br />

→ Value Added Products zur<br />

applikationsspezifischen Anpassung<br />

von Komponenten<br />

Neben der Produktpräsentation stand<br />

die technische Beratung im Vordergrund.<br />

Die Experten von Rodriguez unterstützten<br />

Messebesucher bei der Auslegung von Linearsystemen,<br />

der Optimierung bestehender<br />

Anwendungen sowie bei der Bewertung<br />

alternativer Lösungen.<br />

Informationen: www.rodriguez.de<br />

Neue Generation antibakterieller Kühlschmierstoffe<br />

jetzt auch in Europa erhältlich<br />

Mit dem Nano Coolant Tool-X Multi<br />

Purpose 101 EU (MP 101 EU) bringt Nano-<br />

Coolant ein völlig neuartiges Mehrzweck-<br />

Kühlschmiermittelkonzentrat auf den europäischen<br />

Markt. Die in den USA bereits vielfach<br />

erprobte Technologie ist hierzulande<br />

bislang beinahe unbekannt, doch ihre Vorteile<br />

sind unübersehbar: drastisch längere<br />

Werkzeugstandzeiten und Standzeit des<br />

Kühlmitels, deutlich erhöhte Vorschübe bei<br />

reduzierter Wärmeentwicklung sowie eine<br />

verbesserte Oberflächengüte und eine reduzierte<br />

Gratbildung – in Summe führt<br />

dies zu einer signifikanten Kostensenkung<br />

bei der zerspanenden Metallbearbeitung.<br />

Von Gleit- zu Rollreibung<br />

dank Nanotechnologie<br />

NanoCoolant setzt auf ein eigenständiges<br />

Prinzip: während herkömmliche Emulsionen<br />

die Gleitreibung zwischen Schneide<br />

und Werkstück versuchen zu verringern,<br />

müssen beim Einsatz von MP 101 EU lediglich<br />

sehr viel geringere Rollreibungskräfte<br />

überwunden werden. Möglich machen das<br />

winzige Carbon-Nanopartikel, sogenannte<br />

Nano-Onions, die wie in einem Kugellager<br />

zwischen Span, Schneide und Werkstückoberfläche<br />

wirken. „Dadurch wird<br />

die Wärmeentwicklung um bis zu 80 bis<br />

90 % im Vergleich zu herkömmlichen Kühlschmierstoffen<br />

reduziert – was nicht nur<br />

das Werkzeug schont, sondern auch die<br />

Bearbeitungsqualität signifikant verbessert“,<br />

erklärt Oliver Gasteier, NanoCoolant-<br />

Geschäftsführer und Branchenkenner mit<br />

jahrzehntelanger Erfahrung in der Metallbearbeitung.<br />

Ein entscheidender Vorteil des blauen<br />

Nanofluids ist auch seine bakterienhemmende<br />

Wirkung: da sich in der Emulsion<br />

keine Bakterien bilden, bleibt sie dauerhaft<br />

geruchlos – ein klarer Gewinn für die<br />

Arbeitsumgebung. Gleichzeitig ist sie materialschonend<br />

und greift weder Dichtungen,<br />

Lacke noch Kunststoffe an. Ein weiterer<br />

Vorteil, der sich aus der Zusammensetzung<br />

ergibt: die Emulsion ist paraffinfrei,<br />

was die Ansammlung von Rückständen<br />

vermeidet und die Reinigung der Maschine<br />

erleichtert. Und auch die Umwelt profitiert:<br />

MP 101 EU kommt mit nur zwölf Komponenten<br />

aus, während Standardemulsionen<br />

oft 40 bis 60 chemische Zusätze und Paraffine<br />

enthalten.<br />

Einfache Reinigung mit<br />

NanoCoolant X 800<br />

Zusätzlich bieten Oliver Gasteier und sein<br />

Team mit dem Reinigungsmittel Nano-<br />

Coolant X 800 eine effiziente Lösung für<br />

Durch den Einsatz der Kühlschmierstoffe<br />

von NanoCoolant lassen sich Werkzeuge mit<br />

herausragender Oberflächengüte realisieren<br />

die Maschinenreinigung. Die Lauge wird als<br />

Additiv zur bestehenden Emulsion gegeben,<br />

anschließend lässt man die Maschine<br />

ca. sechs Stunden lang laufen – wobei<br />

sie sich eigenständig reinigt. „Der geringere<br />

Verschleiß und damit das Erreichen<br />

doppelter bis dreifacher Standzeiten, die<br />

einfache Reinigung und nicht zuletzt die<br />

Geruchlosigkeit sind unschlagbare Argumente<br />

für den Umstieg“, fasst Oliver<br />

Gasteier die Vorteile der Carbon-Nanopartikel-Emulsion<br />

zusammen. Die Nano-<br />

Coolant-Produkte sind ab sofort für Unternehmen<br />

in Deutschland, Österreich und<br />

der Schweiz erhältlich.<br />

Informationen: www.nanocoolant.de<br />

38 <strong>dihw</strong> 18, <strong>Nr</strong>. 2 · <strong>2026</strong>


Komponenten & Zubehör<br />

All-in-one-Lösung:<br />

Innovative Wartungsstation für Werkzeuge und Formen<br />

Wenden, öffnen, warten, testen: für diese<br />

vier Arbeitsschritte beim Werkzeughandling<br />

braucht es ab sofort nur noch<br />

ein Gerät, und zwar die neue Wartungsstation<br />

RUD Tecdos MSB. Die jüngste<br />

Innovation der RUD Ketten Rieger & Dietz<br />

GmbH und Co. KG mit Sitz in Aalen (Baden-<br />

Württemberg) hebt damit den Workflow<br />

für Werkzeuge und Formen in der Spritzgussindustrie<br />

auf ein neues Level.<br />

RUD Tecdos MSB ist eine von vielen<br />

Lösungen für effizientes Werkzeughandling<br />

aus der Sparte RUD Mold Handling<br />

Solutions.<br />

Die Wartungsstation RUD Tecdos MSB<br />

ist die All-in-one-Lösung für verbessertes<br />

Werkzeughandling, denn sie ermöglicht<br />

eine simple und optimierte Wartung<br />

der Werkzeuge und Formen. Die innovative<br />

Wartungsstation eignet sich damit<br />

perfekt für den Einsatz in der Spritz- und<br />

Druckgusstechnik sowie im Werkzeug- und<br />

Formenbau.<br />

Lücke am Markt erkannt<br />

„Das ist absolut neu am Markt: nur ein<br />

Gerät, mit dem alle wichtigen Schritte im<br />

Handling von bis zu 2,5 t schweren Formen<br />

und Werkzeugen gemacht werden können.<br />

Vom Öffnen und Wenden bis hin zum<br />

Warten und Testen. Ähnliche Lösungen<br />

gibt es bislang nur in den Gewichtsklassen<br />

von mehreren Tonnen“, erklärt Anne<br />

Kühling, Produktmanagerin im Bereich Fördern<br />

und Antreiben bei der RUD Ketten<br />

Rieger & Dietz GmbH u. Co. KG. Diese<br />

Lücke am Markt hat der Spezialist für Mold<br />

Handling Solutions erkannt und die Wartungsstation<br />

entwickelt, die das Produktportfolio<br />

besonders für leichtere und kompaktere<br />

Werkzeuge und Formen sinnvoll<br />

ergänzt.<br />

All-in-one im Werkzeughandling<br />

Basis für die Wartungsstation RUD Tecdos<br />

MSB ist die Industriewerkbank RUD<br />

Tecdos TMB mit integriertem Wendetisch<br />

(120 x 80 cm). Sie sorgt für ein sicheres<br />

und ergonomisches Wenden der bis zu<br />

2,5 t schweren Werkzeuge – ganz einfach<br />

per Akkuschrauber. Neu: mit einer zusätzlichen<br />

Öffnungsfunktion und Testeinrichtung<br />

wird sie zur All-in-one-Wartungsstation.<br />

An einer Seite des Werkzeugwenders<br />

sind T-Nutschienen angebracht, um Werkzeughälften<br />

sicher zu fixieren.<br />

Besonders cool: dank einer druckluftgelagerten<br />

Platte lassen sich bis zu 2,5 t<br />

schwere Formen und Werkzeuge einfach<br />

und sicher auf Knopfdruck bewegen und<br />

direkt auf der Wartungsstation bearbeiten.<br />

„Grundsätzlich erleichtert das Luftkissen<br />

das Öffnen der Werkzeuge und Formen.<br />

Aber auch durch das optionale Hydraulikaggregat<br />

für Auswerfertests lässt<br />

sich ein Werkzeugaufbau mit Rückdruckstiften<br />

öffnen“, erklärt Jochen Schwegler,<br />

Technischer Berater Anwendungstechnik<br />

der Nonnenmann GmbH.<br />

Vereinfachte und<br />

optimierte Prozesse<br />

Als kompakte Einheit findet RUD Tecdos<br />

MSB in jedem Werk Platz und vereinfacht<br />

dort die Prozesse und das Handling. Die<br />

Wartungsstation macht Schluss mit aufwendigen<br />

Zwischenschritten und vereinheitlicht<br />

stattdessen den Workflow: Öffnen,<br />

Wenden, Reinigen, Warten und Testen<br />

der Werkzeuge und Formen finden zentral<br />

an einem Gerät statt.<br />

Tests und Qualitätskontrollen<br />

Die Wartungsstation optimiert nicht nur<br />

die Prozesse beim Werkzeughandling,<br />

sondern steigert auch die Qualität der<br />

Werkzeuge und die Prozesssicherheit im<br />

Allgemeinen. „Unsere Erfahrung und auch<br />

das Feedback aus dem Markt zeigen: weil<br />

die Zeit fehlt, werden viele Werkzeuge<br />

nicht geprüft, sondern direkt in die Maschine<br />

eingesetzt. Wenn es dann zu Störungen<br />

oder Problemen kommt, weil beispielsweise<br />

die Temperierkanäle nicht durchlässig<br />

oder undicht sind, muss das Werkzeug wieder<br />

aus der Spritzgießmaschine genommen<br />

und repariert werden. Das kostet Zeit<br />

und Geld“, betont Anne Kühling.<br />

Damit es später in der Spritzgießmaschine<br />

nicht zu bösen Überraschungen kommt,<br />

lassen sich Werkzeuge und Formen direkt<br />

auf der Wartungsstation RUD Tecdos MSB<br />

einfach und schnell prüfen, zum Beispiel<br />

mittels Auswerfer- oder Dichtigkeitstest<br />

der Temperierung.<br />

Erhöhte Arbeitssicherheit<br />

und Ergonomie<br />

Ergonomisch und sicher ist das Handling<br />

mit der Wartungsstation obendrein,<br />

denn sie ermöglicht ein absolut DGUVkonformes<br />

Arbeiten. „Wer Lasten mit dem<br />

Kran über den Hallenboden schleift oder<br />

schrägzieht, der arbeitet nicht nur gefährlich,<br />

sondern auch gegen die aktuellen<br />

Normen, denn §37 der Unfallverhütungsvorschriften<br />

für Krane der Berufsgenossenschaften<br />

untersagt das ausdrücklich“, so<br />

Kühling. Mit RUD Tecdos MSB haben Kran,<br />

Seil und Stemmeisen Pause.<br />

Informationen: www.rud.com<br />

<strong>dihw</strong> 18, <strong>Nr</strong>. 2 · <strong>2026</strong> 39


GrindingHub<br />

Effizienz in der Werkzeugbearbeitung<br />

mit Automatisierung und KI steigern<br />

Auf der GrindingHub <strong>2026</strong> präsentiert<br />

sich die VOLLMER WERKE Maschinenfabrik<br />

GmbH als kompetenter Partner für die<br />

Werkzeugfertigung. Der Biberacher Schärfspezialist<br />

zeigt sein umfassendes Portfolio<br />

an Schleif-, Erodier- und Lasermaschinen<br />

für die effiziente Bearbeitung ultraharter<br />

Schneidstoffe wie PKD, CVD-Diamant, PcBN<br />

oder Hartmetall. Im Fokus stehen automatisierte<br />

Fertigungskonzepte, digitale Lösungen<br />

und der gezielte Einsatz künstlicher<br />

Intelligenz (KI).<br />

Hybrides Maschinenkonzept<br />

als Schlüssel zur Effizienz<br />

Mit Blick auf steigende Anforderungen<br />

an Präzision und Wirtschaftlichkeit setzt<br />

Vollmer gezielt auf das hybride Maschinenkonzept<br />

der VHybrid 260, das mechanische<br />

Schleifprozesse mit kontaktloser Erodiertech<br />

nologie sowie digitalen Lösungen<br />

in einer einzigen Maschine vereint. Die<br />

VHybrid 260 steht dabei nicht nur für die<br />

Kombination mehrerer Schärftechnologien,<br />

sondern bildet zugleich die Grundlage<br />

für durchgängig digitalisierte und automatisierte<br />

Fertigungsprozesse. Ein zentrales<br />

Element ist der Vpulse-EDM-Generator, der<br />

die hochpräzise Fertigung selbst kleinster<br />

Mikrowerkzeuge mit Durchmessern von<br />

0,2 mm ermöglicht. Beim Erodieren lassen<br />

sich Oberflächengüten von bis zu 0,05 µm<br />

Ra erzielen. Zudem können Schneidkanten<br />

radien bis zu 1,5 µm erzeugt werden.<br />

Dies kann dazu führen, dass auf das nachgelagerte<br />

Schleifen von Funktionsflächen<br />

verzichtet werden kann, Toleranzrisiken<br />

beim Umspannen sowie zusätzliche prozessintensive<br />

Arbeitsschritte werden vermieden<br />

und die gesamten Produktionskosten<br />

deutlich reduziert.<br />

Auf der GrindingHub <strong>2026</strong> zeigt Vollmer<br />

sein Portfolio an Schleif-, Erodier- und<br />

La sermaschinen, mit denen Kunden ultraharte<br />

Schneidstoffe wie Hartmetall, PKD,<br />

CVD-Diamant oder PcBN bearbeiten können.<br />

Mit Blick auf mehr Effizienz sind es vor<br />

allem auch hybride Maschinen, um Werkzeuge<br />

schneller und mit höherer Qualität<br />

zu schärfen. Dies zeigt sich beispielsweise<br />

bei Vollkopf-PKD-Werkzeugen mit komplexen<br />

Geometrien: in einer Aufspannung<br />

lassen sich die Konturen im Hartmetall<br />

schleifen und zudem die Schneidkanten im<br />

PKD-Kopf erodieren. Dieses Vorgehen verkürzt<br />

nicht nur die Haupt- und Nebenzeiten,<br />

sondern gestaltet auch den Übergang<br />

zwischen PKD-Kopf und Hartmetallrohling<br />

so gut wie nahtlos – ohne Unebenheiten<br />

oder Stufen.<br />

Insbesondere beim Runderodieren spielt<br />

die VHybrid 260 ihre Stärken aus. Das kontaktlose,<br />

hochpräzise Verfahren erlaubt<br />

eine wirtschaftliche Bearbeitung. Davon<br />

pro fitieren vor allem Mikrowerkzeuge, bei<br />

denen Maßhaltigkeit, Oberflächenqualität<br />

und reproduzierbare Prozesse entscheidend<br />

sind. Die Kombination aus Rundschleifen<br />

und Runderodieren ermöglicht<br />

die Fertigung kleinster Werkzeugdurchmesser<br />

mit hoher Präzision, Prozesssicherheit<br />

und Effizienz – in einer durchgängigen,<br />

automatisierten Prozesskette.<br />

Prozess zur Erzeugung<br />

definierter Rundfasen<br />

Bei Bohrwerkzeugen erweist sich eine<br />

Rund fase aus mehreren Gründen als<br />

zweck mäßig. Scharf erodierte Schneidkanten<br />

können in verschiedenen Anwendungsszenarien<br />

zu Problemen führen – ins -<br />

besondere im Bereich der PKD-Bohrwerkzeuge.<br />

Eine Schneidkante ohne Rundfase<br />

kann zu instabilen Schnitten, erhöhtem<br />

Verschleiß, verminderter Zuverlässigkeit<br />

des Werkzeugs sowie zu einer Verschlechterung<br />

der Werkstückqualität führen.<br />

Durch eine Rundfase wird nicht nur eine<br />

definierte Schneidkantenkontur mit reduzierter<br />

Schartigkeit erzeugt, sondern auch<br />

die Stabilität der Schneide sowie die Oberflächenstruktur<br />

und -rauheit im Bereich<br />

der Schneidkante verbessert. Dies führt zu<br />

längeren Standzeiten, erhöhter Prozesssicherheit<br />

und einer besseren Qualität des<br />

bearbeiteten Werkstücks. Durch die Integration<br />

der Rundfasenbearbeitung auf der<br />

VHybrid 260 wird den Anwendern eine<br />

Komplettbearbeitung auf einer Maschine<br />

ermöglicht. Die Geometriebearbeitung und<br />

das Herstellen der Rundfase – egal ob erodiert<br />

oder geschliffen – sind innerhalb einer<br />

Aufspannung realisierbar. Durch die Integration<br />

des LaserChecks kann zudem ein<br />

Closed-Loop-Verfahren realisiert werden,<br />

sodass während der Bearbeitung keine<br />

manuellen Anpassungen erforderlich sind.<br />

Automatisierung und Digitalisierung<br />

für die 24/7-Fertigung<br />

Unabhängig von der eingesetzten Schärftechnologie<br />

sind alle Vollmer Maschinen<br />

konsequent für eine automatisierte 24/7-<br />

Fertigung ausgelegt. Zentrale Robotersysteme<br />

übernehmen die Beladung über<br />

Wagen, Palettenlader oder Kettenmagazine<br />

und überwachen die vollautomatische<br />

Komplettbearbeitung. Ein neu entwickelter<br />

ND-Greifer mit automatisch besser verstellbarem<br />

Greiferdurchmesser erweitert<br />

die Möglichkeiten in der Werkzeughandhabung<br />

deutlich. Durch die flexible Anpassung<br />

an unterschiedlichste Werkzeugtypen<br />

erhöht er sowohl die Prozesssicherheit<br />

als auch die Vielseitigkeit im Einsatz.<br />

Gleichzeitig trägt die innovative Lösung<br />

dazu bei, die Effizienz in der automatisierten<br />

Beladung spürbar zu steigern. Über<br />

eine zentrale IoT-Plattform werden Maschinen-<br />

und Produktionsdaten erfasst, analysiert<br />

und verwaltet. Das webbasierte<br />

VPortal fungiert als zentrale Informationsund<br />

Serviceplattform und bietet Anwendern<br />

einen transparenten Überblick über<br />

Dokumentationen und Serviceinformationen.<br />

Ergänzend bündelt der Smart Hub<br />

Produktions- und Maschinendaten intelligent<br />

und bereitet diese für weiterführende<br />

Analysen auf. KI-gestützte Algorithmen<br />

sowie ein intelligenter Chatbot unterstützen<br />

Anwender bei der Auswertung<br />

von Dokumentationen und historischen<br />

Daten und liefern relevante Informationen<br />

zur Maschinenauslastung, zu produzierten<br />

Stückzahlen oder zu Ausschussquoten.<br />

Informationen: www.vollmer-group.com<br />

40 <strong>dihw</strong> 18, <strong>Nr</strong>. 2 · <strong>2026</strong>


GrindingHub<br />

Prozesssicherheit beginnt beim Spannen<br />

Wenn sich die internationale Schleifbranche<br />

auf der GrindingHub in Stuttgart<br />

trifft, präsentieren EMUGE-FRANKEN und<br />

MYTEC Lösungen für stabile und hochpräzise<br />

Bearbeitungsprozesse. Im Mittelpunkt<br />

des gemeinsamen Messeauftritts steht<br />

das umfassende Portfolio an EMUGE und<br />

MYTEC - Spannmitteln und Spannkonzepten,<br />

die speziell für anspruchsvolle Anwendungen<br />

in der Schleifbearbeitung als<br />

maßgeschneiderte Sonderlösungen entwickelt<br />

wurden. Beide Firmen sind Teil<br />

des EMUGE-FRANKEN Unternehmensverbundes.<br />

Spezifische Spannmittel für<br />

Schleifbearbeitungen<br />

Für Schleifbearbeitungen gelten besonders<br />

hohe Anforderungen an Spannmittel.<br />

Bereits geringste Abweichungen in der<br />

Werkstückfixierung können sich unmittelbar<br />

auf Form- und Lagetoleranzen sowie<br />

die Oberflächenqualität auswirken. EMUGE<br />

und MYTEC Spannmittel sind speziell darauf<br />

ausgelegt, Werkstücke auch bei sensiblen<br />

Materialien und komplexen Geometrien<br />

prozesssicher und wiederholgenau<br />

zu fixieren. Durch eine optimale Kraftverteilung<br />

beim Spannen lassen sich notwendige<br />

Haltekräfte zuverlässig aufbringen,<br />

ohne das Bauteil zu verformen oder<br />

zu beschädigen. Gleichzeitig ermöglichen<br />

präzise Zentriermechanismen eine exakte<br />

Positionierung für enge Toleranzen und<br />

stabile Schleifprozesse.<br />

Für die Entwicklung der optimalen<br />

Spann lösung stehen insgesamt neun un-<br />

terschiedliche Spannsysteme zur Verfügung.<br />

So kann für jede Schleifanwendung<br />

– abhängig von Werkstückgeometrie,<br />

Materialeigenschaften und Bearbeitungsanforderungen<br />

– die jeweils passende<br />

Spannstrategie definiert werden. Das<br />

ermöglicht eine bedarfsgerechte Auslegung<br />

der Spannkräfte und stellt sicher,<br />

dass Werkstücke stabil fixiert werden, ohne<br />

ihre Struktur zu beeinträchtigen. So schaffen<br />

die Spannlösungen von EMUGE die<br />

Grundlage für reproduzierbare Bearbeitungsergebnisse,<br />

minimierten Ausschuss<br />

und eine nachhaltig gesteigerte Prozessstabilität<br />

in der Schleiftechnik.<br />

Stabile Spannung für einen Rotor<br />

Ein aktuelles EMUGE Kundenprojekt aus<br />

der Pumpenindustrie zeigt, wie entscheidend<br />

die passende Spanntechnik für stabile<br />

Schleifprozesse ist. Für die Bearbeitung<br />

eines Rotors aus einer grafitbasierten<br />

Hartkohle-Legierung entwickelte EMUGE<br />

ein zweiteiliges Spannkonzept für die<br />

Spindel- und Reitstockseite der Maschine.<br />

Ziel war es, trotz sprödem Werkstoffverhalten<br />

hohe Haltekräfte zu realisieren, ohne<br />

das Werkstück zu beschädigen. In Versuchs -<br />

reihen wurde das Materialverhalten unter<br />

Planspannung analysiert und kritische<br />

Dreh momente ermittelt. Im automatisierten<br />

Prozess wird der Rotor robotergestützt<br />

zugeführt, präzise zentriert und anschließend<br />

mit Planlaufgenauigkeiten von bis zu<br />

0,005 mm geschliffen. Die Ausschussquote<br />

konnte so von rund 20 % auf nahezu null<br />

reduziert und die Prozesssicherheit deutlich<br />

gesteigert werden.<br />

Die EMUGE Spannbüchse SL kommt auch<br />

in Spannmitteln für Schleifanwendungen<br />

zum Einsatz und ermöglicht neben einem<br />

größeren Spannbereich auch eine<br />

Erhöhung der Lebensdauer<br />

Messehighlights<br />

Ein besonderes Highlight auf dem Messestand<br />

von EMUGE sind Spannmittel mit der<br />

patentierten, additiv gefertigten Spannbüchse<br />

SL, die sowohl bei der Herstellung<br />

von Verzahnungen als auch beim präzisen<br />

Spannen empfindlicher Lagerbüchsen zum<br />

Einsatz kommen kann. Zudem werden<br />

Spanndorne zum Schleifen von Verzahnungen<br />

und Nocken sowie Spannfutter<br />

zum Schleifen von Nocken, Ventilstößel,<br />

Zylinder oder Lagergehäuse präsentiert.<br />

MYTEC Spannmittel stehen für die dichtungslose,<br />

hydraulische Dehnspanntechnik,<br />

die insbesondere beim Spannen von<br />

Automobil- oder Luftfahrt-Komponenten<br />

eingesetzt wird. Eine Auswahl entsprechender<br />

Spannlösungen wird von MYTEC<br />

ebenfalls auf dem Messestand vorgestellt.<br />

Informationen: www.emuge-franken.com<br />

Innovationen für die Zukunft der Werkzeugproduktion<br />

WALTER zeigt auf der GrindingHub <strong>2026</strong><br />

ein breites Spektrum an Maschinen- und<br />

Softwarelösungen:<br />

ATP – Automated Tool Production:<br />

WALTERs umfassende Lösung für<br />

eine durchgängig automatisierte<br />

Werkzeugproduktion<br />

VISION LASER:<br />

Die neue Laserbearbeitungsmaschine<br />

auf Basis der bewährten<br />

WALTER VISION Technologie –<br />

für hochpräzise Laserbearbeitung<br />

von Werkzeugen<br />

HELICHECK NANO:<br />

Das Messsystem für die präzise<br />

Komplettvermessung kleinster Werkzeuge<br />

ab 0,1 mm Durchmesser<br />

Darüber hinaus werden weitere Maschinen<br />

aus den Bereichen Schleifen, Erodieren<br />

und Messen präsentiert. Außerdem können<br />

Besucher die bewährte Softwarelösung<br />

HELITRONIC TOOL STUDIO kennenlernen,<br />

das C.O.R.E. Panel als moderne,<br />

intuitive Maschinenbedienung erleben<br />

sowie das vielfältige Angebot an<br />

Customer Care Services von WALTER EWAG<br />

entdecken.<br />

Informationen: www.walter-machines.de<br />

<strong>dihw</strong> 18, <strong>Nr</strong>. 2 · <strong>2026</strong> 41


GrindingHub<br />

Schleifportfolio im Einstiegsbereich erweitert<br />

Der Schweizer Schleifspezialist<br />

Kellenberger zeigt auf der GrindingHub<br />

mit der KELLENBERGER K8 und der<br />

KELLENBERGER K10 zwei Neuheiten im<br />

Rundschleifen, die das Maschinenangebot<br />

für Einsteiger und kleinere Unternehmen<br />

deutlich erweitern.<br />

Kellenberger Rundschleifmaschinen<br />

zeich nen sich durch höchste Präzision,<br />

Prozesssicherheit, Produktivität und Flexibilität<br />

aus. Bisher reichte die Bandbreite für<br />

den engagierten Schleifer von der kostenund<br />

durchlaufzeitenoptimierten, energieeffizienten<br />

Universalrundschleifmaschine<br />

K10 über die flexibel konfigurierbare K100<br />

bis zur Königsklasse K1000 und VM1000.<br />

Alle Kellenberger Rundschleifkonzepte<br />

sind für den jeweiligen Einsatzbereich optimal<br />

konfiguriert und mit einer Vielzahl an<br />

Optionen erweiterbar.<br />

Mit der neuen Rundschleiflösung<br />

KELLENBERGER K8 bietet Kellenberger eine<br />

optimal konfigurierte Standardmaschine,<br />

bei der bewusst auf erweiterte Ausstattungsoptionen<br />

verzichtet wurde. Die K8<br />

wurde für Einsteiger und kleinere Unternehmen<br />

konzipiert, die eine preislich interessante<br />

Maschine suchen, ohne dafür auf<br />

die bewährte Kellenberger Spitzenqualität<br />

verzichten zu müssen.<br />

Zu dieser gehören die für einen erfolgreichen<br />

Schleifprozess nötige Stabilität<br />

und Steifigkeit, die durch das massive, aus<br />

einem Stück gegossene Maschinenbett<br />

gewährleistet wird. Dazu tragen auch die<br />

V-Flachführungen in der Z-Achse bei, die<br />

zur Vermeidung von Reibungsverlusten<br />

speziell beschichtet sind. Hochwertige<br />

Fagor Wegmesssysteme mit 0.05 μm Auflösung<br />

sorgen für höchste Genauigkeit<br />

während des Schleifprozesses.<br />

Die K8 ist ideal geeignet für die Schleifbearbeitung<br />

von Werkstücken in Kleinund<br />

Mittelserie.<br />

Mit Spitzenhöhe 200 und Spitzenweite<br />

1.000 sowie einem Schleifdurchmesser von<br />

380 mm max. deckt die K8 ein großes Teilespektrum<br />

ab. Der Schleifkopf kann mit<br />

einer Außenschleifscheibe und einer Innenschleifspindel<br />

bestückt werden. Die<br />

Fanuc-Steuerung 0i-TF und eine bedienerfreundliche<br />

Standardschleifsoftware für das<br />

Außen-, Innen- und Schulterschleifen<br />

sorgen für beste Schleifergebnisse. Die<br />

KELLENBERGER K8 hat – anders als die<br />

Baureihen K10, K100, K1000 und VM1000 –<br />

keine Laderschnittstelle. Die K8 wird über<br />

eine eigene Handelsstruktur vertrieben, in<br />

die auch das Servicenetz mit Kellenberger-<br />

Standard eingebunden ist.<br />

Neben der K8 kann die weiterentwickelte<br />

Universal-Rundschleifmaschine<br />

KELLENBERGER K10 mit neuen Features<br />

und einer vergrößerten Palette an Optionen<br />

punkten. Dazu gehört unter anderem<br />

eine aktive Längspositionierung, die eine<br />

präzise Positionskontrolle des Werkstücks<br />

beim Aussen-, Plan- und Innenschleifen<br />

ermöglicht.<br />

Die Besucher der GrindingHub erwartet<br />

zusätzlich die Vorstellung der neuen eigenen<br />

Komponentenfertigung. Kellenberger<br />

wird in Zukunft die maßgeblich für die vom<br />

Unternehmen geforderte Höchstpräzision<br />

unerlässlichen Maschinenkomponenten im<br />

Werk Goldach fertigen. Dazu gehören<br />

unter anderem Spindeln und Schleifköpfe.<br />

Informationen: www.kellenberger.com<br />

Neue Generation von Ölnebel- und Emulsionsabscheidern<br />

für die Metallbearbeitung<br />

Die auf der GrindingHub in Stuttgart präsentierte<br />

APEX-Serie basiert auf der bewährten<br />

Tellerseparationstechnologie von<br />

3nine und stellt einen weiteren Schritt dar,<br />

um die Behandlung von Ölnebel in Produktionsumgebungen<br />

zu vereinfachen,<br />

gleichzeitig die Luftqualität zu verbessern<br />

und die Betriebskosten zu senken.<br />

Im Gegensatz zu herkömmlichen Ölnebelabscheidern,<br />

die den Ölnebel in Filtern<br />

auffangen und häufige Filterwechsel erfordern,<br />

entfernen die Systeme von 3nine den<br />

Ölnebel mithilfe einer patentierten Separationstechnologie<br />

direkt aus der Luft.<br />

Dadurch wird es möglich:<br />

► Kühlschmierstoffe zurückzugewinnen<br />

und wiederzuverwenden<br />

► den Filterverbrauch deutlich<br />

zu reduzieren<br />

► dauerhaft saubere Luft in der<br />

Produktionsumgebung sicherzustellen<br />

und die Arbeitsbedingungen für<br />

Bediener zu verbessern<br />

Die APEX-Serie wurde als universelle<br />

Lösung entwickelt, die ein breites Spektrum<br />

an Bearbeitungsprozessen abdeckt –<br />

darunter anspruchsvolle Schleifprozesse,<br />

die Bearbeitung von Gusseisen sowie Anwendungen<br />

mit sowohl Emulsionen als<br />

auch reinem Öl.<br />

Auf der GrindingHub <strong>2026</strong> zeigt 3nine<br />

die beiden Modelle FREJA und VERA aus<br />

der APEX-Serie. FREJA bewältigt Luftvolumenströme<br />

von bis zu 1000 m³/h und eignet<br />

sich damit für größere und besonders<br />

anspruchsvolle Bearbeitungsprozesse.<br />

VERA ist für kleinere Maschinen und<br />

Anwendungen ausgelegt und verarbeitet<br />

Luftvolumenströme von bis zu 500 m³/h.<br />

Beide Modelle bieten:<br />

► 99,9 % Abscheidegrad bis zu<br />

1 Mikron vor dem Endfilter<br />

► ein automatisches Reinigungssystem<br />

(CIP) für eine konstant hohe Leistung<br />

bei minimalem Wartungsaufwand<br />

► Echtzeitüberwachung über eine<br />

LED-Anzeige, die Betriebsstatus und<br />

Filterzustand anzeigt<br />

Mit der APEX-Serie setzt 3nine seine Mission<br />

fort, das Ölnebelmanagement in der<br />

Metallbearbeitung zu vereinfachen und<br />

gleichzeitig sauberere, sicherere und nachhaltigere<br />

Arbeitsumgebungen zu schaffen.<br />

Informationen: www.3nine.com<br />

42 <strong>dihw</strong> 18, <strong>Nr</strong>. 2 · <strong>2026</strong>


GrindingHub<br />

Universalschleifmaschinen für<br />

präzise Fertigungsaufgaben<br />

Die Universalschleifmaschinen der UG-<br />

Baureihe verbinden bewährte Schleiftechnologie<br />

mit einer kosteneffizienten<br />

Maschi nenbasis. Sie richten sich an Anwender,<br />

die eine ausgereifte Lösung für das Innen-,<br />

Außen- und Unrundschleifen suchen<br />

und keine Kompromisse bei Flexibilität,<br />

Präzision und Prozesssicherheit eingehen<br />

möchten.<br />

Die UG-Baureihe umfasst Maschinen mit<br />

Schleiflängen von 400 bis 1.500 mm. Diese<br />

Abstufung deckt unterschiedliche Anforderungen<br />

ab – von kompakten Werkstattmaschinen<br />

für den Werkzeugbau bis hin zu<br />

universellen Produktionslösungen für längere<br />

Wellen und komplexe Geometrien –<br />

egal ob zwischen Spitzen oder im Futter<br />

gespannt.<br />

Modellübersicht und Einsatzspektrum<br />

Die Baureihe gliedert sich in vier Varianten:<br />

UG 400 mit 400 mm Schleiflänge<br />

UG 630 mit 630 mm Schleiflänge<br />

UG 1000 mit 1.000 mm Schleiflänge<br />

UG 1500 mit 1.500 mm Schleiflänge<br />

Linearführungen in X- und Z-Achse,<br />

Servoantriebe mit Kugelumlaufspindeln<br />

und direktangetriebene Motorschleifspindeln<br />

bilden die technische Grundlage. Im<br />

Standard beträgt die Spitzenhöhe 175 mm<br />

und das maximale Werkstückgewicht<br />

120 kg (Modell UG 1000). Durch Zusatzausstattungen<br />

sind größere Spitzenhöhen<br />

und Werkstückgewichte möglich.<br />

Schleifspindelstock –<br />

Präzision durch Direktantrieb<br />

Der Schleifspindelstock ist mit direktangetriebenen<br />

Motorspindeln ausgestattet. Die<br />

Spindelleistung beträgt bis zu 11 kW. Durch<br />

den Verzicht auf einen Riementrieb entfallen<br />

Schwingungsquellen und das Drehmoment<br />

wird verlustfrei übertragen. Dies<br />

führt zu einer gleichmäßigen Kraftübertragung<br />

und reduziert Vibrationen während<br />

des Schleifvorgangs.<br />

Die automatisch schwenkbare B-Achse<br />

ermöglicht eine stufenlose Positionierung<br />

zwischen - 15 ° und + 225 ° mit einer<br />

Genauigkeit von 0,0005 °. Diese Präzision<br />

ist für das Plan- und Konturschleifen erforderlich,<br />

bei dem die exakte Winkelstellung<br />

der Schleifscheibe das Bearbeitungsergebnis<br />

bestimmt. Die erreichbare Umfangsgeschwindigkeit<br />

der Schleifscheibe beträgt<br />

50 m/s. Für die Innenbearbeitung werden<br />

Präzisionsschleifspindeln verwendet. Diese<br />

Spindeln zeichnen sich durch hohe Drehzahlen<br />

und eine robuste Lagerung mit Öl-<br />

Luft-Schmierung aus, die für das Innenschleifen<br />

kleiner Bohrungen erforderlich ist.<br />

Werkstückspindelstock –<br />

Steifigkeit und Rundlaufgenauigkeit<br />

Der Werkstückspindelstock ist mit Präzisions-Kegelrollenlagern<br />

ausgestattet, die<br />

eine hohe Steifigkeit gewährleisten. So<br />

wird eine Rundheitsgenauigkeit am Prüfwerkstück<br />

von 0,5 μm erreicht.<br />

Ein Schwenkbereich von 0 ° bis + 30 ° ermöglicht<br />

verschiedene Schleifstrategien<br />

für das Konusschleifen. Das Rüsten und<br />

die Positionierung des Werkstücks wird<br />

durch eine pneumatische Hebevorrichtung<br />

erleichtert. Auch können optional AE-Sensoren<br />

integriert werden, die den Kontakt<br />

zwischen Schleifscheibe und Werkstück<br />

erkennen und Leerlaufzeiten reduzieren<br />

Für das Unrund- und Gewindeschleifen<br />

steht optional eine Werkstückspindel mit<br />

C-Achse zur Verfügung. Die Werkstückspindel<br />

wird in diesem Fall als Motorspindel<br />

mit rotatorischer Positionierung ausgeführt.<br />

Dadurch sind synchronisierte Be wegungen<br />

zwischen dem Vorschub der<br />

Schleifspindel und der Rotation des Werkstücks<br />

möglich.<br />

Reitstock – Präzise Zentrierung<br />

beim Schleifen zwischen Spitzen<br />

Der Reitstock ist im Standard mit einer<br />

Pinole mit einem Durchmesser von 63 mm<br />

für MK4-Spitzen ausgestattet. Er läuft spielfrei<br />

in der Führung, was eine exakte Zentrierung<br />

des Werkstücks ermöglicht. Eine<br />

Feineinstellung von ± 40 μm erlaubt die<br />

Korrektur von Konusabweichungen und<br />

gewährleistet Rundlaufgenauigkeiten von<br />

weit unter einem Mikrometer.<br />

Zur Auswahl stehen manuelle oder<br />

hy draulische Betätigungssysteme. Die hy -<br />

draulische Variante beschleunigt den<br />

Werk stückwechsel, da die Pinole nach der<br />

Bearbeitung automatisch zurückgezogen<br />

wird. Ein integrierter Sensor überwacht<br />

den korrekten Sitz der Werkstückspitze<br />

und erhöht die Prozesssicherheit.<br />

Abrichtsysteme – konstante<br />

Schleifbedingungen sicherstellen<br />

Für unterschiedliche Anforderungen stehen<br />

verschiedene Abrichtsysteme zur Verfügung.<br />

Das Abrichten ist ein wesentlicher<br />

Bestandteil des Schleifprozesses, da die<br />

Geometrie und Schärfe der Schleifscheibe<br />

maßgeblich die Oberflächenqualität und<br />

Maßhaltigkeit bestimmen.<br />

Steuerung und Bedienung<br />

Die UG-Maschinen sind standardmäßig mit<br />

der FANUC 0i-TF CNC-Steuerung ausgestattet.<br />

Diese Steuerung bietet ein dialogorientiertes<br />

HMI, dass die Programmierung<br />

und Bedienung vereinfacht. Die Benutzerführung<br />

ist logisch strukturiert und häufig<br />

verwendete Funktionen sind direkt<br />

zugänglich.<br />

Informationen: www.emag.com<br />

<strong>dihw</strong> 18, <strong>Nr</strong>. 2 · <strong>2026</strong> 43


GrindingHub<br />

Verlässlicher Partner für die digitale Werkzeugfertigung<br />

Die Anforderungen an Unternehmen der<br />

Werkzeugfertigung haben sich in den<br />

vergangenen Jahren deutlich verschärft.<br />

Gleich zeitig wächst der Anspruch, Prozesse<br />

transparent, stabil und reproduzierbar zu<br />

gestalten – ohne dabei die notwendige<br />

Flexibilität der Fertigung zu verlieren.<br />

In diesem Spannungsfeld unterstützt die<br />

ISBE GmbH Werkzeughersteller seit vielen<br />

Jahren dabei Softwarelösungen zu schaffen,<br />

die industrielle Realität abbilden.<br />

Nähe zur Fertigung als Grundprinzip<br />

Die Lösungen von ISBE entstehen aus der<br />

Praxis heraus. Sie orientieren sich an realen<br />

Abläufen entlang der gesamten Wertschöpfungskette<br />

– vom Auftrag über die<br />

Fertigung bis zur Qualitätssicherung. Ziel ist<br />

es, Komplexität beherrschbar zu machen,<br />

ohne sie zu nivellieren. Varianten, Sonderprozesse<br />

und betriebsspezifische Regeln<br />

werden nicht umgangen, sondern strukturiert<br />

und transparent abgebildet. Statt isolierter<br />

IT-Werkzeuge stellt die ISBE flexible<br />

Softwarelösungen bereit, die bestehende<br />

Werkzeugschleifmaschinen, Messsysteme<br />

und ERP-Lösungen sinnvoll ergänzt. So<br />

entsteht ein durchgängiger Datenprozess,<br />

der operative Teams unterstützt.<br />

Produkte mit technischem<br />

Mehrwert für die<br />

Werkzeugfertigung<br />

Im Zentrum der ISBE-Lösungen steht nicht<br />

die klassische Prozessverfolgung, sondern<br />

die strukturierte Bereitstellung und Nutzung<br />

von Fertigungsdaten für Zerspanwerkzeuge<br />

entlang der gesamten Wertschöpfungskette.<br />

Ziel ist es, technische<br />

Anforderungen konsistent vom Werkzeuganwender<br />

über die Fertigung bis hin zur<br />

Qualitätssicherung abzubilden und nutzbar<br />

zu machen.<br />

Ausgangspunkt bilden die Anforderungen<br />

des Endkunden: Geometrien, Toleranzen,<br />

Einsatzbedingungen oder standzeitrelevante<br />

Kriterien. Diese Informationen<br />

werden z.B. im ISBE TD Sketcher so aufbereitet,<br />

dass sie als belastbare Grundlage<br />

für die Auslegung des Werkzeugs dienen.<br />

Fertigung und Qualität arbeiten damit auf<br />

einer gemeinsamen, eindeutig definierten<br />

Datenbasis – unabhängig von Losgröße<br />

oder Variantenvielfalt.<br />

Darauf aufbauend unterstützt die ISBE<br />

die Bereitstellung der notwendigen Scheibendaten,<br />

Programme und beschreibenden<br />

Fertigungsinformationen. Statt implizitem<br />

Wissen oder verstreuten Einzelinformationen<br />

werden relevante Parameter<br />

struk turiert hinterlegt und kontextbezogen<br />

vefügbar gemacht. Das erhöht<br />

die Reproduzierbarkeit, reduziert Abhängigkeiten<br />

von Einzelpersonen und sorgt<br />

für stabile Fertigungsprozesse auch bei<br />

wechselnden Produkten.<br />

Ein weiterer zentraler Baustein ist die<br />

Auswertung von Mess- und Qualitätsdaten.<br />

Messergebnisse werden nicht isoliert<br />

betrachtet, sondern in direkten Bezug zu<br />

Werkzeuganforderungen und Fertigungsparametern<br />

gesetzt und an der Werkzeugmessmaschine<br />

bereitgestellt. Abweichungen<br />

lassen sich so gezielt analysieren und<br />

im laufenden Prozess kompensieren. Die<br />

Qualitätssicherung wird vom reinen Prüfpunkt<br />

zum aktiven Bestandteil der Fertigung.<br />

Für Entscheider in der Werkzeugfertigung<br />

entsteht dadurch ein klarer technischer<br />

Nutzen.<br />

Informationen: www.isbe.de<br />

Innovative Fertigung ultraharter Werkzeuge<br />

In einer modernen Produktion mit<br />

schwer zu bearbeitenden Materialien und<br />

hohen Qualitätsanforderungen gewinnen<br />

Werkzeuge aus ultraharten Schneidstoffen<br />

wie PKD, CVD, MKD und CBN zunehmend<br />

an Bedeutung. Anwender profitieren von<br />

op timalen Schnittgeschwindigkeiten, längeren<br />

Standzeiten und besseren Oberflächen.<br />

Die Bearbeitung dieser Schneidstoffe<br />

ist anspruchsvoller als die von konventionellen<br />

Hartmetallen, was die Entwicklung<br />

innovativer Fertigungslösungen für diese<br />

fortschrittlichen Werkzeuge vorantreibt.<br />

Auf der GrindingHub zeigt DMG MORI<br />

eine ganzheitliche Prozesskette, in der zunächst<br />

eine LASERTEC 12 SLM einen Fräskopf<br />

aus polykristallinem Diamant (PKD) im<br />

Pulverbett aufbaut. Die Fertigbearbeitung<br />

der Schneide erfolgt auf einer LASERTEC<br />

20 PrecisionTool mittels Laser.<br />

LASERTEC SLM<br />

Sowohl die LASERTEC 12 SLM als auch die<br />

größere LASERTEC 30 SLM 3. Generation<br />

fungieren als produktive Lösung für die<br />

additive Fertigung von Fräsköpfen im Pulverbett.<br />

Der entscheidende Vorteil gegenüber<br />

konventionellen Herstellungsverfahren<br />

liegt in den komplexen Geometrien, die<br />

das additive Verfahren realisiert. So lassen<br />

sich beispielsweise innenliegende Kühlkanäle<br />

integrieren, was eine optimale Wärmeabfuhr<br />

in der Bearbeitung mit ultraharten<br />

Schneidstoffen gewährleistet. Steuerungsseitig<br />

verfügen die LASERTEC SLM<br />

Maschinen über CELOS X mit easyAM.<br />

Damit sind die Pulverbettmaschinen einfach<br />

zu bedienen und zu warten. rePLUG<br />

Pulvermodule ermöglichen zudem einen<br />

schnellen Wechsel zwischen unterschiedlichen<br />

Materialien.<br />

LASERTEC 20 PrecisionTool<br />

Eine fortschrittliche Fertigbearbeitung der<br />

Schneidkanten bietet DMG MORI mit der<br />

LASERTEC 20 PrecisionTool. Schneidkanten<br />

verrundet die 5-achsige Lasermaschine ganz<br />

ohne Post Processing in einer Aufspan-<br />

nung mit einer Geschwindigkeit von bis zu<br />

5 mm/min bei 1,6 mm starkem PKD. Eine<br />

Vermessung des Hubverlaufs der Rundlaserfase<br />

sowie eine Individualisierung oder Anpassung<br />

sind auf der Maschine ebenfalls<br />

möglich. Die LASERTEC 20 PrecisionTool<br />

erzeugt Schneidkanten mit einer Schärfe<br />

von unter 1 µm sowie eine definierte<br />

Schneidkantenverrundung von 3 µm, 6 µm,<br />

9 µm und 15 µm. Negative Fasen sind ebenfalls<br />

möglich. Die prozesssichere Laserbearbeitung<br />

trägt zu einer hö heren Wirtschaftlichkeit<br />

bei, da sie die Standzeit der<br />

Werkzeuge um den Faktor 2,5 erhöht.<br />

Informationen: www.dmgmori.com<br />

44 <strong>dihw</strong> 18, <strong>Nr</strong>. 2 · <strong>2026</strong>


GrindingHub<br />

Hartmetallrohlinge, ultraharte Schneidstoffe und<br />

moderne Prüf-und Richttechnologien<br />

Auf der GrindingHub <strong>2026</strong> in Stuttgart<br />

präsentiert die TIGRA GmbH ihr umfassendes<br />

Portfolio an präzisionsnahen Hartmetall-Rohlingen<br />

wie Preforms, Fräserrohlinge,<br />

Bestückungsplatten, Rund- und Flachstäbe<br />

sowie ultraharte Schneidstoffe aus PKD.<br />

Neu vorgestellt werden darüber hinaus moderne<br />

Qualitäts- und Richtsysteme für die<br />

Kreissägenprüfung und -bearbeitung.<br />

Präzisions-Preforms und<br />

Fräserrohlinge<br />

Ein Schwerpunkt des Messeauftritts liegt<br />

auf kundenspezifischen Preforms, die<br />

TIGRA gemäß Kundenzeichnung individuell<br />

fertigt. Die Rohlinge werden in anwendungsspezifischen<br />

Hartmetallsorten gepresst<br />

und endkonturnah ausgeformt, wodurch<br />

der nachgelagerte Schleif- und Erodieraufwand<br />

signifikant reduziert wird.<br />

Realisiert werden Preforms mit variablen<br />

Durchmessern, integrierten Plattensitzen,<br />

Funktionsflächen sowie axialen, radialen<br />

und helixförmigen Kühlkanalsystemen.<br />

Die Fertigung erfolgt auf hochautomatisierten,<br />

teils eigenentwickelten Produktionsanlagen<br />

mit mehrstufigen Qualitätskontrollen<br />

und optischer Prüfung. Moderne<br />

CAD/CAM-Prozesse, CNC-Dreh- und<br />

Fräsbearbeitung sowie anwendungsspezifische<br />

Hartmetallsorten mit optimierten<br />

Löt-, Zähigkeits- und Festigkeitseigenschaften<br />

ermöglichen die wirtschaftliche<br />

Herstellung sowohl von Einzelstücken<br />

(Losgröße 1) als auch von Großserien. Das<br />

Programm an Hartmetall-Fräserrohlingen<br />

umfasst Stäbe in verschiedenen Längen<br />

und Durchmessern mit unterschiedlichen<br />

radialen Kühlmittelaustritten.<br />

Rundstäbe und Flachstäbe<br />

Ergänzt wird das Preform-Programm durch<br />

ein breites Sortiment an Hartmetall-Rundstäben<br />

und Flachstäben, das sich wie folgt<br />

auszeichnet:<br />

→ rohe und geschliffene Rundstäbe (h5)<br />

→ metrische und inch-Abmessungen<br />

→ Rundstäbe mit geraden Kühlkanälen,<br />

Doppelhelix-Kühlkanälen und<br />

vorgeformten Geometrien<br />

→ in Standard- und anwendungsspezifischen<br />

Hartmetallsorten zur Bearbeitung<br />

von Graphit, Alu, NE-Legierungen und<br />

faserverstärktem Kunststoff sowie zur<br />

optimalen Zerspanung von Stählen<br />

und NE-Legierungen<br />

→ sehr feinkörnige, zähe Hartmetallsorte<br />

mit hervorragenden Eigenschaften<br />

beim Hochgeschwindigkeitsfräsen<br />

→ zur Bearbeitung von MDF, Spanplatte,<br />

Laminat, CFK, Flach- und Quadratstäbe<br />

in verschiedenen Abmessungen<br />

Schwermetall-Grundkörperrohlinge<br />

(TIGRAmet) in den wichtigsten<br />

Abmessungen<br />

Bestückungsplatten<br />

Im Bereich der PKD-Bestückung bietet<br />

TIGRA Bestückungsplatten als Rohlinge für<br />

Positiv- und Negativplatten in verschiedensten<br />

Typen, Formen, Winkeln, Toleranzen<br />

und Abmessungen – mit und ohne<br />

Plattensitze. Die Wendeplatten sind gezielt<br />

auf die spätere Bestückung mit ultraharten<br />

Schneidstoffen ausgelegt.<br />

PKD für anspruchsvolle Anwendungen<br />

Im Bereich der ultraharten Schneidstoffe<br />

präsentiert TIGRA PKD als Ronden und Segmente.<br />

Die PKD-Werkstoffe sind in applikationsspezifisch<br />

abgestimmten Sorten verfügbar,<br />

u. a. für:<br />

→ Feinschlichten und Finish-Bearbeitung<br />

→ Aluminiumlegierungen mit niedrigem<br />

und hohem Si-Gehalt<br />

→ universelle Anwendungen<br />

→ MDF, Spanplatte, Laminat, CFK<br />

→ Beton, Kalkstein und hochabrasive<br />

Werkstoffe<br />

→ verschleißintensive Anwendungen und<br />

schleifbare Verschleißteile<br />

TIGRAs Schnellservice für laser-geschnittene<br />

PKD-Segmente ermöglicht die Fertigung<br />

nach Zeichnung innerhalb von 3–5<br />

Arbeitstagen – mit und ohne Winkel, gereinigt,<br />

sicher verpackt und wirtschaftlich effi -<br />

zienter als klassische Drahtschneidverfahren.<br />

Hartmetall für die Holzbearbeitung<br />

Als Weltmarktführer für Wendeschneidplatten<br />

und Hartmetall-Blanketts zum Profilieren<br />

ist TIGRA seit Jahrzehnten ein technologischer<br />

Partner der Holzbearbeitungsindustrie.<br />

Zusammen mit dem breiten Programm<br />

an Hobelmessern präsentiert das<br />

Unternehmen optimierte Hartmetalllösungen<br />

in verschiedensten Abmessungen und<br />

Hartmetallsorten für Massivholz und abrasive<br />

Verbundmaterialien in Standard- und<br />

Sonderausführungen. Je nach Anwendung<br />

kommen verschleißfeste, feinkörnige oder<br />

besonders zähe Hartmetallsorten zum Einsatz.<br />

Ergänzt wird das Portfolio durch ein<br />

umfangreiches Programm an Hartmetallsägezähnen<br />

und Lötplatten.<br />

Maschinen-Neuentwicklungen<br />

für die Kreissägenfertigung<br />

Ein weiterer Schwerpunkt des Messeauftritts<br />

sind zwei Maschinen-Neuentwicklungen,<br />

die TIGRA gemeinsam mit dem italienischen<br />

Partner Novotic präsentiert. Die<br />

Anlage Q800 dient der hochpräzisen Ebenheitsprüfung<br />

von Kreissägen und kombiniert<br />

pneumatische Spanntechnik mit<br />

hochauflösender Sensorik, Siemens-SPS-<br />

Steuerung und 21’’ HMI inklusive Novotic-<br />

Tensoflat-Software zur Messdatenerfassung<br />

und Berichtserstellung.<br />

Mit der P800 wird das Portfolio um eine<br />

Lösung zur Ebenheitskontrolle inklusive<br />

automatisierter Richthämmerung erweitert.<br />

Die Anlage verfügt über eine elektrisch<br />

betätigte Doppelhämmerstation,<br />

duale IO-Link-Messsensorik, AI-gestützte<br />

Richtfunktionen sowie umfangreiche Mo--<br />

dule zur Datenerfassung, Telediagnose und<br />

Systemintegration.<br />

Mit dieser Kombination aus präzisionsnahen<br />

Preforms und weiteren Hartmetallrohlingen,<br />

ultraharten Schneidstoffen und<br />

modernen Prüf- und Richtsystemen positioniert<br />

sich TIGRA als Systempartner für die<br />

Werkzeugindustrie.<br />

Informationen: www.tigra.de<br />

<strong>dihw</strong> 18, <strong>Nr</strong>. 2 · <strong>2026</strong> 45


GrindingHub<br />

„Engineering the Future of Grinding Technology“<br />

Unter dem Motto „Engineering the<br />

Future of Grinding Technology” zeigt Saint-<br />

Gobain Abrasives auf der GrindingHub<br />

<strong>2026</strong> seine innovativen Schleiflösungen,<br />

die Antworten auf aktuelle Herausforderungen<br />

und auf zukünftige Trends in der<br />

Industrie geben. Ein besonderes Highlight<br />

am Stand: gemeinsam mit dem Partner<br />

AV&R stellt Saint-Gobain Abrasives vor Ort<br />

eine Roboterzelle aus, die im Demobetrieb<br />

realistische Einblicke in automatisierte<br />

Schleifprozesse bietet. Besucher erhalten<br />

dabei detaillierte Informationen über die<br />

Anlage selbst sowie die passenden Schleifwerkzeuge<br />

und Prozesslösungen für automatisierte<br />

Anwendungen.<br />

Bearbeiten von hartbeschichteten<br />

Bremsscheiben für Euro-7<br />

Eines der aktuellsten und spannendsten<br />

Themen ist die ab November <strong>2026</strong> für neu<br />

typengenehmigte Pkw und ab Ende 2027<br />

für alle Neuzulassungen geltende Euro-7-<br />

Norm. Mit der Einführung dieser Norm werden<br />

strengere Grenzwerte für Feinstaub -<br />

emissionen vorgeschrieben. Das hat insbesondere<br />

Auswirkungen auf die Bremssysteme.<br />

Hersteller, Schleifmittellieferanten<br />

und Technologiepartner stehen dadurch<br />

vor neuen Herausforderungen, da innovative<br />

Werkstoffe und enge Normvorgaben<br />

eine präzise und wirtschaftliche Schleifbearbeitung<br />

der neuen hartbeschichteten<br />

Bremsscheiben erfordern. „Jetzt geht es<br />

darum, die Bremsscheiben so zu bearbeiten,<br />

dass sie der Norm zuverlässig<br />

entsprechen. Auf der GrindingHub<br />

zeigen wir aktuelle Lösungen, die individuell<br />

auf die Prozesse anpassbar sind“,<br />

erklärt Wilco Spierings, Vertriebsdirektor<br />

Engineering Markets Zentraleuropa bei<br />

Saint-Gobain Abrasives.<br />

Mehr Präzision und Produktivität<br />

beim Nutenschleifen<br />

Steigende Präzisionsanforderungen machen<br />

das Nutenschleifen von Hartme tall-<br />

Schaftwerkzeugen besonders anspruchsvoll.<br />

Mit der Diamantschleifscheibe<br />

Q-Flute PRIME bietet Norton Winter eine<br />

Lösung für höhere Produktivität, kürzere<br />

Zykluszeiten und geringere Kosten – dank<br />

bis zu 50 % höherer Profilhaltigkeit und<br />

deutlich längerer Standzeit. Ergänzend<br />

zeigt Saint-Gobain Abrasives auf der<br />

GrindingHub weitere Schleiflösungen für<br />

die Werkzeugbearbeitung, etwa zum<br />

Sägenschärfen.<br />

Norton AEROS – zuverlässige<br />

Präzision für die Luft- und Raumfahrt<br />

Als weiteres Messe-Highlight überzeugt<br />

Norton AEROS mit Präzision und Effizienz<br />

beim Schleifen temperaturempfindlicher<br />

Legierungen. Dank innovativer Technologien<br />

zeigt die leistungsstarke Schleifscheibe<br />

für die Luft- und Raumfahrt selbst bei<br />

anspruchsvollen Flach- und Tiefschleifanwendungen<br />

herausragende Ergebnisse.<br />

Die Scheibe wurde speziell für komplexe,<br />

auf hohe Präzision ausgelegte Anwendungen<br />

entwickelt und ermöglicht unter anderem<br />

eine niedrigere Rüstzeit, eine längere<br />

Standzeit sowie eine verbesserte Werkstückqualität<br />

und die Steigerung der<br />

Produktivität.<br />

Dual-Schleifschnecken<br />

für mehr Effizienz<br />

Wie sich Getriebebauteile noch besser und<br />

feiner schleifen lassen und das Abtragen<br />

und Polieren besonders effizient in nur<br />

einer Aufspannung erfolgen können, demonstriert<br />

Saint-Gobain Abrasives mit der<br />

Norton Xtrimium-Dual-Schleifschnecke.<br />

Das Schleifwerkzeug ist optimal auf die<br />

individuellen Prozessanforderung der Kunden<br />

ausgelegt. Dank der geteilten Schleiflösung<br />

entfallen Rüstarbeiten, die Produktionszeit<br />

verkürzt sich und die Qualität<br />

wird deutlich gesteigert. Am Messestand<br />

von Saint-Gobain Abrasives werden darüber<br />

hinaus weitere spannende Schleiflösungen<br />

für die Bearbeitung von Zahnradgeometrien<br />

zu finden sein.<br />

Schleiflösungen für höchste<br />

Präzision in der Medizintechnik<br />

Als innovationsstarker Partner der modernen<br />

Medizintechnik präsentiert Norton auf<br />

der GrindingHub prozessspezifische Hochleistungsschleiflösungen<br />

für höchste Anforderungen<br />

an Oberflächenqualität,<br />

Maßgenauigkeit und Prozesssicherheit. Das<br />

Portfolio deckt zentrale Anwendungen in<br />

der Bearbeitung medizinischer Implantate<br />

– etwa aus Titan, CoCr oder Edelstahl –<br />

ebenso ab wie die präzise Fertigung von<br />

Injektionsnadeln, bei denen engste Toleranzen,<br />

gratfreie Oberflächen und reproduzierbare<br />

Prozesse entscheidend sind.<br />

Als Systemanbieter unterstützt Norton<br />

Medizintechnikhersteller entlang der gesamten<br />

schleiftechnischen Prozesskette<br />

mit abgestimmten Lösungen, die hohe<br />

Wiederholgenauigkeit, lange Standzeiten<br />

und wirtschaftliche Prozesse ermöglichen.<br />

Informationen: www.saint-gobain.de<br />

46 <strong>dihw</strong> 18, <strong>Nr</strong>. 2 · <strong>2026</strong>


GrindingHub<br />

Produktivität als Antwort auf volatile Märkte<br />

Innovation war noch nie so wichtig für<br />

die Wirtschaftlichkeit wie heute. Steigende<br />

Kosten für Vollhartmetall, anhaltender<br />

Wettbewerbsdruck und dynamische Marktanforderungen<br />

zwingen Werkzeughersteller<br />

dazu, ihre Produktionskapazitäten optimal<br />

zu nutzen. ANCA unterstützt dabei mit<br />

innovativen Produktionslösungen, die die<br />

Effizienz verbessern, Ausschuss reduzieren<br />

und die Präzision erhöhen.<br />

Komplexe Wendeschneidplatten<br />

effizient in die Produktion<br />

überführen<br />

ANCA präsentiert die MX7 ULTRA mit<br />

InsertsPRO – die leistungsstarke Softwarelösung<br />

für hochpräzises Schleifen von Profil-Wendeschneidplatten,<br />

die Einrichtungsvariationen<br />

und Kompensationsprobleme<br />

minimiert. InsertsPRO ermöglicht schnelles<br />

Einrichten präziser Schleifvorgänge durch<br />

parametrische Profil- und Freiflächendefinition<br />

mit integrierter 3D-Simulation für Ergebnisse<br />

auf Anhieb. Der innovative Inserts<br />

Wizard führt den Bediener durch Rohlingsdefinition,<br />

Profilimport und Scheibenauswahl<br />

– und generiert automatisch die optimale<br />

Schleifstrategie. Dank prozessnaher<br />

Rückmeldung und Korrektur reduzieren<br />

Hersteller Handhabungsaufwand, bündeln<br />

Arbeitsschritte und sichern stabile Qualität<br />

über die gesamte Charge – ideal für<br />

gemischte Fertigung mit häufigen Geometrieänderungen.<br />

Schneidkantenpräparation für<br />

Produktionsanforderungen<br />

Am ANCA Stand wird auch die Maschine<br />

EPX Stream Finish (EPX-SF) zu sehen sein,<br />

die für die prozesssichere Schneidkantenpräparation,<br />

Oberflächenfinishing und das<br />

Entgraten in einer Produktionsumgebung<br />

entwickelt wurde. Um die Qualität der<br />

Ergebnisse sicher zu stellen, biete die<br />

EPX-SF Transparenz und Konsistenz für<br />

sichere, hochwertige Beschichtungsergebnisse<br />

und höhere Werkzeugstandzeiten,<br />

die immer wichtiger werden.<br />

ANCA wird zeigen, wie ein strukturierter,<br />

rückverfolgbarer Arbeitsablauf Herstellern<br />

hilft, Ergebnisse zu standardisieren<br />

und gleichzeitig das Prozess-Know-how im<br />

eigenen Haus zu behalten.<br />

InsertsPRO, das Softwarepaket von ANCA zum Schleifen von Wendeschneidplatten,<br />

ermöglicht Herstellern von Schneidwerkzeugen den unkomplizierten Einstieg in die<br />

Wendeschneidplattenfertigung durch fortschrittliche Simulation, Automatisierung<br />

und optimierte Funktionen<br />

Mehr Schleifleistung<br />

ohne größeren Platzbedarf<br />

Zu den Highlights in Stuttgart zählt die<br />

FX7 ULTRA mit der neuen 3.000 U/min Spindel<br />

– das entspricht einer bis zu fünfmal<br />

höheren Drehzahl gegenüber herkömmlichen<br />

Konfigurationen mit 600 U/min.<br />

Für Hersteller, die eine breite Palette von<br />

Werkzeugen produzieren, ist die Spindeldrehzahl<br />

bei kleineren zylindrischen Merkmalen<br />

oft der entscheidende limitierende<br />

Faktor für hochwertige Oberflächen und<br />

wirtschaftliche Stückkosten. Die schnellere<br />

Spindel beseitigt diesen Engpass, indem<br />

sie höhere Oberflächengüten und kürzere<br />

Zykluszeiten ermöglicht.<br />

Darüber hinaus erweitert das Upgrade<br />

den Fertigungsumfang, indem Schälschleifen<br />

und Werkzeugschleifen in einer<br />

einzigen Aufspannung kombiniert werden<br />

können. Dadurch lassen sich Rüstaufwände<br />

reduzieren und die gesamte Werkzeugfertigung<br />

mit höherer Gleichmäßigkeit und<br />

besserem Durchsatz gestalten.<br />

Auf diese Weise können Hersteller die<br />

Leistung bei gleicher Maschinenstellfläche<br />

steigern und die Kosten pro Werkzeug<br />

senken, ohne die Präzision zu<br />

beeinträchtigen.<br />

MicroX ULTRA – speziell für die<br />

Mikro-Werkzeugfertigung entwickelt<br />

Besucher können ANCA-Experten treffen<br />

und anhand von Schleifergebnissen die<br />

Leistungsfähigkeit der MicroX ULTRA begutachten.<br />

Mit einer Steuerung mit Nanometerauflösung,<br />

„ANCA Machine Intelligence“<br />

und einer optimierten Kinematik,<br />

die die Schleifwege in der 5-Achsen-Interpolation<br />

verkürzt, erzielt die Maschine eine<br />

höhere Oberflächenqualität und Werkzeugqualität.<br />

Die doppelseitige Schleifspindel<br />

ermöglicht einen schnelleren<br />

Scheibenwechsel und reduziert so die<br />

Zykluszeit pro Werkzeug weiter.<br />

ToolRoom Standard bietet einen großen<br />

Bereich an Mikro-Werkzeuggeometrien,<br />

das Zusatzmodul CIM3D auf der Maschine<br />

ermöglicht die integrierte Überprüfung des<br />

Schleifprogramms, während In-Prozess-Messung<br />

und -Kompensation, MotorTemperature<br />

Control (Spindel-Wärmekompensation)<br />

und ein isoliertes Schleifmaschinen-Design<br />

die thermische und Vibrationsstabilität erhöhen<br />

– was zu geringeren Ausschussraten,<br />

kürzeren Aufwärmzeiten und einer besser<br />

vorhersagbaren Leistung im anspruchsvollen<br />

Mikro-Werkzeugsegment führt.<br />

Informationen: www.anca.com<br />

<strong>dihw</strong> 18, <strong>Nr</strong>. 2 · <strong>2026</strong> 47


GrindingHub<br />

Ressourceneffizienz durch modulares Abrichtsystem<br />

Mit dem ECO-Wechselsystem für<br />

Abrichtscheiben bietet die DR. KAISER<br />

Diamantwerkzeuge GmbH & Co. KG eine<br />

Lösung für die moderne Schleiftechnik,<br />

die aktuelle Forderungen nach Kosteneffizienz<br />

und Nachhaltigkeit mit höchster<br />

Präzision vereint. Die modulare Bauweise<br />

ermöglicht den einfachen Austausch von<br />

Abrichtbelägen bei mehrfacher Nutzung<br />

des Trägerkörpers. Somit markiert das System<br />

den Übergang vom klassischen Einweg-Werkzeug<br />

hin zu einer nachhaltigen<br />

Kreislaufwirtschaft im Management für<br />

Abrichtwerkzeuge.<br />

Präzision durch technische Trennung<br />

Der technologische Kern des ECO-Systems<br />

liegt in der Trennung von langlebigem Trägerkörper<br />

und der eigentlichen Funktionsschicht,<br />

dem Diamantbelag. Während bei<br />

herkömmlichen Verfahren oftmals das gesamte<br />

Werkzeug ersetzt werden muss,<br />

erlaubt die modulare Bauweise des ECO-<br />

Systems den gezielten Austausch der verschlissenen<br />

Belagringe. Diese Trennung<br />

hat jedoch keinerlei Auswirkungen auf die<br />

Genauigkeit: DR. KAISER stellt bei jeder<br />

Wiederbelegung die identische Toleranz<br />

und Laufgenauigkeit der Erstauslieferung<br />

sicher. Damit bleibt die Prozessstabilität,<br />

insbesondere beim Abrichten hochharter<br />

CBN- und Diamantschleifmittel, vollständig<br />

erhalten.<br />

Effizienz im Prozessverlauf<br />

Besonders wirkungsvoll erweist sich das<br />

System in Kombination mit imprägnierten<br />

Abrichtbelägen. Diese sind speziell für das<br />

Konditionieren keramisch gebundener<br />

CBN- und Diamantschleifscheiben ausgelegt<br />

und zeichnen sich durch einen selbstschärfenden<br />

Effekt aus. In der Praxis führt<br />

dies zu einer konstant hohen Schnittigkeit<br />

der Schleifscheibe über die gesamte<br />

Einsatzdauer. Das ECO-Wechselsystem beschleunigt<br />

hierbei die logistischen Abläufe:<br />

Durch die Bevorratung standardisierter<br />

Belagringe verkürzen sich die Lieferzeiten<br />

massiv. Anwender haben zudem die<br />

Wahl, den Austausch als Komplettservice<br />

im Werk in Celle durchführen zu lassen<br />

oder den Wechsel mithilfe des ECO-Tool-<br />

Sets direkt vor Ort in der eigenen Fertigung<br />

vorzunehmen.<br />

Nachhaltigkeit als<br />

wirtschaftlicher Vorteil<br />

Der Nutzen ist ökologisch wie ökonomisch<br />

messbar. Durch die Mehrfachverwendung<br />

der präzisen Trägerkörper lassen sich bis zu<br />

80 % des Materials gegenüber einer Neuanschaffung<br />

einsparen. Dieser reduzierte<br />

Ressourceneinsatz schlägt sich bereits ab<br />

der ersten Wiederbelegung in sinkenden<br />

Werkzeugkosten nie der. Damit liefert das<br />

ECO-System eine Antwort auf den steigenden<br />

Kostendruck und unterstützt gleichzeitig<br />

die CO2-Bilanz moderner Industriebetriebe<br />

durch reduzierte Logistikwege<br />

und einen minimierten Rohstoffverbrauch.<br />

Informationen: www.drkaiser.de<br />

Messtechnik mitten in der Produktion<br />

Wie sich optische 3D-Messtechnik direkt<br />

in industrielle Fertigungsprozesse integrieren<br />

lässt, zeigt Bruker Alicona gemeinsam<br />

mit der Firma OTEC Präzisionsfinish auf der<br />

GrindingHub <strong>2026</strong> in Stuttgart. Dort präsentiert<br />

die bewährte Streamfinish-Anlage<br />

von OTEC einen durchgängigen, automatisierten<br />

Prozess für die selektive und definierte<br />

Schneidkantenpräparation – inklusive<br />

integriertem Bruker Alicona Sensor,<br />

der einen Closed-Loop ermöglicht. Im<br />

Mittelpunkt des Messeauftritts steht dabei<br />

ein klarer Trend in der Fertigung: Messtechnik<br />

wandert zunehmend aus dem<br />

Messraum in die Produktion selbst.<br />

Automatisierte<br />

Schneidkantenpräparation mit<br />

integrierter 3D-Messtechnik<br />

Ein Highlight am Messestand ist die automatisierte<br />

Streamfinish-Maschine des Präzisionsfinish-Spezialisten<br />

OTEC, in die der<br />

SensorX von Bruker Alicona integriert ist.<br />

Die auf der GrindingHub präsentierte Anlage<br />

zeigt einen automatisierten Gleitschleif-Prozess<br />

zur selektiven Schneidkantenpräparation.<br />

Die Streamfinish-Technologie<br />

ermöglicht Prozesszeiten von unter<br />

einer Minute. Ein Taktantrieb erlaubt die<br />

gezielte Bearbeitung einzelner Kanten<br />

und Flächen, insbesondere bei asymmetrischen<br />

Werkzeugen. Die Prozesse werden<br />

individuell an die Anforderungen der Kunden<br />

angepasst, um optimale Ergebnisse zu<br />

erzielen. OTEC hat hierfür die Streamfinish-<br />

Serie überarbeitet und neu gedacht.<br />

Der Ablauf erfolgt vollständig<br />

automatisiert:<br />

Zunächst werden die Werkstücke über eine<br />

robotergestützte Prozessführung in den kompaktesten<br />

Behälter der OTEC Streamfinish-<br />

Serie eingetaucht und exakt positioniert.<br />

Anschließend erfolgt die definierte Bearbeitung<br />

der Schneidkante, bei der je nach<br />

Kundenbedarf gezielte Schneidkantenverrundungen<br />

von 5 – 100 µm erzeugt werden<br />

können. Diese kontrollierte Kantenpräparation<br />

verbessert unter anderem Spanbildung,<br />

Werkzeugstandzeit und Prozessstabilität<br />

in der Zerspanung.<br />

Im nächsten Schritt kommt die<br />

optische Messtechnik ins Spiel:<br />

Der integrierte SensorX vermisst die<br />

Schneidkante berührungslos in 3D und<br />

erfasst präzise Parameter wie Kantenverrundung,<br />

Geometrie und Oberflächenstruktur.<br />

Die Messdaten werden anschließend<br />

direkt in den Prozess zurückgeführt. Dadurch<br />

entsteht ein Closed-Loop-System,<br />

48 <strong>dihw</strong> 18, <strong>Nr</strong>. 2 · <strong>2026</strong>


GrindingHub<br />

das Bearbeitung und Qualitätskontrolle<br />

miteinander verbindet und Abweichungen<br />

automatisch erkennt und kompensiert.<br />

Gerade bei Schneidkantenverrundungen<br />

im Bereich von 5 bis 100 µm entscheidet<br />

die Präzision über Werkzeugperformance<br />

und Standzeit. Durch die Kombination<br />

aus automatisierter Bearbeitung und<br />

integrierter optischer Messtechnik ist eine<br />

100 %ige Prüfung möglich. Die modular<br />

erweiterbare Lösung von OTEC ist dabei<br />

ein wichtiger Schritt in Richtung einer<br />

selbstoptimierenden Maschine.<br />

SensorX:<br />

OEM-Messtechnik für die<br />

Maschinenintegration<br />

FocusX Schaftwerkzeug<br />

Mit SensorX hat Bruker Alicona einen Sensor<br />

entwickelt, der speziell für die Integration<br />

in Maschinen und automatisierte Produktionsanlagen<br />

konzipiert wurde. Die kompakte<br />

Sensoreinheit basiert auf der bewährten<br />

Advanced Focus-Variation Technologie<br />

und ermöglicht hochauflösende<br />

optische 3D-Messungen direkt innerhalb<br />

der Maschine. Maschinenhersteller können<br />

damit Messtechnik direkt in ihre Anlagen<br />

integrieren – etwa in Schleifmaschinen,<br />

Automationszellen, Robotiksysteme oder<br />

Fertigungslinien. Das ermöglicht neue<br />

Formen der Inline-Qualitätskontrolle und<br />

Prozessregelung.<br />

Informationen: www.alicona.com<br />

Erster Messeauftritt als<br />

Winterthur Technology Group<br />

Nach der Trennung von 3M präsentiert<br />

sich der ehemalige Geschäftsbereich<br />

Precision Grinding & Finishing (PG&F),<br />

der nun unter dem Namen Winterthur<br />

Technology Group firmiert, erstmals unter<br />

neuer Marke auf der GrindingHub in<br />

Stuttgart. Dort stellt das Unternehmen<br />

neue Technologien für industrielle Schleifprozesse<br />

vor.<br />

Neue Impulse für konventionelle<br />

Schleifprozesse<br />

Mit der etablierten 3M Cubitron Technologie<br />

zeigt PG&F Lösungen, die durch präzise<br />

geformte Schleifkörner einen konstanten<br />

Materialabtrag ermöglichen und gleichzeitig<br />

Prozessstabilität und Standzeit verbessern.<br />

Auch lassen sich die steigenden<br />

Anforderungen an die Oberflächenfeinheit<br />

in der Elektromobilität mit den Spezifikationen<br />

der Nano Serie zuverlässig erfüllen.<br />

Diese wurden speziell für moderne Getriebekomponenten<br />

und E-Drive Anwendungen<br />

entwickelt und sorgen für eine verbesserte<br />

Oberflächenqualität bei reduziertem<br />

Schleifdruck. Darüber hinaus präsentiert<br />

das Unternehmen Neuentwicklungen bei<br />

konventionellen Schleifscheiben. Für Standard-Anwendungen<br />

im Rund- und Flachschleifen<br />

mit klar definierten, allgemeinen<br />

Anforderungen führt PG&F ein lagergeführtes<br />

Produktprogramm ein. Die schnelle<br />

Verfügbarkeit für den täglichen Einsatz<br />

bei konstanter Qualität und attraktivem<br />

Preis-Leistungs-Verhältnis stehen hier im<br />

Vordergrund.<br />

Fortschritte bei Superabrasives<br />

und additiver Fertigung<br />

Ein weiteres Highlight sind Fortschritte im<br />

Bereich der 3D-basierten Fertigung von<br />

Schleifwerkzeugen. Nach der Etablierung<br />

im Innenrundschleifen und einem Kapazitätsausbau<br />

im Jahr 2025 fokussiert PG&F<br />

nun die Anwendungsbereiche Doppelseitenplanschleifen<br />

und Außenrundschleifen.<br />

Durch den digital gesteuerten schichtweisen<br />

Aufbau ermöglichen diese additiv<br />

hergestellten Werkzeuge eine optimierte<br />

Körnungs- und Porenverteilung, inklusive<br />

neuer Designmerkmale wie integrierte<br />

Kühlkanäle und anpassbare Schlitze. Diese<br />

skalierbare Technologieplattform unterstützt<br />

maßgeschneiderte Lösungen für<br />

verschiedene Schleifprozesse – verbessert<br />

die Effizienz, verlängert die Standzeit und<br />

Detailansicht der additiv gefertigten<br />

Struktur einer 3M präzisionsstrukturierten<br />

keramischen CBN Plan- und<br />

Feinschleifscheibe 1TVP<br />

eröffnet neue Möglichkeiten beim Rundund<br />

Planschleifen. Kundenerfahrungen<br />

beim Doppelseitenplanschleifen zeigen<br />

beispielsweise, dass präzisionsstruktu -<br />

rierte CBN-Schleifscheiben den Schleifdruck<br />

deutlich senken und gleichzeitig<br />

längere Standzeiten erreichen.<br />

Informationen:<br />

www.3m.de/schleifsysteme<br />

<strong>dihw</strong> 18, <strong>Nr</strong>. 2 · <strong>2026</strong> 49


50 <strong>dihw</strong> 18, <strong>Nr</strong>. 2 · <strong>2026</strong><br />

Terminvorschau (Stand 11.3.<strong>2026</strong>) Impressum<br />

05. – 08. Mai <strong>2026</strong><br />

GrindingHub, Stuttgart<br />

Alles rund um Schleiftechnik<br />

weitere Informationen: www.grindinghub.de<br />

05. – 07. Mai <strong>2026</strong><br />

SurfaceTechnology GERMANY, Stuttgart<br />

Internationale Fachmesse für Oberflächentechnik<br />

weitere Informationen: www.surface-technology-germany.de<br />

17. – 18. Juni <strong>2026</strong><br />

Weiterbildungsseminar „Werkzeugschleifen“, Tuttlingen<br />

Innovative Abricht- und Schleif-Strategien und Optimierungen<br />

weitere Informationen: www.ksf-hfu.de<br />

17. – 20. Juni <strong>2026</strong><br />

Stone+tec, Nürnberg<br />

Int. Fachmesse Naturstein und Steintechnologie<br />

weitere Informationen: www.stone-tec.com<br />

30. Juni – 02. Juli <strong>2026</strong><br />

FILTECH, Köln<br />

Platform For The Global Filtration Industry<br />

weitere Informationen: www.filtech.de<br />

15. - 19. September <strong>2026</strong><br />

AMB, Stuttgart<br />

Internationale Ausstellung für Metallbearbeitung<br />

weitere Informationen: www.messe-stuttgart.de<br />

22. - 25. September <strong>2026</strong><br />

Weiterbildungsseminar „Schleif- und Abricht-Technologie“, Tuttlingen<br />

Theorie und Praxis in kleinen Gruppen<br />

weitere Informationen: www.ksf-hfu.de<br />

05. – 06. Oktober <strong>2026</strong><br />

Schweizer Schleif-Symposium, Zürich<br />

Neueste Innovationen und Visionen rund um die Schleif- und Abrichttechnik<br />

weitere Informationen: https://sss<strong>2026</strong>.inspire.ch<br />

14. - 15. Oktober <strong>2026</strong><br />

Seminar Prozess-, Werkzeug- und Maschinenanalyse, Dortmund<br />

Einführung in die jeweilige Thematik und praktische Umsetzung<br />

an der Werkzeugmaschine<br />

weitere Informationen: www.isf.mb.tu-dortmund.de<br />

20 - 23. Oktober <strong>2026</strong><br />

glasstech, Düsseldorf<br />

International Trade Fair For Glass Production | Processing | Products<br />

weitere Informationen: www.glasstec.de<br />

ISSN 1868-4459<br />

ZKZ 30498<br />

Publisher<br />

Benno Keller<br />

+49-(0)911-2018 200<br />

keller@harnisch.com<br />

Redaktion<br />

Eric Schäfer<br />

+49-(0)911-504 98 82<br />

eric.schaefer@harnisch.com<br />

Verlag<br />

Dr. Harnisch Verlags GmbH<br />

Eschenstraße 25<br />

90441 Nürnberg<br />

Tel: +49-(0)911-2018 0<br />

Fax: +49-(0)911-2018 100<br />

Geschäftsleitung<br />

Dr. Claus-Jörg Harnisch<br />

Benno Keller<br />

<strong>dihw</strong>-info@harnisch.com<br />

www.harnisch.com/<strong>dihw</strong><br />

Objektleitung<br />

Christiane Ebner<br />

+49-(0)911-2018 260<br />

ebner@harnisch.com<br />

Mediaberatung (D, A, CH)<br />

Thomas Mlynarik<br />

+49-(0)911-2018-165<br />

+49-(0)9127-902 346<br />

Mobil: +49-(0)151-548 181 81<br />

mlynarik@harnisch.com<br />

Mediaberatung (Europa)<br />

Britta Steinberg<br />

+49-(0)911-2018-275<br />

steinberg@harnisch.com<br />

Mediaberatung (USA, Kanada)<br />

Steve Max<br />

+1-(0)215-284 87 87<br />

steve.max@harnisch.com<br />

Erscheinungsweise<br />

4 x jährlich<br />

Jahresabonnement<br />

Inland 50 € + 8 € Versandkosten<br />

(zzgl. gesetzlicher MwSt.).<br />

Ausland 50 € + 12 € Versandkosten<br />

Druck<br />

Akontext s.r.o.<br />

Beranových 65<br />

199 00 PRAHA 9<br />

Czechia<br />

Die in diesem Magazin enthaltenen<br />

Beiträge einschließlich der Abbildungen<br />

unterliegen dem Urheberrechtsgesetz.<br />

Eine Verwendung ohne Zustimmung<br />

des Verlages ist unzulässig und wird<br />

strafrechtlich verfolgt. Dieses gilt für jede<br />

erdenkliche Form der Vervielfältigung.<br />

Sonder- und Nachdrucke können gerne<br />

auf Anfrage bestellt werden. Artikel, die<br />

namentlich gekennzeichnet oder durch<br />

ein Kürzel einem Autor zuzuordnen sind,<br />

geben nicht unbedingt die Meinung der<br />

Redaktion wieder. Unverlangt eingesandte<br />

Manuskripte werden nicht zurückgeschickt.<br />

Wird ein Manuskript von der Redaktion<br />

angenommen, gehen Verlags- und<br />

Urheberrecht sowie sämtliche Rechte zur<br />

Veröffentlichung und Verbreitung auf den<br />

Verlag über. Die Redaktion übernimmt<br />

bezüglich in diesen Beiträgen dargelegter<br />

Sachverhalte keine Haftung<br />

Copyright © <strong>2026</strong><br />

Dr. Harnisch Publications


Unternehmensverzeichnis<br />

3M Deutschland GmbH/Winterthur Technology Group 49<br />

3nine AB 42<br />

Aerotech, Inc 10<br />

AFAG 17<br />

ANCA Pty LTD 47<br />

Boehlerit GmbH & Co. KG 19<br />

Bruker Austria GmbH 48<br />

Carl Benzinger GmbH 32<br />

CERATIZIT S.A. 20<br />

COSCOM Computer GmbH 11<br />

DMG MORI 44<br />

DR. KAISER DIAMANTWERKZEUGE GmbH & Co. KG 48<br />

EMAG Systems GmbH 43<br />

EMUGE-FRANKEN 41<br />

FDWF 16<br />

Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen<br />

und Umformtechnik IWU 18<br />

GrindingHub 29, 36<br />

HAINBUCH GMBH SPANNENDE TECHNIK 12<br />

Hartmetall-Werkzeugfabrik Paul Horn GmbH 30<br />

Helmut Nebeling / Universität Reutlingen 26<br />

HUFSCHMIED Zerspanungssysteme GmbH 20<br />

Ingersoll Werkzeuge GmbH 22<br />

ISBE GmbH 44<br />

ISCAR Ltd. 33<br />

KAPP GmbH & Co. KG 35<br />

Kellenberger Machines Holdings GmbH 42<br />

Lach Diamant Jakob Lach GmbH & Co. KG 6<br />

Leitz GmbH & Co. KG 24<br />

LMT Tools GmbH & Co. KG 23<br />

Mahr GmbH 14<br />

MAPAL Dr. Kress SE & CO. KG 14<br />

Mitsubishi Materials Corporation 12<br />

Mitutoyo Corporation 13<br />

NanoCoolant GmbH 38<br />

NTK CUTTING TOOLS CO., LTD. 25<br />

Rodriguez GmbH 38<br />

RUD Ketten Rieger & Dietz GmbH u. Co. KG GmbH 39<br />

Saint-Gobain Deutschland 46<br />

Schweizer Schleifsymposium 15<br />

Sorma S.p.A. 24<br />

TIGRA GmH 45<br />

Veranstalter ist Deutsche Messe 17<br />

VOLLMER WERKE Maschinenfabrik GmbH 40<br />

Walter AG 13<br />

Walter Maschinenbau GmbH 41<br />

Inserentenverzeichnis<br />

AFAG 29<br />

FILTECH 25<br />

Finzler, Schrock & Kimmel GmbH 21<br />

GrindingHub 3<br />

INGERSOLL WERKZEUGE GMBH 17<br />

ISCAR Ltd. 15<br />

KAPP GmbH & Co. KG 11<br />

KEMPF GmbH 23<br />

Lach Diamant Jakob Lach GmbH & Co. KG<br />

Titel<br />

Liebherr-Verzahntechnik GmbH 13<br />

MKU®-Chemie GmbH 51<br />

VOLLMER WERKE Maschinenfabrik GmbH 19


GREEN EFFICIENT TECHNOLOGIES<br />

GREEN EFFICIENT TECHNOLOGIES<br />

DE 1/25<br />

Wasserstoff und Prozesstechnik<br />

Energie- und Wärmenetzwerke Speichertechnik<br />

Kreislaufwirtschaft Ressourcen Logistik<br />

Die unabhängige Medienplattform<br />

für Energieversorgung, Effizienzsteigerung<br />

und alternative Energieträger und -speicher<br />

Nachhaltige Möglichkeiten in der<br />

Prozesstechnologie<br />

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Unabhängiges Fachmagazin für richtungsweisende Technologien<br />

Kreislaufwirtschaft im industriellen<br />

Produktionsprozess<br />

Themenbereiche H 2<br />

, Synthetische<br />

Kraftstoffe, Wasser, Solar & Photovoltaik,<br />

Windkraft, Bioenergie, Geothermie,<br />

Batterietechnologie, Systemintegration<br />

und weitere Alternativmöglichkeiten<br />

Dr. Harnisch Verlags GmbH · Eschenstraße 25 · 90441 Nürnberg · Tel.: +49 (0) 911 - 2018 0 · info@harnisch.com · www.harnisch.com

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