element+BAU 2/2026
element + BAU – Die Fachzeitschrift für Objektbau behandelt den Gesamtbereich des Objektbaus. Der Bau von öffentlichen Gebäuden, wie Schulen, Kindergärten und Verwaltungsgebäuden hat ebenso seinen Platz wie der großflächige Wohnungsbau und der Industriebau.
element + BAU – Die Fachzeitschrift für Objektbau behandelt den Gesamtbereich des Objektbaus. Der Bau von öffentlichen Gebäuden, wie Schulen, Kindergärten und Verwaltungsgebäuden hat ebenso seinen Platz wie der großflächige Wohnungsbau und der Industriebau.
- Keine Tags gefunden...
Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!
Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.
2<br />
63. Jahrgang<br />
<strong>2026</strong><br />
ISSN 0934-5914<br />
B2836<br />
Die Fachzeitschrift für Objektbau<br />
SPECIAL:<br />
Schulen / Kindergärten<br />
Sonnenschutzsysteme; Dachsysteme; Lüftungstechnik; Fassaden; Balkon; Fenster; Türen;<br />
Sicherheitstechnik; Barrierefreies Bauen; Systembau; Holzbau; Keramik; Sanitär; Sanierung
GREEN EFFICIENT TECHNOLOGIES<br />
GREEN EFFICIENT TECHNOLOGIES<br />
DE 1/25<br />
Wasserstoff und Prozesstechnik<br />
Energie- und Wärmenetzwerke Speichertechnik<br />
Kreislaufwirtschaft Ressourcen Logistik<br />
Die unabhängige Medienplattform<br />
für Energieversorgung, Effizienzsteigerung<br />
und alternative Energieträger und -speicher<br />
Nachhaltige Möglichkeiten in der<br />
Prozesstechnologie<br />
EFFICIENCY EFFICIENCY<br />
EFFICIENCY EFFICIENCY<br />
EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY<br />
EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY<br />
EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY<br />
EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY<br />
EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY<br />
EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY<br />
EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY<br />
EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY<br />
EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY<br />
EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY<br />
EFFICIENCY EFFICIENCY<br />
Unabhängiges Fachmagazin für richtungsweisende Technologien<br />
Kreislaufwirtschaft im industriellen<br />
Produktionsprozess<br />
Themenbereiche H 2<br />
, Synthetische<br />
Kraftstoffe, Wasser, Solar & Photovoltaik,<br />
Windkraft, Bioenergie, Geothermie,<br />
Batterietechnologie, Systemintegration<br />
und weitere Alternativmöglichkeiten<br />
Dr. Harnisch Verlags GmbH · Eschenstraße 25 · 90441 Nürnberg · Tel.: +49 (0) 911 - 2018 0 · info@harnisch.com · www.harnisch.com
editorial<br />
Armin König<br />
Chefredakteur<br />
Liebe Leser,<br />
Liebe Leser,<br />
unsere Schulen sind oft baulich marode und energetisch nach heutigen Gesichtspunkten nicht mehr<br />
tragbar. Auch neue pädagogische Konzepte, wie Inklusion und die Bildung von Clustern (pädagogischarchitektonisches<br />
Konzept, das Klassen-, Differenzierungs- und Aufenthaltsräume um einen zentralen Bereich<br />
zu einer Einheit zusammenfasst), lassen sich in den vorhandenen, veralteten Gebäuden nur schwer<br />
umsetzen. Darüber hinaus sind auch durch die Zuwanderung in den Ballungsräumen die Schulplätze<br />
knapp geworden und Investitionen in Neubau und Sanierung dringend erforderlich.<br />
Ein Teil des im März letzten Jahres verabschiedeten "Sondervermögens" sollte hier ausdrücklich für den<br />
Bereich Schulen, Bildungseinrichtungen und Kinderbetreuung investiert werden. Ziel des Vorhabens war<br />
und ist es, den Investitionsstau auch in diesen Breichen aufzulösen und unsere Schulen und Kindergärten<br />
fit für die Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte zu machen. Leider ist dieses Sondervermögen, lt.<br />
einer Recherche zweier renommierter Wirtschaftsforschungsinstitute – bisher zumindest – wohl nicht zielgerichtet<br />
genug eingesetzt worden: So zeigen Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln<br />
(IW), dass 86 Prozent der Mittel 2025 zweckentfremdet eingesetzt wurden. Das Münchener ifo-Institut<br />
meldet sogar, dass 95 Prozent der aufgenommenen Schulden nicht für Infrastrukturinvestitionen verwendet<br />
wurden. Hauptkritikpunkt der Institute ist, dass die Investitionen nicht zusätzlich getätigt wurden,<br />
sondern, dass diese vorher aus Mitteln des Bundeshaushalts bestritten worden sind. Sowohl die Union<br />
als auch das Finanzministerium unter Lars Klingbeil (SPD) weisen diese Anschuldigungen ausdrücklich zurück<br />
und argumentieren unter anderem, dass hier Zahlen aus einem Haushaltsentwurf der zerbrochenen<br />
Ampel-Regierung zum Vergleich herangezogen wurden, der noch nicht ausfinanziert war.<br />
Welcher Argumentation man auch immer folgen mag, eins bleibt sicher: Unsere Gesellschaft benötigt<br />
dringend gut ausgebildete, selbstbewusste und gefestigte junge Menschen, will man den wachsenden,<br />
zukünftigen Herausforderungen erfolgreich begegnen. Die Investion in Horte, Kindergärten und Schulen<br />
ist daher eine Investion für die Zukunft, die man mit der nötigen Ernsthaftigkeit angehen sollte!<br />
Wir haben das Special dieser element und BAU dem Thema "Schulen und Kindergärten" gewidmet und<br />
präsentieren Ihnen ab Seite 6 viele, gelungene Objekte und Trends rund um dieses Zukunftsthema.<br />
Viel Spaß und interessante Informationen bei der Lektüre dieser element + BAU wünscht Ihnen<br />
Ihr<br />
element + BAU • 2/<strong>2026</strong><br />
3
inhalt<br />
SPECIAL: Schulen / Kindergärten<br />
Bau von Bildungsbauten<br />
Gebäudetyp E macht Schule<br />
Erweiterung des Waldorfkindergartens<br />
Zaubernuss gGmbH in Verl<br />
Komfort, Sicherheit und kinderfreundliches<br />
Design im Einklang<br />
Kindertagesstätte in Großenhain<br />
Vorbild Biodiversitäts-Gründach<br />
Bildungseinrichtungen aus Holz<br />
Viel Holz für angenehmes Lernen<br />
Sanierung der Hochschule Bielefeld am<br />
Campus Minden<br />
Tradition und Zukunft vereint<br />
Neubau der Grundschule Alice Milliat, Nantes<br />
Schnell realisiert – nachhaltig und kindgerecht<br />
Gerhard-Thielcke-Realschule in Radolfzell<br />
Fack ju, Graffiti!<br />
Kindergarten Sterntaler, Hofstetten<br />
Tageslicht versus Hitze und Blendung<br />
Neubau Lindenhof-Grundschule in Stahnsdorf<br />
„Lernen mit Licht“<br />
Kinderhaus Markt in Rankweil, Österreich<br />
Natürlich beschichtet – nachhaltig gebaut<br />
Kindertagesstätte in Bitz<br />
Sanitärräume als integraler<br />
Bestandteil der Architektur<br />
Ersatz- und Erweiterungsbau für die St. Michael<br />
Grundschule Reichswalde in Kleve<br />
Auferstanden aus der Brandruine<br />
OBJEKTE<br />
Musée du Débarquement,<br />
Arromanches-les-Bains, Frankreich<br />
Architektur des Erinnerns<br />
Villa Čerych in Česká Skalice<br />
Verbindung von Geschichte und Gegenwart<br />
IM FOKUS<br />
Nachverhandeln bei Großprojekten<br />
Agentenbasierte KI auf der Baustelle<br />
So gestaltet die Bauindustrie die Zukunft<br />
Lamilux startet bundesweite Seminarreihe<br />
für Architekten<br />
Architektur erleben – Wissen vertiefen –<br />
Netzwerk erweitern<br />
6<br />
8<br />
11<br />
14<br />
16<br />
18<br />
21<br />
24<br />
26<br />
28<br />
30<br />
32<br />
36<br />
38<br />
41<br />
42<br />
43<br />
Effektiver Beitrag zu mehr Biodiversität: Gründach<br />
der Kindertagesstätte in Großenhain.<br />
Seite 11<br />
Holz – ein oft verwendeter Baustoff, auch im<br />
Bau von Bildungseinrichtungen.<br />
Seite 14<br />
Historisches Gebäude, modernes Stehfalzdach:<br />
Sanierung des Campus Minden.<br />
Seite 16<br />
4 element + BAU • 2/<strong>2026</strong>
inhalt<br />
RUBRIKEN<br />
Produkte<br />
Vorschau/Impressum<br />
44<br />
47<br />
Bildnachweise Titel:<br />
Christian Schmoelz (oben)<br />
Zooey Braun/Schaudt Architekten (links unten)<br />
Brüninghoff (rechts unten)<br />
Für Sie notiert...<br />
Spielerisches Erlernen von Hygiene: Kingerechtes<br />
Waschraumkonzept in der Kindertagesstätte<br />
in Bitz.<br />
Seite 30<br />
Erinnerung an den D-Day: Musée du Débarquement,<br />
Arromanches-les-Bains in der Normandie.<br />
Seite 36<br />
Feinste Keramikarbeiten: Sanierung der Villa<br />
Čerych in Česká Skalice.<br />
Seite 38<br />
Mit einem erfolgreichen Pilottreffen hat die Teckentrup<br />
GmbH & Co. KG Anfang Mai <strong>2026</strong> den<br />
Grundstein für einen neuen branchenübergreifenden<br />
Dialog im Produktmanagement gelegt. Auf<br />
Einladung des Verler Tür- und Torherstellers kamen<br />
Fach- und Führungskräfte verschiedener Unternehmen<br />
zusammen, um sich zu aktuellen Herausforderungen<br />
und Entwicklungen im Produktmanagement<br />
auszutauschen.<br />
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen praxisnahe<br />
Impulsvorträge und intensive Diskussionen.<br />
Themen wie „Schlüsselmomente in der Produktentstehung“,<br />
„Wettbewerbsüberwachung im B2B“<br />
sowie „Produktmanagement in der Matrix-Organisation“<br />
boten den Teilnehmenden der Firmen<br />
Boge, Böllhoff, Schüco, Simonswerk und Winkhaus<br />
vielfältige Perspektiven und konkrete Denkanstöße<br />
für die eigene Arbeit. Besonders prägend war dabei<br />
der offene und branchenübergreifende Dialog, der<br />
den Austausch von Erfahrungen und Best Practices<br />
in den Vordergrund stellte.<br />
„Unser Ziel war es, eine Plattform zu schaffen, die<br />
über Unternehmens- und Branchengrenzen hinweg<br />
zum offenen Austausch anregt und neue Impulse<br />
ermöglicht“, erklärt Dennis Henke, Leiter Innovations-<br />
und Produktmanagement bei Teckentrup und<br />
Initiator des Treffens. „Die große Resonanz und die<br />
intensiven Diskussionen haben gezeigt, wie hoch<br />
der Bedarf an einem solchen Format ist. Das Produktmanagement<br />
übernimmt heute eine zentrale<br />
strategische Rolle – umso wichtiger ist es, voneinander<br />
zu lernen und unterschiedliche Perspektiven<br />
zusammenzubringen.“<br />
Neben den fachlichen Inhalten bot die Veranstaltung<br />
auch Raum für persönliches Networking, unter<br />
anderem im Rahmen eines gemeinsamen Mittagessens<br />
sowie eines Werksrundgangs durch die<br />
Türenproduktion.<br />
Aufgrund der positiven Resonanz ist bereits eine<br />
Fortsetzung geplant. Künftig soll das Format regelmäßig<br />
stattfinden und eine dauerhafte Plattform<br />
für Austausch, Wissenstransfer und Vernetzung im<br />
Produktmanagement bieten.<br />
element + BAU • 2/<strong>2026</strong><br />
5
special<br />
schulen / kindergärten<br />
Bau von Bildungsbauten<br />
Gebäudetyp E macht Schule<br />
Anja Könings, Thomas Köhler<br />
Zahlreiche Städte und Kommunen ringen bei ihren Schulen bundesweit mit maroden Gebäuden,<br />
steigenden Schülerzahlen und dem bevorstehenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung.<br />
Hier kommt der Gebäudetyp E ins Spiel. Das „E“ steht für einfaches, effizientes und<br />
experimentelles Bauen, und ermöglicht es Städten und Kommunen, ihre Planungs- und Bauprozesse<br />
deutlich zu beschleunigen.<br />
Die Farbe blättert von den Wänden,<br />
Wind zieht durch marode Fensterrahmen,<br />
der Wasserhahn tropft<br />
und die Klassenzimmer sind schon lange<br />
viel zu klein – Deutschlands Schulgebäude<br />
sind in die Jahre gekommen. Rund 68<br />
Milliarden Euro sind laut Kreditanstalt für<br />
Wiederaufbau, kurz KfW, nötig, um die<br />
Mängel zu beheben. Hinzu kommt, dass<br />
Städte und Kommunen verschärfte Auflagen<br />
hinsichtlich Inklusion und moderner<br />
pädagogischer Konzepte umsetzen<br />
müssen. Dazu zählt unter anderem der<br />
gesetzliche Anspruch auf Ganztagsbetreuung<br />
im Primarbereich ab dem Schuljahr<br />
<strong>2026</strong>/27. Um sich den zahlreichen<br />
Vorgaben zu beugen, reichen herkömmliche<br />
Planungs- und Bauprozesse nicht<br />
mehr aus. Sie stoßen zunehmend an ihre<br />
Grenzen, dauern zu lange, kosten zu viel<br />
und sind zu komplex.<br />
Neuer Rahmen<br />
für flexibleres<br />
Planen und Bauen<br />
Ein vielversprechender Ansatz, der Abhilfe<br />
schaffen könnte, kommt mit dem Gebäudetyp<br />
E. Er liefert einen planerischen<br />
und rechtlichen Rahmen, der es erlaubt,<br />
von technischen Normen abzuweichen –<br />
vorausgesetzt sie betreffen den Komfort<br />
und nicht die Sicherheit oder Gesundheit.<br />
Statik und Brandschutz müssen weiterhin<br />
eingehalten werden. Kommunen und<br />
Planende können damit entscheiden,<br />
welche Komfortstandards sie bei ihren<br />
Schulprojekten reduzieren, um schneller<br />
und günstiger zu bauen. Beispielsweise<br />
lassen sich hochveredelte Materialien<br />
wie Natursteinböden durch Linoleum,<br />
Kautschuk oder polierten Estrich ersetzen<br />
und hochwertige Metallfassaden durch<br />
Putz- und Holzfassaden oder einfache<br />
Sandwichpaneele.<br />
Warum der Gebäudetyp E so effizient ist,<br />
zeigt sich darin, dass er mit modularen<br />
Systemen arbeitet. Klassen‐, Fach‐ und<br />
Gemeinschaftsräume sind als standardisierte<br />
Bausteine konzipiert, die sich flexibel<br />
kombinieren und auf steigende oder<br />
6 element + BAU • 2/<strong>2026</strong>
schulen / kindergärten<br />
special<br />
schrumpfende Schülerzahlen anpassen<br />
lassen.<br />
Während Plattenbauten aus der Nachkriegszeit<br />
oft als monoton gelten,<br />
bieten moderne Modulbauten genügend<br />
Spielraum, um pädagogische Konzepte<br />
individuell umzusetzen: Möbel lassen sich<br />
flexibel anordnen und Zonen für Ruhe,<br />
Austausch oder digitale und inklusive<br />
Lernformate können frei gestaltet werden.<br />
Auch Farb‐ und Materialkonzepte lassen<br />
sich individuell anpassen.<br />
Um rechtlich abgesichert zu sein, soll der<br />
Gebäudetyp E durch ein eigenes Gesetz<br />
verankert werden. Das würde die Zusammenarbeit<br />
zwischen Fachplanenden<br />
vereinfachen und rechtliche Hürden bei<br />
bewussten Abweichungen senken. Die<br />
Bundesregierung hatte 2025 angekündigt,<br />
ein entsprechendes Gesetzes- oder<br />
Verordnungspaket auf den Weg zu bringen.<br />
Das Vorhaben ist jedoch verschoben<br />
worden, da zwischen Bund und Ländern<br />
noch uneinige Positionen zur Haftung und<br />
Verantwortung der Planenden bestehen.<br />
Einfach, effizient, experimentell: Das erste<br />
Bauvorhaben in Baden-Württemberg<br />
nach dem Prinzip des „Gebäudetyps E“<br />
entsteht am Firmenhauptsitz des Beratungsunternehmens<br />
Drees & Sommer<br />
SE in Stuttgart-Vaihingen. Was bei dem<br />
Bürokomplex zum Einsatz kommt, könnte<br />
sich auch im Schulbau bewähren.<br />
Bayern zeigt,<br />
wie es geht<br />
Punktuell gibt es in Deutschland schon einige<br />
Schulprojekte, bei denen der Gebäudetyp<br />
E zum Einsatz kommt. Besonders<br />
deutlich zeigt sich der Aufbruch in Bayern.<br />
Der Freistaat hat 2023 die Landesbauordnung<br />
so erweitert, dass Abweichungen<br />
am Bau im Sinne des Gebäudetyps<br />
E ausdrücklich erwünscht sind. Parallel<br />
entstehen dort zahlreiche Pilotprojekte:<br />
Die Ellis‐Kaut‐Grundschule in Germering<br />
soll etwa beweisen, wie sich energieeffiziente<br />
und zugleich ressourcenschonende<br />
Schulen bauen lassen. In Fürth entsteht<br />
auf einem ehemaligen Parkplatz ein<br />
Neubau für die Ganztagsbetreuung nach<br />
dem Prinzip des Gebäudetyps E . Das ist<br />
gleichzeitig ein Vorzeigeprojekt dafür, wie<br />
Kommunen versiegelte Flächen vermeiden<br />
können.<br />
Wie viel<br />
Vereinfachung der<br />
Schulbau verträgt<br />
Für Kommunen eröffnet der Gebäudetyp<br />
E neue Chancen. Wer schneller bauen<br />
will, kann auf einen klar definierten Rahmen<br />
zurückgreifen, der Entscheidungen<br />
vereinfacht und Planungs- sowie Genehmigungsprozesse<br />
spürbar beschleunigt.<br />
Auch finanzschwächere Kommunen<br />
profitieren, da der standardisierte Ansatz<br />
Kosten planbarer macht und durch<br />
vorgefertigte Module Einsparpotenziale<br />
ermöglicht – die Herstellungskosten können<br />
damit um bis zu 25 Prozent gesenkt<br />
werden . Gerade in Zeiten steigender Baupreise<br />
und Fachkräftemangels kann der<br />
Gebäudetyp E deshalb helfen, Projekte<br />
überhaupt erst realisierbar zu machen.<br />
Zu den Autoren:<br />
Thomas Köhler, Manager und Head<br />
of Education bei Drees & Sommer<br />
Thomas Köhler ist seit 2025 als Manager<br />
und Head of Education Science<br />
Research bei Drees & Sommer tätig<br />
und treibt dort Projekte im Bildungsbau<br />
voran. Zuvor arbeitete er als Leading<br />
Consultant im Unternehmen. Seine<br />
berufliche Laufbahn begann am Institut<br />
für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen,<br />
wo er über knapp acht Jahre als<br />
Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Gruppenleiter<br />
und später als Programm-<br />
Manager tätig war.<br />
Neben den vielen Vorteilen gibt es<br />
jedoch auch Vorbehalte: Baugewerke<br />
und Verbände warnen, dass die Vertragsstrukturen<br />
durch die neuen Verfahren<br />
komplexer werden könnten, was zu Unsicherheiten<br />
bei der Vergabe und Ausführung<br />
führt. Zudem befürchten Experten<br />
aus dem Schulbau, dass der Anspruch<br />
an architektonische und pädagogische<br />
Qualität zu kurz kommen könnte, wenn<br />
der Fokus zu stark auf Geschwindigkeit<br />
liegt. Es kommt die Frage auf, wie weit<br />
sich Prozesse vereinfachen lassen, ohne<br />
dass die Aufenthaltsqualität, Langlebigkeit<br />
und Identität der künftigen Schulen<br />
darunter leiden.<br />
Trotz der Debatten deutet sich an:<br />
Angesichts des hohen Investitionsbedarfs<br />
könnte sich der Gebäudetyp E im<br />
Schulbau in den kommenden Jahren<br />
zunehmend etablieren. Er ermöglicht<br />
es, schneller, kostengünstiger und<br />
mutiger zu planen – und Schulen zu<br />
gestalten, die den Bedürfnissen einer<br />
dynamischen, vielfältigen Gesellschaft<br />
entsprechen.<br />
Anja Könings, Teamleiterin bei Drees<br />
& Sommer<br />
Anja Könings leitet seit Januar 2025<br />
als Teamleiterin Projekte bei Drees &<br />
Sommer in Köln. Zuvor war sie mehr<br />
als sechs Jahre als Projektleiterin und<br />
Senior Projektleiterin für das Unternehmen<br />
tätig. Insgesamt blickt sie auf<br />
rund zehn Jahre Erfahrung bei Drees<br />
& Sommer zurück. Könings studierte<br />
Bauingenieurwesen an der RWTH<br />
Aachen University, wo sie sowohl ihren<br />
Bachelor of Science als auch ihren<br />
Master of Science erwarb.<br />
element + BAU • 2/<strong>2026</strong><br />
7
special<br />
schulen / kindergärten<br />
Mit einem neuen Erweiterungsbau wird der Waldorfkindergarten Zaubernuss dem Bedarf an Betreuungsmöglichkeiten für Kinder gerecht.<br />
Sorgfältig aufeinander abgestimmte Systemlösungen sorgen für Komfort, Barrierefreiheit und Sicherheit in individuellem Design.<br />
Bildnachweis (alle Bilder): © Studio Blickfang<br />
Erweiterung des Waldorfkindergartens Zaubernuss gGmbH in Verl<br />
Komfort, Sicherheit und kinderfreundliches<br />
Design im Einklang<br />
Um dem anhaltenden Bedarf an Betreuungsmöglichkeiten für Kinder gerecht zu werden, wurden<br />
im Waldorfkindergarten Zaubernuss in Verl neue Räumlichkeiten geschaffen. Als organische<br />
Erweiterung des seit 2016 bestehenden Kindergartens ist der knapp 250 Quadratmeter<br />
große Anbau in Ausstattung, Farbgestaltung und Funktion konsequent auf die Förderung<br />
der frühkindlichen Entwicklung ausgerichtet. Sorgfältig aufeinander abgestimmte Systemlösungen<br />
schaffen in dem Erweiterungsbau perfekte Voraussetzungen für einen von Komfort,<br />
Barrierefreiheit und Sicherheit geprägten Tagesablauf.<br />
Seit 2016 bietet der Waldorfkindergarten<br />
Zaubernuss Heroal-Mitarbeitenden<br />
und ortsansässigen Eltern<br />
ein an den Grundsätzen der Waldorfpädagogik<br />
ausgerichtetes Betreuungsangebot<br />
für ihre Kinder. Dem Gedankengut von<br />
Rudolf Steiner entsprechend strebt das<br />
pädagogische Konzept die ganzheitliche<br />
Förderung von Körper, Geist und Seele<br />
an. Um den Kindern reichhaltige Betätigungsmöglichkeiten<br />
für die Sinnesentwicklung<br />
zu bieten, sind die Räumlichkeiten<br />
der Zaubernuss ästhetisch ansprechend<br />
sowie unter Komfortaspekten<br />
hochwertig ausgestattet. Der Kindergarten<br />
befindet sich im Erdgeschoss eines<br />
Gebäudes mit insgesamt sechs Wohneinheiten<br />
direkt gegenüber dem Firmensitz<br />
des Aluminium-Systemhauses. Planung<br />
und Erbauung wurden in Zusammenarbeit<br />
mit dem Heroal Gebäudemanagement<br />
durchgeführt.<br />
Entwicklungsorientierte<br />
Entfaltung in zwei<br />
Altersgruppen<br />
Der hohen Nachfrage nach Betreuungsangeboten,<br />
die den Phasen der frühkindlichen<br />
Entwicklung optimal gerecht werden,<br />
entspricht der Kindergarten durch<br />
eine deutliche Erweiterung seiner Kapazitäten.<br />
Auf rund 250 Quadratmetern ist<br />
hierzu ein großer Anbau mit Räumlichkeiten<br />
für Kinder bis drei Jahre entstanden,<br />
in dem ein Spielraum mit angrenzendem<br />
Speisebereich, zwei Schlafräumen, ein<br />
Wickelraum, ein Waschraum sowie ein<br />
vergrößertes Außengelände insgesamt<br />
zehn Kleinkindern die Möglichkeit zur<br />
entwicklungsorientierten Entfaltung bieten.<br />
Zeitgleich wurde der 2016 eröffnete<br />
Bestandsbau zunehmend auf die Bedürfnisse<br />
von Kindern in der Altersgruppe bis<br />
zur Einschulung ausgerichtet. Durch diese<br />
Maßnahme baut der Waldorfkindergarten<br />
8 element + BAU • 2/<strong>2026</strong>
schulen / kindergärten<br />
special<br />
Zaubernuss die Anzahl seiner Betreuungsplätze<br />
von 15 auf 30 aus.<br />
Hohe Anforderungen an<br />
Energieeffizienz<br />
Die hohe Energieeffizienz des Gebäudekomplexes<br />
entspricht zeitgemäßen Anforderungen<br />
an das Thema Nachhaltigkeit.<br />
Eine Wärmepumpe sowie eine Photovoltaikanlage<br />
zum Ausbau der bereits im<br />
Bestandsbau vorhandenen Kapazitäten<br />
stellen die ressourcenschonende Energieversorgung<br />
sicher. Eine wertvolle<br />
Ergänzung bieten hochwärmegedämmte<br />
Heroal-Systemlösungen, die maßgeblich<br />
zur energetischen Gesamtleistung des<br />
Gebäudes beitragen. Schon im Eingangsbereich<br />
erreicht das Fassadensystem<br />
Heroal C 50 HI mit Dreifach-Isoliergläsern<br />
und durchgehender Dichtung eine sehr<br />
gute Energieeffizienz.<br />
Hohe Qualität bei Energie- und Kosteneffizienz<br />
bieten im Kindergarten Zaubernuss<br />
auch die Fenster der Systeme Heroal W<br />
72 und W 77. Dank ihrer Steggeometrie<br />
erreichen sie U w<br />
-Werte, die die aktuellen<br />
Wärmeschutzanforderungen an Fenster<br />
erfüllen. Zur Optimierung des Wärmeschutzes<br />
fiel die Wahl in den Schlafräumen<br />
auf das Fenstersystem Heroal W 77,<br />
das auch die Kriterien von KfW 40 erfüllt.<br />
Realisiert als Fenstertür schützt es dank<br />
der weit oben platzierten Griffe vor Zugriff<br />
durch die Kinder und gewährleistet so<br />
ihre Sicherheit. Passend zum Bestandsgebäude<br />
erfolgte die Beschichtung sämtlicher<br />
Elemente in einem gefälligen RAL<br />
7016 Anthrazitgrau.<br />
Design im Fokus<br />
Für ein zu jeder Jahreszeit angenehmes Raumklima und einen effektiven UV- und Blendschutz<br />
sorgt im Kindergarten Zaubernuss die Verschattung mithilfe der textilen Sonnenschutzsysteme.<br />
Im Zugangsbereich bilden das im 'Les<br />
Couleurs Le Corbusier'-Farbton 32110<br />
l‘ocre rouge gestaltete Eingangstor und<br />
eine farbidentisch ausgestattete Tür<br />
einen aufmerksamkeitsstarken Blickfang.<br />
Zusätzlich betont wird der Eingangsbereich<br />
durch eine in RAL 6010 Grasgrün<br />
realisierte, vom herstellereigenen<br />
Profilbiege- und Abkantservice gefertigte,<br />
geschosshohe Fassadenverkleidung, von<br />
der sich der Name des Kindergartens<br />
optisch abhebt. Auf der Gartenseite des<br />
Gebäudes greifen Türen in Farbtönen von<br />
RAL 3014 Altrosa über RAL 3013 Tomatenrot<br />
bis zu RAL 5021 Wasserblau das<br />
gestalterische Konzept des Bestandsbaus<br />
mit seinen fröhlichen Farben für die Türen<br />
auf. Wesentliche Vorteile boten die große<br />
Farb- und Oberflächenvielfalt, die auch<br />
die Beschichtung in außergewöhnlichen<br />
Farben bei kurzen Lieferzeiten ermöglicht.<br />
Komfort und<br />
Barrierefreiheit<br />
für das<br />
Wohl der Kinder<br />
Um den Bedürfnissen von Kindern und<br />
Betreuungspersonal zu entsprechen,<br />
„Höchsten Stellenwert hatte bei Planung<br />
und Umsetzung darüber hinaus eine<br />
hochwertige Gestaltung, die in Form<br />
und Funktion auf die Bedürfnisse von<br />
Kindern zugeschnitten ist“, schildert der<br />
Projektleiter, der für die Realisierung<br />
des Anbaus verantwortlich zeichnet.<br />
Eine gestalterische Rolle spielen dabei<br />
elegante Optik, schmale Ansichtsbreiten<br />
und dezente Schlichtheit der Systemlösungen.<br />
„Visuelle Akzente setzt zudem die<br />
lebendige Farbgebung für die Türsysteme.<br />
Sie verbindet sich geschickt mit der<br />
zurückhaltenden Optik der angrenzenden<br />
Wohneinheiten und schafft ein harmonisches<br />
Ensemble.“<br />
Die lebendige Farbgebung für die Türsysteme und die Fassadenverkleidung setzt visuelle Akzente<br />
und verbindet sich geschickt mit der zurückhaltenden Optik der angrenzenden Wohneinheiten.<br />
element + BAU • 2/<strong>2026</strong><br />
9
special<br />
schulen / kindergärten<br />
trägt das architektonische Konzept<br />
darüber hinaus einem durchgängigen<br />
Komfortgedanken Rechnung. Die<br />
Durchgangsbereiche wurden mithilfe von<br />
schwellenlosen Nullbarrieren barrierefrei<br />
sowie – je nach Beschaffenheit des<br />
Außengeländes – optisch und funktional<br />
hochwertig mit dem Drainagesystem<br />
Heroal DS zur dezenten Flächenentwässerung<br />
ausgestattet. Durchgangstüren<br />
sind zum Teil mit elektrischen Öffnern<br />
versehen, um ein Öffnen der Türen durch<br />
die Kinder zu verhindern.<br />
Für ein zu jeder Jahreszeit angenehmes<br />
Raumklima und einen effektiven UV- und<br />
Blendschutz sorgt die Verschattung<br />
mithilfe von Sonnenschutzsystemen<br />
des Herstellers. Das Farbkonzept des<br />
Bestandsbaus aufgreifend, kamen die<br />
textilen Sonnenschutzsysteme Heroal VS<br />
Z und Heroal VS Z CS mit einem Tuch<br />
in der Ausführung Serge 3 % in 2629<br />
Leinen zum Einsatz. Die sog. Reißverschlusstechnologie<br />
sorgt für einen energieeffizienten<br />
Gebäudebetrieb bei hoher<br />
Stabilität des Textils selbst bei hohen<br />
Windlasten. Darüber hinaus integriert<br />
sich der Sonnenschutzes Heroal VS Z CS<br />
ästhetisch und dezent in die Fassade, was<br />
die schmalen Führungsschienen mit nur<br />
25 mm Ansichtsbreite ermöglichen.<br />
In den Schlafräumen erfolgt die Abdunkelung<br />
mithilfe des Rollladensystems Heroal<br />
RS 37, das dank seiner Konstruktion<br />
die Realisierung kleiner Kastengrößen<br />
unterstützt. Kombiniert mit der hohen<br />
Dichtigkeit der wärmedämmenden<br />
Fenstersysteme bietet es im Kindergarten<br />
Zaubernuss zudem eine leistungsstarke<br />
Lösung für die hohen Schallschutzanforderungen,<br />
die aufgrund der Nähe zu einer<br />
Ortsdurchfahrtstraße bestanden. Ergänzt<br />
werden die Rollladensysteme durch Insektenschutzsysteme<br />
in einer Ausführung als<br />
Pendeltür, die die Kinder vor Pollen und<br />
Insekten schützen.<br />
Sichere Fluchtweggestaltung<br />
Komplettiert wird die Ausstattung des<br />
Kindergartens durch Systemlösungen für<br />
die Sicherheit im Brandfall. Hierzu wurden<br />
die Rollläden, die der Verdunkelung der<br />
Fenstertüren in den Schlafräumen dienen,<br />
mit der Notstromsteuerung Heroal Rescue<br />
powered by Kaiser Nienhaus versehen.<br />
Konzipiert für den Einsatz im 2. Rettungsweg<br />
trägt sie bei einem Stromausfall dafür<br />
Sorge, dass die Rollläden eigenständig<br />
öffnen und die Kinder das Gebäude sicher<br />
verlassen können.<br />
Als Nahtstelle zwischen Innen und Außen<br />
erlaubt ergänzend das geprüfte Türsystem<br />
Heroal D 72 in den Räumlichkeiten der<br />
Als Nahtstelle zwischen Innen und Außen überzeugt das eingesetzte Türsystem durch eine<br />
ansprechende Optik und trägt zur Energieeffizienz des Gebäudes bei. Das geprüfte System<br />
erlaubt bei Bedarf außerdem die Realisierung von Fluchttüren nach DIN 179/1125.<br />
Zaubernuss die Realisierung von Fluchttüren<br />
nach DIN 179/1125. Optisch aus<br />
einem Guss mit den Fenstern und Fassadensystemen<br />
des Kindergartens, zeigt<br />
sich das Türsystem durch eine durchgängige,<br />
ansprechende Optik und trägt zur<br />
Energieeffizienz des Gebäudes bei.<br />
Enger Zeitplan zum<br />
Schutz der Kinder<br />
Eine besondere Herausforderung für die<br />
Realisierung des Bauvorhabens war der<br />
enge Zeitplan. Hier profitierte das Projektteam<br />
u. a. von der guten Zusammenarbeit<br />
mit dem beauftragten Fachpartner, W.<br />
Bautafel<br />
Objekt:<br />
Erweiterung Waldorfkindergarten Zaubernuss gGmbH<br />
Fertigstellung:<br />
2024<br />
Architekt:<br />
Wischke Send und Partner, Verl<br />
Verarbeiter:<br />
W. u. A. Varnholt GmbH, Gütersloh<br />
Fertigstellung Ursprungsbau:<br />
2015/2016<br />
u. A. Varnholt aus Gütersloh, der sowohl<br />
durch seine kompetente Beratung als<br />
auch durch schnelle Reaktionen bei<br />
Änderungswünschen zur Einhaltung der<br />
Terminvorgaben beitrug. „Zum Schutz der<br />
Kinder vor Lärm und Baustaub musste der<br />
Verbindungsbau innerhalb der sommerlichen<br />
Schließzeit und damit in einem Zeitfenster<br />
von gerade einmal drei Wochen<br />
ausgeführt werden. Die verbleibenden<br />
Arbeiten konnten ausnahmslos während<br />
des laufenden Kindergarten-Betriebs stattfinden.<br />
Dabei war jedoch streng darauf zu<br />
achten, dass die Bauaktivitäten während<br />
der Schlafzeiten ruhen bzw. die Geräuschentwicklung<br />
auf ein Minimum reduziert<br />
wird“, berichtet der Projektleiter.<br />
10 element + BAU • 2/<strong>2026</strong>
schulen / kindergärten<br />
special<br />
Kindertagesstätte in Großenhain<br />
Vorbild Biodiversitäts-Gründach<br />
Dipl.-Wirt.-Ing. (FH) Sandra Schöll<br />
Die neue Kindertagesstätte in der Chladeniusstraße in Großenhain lädt mit besonders blühenden Grünflächen rings um das Gebäude und auf<br />
dem Dach ein.<br />
Bildnachweis (alle Bilder): ZinCo<br />
Spielen und Lernen in freundlicher Umgebung – das will die Kindertagesstätte Chladeniusstraße<br />
in Großenhain in und mit ihrem neuen Haus bieten. Das Haus schenkt den Kindern und<br />
Betreuenden viel Freiheiten, viel Licht und viel Grün. Auch das 880 m² große, außergewöhnliche<br />
Dach ist in die Grünplanung eingebunden und erweist sich als blühender Blickfang für<br />
die gesamte Umgebung. Möglich ist dieser besondere Artenreichtum an Fauna und Flora dank<br />
einer „bewässerten Extensivbegrünung“ mit Biodiversitäts-Modulen. Ein grünes Vorbildprojekt<br />
– nicht nur für die Kinder.<br />
Die Stadt Großenhain liegt im<br />
nordöstlichen Teil des Freistaates<br />
Sachsen und zählt rund 18.700<br />
Einwohner. Die Kindertagesstätte in der<br />
Chladeniusstraße gibt es schon seit den<br />
1980er Jahren, allerdings steht anstelle<br />
der alten Einrichtung mit drei Stockwerken<br />
hier jetzt der beeindruckende Ersatzneubau<br />
mit Freiraum für 111 Kinder –<br />
entworfen von TSSB Architekten in enger<br />
Zusammenarbeit mit den Landschaftsarchitekten<br />
Blaurock, beide aus Dresden.<br />
Das langgestreckte, eingeschossige<br />
Eckgebäude folgt der Straßenführung,<br />
während Hof und Garten geschützt im<br />
hinteren Bereich des Grundstücks liegen.<br />
Es erhält seine lebendige Silhouette<br />
dadurch, dass sechs einzelne Holzhütten<br />
aus dem Baukörper hervortreten. Hier<br />
befinden sich die Gruppenräume, deren<br />
hohe Glasfronten bis in die Giebel reichen<br />
und eine enge Verbindung zwischen<br />
innen und außen schaffen. Da diese<br />
Räume Richtung Norden liegen, ist kein<br />
permanent geschlossener Sonnenschutz<br />
notwendig und der Blick ins Grüne den<br />
ganzen Tag frei. Ein weiterer Vorteil ist,<br />
dass diese Gruppenräume samt ihren<br />
Nebenflächen wie zum Beispiel Schlafräume<br />
aufgrund der rückseitigen Lage vor<br />
Straßenlärm geschützt sind. Schallschutz<br />
für die Innenräume bietet auch die Dachbegrünung.<br />
Diese wirkt zudem temperaturausgleichend,<br />
so dass die Innenräume<br />
im Sommer kühler und im Winter wärmer<br />
bleiben. Viele weitere Pluspunkte sprechen<br />
für die Dachbegrünung: Schutz der<br />
Bausubstanz, Verlängerung der Dachlebensdauer,<br />
Verbesserung des Kleinklimas,<br />
Wasserrückhalt und ihr besonderer<br />
Beitrag zum Schutz der Artenvielfalt. Die<br />
Landschaftsarchitektin Claudia Blaurock<br />
betont dabei: „Wichtig war uns, dass<br />
der Neubau samt seinen Außenanlagen<br />
element + BAU • 2/<strong>2026</strong><br />
11
special<br />
schulen / kindergärten<br />
Die Samenmischung „Bienenweide“ besteht<br />
aus 35 verschiedenen nektarreichen Pflanzenarten.<br />
Auch Totholz dient als Lebensraum<br />
für Tiere.<br />
Sandlinsen sind für viele Tiere wertvolle Brutund<br />
Sonnenplätze.<br />
Drei Lichtkuppeln inmitten der grünen Dachlandschaft<br />
lassen zusätzliches Tageslicht in<br />
die Innenräume.<br />
mit seinem Erscheinungsbild einer Kita<br />
gerecht wird und nicht wie eine auswechselbare<br />
Architektur eines Institutes oder<br />
Bürogebäudes wahrgenommen wird.<br />
Die Inhalte der Pädagogik sollen sich im<br />
Gebäude und den Freianlagen widerspiegeln.<br />
Dazu gehört auch eine ästhetische<br />
Bildung. Das Biodiversitäts-Gründach<br />
gehört zum Hüttenkonzept dazu. Man<br />
soll das Gefühl haben, vor einer ländlichen<br />
Hütte zu stehen. Mit Sandhügel<br />
und Totholz schaffen wir Lebensraum für<br />
Insekten.“<br />
Standortfaktoren<br />
Mit einem Jahresniederschlag von<br />
lediglich 550 - 600 mm zählt Großenhain<br />
zu den niederschlagsarmen Regionen in<br />
Deutschland. Aus diesem Grund wurde<br />
das gewünschte Biodiversitäts-Gründach<br />
mit dem ZinCo-Systemaufbau „Bewässerte<br />
Extensivbegrünung“ realisiert, welcher<br />
sich durch eine effiziente Unterflurbewässerung<br />
auszeichnet. Das Flachdach<br />
hat ein typisches Gefälle von 2 % und<br />
ist statisch auf das Gewicht der Dachbegrünung<br />
ausgelegt. Auf der Grundlage<br />
einer bituminösen und bereits wurzelfest<br />
ausgebildeten Dachabdichtung konnten<br />
die Begrünungsarbeiten starten. Mit der<br />
Ausführung und auch der späteren Pflege<br />
der Begrünung betraute man den erfahrenen<br />
Garten- und Landschaftsbaubetrieb<br />
Heidel aus Hartenstein.<br />
Raffiniertes System<br />
Erste Lage im ZinCo-Systemaufbau<br />
„Bewässerte Extensivbegrünung“ ist die<br />
Speicherschutzmatte SSM 45, auf welche<br />
die Drän- und Wasserspeicherelemente<br />
Floradrain FD 25 folgten. Diese 25 mm<br />
hohen Elemente aus RC-Polyolefin verfügen<br />
über oberseitige Mulden zur Wasserspeicherung<br />
sowie über ein unterseitiges<br />
Kanalsystem für die sichere Ableitung von<br />
Überschusswasser in die Dachabläufe.<br />
Auf diese Dränageschicht folgte das diffusionsoffene<br />
Aquafleece AF 300 und die<br />
Tropfschläuche zur Unterflurbewässerung,<br />
welche in Abständen von 50 cm auf dem<br />
Aquafleece mit Klettbändern befestigt<br />
wurden. Das Besondere an Aquafleece AF<br />
300 ist sein zweischichtiger Aufbau aus<br />
einem unterseitigen dichten Gewebe und<br />
einem oberseitigen stark kapillarwirksamen<br />
Vlies. Von oben kommendes Wasser<br />
(aus Regenfällen oder aus den Tropfschläuchen)<br />
verteilt sich infolge dieser Kapillarität<br />
zuerst flächig im Vlies. Erst wenn<br />
dieses Vlies vollständig wassergesättigt<br />
ist, kann das Wasser das unterseitige<br />
Gewebe passieren. Aufgrund dieser intelligenten<br />
Flächenverteilung sind deutlich<br />
weniger Tropfschläuche notwendig als<br />
bei der klassischen Tröpfchenbewässerung<br />
und das Wasser steht ohne Verdunstungsverluste<br />
direkt im Wurzelraum zur<br />
Verfügung. Das ist der große Vorteil jeder<br />
Unterflurbewässerung im Gegensatz zu<br />
einer herkömmlichen Bewässerung von<br />
oben wie bei einer Wassersprenkleranlage.<br />
Auf dem Dach der Kindertagesstätte<br />
sind die Tropfschläuche mit einem Steuerelement<br />
verbunden, das die Bewässerung<br />
bei ausbleibenden Regenfällen automatisch<br />
reguliert.<br />
Große<br />
Artenvielfalt<br />
Damit sich die gewünschte Pflanzenvielfalt<br />
auch dauerhaft auf dem Dach<br />
etabliert, ist neben dem Wasserhaushalt<br />
auch ein humusreicheres Substrat in<br />
entsprechender Schütthöhe relevant.<br />
In Großenhain schüttete man daher die<br />
ZinCo-Systemerde „Steinrosenflur“ zwischen<br />
10 und 14 cm hoch. Eine solche<br />
Modellierung in der Substrathöhe erlaubt<br />
die gezielte Gestaltung und Anpflanzung<br />
von Arten, die mehr Wurzelraum benötigen.<br />
So sind die Dachinnenflächen<br />
der Kindertagesstätte insgesamt höher<br />
geschüttet als zum Beispiel die Bereiche<br />
um die Sandlinsen und um sämtliche<br />
Kiesstreifen am Dachrand, um Lichtkuppeln<br />
und Sekuranten. Nach vollständiger<br />
Aufbringung des Substrats wurden die<br />
Pflanzen eingebracht, und zwar in Form<br />
von Pflanzungen sowie durch die Aussaat<br />
von Sprossen und Samen.<br />
Gemäß Pflanzplan wurden als erstes fast<br />
5000 Exemplare von 18 verschiedenen<br />
Stauden- und Gräserarten gepflanzt, was<br />
eine rasche Flächendeckung begünstigte.<br />
Großen Anteil an der eindrucksvollen<br />
Artenvielfalt des Biodiversitäts-Gründachs<br />
hat außerdem die spezielle Samenmischung<br />
„Bienenweide“, von der 7 kg<br />
ausgesät wurden. Diese Mischung enthält<br />
mehr als 35 nektarreiche und zeitversetzt<br />
blühenden Pflanzenarten. Ihre Blütezeit<br />
beginnt bereits im März mit Frühlings-<br />
Fingerkraut und Kaukasischer Gänsekresse<br />
und reicht dank Berg-Bohnenkraut bis<br />
in den späten Herbst. So finden Bienen<br />
im Jahresverlauf möglichst lange Nektar<br />
und Pollen. Schließlich wurden auf dem<br />
gesamten Dach noch 12 kg Sedumsprossen<br />
ausgebracht. Diese Arten zeichnen<br />
sich durch eine geringe Wuchshöhe aus<br />
und eignen sich daher hervorragend für<br />
die Randbereiche.<br />
Bienen, Vögel, Schmetterlinge und Insekten<br />
benötigen auf dem Dach aber nicht<br />
nur vielseitige Futterpflanzen, sondern<br />
auch Verstecke, Brut- und Sonnenplätze.<br />
Dazu dienen vegetationsfreie Flächen wie<br />
die erwähnten Sandlinsen und aufgestapeltes<br />
Totholz. Abgestorbenen Äste<br />
werden nämlich von Moosen, Flechten,<br />
12 element + BAU • 2/<strong>2026</strong>
schulen / kindergärten<br />
special<br />
Pilzen sowie Käfern und anderen Insekten<br />
als Lebensraum genutzt. Diese Biodiversitäts-Module<br />
lassen sich ohne großen<br />
Aufwand anlegen und verwandeln das<br />
Dach in ein ökologisch wertvolles Biotop<br />
mit artenreicher Fauna und Flora.<br />
Bautafel<br />
Bauherr:<br />
Architekt:<br />
Stadt Großenhain<br />
TSSB architekten, Dresden<br />
Landschaftsarchitekt:<br />
Blaurock Landschaftsarchitektur, Dresden<br />
Ausführung Abdichtung: Schelzel Bedachungs GmbH, Dresden<br />
Ausführung Begrünung: Heidel Garten- und Landschaftsbau,<br />
Hartenstein<br />
Systemlieferant:<br />
Baujahr: 2022<br />
Dachfläche: ca. 880 m²<br />
Begrünungsaufbau:<br />
ZinCo GmbH, Nürtingen<br />
ZinCo-Systemaufbau „Bewässerte Extensivbegrünung“<br />
mit Biodiversitäts-Modulen<br />
ZinCo-Systemaufbau „Bewässerte Extensivbegrünung“<br />
German Design<br />
Award 2024 Winner<br />
Die Kita Großenhain gewann 2024 den<br />
German Design Award in der Kategorie<br />
Architektur. Dieser Award gilt als prestigeträchtigste<br />
Auszeichnung in der internationalen<br />
Designbranche und prämiert<br />
wegweisende Projekte. Das macht die<br />
Stadt Großenhain und alle Projektbeteiligten<br />
natürlich sehr stolz, ein Vorbildobjekt<br />
mit solcher Ausstrahlung geschaffen zu<br />
haben.<br />
Gesunde Lernräume beginnen<br />
mit Tageslicht und frischer Luft<br />
Lösungen für Schulen und Kindergärten – für mehr Wohlbefinden,<br />
bessere Konzentration und nachhaltige Gebäude.<br />
• Natürliches Tageslicht für optimale Lern- und<br />
Entwicklungsbedingungen<br />
• Kontrollierte Frischluftzufuhr für bessere Innenraumqualität<br />
• Effiziente Systeme für Neubau & Sanierung – nach DIN EN 17037<br />
Jetzt kostenloses<br />
E-Book herunterladen<br />
element + BAU • 2/<strong>2026</strong><br />
13
special<br />
schulen / kindergärten<br />
Bildungseinrichtungen aus Holz<br />
Viel Holz für angenehmes Lernen<br />
Immer mehr Bildungseinrichtungen setzen auf Holz, wenn es um den Neubau oder die Sanierung<br />
von Kindergärten, Schulen, Universitäten oder Sportstätten geht. Eine gute Wahl, denn<br />
Holzoberflächen sind nicht nur naturnah und ästhetisch, sondern sorgen auch für ein gesundes<br />
Raumklima. Nachhaltigen Holzkonstruktionen kommen in Bildungseinrichtungen weltweit<br />
zum Einsatz.<br />
Die als Cluster organisierten Klassentrakte des Gymnasiums in Langenhagen sind über Laubengänge direkt vom Außenbereich zugänglich.<br />
Bildnachweis: Conné van d'Grachten<br />
Im Folgenden präsentieren wir Ihnen<br />
ganz unterscheidliche Objekte – vom<br />
deutschen Langenhagen über Frankreich<br />
bis nach Australien – die allesamt<br />
von Rubner Ingenieurholzbau errichtet<br />
wurden.<br />
Clusterschule in<br />
Hybridbauweise<br />
Damit Schüler und Lehrpersonen von einer<br />
angenehmen Atmosphäre profitieren,<br />
wurde das niedersächsische Gymnasium<br />
Langenhagen in Holz-Hybridbauweise<br />
errichtet. Seine Besonderheit: Die als<br />
Cluster organisierten Klassentrakte sind<br />
über Laubengänge direkt vom Außenbereich<br />
zugänglich. Wo immer es Bau- und<br />
Brandschutzvorschriften zuließen, wurde<br />
Holz als Primär- und Ausbaustoff gewählt.<br />
Das Projekt wurde 2023 mit dem<br />
Landesarchitekturpreis Niedersachsen für<br />
Holz-Hybridbau ausgezeichnet.<br />
Sporthalle aus<br />
Brettschichtholz<br />
Eine gesunde und einladende Schul- und<br />
Sportumgebung wurde auch für die Groupe<br />
Scolaire Julien Duret im französischen<br />
Lyon realisiert. Dabei sticht vor allem die<br />
Sporthalle hervor: Sie zeichnet sich durch<br />
ihre Struktur aus Brettschichtholz aus, die<br />
Robustheit mit Ästhetik vereint – ein perfektes<br />
Beispiel dafür, wie Holz nachhaltige<br />
und einladende Räume entstehen lässt.<br />
Brettschichtholzbalken<br />
tragen Sägezahndach<br />
Das Gebäude der Macquarie University<br />
Law School im australischen New South<br />
Wales war das erste von Rubner realisierte,<br />
mehrstöckige Projekt innerhalb eines<br />
Universitätscampus: Ein einzigartiges<br />
14 element + BAU • 2/<strong>2026</strong>
schulen / kindergärten<br />
special<br />
Bauwerk, bei dem die weit gespannten<br />
Brettschichtholzbalken des Atriums ein<br />
lichtdurchlässiges Sägezahndach tragen<br />
und so das architektonische Markenzeichen<br />
des Hauses bilden.<br />
Studieren in nachhaltiger<br />
Umgebung<br />
Die Studierenden des neuen Innovationszentrums<br />
der Universität Padua können<br />
sich nun in einem top-modernen Holzgebäude<br />
ins Studium stürzen: Brettschichtholzträger<br />
sowie Wände und Decken<br />
aus Brettsperrholz bilden das tragende<br />
Gerüst der Fakultät für Ingenieurswesen.<br />
Die Wandelemente wurden teilweise<br />
geschossübergreifend über zwei Etagen<br />
realisiert: vom Erdgeschoss bis zum<br />
ersten Stock und vom zweiten bis zum<br />
dritten Stock.<br />
Die Technische Universität Nürnberg<br />
(UTN) setzt indes mit ihrem Verfügungsgebäude<br />
„Cube One“ ein nachhaltiges<br />
Zeichen: Das sechsgeschossige Bauwerk<br />
beherbergt flexibel nutzbare Flächen für<br />
Forschung, Lehre und Verwaltung. Dank<br />
Hybridbauweise aus Holz und recyceltem<br />
Beton sowie begrünten Fassaden<br />
und einer Photovoltaikanlage erfüllt das<br />
Gebäude mit Gebäudeklasse 5 sogar<br />
den Passivhausstandard. So können<br />
künftige Ingenieurinnen und Ingenieure<br />
die Qualitäten des Holzbaus in ihrem<br />
eigenen Studienumfeld erleben, was<br />
dem Projekt eine besondere Aussagekraft<br />
verleiht.<br />
Das Markenzeichen der Macquarie University Law School im australischen New South Wales<br />
sind die weit gespannten Brettschichtholzbalken des Atriums, die ein lichtdurchlässiges Sägezahndach<br />
tragen.<br />
Bildnachweis: ©Fretwell Photography<br />
Mehr als ein Bildungsensemble<br />
aus<br />
Schule und KiTa<br />
Auf innovatives Bauen wurde auch in der<br />
Wissenschaftsstadt Darmstadt gesetzt:<br />
Hier entstand ein dreiteiliges Bildungsensemble,<br />
bei dem Grundschule, KiTa<br />
und Sporthalle sich als eigenständige<br />
Kuben in den sensiblen Bestand einfügen.<br />
Während Schule und KiTa als Holz-Hybrid<br />
entstanden, wurde die Sporthalle in reiner<br />
Holzmassivbauweise errichtet. Das Energiekonzept<br />
verbindet Dachbegrünung,<br />
Regenwasserspeicherung, Photovoltaik,<br />
begrünte Stützmauern und ein auf thermischen<br />
Simulationen basierendes passives<br />
Kühlsystem.<br />
Während Schule und KiTa als Holz-Hybridbau entstanden, wurde die Sporthalle der Heinrich<br />
Hoffmann Schule in Darmstadt in reiner Holzmassivbauweise errichtet.<br />
Bildnachweis: Conné van d’Grachten<br />
In einer Region mit sommerlicher Extremhitze<br />
sorgt der Baustoff Holz für angenehme<br />
Thermik und Atmosphäre: Deshalb<br />
wurde das öffentliche Nachbarschaftszentrum<br />
der Gemeinde Les Pennes-Mirabeau<br />
in Südfrankreich in Holzrahmenbauweise<br />
errichtet, kombiniert mit weiteren ökologisch<br />
wertvollen Materialien. Es vereint<br />
Schule, Kinderbetreuung, Restaurant und<br />
eine „Ideethèque“ mit Auditorium. Das<br />
Gebäude wurde mit dem Label „Mediterranean<br />
Sustainable Buildings“ ausgezeichnet.<br />
Die Beispiele zeigen, was im Holzbau für<br />
Schulen, Kitas und Universitäten alles<br />
möglich ist. Schnelligkeit im Bau durch<br />
eine hohe Vorfertigung, Individualität<br />
in der Umsetzung, modulare und serielle<br />
Fertigungsmöglichkeiten sowie die<br />
nachhaltige Bauweise mit einem nachwachsenden<br />
Rohstoff sprechen für den<br />
Einsatz von Holz in Bildungseinrichtungen<br />
aller Art.<br />
element + BAU • 2/<strong>2026</strong><br />
15
special<br />
Der Auftrag für die Dachsanierung wurde<br />
an die Dachdeckerei Klaus Barner in<br />
Minden vergeben. Insgesamt 3.400<br />
Quadratmeter Dachfläche wurde von den<br />
Fachhandwerkern zunächst vollständig<br />
zurückgebaut. Auf der instandgesetzten<br />
Holzschalung wurde eine Elastomer-<br />
Bitumen-Dampfsperre verlegt. Die 180<br />
mm dicke Steinwoll-Dämmung, die sich<br />
auch schon zuvor auf dem Dach befand<br />
und auf Wiederverwendbarkeit geprüft<br />
wurde, konnte erneut eingesetzt werden.<br />
Die aussortierten und entsorgten Dämmschulen<br />
/ kindergärten<br />
Sanierung der Hochschule Bielefeld am Campus Minden<br />
Tradition und Zukunft vereint<br />
Die Hochschule Bielefeld bietet als Universität der angewandten Wissenschaften und Künste<br />
ein vielfältiges Studienprogramm. Die etwa 10.200 Studierenden verteilen sich auf die drei<br />
Standorte Bielefeld, Minden und Gütersloh. Der Campus in Minden befindet sich in einer ehemaligen<br />
Artilleriekaserne, die bereits Ende des 19. Jahrhunderts errichtet wurde. Die Gebäude<br />
auf dem historischen Gelände wurden lange Zeit militärisch genutzt und stehen heute zum<br />
Großteil unter Denkmalschutz. Ab 1996 begann eine umfassende Sanierung des Geländes<br />
mit dem Ziel, es in einen Universitätsstandort umzuwandeln.<br />
Hierbei sind einige Gebäude auch<br />
mit neuen Dächern eingedeckt<br />
worden – die Ausführung entsprach<br />
jedoch nicht in allen Bereichen<br />
den heutigen technischen Standards. Die<br />
daraus resultierenden Einschränkungen<br />
wurden im Rahmen von erneuten Maßnahmen<br />
am Dach behoben. Die hohen<br />
Anforderungen konnte das Stehfalzsystem<br />
von Kalzip erfüllen.<br />
Von Denkmalschutz…<br />
Bei der Sanierung der historischen<br />
Gebäude des Campus Minden von 1996<br />
bis 2002 kam bereits ein Dachsystem<br />
mit falzbarem Aluminium zum Einsatz,<br />
welches den Anforderungen des Denkmalschutzes<br />
gerecht wurde. Der unbelüftete<br />
Dachaufbau wurde durch eine<br />
Dampfsperre von der Holzschalung getrennt.<br />
Da diese jedoch in der Ausführung<br />
nicht durchgehend optimal umgesetzt<br />
wurde, zeigten sich nach nunmehr 25 bis<br />
30 Jahren Feuchtebeeinträchtigungen<br />
innerhalb der Konstruktion. Zahlreiche<br />
Holzelemente und Teile der Dämmung<br />
waren funktional beeinträchtigt und nicht<br />
mehr auf dem aktuellen Stand. Daraus ergab<br />
sich Handlungsbedarf, weshalb eine<br />
umfassende Überarbeitung des Daches<br />
geplant wurde.<br />
Der Denkmalschutz gab vor, die Stehfalzoptik<br />
zu erhalten beziehungsweise<br />
wiederherzustellen. Der Bau- und<br />
Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB NRW)<br />
stieß als Bauherr die Planungen mit der<br />
Maßgabe an, ein ebenso wirtschaftliches<br />
wie nachhaltiges Konzept für die Dachsanierung<br />
zu erarbeiten. Für die Planenden<br />
stand fest, dass bei der Umsetzung der<br />
Sanierung möglichst viele geeignete und<br />
intakte Bauteile wiedereingebaut werden<br />
sollten. So wurde beispielsweise der<br />
wiederverwertbare Teil der Dämmung bei<br />
der Sanierung erneut eingesetzt. Darüber<br />
hinaus sollte die Option berücksichtigt<br />
werden, dass die Dachflächen nachträglich<br />
mit einer leistungsfähigen Photovoltaik-Anlage<br />
ausgerüstet werden können.<br />
… bis Dachsanierung<br />
16 element + BAU • 2/<strong>2026</strong>
schulen / kindergärten<br />
special<br />
Auf dem trittfesten Dämmmaterial wurden die<br />
Aluminium-Drehklippschienen LB30 sowie die<br />
passenden Systemhalter montiert.<br />
Zwischen trittfester Dämmung, Systemhaltern<br />
und Dachhaut wurde noch ein weicher<br />
Dämmfilz ergänzt. Damit verbessert sich der<br />
Wärmeschutz.<br />
Dank der industriell hergestellten Stehfalze<br />
ließen sich die Profilbleche schnell und einfach<br />
verlegen.<br />
platten wurden durch neue gleichwertige<br />
Platten ersetzt.<br />
Auf dem trittfesten Dämmmaterial<br />
verbaute das Team von Klaus Barner die<br />
systemzugehörigen Aluminium-Drehklippschienen<br />
des Typs LB30. Diese wurden<br />
jeweils in den Holzsparren unterhalb<br />
der Schalung verschraubt, damit keine<br />
Schraubenspitzen auf der Raumseite aus<br />
der Sichtschalung herausstehen. Auf den<br />
Drehklippschienen wurden die passenden<br />
Systemhalter montiert. Der Zwischenraum<br />
zwischen trittfester Dämmung und<br />
Dachhaut ermöglichte den Einbau eines<br />
weichen Dämmfilzes zur Verbesserung<br />
des Wärmeschutzes.<br />
Neue Dachhaut<br />
im alten Look<br />
Das äußere Erscheinungsbild sollte<br />
möglichst erhalten bleiben bzw. wiederhergestellt<br />
werden. Um der vorherigen<br />
Dacheindeckung optisch möglichst nahe<br />
zu kommen, wurde das Stehfalzprofil Typ<br />
50-444 von Kalzip gewählt. Ohne die<br />
sonst üblichen Sicken erinnert die glatte<br />
Profilgeometrie an eine handwerkliche<br />
Stehfalzeindeckung.<br />
Mit dem industriell hergestellten Stehfalzen<br />
ließen sich die Profilbleche schnell<br />
und einfach verlegen. Dafür setzten die<br />
Fachhandwerker jeweils die inneren Falze<br />
auf die zwischen der weichen Dämmung<br />
herausstehenden Klipps. Die äußeren<br />
Falze wurden auf den vorangegangenen<br />
inneren Falzen gesetzt und anschließend<br />
maschinell verbördelt. Somit konnten die<br />
Dacharbeiten zügig umgesetzt werden.<br />
Nachhaltig<br />
saniert<br />
Die Dachsanierung am Campus Minden<br />
der Hochschule Bielefeld zeigt eindrucksvoll,<br />
wie sich die Anforderungen des<br />
Denkmalschutzes mit einer modernen,<br />
nachhaltigen Bauweise verbinden lassen.<br />
Die charakteristische Stehfalzoptik<br />
wurde wiederhergestellt, wodurch das<br />
historische Erscheinungsbild erhalten<br />
blieb. Gleichzeitig wurden konstruktive<br />
Verbesserungen nachhaltig umgesetzt.<br />
Besonders hervorzuheben ist der ressourcenschonende<br />
Umgang mit vorhandenen<br />
Materialien: Durch die Wiederverwendung<br />
der intakten Dämmstoffplatten<br />
konnten die Abfallmenge erheblich reduziert<br />
und wertvolle Ressourcen geschont<br />
werden.<br />
Alte Kaserne mit neuem Dach: Das Kalzip System konnte die Anforderungen des Denkmalschutzes<br />
erfüllen. Auch der Aspekt der Nachhaltigkeit wurde mit der Dachsanierung erfüllt. Neben wiederverwendeten<br />
Materialien kam eine Dacheindeckung aus recyceltem Aluminium zum Einsatz.<br />
Bildnachweis: (alle Bilder): Kalzip GmbH<br />
Darüber hinaus wird die Nachhaltigkeit<br />
des Projekts durch das eingesetzte<br />
Kalzip-System zusätzlich verstärkt. Dieses<br />
besteht zu rund 95 % aus recyceltem Aluminium<br />
und ist am Ende seines Lebenszyklus<br />
wiederum vollständig recyclingfähig.<br />
Damit leistet nicht nur die Sanierungsstrategie<br />
selbst, sondern auch das gewählte<br />
Dachsystem einen wesentlichen Beitrag<br />
zu einer ganzheitlich nachhaltigen und zukunftsfähigen<br />
Bauweise. Zusätzlich kann<br />
mit den systemkompatiblen Klemmen<br />
auch nachträglich noch eine handelsübliche<br />
Photovoltaik-Anlage auf dem Dach<br />
befestigt werden.<br />
element + BAU • 2/<strong>2026</strong><br />
17
special<br />
schulen / kindergärten<br />
Neubau der Grundschule Alice Milliat, Nantes<br />
Schnell realisiert – nachhaltig und kindgerecht<br />
Aufgrund steigender Schülerzahlen benötigte die Stadt Nantes schnell ein neues Grundschulgebäude.<br />
Beim Bau der Ecole Alice Milliat setzte die Kommune auf eine vorgefertigte Holzbauweise<br />
und biobasierte sowie recycelte Baustoffe. Einen hohen Stellenwert nahm der Sonnenschutz<br />
ein, der mit Raffstoren umgesetzt wurde. Um auch den Notausstieg über die Fassade<br />
sicherzustellen, wurden die Raffstoren der Notausgangsfenster mit einer speziellen Technik<br />
ausgestattet.<br />
Die neue Vor- und Grundschule Alice Milliat im Süden von Nantes kann 230 Schüler und Schülerinnen aus der Umgebung aufnehmen.<br />
Bildnachweis (alle Bilder): Warema<br />
Die neuen Räumlichkeiten der<br />
Grund- und Vorschule in Nantes<br />
sollten auf dem schmalen Grundstück<br />
im Süden der Stadt auf einem<br />
ehemaligen Parkplatz entstehen. Das<br />
Gelände ist umgeben von Wohngebäuden<br />
und denkmalgeschützten Bäumen.<br />
Auf der langgestreckten Fläche mit 4.900<br />
Quadratmetern plante das Architekturbüro<br />
forma6 ein dreigeschossiges Gebäude<br />
mit einem Staffelgeschoss, großzügige<br />
Außenbereiche mit überdachten und<br />
begrünten Pausenhöfen sowie Volleyballund<br />
Basketballplatz.<br />
Das kompakte Schulgebäude beherbergt<br />
nun auf 2.315 Quadratmetern drei<br />
Vorschul- und fünf Grundschulklassen<br />
für insgesamt 230 Kinder. Im Erdgeschoss<br />
liegen die Schulmensa, Gemeinschafts-<br />
und Verwaltungsräume und<br />
ein Mehrzweckraum, der später auch<br />
für die Nachbarschaft geöffnet werden<br />
kann. Die Vorschulklassen sind zusammen<br />
mit Spiel- und Gruppenräumen,<br />
weiteren Verwaltungsräumen und der<br />
Schulbibliothek im ersten Obergeschoss<br />
untergebracht. Die Klassen- sowie<br />
Nebenräume der Grundschule befinden<br />
sich im zweiten Obergeschoss. Die<br />
kleinen Gebäude, die das Hauptgebäude<br />
begleiten, spielen auf Hütten an, wie sie<br />
von Kindern gern gebaut werden. Sie<br />
beherbergen Sondernutzungen oder die<br />
Technikausstattung, wie Kühlgeräte und<br />
Raumluftaggregate.<br />
Für die Stadt Nantes ist die Ecole Alice<br />
Milliat ein Paradebeispiel für die Schule<br />
von morgen. Mit ihren spielerisch<br />
gestalteten, asphaltfreien Innenhöfen mit<br />
Rasenflächen und Holzspanböden sowie<br />
den vielfältig nutzbaren Außenbereichen<br />
gibt sich die Schule kindgerecht und<br />
inklusionsfördernd.<br />
Biobasierte und<br />
demontierbare<br />
Baustoffe<br />
Die Holzelementbauweise mit ihren<br />
vorgefertigten Wand- und Deckenelementen<br />
erlaubte eine schnell umsetzbare<br />
18 element + BAU • 2/<strong>2026</strong>
schulen / kindergärten<br />
Der Schulneubau wurde in Holzelementbauweise aus Douglasienholz mit biobasiertem Dämmmaterial<br />
errichtet. Die Fassade erhielt eine Verkleidung aus vorvergrautem Tannenholz.<br />
Bauproduktion, die kurze Bauzeiten garantiert<br />
und die Lärmbelästigung durch die<br />
Baustelle reduziert.<br />
Die Struktur besteht aus einer gemischten<br />
Metall- und Holzkonstruktion mit vorgefertigten<br />
Holzrahmenfassaden, die eine<br />
unabhängige Verkleidung tragen können.<br />
Dabei wurde bei der Konstruktion Douglasie<br />
und bei der Fassade kernbehandeltes<br />
und vorvergrautes Tannenholz eingesetzt.<br />
Die Wände in Holzbauweise sowie die<br />
Zwischenwände, Deckenelemente und<br />
Treppen aus kreuzweise verleimtem<br />
Brettsperrholz (CLT) wurden im Werk von<br />
OBM Constructions vorgefertigt und vor<br />
Ort montiert. Holzfaserplatten und Dämmplatten<br />
auf Basis von recycelter Baumwolle<br />
sorgen für eine gute energetische und<br />
akustische Dämmung. Das Schulgebäude<br />
grenzt zwar direkt an den stark befahrenen<br />
und lauten Boulevard de Vendée,<br />
doch „davon hört man in den Schulräumen<br />
nichts,“ erläutert Architekt Bertrand<br />
Poirier und betont die hervorragende<br />
Raumluftqualität in dem Schulgebäude.<br />
TAGESLICHT<br />
FÜR MEHR DURCHBLICK<br />
LAMILUX<br />
GLASDACH PR60<br />
Mehr Wohlbefinden und<br />
Konzentration dank Tageslicht<br />
Individuelle Sanierungslösungen<br />
für jede Anforderung<br />
Energieeffizient – rundum<br />
optimaler Wärmeschutz<br />
Persönliche Planungsunterstützung<br />
in jeder Projektphase<br />
Die eingesetzten Raffstoren schaffen eine motivierende Lernumgebung mit ausreichend, blendfreiem<br />
Tageslicht und wirksamem Hitzeschutz – für Konzentrationsfähigkeit und Leistungsbereitschaft<br />
der Schülerinnen und Schüler.<br />
Mehr entdecken unter:<br />
tageslicht.lamilux.de/pr60<br />
tageslicht.lamilux.de<br />
information@lamilux.de
special<br />
schulen / kindergärten<br />
Die Basis-Raffstoren wurden verdeckt<br />
in der Holzrahmenfassade montiert. Die<br />
schienengeführten Lamellen gewährleisten<br />
einen effektiven Hitze- und Blendschutz bei<br />
gleichzeitig optimaler Tageslichtausbeute.<br />
Intelligenter<br />
Sonnenschutz<br />
fördert den Lernerfolg<br />
Eine motivierende Lernumgebung<br />
braucht eine ausreichende Versorgung<br />
mit blendfreiem Tageslicht und einen<br />
wirksamen Hitzeschutz, um die Konzentrationsfähigkeit<br />
und Leistungsbereitschaft<br />
der Schülerinnen und Schüler<br />
sicherzustellen.<br />
Um die Demontierbarkeit der Gebäudekonstruktion<br />
nicht durch aufwändige Verkabelungen<br />
zu behindern, fiel die Wahl auf das<br />
Funksystem WMS. Intelligente Sensoren<br />
erfassen die Helligkeit und Wetterlage und<br />
ermöglichen so eine automatische Steuerung<br />
der Raffstoren. Zusätzlich besteht die Möglichkeit,<br />
diese manuell über WMS Wandsender<br />
zu bedienen.<br />
Raffstoren manuell über WMS Wandsender<br />
zu bedienen.<br />
SecuKit ist eine wirtschaftliche Sicherheitsausstattung,<br />
mit der die Raffstoren kinderleicht<br />
manuell nach oben geschoben werden können.<br />
Die Endschiene arretiert sich auf vordefinierter<br />
Höhe seitlich in den Führungsschienen. Die so<br />
ausgestatteten Notausgänge sind mit roten<br />
Aufklebern auf der Scheibe und die in Verkehrsrot<br />
gehaltenen Endschienen gekennzeichnet.<br />
Eine wichtige Anforderung war zudem,<br />
dass auch Notausgangsfenster verschattet<br />
werden können, ohne den Rettungsweg<br />
zu blockieren. Die Lösung: Warema<br />
Raffstoren mit SecuKit. Mit dieser<br />
wirtschaftlichen Sicherheitsausstattung<br />
können die Raffstoren kinderleicht manuell<br />
nach oben geschoben werden. Die<br />
Endschiene arretiert sich auf vordefinierter<br />
Höhe seitlich in den Führungsschienen.<br />
Bei Stromausfall oder Brand sind die<br />
Rettungswege über die Fenster schnell<br />
und frei zu begehen.<br />
Zudem sind die so ausgestatteten Notausgänge<br />
mit roten Aufklebern auf der<br />
Scheibe gekennzeichnet. Das und die<br />
in Verkehrsrot (RAL 3020) gehaltenen<br />
Endschienen der Raffstoren machen die<br />
Rettungswege gerade dann schnell und<br />
klar erkennbar, wenn jede Sekunde zählt.<br />
In der Ecole Alice Milliat setzten die Bauherren<br />
daher auf Raffstoren von Warema.<br />
An 60 Fenstern wurden Basis-Raffstoren<br />
verdeckt in der Holzrahmenfassade<br />
montiert. Die schienengeführten Lamellen<br />
gewährleisten einen effektiven Hitze- und<br />
Blendschutz bei gleichzeitig optimaler<br />
Tageslichtausbeute.<br />
Um die Demontierbarkeit der Gebäudekonstruktion<br />
nicht durch aufwändige<br />
Verkabelungen zu behindern, erfolgt<br />
die Steuerung der Raffstoren über das<br />
Funksystem WMS. Die intelligenten<br />
WMS Sensoren erfassen die Helligkeit<br />
und Wetterlage und ermöglichen so eine<br />
automatische Steuerung der Raffstoren.<br />
Zusätzlich besteht die Möglichkeit, die<br />
Bautafel<br />
Objekt:<br />
Ecole Alice Milliat, Nantes<br />
Bauherr:<br />
Stadt Nantes<br />
Nutzung:<br />
Grundschule und Kindergarten<br />
Architektur:<br />
forma6 SCOP d’architecture, Nantes<br />
Zertifizierung:<br />
HQE Haute Qualité Environnementale<br />
Ausführung Sonnenschutz: Emys Sodiclair, Nazelles-Négron, France<br />
Fertigstellung: 2024<br />
20 element + BAU • 2/<strong>2026</strong>
schulen / kindergärten<br />
special<br />
Gerhard-Thielcke-Realschule in Radolfzell<br />
Fack ju, Graffiti!<br />
Es ist ein Worst Case-Szenario für jeden Bauherrn: Schmierereien auf einer explizit auf Langlebigkeit<br />
ausgelegten Fassade. Für die Gemeinde Radolfzell am Bodensee wurde das nur ein<br />
Jahr nach Einweihung eines Schulgebäudes zur Realität. Die Qualität des vom Architekturbüro<br />
gewählten Fassadenmaterials gab jedoch den Ausschlag für eine ebenso überraschend pragmatische<br />
wie wirksame Lösung. Sie untermauert nicht nur den Wert der Gebäudehülle, sondern<br />
passt auch zum Nachhaltigkeits- und Wirtschaftlichkeitskonzept der Schule.<br />
Der 2020 fertiggestellte Erweiterungsbau der Gerhard-Thielcke-Realschule in Radolfzell. Auf der vorgehängt hinterlüfteten Fassade scheinen<br />
Wassertropfen auf einem Stein zu gefrieren und rufen im Licht lebendige Reflexionen hervor.<br />
Bildnachweis: Susanne Sommerfeld, Konstanz<br />
2020 hatte Architekt Gerhard P.<br />
Maier von der Bauraum GmbH<br />
Konstanz den auf einem Passivhauskonzept<br />
basierenden Erweiterungsbau<br />
der Gerhard-Thielcke-Realschule in<br />
Radolfzell seiner Bestimmung übergeben.<br />
Auf Grundlage der städtischen Vorplanung,<br />
die ein nachhaltiges, nach ökonomischen<br />
Prinzipien erstelltes Konzept mit reduzierten<br />
Materialien vorschrieb, entstand<br />
mit sechs Klassenräumen, Physiksaal,<br />
einem Mehrzweckraum und Räumen für<br />
das Ganztagesprogramm ein Wohlfühlort<br />
mit vollumfänglicher Lernumgebung.<br />
Kein halbes Jahr nach dem Bezug des<br />
Gebäudes sah sich die Stadt Radolfzell als<br />
Bauherrin einem Vandalismus-Schaden<br />
gegenüber. Unbekannte hatten Teile der<br />
Fassade im Eingangs- und Giebelbereich<br />
sowie Sichtbeton im Inneren mit Graffiti<br />
und Permanentmarker beschmiert.<br />
„Was wie ein Dumme-Jungen-Streich<br />
ausschaute, war eine erhebliche Sachbeschädigung,<br />
die nicht nur das Gebäude<br />
entwertete“, erinnert sich Maier an den<br />
Ärger, den er damals empfand. „Wir<br />
mussten auch befürchten, auf hohen Kosten<br />
für die Behebung des Schadens sitzen<br />
zu bleiben“, so der Architekt. Zudem<br />
bestand Unsicherheit darüber, ob sich die<br />
Schmierereien vollständig, dekorkonform<br />
und ohne Materialbeeinträchtigungen<br />
beseitigen ließen.<br />
element + BAU • 2/<strong>2026</strong><br />
21
special<br />
schulen / kindergärten<br />
Wirtschaftlich<br />
& wirksam<br />
Das Ergebnis bezeichnet Architekt Gerhard<br />
P. Maier als „genial“. Er setzt seit fast<br />
35 Jahren auf Trespa-Produkte und wusste:<br />
„Es handelt sich um eine geschlossene,<br />
nahezu porenfreie Oberfläche mit<br />
hoher Widerstandsfähigkeit. Aber nicht<br />
alle HPL-Platten halten einer solchen<br />
Reinigung auch stand. Bei Trespa hat<br />
man verstanden, dass Wirtschaftlichkeit<br />
gerade im Schulbau wesentlich ist.“ Und<br />
weil sich die Kosten – im Gegensatz zur<br />
Entfernung der Schmierereien auf dem<br />
Sichtbeton – im Bereich der HPL-Fassade<br />
auf die Anschaffung des Reinigungsmittels<br />
minimierten, konnte die Stadt<br />
darauf verzichten, Anzeige zu erstatten<br />
und Schadenersatzansprüche geltend zu<br />
machen.<br />
Dem Gebäude seine<br />
Würde zurückgeben<br />
Architekt Gerhard P. Maier von der Bauraum GmbH Konstanz plante den auf einem Passivhauskonzept<br />
basierenden Erweiterungsbau der Gerhard-Thielcke-Realschule in Radolfzell.<br />
Die städtische Vorplanung schrieb ein nachhaltiges, nach ökonomischen Prinzipien erstelltes<br />
Konzept mit reduzierten Materialien vor.<br />
Bildnachweis: Bauraum Konstanz<br />
Fassadenmaterial<br />
als Schlüssel<br />
zur Lösung<br />
Bei der Lösung half Maier, dass er sich<br />
schon in der Planungsphase bewusst für<br />
eine Fassade entschieden hatte, die den<br />
Wirtschaftlichkeits- und Nachhaltigkeitskriterien<br />
in einer auf 70 Nutzungsjahre<br />
ausgelegten Vorabstudie standhielt, mit<br />
der das Architekturbüro mehrere Alternativen<br />
prüfte. So kam beim Erweiterungsbau<br />
der Gerhard-Thielcke-Realschule<br />
in Radolfzell eine energieeffiziente und<br />
atmungsaktive hinterlüftete Fassade mit<br />
„Trespa Meteon“-Platten zum Einsatz.<br />
„Azeton kommt in vielen Pflanzen vor und<br />
wird universell als organisches Lösungsund<br />
Reinigungsmittel genutzt“, erklärt der<br />
Trespa-Experte die für ihn gängige Praxis,<br />
mit der der Hausmeister der Schule die<br />
Fassade allein und in einer einmaligen,<br />
fünfminütigen Reinigungsaktion in ihren<br />
Urzustand versetzen konnte.<br />
Was den erfahrenen Architekten aber<br />
bis heute nachhaltig beeindruckt, ist die<br />
Botschaft, die man mit dem vollständigen<br />
und wirtschaftlichen Verschwindenlassen<br />
der Schmierereien vermittelt hat: „Das<br />
muss die Täter entmutigen und ihnen ein<br />
klares Signal senden, das Grenzen setzt.“<br />
So erfülle der Schulbau auch eine Vorbildfunktion,<br />
mit der sich Wertschätzung<br />
vorleben lässt.<br />
Wertschätzung und Ressourcenschonung.<br />
Das sind die Werte, die die Schüler<br />
der Gerhardt-Thielcke-Realschule in<br />
Radolfzell nicht nur als Beiwerk, sondern<br />
sogar im Kern vermittelt bekommen. Sie<br />
sind bewusst im Konzept verankert. Die<br />
Architektur trägt wesentlich dazu bei.<br />
David Hanses, zu dem Zeitpunkt Gebietsleiter<br />
Fassade und Balkon bei Trespa<br />
Deutschland, konnte die Befürchtungen<br />
des Architekten, dass die Fassade nach<br />
der Sachbeschädigung kostenintensiv saniert<br />
werden müsste, schnell ausräumen.<br />
Weder mussten die betroffenen Stellen<br />
übermalt noch Platten getauscht werden.<br />
Stattdessen empfahl der staatlich geprüfte<br />
Bautechniker eine einfache Reinigung<br />
mit Azeton und Wasser – im Wissen darüber,<br />
dass das Material weder funktional<br />
noch ästhetisch Schaden nehmen würde.<br />
Was wie ein Dumme-Jungen-Streich ausschaute, war eine Sachbeschädigung, für deren Beseitigung<br />
mit hohen Kosten zu rechnen war.<br />
Bildnachweis (+ Bild gegenüberliegende Seite): Gerhard P. Maier<br />
22 element + BAU • 2/<strong>2026</strong>
schulen / kindergärten<br />
Brand of lasselsbergergroup<br />
surfaces<br />
formats<br />
60×120<br />
60×60<br />
30×60<br />
60×120×2<br />
60×60×2<br />
colors<br />
day<br />
night<br />
sunrise<br />
twillight<br />
R10/B R11/B R11/C<br />
Die Fassade gab eine deutliche Antwort auf die Sachbeschädigung: Die Schmierereien konnten<br />
wirtschaftlich, wirksam und werterhaltend beseitigt werden.<br />
serie<br />
core<br />
Bautafel<br />
Projekt:<br />
Erweiterungsbau der Gerhard-Thielcke-Realschule, Radolfzell<br />
Bauherrschaft:<br />
Stadt Radolfzell<br />
Planung/Bauleitung:<br />
Gerhard P. Maier und Julia Bierbach, Bauraum GmbH, Konstanz<br />
When nature meets<br />
architectural precision.<br />
Your vision, our design.<br />
Fassadeninstallation:<br />
Zimmerei Martin, Eigeltingen<br />
Bauphase:<br />
04/2019 bis 12/2020<br />
Fassade:<br />
VHF mit „Trespa Meteon“, Dekor: „Tempered Grey NM06“<br />
mit matter Oberfläche aus der Kollektion „Naturals“<br />
r a k o . e u
special<br />
schulen / kindergärten<br />
Kindergarten Sterntaler, Hofstetten<br />
Tageslicht versus Hitze und Blendung<br />
Der Kindergarten Sterntaler entstand in der 1.800-Einwohner-Gemeinde Hofstetten im Kinzigtal<br />
als Gemeinschaftsprojekt – getragen vom Engagement des Bürgermeisters, der Unterstützung<br />
einer regionalen Stiftung sowie dem Einsatz lokaler Unternehmen und Bürgerinnen und<br />
Bürger. Das Architekturbüro wwg-architekten aus Biberach erhielt den Zuschlag unter anderem<br />
wegen des tragfähigen, nachhaltigen Gesamtkonzepts. Auch der Schutz vor der Sonne<br />
gehörte zu den Anforderungen ans Gebäude. Dafür sorgt nun eine technisch ausgeklügelte,<br />
großflächige Markisenanlage.<br />
Die Gemeinde entschied sich für<br />
den Entwurf von wwg-architekten,<br />
der den Kindergarten harmonisch<br />
in die umgebende Landschaft einbettet<br />
und zugleich hohe pädagogische sowie<br />
ökologische Anforderungen erfüllt.<br />
Darüber hinaus vereint der Neubau drei<br />
bislang getrennte Standorte. In unmittelbarer<br />
Nähe zu Sportplatz, Freibad und<br />
Wald steht den Hofstetter Kindern nun<br />
ein geschützter Raum zum Spielen zur<br />
Verfügung.<br />
Geborgen und<br />
offen zugleich<br />
Architekt und Büroinhaber Christoph<br />
Wussler fasst die Grundidee so zusammen:<br />
„Holz als traditionsreicher<br />
heimischer Baustoff genoss von Beginn<br />
an große Zustimmung. Deshalb haben<br />
wir den Holzbau als Leitlinie im Sinne<br />
ökologischer, ökonomischer und soziokultureller<br />
Aspekte gewählt.“ Weiter erläutert<br />
er: „Wir wollten ein kompaktes Gebäude<br />
mit minimalem Flächenverbrauch, kurzen<br />
Wegen, reduzierter Hüllfläche und einer<br />
nachhaltigen, wartungsarmen Konstruktion<br />
anbieten.“<br />
Der langgestreckte Baukörper mit<br />
Satteldach und weit auskragenden<br />
Dachüberständen erinnert bewusst an<br />
eine traditionelle Schwarzwaldscheune.<br />
Diese „Kinderscheune“ soll Schutz und<br />
Geborgenheit vermitteln – und zugleich<br />
Offenheit. Der Neubau wirkt ruhig und<br />
selbstverständlich. Holz prägt ihn in allen<br />
Dimensionen: Wände, Decken, Fensterrahmen<br />
und Fassade bestehen aus<br />
sichtbarem Brettsperrholz und sind für die<br />
Kinder sinnlich erfahrbar.<br />
Die Erschließung ist klar strukturiert: kurze<br />
Wege, einfache Orientierung, barrierefreie<br />
Zugänge. Sechs Gruppenräume reihen<br />
sich entlang der Längsachse. Jeder<br />
öffnet sich nach Westen über großzügige<br />
Glasflächen zur Landschaft und bietet<br />
freien Blick auf die Schwarzwaldhügel.<br />
Ergänzt werden sie durch Schlafräume,<br />
ein Musikzimmer, einen Werkraum, einen<br />
Inklusionsbereich sowie einen großen<br />
Mehrzweckraum am Eingang. Alle Räume<br />
sind lichtdurchflutet und orientieren sich<br />
ins Grüne.<br />
Vom Obergeschoss führt eine vorgelagerte<br />
Balkonzone direkt in den Außenbereich,<br />
sodass alle Gruppenräume auf<br />
kurzem Weg ins Freie gelangen. Ein<br />
markantes Treppenhaus verbindet die<br />
Ebenen, fungiert aber auch als Begegnungsort<br />
und offener Spielraum.<br />
Effiziente Kombination<br />
aus Dachüberständen<br />
und Markisen<br />
Gerade im Sommer verlangt die Ausrichtung<br />
des Gebäudes nach einer kontrollierten<br />
Regulierung der Sonneneinstrahlung.<br />
24 element + BAU • 2/<strong>2026</strong>
schulen / kindergärten<br />
special<br />
Zusätzlich kann die Gruppen- oder Kindergartenleitung<br />
über Handsender gezielt auf<br />
die Bedürfnisse der Kinder reagieren und<br />
einzelne Elemente je nach Bedarf ansteuern.<br />
So entsteht bei jeder Spielsituation<br />
das passende Verhältnis von Wärme,<br />
Licht und Schatten<br />
Die bewusst geplanten, großzügigen<br />
Dachvorsprünge übernehmen dabei<br />
eine doppelte Funktion: Sie zitieren den<br />
konstruktiven Holzschutz traditioneller<br />
Scheunen und wirken zugleich als<br />
passiver Sonnenschutz. Zusammen mit<br />
den Markisen von MHZ sorgen sie für ein<br />
effizientes Gesamtsystem zum Schutz vor<br />
Hitze, Strahlung und Blendung.<br />
Um die großflächigen Verglasungen sowie<br />
die vorgelagerten Spielzonen optimal<br />
zu beschatten, wurden verschiedene<br />
Markisentypen eingesetzt – insgesamt<br />
32 exakt auf den Holzbau abgestimmte<br />
Anlagen.<br />
Kassettenmarkisen vom Typ Art_01 überspannen<br />
als Schattendach die Terrassenbereiche<br />
der Gruppenräume. Ergänzend<br />
sorgen zip 6-Senkrechtmarkisen, montiert<br />
zwischen den Holzbalken, für vertikalen<br />
Blendschutz und ein angenehmes Klima<br />
– auf den Balkonen wie in den angrenzenden<br />
Räumen, auch bei tiefstehender<br />
Sonne im Winter oder sommerlichen<br />
Hitzeperioden.<br />
Sicherheit bei<br />
jedem Wetter<br />
Das gesamte System wird per Funk gesteuert.<br />
Ein kombinierter Sonnen-, Windund<br />
Regenwächter ermöglicht einen<br />
vollautomatischen Betrieb: Bei Wind oder<br />
Niederschlag fahren die Markisen zum<br />
Schutz vor Schäden selbstständig ein, bei<br />
Sonneneinstrahlung wieder aus. So bleibt<br />
der Sonnenschutz jederzeit zuverlässig<br />
in Betrieb – ohne, dass sich jemand aktiv<br />
darum kümmern muss.<br />
„Die enorme Fassadenbreite und die erforderliche<br />
Reichweite machten die Funksteuerung<br />
anspruchsvoll“, erklärt MHZ-<br />
Fachberater Stefan Falk, der das Projekt<br />
von der ersten Idee bis zur Umsetzung mit<br />
viel Einsatz begleitete und so maßgeblich<br />
zum Gelingen beitrug. „Wir haben schließlich<br />
ein Funksystem von Elero gewählt.<br />
Die Empfänger in den Motoren leiten das<br />
Signal als Repeater weiter, sodass selbst<br />
die entferntesten Anlagen zuverlässig<br />
jeden Fahrbefehl erhalten, sowohl über<br />
die einzelnen Handsender als auch über<br />
die Automatiksteuerung.“<br />
Leuchtturm für<br />
öffentliches Bauen im<br />
ländlichen Raum<br />
Der Kindergarten Sterntaler steht für eine<br />
klare Haltung: verantwortungsvoll gegenüber<br />
der Umwelt, der Region und den<br />
Menschen, die ihn nutzen. Die Verbindung<br />
aus regionalem Holzbau, effizienter<br />
Energieversorgung, innovativem Sonnenschutz<br />
und Architektur, die das pädagogische<br />
Konzept konsequent unterstützt,<br />
macht ihn zu einem Vorzeigeprojekt für<br />
kommunales Bauen im ländlichen Raum.<br />
„Die Bürgerschaft ist stolz auf den neuen<br />
Kindergarten. Die Kinder fühlen sich wohl,<br />
alle Fachkräftestellen sind besetzt und bei<br />
Wechseln schnell wieder nachbesetzt.<br />
Kurz gesagt: ein Leuchtturm für öffentliches<br />
Bauen in der Ortenau“, erklärt Bürgermeister<br />
Martin Aßmuth. „Am Eingang<br />
von Hofstetten steht nun ein Gebäude, in<br />
dem die Zukunft des Dorfs beginnt.“<br />
Bildnachweis (alle Bilder): MHZ, Raissa Axmann<br />
Bautafel<br />
Architektur:<br />
wwg-architekten BDA, Biberach<br />
Montage:<br />
Fa. Halter Raumausstattung,<br />
Steinach<br />
Sonnenschutzhersteller:<br />
MHZ Hachtel GmbH & Co. KG,<br />
Leinfelden-Echterdingen,<br />
MHZ-Fachberater Stefan Falk<br />
element + BAU • 2/<strong>2026</strong><br />
25
special<br />
schulen / kindergärten<br />
Neubau Lindenhof-Grundschule in Stahnsdorf<br />
„Lernen mit Licht“<br />
Mit dem Neubau der vierzügigen Lindenhof-Grundschule realisierte die Gemeinde Stahnsdorf<br />
eines der ambitioniertesten Bildungsprojekte der Region. Rund 27 Millionen Euro wurden<br />
für das Bauvorhaben investiert, das mit ökologischer Nahwärmeversorgung und großzügiger<br />
Tageslichtplanung Maßstäbe für moderne Schularchitektur setzt. Integraler Bestandteil: acht<br />
flach geneigte Lichtbänder mit insgesamt 43 Modular Skylights.<br />
Geplant vom Büro Galandi Schirmer<br />
Architekten + Ingenieure wurde<br />
der Neubau als zwei ineinandergreifende,<br />
rechteckige Baukörper mit<br />
Erdgeschoss und zwei Obergeschossen<br />
realisiert. Zwei mit viel Grün bepflanzte<br />
Lichthöfe machen Natur und Tageszeiten<br />
auch in den innenliegenden Räumen des<br />
Gebäudes erlebbar. Auf ca. 7.000 m²<br />
Bruttogrundfläche vereint das Gebäude<br />
172 Räume, darunter 24 Klassenräume,<br />
Fachräume, eine Aula und eine Mensa<br />
für bis zu 600 Mahlzeiten täglich. Es<br />
bietet Platz für bis zu 720 Schülerinnen<br />
und Schüler der Klassenstufen 1 bis 6.<br />
Große, verglaste Innenwände und offene<br />
Lernbereiche schaffen ein transparentes,<br />
lernförderndes Umfeld. Neben den begrünten<br />
Innenhöfen sorgt ein umfassend<br />
gestaltetes Außengelände mit Sport- und<br />
Spielflächen für attraktive Aufenthaltsbereiche<br />
im Freien.<br />
Tageslicht als<br />
zentrales Element<br />
Wohlbefinden der Schülerinnen, Schüler<br />
und Lehrkräfte zu fördern, den Energieverbrauch<br />
zu reduzieren und ein gesundes<br />
Raumklima zu unterstützen. Neben zahlreichen<br />
Öffnungen in der Fassade sollte<br />
deshalb auch das Dach für die Belichtung<br />
Wichtig war, eine gleichmäßige Tageslichtversorgung<br />
sicherzustellen, um das<br />
Dank der Velux Modular Skylights sind auch tief im Gebäude liegende Bereiche der Schule<br />
angenehm hell.<br />
26 element + BAU • 2/<strong>2026</strong>
schulen / kindergärten<br />
special<br />
tagesystems ohne Anpassung oder<br />
Bearbeitung schnell und unkompliziert<br />
montiert werden können. Die Vorfertigung<br />
im Werk reduziert nicht nur die<br />
Einbauzeit, sondern gewährleistet auch<br />
eine ausgesprochen hohe Präzision und<br />
Produktqualität.<br />
Wärmeversorgung<br />
aus gereinigtem<br />
Abwasser<br />
Neben dem vielfältigen Einsatz von<br />
Tageslicht spielt ein weiterer Aspekt eine<br />
zentrale Rolle für die Nachhaltigkeit des<br />
Projekts: Beheizt wird das Schulgebäude<br />
über ein Nahwärmenetz, das die Abwärme<br />
des gereinigten Abwassers aus dem<br />
nahegelegenen Klärwerk Stahnsdorf<br />
zur fossilfreien Wärmeversorgung nutzt.<br />
Durch die vorgelagerten biologischen<br />
Prozesse hat das Wasser durchschnittlich<br />
eine Temperatur von ca. 17 °C – selbst<br />
im Winter mind. 12 °C – und bietet somit<br />
hohes Energiepotenzial. Dadurch wird<br />
der Schulcampus so beheizt, dass CO 2<br />
-<br />
Emissionen vermieden und der ökologische<br />
Fußabdruck deutlich reduziert wird.<br />
Gleichzeitig senkt die Wärmenutzung die<br />
Abwassertemperatur und mindert den<br />
Wärmeeintrag durch das in den Teltowkanal<br />
geleitete Wasser, was Flora und Fauna<br />
zugutekommt. Eine zentrale Lüftungsanlage<br />
mit Wärmerückgewinnung sorgt<br />
zudem für ein gesundes Raumklima im<br />
Gebäude.<br />
Nach Abschluss der Bauarbeiten lässt sich<br />
sagen, dass sich die Investition gelohnt<br />
hat. Mit der Lindenhof-Grundschule ist ein<br />
nachhaltiges Gebäude entstanden, das<br />
heute durch seinen offenen, einladenden<br />
und zukunftsorientierten Charakter nicht<br />
nur als attraktive Lernumgebung dient,<br />
sondern darüber hinaus auch als sozialer<br />
Treffpunkt genutzt wird.<br />
Flach geneigte Lichtbänder mit Modular Skylights sorgen für natürliche Belichtung im Inneren<br />
des Gebäudes. Die 3-Scheiben-Isolierungsverglasung mit leichtem Sonnenschutz (g-Wert 24%)<br />
reduziert dabei den Energiebedarf des Gebäudes im Winter wie im Sommer.<br />
Bildnachweis (alle Bilder): Velux Commercial / Markus Loeffelhardt<br />
des Gebäudes genutzt werden. Die Entscheidung<br />
fiel auf großzügige Lichtbänder<br />
mit Velux Modular Skylights, die heute für<br />
eine gleichmäßige, blendfreie Belichtung<br />
in den zentralen Bereichen der Schule<br />
sorgen – vom Foyer über Erschließungszonen<br />
bis hin zu Aufenthalts- und Versammlungsräumen.<br />
Die 43 verbauten Module,<br />
21 fest verglaste und 22 zu öffnende<br />
NRWG-Module, bringen natürliches Licht<br />
bis tief ins Gebäudeinnere und erfüllen<br />
zudem die Anforderungen an Rauch- und<br />
Wärmeabzug (RWA). Sie verfügen über<br />
eine hochwertige 3-Scheiben-Isolierverglasung<br />
mit leichtem Sonnenschutz (g-<br />
Wert: 24 %). Die Ansteuerung der RWA<br />
erfolgt dabei über ein offenes bauseitiges<br />
System.<br />
Modular Skylights bieten den Vorteil,<br />
dass sie einbaufertig angeliefert und<br />
vor Ort mit Hilfe des innovativen Mon-<br />
Bautafel<br />
Architekten:<br />
GSAI Galandi Schirmer<br />
Architekten+Ingenieure, Berlin<br />
https://gsai.de/<br />
Bauherr/Auftraggeber:<br />
Gemeinde Stahnsdorf<br />
Fachbereich Hochbau /<br />
Verkehrsflächen, Stahnsdorf<br />
Baujahr:<br />
2022-2024<br />
element + BAU • 2/<strong>2026</strong><br />
27
special<br />
schulen / kindergärten<br />
Kinderhaus Markt in Rankweil, Österreich<br />
Natürlich beschichtet – nachhaltig gebaut<br />
Mit dem Kinderhaus Markt ist im österreichischen Rankweil ein modernes Umfeld für frühkindliche<br />
Bildung und Begegnung entstanden. Eine zentrale Rolle bei der Planung der neuen<br />
Einrichtung spielte das natürliche Material Holz – eingesetzt unter anderem bei den individuell<br />
gefertigten Fenster- und Türelementen. Beschichtet wurden diese mit einem ökologischen und<br />
biozidfreien Beschichtungssystem.<br />
In der aufstrebenden Marktgemeinde<br />
Rankweil im österreichischen Vorarlberg<br />
bestand seit Längerem ein<br />
erhöhter Bedarf an Betreuungsplätzen für<br />
Kinder im Klein- und Vorschulalter. Mit<br />
dem Neubau des Kinderhauses Markt<br />
reagierte die Gemeinde auf diese Entwicklung<br />
und schuf einen Ort, der neben<br />
seiner Funktion als Betreuungseinrichtung<br />
auch als Raum der Begegnung und des<br />
Austauschs konzipiert ist.<br />
Offen, hell und gemeinschaftlich<br />
gedacht<br />
Das zukunftsgerechte architektonische<br />
Konzept des zweigeschossigen Gebäudes<br />
– entwickelt von Christian Schmoelz<br />
Architekt in Zusammenarbeit mit der<br />
Landschaftsarchitektin Gudrun Sturn verbindet<br />
pädagogische Anforderungen mit<br />
einer offenen, hellen Raumstruktur.<br />
Ein zentraler Stiegenhaus Bereich bildet<br />
das Herz des Hauses, um den sich die drei<br />
nahezu identischen Gruppenbereiche für<br />
insgesamt 72 Kinder Y-förmig anordnen.<br />
Die Räume umfassen neben Kreativ- und<br />
Mehrbedarf Schlafbereichen auch ein<br />
großzügiges Kinderrestaurant mit Ausgabeküche,<br />
Rückzugskojen, Ateliers und Besprechungsnischen.<br />
Begrünte Dachterrassen<br />
sowie ein naturnah gestalteter Garten<br />
erweitern das Raumangebot ins Freie und<br />
laden zu Spiel und Naturerfahrung ein.<br />
Hochwertige Fensterlösungen<br />
aus Holz und<br />
Aluminium<br />
Das nachhaltige Material Holz prägt die<br />
Architektur des neuen Kinderhauses<br />
maßgeblich – im Innenbereich, an der aus<br />
regionalem Fichtenholz erstellten Fassade<br />
sowie bei Fenster- und Türelementen.<br />
Zum Einsatz kamen hier maßgefertigte<br />
Holz-/Alu-Systeme der Kapo Fenster und<br />
Türen GmbH. Konkret verwendet wurden<br />
dabei geöltes Fichtenholz, außen ergänzt<br />
durch wertige Aluminiumverkleidungen<br />
im Farbton „Classic Brass Anodizing“. Die<br />
Fenster wurden – ästhetisch ansprechend<br />
Das neue Kinderhaus Markt in Rankweil verbindet offene, kindgerechte Architektur mit nachhaltigen Baustandards. Die Holzfassade des Gebäudes<br />
wird durch Holz/Alu-Fenster aus geölter Fichte mit Aluminiumverkleidung akzentuiert.<br />
Bildnachweis (alle Bilder): ©Christian Schmoelz<br />
28 element + BAU • 2/<strong>2026</strong>
schulen / kindergärten<br />
special<br />
stimmten und vollständig ökologischen<br />
Beschichtungsaufbau. Zum Einsatz kam<br />
zunächst die hydrophobierende Imprägnierung<br />
Induline IW-130 – diese ist frei<br />
von filmkonservierenden und bioziden<br />
Wirkstoffen. Darauf folgte die ebenfalls<br />
biozidfreie Grundierung Induline GW-390,<br />
bevor mit Induline OW-810 eine matte,<br />
dezent weiß pigmentierte Endbeschichtung<br />
appliziert wurde. Das wasserbasierte<br />
System erfüllt höchste Umweltstandards<br />
und sorgt für einen homogenen und langlebigen<br />
Oberflächenschutz. „Bei diesem<br />
Projekt konnten wir unser ökologisches<br />
System in seiner ganzen Stärke ausspielen“,<br />
so Markus Grässling, Verkaufsleiter<br />
im Geschäftsbereich Holzfarben & Lacke<br />
bei Remmers. „Trotz hoher technischer<br />
Anforderungen haben wir eine komplett<br />
biozidfreie Lösung realisieren können, die<br />
sowohl gestalterisch als auch funktional<br />
überzeugt.“<br />
Helle Räume mit hochwertigem Holz sowie großzügigen Fenster- bzw. Türelementen schaffen<br />
eine freundliche Lern- und Spielumgebung für die Kinder.<br />
Ökologie und<br />
Qualität<br />
im Einklang<br />
Mit dem Kinderhaus Markt ist in Rankweil<br />
ein durchdachter Neubau entstanden,<br />
der die Ansprüche moderner Pädagogik<br />
mit nachhaltiger Architektur verbindet.<br />
Die individuell gefertigten Fenster- und<br />
Türlösungen und das umweltgerechte<br />
Beschichtungssystem leisten dabei einen<br />
wichtigen Beitrag zur baulichen und ökologischen<br />
Qualität des Projekts.<br />
Bautafel<br />
Projekt:<br />
Kinderhaus Markt, Rankweil<br />
Bauherr:<br />
Marktgemeinde Rankweil<br />
Die Fenster wurden mit einem biozidfreien Beschichtungssystem dauerhaft geschützt.<br />
– außen flächenbündig und innen versetzt<br />
ausgeführt und zum Schutz der Kinder<br />
teilweise mit VSG-Absturzsicherungen<br />
versehen. Die in Brandschutzausführung<br />
El30 realisierte Eingangstüre ist für mehr<br />
Komfort motorbetrieben, ebenso wie die<br />
als Vollbaupaneel eigesetzten Drehfenster<br />
zur automatisierten Nachtauskühlung.<br />
„So durchdacht wie unsere Fenster- und<br />
Türlösungen ist auch das Gesamtkonzept<br />
dieses Hauses“, betont Stefan Polzhofer,<br />
Geschäftsführer von Kapo. „Wir freuen<br />
uns, mit unseren Produkten einen Beitrag<br />
zu einem Projekt zu leisten, das architektonisch<br />
wie pädagogisch Maßstäbe setzt<br />
und vor allem auch in puncto Nachhaltigkeit<br />
überzeugt.“<br />
Biozidfreier Holzschutz –<br />
ökologisch zertifiziert<br />
und kindgerecht<br />
Bei der Wahl eines geeigneten Oberflächenschutzes<br />
für die Holz-/Alu-Fenster,<br />
Portalelemente, Paneelflügel, Paneele und<br />
Brandschutzelemente war klar definiert:<br />
Es durften ausschließlich zertifizierte und<br />
im Baubook gelistete Produkte verwendet<br />
werden.<br />
So entwickelten die Experten von<br />
Remmers gemeinsam mit Kapo einen<br />
exakt auf diese Anforderungen abge-<br />
Architektur:<br />
Christian Schmoelz Architekt<br />
Landschaftsarchitektur:<br />
Gudrun Sturn<br />
Herstellung/Montage Fenster,<br />
Türen, Innenelemente:<br />
Kapo Fenster und Türen GmbH<br />
Beschichtungssystem:<br />
• Induline IW-130 (Imprägnierung)<br />
• Induline GW-390 (Grundierung)<br />
• Induline OW-810 (Endbeschichtung,<br />
matt, weiß pigmentiert)<br />
Fertigstellung:<br />
2025<br />
element + BAU • 2/<strong>2026</strong><br />
29
special<br />
schulen / kindergärten<br />
Kindertagesstätte in Bitz<br />
Sanitärräume als integraler Bestandteil der Architektur<br />
Mit der neuen Kindertagesstätte „Schnogakiste“ hat die baden-württembergische Gemeinde<br />
Bitz auf der Schwäbischen Alb einen eingeschossigen Neubau realisiert, der konsequent auf<br />
die Bedürfnisse von Kleinkindern zugeschnitten ist. Auf rund 800 Quadratmetern bietet das<br />
Gebäude Platz für sechs Kita-Gruppen. Der Holzbau folgt einer klaren Struktur und verbindet<br />
funktionale Anforderungen mit einer nachhaltigen Bauweise. Die Sanitärräume wurden dabei<br />
bei der Planung in das räumliche Konzept integriert.<br />
Lange Zeit war die Betreuung der Einbis<br />
Dreijährigen in Bitz ein drängendes<br />
Thema. Das Bestandsgebäude<br />
konnte den steigenden Bedarf nicht mehr<br />
abdecken und entsprach weder räumlich<br />
noch technisch den heutigen Anforderungen.<br />
„Wir hätten mit erheblichen Umbaumaßnahmen<br />
nicht erreicht, was wir<br />
für unsere Kinder wirklich wollten – und<br />
die Kosten hätten in keinem Verhältnis<br />
gestanden“, erinnert sich Bürgermeisterin<br />
Raphaela Gonser. Die Entscheidung für<br />
einen Neubau lag daher auf der Hand.<br />
Klare Struktur für eine<br />
besondere Typologie<br />
Der Entwurf ging aus einem Architekturwettbewerb<br />
hervor und wurde von<br />
Schaudt Architekten realisiert. Eine Kita<br />
zu planen, stellte besondere Anforderungen<br />
an Maßstäblichkeit, Orientierung und<br />
Sicherheit. „Die Aufgabenstellung, eine<br />
Kita ausschließlich für unter Dreijährige<br />
zu entwerfen, ist äußerst selten. Uns war<br />
es daher ein großes Anliegen, sowohl das<br />
Raumprogramm in eine klare Struktur für<br />
eine langfristige Nutzungsqualität zu überführen<br />
als auch einen sicheren Ort zum<br />
Spielen und Lernen zu schaffen“, erläutert<br />
Florian Hagmüller, Partner bei Schaudt<br />
Architekten.<br />
Der eingeschossige Holzbau ist um einen<br />
geschützten Innenhof organisiert. Ein klar<br />
definierter Eingangsbereich führt in ein<br />
lichtdurchflutetes, überhöhtes Foyer, das<br />
als zentrale „Piazza“ fungiert. Von hier aus<br />
sind Mehrzweckraum, Essbereich sowie<br />
die nördlich und südlich angeordneten<br />
Gruppenbereiche auf kurzen Wegen<br />
erreichbar. Die ebenerdige Organisation<br />
erleichtert Aufsicht, Orientierung und<br />
Sicherheit – ein zentrales Kriterium bei<br />
der Planung für diese Altersgruppe.<br />
Materialität, Licht<br />
und Orientierung<br />
Die Konstruktion in Holzständerbauweise<br />
wurde durch Lehmwände und großzügige<br />
Glasflächen ergänzt. So entstand ein<br />
nachhaltiges Gebäude mit gesundem<br />
Raumklima und hoher Aufenthaltsqualität.<br />
„Die Holzbauweise spart CO 2<br />
und schafft<br />
gleichzeitig eine behagliche Atmosphäre“,<br />
beschreibt Bürgermeisterin Raphaela<br />
Gonser die Leitidee. Im Inneren prägen<br />
hell pigmentierte Holzoberflächen aus<br />
heimischer Weißtanne Böden, Wände<br />
und Decken. Ein gezieltes Farbkonzept<br />
strukturiert das Gebäude, unterstützt die<br />
Orientierung und schafft Wiedererkennbarkeit<br />
– ein Prinzip, das sich konsequent<br />
bis in die Sanitärräume fortsetzt.<br />
Sanitärräume als Teil<br />
der Gruppenstruktur<br />
Jede Gruppe verfügt über einen eigenen<br />
Sanitärraum mit direkter Anbindung an<br />
Gruppen- und Schlafraum. „Gerade bei<br />
unter Dreijährigen ist Zugehörigkeit zu<br />
einer überschaubaren Einheit mit starkem<br />
Wohlfühlcharakter besonders wichtig.<br />
Durch die klare Aufteilung in Gruppen-,<br />
Schlaf- und Sanitärbereiche finden sich<br />
die Kinder schnell zurecht“, erklärt Veronika<br />
Ruppert, Projektleiterin bei Schaudt<br />
Architekten. Die Sanitärbereiche sind damit<br />
nicht nur funktional integriert, sondern<br />
unterstützen die Orientierung und fördern<br />
die selbstständige Nutzung im Alltag.<br />
Systemgedanke<br />
in Planung<br />
und Ausführung<br />
Die neue Kita „Schnogakiste“ in Bitz bietet auf rund 800 Quadratmetern Platz für sechs Gruppen<br />
von Kindern im Alter von ein bis drei Jahren.<br />
Für die Sanitärbereiche kamen aufeinander<br />
abgestimmte Geberit Systemlösungen<br />
zum Einsatz: das Installationselement<br />
Duofix, der Unterputzspülkasten, das Installationssystem<br />
GIS, die Badserie Geberit<br />
Bambini sowie die Betätigungsplatte<br />
30 element + BAU • 2/<strong>2026</strong>
schulen / kindergärten<br />
special<br />
Die kindgerechten und farbenfrohen Geberit Bambini Waschplatzkonzepte fördern spielerisch Hygienegewohnheiten und können von Kindern<br />
verschiedener Größen und Altersklassen genutzt werden.<br />
Bildnachweis (alle Bilder): Geberit<br />
Sigma01. „Die technischen Elemente<br />
wie Duofix oder Unterputzspülkasten<br />
finden häufig Anwendung und sind<br />
insbesondere in der leichten Handhabung<br />
als Modulelemente ideal. Auch der<br />
Abstimmungsaufwand im Planerteam<br />
lässt sich durch die Ausführung in einem<br />
System deutlich reduzieren“, so Ruppert.<br />
Gerade im Holzbau erwies sich die klare<br />
Systemlogik als Vorteil: Vorwand- und<br />
Installationssysteme ließen sich präzise<br />
integrieren, Schnittstellen reduzieren und<br />
Ausführungsdetails frühzeitig klären. Die<br />
reduzierte Formensprache der Sanitärprodukte<br />
unterstützt zudem den hohen<br />
architektonischen Anspruch des Projekts.<br />
Kindgerechte Ausstattung,<br />
Nutzungsqualität<br />
und Hygiene<br />
Ein besonderer Fokus lag auf der Badserie<br />
Geberit Bambini. Altersgerechte Höhen,<br />
Bauherr / Betreiber:<br />
Architektur:<br />
Planung Sanitär / TGA:<br />
Installationsbetrieb:<br />
Bautafel<br />
Gemeinde Bitz<br />
intuitive Bedienbarkeit und robuste<br />
Materialien fördern die Selbstständigkeit<br />
der Kinder im Alltag. Unterschiedliche Beckenhöhen<br />
innerhalb der Waschtischlandschaften<br />
sind speziell für Kinder in diesem<br />
Alter konzipiert: „Die Kinder können selbst<br />
auf die Toilette gehen, ohne dass wir sie<br />
jedes Mal hochheben müssen – das stärkt<br />
ihre Eigenständigkeit und entlastet uns<br />
gleichzeitig im Alltag“, erklärt Erzieherin<br />
Maria Sauter. Die WCs der Serie mit 24<br />
cm Höhe und einem Sitzring in Töpfchenform<br />
erleichtern den Übergang<br />
vom Töpfchen zur Toilette. Passend dazu<br />
wurden die Betätigungsplatten Sigma01<br />
in kindgerechten Farbkombinationen<br />
installiert.<br />
Die Waschtischlandschaften sind aus<br />
widerstandsfähigem Mineralwerkstoff.<br />
„Die samtweiche Oberfläche fühlt sich<br />
für die Kinder angenehm an. Für uns ist<br />
entscheidend, dass sie hygienisch, widerstandsfähig<br />
und pflegeleicht ist“, berichtet<br />
Kita-Leiterin Corinna Reinauer. Keramiken<br />
Schaudt Architekten, Konstanz<br />
Ingenieurbüro Roland Huber, Hechingen-Boll<br />
Konzmann TGA Südwest GmbH, Balingen<br />
mit KeraTect Spezialglasur verfügen über<br />
eine besonders glatte Oberfläche, die<br />
Ablagerungen reduziert. Die spülrandlose<br />
Ausführung der WC-Keramiken minimiert<br />
Schmutzansammlungen. Die pulverbeschichteten<br />
Armaturen sind ergonomisch<br />
geformt. Für den Schutz vor Verbrühungen<br />
kommt der Geberit Bambini Minithermostat<br />
zum Einsatz, sodass die Kinder die<br />
Waschtischlandschaften sicher nutzen<br />
können.<br />
Architektur,<br />
Sanitärtechnik und<br />
Nutzung<br />
im Einklang<br />
„Die Kinder nehmen die Ausstattung der<br />
Kita-Bäder neugierig an und nutzen sie<br />
gerne. Für uns ist das ein Gewinn, weil sie<br />
dadurch eigenständiger werden“, fasst<br />
Reinauer zusammen. Auch aus planerischer<br />
Sicht fällt das Fazit positiv aus: „In<br />
zahlreichen Projekten unseres Büros wurden<br />
bereits Geberit Produkte eingesetzt.<br />
Die verschiedenen Gestaltungslinien und<br />
die klare Formensprache lassen sich sehr<br />
gut in Gebäuden mit hohem architektonischem<br />
Anspruch integrieren“, ergänzt<br />
Veronika Ruppert. Bürgermeisterin<br />
Raphaela Gonser zieht ein abschließendes<br />
Fazit: „Mit der neuen Kita haben wir nicht<br />
nur dringend benötigte Betreuungsplätze<br />
geschaffen, sondern eine Einrichtung,<br />
die Kindern und Personal gleichermaßen<br />
gerecht wird. Die Investition in eine<br />
hochwertige, langlebige Ausstattung<br />
unterstützt unsere pädagogischen Ziele<br />
und zahlt sich langfristig aus.“<br />
element + BAU • 2/<strong>2026</strong><br />
31
special<br />
schulen / kindergärten<br />
Ersatz- und Erweiterungsbau für die St. Michael Grundschule Reichswalde in Kleve<br />
Auferstanden aus der Brandruine<br />
Die St. Michael Grundschule im ländlichen Ortsteil Reichswalde der Stadt Kleve hat nach<br />
einem verheerenden Brandschaden im Jahr 2022 eine umfassende Erneuerung erfahren.<br />
Den Ersatz- und Erweiterungsbau realisierte die Brüninghoff Group als Totalunternehmer. Seit<br />
Beginn des neuen Schuljahres 2025 nutzen rund 200 Schülerinnen und Schüler sowie zwölf<br />
Lehrkräfte die modernen und nachhaltig gebauten Räumlichkeiten. Der Neubau ersetzt nicht<br />
nur die zerstörten Mehrzweckräume, sondern erweitert die Schule um einen Verwaltungsbereich<br />
und zusätzliche Räume, um den wachsenden Schülerzahlen gerecht zu werden. Die neuen<br />
Räumlichkeiten umfassen vier Klassenräume, zwei Inklusionsräume, zwei Differenzierungsräume,<br />
ein neues Lehrerzimmer, ein Sekretariat, ein Büro für die Schulleitung sowie moderne<br />
WC-Anlagen.<br />
Der Neubau wurde in nachhaltiger<br />
Holzbauweise errichtet.<br />
Der Verwaltungstrakt ist dabei<br />
eingeschossig umgesetzt, während<br />
der Bereich mit den Klassenräumen<br />
zweigeschossig ausgeführt wurde. Die<br />
Generalplanung von der Architektur- und<br />
Tragwerksplanung mit Holzbaufachplanung<br />
bis zur Technischen Gebäudeausrüstung<br />
übernahm nach internem Auftrag<br />
Plansite integral design & engineering,<br />
ein Tochterunternehmen der Brüninghoff<br />
Group, das sich auf integrale Planungsleistungen<br />
spezialisiert hat. Die Umsetzung<br />
erfolgte im laufenden Schulbetrieb, was<br />
eine präzise Planung und enge Abstimmung<br />
mit der Schulleitung erforderte. Um<br />
den Schulalltag nicht zu beeinträchtigen,<br />
wurden Bauzäune und Sichtschutzwände<br />
aufgestellt, um die Sicherheit der Kinder<br />
zu gewährleisten und störende Einblicke<br />
zu vermeiden.<br />
Holzbauweise mit hohem<br />
Vorfertigungsgrad<br />
Der Neubau der Grundschule basiert auf<br />
einer Primärkonstruktion aus Holzrahmenbauweise,<br />
die auf einem Betonsockel<br />
In Kleve wurde ein umfassender Ersatz- und Erweiterungsbau für die von einer Brandkatastrophe zerstörten St. Michael Grundschule realisiert.<br />
Bildnachweis (alle Bilder): Brüninghoff<br />
32 element + BAU • 2/<strong>2026</strong>
schulen / kindergärten<br />
Hahn<br />
VL-Band AT<br />
Das verdeckt liegende Band<br />
für Aluminiumtüren<br />
Holzbauweise und innovative Energietechnik zeigen die ökologische Verantwortung des Bauprojekts.<br />
errichtet wurde. Die tragenden Wände<br />
bestehen aus Holzrahmenbauelementen,<br />
die vorgefertigt und mit hoher Präzision<br />
auf der Baustelle montiert wurden. Diese<br />
Bauweise ermöglicht eine schnelle und<br />
ressourcenschonende Realisierung. Aufgrund<br />
des hohen Vorfertigungsgrads sind<br />
viele Arbeiten ins Werk vorverlagert, was<br />
auch Lärmemissionen auf der Baustelle<br />
reduziert – ein Aspekt, der für die Aufrechterhaltung<br />
des Schulbetriebs wichtig<br />
war. Die Wände bestehen aus einer 24<br />
Zentimeter starken Holzrahmenkonstruktion,<br />
die mit 240 Millimeter Mineralwolle<br />
gedämmt und einer 16 Millimeter<br />
starken Holzfaserdämmplatte versehen<br />
wurde. Eine hinterlüftete Holzfassade, die<br />
vorvergraut gestrichen wurde, sorgt für<br />
Witterungsschutz und Langlebigkeit.<br />
Die Decken des Gebäudes bestehen aus<br />
Brettsperrholzplatten (BSP) mit einer<br />
Stärke von 28 Zentimeter für die Geschossdecke<br />
und 24 Zentimeter für die<br />
obere Decke des zweiten Geschosses. Die<br />
Deckenplatten wurden bereits im Werk<br />
mit einer Schutzfolie versehen, sodass vor<br />
Ort lediglich die Fugen verklebt werden<br />
mussten, um den Witterungsschutz<br />
während der Montage zu gewährleisten.<br />
Die Deckenplatten, die bis zu elf Meter<br />
lang und 2,5 Meter breit sind, wurden mit<br />
Abhangdecken verkleidet.<br />
Das Dach des Gebäudes ist extensiv begrünt.<br />
Der Aufbau des Gründachs umfasst<br />
eine Dampfsperre, eine Gefälledämmung<br />
aus Mineralwolle (Wärmeleitgruppe 040),<br />
eine Folie sowie eine Vegetationsschicht.<br />
Eine Drainageschicht sorgt für eine<br />
gedrosselte Ableitung des Regenwassers,<br />
während eine wurzelfeste Folie die darunterliegende<br />
Holzkonstruktion schützt. Die<br />
farblich hervorgehobenen Aluminiumelemente<br />
sowie die beschichteten Fallrohre<br />
vor der Holzfassade bilden eine ansprechende<br />
Optik für eine Grundschulnutzung.<br />
Energieeffizienz und<br />
erneuerbare Energien<br />
Ein zentrales Element des Neubaus ist das<br />
nachhaltige Energiekonzept. Die Schule<br />
ist mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet,<br />
die eine Mindestleistung von 32 kWp<br />
erreicht und einen Großteil des benötigten<br />
Stroms erzeugt. Ergänzt wird dies<br />
durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, die<br />
sowohl für die gleichmäßige Beheizung<br />
als auch für die Kühlung des Gebäudes in<br />
Verbindung mit der verbauten Fußbodenheizung<br />
sorgt. Jeder Klassenraum verfügt<br />
über ein dezentrales Lüftungsgerät zur<br />
komfortablen Raumtemperierung sowie<br />
Be- und Entlüftung.<br />
Die technische Gebäudeausrüstung wurde<br />
in den Leistungsphasen 3 bis 5 von<br />
Plansite geplant und umfasst moderne<br />
Systeme für Heizung, Lüftung und Beleuchtung,<br />
die auf maximale Energieeffizienz<br />
ausgelegt sind. Die Wärmedämmung<br />
der Wände und Decken ist so gestaltet,<br />
dass die Anforderungen der aktuellen<br />
Energieeinsparverordnung (EnEV) deutlich<br />
übertroffen werden. Zusätzlich wurde<br />
ein erhöhter Schallschutz zwischen den<br />
Klassenräumen und Fluren umgesetzt.<br />
Hierfür kamen spezielle Vorsatzschalen<br />
mit Federschienen zum Einsatz, die die<br />
Schallübertragung minimieren.<br />
Mehr Details<br />
zum Band:<br />
Dr. Hahn GmbH & Co. KG | www.dr-hahn.eu<br />
Tel.: +49 2166 954-3 | vertrieb@dr-hahn.de
special<br />
schulen / kindergärten<br />
Barrierefreiheit und<br />
pädagogische<br />
Funktionalität<br />
Die barrierefreie Gestaltung des Gebäudes<br />
war ein zentraler Bestandteil der<br />
Planung. Ein Aufzug sowie die Übernahme<br />
der Bestandshöhen sorgen dafür, dass<br />
alle Bereiche der Schule ohne Hindernisse<br />
zugänglich sind. Die neuen Räumlichkeiten<br />
wurden so konzipiert, dass sie die<br />
pädagogischen Konzepte der Schule optimal<br />
unterstützen. Die Räume der Offenen<br />
Ganztagsschule bieten Platz für kreative<br />
und sportliche Aktivitäten, während die<br />
Verwaltungsbereiche funktional und übersichtlich<br />
gestaltet wurden.<br />
Die Klassenräume sind zum Schulhof<br />
hin ausgerichtet und bieten durch große<br />
Fensterflächen eine helle, freundliche<br />
Lernatmosphäre. Die funktionalen Räume<br />
wie der Verwaltungsbereich und die<br />
Mehrzweckräume sind zur Straßenseite<br />
hin ausgerichtet, was eine klare Trennung<br />
der Nutzungsbereiche ermöglicht.<br />
Die Anbindung des Neubaus an die<br />
bestehenden Gebäude wurde durch drei<br />
Übergänge gelöst: Zwei im Erdgeschoss<br />
führen zur Turnhalle und zum Altbestand,<br />
während ein überdachter Übergang im<br />
Obergeschoss den Neubau mit einem<br />
weiteren Bestandgebäude verbindet.<br />
Zentraler Bestandteil der Planung war ein barrierefreies Konzept.<br />
Herausforderungen<br />
und Lösungen<br />
Die Umsetzung des Projekts war von<br />
mehreren Herausforderungen geprägt. Die<br />
schmale Zufahrt zur Baustelle erforderte<br />
eine präzise Logistikplanung, um den<br />
Schulbetrieb nicht zu beeinträchtigen. Da<br />
keine Lagerflächen zur Verfügung standen,<br />
wurden die vorgefertigten Elemente justin-time<br />
angeliefert und direkt montiert.<br />
Nach dem Abriss der brandgeschädigten<br />
Gebäudeteile wurde die Fläche als Schotterfläche<br />
vorbereitet, sodass Brüninghoff<br />
direkt mit der Errichtung der Bodenplatte<br />
beginnen konnte. Die Brandschutzmaßnahmen<br />
umfassten F30-Geschossdecken<br />
sowie eine Brandmeldeanlage. Besondere<br />
Aufmerksamkeit wurde dem Brandschutz<br />
in den Übergangsbereichen zu den angrenzenden<br />
Gebäuden gewidmet, um die<br />
Sicherheit der Schülerinnen und Schüler<br />
zu gewährleisten.<br />
Mit dem Ersatz- und Erweiterungsbau<br />
der St. Michael Grundschule in Reichswalde<br />
hat die Brüninghoff Group ein<br />
Vorzeigeprojekt für nachhaltigen Schulbau<br />
geschaffen. Die Kombination aus<br />
Holzbauweise, innovativer Energietechnik<br />
und durchdachter Architektur zeigt, wie<br />
Eine Fußbodenheizung sowie ein dezentrales Lüftungsgerät für jeden Klassenraum sorgen für<br />
eine komfortable Raumtemperierung sowie Be- und Entlüftung.<br />
Bauvorhaben:<br />
Bauherr:<br />
Totalunternehmer:<br />
Bautafel<br />
moderne Bauprojekte ökologische Verantwortung<br />
und hohe Funktionalität vereinen<br />
können. Mit einer Bauzeit von nur elf Monaten<br />
wurde das Projekt termingerecht<br />
und im vorgegebenen Budgetrahmen<br />
abgeschlossen.<br />
Ersatz- und Erweiterungsbau für die<br />
St. Michael Grundschule Reichswalde<br />
Stadt Kleve<br />
Brüninghoff GmbH & Co. KG, Heiden<br />
Bauzeit: August 2024 bis Juli 2025<br />
34 element + BAU • 2/<strong>2026</strong>
PR-Anzeige<br />
Container als Element der modernen<br />
Industrieinfrastruktur<br />
In den letzten Jahren haben wir einen deutlichen Anstieg der Bedeutung modularer Stahlkonstruktionen<br />
in der Industrie- und Logistikinfrastruktur festgestellt. Gewerbliche Container<br />
erfüllen keine ausschließliche Transportfunktion mehr, sondern stellen zunehmend einen Teil<br />
der dauerhaften Infrastruktur von Unternehmen dar, die in Bereichen wie Bauwesen, Logistik,<br />
Industrie oder kommunales Management tätig sind.<br />
Bei ModQ Solutions sind wir überzeugt<br />
davon, dass die Zukunft des<br />
modularen Sektors in technischer<br />
Transparenz liegt. Egal, ob wir einen<br />
fortschrittlichen Abwassertank, umfangreiche<br />
Lagerräume oder ein Gebäude aus<br />
Bürocontainern erstellen – wir basieren<br />
auf technischen Vorgaben. Im täglichen<br />
Business ist ein Container nicht nur ein<br />
Produkt – er ist auch ein Werkzeug, das<br />
jahrelang fehlerfrei funktionieren soll.<br />
Lagercontainer –<br />
flexibler<br />
Geschäftsraum<br />
Unsere Lagercontainer sind eine praktische<br />
Lösung für Unternehmen, die zusätzlichen<br />
Platz zur Lagerung von Materialien,<br />
Werkzeugen oder Produktionskomponenten<br />
benötigen. Dank ihrer massiven<br />
Stahlkonstruktion bieten sie eine hohe<br />
Widerstandsfähigkeit gegen mechanische<br />
Schäden und bei intensiver Nutzung.<br />
Einer der Hauptvorteile von Containern<br />
ist ihre hohe Haltbarkeit bei gleichzeitiger<br />
Erhaltung der Mobilität. Der Einsatz von<br />
geeignetem Korrosionsschutz ermöglicht<br />
deren Einsatz auch in Umgebungen mit<br />
erhöhter Luftfeuchtigkeit oder unter industriellen<br />
Bedingungen.<br />
Abwassertanks – ein<br />
unverzichtbares<br />
Element der sanitären<br />
Infrastruktur<br />
Die zweite wichtige Produktkategorie, die<br />
in Bau- und Industrieprojekten verwendet<br />
wird, sind Abwassertanks. Die von uns<br />
angebotenen Lösungen ermöglichen eine<br />
sichere Lagerung von Abwasser an Orten,<br />
an denen kein oder nur erschwerter<br />
Zugang zur Kanalisation besteht.<br />
Die massive Stahlkonstruktion gewährleistet<br />
Dichtigkeit und Widerstandsfähigkeit<br />
bei intensiver Nutzung. Moderne Tanks<br />
sind so konstruiert, dass sie von spezialisierten<br />
Dienstleistern leicht transportiert,<br />
installiert und sicher entleert werden<br />
können.<br />
Komfort, der<br />
Geld einbringt<br />
Die Entwicklung von Containertechnologien<br />
führt dazu, dass immer mehr Unternehmen<br />
sich dazu entscheiden, modulare<br />
Stahlkonstruktionen in ihrer Geschäftstätigkeit<br />
einzusetzen. Wir schaffen eine<br />
funktionale Infrastruktur, die – falls nötig<br />
– erweitert oder an einen anderen Ort<br />
verlegt werden kann.<br />
Ein Paradigmenwechsel in Containern<br />
darf nicht übersehen werden. Ein Mitarbeiter,<br />
der Zeit in einem ästhetisch<br />
ansprechenden, gut isolierten Innenraum<br />
mit guter Ausleuchtung verbringt, ist<br />
einfach effektiver. Büro- oder Wohncontainer<br />
sind kein notwendiges Übel mehr und<br />
gehören zum Aufbau des Images eines<br />
modernen Arbeitgebers. Die Wahl modularer<br />
Lösungen anstelle der Anpassung<br />
von Seecontainern ermöglicht es Ihnen,<br />
Probleme mit Kältebrücken, unüblicher<br />
Innenraumhöhe oder schwer kontrollierbarer<br />
Korrosion zu vermeiden.<br />
Logistikpaletten –<br />
Langlebigkeit und<br />
Funktionalität<br />
über Jahre hinweg<br />
Wir liefern fortschrittliche Transportpaletten,<br />
die präzise für die anspruchsvollen<br />
Lieferketten des Automobilsektors<br />
optimiert sind. Dank des kataphoretischen<br />
Beschichtungsprozesses (KTL) bieten unsere<br />
Paletten Korrosionsbeständigkeit und<br />
Haltbarkeit, die den höchsten Standards<br />
entspricht.<br />
ModQ Solutions ist ein Expertenteam, das<br />
sich auf die Gestaltung und Bereitstellung<br />
fortschrittlicher modularer Lösungen für<br />
Industrie und Bauwesen spezialisiert hat.<br />
Unser Bereich umfasst hochwertige Lagercontainer,<br />
Abwassertanks mit präzise<br />
definierten Leistungsparametern und<br />
Büro- und Wohncontainer.<br />
ModQ Solutions S.A.<br />
ul. Zwycięstwa 65<br />
PL 44-100 Gliwice<br />
Tel. +48 694 651 732<br />
www.modqs.com<br />
element + BAU • 2/<strong>2026</strong><br />
35
objekte<br />
Am historischen Landungsort von Arromanches-les-Bains ersetzt der Neubau des Musée du Débarquement den Ursprungsbau aus den 1950er-<br />
Jahren. Zwischen Dorf und Meer positioniert das Pariser Büro Projectiles einen klar gefassten Baukörper, der die Küstenlandschaft in die Ausstellung<br />
einbezieht.<br />
Bildnachweis (alle Bilder): Antoine Cardi<br />
Musée du Débarquement, Arromanches-les-Bains, Frankreich<br />
Architektur des Erinnerns<br />
An einem der symbolträchtigsten Orte der Normandie, an dem die Überreste des künstlichen<br />
Hafens „Mulberry B“ bis heute von der Landung der Alliierten im Jahr 1944 zeugen, hat das<br />
Pariser Büro Projectiles einen neuen Gedenkort geschaffen. Das Musée du Débarquement in<br />
Arromanches-les-Bains ersetzt den Ursprungsbau aus den 1950er-Jahren durch eine Architektur,<br />
die den Dialog mit der Landschaft sucht. Der Neubau fasst die historische Bedeutung des<br />
Ortes in eine klare Form und macht die Küstenlinie selbst zum Teil der Ausstellung. Die eingesetzten<br />
Stahlprofilsysteme ermöglichen die großflächige Transparenz der Fassade und bringen<br />
die architektonische Vision präzise zur Geltung.<br />
die Relikte verschwunden<br />
sein werden, bleibt das<br />
„Wenn<br />
Museum“ – mit diesem Leitgedanken<br />
entwickelten die Architekten<br />
einen Bau, der die Erinnerung über den<br />
physischen Bestand hinaus bewahrt. Der<br />
Entwurf folgt der Idee eines Landschaftsmuseums.<br />
Eine klar strukturierte Fassade<br />
aus hellem Beton umschliesst den<br />
Baukörper im sensiblen Kontext zwischen<br />
Dorf und Küste.<br />
Geografie und<br />
Gebäude im Dialog<br />
Acht Meter hohe Stützen, ein weit<br />
auskragendes Vordach und Unterzüge<br />
mit Spannweiten von bis zu zwölf Metern<br />
definieren die konstruktive Ordnung des<br />
Gebäudes. Sie ermöglichen grosszügige,<br />
stützenfreie Ausstellungsflächen und lassen<br />
sich direkt im Fassadenraster ablesen.<br />
Das konsequent durchgehaltene Fassadenraster strukturiert die großformatigen Verglasungen<br />
und macht die tektonische Ordnung des Baukörpers sichtbar.<br />
36<br />
element + BAU • 2/<strong>2026</strong>
objekte<br />
Die Anmutung erinnert an die Phoenix-<br />
Wellenbrecher, die zur Anlandung der<br />
Alliierten als gewaltige Beton-Senkkästen<br />
ins Meer eingelassen wurden. Zwischen<br />
den Betonstützen öffnen großformatige<br />
Verglasungen den Blick auf die Küstenlinie<br />
– die Architektur fungiert hier als<br />
präzise gefasstes Passepartout für die<br />
Erinnerung.<br />
Beständigkeit<br />
am Meer<br />
Die unmittelbare Lage an der Gezeitengrenze<br />
stellte das Projektteam vor<br />
besondere Herausforderungen. Um<br />
der salzhaltigen Gischt dauerhaft zu<br />
begegnen, wurde eine differenzierte<br />
Materialstrategie entwickelt. So konnten<br />
die großformatigen Scheiben mit Höhen<br />
von bis zu viereinhalb Metern mit äußerst<br />
schlanken Profilen kombiniert und die<br />
filigrane Ästhetik des Entwurfes übernommen<br />
werden, ohne das Fassadenraster<br />
visuell zu dominieren. An der bewitterten<br />
Außenseite der Pfosten-Riegel-Fassade<br />
mit Forster Thermfix Vario gewährleisten<br />
Deckschalen aus Edelstahl (Inox) eine<br />
hohe Korrosionsbeständigkeit. Diese Hybridlösung<br />
vereint Korrosionsschutz und<br />
strukturelle Leistungsfähigkeit in einem<br />
präzise abgestimmten System – eine<br />
konsequente Antwort auf das maritime<br />
Umfeld.<br />
Die schlanken Stahlprofile tragen großformatige Verglasungen und rahmen den Blick auf das<br />
Meer als Teil der Ausstellung.<br />
Materialkontinuität<br />
und Sicherheit<br />
Im Bereich der Zugänge setzt sich die<br />
materialtechnische Logik fort. In die Fas–<br />
sadenebene sind zweiflügelige Eingangstüren<br />
und Notausgänge mit dem System<br />
Forster Unico integriert. Die thermisch<br />
getrennten Profile fügen sich nahtlos in<br />
die großflächige Pfosten-Riegel-Konstruktion<br />
ein und übernehmen zugleich sicherheitsrelevante<br />
Funktionen innerhalb der<br />
transparenten Gebäudehülle.<br />
Im Inneren kommen Brandschutztüren<br />
der Serie Forster Fuego Light EI60 zum<br />
Einsatz. Sie strukturieren die Übergänge<br />
zwischen den Ausstellungsbereichen<br />
und gewährleisten die geforderte<br />
Feuerwiderstandsdauer, ohne die offene<br />
Raumwirkung zu beeinträchtigen. Dank<br />
der schlanken Stahlprofile bleibt auch<br />
hier die architektonische Kontinuität<br />
gewahrt.<br />
So ist ein Museumsbau entstanden,<br />
dessen technische Präzision nicht Selbstzweck<br />
ist, sondern die Grundlage für eine<br />
Architektur bildet, die Landschaft und<br />
Geschichte gleichermassen rahmt und<br />
Erinnerung in eine dauerhafte konstruktive<br />
Ordnung übersetzt.<br />
Die transparente Gebäudehülle lässt dank der schlanken Profilsysteme Tageslicht tief in die<br />
Ausstellungsbereiche eindringen.<br />
Architektur:<br />
Bauherr:<br />
Metallbau:<br />
Bautafel<br />
Fertigstellung: 2023<br />
Projectiles, Frankreich<br />
SHEMA, Frankreich<br />
Renouard, Frankreich<br />
element + BAU • 2/<strong>2026</strong><br />
37
objekte<br />
Villa Čerych in Česká Skalice<br />
Verbindung von Geschichte und Gegenwart<br />
Die Villa Čerych in Česká Skalice, ein architektonisches Juwel aus der Moderne der Zwischenkriegszeit,<br />
tritt in eine neue Etappe ihrer Geschichte ein: Nach Jahren des Verfalls wurde die<br />
Villa einer sorgfältigen Sanierung unterzogen, initiiert von der neuen Besitzerin Eliška Kaplicky<br />
Fuchsová, und im Oktober 2025 als Kaplicky Creative Centre eröffnet.<br />
Die Villa Čerych wurde in den<br />
Jahren 1924–1925 nach einem<br />
Entwurf von Architekt Otakar<br />
Novotný, einem Vertreter der tschechoslowakischen<br />
modernen Architektur,<br />
erbaut. Die Villa im rondokubistischen Stil,<br />
einer lokalen Sonderform des Kubismus<br />
in der Architektur, entstand als Hochzeitsgeschenk<br />
für Marie Bartoňová-Čerychová,<br />
Angehörige einer bekannten Textilfamilie<br />
aus Náchod, und deren Ehemann Josef<br />
Čerych. Wichtiger Teil des Projekts war<br />
auch der prächtige Garten vom Architekten<br />
Josef Kumpán mit Pavillons, Pergolen,<br />
Swimmingpool und einem Rosengarten,<br />
der perfekt an den Wohnbereich des<br />
Hauses angebunden war.<br />
Zur Zeit ihrer Entstehung war die Villa ein<br />
Beispiel für technischen Fortschritt und<br />
Wohnkomfort: Sie verfügte bereits über<br />
Zentralheizung, Haustelefon, moderne<br />
Badezimmer und elegante französische<br />
Jalousien. Sie gehört bis heute zu den bedeutendsten<br />
Bauwerken der Architektur<br />
aus den 1920er Jahren in Ostböhmen.<br />
In der sozialistischen Tschechoslowakei<br />
wurde die Villa 1948 verstaatlicht und<br />
von verschiedenen Institutionen genutzt,<br />
unter anderem als politische Schule und<br />
einige Jahre später als Gesundheitszentrum.<br />
Bereits 1958, gut 30 Jahre nach<br />
ihrem Bau, erfolgte die Eintragung in<br />
das Denkmalregister. Nach dem Fall des<br />
Eisernen Vorhangs 1989 wurde sie an<br />
die Familie Čerych rückübertragen; 2001<br />
schenkten die Brüder Jiří und Ladislav<br />
Čerych sie der Stiftung für die Entwicklung<br />
der Zivilgesellschaft. Die Villa diente<br />
danach als Bildungs- und Kulturzentrum<br />
und spielte sogar eine Rolle in dem Film<br />
Odcházení (Deutsch: „Abgang“), dem<br />
Regiedebüt des ehemaligen Staatschefs<br />
Václav Havel (2010).<br />
Bildnachweis: Connor Jandourek Photostudio, 2025<br />
38<br />
element + BAU • 2/<strong>2026</strong>
objekte<br />
Bildnachweis (Seite 39 + 40): Tomáš Dittrich, Rako<br />
Im Jahr 2021 konnte Eliška Kaplicky<br />
Fuchsová die Villa kaufen und beschloss,<br />
das Gebäude sensibel zu sanieren und<br />
seinen besonderen, historischen Charakter<br />
und sein kulturelles Potenzial für<br />
die Zukunft zu bewahren. Die Villa erhält<br />
somit ein weiteres Leben: Sie soll zum Ort<br />
der Begegnung, der Kultur, der Architektur<br />
und der Bildung werden – und das<br />
über die Aktivitäten der Stiftung Kaplicky<br />
Centre hinaus.<br />
Wenn Historie auf<br />
Gegenwart trifft<br />
An dem Renovierungsprojekt beteiligte<br />
sich die Firma Lasselsberger, Hersteller<br />
von Keramikfliesen, mit seiner Marke<br />
Rako, die auf eine mehr als 140-jährige<br />
Tradition verweisen kann. Neben der<br />
Herstellung von Repliken der ursprünglichen<br />
historischen Mosaike des Bauwerks,<br />
die im Innenbereich an das authentische<br />
Aussehen aus der Bauzeit anknüpfen,<br />
lieferte das Unternehmen auch moderne<br />
Keramikmaterialien für die neuen<br />
Betriebsbereiche des Gebäudes. Konkret<br />
wurden in den Innenräumen Bodenfliesen<br />
der Serie Castone in den Maßen 60 ×<br />
60 cm und an den Wänden der Sanitäranlagen<br />
weiße, glänzende Wandfliesen<br />
im Format 15 × 15 cm verlegt. Beide<br />
Materialtypen wurden so ausgewählt,<br />
dass sie in ihrem Design und Charakter<br />
sensibel an den ursprünglichen architektonischen<br />
Stil anknüpfen und gleichzeitig<br />
aktuellen funktionalen und hygienischen<br />
Anforderungen genügen. Michal Zaňka,<br />
Villa Čerych: Die Geschichte eines Hauses,<br />
das Generationen verbindet<br />
1924–1925 Bau der Villa nach einem Entwurf des Architekten<br />
Otakar Novotný, herrschaftlicher Garten von<br />
Josef Kumpán.<br />
1925–1948 in Familiensitz der Familie Čerych – ein Symbol für<br />
den modernen Lebensstil der Ersten Republik.<br />
1948–1989 Verstaatlichung, Nutzung als politische Schule,<br />
Gesundheitszentrum.<br />
Seit 1958 Kulturdenkmal.<br />
1989–2001 Rückübereignung an die Familie Čerych<br />
Im Jahr 2001 Schenkung an die Stiftung für die Entwicklung der<br />
Zivilgesellschaft.<br />
2001–2021 Die Villa ist Bildungs- und Kulturzentrum sowie<br />
wichtiger Drehort für den Film „Abgang“, dem<br />
Regiedebüt von Václav Havel (2010).<br />
Im Jahr 2021 Die Villa hat eine neue Besitzerin:<br />
Eliška Kaplicky Fuchsová, die Idee und die Pläne<br />
für eine Sanierung reifen.<br />
2023 bis 2025 Behutsame Sanierung des gesamten Gebäudes<br />
und des Gartens.<br />
element + BAU • 2/<strong>2026</strong><br />
39
objekte<br />
historisch authentischen Mosaikbodens<br />
wurden.“<br />
Der gesamte Prozess zeigte, dass Rako<br />
auch über ein Jahrhundert nach seiner<br />
Gründung in der Lage ist, sowohl in der<br />
Produktion als auch in der Ästhetik an<br />
die Tradition der tschechischen Keramikschule<br />
anzuknüpfen – und gleichzeitig<br />
Lösungen anbietet, die den Standards<br />
und Anforderungen des 21. Jahrhunderts<br />
entsprechen.<br />
Kreativzentrum<br />
für Kultur, Bildung<br />
und Film<br />
An den Wänden der Sanitäranlagen kamen weiße, glänzende Wandfliesen im Format 15 ×<br />
15 cm von Rako zum Einsatz, die Sanitärausstattung stammt von der ebenfalls tschechischen<br />
Marke Ravak.<br />
Produktionstechnologe bei Rako, führt<br />
aus: „In der Villa Čerych trifft die Vergangenheit<br />
buchstäblich auf die Gegenwart.<br />
Einerseits haben wir Mosaike nach den<br />
ursprünglichen historischen Vorlagen gefertigt,<br />
andererseits konnten wir moderne<br />
Keramikprodukte für den Innenbereich liefern,<br />
die den heutigen Anforderungen an<br />
Funktionalität und Design entsprechen“.<br />
Die elegante Sanitärausstattung, in der<br />
sich die Badezimmer heute präsentieren,<br />
stammt von der Marke Ravak. Die<br />
Zusammenarbeit der zwei tschechischen<br />
Marken Rako und Ravak symbolisiert hier<br />
eine neue Ära des Hauses als gelungene<br />
Verbindung von tschechischem Design,<br />
hoher Qualität und dem Respekt vor der<br />
Historie des Ortes.<br />
Programm exakt gezeichnet und anschließend<br />
mittels Wasserstrahl und unter<br />
einem Druck von bis zu 3.000 Bar unter<br />
Verwendung von abrasivem Granatsand<br />
ausgeschnitten.<br />
Das Schneiden mit dieser Technologie<br />
ermöglichte eine außergewöhnliche<br />
Präzision ohne jede thermische Schädigung<br />
des Materials. Nach dem Schneiden<br />
folgten manuelle Reinigung, Trocknung,<br />
Sortierung und Verpackung der einzelnen<br />
Elemente, die schließlich Teil eines<br />
Im Oktober 2025 schließlich wurde in der<br />
Villa Čerych ein Kreativzentrum eröffnet,<br />
das der historischen Villa einen neuen<br />
Sinn verleiht und sie parallel symbolisch<br />
an die Bürger von Česká Skalice zurückgibt.<br />
Gleichzeitig öffnete es seine Türen<br />
dank eines vielfältigen Bildungs-, Kulturund<br />
Kunstprogramms aber ebenso für<br />
Besucher aus der ganzen Republik und<br />
darüber hinaus. In der Villa finden nun<br />
regelmäßig Filmvorführungen, Kurse,<br />
Fachkonferenzen, Studierendentreffen<br />
oder thematische Kunstausstellungen<br />
statt. Zu diesem Zweck wurde das gesamte<br />
Untergeschoss des Gebäudes nach<br />
dem ICOM-Galeriestandard umgebaut,<br />
wodurch ein repräsentativer Raum für<br />
Kunst, Diskussion und Bildung entstanden<br />
ist. Petr Machoň, Marketingleiter von<br />
Lasselsberger: „Wir glauben, dass gerade<br />
Projekte, die Tradition, Technologie und<br />
Respekt vor der Architektur verbinden, der<br />
tschechischen Industrie und dem Design<br />
ihren Sinn und Kontinuität verleihen.“<br />
Repliken der „Piskoty“<br />
– meisterhaft präzises<br />
Handwerk<br />
Die Herstellung der keramischen „Piskoty“<br />
für die Villa war ein technologisch<br />
anspruchsvoller Prozess, bei dem eine<br />
Kombination aus handwerklichem Können<br />
und moderner Wasserstrahlschneidetechnologie<br />
im Rako-Werk in Horní<br />
Bříza zum Einsatz kam. Michal Zaňka<br />
beschreibt den Herstellungsprozess der<br />
Repliken: „Die Grundlage bildeten Fliesen<br />
der Serie Taurus Color in drei Farbtönen,<br />
Weiß, Grau und Schwarz, aus denen über<br />
9.000 einzelne Mosaiksteine entstanden.<br />
Jede Form wurde zunächst im CAD-<br />
Die Herstellung der keramischen „Piskoty“ war ein technologisch anspruchsvoller Prozess, bei<br />
dem eine Kombination aus handwerklichem Können und moderner Wasserstrahlschneidetechnologie<br />
zum Einsatz kam.<br />
40<br />
element + BAU • 2/<strong>2026</strong>
im fokus<br />
Nachverhandeln bei Großprojekten<br />
Von Katharina Weber<br />
Steigende Einkaufspreise und Lohnkosten, hohe Zinsen und eine schwache Nachfrage – viele<br />
Bauprojekte werden teurer als geplant. Wie können Bauunternehmen auch bei Festpreisvereinbarungen<br />
erfolgreich nachverhandeln, um nicht rote Zahlen schreiben zu müssen?<br />
Bei vielen Immobilienprojekten,<br />
insbesondere solchen, die sich über<br />
viele Jahre hinziehen wie Stuttgart<br />
21, der Kö-Bogen II in Düsseldorf oder das<br />
Deutsche Museum in München kämpfen<br />
die Bauherren mit steigenden Kosten.<br />
Höhere Zinsen, Material- und Lohnkosten<br />
oder veränderte rechtliche und technische<br />
Anforderungen an die Immobilie<br />
machen vielen privaten Bauträgern einen<br />
Strich durch die Rechnung. Etliche Immobilieninvestoren<br />
wie die österreichische<br />
Signa Gruppe des René Benko sind schon<br />
pleite. Oder ihnen droht die Insolvenz,<br />
wenn es ihnen nicht gelingt, Preise und<br />
Konditionen nachzuverhandeln.<br />
Nachverhandeln<br />
geht und lohnt sich<br />
Viele Projekte werden häufig in Form<br />
eines EPC-Vertrags abgeschlossen. EPC<br />
(Engineering, Procurement, Construction)<br />
bedeutet, dass der Auftragnehmer als<br />
Generalunternehmer (GU) wirkt und die<br />
Verantwortung für Planung, Beschaffung<br />
und Errichtung eines Projekts trägt, auch<br />
wenn er das Projekt teilweise mithilfe von<br />
Subunternehmen ausführt. Vertragsgemäß<br />
hat er dem Auftraggeber ein funktionsfähiges<br />
schlüsselfertiges Endprodukt,<br />
oft zu einem festen Preis, zu liefern.<br />
Das sieht erst mal wegen der Festpreisvereinbarung<br />
nach einer schwachen<br />
Vertragsposition aus. Dennoch haben<br />
Unternehmen Chancen, bestehende<br />
Verträge nachzuverhandeln. Dabei sollten<br />
sie die gesamte Prozesskette in den Blick<br />
nehmen, vom Einkauf über die Produktion<br />
bis hin zum Vertrieb, um die Stellschrauben<br />
für Nachverhandlungen zu identifizieren<br />
und das Projekt preislich an die<br />
veränderte Marktlage anzupassen.<br />
Ansatzpunkte<br />
bei Lieferanten,<br />
Subunternehmen,<br />
Banken und<br />
Kunden suchen<br />
Das heißt erstens Transparenz zu schaffen<br />
hinsichtlich der Ursachen der Kostenexplosion,<br />
zweitens alle Verträge mit<br />
Zur Autorin<br />
Katharina Weber ist Gründungsmitglied<br />
und CEO der Negotiation<br />
Advisory Group (NAG). Sie hat<br />
Volkswirtschaft mit Schwerpunkt<br />
Wettbewerbsökonomie und Spieltheorie<br />
studiert und verfügt über<br />
langjährige Beratungserfahrung in<br />
großvolumigen und hochkomplexen<br />
Verhandlungen.<br />
Lieferanten, Subunternehmen, Banken<br />
und Kunden auf mögliche Ansprüche zu<br />
überprüften und drittens auf dieser Basis<br />
eine ganzheitliche Verhandlungsstrategie<br />
zu entwickeln. Ziel dabei ist, ungerechtfertigte<br />
Ansprüche von Lieferanten<br />
und Subunternehmen abzuwehren und<br />
zusätzliche Ansprüche bei den Kunden<br />
durchzusetzen.<br />
Zu prüfen ist beispielsweise, welche Spielräume<br />
zur Kostensenkung in bestehenden<br />
Verträgen bestehen, ob sich alternative<br />
Materialien zu geringeren Kosten einsetzen<br />
lassen und wo noch Effizienzreserven<br />
bestehen. In Gesprächen mit den Banken<br />
ist auf eine Anpassung der Kreditkonditionen<br />
hinzuwirken. Hat man ein realistisches<br />
Konzept, dürfte es den Lieferanten, Subunternehmen<br />
und Banken einleuchten, dass<br />
sie besser fahren, wenn sie nachgeben<br />
und das Projekt mit Aussicht auf Erfolg<br />
weitergeführt wird, als dass sie Forderungen<br />
gänzlich abschreiben müssen.<br />
Zum Unternehmen:<br />
Die NAG ist Europas führende<br />
Verhandlungsberatung. Gegründet<br />
2018 hat die NAG<br />
Erkenntnisse der Spieltheorie und<br />
der Verhaltensökonomie, von Psychologie<br />
und Data Science sowie<br />
den Erfahrungen aus der eigenen<br />
Praxis zu einem innovativen<br />
System of Negotiation verdichtet,<br />
das optimale Verhandlungsergebnisse<br />
ermöglicht. NAG hat mit<br />
inzwischen 50 internationalen<br />
Expertinnen und Experten mehr<br />
als 2.900 Verhandlungsprojekte<br />
durchgeführt und mehr als 27<br />
Milliarden Euro verhandeltes Volumen<br />
pro Jahr. Zu seinen Kunden<br />
zählen internationale Konzerne<br />
sowie große mittelständische<br />
Unternehmen.<br />
Dabei hilft es, die Interessen und<br />
Anreizstrukturen der Geschäftspartner<br />
zu verstehen. Ist es beispielsweise kein<br />
einmaliges Projekt, hilft schon oft der<br />
Hinweis, dass ein Entgegenkommen in<br />
diesem Fall bei zukünftigen Projekten<br />
berücksichtigt wird.<br />
Ansatzpunkte für Nachverhandlungen<br />
finden sich in der Regel auch bei den Kunden,<br />
etwa weil sie, was häufig geschieht,<br />
nach Vertragsabschluss beim Projektumfang<br />
oder bei den technischen Spezifikationen<br />
noch Änderungen vorgenommen<br />
haben.<br />
Trotz des vereinbarten Festpreises ist es<br />
so fast immer möglich, Nachforderungen<br />
durchsetzen. Wenn es auf diese Weise<br />
gelingt, das Bauprojekt trotz dieser<br />
Schwierigkeiten zu realisieren, stärkt das<br />
die Partnerschaft zwischen Bauunternehmen,<br />
Lieferanten, Subunternehmen,<br />
Banken und Kunden.<br />
element + BAU • 2/<strong>2026</strong><br />
41
im fokus<br />
Agentenbasierte KI auf der Baustelle<br />
So gestaltet die Bauindustrie die Zukunft<br />
KI-Systeme begleiten uns schon eine Weile. Sie sind aber trotzdem „kein alter Hut“ und erreichen<br />
erst allmählich die Baustellen. Das weiß Branchenexperte Usman Shuja zu berichten. Als<br />
CEO von Bluebeam und Vorstandsmitglied der Nemetschek Group gestaltet er die Zukunft der<br />
Bauwirtschaft in Deutschland mit. Auch sein Unternehmen war neben vielen anderen „Big Playern“<br />
der Bausoftwarebranche auf der digitalBAU <strong>2026</strong> in Köln vertreten – und präsentierte<br />
nützliche KI-Anwendungen für das Bauen und die Baustelle. Im Interview erläutert Usman<br />
Shuja, welche Chancen er in der nächsten Digitalisierungsstufe, dem Einsatz agentenbasierter<br />
KI für die Baubranche, sieht.<br />
Usman Shuja.<br />
Bildnachweis: Bluebeam, <strong>2026</strong><br />
Herr Shuja, die meisten Menschen würden<br />
die Baubranche nicht als idealen<br />
Nährboden für KI-Innovationen sehen.<br />
Sehen Sie hier für agentenbasierte KI<br />
eine Wachstumschance?<br />
Von außen betrachtet wirkt die Ausgangslage<br />
im Bau tatsächlich unerquicklich.<br />
Hohe Komplexität, schwer kalkulierbare<br />
Prozesse und eine Vielzahl von Akteuren<br />
machen die Branche zu einem Umfeld,<br />
das wenig mit den kontrollierten Laborbedingungen<br />
gemein hat, in denen Technologieunternehmen<br />
ihre Innovationen<br />
entwickeln. Aber genau darin liegt ihre<br />
Stärke und das ist auch der Grund, aus<br />
dem ich glaube, dass die Baubranche einer<br />
der besten Orte weltweit sein könnte,<br />
um die Zukunft agentenbasierter Künstlicher<br />
Intelligenz zu gestalten.<br />
Agentenbasierte KI – also intelligente Systeme,<br />
die eigenständig Entscheidungen<br />
treffen und mehrstufige Aufgaben mit<br />
minimalem menschlichem Eingriff ausführen<br />
– ist längst keine ferne Zukunftsvision<br />
mehr. Erste Ausprägungen begegnen uns<br />
bereits heute: selbstfahrende Fahrzeuge,<br />
die sich durch den Stadtverkehr bewegen,<br />
oder Handelsalgorithmen, die schneller<br />
auf Marktveränderungen reagieren, als<br />
es Menschen je könnten. Diese Systeme<br />
analysieren nicht nur Daten, sie handeln.<br />
Und genau deshalb ist die Baustelle<br />
mit ihrer permanenten Dynamik, ihren<br />
Abhängigkeiten und Risiken ein idealer<br />
Erprobungsraum für das, was als Nächstes<br />
kommt.<br />
Also aus dem Chaos lernen?<br />
Ja. Bei jedem Bauvorhaben koordinieren<br />
Hunderte von Menschen Tausende von<br />
Aufgaben – und das unter Bedingungen,<br />
die sich permanent verändern. Wie jeder<br />
in der Branche weiß, läuft dabei kaum<br />
je etwas exakt nach Plan. Gerade diese<br />
strukturelle Ungewissheit macht die<br />
Baustelle zu einem fruchtbaren Boden<br />
für intelligentere, anpassungsfähigere<br />
KI-Systeme.<br />
Bei Bluebeam erleben Sie aus erster<br />
Hand, wie KI den Sprung von der Theorie<br />
in die Praxis schafft. Können Sie hier<br />
einige Beispiele nennen?<br />
Einige unserer Kunden testen bereits<br />
KI-Lösungen, die weit über das reine<br />
Auffinden von Informationen hinausgehen:<br />
Sie unterstützen Bauleiter aktiv bei<br />
Entscheidungen, erstellen automatisch<br />
Unterlagen, markieren Unstimmigkeiten<br />
zwischen Plänen und liefern wertvolle<br />
Erkenntnisse, bevor kleine Abweichungen<br />
zu kostspieligen Nacharbeiten werden.<br />
So erleichtert Bluebeam Revu dank KI beispielsweise<br />
das Auffinden von Planänderungen<br />
bei der Überlagerung von als PDF<br />
gespeicherten Grundrissen. Die Software<br />
erkennt automatisch den exakten Referenzpunkt<br />
und legt die Pläne passgenau<br />
übereinander. Das spart enorm viel Zeit<br />
beim Vergleich, sondern reduziert auch<br />
Fehlerquellen. Auch die Berechnung<br />
von Flächen und Umfängen erledigt die<br />
KI eigenständig – selbst bei komplexen<br />
Geometrien wie Rundungen. Zusätzlich<br />
unterstützt sie bei der intelligenten Suche:<br />
Ein ausgewähltes Detail, sei es eine Badewanne<br />
oder ein Balkongeländer, genügt,<br />
und die KI findet alle identischen Bauteile<br />
im gesamten Plan. Diese Funktionen<br />
wirken im Einzelfall unscheinbar, doch<br />
genau darin liegt ihre Stärke. Sie zeigen,<br />
wie Künstliche Intelligenz den Planungsalltag<br />
bereits heute schneller, präziser und<br />
deutlich effizienter macht.<br />
Agentenbasierte KI ist also kein Hype?<br />
Ganz bestimmt nicht. Unternehmen wie<br />
Trunk Tools zeigen eindrucksvoll, was<br />
möglich ist: Sie setzen KI ein, um Millionen<br />
von Seiten an Projektdokumenten zu<br />
verarbeiten und Praxisfragen in Echtzeit<br />
zu beantworten. Andere, wie Motif und<br />
TwinKnowledge, arbeiten an etwas, was<br />
man als „institutionelles Gedächtnis“<br />
bezeichnen könnte: Sie trainieren KI<br />
mit jahrzehntelangen Projektdaten, um<br />
Risiken vorherzusagen und die Koordination<br />
zu verbessern. Diese Projekte sind<br />
weit mehr als bloße Experimente. Sie<br />
zeichnen ein Bild der Zukunft: Eine Welt,<br />
in der KI still und zuverlässig jedes Projekt<br />
begleitet, Fehler aufspürt, Entscheidungen<br />
beschleunigt und den Menschen den<br />
Raum gibt, sich auf kreative und kollaborative<br />
Arbeit zu konzentrieren – auf das,<br />
was echten Mehrwert schafft.<br />
Kritiker sagen oft, dass das Bauwesen<br />
zu fragmentiert, zu analog und zu kompliziert<br />
ist, als dass KI etwas bewirken<br />
könnte. Wie stehen Sie zu dieser Argumentation?<br />
Ich sehe das anders. Gerade diese Herausforderungen<br />
machen die Baubranche<br />
42 element + BAU • 2/<strong>2026</strong>
im fokus<br />
doch zum idealen Testfeld für Agenten-<br />
Systeme. Unsere Arbeitsabläufe gehen<br />
mit einer Datenflut einher, gleichzeitig<br />
fehlt es an Transparenz. Bau- und Planungsteams<br />
sind durch den anhaltenden<br />
Arbeitskräftemangel stark ausgelastet,<br />
und die Kosten, die fehlerhafte Kommunikation<br />
nach sich zieht, sind hoch – sowohl<br />
finanziell als auch menschlich. All das<br />
bietet der KI eine reelle Chance, ihren<br />
Wert nicht theoretisch, sondern praktisch<br />
zu beweisen.<br />
Natürlich geschieht die Einführung<br />
nicht über Nacht. Das größte Hindernis<br />
ist allerdings weniger technischer als<br />
kultureller Natur: In einer Branche, in der<br />
der Mensch im Mittelpunkt steht, muss<br />
das Vertrauen in die Technologie erst<br />
wachsen. Die Menschen müssen sicher<br />
sein, dass KI ihre Arbeit erleichtert, statt<br />
sie zu erschweren. Dieses Vertrauen wird<br />
Projekt für Projekt, Workflow für Workflow<br />
und Ergebnis für Ergebnis verdient.<br />
Bei Bluebeam haben wir gelernt, dass<br />
Vertrauen mit Klarheit beginnt. Wir setzen<br />
auf Verständlichkeit und Zusammenarbeit<br />
und stellen sicher, dass unsere KI-Tools<br />
den Menschen unterstützen – und nicht<br />
ersetzen.<br />
Der Fortschritt der KI im Bauwesen zielt<br />
also nicht darauf ab, Urteilsvermögen<br />
zu ersetzen, sondern es zu stärken?<br />
Ich bin überzeugt: Gerade die Ecken und<br />
Kanten des Baualltags – die Unvorhersehbarkeit,<br />
die Reibungen, die ständige Anpassung<br />
– machen eine agile KI smarter<br />
und belastbarer. Diese Umgebung zwingt<br />
Systeme, mit dem Unvorhergesehenen,<br />
dem Unvollkommenen, dem zutiefst<br />
Menschlichen umzugehen. Das ist keine<br />
Schwäche, sondern ein echter Intelligenztest.<br />
Wenn agentenbasierte KI im Schmutz<br />
und Lärm einer Baustelle gedeihen kann,<br />
kann sie überall bestehen. Ihr Erfolg hängt<br />
jedoch davon ab, wie wir sie entwickeln:<br />
mit Respekt vor dem Handwerk, der Zusammenarbeit<br />
und den Realitäten vor Ort.<br />
Die Zukunft der KI wird nicht nur in<br />
Labors oder Vorstandsetagen geformt –<br />
sie wird von den Menschen gestaltet, die<br />
Schutzhelme tragen, Probleme in Echtzeit<br />
lösen und sich von der Komplexität nicht<br />
unterkriegen lassen.<br />
Hier liegt die Chance für echte Innovation<br />
– und hier lernt die Technologie, worauf<br />
es wirklich ankommt. Wir bringen der KI<br />
nicht nur das Denken bei. Im Bauwesen<br />
bringen wir ihr bei, wie man baut.<br />
Lamilux startet bundesweite Seminarreihe für Architekten<br />
Architektur erleben – Wissen vertiefen –<br />
Netzwerk erweitern<br />
Mit dem neuen Weiterbildungsformat „ArchitektenWissen“ geht die Lamilux Academy <strong>2026</strong><br />
erstmals auf bundesweite Tour. Die Seminarreihe richtet sich gezielt an Architekten und findet<br />
in München, Düsseldorf und Berlin statt. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Inhalte rund um die<br />
Flachdachrichtlinie, Planungssicherheit sowie die fachgerechte Umsetzung moderner Tageslichtsysteme.<br />
Teilnehmende profitieren zudem von einem anerkannten Weiterbildungsangebot<br />
mit drei Fortbildungspunkten für die Architektenkammern.<br />
Das Veranstaltungsformat „ArchitektenWissen“<br />
ist Teil der Lamilux<br />
Academy und wurde speziell für<br />
die Anforderungen des architektonischen<br />
Planungsalltags konzipiert. Ziel<br />
ist es, Architekturbüros praxisnahes<br />
Fachwissen zu vermitteln und sie bei der<br />
sicheren Planung von Flachdachkonstruktionen<br />
und Tageslichtsystemen zu<br />
unterstützen.<br />
Die Teilnehmenden erhalten dabei nicht<br />
nur einen fundierten Überblick über<br />
Inhalte und Anforderungen der aktuellen<br />
Flachdachrichtlinie, sondern auch konkrete<br />
Unterstützung für Planung, Ausschreibung<br />
und Umsetzung. Ein Schwerpunkt<br />
liegt auf der Frage, wie Tageslichtsysteme<br />
normgerecht und sicher in Flachdächer<br />
integriert werden können. Lamilux stellt<br />
hierzu ausgewählte Lösungen und<br />
Anschlussdetails vor und zeigt anhand<br />
konkreter Beispiele, wie Architekten von<br />
praxiserprobten Systemen profitieren<br />
– von der frühen Entwurfsphase bis zur<br />
Ausführung.<br />
Impulse, Expertenwissen<br />
und Austausch<br />
Durch das Programm führen Tobias Tröger<br />
aus der Lamilux Academy sowie Michael<br />
Zimmermann, Sachverständiger für<br />
das Dachdeckerhandwerk. „In der Lamilux<br />
Academy setzen wir uns täglich mit Herausforderungen,<br />
Wissen und technischen<br />
Neuheiten aus der Baubranche auseinander<br />
und möchten dieses Know-how<br />
praxisnah mit Architekten teilen. Auch wir<br />
wünschen uns dabei von unseren Kunden<br />
zu lernen und im Austausch neue Ideen<br />
und Lösungen zu finden“, erklärt Tröger.<br />
Neben Fachvorträgen und Planungsimpulsen<br />
bietet das Format somit ausreichend<br />
Raum für Fragen, Diskussion und<br />
Austausch und wird durch eine offene<br />
Abschlussrunde ergänzt. Den Ausklang<br />
bildet ein gemeinsames Get Together<br />
ebenfalls mit begleitender kulinarischer<br />
Verpflegung, das den Teilnehmenden zusätzliche<br />
Möglichkeiten zum Networking<br />
und persönlichen Austausch bietet.<br />
Drei Städte,<br />
drei Standorte<br />
Die Veranstaltungsreihe umfasst insgesamt<br />
drei Termine, die über das Jahr<br />
<strong>2026</strong> verteilt stattfinden. Die Seminarorte<br />
wurden bewusst so gewählt, dass<br />
die Veranstaltungen in architektonisch<br />
spannenden Gebäuden stattfinden, in<br />
denen Tageslichtsysteme des Herstellers<br />
bereits verbaut wurden. Damit verbindet<br />
das Format theoretischen Input mit einem<br />
Umfeld, das Tageslichtarchitektur unmittelbar<br />
erlebbar macht.<br />
23. Juni München – Center for Applied<br />
Skateboard Arts<br />
13. Oktober Düsseldorf – EUREF Campus<br />
26. November Berlin – Kalle Neukölln<br />
Weitere Informationen unter:<br />
tageslicht.lamilux.de/architektenwissen<br />
element + BAU • 2/<strong>2026</strong><br />
43
produkte<br />
Schörghuber<br />
PU-Kante: Maximale Robustheit für anspruchsvolle Objekte<br />
Türen und Zargen in stark<br />
frequentierten Gebäuden<br />
stehen tagtäglich unter<br />
hoher Belastung. Besonders<br />
in Krankenhäusern, Laboren,<br />
Arztpraxen, Schulen oder<br />
Hotels müssen die eingesetzten<br />
Bauelemente zuverlässig<br />
funktionieren und langfristig<br />
einer hohen Nutzungsintensität<br />
standhalten. Mit der<br />
angegossenen PU-Kante bietet<br />
Schörghuber hierfür eine<br />
besonders robuste Lösung, die<br />
nun sowohl für Türblätter als<br />
auch für Holzzargen erhältlich<br />
ist. Sie schützt die Kanten wirksam<br />
vor Beschädigungen und<br />
verlängert damit die Lebensdauer<br />
von Türblatt und Zarge.<br />
In Bereichen mit hoher Nutzerfrequenz<br />
sind Türen und<br />
Zargen besonders anfällig für<br />
Stöße, Abrieb oder Verschmutzungen.<br />
Die Schörghuber PU-<br />
Kante wirkt diesen Belastungen<br />
zuverlässig entgegen. Das<br />
zweikomponentige Polyurethan-Material<br />
wird im flüssigen<br />
Zustand unter hohem Druck<br />
direkt angegossen und verbindet<br />
sich unlösbar mit Türoder<br />
Holzkante. Die PU-Kante<br />
überzeugt durch eine hohe<br />
Kratz- und Abriebfestigkeit, ist<br />
lichtecht sowie schlagzäh und<br />
damit ideal für Umgebungen,<br />
in denen Türen täglich stark<br />
beansprucht werden.<br />
Dank ihrer geschlossenen,<br />
porenfreien Oberfläche ist sie<br />
schmutzabweisend, lässt sich<br />
leicht reinigen und widersteht<br />
selbst regelmäßigen Desinfektionsvorgängen,<br />
selbst mit<br />
chemischen und lösungsmittelhaltigen<br />
Reinigern. Damit<br />
bleibt sie selbst unter Dauerbelastung<br />
optisch ansprechend<br />
und funktional zuverlässig<br />
– ein entscheidender Vorteil<br />
für medizinische und öffentliche<br />
Einrichtungen. Ideal ist<br />
PU-Kante in Kombination mit<br />
der Schörghuber Nassraumtür<br />
auch für Schwimmhallen und<br />
Duschbereiche geeignet.<br />
Türen mit der PU-Kante können<br />
unabhängig von Türdicke<br />
oder Kantengeometrie mit<br />
sämtlichen Funktionsanforderungen<br />
kombiniert werden.<br />
Ob Brandschutz, Rauchschutz,<br />
Einbruchhemmung, Schalldämmung<br />
oder Nassraumeignung.<br />
Damit eignet sich die<br />
Lösung ideal für anspruchsvolle<br />
Objektbauten wie Krankenhäuser,<br />
Kindertagesstätten,<br />
Schwimmbäder, Hotels oder<br />
öffentliche Verwaltungsgebäude.<br />
Es sind große Formate, einoder<br />
zweiflügelig bis 2250 x<br />
2500 mm, und hohe Türgewichte<br />
bis 100 kg realisierbar.<br />
Neben ihrer technischen Leistungsfähigkeit<br />
bietet die PU-<br />
Kante vielfältige gestalterische<br />
Möglichkeiten. In Kombination<br />
mit HPL-Schichtstoffen lässt<br />
sie sich farblich harmonisch in<br />
das Türdesign integrieren oder<br />
bewusst als kontrastierendes<br />
Gestaltungselement einsetzen.<br />
Für die farbliche Gestaltung<br />
der PU-Kante stehen sechs<br />
Standardfarbtöne (RAL 9010,<br />
9016, 7016, 7035, 9005<br />
und 1001) bereits ab Stückzahl<br />
eins zur Verfügung. Für<br />
besonders kurzfristige Projekte<br />
können ausgewählte Varianten<br />
zudem über das Schörghuber<br />
Schnellschuss-Programm<br />
innerhalb von 15 Arbeitstagen<br />
gefertigt werden. Darüber<br />
hinaus bietet Schörghuber 23<br />
weitere definierte RAL-Farben<br />
an, die ab einer Mindestmenge<br />
von 25 Türblättern ohne Aufpreis<br />
lieferbar sind. Auch alle<br />
übrigen RAL- und NCS-Farbtöne<br />
sind optional realisierbar.<br />
Schörghuber Spezialtüren KG<br />
www.schoerghuber.de<br />
Schwank<br />
Markteinführung: Dezentrales RLT-Gerät der Kompaktklasse<br />
Der Hallenklima Spezialist<br />
Schwank hat sein<br />
neues, dezentrales<br />
RLT-Gerät mit effizienter Wärmerückgewinnung<br />
präsentiert.<br />
Die Geräteserie mit dem<br />
Namen Schwank RT ist für<br />
Heiz-, Lüftungs- und Kühlanforderungen<br />
geeignet und zielt<br />
direkt auf Hallenbauten ab, die<br />
auf zusätzliche Kanalsysteme<br />
im Innern der Halle verzichten<br />
wollen.<br />
Das modular aufgebaute Gerät<br />
soll sich lt. Hersteller durch<br />
kompakte Bauweise, einfache<br />
Montage und unkompliziertes<br />
Handling für saubere und<br />
konditionierte Luft auszeichnen.<br />
Jedes RLT-Gerät ist dabei<br />
eine eigenständige Funktionseinheit<br />
mit individuell wählbaren<br />
Konfigurationsmodulen,<br />
bestehend aus verschiedenen<br />
Heiz- und Kühlregistern, Ausblasköpfen<br />
und Regelungsmöglichkeiten.<br />
Die Montage<br />
erfolgt über das Dach, auf<br />
dem die Schwank RT Unit<br />
lediglich in eine vordefinierte<br />
Dachöffnung eingesetzt und<br />
mit Strom, Datenkabel und<br />
je nach Konfiguration mit<br />
einem Wasseranschluss bzw.<br />
Kältemittelleitungen im Innern<br />
verbunden wird. Plug & Play<br />
lautete der Entwicklungsansatz<br />
der Ingenieure und so<br />
zielt das Schwank RLT Gerät<br />
vor allem auf preissensible und<br />
bauzeitkritische Hallenbauten<br />
ab. Das System generiert<br />
einen Luftvolumenstrom von<br />
bis 8.000 m³/h. Die Nennkühlleistung<br />
reicht bis 53 kW,<br />
die Nennwärmeleistung bis zu<br />
102 kW pro Unit.<br />
Schwank GmbH<br />
www.schwank.de<br />
44 element + BAU • 2/<strong>2026</strong>
produkte<br />
Lumon<br />
Rahmenlose Balkonverglasungen und Glasgeländer im System<br />
Mehr Raum, Licht<br />
und Möglichkeiten:<br />
Lumon begegnet den<br />
hierzulande schrumpfenden<br />
Wohnungsgrößen mit einem<br />
technisch ausgereiften System<br />
für rahmenlose Balkon- und<br />
Terrassenverglasungen sowie<br />
Geländerlösungen aus Glas.<br />
Als Hersteller liefert das<br />
Unternehmen maßgefertigte,<br />
normgeprüfte Systeme, die<br />
montagefreundlich konzipiert<br />
sind und sich flexibel an<br />
unterschiedliche Bausituationen<br />
anpassen lassen. Damit<br />
eröffnet Lumon neue Möglichkeiten<br />
für die effiziente<br />
Realisierung anspruchsvoller<br />
Bauprojekte im Neubau und in<br />
der Sanierung.<br />
Laut einer aktuellen Studie<br />
des Wirtschaftsforschungsinstituts<br />
DIW Berlin schrumpft<br />
in Deutschland die Größe<br />
von Neubauwohnungen seit<br />
2005. Dadurch sinkt auch die<br />
durchschnittliche Wohnungsgröße<br />
im Bestand. Prognostiziert<br />
wird, dass die Wohnungen<br />
bis 2050 im Schnitt<br />
sechs Quadratmeter kleiner<br />
sein werden als heute. Das bedeutet:<br />
Kleinere, gut geschnittene<br />
und energieeffiziente<br />
Wohnungen sind die zentrale<br />
Wohnform der Zukunft.<br />
In diesem Kontext gewinnen<br />
hochwertige Außenbauteile<br />
wie Balkonverglasungen und<br />
Glasgeländer, wie auch Lumon<br />
sie anbietet, zunehmend an<br />
Bedeutung. Denn sie stehen<br />
für eine hohe Transparenz,<br />
Helligkeit und eine intelligente<br />
Wohnraumerweiterung. Im<br />
Mittelpunkt steht bei Lumon<br />
die Balkonverglasung mit<br />
Dreh-/Schiebesystem. Sie<br />
kommt ohne vertikale Rahmen<br />
aus und bietet damit eine<br />
hohe Sichtfreiheit. Die Verglasung<br />
lässt sich flexibel ganz<br />
oder teilweise öffnen. Dabei<br />
werden die Scheiben einzeln<br />
nach innen geschwenkt und<br />
seitlich kompakt als Paket<br />
geparkt. Je nach Anzahl der<br />
Gläser ist auf Kundenwunsch<br />
auch die Öffnung der Gläser<br />
in beide Richtungen möglich,<br />
sodass beispielsweise vier<br />
Gläser nach links und vier<br />
Gläser nach rechts geschoben<br />
und geöffnet werden können.<br />
Die Balkonverglasungen von<br />
Lumon werden mit werkseitig<br />
gefertigten Aluminiumprofilen<br />
geliefert. Diese sind eloxiert<br />
oder pulverbeschichtet und<br />
in gängigen RALFarben wie<br />
RAL 9006 und RAL 9016<br />
erhältlich. Weitere Farben sind<br />
projektspezifisch möglich.<br />
Die Verglasungselemente<br />
bestehen aus gehärtetem<br />
Einscheibensicherheitsglas<br />
(ESG) mit typischen Dicken<br />
von sechs, acht, zehn und bei<br />
Bedarf bis 12 Millimetern. Die<br />
maximale Elementhöhe für ein<br />
Glas beträgt 3.000 Millimeter,<br />
die maximale Scheibenbreite<br />
1.000 Millimeter. Die Verglasung<br />
kann dabei auf einem<br />
Geländer oder als bodenhohe<br />
Verglasung installiert werden.<br />
Durch die systembedingten<br />
Fugen wird zudem eine natürliche<br />
Spaltlüftung gewährleistet.<br />
Auch die Glasgeländersysteme<br />
von Lumon bieten eine<br />
Antwort auf kleinere Wohnungen,<br />
da sie eine maximale<br />
Transparenz bieten und damit<br />
viel Licht in den Innenraum<br />
fallen lassen. Helle Zimmer<br />
wiederum können größer<br />
wirken, als sie tatsächlich sind.<br />
Die Glasgeländer bestehen<br />
aus Verbundsicherheitsglas.<br />
Im Trend liegen vor allem<br />
Ganzglasgeländer ohne<br />
sichtbare vertikale Profile,<br />
Befestigungselemente und<br />
Schrauben. Die Lumon-Geländersysteme<br />
lassen sich flexibel<br />
an Bodenplatten, Brüstungen<br />
oder Deckenanschlüssen montieren,<br />
sodass sie an unterschiedliche<br />
Balkonsituationen<br />
angepasst werden können.<br />
Durch die Integration der<br />
Verglasungssysteme in das<br />
eigene Portfolio können ausführende<br />
Betriebe ihr Angebot<br />
gegenüber Investoren und<br />
Bauherren gezielt erweitern<br />
und sich so im Wettbewerb<br />
differenzieren. Die Argumente<br />
liegen auf der Hand: Die<br />
Verglasungen schützen die<br />
Fassade effektiv vor Witterungseinflüssen,<br />
was zu längeren<br />
Sanierungsintervallen und<br />
geringeren Instandhaltungskosten<br />
führt. Darüber hinaus<br />
profitieren Endkunden von<br />
verbessertem Schallschutz,<br />
zuverlässigem Witterungsschutz<br />
und einer gesteigerten<br />
Energieeffizienz.<br />
Die Planung und statische<br />
Auslegung der Lumon Systeme<br />
erfolgt auf Basis anerkannter<br />
Eurocodes – unter<br />
Berücksichtigung relevanter<br />
Lastannahmen wie Eigengewicht<br />
und Wind. Die Produkte<br />
werden mit vollständigen<br />
technischen Unterlagen und<br />
Bemessungsdaten geliefert,<br />
die eine projektspezifische<br />
Tragfähigkeitsberechnung<br />
ermöglichen. Als maßgefertigte,<br />
werkseitig vorproduzierte<br />
Bauteile unterstützen die<br />
Verglasungssysteme eine effiziente<br />
Montageplanung und<br />
reduzieren den Anpassungsaufwand<br />
auf der Baustelle.<br />
Mit dem ganzheitlichen<br />
Ansatz und der Ausrichtung<br />
auf Qualität, Flexibilität und<br />
Design bietet Lumon Lösungen<br />
für moderne Wohn- und<br />
Baukonzepte. Die Verglasungs-<br />
und Geländersysteme<br />
verbinden Funktionalität mit<br />
Ästhetik und schaffen so einen<br />
spürbaren Mehrwert für Bewohner,<br />
Bauherren und Planer<br />
gleichermaßen.<br />
Lumon Deutschland GmbH<br />
www.lumon.de<br />
element + BAU • 2/<strong>2026</strong><br />
45
anche aktuell<br />
Roto<br />
Neue Schwellen für „Roto Patio Inowa“<br />
Auf der Fensterbau Frontale<br />
in Nürnberg präsentierte<br />
der Hersteller<br />
aus Leinfelden-Echterdingen<br />
Schiebeanlagen mit „Roto Patio<br />
Inowa | Max“ für Holz- und<br />
Holz-Aluminium-Systeme.<br />
Selbst bei Extremwetterlagen<br />
und in vielgeschossigen<br />
Gebäuden mit hoher Windbelastung<br />
schützt das Beschlagund<br />
Dichtungssystem zuverlässig<br />
vor Zugluft, Regen und<br />
Außenlärm. Jetzt ergänzen<br />
zwei neue Bodenschwellen<br />
das System.<br />
Die gemäß DIN EN 18040<br />
barrierefreie, thermisch<br />
getrennte Bodenschwelle<br />
„Comfort“ für innenlaufende<br />
Schiebeflügel wird komplett<br />
in den Boden eingelassen, ist<br />
überrollbar nach ift-Klasse 5<br />
und konform mit DIN 18195<br />
sowie DIN 18531 bis 18535.<br />
Lieferstart ist Ende Mai <strong>2026</strong>.<br />
Die Bodenschwelle „Flex“<br />
für Schiebeelemente mit<br />
außenlaufendem Flügel wird<br />
raumseitig in den Boden<br />
eingelassen oder vollständig<br />
aufgesetzt. Wird sie eingelassen,<br />
so kann raumseitig eine<br />
Aufbauhöhe von minimalen<br />
4 mm erreicht werden. Die<br />
Gesamtaufbauhöhe inklusive<br />
Laufschiene liegt bei 22 mm.<br />
Lieferbar ist die Bodenschwelle<br />
„Flex“ Ende des Jahres.<br />
Roto Fenster- und<br />
Türtechnologie<br />
www. roto-frank.com<br />
Maxit, Folgner, Hilzinger und Somfy<br />
Neue intelligente Sonnenschutzzarge<br />
Die Dämmung der<br />
Gebäudehülle ist ein<br />
entscheidender Faktor,<br />
um die Energiekosten und den<br />
C0 2<br />
-Ausstoß zu reduzieren. Ein<br />
weiterer Aspekt, der aktuell<br />
noch zu wenig berücksichtigt<br />
wird, ist der sommerliche<br />
Hitzeschutz. Lange Hitzeperioden,<br />
aufgeheizte Wohnräume<br />
und steigende Energiekosten<br />
verlangen nach Alternativen<br />
zur energieintensiven Klimaanlage.<br />
Die effektivste Antwort<br />
ist ein smarter außenliegender<br />
Sonnenschutz, der die Wärme<br />
schon an der Gebäudehülle<br />
abfängt, bevor sie ins Innere<br />
gelangt.<br />
Bei Wärmedämmverbundsystemen<br />
(WDVS) ist dafür<br />
der fachgerechte Anschluss<br />
von Fenster und Dämmung<br />
entscheidend. Doch gerade<br />
hier sorgen Abstimmungsprobleme<br />
zwischen den Gewerken<br />
häufig für unnötigen<br />
Mehraufwand und Zeitverlust.<br />
Im schlechtesten Fall entstehen<br />
sogar Bauschäden, die<br />
im Nachhinein nur mit viel Aufwand<br />
zu beheben sind. Eine<br />
ebenso montagefreundliche<br />
wie praxisgerechte Lösung<br />
bietet eine neue intelligente<br />
Sonnenschutzzarge, die bereits<br />
vorkonfektioniert auf die<br />
Baustelle geliefert wird.<br />
WDVS-Hersteller Maxit,<br />
Sonnenschutzprofi Folgner,<br />
Fensterhersteller Hilzinger und<br />
Gebäudeautomationsspezialist<br />
Somfy haben die intelligente<br />
Sonnenschutzzarge<br />
entwickelt, die beim Einbau<br />
für fehlerfreie Anschlüsse<br />
und eine signifikante Zeitersparnis<br />
sorgt. Die Systemlösung<br />
vereint Fenster, Zarge,<br />
Sonnenschutz und Somfy-<br />
Antriebstechnik in einem<br />
aufeinander abgestimmten<br />
Gesamtkonzept und kann<br />
sowohl für Neubauprojekte als<br />
auch bei seriellen Sanierungen<br />
eingesetzt werden. Das<br />
Novum dabei: Die Sonnenschutzzarge<br />
wird von Maxit<br />
passgenau für das jeweilige<br />
WDVS vormontiert und<br />
integriert den motorisierten<br />
Sonnenschutz vollständig. Das<br />
Folgner-Sonnenschutzmodul<br />
wird auf der Baustelle in die<br />
vorbereitete Zarge eingeschoben<br />
und ist bereits mit dem<br />
Somfy-Antrieb ausgestattet.<br />
Mit Somfys solarbetriebenem<br />
Antrieb RS100 Solar io ist ein<br />
Anschluss durch den Elektriker<br />
nicht notwendig.<br />
Für Wartungsarbeiten kann<br />
das Beschattungsmodul<br />
problemlos komplett herausgenommen<br />
und entweder vor<br />
Ort repariert oder in der Werkstatt<br />
eines Montagebetriebes<br />
instandgesetzt werden.<br />
Somfy GmbH<br />
www.somfypro.de<br />
46 element + BAU • 2/<strong>2026</strong>
vorschau<br />
Die Fachzeitschrift für Objektbau<br />
ISSN 0934-5914<br />
Verlag:<br />
Dr. Harnisch Verlagsgesellschaft mbH<br />
Eschenstraße 25<br />
90441 Nürnberg<br />
Tel.: +49 (0)911 2018-0<br />
Fax: +49 (0)911 2018-100<br />
E-Mail: e+b@harnisch.com<br />
internet: http://www.harnisch.com<br />
Bildnachweis: mocopinus.com / Foto : © Roland Wehinger<br />
Geschäftsleitung:<br />
Dr. Claus-Jörg Harnisch<br />
Benno Keller<br />
Technische Leitung:<br />
Armin König<br />
Redaktionsteam:<br />
Armin König (verantw.)<br />
Mediaberatung:<br />
Verlagsvertretung Petra Diews<br />
Tel.: 089/8641955<br />
Abonnement:<br />
Jutta Hartmann<br />
Erscheinungsweise:<br />
6 x jährlich: Ausgaben im Februar, April,<br />
Juli, September, Oktober, Dezember<br />
Bezugspreis:<br />
Jahresabonnement:<br />
EUR 48,- + EUR 12,- Versandkosten<br />
zzgl. MwSt.<br />
Auslandsbezugspreis:<br />
EUR 48,- + EUR 18,- Versandkosten<br />
Bildnachweis: Velux / Adam Mørk<br />
Special in Ausgabe 3/<strong>2026</strong><br />
Holz: Innovativer Baustoff im Objektbau<br />
Druck:<br />
AKONTEXT s.r.o,<br />
Zárydničná 2048 / 7<br />
141 00 Praha 4<br />
Tschechien<br />
Derzeit gültige Anzeigenpreisliste:<br />
Es ist noch gar nicht so lange her, da führte<br />
der Baustoff Holz im Objektbau eher ein Nischendsein:<br />
Die eine oder andere Holztür,<br />
ein Parketboden in einer Hotellobby oder<br />
einmal ein Träger aus Brettschichtholz im<br />
Hallenbau – das war es dann aber. Seit<br />
ein paar Jahren hat sich dies grundlegend<br />
geändert: Holz ist der Baustoff der Wahl in<br />
vielen Bereichen, sei es als konstruktives<br />
Element, als Fassadenverkleidung oder<br />
im Einsatz in Hybridbauweise: Holz erlebt<br />
dank seiner positven CO 2<br />
-Bilanz auch im<br />
Objektbau einen Siegeszug und landauf-/<br />
landab entstehen neue, wegweisende<br />
Objektbauten, in denen der Baustoff Holz<br />
eine wichtige Rolle spielt.<br />
In Ausgabe 3/26 werden wir Ihnen im<br />
Rahmen unseres Specials "Holz: Innovativer<br />
Baustoff im Objektbau" gelungene Objektbeispiele<br />
sowie interessante Bauweisen im<br />
Holzbau präsentieren.<br />
Weitere Themen in element + BAU 3/26<br />
werden sein: Tageslichtsysteme; Systeme<br />
rund ums Dach; Abdichtung; Dämmung;<br />
Lichttechnik; Sanierung; Innenausbau; Glas<br />
im Innenbereich; Wohnungsbau; Gebäudetechnik;<br />
Klima-/Heiztechnik; Lüftungstechnik<br />
und Brandschutz.<br />
element + BAU 3/26 erscheint am 13. Juli<br />
<strong>2026</strong>.<br />
Nr. 58, ab 01.01.<strong>2026</strong><br />
© Copyright <strong>2026</strong><br />
element + BAU • 2/<strong>2026</strong><br />
47
PROZESSTECHNIK &KOMPONENTEN<br />
© Aerzen<br />
Die branchenumfassende Medien -<br />
plattform für Anbieter und Anwender<br />
in deutscher und englischer Sprache<br />
GREEN EFFICIENT TECHNOLOGIES<br />
DE 1/25<br />
Exklusive Informationen rund um die<br />
Pumpen-, Kompressorenindustrie,<br />
Systeme und Komponenten<br />
Wasserstoff und Prozesstechnik<br />
Energie- und Wärmenetzwerke Speichertechnik<br />
Kreislaufwirtschaft Ressourcen Logistik<br />
Entwicklungen und Trends<br />
Zukunftstechnologien aus erster Hand<br />
Ausgerichtet an internationalen<br />
Fachmessen für <strong>2026</strong><br />
EFFICIENCY EFFICIENCY<br />
EFFICIENCY EFFICIENCY<br />
EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY<br />
EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY<br />
EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY<br />
EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY<br />
EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY<br />
EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY<br />
EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY<br />
EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY<br />
EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY<br />
EFFICIENCY EFFICIENCY EFFICIENCY<br />
EFFICIENCY EFFICIENCY<br />
Unabhängiges Fachmagazin für richtungsweisende Technologien<br />
Neu seit 2022:<br />
„Green Efficient Technologies“<br />
erscheint 4x im Jahr<br />
Dr. Harnisch Verlags GmbH · Eschenstraße 25 · 90441 Nürnberg · Tel.: +49 (0) 911 - 2018 0 · info@harnisch.com · www.harnisch.com