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Hygiene Report 2/2026

HYGIENE Report ist das Forum für Qualitätssicherung in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie. In Zusammenarbeit mit hochkarätigen Autoren aus Wissenschaft und Wirtschaft berichtet das Periodikum anwenderorientiert und praxisnah zu allen relevanten Aspekten rund um das Thema Qualitätssicherung. Themen sind beispielsweise Hygiene Management, Messtechnik, Berufskleidung, Reinigung, HACCP, Personalhygiene und mikrobiologische Nachweise mit all ihren rechtlichen und gesetzlichen Problemen.

HYGIENE Report ist das Forum für Qualitätssicherung in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie. In Zusammenarbeit mit hochkarätigen Autoren aus Wissenschaft und Wirtschaft berichtet das Periodikum anwenderorientiert und praxisnah zu allen relevanten Aspekten rund um das Thema Qualitätssicherung. Themen sind beispielsweise Hygiene Management, Messtechnik, Berufskleidung, Reinigung, HACCP, Personalhygiene und mikrobiologische Nachweise mit all ihren rechtlichen und gesetzlichen Problemen.

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ISSN 1618-2456<br />

Internationale Fachzeitschriften<br />

2·26<br />

Qualitätsmanagement in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie<br />

Themen <strong>Hygiene</strong> in der Lebensmittelherstellung · Schädlingsbekämpfung · HD · <strong>Report</strong>age ·


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2·26<br />

<strong>Report</strong><br />

Inhalt<br />

Editorial<br />

4<br />

5<br />

7<br />

14<br />

17<br />

18<br />

21<br />

22<br />

24<br />

25<br />

26<br />

29<br />

30<br />

31<br />

32<br />

33<br />

34<br />

35<br />

36<br />

37<br />

38<br />

39<br />

40<br />

41<br />

42<br />

43<br />

Schwerpunkt: <strong>Hygiene</strong> in der Lebensmittelherstellung<br />

Mit HACCP-Konzept und Eigenkontrollen<br />

gute <strong>Hygiene</strong>- und Herstellungspraxis sichern<br />

Von Gefahrenanalyse über Grenzwertüberwachung bis Dokumentation<br />

Die Produktion vor Kontamination schützen<br />

durch UV, Desinfektion und Hygienic Design<br />

<strong>Report</strong>age<br />

Ungenormtes präzise und hygienisch verpackt<br />

Fremdkörperdetektion<br />

Kleinste Knochen in Geflügelfleisch detektiert<br />

Schädlingsbekämpfung<br />

Die perfekte Schädlingsprophylaxe im<br />

Betrieb gibt‘s nur mit Konzept und System<br />

Rodentizide nur noch bei akutem Befall<br />

Interview<br />

Clemens Eichler (EMIL DEISS KG): „Nachhaltige <strong>Hygiene</strong>produkte<br />

sind in der Industrie ein Must-have und längst Standard“<br />

Wissenschaft<br />

Lagerung zwischen Schlachten, Einfrieren, Auftauen<br />

erhöht Bakterienwachstum<br />

Die Reinigung für Anlagenbauer und Anwender optimieren<br />

Bromid, Glyphosat, TFA, Neonicotinoide:<br />

Rückstände in Honigproben aus aller Welt<br />

Mit Sensoren die Haltbarkeit von Lebensmitteln bestimmen<br />

Aktuelles<br />

Was in Gewürzen drin sein darf – und was nicht<br />

323 Rückrufe im Jahr 2025<br />

Pestizide und MOSH in Porridge und Kräutern<br />

Hygienic Design<br />

Robuste Antriebslösungen für die Lebensmittelindustrie<br />

Lufthygiene<br />

Mehr Präzision in Raumlufttechnischen Anlagen<br />

Luftreiniger wirkungsvoll gegen Backstäube<br />

Praxis<br />

Kurzzeiterhitzen statt Pasteurisieren<br />

Waschraumhygiene<br />

Satino HYGINITY: „Red Dot Award“ für hervorragendes Produktdesign<br />

Fachforen / Messen<br />

Interpack: Papierverpackungen ohne Klebstoffe verschließen<br />

Antriebstechnik im Hygienic Design<br />

Produkte & Partner<br />

500.000 Radar-Füllstandsensoren der BASIC-Serie verbaut<br />

Sohlen und Seiten zugleich reinigen<br />

Veranstaltungen<br />

Von HACCP bis Food Defense<br />

Tipps für mehr Produktsicherheit<br />

Horst Buchmann<br />

Liebe Leserinnen und Leser,<br />

Im Sommer 2019 dominierten Schlagzeilen<br />

über <strong>Hygiene</strong>mängel, Listerien,<br />

„Gammelfleisch“ und „Ekel-Wurst“<br />

die deutschen Medien. Auslöser war<br />

der Skandal um die Firma Wilke im<br />

nordhessischen Twistetal, die überlagerte<br />

Ware verarbeitet und verdorbene<br />

Produkte teils mit falschem Mindesthaltbarkeitsdatum<br />

auf den Markt gebracht<br />

hatte – Salami, Brühwurstaufschnitt<br />

& Co. wurden u.a. an den LEH,<br />

Kliniken, Altenheime geliefert. Elf Menschen<br />

zwischen 47 und 86 Jahren starben,<br />

v.a. durch Listeriose-Erkrankung.<br />

Am 6. Juli <strong>2026</strong> soll vor der 2. Strafkammer<br />

des Landgerichts Kasssel der<br />

Prozess gegen den Wilke-Geschäftsführer<br />

und zwei leitende Angestellte beginnen.<br />

15 Verhandlungstermine sind<br />

bis 12. August angesetzt, 133 Untersuchungsberichte<br />

sollen vorliegen,<br />

33 Zeugen, fünf Sachverständige und<br />

sieben Verteidiger beteiligt sein. Es geht<br />

um 57 Anklagepunkte – elf Fälle fahrlässiger<br />

Tötung, siebenfache fahrlässige<br />

Körperverletzung, vierfache „Beibringung<br />

gesundheitsgefährdender Stoffe“,<br />

18-faches „gesundheitsgefährdendes<br />

Inverkehrbringen mit Lebensmitteln“<br />

und 17-facher Betrug. Eine wahre Horrorliste<br />

und ein Beleg für die schändlichen<br />

Folgen, wenn Gier und Gewinnmaximierung<br />

vor <strong>Hygiene</strong> und Lebensmittelsicherheit<br />

stehen. Und dass die<br />

Opfer bzw. ihre Angehörigen sieben<br />

Jahre lang auf ein Urteil warten mussten,<br />

ist kein Ruhmesblatt für die Justiz.<br />

Ihr<br />

3


schwerpunkt<br />

2·26<br />

Mit HACCP-Konzept und Eigenkontrollen<br />

gute <strong>Hygiene</strong>- und Herstellungspraxis sichern<br />

BfR: Vorbeuge- und Notfallmaßnahmen durch Lebensmittelunternehmen sind Pflicht<br />

Gemäß europäischem Recht sind primär die Lebensmittelunternehmen zur Gewährleistung der Lebensmittelsicherheit<br />

verpflichtet. Dazu müssen sie auf allen Stufen der Lebensmittelkette (von der Primärproduktion über Herstellung, Verarbeitung,<br />

Lagerung, Transport bis zum Endverbraucher) integrierte Managementsysteme etablieren, die Risiken für die Gesundheit<br />

eliminieren oder zumindest auf ein akzeptables Maß reduzieren. Die ISO 22000 beschreibt Aufbau und Umfang von<br />

Managementsystemen für die Lebensmittelsicherheit. Als wesentliche Komponenten dabei gelten laut Bundesinstitut für<br />

Risikobewertung (BfR) eine gute <strong>Hygiene</strong>praxis (GHP), eine gute Herstellungspraxis (GMP), ein betriebliches Eigenkontrollsystem<br />

zur Überwachung der Basishygiene sowie HACCP-gestützte Maßnahmen. Weitere Komponenten sind Verfahren zur<br />

Gewährleistung der Rückverfolgbarkeit und effiziente Rückrufsysteme. Damit bestehen Managementsysteme für Lebensmittelsicherheit<br />

aus Vorbeuge (Präventions)- und Notfallmaßnahmen sowie Eigenkontrollen. Wie HACCP-Grundsätze helfen,<br />

von Lebensmitteln ausgehende Gefahren beherrschbar zu machen, zeigt der folgende Fachbeitrag nach BfR-Quellen.<br />

Was bedeutet HACCP?<br />

Die Abkürzung HACCP steht im<br />

Englischen für Hazard Analysis<br />

and Critical Control Points (zu<br />

Deutsch: Gefahrenanalyse und<br />

kritische Kontroll-, Steuerungsoder<br />

Lenkungspunkte). Das<br />

bereits in den 1960er Jahren<br />

entwickelte HACCP-Konzept<br />

und seine Grundsätze wurden<br />

in den folgenden Jahrzehnten<br />

u.a. durch Organisationen wie<br />

die Weltgesundheitsorganisation<br />

(WHO), die Internationale Kommission<br />

für mikrobiologische<br />

Spezifikationen für Lebensmittel<br />

(ICMSF) und die Codex<br />

Alimentarius-Kommission (CAC)<br />

stetig weiterentwickelt und stellt<br />

mittlerweile ein international<br />

anerkanntes Verfahren dar, das<br />

mittels einer systematischen<br />

Gefahrenanalyse präventiv mögliche<br />

gesundheitliche Gefahren<br />

beherrschbar machen soll.<br />

Basishygienemaßnahmen<br />

(synonym Präventivprogramme;<br />

engl.: PRPs, prerequisite<br />

programs) bilden die Grundlage<br />

der betrieblichen <strong>Hygiene</strong>. Sie<br />

sind zudem die Voraussetzung<br />

für eine wirksame Umsetzung<br />

der HACCP-Grundsätze und<br />

eines funktionierenden HACCP-<br />

Systems und sollten daher<br />

bereits vor der Einführung der<br />

HACCP-gestützten Verfahren<br />

etabliert werden.<br />

Entstaubungsanlagen mit beweglichem Saugarm sorgen für <strong>Hygiene</strong> auch in<br />

staubintensiven Bereichen z.B. der Backwarenproduktion. Foto: Kärcher<br />

Die Basishygienemaßnahmen<br />

umfassen neben anderen Verfahren<br />

die GHP und GMP. Die<br />

Basishygieneprogramme legen<br />

die vorgeschriebenen hygienischen<br />

Anforderungen an die<br />

räumlichen und technischen<br />

Ausstattungen sowie die Personalhygiene,<br />

die Reinigung und<br />

Desinfektion, die Schädlingsbekämpfung<br />

usw. fest. Auch<br />

Maßnahmen zur Trennung von<br />

Arbeitsgängen und Produktionslinien<br />

(zur Vermeidung von<br />

Kreuzkontaminationen) und zur<br />

allgemeinen Regelung der Temperatur<br />

und Luftfeuchtigkeit von<br />

Arbeits- und Lagerräumen werden<br />

im Basishygiene pro gramm<br />

festgelegt und gehören zu den<br />

allgemeinen Voraussetzungen,<br />

ohne die ein HACCP-System<br />

nicht funktionieren kann.<br />

Basishygieneprogramme sind<br />

geeignet, geringe und allge-<br />

meine Risiken zu beherr schen.<br />

Mittlere und hohe Risi ken sind<br />

dagegen durch operative Präventivprogramme<br />

(oPRPs, operational<br />

Prerequisite Programs)<br />

bzw. kritische Kontrollpunkte<br />

(CCPs) zu kontrollieren. Als<br />

oPRPs werden PRPs bezeichnet,<br />

die an den Produktionsprozess<br />

geknüpft sind. Ähnlich wie<br />

CCPs umfassen auch oPRPs<br />

messbare bzw. sichtbare Kriterien<br />

bzw. Grenzwerte (inkl. Monitoring,<br />

Aufzeichnungen und<br />

Korrekturmaßnahmen). Für die<br />

oPRPs wurde im Rahmen der<br />

betrieblichen Gefahrenanalyse<br />

festgestellt, dass sie zur Kontrolle<br />

von Gefahren für die Lebensmittelsicherheit<br />

in Erzeugnissen<br />

oder der Verarbeitungsumgebung<br />

unerlässlich sind, da sie<br />

die Wahrscheinlichkeit des<br />

Auftretens, des Verbleibs oder<br />

der Verbreitung dieser Gefahren<br />

beeinflussen.<br />

Im Gegensatz zu CCPs sind<br />

oPRPs jedoch nicht in der<br />

Lage, die Gefahren vollständig<br />

zu eliminieren oder auf ein<br />

akzeptables Maß zu senken.<br />

Wurde eine Gefahr identifiziert,<br />

4 www.hygiene-report-magazin.de


april<br />

schwerpunkt<br />

Spezielle HACCP-gerechte Berufskleidung<br />

ist nicht nur im Brauereibereich<br />

ein Muss. Foto: bardusch<br />

die nicht durch einen CCP<br />

kontrolliert werden kann, sollte<br />

immer geprüft werden, ob<br />

durch oPRPs die Möglichkeit<br />

zur Risikominimierung besteht.<br />

HACCP-Grundlagen<br />

Eine international verbindliche<br />

Version des HACCP-Systems<br />

findet sich im Regelwerk des<br />

FAO/WHO Codex Alimentarius<br />

und ist Bestandteil der<br />

„Allgemeinen Grundsätze der<br />

Lebensmittelhygiene“. Das<br />

HACCP-System ist hiernach<br />

„... ein System, das dazu dient,<br />

bedeutende gesundheitliche<br />

Gefahren durch Lebensmittel zu<br />

identifizieren, zu bewerten und<br />

zu beherrschen“. Demzufolge<br />

sind spezifische Gesundheitsge-<br />

fahren für Konsumenten (z.B.<br />

chemische, physikalische oder<br />

mikrobiologische Gefahren)<br />

zunächst zu identifizieren und<br />

die Wahrscheinlichkeit und<br />

Bedeutung ihres Auftretens<br />

zu bewerten. Aufgrund dieser<br />

Analyse sind die notwendigen<br />

vorbeugenden Maßnahmen<br />

festzulegen, mit denen sich die<br />

ermittelten Gefahren bereits<br />

während der Herstellung des<br />

Lebensmittels bzw. auf allen<br />

Stufen der Lebensmittelkette<br />

vermeiden, ausschalten oder<br />

auf ein akzeptables Maß vermindern<br />

lassen.<br />

Die Begriffsdefinitionen bilden<br />

das Gerüst des HACCP-Systems<br />

und sind daher von großer<br />

Bedeutung. Durch sie wird eine<br />

korrekte Anwendung ermöglicht.<br />

Da sich häufig Missverständnisse<br />

aus der Übersetzung<br />

ergeben, ist es ratsam,<br />

bestimmte Schlüsselbegriffe im<br />

englischen Original zu verwenden.<br />

Zu diesen anerkannten<br />

Begriffen gehören HACCP, CCP,<br />

PRP, oPRP und Hazard.<br />

Nach Verordnung (EG) Nr. 852/<br />

20042 müssen Lebensmittelunternehmen<br />

Verfahren, die<br />

auf den HACCP-Grundsätzen<br />

beruhen, einrichten, durchführen<br />

und aufrechterhalten.<br />

Diese Verpflichtung betrifft alle<br />

Lebensmittelunternehmen mit<br />

Ausnahme der Primärproduktion.<br />

Das HACCP-System bildet<br />

Von Gefahrenanalyse über Grenzwertüberwachung bis Dokumentation<br />

Das sind die sieben HACCP-Grundsätze: Das BfR zeigt, wie Lebensmittelsicherheit im Betrieb gewährleistet wird<br />

Die HACCP-Prinzipien bilden die Grundlage<br />

für die Erstellung eines HACCP-Plans.<br />

Insgesamt gibt es laut Bundesinstitut für<br />

Risikobewertung (BfR) sieben Prinzipien<br />

oder Grundsätze:<br />

Grundsatz 1:<br />

Durchführung einer Gefahrenanalyse<br />

(engl.: hazard analysis)<br />

• Ermittlung von Gefahren, die vermieden,<br />

ausgeschaltet oder auf ein akzeptables<br />

Maß reduziert werden müssen.<br />

Grundsatz 2:<br />

Bestimmung der „Critical Control Points<br />

(CCPs)“<br />

• Bestimmung der CCPs auf der/den<br />

Prozessstufe(n), auf der/denen eine<br />

Kontrolle notwendig ist, um alle Gefahren<br />

zu vermeiden, auszuschalten oder auf ein<br />

akzeptables Maß zu reduzieren.<br />

Grundsatz 3:<br />

Etablierung eines oder mehrerer<br />

Grenzwerte(s) (engl.: critical limits)<br />

• Festlegung von Grenzwerten für diese<br />

CCPs, anhand derer im Hinblick auf die<br />

Vermeidung, Ausschaltung oder Reduzierung<br />

ermittelter Gefahren zwischen akzeptablen<br />

und nicht akzeptablen Produkten<br />

unterschieden wird.<br />

Grundsatz 4:<br />

Etablierung eines Systems zur Überwachung<br />

(engl.: monitoring) der CCPs<br />

Elemente eines Managementsystems für Lebensmittelsicherheit.<br />

• Festlegung und Durchführung effektiver<br />

Verfahren zur Überwachung der CCPs.<br />

Grundsatz 5:<br />

Festlegung von Korrekturmaßnahmen<br />

(engl.: corrective actions)<br />

• Festlegung von Korrekturmaßnahmen<br />

für den Fall, dass die Überwachung zeigt,<br />

dass ein CCP nicht beherrscht und ein<br />

Grenzwert überschritten wird.<br />

Grundsatz 6:<br />

Verfahren zur Verifizierung (engl.: verification)<br />

festlegen<br />

• Überprüfung des HACCP-Plans und<br />

Grafik: BfR<br />

Verfahren zur Verifizierung festlegen, um<br />

sicherzustellen, dass das HACCP-System<br />

wie beabsichtigt funktioniert und den<br />

Vorschriften gemäß der Grundsätze 1 bis 5<br />

entsprochen wird.<br />

Grundsatz 7:<br />

Dokumentation und Aufzeichnungen<br />

• Erstellung von Dokumenten und Aufzeichnungen,<br />

die der Art und Größe des<br />

Lebensmittelunternehmens angemessen<br />

sind, um nachweisen zu können, dass<br />

den Vorschriften der Grundsätze 1 bis 6<br />

entsprochen wird.<br />

5


schwerpunkt<br />

2·26<br />

einen Bestandteil des Eigenkontrollsystems<br />

des Betriebes,<br />

dessen Umsetzung in der<br />

Verantwortung des Betriebsinhabers<br />

liegt.<br />

Umsetzung in der Praxis<br />

Die Anwendung des HACCP-<br />

Sys tems umfasst ein Bündel<br />

von Aufgaben, das Kenntnisse<br />

auf Gebieten der Lebensmittelmikrobiologie<br />

und -chemie,<br />

dem Qualitätsmanagement, der<br />

Veterinärmedizin, der Toxikologie<br />

und der Epidemiologie voraussetzt.<br />

Daher kann es nötig<br />

sein, Sachverstand in Form von<br />

externen Fachleuten oder qualifizierten<br />

Dritten heranzuziehen.<br />

Generell ist es wichtig, alle evtl.<br />

betroffenen Bereiche des Unternehmens<br />

(z.B. Produktion,<br />

Qualitätsmanagement, Qualitätskontrolle,<br />

Forschung und<br />

Entwicklung, Instandhaltung)<br />

in die Einführung des HACCP-<br />

Systems einzubeziehen. Eine<br />

ausführliche Darstellung zur<br />

praktischen Umsetzung HAC-<br />

CP-gestützter Verfahren ist den<br />

allgemeinen Grundsätzen der<br />

Lebensmittelhygiene des Codex<br />

Alimentarius und der Bekanntmachung<br />

der EU-Kommission<br />

C/2016/4608 zu entnehmen.<br />

Zusammenfassend können die<br />

sieben Grundsätze des HACCP<br />

(vgl. Kasten auf Seite 5) in drei<br />

Abschnitte gruppiert werden,<br />

die bei der Etablierung durchlaufen<br />

werden müssen:<br />

I. Durchführung einer Gefahrenanalyse<br />

mit Gefahrenermittlung<br />

und -bewertung (Grundsatz 1)<br />

II. Festlegung der „Critical Control<br />

Points“ und Maßnahmen zu<br />

ihrer Beherrschung (Grundsätze<br />

2, 3, 4 und 5)<br />

III. Verifizierung und Dokumentation<br />

des HACCP-Systems<br />

(Grundsätze 6 und 7)<br />

Ein Managementsys tem für die<br />

Lebensmittelsicherheit (z.B.<br />

nach ISO 22000) und die<br />

HACCP-gestützten Verfahren<br />

zielen explizit auf die Prävention<br />

gesundheitli cher Gefahren.<br />

Diese Systeme können in ein<br />

umfassenderes Qualitätsmanagementsystem<br />

(z.B. nach DIN<br />

EN ISO 9001) eingebettet werden,<br />

das auch Qualitätsas pekte<br />

berücksichtigt. Die logische<br />

Vorgehensweise des HACCP-<br />

Ansatzes kann prinzipiell auch<br />

für die gezielte Erarbeitung<br />

spezieller Maßnahmen zur Vermeidung<br />

von Verderb oder zur<br />

Sicherstellung der qualitativen<br />

Eigenschaften eines Produkts<br />

herangezogen werden.<br />

In solchen Fällen sollten allerdings<br />

nicht die Begriffe des<br />

HACCP-Systems wie „CCP“<br />

verwendet werden, um nicht die<br />

eigentlichen Ziele des HACCP-<br />

Systems – die Vermeidung spezifischer<br />

Gesundheitsgefahren<br />

– mit unkritischeren Qualitätseigenschaften<br />

zu vermengen.<br />

Was Eigenkontrolle bedeutet<br />

Gemäß Verordnung (EG) Nr.<br />

852/2004 müssen Lebensmittelunternehmen<br />

Verfahren<br />

zur Lebensmittelsicherheit<br />

einführen, die auf den HACCP-<br />

Grundsätzen beruhen. Damit<br />

die Verfahren auch in kleineren<br />

Betrieben anwendbar sind, sollen<br />

die HACCP-Anforderungen<br />

flexibel und im Hinblick auf<br />

Art und Größe des Betriebes<br />

angemessen angepasst werden.<br />

Darum erlauben die Lebensmittelhygiene-Vorschriften<br />

der EU<br />

Flexibilisierungen bei der Anwendung<br />

des HACCP-Systems.<br />

Die Europäische Kommission<br />

erläutert die Regelungen zur<br />

Flexibilisierung in der Bekanntmachung<br />

der EU-Kommission<br />

2016/C 278/015 und ergänzt<br />

sie durch praktische Orientierungshilfen<br />

und Anwendungsbeispiele.<br />

Prinzipiell ist<br />

es gestattet, von den HACCP-<br />

Grundsätzen abzuweichen,<br />

wenn sich das Ziel der Lebensmittelsicherheit<br />

mit gleichwertigen,<br />

vereinfachten Mitteln<br />

ebenfalls erreichen lässt.<br />

Mit modernen Scheuersaugmaschinen lässt sich <strong>Hygiene</strong> in Produktion und<br />

Lagern der Lebensmittelindustrie wie im Verkaufsbereich sichern. Foto: Nilfisk<br />

Ob ein Lebensmittelunternehmen<br />

eine flexible Regelung in<br />

Bezug auf das HACCP-System<br />

und damit ein vereinfachtes<br />

HACCP-Verfahren in Anspruch<br />

nehmen kann, ist von zwei<br />

Hauptfaktoren abhängig – von<br />

Unternehmensart und -größe.<br />

Wie überwacht die Behörde?<br />

Bei der Überprüfung der<br />

Eigenkontrollen eines Betriebes,<br />

die nach den Grundsätzen des<br />

HACCP-Verfahrens aufgebaut<br />

sind, wird die Lebensmittelüberwachung<br />

zunächst auf die korrekte<br />

Trennung zwischen den<br />

allgemeinen <strong>Hygiene</strong>maßnahmen<br />

und den Maßnahmen zu<br />

spezifischen <strong>Hygiene</strong>kontrollen<br />

(in Anlehnung an das HACCP-<br />

System) achten. Dabei wird sich<br />

herausstellen, ob die betrieblichen<br />

Maßnahmen nach den<br />

Grundsätzen HACCP-gestützter<br />

Verfahren analysiert wurden<br />

und der Betrieb sich danach<br />

richtet. Es handelt es sich also<br />

mehr um die Überprüfung eines<br />

strukturierten Lebensmittelsicherheitskonzeptes,<br />

bei dem die<br />

Aufzeichnungen der Unternehmen<br />

die Umsetzung der<br />

Maßnahmen für die Lebensmittelüberwachung<br />

transparenter<br />

und nachvollziehbarer machen.<br />

Wenn ein vollständiger HACCP-<br />

Plan vorliegt, wird sich die<br />

Überwachungsbehörde – neben<br />

der allgemeinen Überprüfung<br />

der hygienischen Gegebenheiten<br />

– zudem auf die korrekte<br />

Etablierung der CCPs<br />

zur Beherrschung möglicher<br />

gesundheitlicher Gefahren<br />

konzentrieren. Sie wird dabei<br />

insbesondere die Dokumentation<br />

und Verifikation des Systems<br />

prüfen und Augenmerk auf die<br />

dokumentierten Abweichungen<br />

und die daraus resultierenden<br />

Korrekturmaßnahmen legen.<br />

Besonders wichtig ist, dass der<br />

Aufbau des Systems risikobasiert<br />

erfolgt und alle Entscheidungen<br />

nachvollziehbar<br />

dokumentiert sind – auch Änderungen<br />

an Produkt und/oder<br />

Prozess. Für jede Änderung<br />

muss nachvollziehbar sein, dass<br />

auf mögliche neue Gefahren<br />

und die Notwendigkeit einer<br />

Neuvalidierung geprüft wurde.<br />

Weitere Fragen und Antworten<br />

zum Thema HACCP-Konzept<br />

hat das BfR in einem zwölfseitigen<br />

PDF zusammengestellt,<br />

das unter diesem Link zum kostenlosen<br />

Download bereitsteht:<br />

www.bfr.bund.de/publikationen/<br />

fragen-und-antworten-zumhazard-analysis-and-criticalcontrol-point-haccp-konzept/<br />

Bundesinstitut für Risikobewertung<br />

Max-Dohrn-Straße 8-10<br />

D-10589 Berlin<br />

www.bfr.bund.de<br />

6 www.hygiene-report-magazin.de


april<br />

schwerpunkt<br />

Die Produktion vor Kontamination schützen<br />

durch UV, Desinfektion und Hygienic Design<br />

<strong>Hygiene</strong> in der Lebensmittelherstellung: Komplex vom Luftfilter bis zum Industriesauger<br />

Die Schaffung und Bewahrung der <strong>Hygiene</strong> in Unternehmen der Lebensmittelherstellung ist ein komplexes Aufgabengebiet.<br />

Egal ob bei der Produktion von Bier, Spirituosen, Erfrischungsgetränken, flüssigen Molkereiprodukten oder von<br />

Fleischwaren, Tiefkühlgemüse, Obstkonserven, Gummibärchen: Die Belüftung, das Umfeld von Maschinen und Geräten,<br />

die Böden in den Produktionsräumen, aber auch die Ausstattung der Beschäftigten im Umgang mit den empfindlichen<br />

Rohstoffen wie der Reinigungskräfte müssen strengen EU-<strong>Hygiene</strong>vorgaben entsprechen. Denn sie alle spielen für die<br />

Lebensmittelsicherheit eine entscheidende Rolle. Dazu beitragen können Anlagen und Komponenten im Hygienic Design,<br />

Filtersysteme für Lüftungsanlagen, Biozid-Vernebelungs- und UV-Geräte zur Bekämpfung von Viren und Bakterien, <strong>Hygiene</strong>schleusen<br />

bzw. Desinfektionspunkte vor sensiblen Betriebsbereichen, hygienegerechte Berufskleidung bzw. Schutzausrüs<br />

tung der Mitarbeiter, CIP-Verfahren zur Anlagenreinigung, innovative Saug-, Kehr-, Spültechnik u.v.m. Wir haben ausgewählte<br />

Branchenhersteller nach wichtigen Neuheiten im Frühjahr <strong>2026</strong> befragt und geben Ihnen hier einen Überblick.<br />

allfo<br />

Die allfo GmbH & Co. KG<br />

(Waltenhofen) ist Spezialist für<br />

hochwertige und hygienische<br />

Vakuumbeutel. Von Siegelrand-,<br />

Schrumpf- und Schlauchbeuteln<br />

über Koch- und Standbodenbeutel<br />

bis hin zu Mehrlagenbeuteln<br />

reicht das Sortiment,<br />

das in verschiedenen Größen<br />

und Folienstärken erhältlich<br />

ist. Die 50 µ schlanke Beutelinnovation<br />

ecoLINE bietet man<br />

Hygienisch als Siegelrand- und als Schlauchbeutel:<br />

das umweltschonende ecoLINE-Sortiment. Foto: allfo<br />

zusätzlich zum Siegelrandbeutel<br />

nun auch als Schlauchbeutel-<br />

Lösung an.<br />

Statt der üblichen 90 µ Stärke<br />

kommt der PA/PE-Beutel mit<br />

nur 50 µ aus und spart damit<br />

45 % Material ein. Der Vakuumbeutel<br />

ecoLINE punktet<br />

laut Hersteller zudem bei der<br />

Wiederverwertbarkeit, denn<br />

gemäß Verpackungsgesetz ist<br />

er als PA/PE-Beutel recyclingfähig.<br />

Und der materialreduzierte<br />

Vakuumbeutel wiegt nur 5,80 g<br />

– klassische allfo-Schlauchbeutel<br />

kommen auf 10,36 g. Die<br />

Schlauchbeutel-Variante gibt es<br />

von 100 x 150 mm bis hin zu<br />

400 x 600 mm (B x L). ecoLINE<br />

als Siegelrandbeutel<br />

ist in den<br />

Größen 150 x 200<br />

mm bis 400 x 600<br />

mm verfügbar.<br />

Als PE-Einstofflösung<br />

bestens<br />

recycelbar ist<br />

der neue allfo-<br />

Vakuumbeutel<br />

monoLINE zum<br />

Verpacken von<br />

Gemüse, Käse,<br />

Fisch, Fleisch-/Wurstwaren<br />

oder Convenience-Produkten.<br />

Der 100 μ starke 3-Seiten-Siegelrandbeutel<br />

bietet mit einem<br />

Folienaufbau aus PE-MOD,<br />

Haftvermittler und PE-EVOH<br />

hohe Barriere eigenschaften und<br />

schützt Lebensmittel u.a. vor<br />

Feuchtigkeit und Sauerstoff. Es<br />

gibt ihn in fünf Größen von 150<br />

x 200 mm bis 400 x 600 mm.<br />

www.allfo.de<br />

beam<br />

Die beam GmbH (Altenstadt) ist<br />

als mittelständisches Unternehmen<br />

mit über 50 Mit arbeitern<br />

seit 1980 eine feste Größe im<br />

Markt für innovative Reinigungssysteme.<br />

Moderne Dampfsaugsysteme<br />

entwickelt man nach<br />

dem Reinigungsgrundsatz des<br />

„Green Cleaning“ und verzichtet<br />

bewusst auf die Verwendung<br />

von Chemikalien. Durch die Arbeit<br />

mit heißem Trockendampf<br />

wird zudem der Wasserverbrauch<br />

um 90 % gegenüber der<br />

herkömmlichen Reinigung mit<br />

dem Mopp reduziert.<br />

Auch die Fliesen in der Backstube<br />

reinigt das Fidelisbäck-Team mit dem<br />

innovativen Dampfreiniger Blue Evolution<br />

XL+. Foto: Ingo Jensen/beam<br />

Das Konzept der beam-Dampfsauger:<br />

Hygienische Sauberkeit<br />

und nachhaltige Effizienz in nur<br />

einem Arbeitsgang. Die Kombination<br />

von heißem Trockendampf,<br />

UVC-Technik und Wasserfiltern<br />

sorgt auch in sensiblen<br />

Produktionsbereichen, stark<br />

frequentierten Räumen oder<br />

anspruchsvollen Reinigungszyklen<br />

für professionelle <strong>Hygiene</strong><br />

mit Geräten wie Steam Hero,<br />

Blue Evolution S+ und Blue<br />

Evolution XL+ und passendem<br />

Zubehör wie Steam Commander,<br />

Roll-Caddy Steam Trolley<br />

und Bandaufsatz Be-Belt.<br />

In der Bäckerei Fidelisbäck<br />

in Wangen im Allgäu setzen<br />

Geschäftsführer Christian Koch<br />

und sein Team bei der Reini-<br />

7


schwerpunkt<br />

2·26<br />

gung in der Produktion auf den<br />

HACCP-zertifizierten Dampfreiniger<br />

Blue Evolution XL+ mit<br />

integrierter Absaugung, bis zu<br />

180 °C heißem Trockendampf,<br />

10,0 bar Dampfdruck und<br />

UVC-Bestrahlung im Wasserfilter<br />

– auf Wandfliesen, Backwägen,<br />

Plexiglasscheiben in der<br />

Semmelstraße oder an verwinkelten<br />

Kanten im Gärraum.<br />

Damit können sogar Kühl- und<br />

Tiefkühlhäuser im laufenden<br />

Betrieb gereinigt werden – ohne<br />

Abtauen. Es bleibt keine Feuchtigkeit<br />

zurück, so dass keine<br />

Vereisungsgefahr besteht. Für<br />

eine Fläche von 100 qm werden<br />

nur etwa 3 l Wasser benötigt.<br />

www.beam.de<br />

BerlinerLuft. Technik<br />

Die BerlinerLuft. Technik GmbH<br />

(Berlin) ist ein Komplett- und<br />

Systemanbieter von Produkten<br />

der Luft-, Klima- und Prozesslufttechnik.<br />

Wenn wie in der Lebensmittelindustrie<br />

im Bereich<br />

Klima- und Lüftungstechnik<br />

besonders hohe Ansprüche an<br />

die <strong>Hygiene</strong> gestellt werden,<br />

kommt ihre Baureihe „Hyg-<br />

Cond“ ins Spiel. Als modular<br />

aufgebautes Klimagerät vereint<br />

sie Höchstleistung in Sachen<br />

<strong>Hygiene</strong> mit energieeffizienter<br />

Luftkonditionierung. Die Klimaund<br />

Lüftungsgeräte sind in<br />

<strong>Hygiene</strong>ausführung, außen<br />

verzinkt-beschichtet und Innen<br />

in Edelstahlausführung (V2A<br />

oder V4A) lieferbar und können<br />

zusätzlich mit speziellen Filtern<br />

ausgestattet werden.<br />

Jüngst hat man ein Umluftgerät<br />

zum Kühlen der Backwaren für<br />

eine Großbäckerei für glutenfreies<br />

Brot und Brotersatzprodukte<br />

realisiert. Die Vorgaben:<br />

Durch den reinen Umluftbetrieb<br />

wird die Kühlfunktion ganzjährig<br />

benötigt – aus energetischen<br />

Gründen sollte aber eine freie<br />

Kühlung genutzt werden. Geliefert<br />

und in Betrieb genommen<br />

haben die Experten der<br />

BerlinerLuft. Technik schließlich<br />

eine HygCond-RLT-Anlage in<br />

<strong>Hygiene</strong>ausführung nach DIN<br />

1946-4 mit mehrstufigen Filtern<br />

inklusive H14-Hepa-Filter und<br />

entsprechender Mess-, Steuerund<br />

Regeltechnik (MSR). Die<br />

Zu- und Abluft wird über eine<br />

Mischkammer geregelt. Die<br />

hocheffizienten EC-Ventilatoren<br />

wurden platzsparend in einer<br />

3x3-Fanwall installiert.<br />

In ihrem CompetenceCenter<br />

Klimatechnik in Bexbach (Saarland)<br />

fertigt die BerlinerLuft.<br />

Technik die HygCond-Geräte<br />

bis zu einer Luftmenge von<br />

100.000 m 3 /h. Man konzipiert<br />

aber auch Sonderlösungen für<br />

größere Luftmengen. Die Klimaund<br />

Lüftungsgeräte aus der<br />

Baureihe „HygCond“ erfüllen<br />

die Standards der EN1886, EN<br />

13053, VDI 3803 und sind baumustergeprüft<br />

nach VDI 6022.<br />

www.berlinerluft.de<br />

<strong>Hygiene</strong>plus für die Lebensmittelindustrie: HygCond ist ein modular aufgebautes<br />

Klimagerät.<br />

Foto: BerlinerLuft. Technik GmbH<br />

Die industriellen Luftreiniger der CC X-Serie sind<br />

sofort einsatzbereit und einfach in bestehende<br />

Lüftungslösungen integrierbar. Foto: Camfil<br />

Camfil<br />

Wer Lebensmittel herstellt,<br />

weiß: Schon kleinste Verunreinigungen<br />

können ganze Chargen<br />

gefährden. Luft bewegt sich<br />

unsichtbar durch die Produktionslinien<br />

und mit ihr Schadstoffe<br />

wie Partikel, Pulverstäube<br />

oder H 2<br />

O 2<br />

-Reinigungsnebel.<br />

Wer seine Produkte und Mitarbeiter<br />

zuverlässig schützen<br />

will, benötigt ganzheitliche<br />

Lösungen für alle Bereiche der<br />

Lufthygiene. Filtrationsspezialist<br />

Camfil (Reinfeld) bietet<br />

dafür ein breites Portfolio mit<br />

hochwirksamen Partikel- und<br />

Molekularfiltern sowie leistungsstarke<br />

Entstaubungssysteme,<br />

allesamt energieeffizient und mit<br />

niedrigen Lebenszykluskosten.<br />

Die ProSafe-Filter wurden speziell<br />

für Branchen mit hohen <strong>Hygiene</strong>anforderungen<br />

entwickelt.<br />

Sie bestehen aus mikrobiell<br />

inerten Materialien, sind für den<br />

Lebensmittelkontakt zertifiziert<br />

und frei von kritischen Stoffen<br />

wie Bisphenol A & Co. ProSafe<br />

gibt es als Taschen-, Kompaktund<br />

Schwebstofffilter – passend<br />

für den hygienegerechten Betrieb<br />

von raumlufttechnischen<br />

Anlagen. Bei Schwebstofffiltern<br />

erleichtert ein raumseitig angebrachter<br />

QR-Code die eindeutige<br />

Identifikation samt Prüfzertifikat<br />

– ideal für <strong>Hygiene</strong>audits.<br />

Gerüche oder Rückstände von<br />

Desinfektionsmitteln können<br />

Produktqualität und<br />

Arbeitsumgebung<br />

beeinträchtigen.<br />

Molekularfilter wie<br />

CamCarb-Patronen<br />

nutzen Aktivkohle<br />

und Aluminiumoxid,<br />

um gasförmige Verunreinigungen<br />

zuverlässig<br />

abzuscheiden.<br />

Ganz neu im Sortiment<br />

von Camfil<br />

sind die industriellen<br />

Luftreiniger CC X, die<br />

sich mit Partikel- und/<br />

oder Molekularfiltern<br />

bestücken lassen und laut Hersteller<br />

als perfekte Ergänzung zu<br />

bestehenden Lüftungssystemen<br />

dienen können.<br />

Bei Misch- und Dosierprozessen<br />

kommen Absaugsysteme wie<br />

die „Gold Series“ zum Einsatz,<br />

um Staub zu entfernen, bevor er<br />

sich im Arbeitsbereich ausbreiten<br />

kann – bei Bedarf auch mit<br />

Explosionsschutz.<br />

Das Produktsortiment wird<br />

durch umfassende technische<br />

Dienstleistungen ergänzt – von<br />

der Vor-Ort-Analyse über die<br />

normgerechte Qualifizierung bis<br />

zur fachkundigen Wartung.<br />

www.camfil.com<br />

Continental<br />

In der Lebensmittel- und Getränkeindustrie<br />

ist <strong>Hygiene</strong> kein<br />

abstraktes Qualitätsversprechen,<br />

sondern eine technische<br />

Eigenschaft jedes einzelnen<br />

Prozessschritts. Eine oft unterschätzte<br />

Rolle spielen dabei<br />

Lebensmittelschläuche: Sie<br />

kommen direkt mit sensiblen<br />

Medien in Kontakt, müssen<br />

häufig gereinigt werden und<br />

dürfen keinerlei Risiko für Kontaminationen<br />

darstellen. Genau<br />

hier setzt Continental (Hannover)<br />

mit seinem Lebensmittelschlauch<br />

Blaudieck Super an.<br />

Im Zentrum des Produktkonzepts<br />

für den Blaudieck Super<br />

8 www.hygiene-report-magazin.de


april<br />

schwerpunkt<br />

Der Blaudieck Super mit Schlauchseele<br />

aus UPE (o.) und die Arma -<br />

tur PAGUFIX (u.). Fotos: Continental<br />

steht die konsequente Abkehr<br />

von gummibasierten Schlauchseelen.<br />

Stattdessen setzt<br />

Continental auf eine homogene<br />

Innenschicht aus Polyethylen<br />

mit ultralangen Molekülketten<br />

(UPE), daher auch die Marketing-Schreibweise<br />

BLAUDIECK<br />

sUPEr. Dieses Material bietet<br />

eine porenfreie, weichmacherfreie<br />

Oberfläche, an der<br />

Lebensmittel kaum anhaften.<br />

Ablagerungen und potenzielle<br />

Bakteriennester werden so wirksam<br />

reduziert – ein Vorteil für<br />

hygienekritische Anwendungen<br />

in Molkereien, Brauereien oder<br />

der Getränkeabfüllung.<br />

Ein weiterer Pluspunkt laut Hersteller:<br />

Die geringe Permeabilität<br />

der UPE-Seele schützt das<br />

Medium zuverlässig vor äußeren<br />

Einflüssen. Gleichzeitig bleibt<br />

der Innendurchmesser dauerhaft<br />

stabil, auch bei wechselnden<br />

Temperaturen und häufigen<br />

Reinigungszyklen. Der Schlauch<br />

ist für den dauerhaften Einsatz<br />

bis 95 °C ausgelegt und kann<br />

kurzzeitig Temperaturen bis<br />

110 °C standhalten. Die Reinigung<br />

mit bis zu 130 °C heißem<br />

Sattdampf ermöglicht effiziente<br />

Medienwechsel und unterstützt<br />

validierte <strong>Hygiene</strong>konzepte.<br />

Der Blaudieck Super ist für<br />

eine Vielzahl von Anwendungen<br />

verfügbar – von flüssigen<br />

Lebensmitteln bis zu viskosen<br />

Medien. Varianten mit<br />

Stahldrahtspirale eignen sich<br />

für anspruchsvolle Saug- und<br />

Druckanwendungen, elektrisch<br />

leitfähige Ausführungen für Ex-<br />

Zonen. Ergänzt wird das System<br />

durch abgestimmte Verbindungslösungen<br />

wie Press- und<br />

Halbschalenarmaturen, die eine<br />

sichere, hygienische Montage<br />

gewährleisten.<br />

www.continental.com<br />

Hoenle UV Disinfection<br />

Die Business Unit Disinfection<br />

der Hoenle AG (Gilching) entwickelt<br />

und produziert UV-basierte<br />

Systeme zur zuverlässigen<br />

Desinfektion in industriellen wie<br />

auch privaten Anwendungen.<br />

Mit einem breiten Portfolio an<br />

Lösungen für Luft, Wasser und<br />

Oberflächen unterstützt das<br />

Unternehmen Kunden weltweit<br />

dabei, hohe <strong>Hygiene</strong>standards<br />

in sensiblen Produktionsumgebungen<br />

sicherzustellen.<br />

Eine aktuelle Produktneuheit<br />

ist die ODB UV-C Folienentkeimung.<br />

Das System ermöglicht<br />

Die neue OBD UV-C bekämpft effektiv Mikroorganismen<br />

auf Verpackungsfolien. Foto: Hoenle<br />

eine effektive Reduktion von<br />

Mikroorganismen auf Verpackungsfolien<br />

mithilfe von UV-C<br />

Strahlung – und das ganz<br />

ohne chemische Hilfsstoffe.<br />

Die Entkeimung erfolgt direkt<br />

vor der Weiterverarbeitung der<br />

Folie im Verpackungsprozess.<br />

Dank der kompakten Bauweise<br />

lässt sich das System einfach in<br />

bestehende Produktions- und<br />

Verpackungslinien integrieren<br />

und trägt so zur Verbesserung<br />

der Produktsicherheit sowie zur<br />

Verlängerung der Haltbarkeit<br />

sensibler Lebensmittel bei.<br />

Neben der Folienentkeimung<br />

umfasst das Sortiment der<br />

Business Unit<br />

Disinfection<br />

ein breites<br />

Spektrum an<br />

UV-Systemen<br />

zur Entkeimung<br />

von Luft, Wasser<br />

und unterschiedlichsten<br />

Oberflächen.<br />

Die Lösungen<br />

reichen von<br />

standardisierten<br />

Anlagen bis<br />

hin zu kundenspezifisch<br />

entwickelten<br />

Systemen, die exakt auf bestehende<br />

Produktionsprozesse<br />

abgestimmt werden können.<br />

Ergänzend bietet das Unternehmen<br />

auch leistungsstarke<br />

UV-Komponenten für Maschinen-<br />

und Anlagenbauer an, die<br />

UV-Technologie in<br />

ihre eigenen Systeme<br />

integrieren<br />

möchten.<br />

Hauptanwender<br />

der UV-Desinfektionslösungen<br />

sind<br />

Unternehmen der<br />

Lebensmittel- und<br />

Getränkeindustrie.<br />

Darüber hinaus<br />

kommen die<br />

Systeme auch in<br />

weiteren Branchen<br />

zum Einsatz, darunter das<br />

Gesundheitswesen sowie der<br />

Maschinen- und Anlagenbau.<br />

www.hoenle.com/de<br />

Kärcher<br />

Ob Mehlstaub in der Brotproduktion<br />

oder Zementstäube im<br />

Lager: Um Anwender vor den<br />

winzigen Partikeln zu schützen<br />

und für saubere Maschinen<br />

und Arbeitsplätze zu sorgen,<br />

hat Reinigungsgerätehersteller<br />

Kärcher (Winnenden) den<br />

Industriesauger IVM 40/24-2<br />

H ACD LP entwickelt. Das<br />

komplette Gerät einschließlich<br />

Filter ist nach DIN EN 60335-<br />

2-69 in der Lage, feinste und<br />

Mit dem Industriesauger IVM 40/24-2 H ACD LP entfernt<br />

man im Bereich Lebensmittelproduktion feinste<br />

und gesundheitsgefährdende Stäube. Foto: Kärcher<br />

gesundheitsgefährdende Stäube<br />

der Staubklasse H (hochgefährlich)<br />

zuverlässig einzusaugen.<br />

Das behälterlose Modell verfügt<br />

zum Auffangen der Stäube über<br />

einen sogenannten Endlossack<br />

(Longopac), von dem nach dem<br />

Saugen das benötigte Stück<br />

abgetrennt, staubfrei versiegelt<br />

und entsorgt werden kann.<br />

Auch brennbare Stäube nimmt<br />

der IVM 40/24-2 H ACD LP<br />

sicher auf.<br />

Um Anwendern die Handhabung<br />

im Arbeitsalltag zu<br />

erleichtern, sind am Industriesauger<br />

Kabel- und Zubehörhalter<br />

angebracht. So lassen<br />

sich die für Anwendungen in<br />

der Boden- und Maschinenreinigung<br />

verfügbaren Düsen<br />

einfach mitführen und nach<br />

dem Einsatz wieder verstauen.<br />

Dank des Longopac-Prinzips<br />

wird nicht bei jeder Anwendung<br />

ein Sack in Standardgröße<br />

verwendet, der oftmals nur halb<br />

gefüllt wird. Stattdessen lässt<br />

sich genau die passende Größe<br />

wählen, um Material zu sparen.<br />

Der Anwender kommt mit dem<br />

Staub zu keinem Zeitpunkt in<br />

Berührung und kann die Säcke<br />

einfach, schnell und sicher<br />

versiegeln und entsorgen.<br />

9


schwerpunkt<br />

2·26<br />

Der IVM 40/24-2 H ACD LP ist<br />

mit einer Doppelfiltration ausgestattet:<br />

Der große Sternfilter der<br />

Staubklasse M (mittel gefährliche<br />

Stäube) lässt sich über die<br />

Pull & Clean-<br />

Vorrichtung<br />

abreinigen, wobei<br />

der Anwender<br />

an einem kleinen<br />

Griff zieht,<br />

den Luftstrom<br />

umleitet und<br />

damit den Filter<br />

freibläst. Der M-<br />

Filter sorgt dafür,<br />

dass nur feinste<br />

Stäube bis zum<br />

nachgelagerten<br />

zertifizierten H-<br />

Filter gelangen,<br />

der somit nicht<br />

so schnell zusetzt<br />

und je nach Anwendungshäufigkeit<br />

und Staubbelastung<br />

nur einmal pro Jahr<br />

gewechselt werden muss. Die<br />

Saugleistung liegt bei maximal<br />

2,4 kW, wobei sich individuell<br />

entscheiden lässt, ob mit zwei<br />

Turbinen mit je 1,2 kW gearbeitet<br />

wird oder eine Turbine<br />

ausreicht.<br />

Gesundheitsgefährdende Stäube<br />

sind oft sehr fein, weshalb<br />

von ihnen Explosionsgefahr ausgehen<br />

kann, wenn sie aufgewirbelt<br />

werden und eine Zündquelle<br />

vorhanden ist. Da der Sauger<br />

die Norm IEC 60335-2-69/ACD<br />

erfüllt, kann er auch in Zone 22<br />

gemäß europäischer ATEX-<br />

Richtlinie 2014/34/EU (Atmosphères<br />

Explosibles) arbeiten,<br />

wenn das Gerät außerhalb der<br />

Zone steht und mit ATEX-Zubehör<br />

gearbeitet wird.<br />

www.kaercher.com<br />

Kohlhoff <strong>Hygiene</strong>technik<br />

Kohlhoff <strong>Hygiene</strong>technik (Unna)<br />

entwickelt, produziert und<br />

vertreibt seit 30 Jahren als<br />

Partner für Lebensmittelhersteller<br />

hygienetechnische Geräte,<br />

Maschinen und Anlagen zur<br />

Umsetzung von Personal- und<br />

Betriebshygienemaßnahmen.<br />

Das Angebot umfasst Produkte<br />

zur Reinigung, Desinfektion und<br />

Trocknung von Händen sowie<br />

Stiefeln und Schuhsohlen.<br />

Das Eingangskontrollgerät EK 400 WRT koppelt Komponenten<br />

zur Händereinigung, -trocknung, -desinfektion<br />

mit einer Drehsperre.<br />

Foto: Kohlhoff<br />

Das Eingangskontrollgerät EK<br />

400 WRT ist ein leistungsstarkes<br />

und zuverlässiges System, das<br />

den Zugang zu hygienesensiblen<br />

Bereichen wirkungsvoll<br />

schützt. Es koppelt drei Komponenten<br />

zur Händereinigung,<br />

-trocknung und -desinfektion<br />

mit einer Drehsperre und kann<br />

mit weiteren Komponenten zur<br />

Reinigung und Desinfektion<br />

von Schuhsohlen und Stiefeln<br />

ausgestattet werden – z.B. mit<br />

dem Durchlaufsohlenreiniger<br />

DLSO-SL 1500.<br />

Im sensorgesteuerten berührungsfreien<br />

Waschbereich<br />

erfolgt die Seifenabgabe<br />

mittels separatem Auslaufhahn.<br />

Anschließend läuft werkseitig<br />

voreingestellt 8 Sekunden klares<br />

Wasser (individuell programmierbar).<br />

Der automatische<br />

Hochgeschwindigkeitstrockner<br />

HANDDRYER 2 trocknet die<br />

Hände hygienisch und umweltfreundlich<br />

in weniger als<br />

10 Sekunden. Die Aktivierung<br />

des in Geschwindigkeit und<br />

Temperatur optimal eingestellten<br />

Luftstroms erfolgt erst dann,<br />

wenn der Sensor beide Hände<br />

im Eingriff erkannt hat.<br />

Erst wenn auch die ebenfalls<br />

überlistungssicher ausgelegte<br />

Zweihanddesinfektion durchgeführt<br />

wurde, wird die Drehsperre<br />

freigeschaltet. Ohne<br />

eine vorherige Handwäsche<br />

(Entnahme von Seife und Lauf<br />

des klaren Wassers) ist keine<br />

Händedesinfektion möglich und<br />

der Zugang bleibt gesperrt. Eine<br />

LED-Anzeige mit drei Ampelfarben<br />

zeigt Betriebszustände und<br />

optional kritische Füllstände an.<br />

Bei Spannungsausfall ist die<br />

Drehsperre frei drehbar.<br />

www.kohlhoff-hygiene.de<br />

Mohn<br />

In vielen Betrieben der Lebensmittel-,<br />

Pharma- und Chemieindustrie<br />

sind IBC-Container<br />

heute das Rückgrat für Lagerung<br />

und Transport flüssiger<br />

Produkte. Entsprechend hoch<br />

sind die Anforderungen an<br />

eine sichere, reproduzierbare<br />

Innenreinigung – v.a. bei<br />

Produktwechseln und strengen<br />

<strong>Hygiene</strong>vorgaben. Die<br />

Mohn GmbH (Meinerzhagen),<br />

Hersteller von <strong>Hygiene</strong>- und<br />

Reinigungstechnik<br />

aus Edelstahl für<br />

die Industrie und<br />

von Personal-<strong>Hygiene</strong>schleusen,<br />

hat<br />

deshalb als Neuheit<br />

die leistungsstarke<br />

IBC-Container-Waschanlage<br />

Typ KWA-IBC<br />

für anspruchsvolle<br />

Reinigungsprozesse<br />

entwickelt.<br />

Die neue kompakte<br />

Kabinenwaschanlage<br />

aus Edelstahl<br />

1.4301 reinigt je nach<br />

Verschmutzungsgrad<br />

das Innere von fünf<br />

bis sechs IBC-<br />

Containern pro Stunde. Eine<br />

Außenreinigung findet bewusst<br />

nicht statt: Der Fokus liegt auf<br />

der prozesssicheren Reinigung<br />

des Innenbehälters und der<br />

Ablassöffnung innerhalb einer<br />

Charge.<br />

Der IBC-Container wird über ein<br />

Schienensystem in den großzügig<br />

dimensionierten Waschraum<br />

eingebracht und über eine mechanisch<br />

einstellbare Anschlagvorrichtung<br />

stets mittig positioniert.<br />

Die Innenreinigung erfolgt<br />

über eine FURY-Düse, die<br />

durch die obere Einfüllöffnung<br />

eingeführt und mit etwa 500 l/<br />

min bei rund 6 bar beaufschlagt<br />

wird. Ein dicht schließender Deckel<br />

am Innenreinigungssystem<br />

trennt den Reinigungsbereich<br />

zuverlässig vom Waschraum:<br />

Kontaminationen im Kabineninnenraum<br />

und Verschmutzungen<br />

an der IBC-Außenseite werden<br />

so wirkungsvoll reduziert.<br />

Die Kabinenwaschanlage zur Innenreinigung von<br />

Standard-IBCs ist für den industriellen Dauerbetrieb<br />

ausgelegt.<br />

Foto: Mohn<br />

Parallel dazu wird der Bodenventilbereich<br />

über einen manu -<br />

ell aufschraubbaren 90°-Ablaufstutzen<br />

mit integrier tem Düsen -<br />

system intensiv gereinigt.<br />

Ergänzend steht ein IBC-<br />

Schnell kupplungssystem für<br />

den Ablaufstutzen (inklusive<br />

Düsensystem) zur Verfügung,<br />

das die Handhabung deutlich<br />

vereinfacht und den Anschlussvorgang<br />

im Vergleich zum<br />

klassischen Auf- und Abschrauben<br />

erheblich beschleunigt. Ein<br />

separater Pumpenkreis (11 kW/<br />

500 l/min bei ca. 7 bar) sorgt<br />

hier für die nötige mechanische<br />

Wirkung, um Ablagerungen und<br />

10 www.hygiene-report-magazin.de


april<br />

schwerpunkt<br />

Produktreste sicher aus dem<br />

Ablassbereich auszutragen.<br />

Ein großvolumiger, doppelwandig<br />

isolierter Waschtank (ca.<br />

1200 l) mit großer Filterfläche<br />

nimmt auch hohe Schmutzfrachten<br />

auf, die Beheizung<br />

erfolgt elektrisch über drei<br />

11-kW-Heizregister oder optional<br />

per Dampf bzw. Wärmetauscherlösung.<br />

Eine integrierte<br />

Wrasenabsaugung mit etwa<br />

1500 m³/h reduziert die Kondensatbildung<br />

an Decken und<br />

Wänden wirkungsvoll und das<br />

Risiko von Schimmelbildung in<br />

den umliegenden Räumen wird<br />

deutlich minimiert.<br />

Für zusätzliche Flexibilität kann<br />

die Anlage mit einem Aufnahmegestell<br />

zur Reinigung von bis<br />

zu fünf Kunststoffpaletten pro<br />

Charge ausgerüstet werden.<br />

www.mohn-gmbh.com<br />

Silikal<br />

Bei der Qualitätssicherung in<br />

der Lebensmittel- und Getränkeindustrie<br />

richtet sich der<br />

Blick meist auf Maschinen,<br />

Prozesse und Kontrollen. Dabei<br />

beginnt hygienisches Arbeiten<br />

bereits einen Schritt vorher:<br />

beim Bodenbelag. Dieser muss<br />

den strengen Anforderungen<br />

der Branche standhalten. Eine<br />

zuverlässige Lösung sind nach<br />

Mitteilung von Reaktionsharzspezialist<br />

Silikal (Mainhausen)<br />

Bodensysteme auf Basis von<br />

Methylmethacrylat (MMA).<br />

Das 1951 gegründete Unternehmen<br />

entwickelt und<br />

produziert seit über 60 Jahren<br />

Reaktionsharze für den Schutz<br />

von Böden, Bauten und Infrastrukturen.<br />

Die Beschichtungen<br />

erfüllen demnach höchste<br />

<strong>Hygiene</strong>anforderungen – ihre<br />

Oberfläche ist geschlossen und<br />

homogen, Rinnen und Abläufe<br />

werden nahtlos eingebunden,<br />

Wandanschlüsse über Hohlkehlen<br />

sauber abgeschlossen.<br />

Ecken, Kanten und Fugen, in<br />

Hygienisch, robust, mit Rutschhemmstufen umsetzbar: Im Produktionsbereich<br />

lässt sich eine neue MMA-Bodenbeschichtung schnell verlegen. Foto: Silikal<br />

denen sich Schmutz und Keime<br />

festsetzen könnten, gibt es<br />

nicht. Dabei ist die Oberfläche<br />

nicht nur hygienisch, sondern<br />

auch strapazierfähig: Der ständige<br />

Einsatz von Reinigungsmitteln<br />

und Wasser macht diesen<br />

Böden nichts aus. Sie sind<br />

beständig gegen viele Säuren,<br />

Laugen, Salze, Öle, Blut und<br />

Fette. Die Reinigung selbst<br />

geht schnell und unkompliziert.<br />

Gleichzeitig lässt sich die<br />

Rutschhemmung individuell<br />

einstellen, so dass das Personal<br />

sicher auf dem Boden steht.<br />

Dass Silikal-MMA-Böden<br />

speziell für den Einsatz in der<br />

Lebensmittelbranche geeignet<br />

sind, belegen Zertifikate und<br />

anerkannte Nachweise, z.B.<br />

HACCP International, Halal und<br />

die Empfehlung des Bundesverbandes<br />

der Lebensmittelkontrolleure<br />

Deutschland e.V.<br />

Auch wichtig für Anwendungen<br />

in der Lebensmittelbranche:<br />

Die Bodensysteme punkten mit<br />

schneller Installation – in nur<br />

einer Stunde nach dem Aufbringen<br />

der letzten Schicht sind sie<br />

ausgehärtet und der Boden ist<br />

voll belastbar.<br />

Die MMA-Bodensysteme sind<br />

nach Angaben von Silikal seit<br />

Jahrzehnten in allen Bereichen<br />

der Lebensmittelbranche im<br />

Einsatz – z.B. in der Verarbeitung,<br />

in Kühl- und Tiefkühllagern,<br />

auch in Sanitär- und<br />

repräsentativen Bereichen. Die<br />

Bodenbeschichtungen sind für<br />

hohe Beanspruchung konzipiert<br />

und erfüllen auch besondere<br />

projektbezogene Erfordernisse.<br />

Silikal agiert weltweit in 68 Ländern,<br />

unterhält acht Auslandsbüros<br />

sowie 20 Lager und ist<br />

auf allen Kontinenten vertreten.<br />

www.silikal.de<br />

SterilAir<br />

Salzlake – z.B. für die Käseherstellung<br />

– ist ein Salzwassergemisch,<br />

dessen starke Trübung<br />

für eine wirksame Entkeimung<br />

eine spezialisierte UVC-Technologie<br />

erfordert. Denn schon bei<br />

10 mm Schichtdicke wird häufig<br />

mehr als 95 % der optischen<br />

Energie absorbiert. Zudem stellt<br />

die gleichzeitige Präsenz von erwünschten<br />

und unerwünschten<br />

Mikroorganismen außergewöhnliche<br />

Anforderungen an<br />

die UVC-Behandlung. Der<br />

Schweizer UVC-Spezialist steril-<br />

Air (Weinfelden/CH) hat diese<br />

Probleme dennoch gelöst.<br />

Nach Angaben des Unternehmens<br />

hat sich dessen Entkeimungstechnologie<br />

– basierend<br />

auf langjähriger Erfahrung<br />

in kleinen bis mittelgroßen<br />

Käsereien – selbst unter diesen<br />

anspruchsvollen Bedingungen<br />

als äußerst erfolgreich erwiesen:<br />

Die UVC-Desinfektion mit<br />

AQD-ST Reaktoren erhöhe die<br />

mikrobiologische Sicherheit der<br />

Salzlake ohne chemische Zusätze,<br />

ohne thermische Belastung<br />

und ohne Beeinträchtigung<br />

der Qualität des Endprodukts.<br />

Damit sei der AQD-ST sowohl<br />

für handwerkliche Käsereien mit<br />

dem Wunsch nach schonender,<br />

kontrollierter Behandlung als<br />

auch für industrielle Betriebe<br />

mit validierten, automatisierten<br />

Prozessen eine ideale Lösung.<br />

In handwerklichen Betrieben<br />

entwickeln erfahrene Käser ein<br />

intuitives Verständnis dafür,<br />

wann der sterilAir-Reaktor aktiviert<br />

werden muss, um das präzise<br />

mikrobiologische Gleichgewicht<br />

für optimale Käsequa li tät<br />

zu halten. In großen Käse reien<br />

oder Industriebetrieben hingegen<br />

sind die Produktionsprozesse<br />

weitgehend automatisiert,<br />

weshalb quantifizierbare Pro-<br />

Tests erfolgreich: Die UVC-Desinfektion mit AQD-ST Reaktoren erhöht die mikrobiologische<br />

Sicherheit der Salzlake ohne chemische Zusätze. Foto: SterilAir<br />

11


schwerpunkt<br />

2·26<br />

zess parameter für die Behandlung<br />

der Salzlake nötig sind.<br />

sterilAir führte vor Ort UVC-Tests<br />

in einer Großmolkerei mit Salzlaketanks<br />

von mehr als 1,5 Mio. l<br />

durch. Trotz einer sehr niedrigen<br />

Transmission von 0,6 %<br />

wurde eine deutliche Keimreduzierung<br />

erzielt: Die Keimzahl<br />

sank von 1.000.000 KBE/ml<br />

ohne UVC-Behandlung auf<br />

35 KBE/ml bei einer Dosis von<br />

1 mJ/cm² und auf 0 KBE/ml bei<br />

5 mJ/cm². Auch wenn Keimpopulationen<br />

und Transmission je<br />

nach Anlage variieren, zeigen<br />

diese Ergebnisse laut SterilAir<br />

die hohe Wirksamkeit der UVC-<br />

Keimreduktion in Salzlake.<br />

www.sterilair.com<br />

StoCretec<br />

Für Böden in der Lebensmittelund<br />

Getränkeindustrie gelten<br />

neben den Standard-Anforderungen<br />

für Industrieböden<br />

strenge hygienische Vorgaben.<br />

In der neuen Braustätte von<br />

Plzeňský Prazdroje in Pilsen<br />

kam daher für die Bodenflächen<br />

inklusive der Betonschrägböden<br />

StoFloor Food PU 205 SR<br />

des Industriebodenspezialisten<br />

StoCretec (Kriftel) zum Einsatz<br />

– ein PU-Beton-Beschichtungssystem<br />

mit rutschhemmender<br />

Oberfläche, sehr hoher Widerstandsfähigkeit<br />

und bester<br />

Reinigungsfähigkeit.<br />

Die Traditionsbrauerei „Plzeňský<br />

Prazdroje“ gehört zur weltweit<br />

geschätzten tschechischen<br />

Bierkultur. Die 1869 gegründete<br />

erste Pilsener Brauerei erweiterte<br />

jetzt ihre Kapazitäten und<br />

widmete 5000 qm Lagerfläche<br />

zur Produktionsfläche für eine<br />

neue Bierabfülllinie um. Der<br />

Bauherr setzte bereits zuvor<br />

Lebensmittel-Industriebeschichtungen<br />

von StoCretec ein.<br />

Der neue Boden StoFloor Food PU 205 SR mit fugenloser Oberfläche in der<br />

Brauerei lässt sich gut reinigen und desinfizieren. Die Ablaufrinnen sorgen für<br />

zusätzliche <strong>Hygiene</strong> und Sicherheit. Foto: Tomáš Slavik / StoCretec<br />

Beim Aufbau in der Brauerei<br />

kam als Grundierung und Ausgleichsspachtelung<br />

StoCrete PU<br />

105 zum Einsatz, die Beschichtung<br />

– StoCrete PU 205 – wurde<br />

mit StoQuarz abgestreut. Der<br />

Aufbau wurde abschließend mit<br />

StoCrete PU 290 versiegelt.<br />

Diese Wahl passt ideal zum<br />

spezifischen Anforderungsprofil<br />

der Anlage. In der Abfülllinie<br />

wird transportiert, gehoben und<br />

geschoben. Dauernässe gehört<br />

dazu, der Boden wird regelmäßig<br />

gereinigt und desinfiziert.<br />

Die Beschichtung muss also<br />

chemisch, mechanisch und<br />

thermisch höchst widerstandsfähig<br />

sein. Auch die Schichtstärke<br />

des Systems von 5 bis<br />

7 mm war neben den weiteren<br />

Systemeigenschaften ein Grund<br />

für die Entscheidung des Investors,<br />

denn dadurch sinkt das<br />

Risiko für Schäden im Boden<br />

auf ein Minimum. Würde es zu<br />

Schäden kommen, die einer<br />

Instandsetzung bedürften, wäre<br />

mit Produktionsausfällen zu<br />

rechnen, was natürlich vermieden<br />

werden soll.<br />

Für das Beschichtungssystem<br />

sprach also zunächst seine<br />

hohe Widerstandsfähigkeit,<br />

durch die der Boden auch mit<br />

Polyamid-, Vulkollan- oder Vollgummibereifung<br />

befahrbar ist.<br />

Darüber hinaus ist das System<br />

hygienisch und chemisch widerstandsfähig.<br />

StoCrete PU 205<br />

ist eine selbstverlaufende PU-<br />

Mörtelbeschichtung. Sie besteht<br />

aus einem PUR-Bindemittel auf<br />

wässriger Basis und ist damit<br />

lösemittelfrei, geruchlos und<br />

ohne Geschmacksübertragung<br />

auf Lebensmittel. Das Beschichtungssystem<br />

StoFloor Food PU<br />

205 SR ist HACCP-zertifiziert,<br />

schwer entflammbar und für die<br />

Arbeitssicherheit rutschhemmend<br />

eingestellt.<br />

Entscheidend für die Getränkeindustrie<br />

ist weiterhin<br />

die hohe Abrieb- und Verschleißfestigkeit,<br />

die staubfreies<br />

Arbeiten ermöglicht. Die<br />

fugenlose Oberfläche lässt sich<br />

gut reinigen und desinfizieren,<br />

wobei in Pilsen die eingearbeiteten<br />

Ablaufrinnen im Boden<br />

für zusätzliche <strong>Hygiene</strong> und<br />

Sicherheit sorgen.<br />

www.stocretec.de<br />

Vallovapor<br />

<strong>Hygiene</strong> und wirksame Desinfektion<br />

spielen in der Fleischindustrie,<br />

Gastronomie und<br />

in Großküchen eine immer<br />

größere Rolle. Trotz Fortschritten<br />

in der Betriebshygiene<br />

bleiben bestimmte Bereiche<br />

problematisch. Besonders<br />

Lüftungsanlagen, Verdampfer<br />

und die Raumluft stellen eine<br />

Herausforderung dar, da sie<br />

schwer zu reinigen sind. Selbst<br />

wenn Oberflächen korrekt<br />

gereinigt wurden, werden bei<br />

Kontrollen oft erneut Keime<br />

festgestellt. Häufig liegt die<br />

Ursache in belasteter Raumluft,<br />

die Mikroorganismen wieder<br />

auf bereits gereinigte Flächen<br />

verteilt. Eine mögliche Lösung<br />

bietet die Vallovapor GmbH<br />

Ein Vernebelungsgerät beim Einsatz<br />

in einer Käserei. Foto: Vallovapor<br />

(Berlin) mit der sogenannten<br />

3D-Vernebelung an. Dabei wird<br />

ein Biozid namens ValloFog<br />

mit einem speziellen Gerät als<br />

extrem feiner Nebel im Raum<br />

verteilt.<br />

Diese Tröpfchen sind so klein,<br />

dass keine Feuchtigkeit entsteht.<br />

Stattdessen bildet sich ein<br />

schwebender Wirkstoffnebel,<br />

der sich gleichmäßig verteilt und<br />

auch schwer zugängliche Bereiche<br />

erreicht. Decken, Wände,<br />

Maschinen, Lüftungskanäle<br />

oder Wärmetauscher werden<br />

dadurch benetzt. Der Nebel<br />

bleibt für eine gewisse Zeit im<br />

Raum und sorgt dafür, dass<br />

der Wirkstoff alle Oberflächen<br />

erreicht. Nach der Anwendung<br />

entsteht ein sehr dünner,<br />

unsichtbarer Film auf den<br />

behandelten Flächen. Dieser<br />

wirkt dauerhaft antimikrobiell.<br />

Mikroorganismen wie Bakterien,<br />

Viren oder Pilzsporen, die mit<br />

der Oberfläche in Kontakt kommen,<br />

werden inaktiviert.<br />

Der Wirkmechanismus beruht<br />

auf einem kationischen<br />

Polymer, das sich an die negativ<br />

12 www.hygiene-report-magazin.de


april<br />

schwerpunkt<br />

geladenen Zellmembranen von<br />

Mikroorganismen anlagert und<br />

diese zerstört. Dadurch verlieren<br />

die Zellen ihre Funktionen und<br />

sterben ab. Da es sich um einen<br />

physikalischen Prozess handelt,<br />

entstehen keine Resistenzen.<br />

Die Anwendung kann bei<br />

akuten <strong>Hygiene</strong>problemen oder<br />

präventiv erfolgen und wird laut<br />

Vallovapor häufig in bestehende<br />

<strong>Hygiene</strong>pläne integriert. Dabei<br />

wird die Dosierung des Wirkstoffs<br />

individuell an Raumgröße<br />

und Geometrie angepasst.<br />

Durch den feinen Nebel lassen<br />

sich auch komplexe Anlagen<br />

und schwer zugängliche Bereiche<br />

hygienisch behandeln.<br />

www.vallovapor.de<br />

Vikan<br />

Vikan (Skive/Dänemark, deutscher<br />

Sitz: Wiesbaden) ist ein<br />

weltweit aktiver Anbieter von<br />

hygienischen Reinigungswerkzeugen<br />

für die Lebensmittel-<br />

Neuheit: Das HyDrive-System beseitigt<br />

mithilfe eines Akku-Bohrers auch<br />

hartnäckigen Schmutz. Foto: Vikan<br />

und Getränkeindustrie. Das<br />

Unternehmen entwickelt<br />

Lösungen, die höchste Anforderungen<br />

an Lebensmittelsicherheit,<br />

Effizienz und Benutzerfreundlichkeit<br />

erfüllen.<br />

Im Frühjahr <strong>2026</strong> stellt Vikan<br />

mit dem neuen HyDrive-System<br />

eine wichtige Innovation vor:<br />

Diese leistungsunterstützte Reinigungslösung<br />

wurde speziell<br />

entwickelt, um manuelle Reinigungsprozesse<br />

zu optimieren<br />

und gleichzeitig die körperliche<br />

Belastung für Mitarbeitende<br />

zu reduzieren. Durch den<br />

Einsatz eines handelsüblichen<br />

Akku-Bohrers können speziell<br />

entwickelte Bürsten angetrieben<br />

werden, wodurch sich<br />

hartnäckige Verschmutzungen<br />

schneller und gleichmäßiger<br />

entfernen lassen.<br />

Zum System gehört unter anderem<br />

eine hygienisch designte<br />

Rundbürste, die sich ideal<br />

für die Reinigung von ebenen<br />

Flächen wie Förderbändern,<br />

Maschinenteilen oder Produktionstischen<br />

eignet. Ergänzt<br />

wird das System durch einen<br />

Adapter, der den Einsatz von<br />

Rohrreinigungsbürsten ermöglicht<br />

– auch in schwer zugänglichen<br />

Bereichen wie Ventilen,<br />

Anschlüssen oder komplexen<br />

Maschinenkomponenten. Unter<br />

schiedliche Bürstendurchmesser<br />

sorgen dabei für maximale<br />

Flexibilität im Einsatz.<br />

Neben solchen Innovatio nen<br />

bietet Vikan ein breites Sortiment<br />

an hygienischen Reinigungswerkzeugen<br />

– von Bürs -<br />

ten, Schabern und Besen bis<br />

hin zu Farbcodierungssystemen<br />

und mobilen Reinigungslösungen.<br />

Alle Produkte sind darauf<br />

ausgelegt, Kontaminationsrisiken<br />

zu minimieren und<br />

gleichzeitig eine effektive und<br />

dokumentierbare Reinigung zu<br />

ermöglichen.<br />

Die Lösungen von Vikan richten<br />

sich vor allem an Lebensmittelhersteller,<br />

Getränkeproduzenten<br />

sowie Unternehmen aus der<br />

pharmazeutischen Industrie.<br />

Der Vertrieb erfolgt über ein<br />

globales Netzwerk von Fachhändlern<br />

und Distributoren,<br />

die Kunden mit Beratung und<br />

maßgeschneiderten <strong>Hygiene</strong>lösungen<br />

unterstützen.<br />

www.vikan.com<br />

<strong>Hygiene</strong> und<br />

Sicherheit auf<br />

ganzer Fläche?<br />

Machen wir!<br />

Unsere Crete-Systeme –<br />

Die verlässliche Lösung<br />

für High Performance<br />

Böden im Bereich der<br />

Lebensmittelindustrie.<br />

13


eportage<br />

2·26<br />

Ungenormtes präzise und hygienisch verpackt<br />

SEW-Eurodrive entwickelte eine Automatisierungslösung für Nürnberger Rostbratwürste<br />

Nürnberger Rostbratwürste gehören zur Geschichte der fränkischen Großstadt und sind häufig Bestandteil von Mahlzeiten.<br />

Diese einzigartige Spezialität wird bei der Produktion bislang einzeln und manuell der Verpackungsmaschine zugeführt.<br />

Nun haben Maschinenbauexperten eine automatische Einlegeanlage konstruiert, die Zuverlässigkeit, <strong>Hygiene</strong>, Prozesssicherheit<br />

und Wirtschaftlichkeit der Wurstherstellung deutlich steigert. Die Konstruktion beinhaltet auch Komponenten aus<br />

dem Portfolio von SEW-Eurodrive (Bruchsal): Automatisierungstechnik und Edelstahl-Antriebe. Sarah Herberger, Solution<br />

Managerin bei SEW-Eurodrive, beschreibt in dieser <strong>Report</strong>age die Realisierung dieser Innovation für den Food-Bereich.<br />

In der Montagehalle bei mb<br />

bergmann in Hösbach bei<br />

Aschaffenburg dreht sich seit<br />

Monaten alles um die Wurst.<br />

Zusammen mit Konstrukteuren<br />

des Edelstahlspezialisten<br />

Eberhardt aus Lichtenau bei<br />

Ansbach fertigt der Sondermaschinenbauer<br />

eine Anlage zum<br />

Prüfen, Vereinzeln und Einlegen<br />

von Würsten in eine Folienverpackungsmaschine.<br />

„Das ist<br />

eine reine Sonderanlage, die es<br />

kein zweites Mal gibt“, versichert<br />

Jörg Schwebel, zuständig<br />

für das Hard- und Software-<br />

Engineering bei Eberhardt.<br />

„Hierfür gibt es weder ein Vorbild<br />

noch einen gleichgearteten<br />

Automatisierungsprozess; diese<br />

Maschine ist ein Unikat.“<br />

Auch die Wurst, um die es geht,<br />

ist einzigartig: die Nürnberger<br />

Rostbratwurst. Als herzhafte Leckerei<br />

ist sie hochbegehrt und<br />

weltberühmt; es heißt, dass täglich<br />

rund drei Millionen Würstchen<br />

hergestellt werden. Das<br />

Original mit der spezifischen<br />

Rezeptur aus Schweinefleisch,<br />

Kräutern und einer typischen<br />

Majoran-Würzung ist sieben<br />

bis neun Zentimeter lang, wiegt<br />

20 bis 25 Gramm und wird im<br />

Natursaitling beidseits abgedreht.<br />

„Bei diesen ‚Wörschdla’<br />

ist keins wie das andere, denn<br />

sie sind echte Naturprodukte<br />

mit individuellen Merkmalen“,<br />

gibt Jörg Schwebel zu bedenken.<br />

„Jede Wurst ist hinsichtlich<br />

Abb. 1: So beginnt der Prozess: Über die Verteilerrutsche gelangen die Würste<br />

unsortiert und chaotisch auf die erste Bandstation.<br />

Länge, Durchmesser und Krümmung<br />

ein bisschen anders, was<br />

eine automatisierte Handhabung<br />

zur großen Herausforderung<br />

macht. Erst recht, weil die<br />

Wursthäute sehr empfindlich<br />

sind und schnell einreißen.“<br />

Es geht um die Wurst: Automatisierung<br />

steigert Effizienz<br />

Eine knifflige Aufgabe also für<br />

die Konstrukteure; die Handhabung<br />

der Würste muss<br />

absolut schonend und sicher<br />

vonstatten gehen. Bisher erfolgt<br />

das Einlegen der ungenormten<br />

Naturprodukte in die Folienverpackungsmaschine<br />

komplett<br />

manuell, allerdings unter<br />

ungünstigen Bedingungen: Die<br />

Akkordarbeit an der Linie in<br />

gekühlter, fensterloser Umgebung<br />

ist belastend und<br />

monoton. Auch das manuelle<br />

Handling von Produkten aus<br />

Wurst und Fleisch ist nicht für<br />

jeden Mitarbeiter akzeptabel.<br />

„Unser Kunde will deshalb eine<br />

automatisierte Alternative“, fasst<br />

Jörg Schwebel die Hintergründe<br />

für den Maschinenauftrag zusammen:<br />

„Zu den Argumenten<br />

Ergonomie, Arbeitserleichterung<br />

und Effizienz kommt die<br />

Ausschussminimierung dank<br />

einer gleichbleibenden Handhabungsqualität.“<br />

Für den Bratwursthersteller sind<br />

Zuverlässigkeit, Produktsicherheit<br />

und eine höhere Wirtschaftlichkeit<br />

ausschlaggebende<br />

Gründe, die Verpackungsprozesse<br />

zu automatisieren. Zu<br />

seinen Vorgaben gehört, dass<br />

sich die neue Anlage passgenau<br />

in den bestehenden Herstellungsprozess<br />

einbinden lässt.<br />

Eine weitere Zielstellung ist der<br />

Durchsatz von tausend Würsten<br />

pro Minute. „Wir haben die<br />

Vereinzelungs- und Einlegemaschine<br />

entsprechend spezifisch<br />

und modular konzipiert. Sie<br />

fügt sich räumlich und prozesstechnisch<br />

in die Kundenanlage<br />

ein und ersetzt den bisherigen<br />

manuellen Linienabschnitt“,<br />

veranschaulicht Jörg Schwebel<br />

das neue Layout. Auch hinsichtlich<br />

der Antriebstechnik hatte<br />

der Kunde konkrete Vorstel-<br />

Abb. 2: Über einen Zahnriemen (unterhalb des Motors) wird die Schütte so<br />

um ihre vertikale Achse gedreht, dass die sechs Spuren eines Förderbandes<br />

gleichmäßig mit den Würsten befüllt werden.<br />

14 www.hygiene-report-magazin.de


april<br />

reportage<br />

lungen: „Ausdrücklich legt er<br />

Wert darauf, dass Technik von<br />

SEW-Eurodrive verbaut ist, weil<br />

Abb. 3: Ein Edelstahl-Servogetriebemotor der Baureihe<br />

PSH..CM2H.. dreht die Schütte um ihre vertikale Achse.<br />

er damit beste Erfahrungen<br />

gemacht hat“, erzählt Schwebel.<br />

„Das haben wir gern aufgegriffen,<br />

weil auch wir von den SEW-<br />

Produkten überzeugt sind.“<br />

Antriebstechnik<br />

ohne Ecken und Kanten<br />

Fleisch ist ein leicht verderbliches<br />

Produkt und bietet<br />

Mikroorganismen wie Salmonellen<br />

ideale Wachstumsbedingungen.<br />

Die Verarbeitung darf<br />

ausschließlich bei Temperaturen<br />

unter 7 °C erfolgen, um mikrobielles<br />

Wachstum wirksam zu<br />

unterbinden. Dazu verhindert<br />

regelmäßige Reinigung Kreuzkontaminationen<br />

und reduziert<br />

das Risiko von<br />

Keimverschleppung.<br />

Vorschriften<br />

wie die EU-Verordnung<br />

(EG) Nr. 852/<br />

2004 über Lebensmittelhygiene,<br />

HACCP-Konzepte<br />

sowie branchenspezifische<br />

Standards,<br />

etwa die Richtlinien<br />

der EHEDG, schreiben<br />

regelmäßige<br />

und dokumentierte<br />

Reinigungsprozesse<br />

vor sowie die Anforderungen<br />

an ein<br />

hygienegerechtes Design der<br />

eingesetzten Maschinen und<br />

Komponenten.<br />

Das bedeu tet: totraumfreie Konstruktionen,<br />

glatte Oberflächen<br />

und eine einfache Reinigbarkeit<br />

aller<br />

produktberührenden<br />

Komponenten.<br />

Die<br />

Reinigung<br />

der Maschinen<br />

erfolgt<br />

in der Regel<br />

täglich. Dabei<br />

kommen<br />

Reinigungsmittel,<br />

Hochdruckreiniger<br />

und<br />

Desinfektionsmittel<br />

zum Einsatz. In vielen<br />

Fällen müssen Baugruppen<br />

demontiert werden, um eine<br />

gründliche Reinigung zu<br />

ermöglichen. Diese Reinigungszyklen<br />

führen zu produktionsbedingten<br />

Stillstandzeiten, die<br />

mit zunehmender Dauer höhere<br />

Ressourcenbindung und Kosten<br />

verursachen.<br />

Der Bruchsaler Antriebs- und<br />

Automatisierungsspezialist SEW-<br />

Eurodrive hat für Anwendungen<br />

mit höchsten Anforderungen<br />

hinsichtlich Hygienic Design<br />

und Reinigbarkeit passende<br />

Antriebs- und Automatisierungslösungen<br />

im Portfolio. Dank der<br />

Abb. 5: Am Ende des ersten Stufenförderers erfolgt der<br />

„Wurstcheck“ durch eine Kamera auf jeder Spur: Im Fall von<br />

Abweichungen bei Länge oder Konturen bzw. Beschädigungen<br />

wird die Wurst nach unten in einen Behälter „ausgeflippert“.<br />

Ausführung in hochwertigem<br />

Edelstahl und in lüfterlosem<br />

Design ohne Ecken, Kanten<br />

oder Vertiefungen, in denen<br />

sich Schmutz absetzen könnte,<br />

sind sie ideal geeignet für Food-<br />

Anwendungen.<br />

Die Wursteinlegemaschine,<br />

die durchgehend in Schutzart<br />

IP69K ausgeführt ist, weil sie<br />

im Betriebsalltag dem Hochdruckreiniger<br />

standhalten muss,<br />

wird mit Getriebemotoren aus<br />

dem Edelstahlportfolio von<br />

SEW-Eurodrive bewegt. Sie<br />

sind so konstruiert, dass sich<br />

ihre Oberfläche besonders gut<br />

reinigen lässt. Die hochwertige<br />

Edelstahlausführung macht sie<br />

korrosionsfest<br />

sowie säureund<br />

laugenresistent.<br />

Durch<br />

ihr Design<br />

können Reinigungszeiten<br />

und Ressourcen<br />

minimiert<br />

werden und<br />

sie sind dadurch<br />

nicht<br />

nur langlebig,<br />

sondern auch<br />

effizient und<br />

wirtschaftlich.<br />

Gesteuert und angetrieben wird<br />

die Antriebs- und Steuerungstechnik<br />

der Wursteinlegemaschine<br />

dabei von Applikationsumrichtern<br />

Movidrive und dem<br />

Movi-C Controller Typ<br />

UHX65A aus dem<br />

Automatisierungsbaukasten<br />

Movi-C von<br />

SEW-Eurodrive.<br />

Schütte: vom Chaos<br />

zur Gleichverteilung<br />

Die Anlage ist doppelläufig<br />

mit zwei gespiegelten<br />

Linien aufgebaut.<br />

Jede der beiden<br />

Linien ist durchgehend<br />

mit sechs Transportspuren<br />

versehen.<br />

Zunächst gelangen die<br />

im Naturdarm abgefüllten<br />

und leicht vorgegarten<br />

Produkte aus der „Wurstküche“<br />

unsortiert, einzeln und chao -<br />

tisch angeordnet zur ersten<br />

Prozessstation. Über ein Förderband<br />

werden die Würste auf<br />

beide Linien den beiden Verteilerrutschen<br />

zugeführt. Edelstahl-Servogetriebemotoren<br />

der<br />

Baureihe PSH..CM2H.. drehen<br />

jeweils die Schütten so um ihre<br />

vertikale Achse, dass die sechs<br />

Spuren eines Förderbandes<br />

gleichmäßig mit Würsten befüllt<br />

werden. Hierüber wachen Füllstandsensoren<br />

– über sie wird<br />

die Füllung der Spuren permanent<br />

abgefragt und die Schütte<br />

entsprechend gesteuert, sodass<br />

die Würste auf allen Spuren<br />

Abb. 4: Auf jeder Stufe eine Wurst: Sensoren überwachen<br />

den Füllstand an diesem Dosierband. Der erste Stufenförderer<br />

führt zu den Kameras, der zweite zum Taktband.<br />

gleichmäßig verteilt werden.<br />

Aufgabe dieser Prozessstation<br />

ist es, die unregelmäßig ankommende<br />

Masse an Würstchen zu<br />

entzerren.<br />

Prozesskonzept:<br />

vereinzeln, prüfen, zuführen<br />

Die auf dem Förderband ungeordnet<br />

liegenden Würstchen<br />

müssen zunächst vereinzelt<br />

und ausgerichtet werden –<br />

dieser Schritt erfolgt mithilfe<br />

eines Stufenförderers. Weil die<br />

einzelnen Stufen gleichmäßig<br />

befüllt werden müssen – auf<br />

jeder Stufe eine Wurst – wachen<br />

an dieser Stelle ebenfalls Füllstandsensoren<br />

darüber, dass<br />

die Anfangsstufen nicht leer,<br />

aber auch nicht zu voll sind. Die<br />

Konstrukteure nennen diese<br />

Linienstation deshalb auch<br />

Dosierband. Es wird angetrieben<br />

von einem Winkelgetriebe mit<br />

15


eportage<br />

2·26<br />

Asynchronmotor aus Edelstahl<br />

vom Typ KES37…TENV71…,<br />

der unter der Förderstrecke<br />

verbaut ist.<br />

Dieser Dosierabschnitt ist die<br />

Vorbereitung für den sogenannten<br />

„Wurstcheck“: Der Darm<br />

der Würste ist ein Naturprodukt.<br />

Folglich kommen auch<br />

Würste aus der Herstellung,<br />

die zu krumm oder beschädigt<br />

sind und damit nicht für die<br />

Verpackung infrage kommen.<br />

Deshalb führt das Dosierband<br />

die nun vereinzelten Produkte<br />

zur Kamerastation. Auf jeder<br />

der sechs Spuren wurde die<br />

Bilderkennung entsprechend<br />

den IO-Vorgaben und mittels<br />

künstlicher Intelligenz vorgeteacht<br />

– bei zu großen Abweichungen<br />

in Länge, Geometrie<br />

oder Kontur wird die Wurst aus<br />

der Spur nach unten in einen<br />

Behälter aussortiert.<br />

Die hinsichtlich Größe und<br />

Geometrie einwandfreie Ware<br />

erreicht sodann den nächsten<br />

Stufenförderer. Auch diese<br />

Förderlinie wird von einem<br />

baugleichen Asynchron-Edelstahlgetriebemotor<br />

angetrieben.<br />

Diese Station führt die vereinzelten<br />

und nun geprüften Würste<br />

zum sogenannten Taktband.<br />

Abb. 8: Keine Wurst ist wie die andere,<br />

echte Naturprodukte: „Wörschdla“<br />

im verkaufsfähigen Gebinde.<br />

Es definiert die Abstände der<br />

Würste für den Greifer und wird<br />

von einem Edelstahl-Servogetriebemotor<br />

angetrieben. Durch<br />

das Baukastensystem von SEW-<br />

Abb. 6: Auf dem Taktband werden die definierten<br />

Abstände der Würste für den Greifer festgelegt.<br />

Eurodrive lassen sich die Edelstahlgetriebe<br />

und Motoren un -<br />

tereinander je nach Einbausitua<br />

tion und Anforderung kombinieren.<br />

Von Planetengetrieben,<br />

Winkel- oder Stirnradgetrieben<br />

bis zu Asynchron- und Servomotoren<br />

in unterschiedlichsten<br />

Baugrößen ist für fast jede<br />

Anwendung etwas dabei. Um<br />

bei dieser Applikation innerhalb<br />

des Maschinenrahmens zu<br />

bleiben, wurde ein Winkelgetriebe<br />

(KES..) gewählt und für<br />

die dynamische und genaue<br />

Positionierung des Bandes ein<br />

Servomotor (CM2H…) angebaut.<br />

Jede Spur und jedes<br />

Fach dieses Bandes müssen<br />

belegt sein, was durch optische<br />

Sensoren überwacht wird. Der<br />

Maschinenbediener kann über<br />

den Bildschirm des HMI zu<br />

jeder Zeit den korrekten Belegungszustand<br />

verfolgen.<br />

Vakuumgreifer:<br />

Greifen und Einlegen<br />

Insgesamt wird die Maschine<br />

am Ende 1000 Würste pro Minute<br />

in die Verpackungsmaschine<br />

einlegen. Dafür endet das<br />

Taktband horizontal unterhalb<br />

des Greifers, der finalen Prozessstation.<br />

Der Spezialgreifer<br />

deckt alle sechs Spuren ab und<br />

erfasst mit Vakuumsaugtechnik<br />

56 Würste mit einem Hub – den<br />

Inhalt von vier Packeinheiten.<br />

Traditionell sind die Nürnberger<br />

Würstchen zu jeweils 14 Stück<br />

in Folie verschweißt; an der<br />

konkreten Anlage haben die<br />

Konstrukteure zusätzlich die<br />

Optionen zehn<br />

und zwölf Würste<br />

pro Packung<br />

vorgesehen.<br />

Der Greifer<br />

komprimiert die<br />

Längenabstände<br />

der Würste, die<br />

im Taktband prozesstechnisch<br />

erforderlich sind,<br />

und legt die Produkte<br />

eng aneinander<br />

in die<br />

Folientrays der Verpackungslinie<br />

ab. Die Station verfährt in der<br />

Mitte der Wursteinlegemaschine<br />

zwischen den beiden Linien.<br />

Mit der gespiegelten Greiferstation<br />

werden somit 112 Würste<br />

auf einmal erfasst und eingelegt.<br />

Wichtig ist, dass der Greifer<br />

bei jedem Hub alle Würste per<br />

Vakuum aufnimmt; die hierfür<br />

erforderliche Zeit wird mit der<br />

Taktgeschwindigkeit der Linie<br />

abgestimmt. Lichtschranken<br />

überprüfen am Ende, ob alle<br />

Würste aus der Linie mitgenommen<br />

wurden.<br />

Top-Zutaten von<br />

<strong>Hygiene</strong>-Design-Experten<br />

Ein besonderes Produkt erfordert<br />

ausgesuchte Zutaten – das<br />

trifft sowohl für die Original<br />

Nürnberger Rostbratwürste zu<br />

als auch für die Einlegemaschine,<br />

die von Anfang bis Ende aus<br />

Edelstahl gefertigt ist. „Weil die<br />

komplette Fertigung im eigenen<br />

Haus stattfindet, stehen<br />

alle benötigten Komponenten<br />

und Sonderteile direkt vor<br />

Ort zur Verfügung“, weiß Jörg<br />

Schwebel. Dank der partnerschaftlichen<br />

Kooperation des<br />

Sondermaschinenbauers mb<br />

bergmann mit den Edelstahlexperten<br />

Eberhardt und den<br />

Antriebs- und Automatisierungsexperten<br />

aus dem Drive Office<br />

Nürnberg von SEW-Eurodrive<br />

ist diese Sondermaschine unter<br />

einem Dach und mit höchster<br />

Fertigungstiefe entstanden.„Das<br />

ist eine sehr gute Zusammenarbeit<br />

auf Augenhöhe“, betont<br />

Schwebel. Mit diesem Projekt<br />

haben die drei Partner ihre<br />

jeweilige Food-Expertise einmal<br />

mehr unter Beweis gestellt.<br />

Abb.7: Spezialgreifer mit Vakuumsaugkomponenten sorgen für die schonende<br />

Handhabung der rohen Lebensmittelprodukte. Fotos: SEW-Eurodrive<br />

Nun geht die Maschine zum<br />

Wursthersteller – nach Nürnberg,<br />

versteht sich, denn die<br />

Würste mit einer 700 Jahre alten<br />

Tradition dürfen gemäß dem<br />

Status „geografisch geschützte<br />

Angabe g.g.A.“ nur im Stadtgebiet<br />

der Frankenmetropole nach<br />

der festgeschriebenen Rezeptur<br />

hergestellt und endverarbeitet<br />

werden. Dort wird auch die<br />

automatische Wursteinlegemaschine<br />

Geschichte schreiben.<br />

SEW-EURODRIVE<br />

GmbH & Co KG<br />

Ernst-Blickle-Straße 42<br />

D-76646 Bruchsal<br />

www.sew-eurodrive.de<br />

16 www.hygiene-report-magazin.de


april<br />

fremdkörperdetektion<br />

Kleinste Knochen in Geflügelfleisch detektiert<br />

Verarbeiter Nikas (Attika) setzt auf das neue Röntgenprüfsystem IX-PD-36A2 von Ishida<br />

Der griechische Geflügelprodukte-Hersteller Nikas (Attika/GR) hat das neueste Röntgenprüfsystem von Ishida (Schwäbisch<br />

Hall) vom Typ IX-PD-36A2 installiert, um seine strengen Qualitätskontrollverfahren nochmals zu verbessern. Es übernimmt<br />

die Inspektion von frischem Hühnerfleisch, das als Großhandelsware und als endverpacktes Produkt an den Einzelhandel<br />

und die Gastronomie geliefert wird. Das Röntgensystem kann mit neuer Sensor- und Bildverarbeitungstechnologie sehr kleine<br />

Knochen und andere Fremdkörper im Fleisch detektieren und verringert zugleich die Quote von Fehlerkennungen, da es<br />

den Unterschied zwischen Hühnerfleisch und Fremdkörpern auch bei sehr hoher Geschwindigkeit zuverlässig erkennt. Das<br />

System ist an sieben Tagen pro Woche jeweils bis zu 16 Stunden in Betrieb und prüft etwa 80 Hähnchenteile pro Minute.<br />

Die 1966 gegründete P.G. Nikas<br />

S.A. ist bekannt für die Herstellung<br />

hochwertiger lokaler Wurst -<br />

waren, die von engagierten<br />

Metzgern und Fleischspezialisten<br />

entwickelt und kontinuierlich<br />

perfektioniert werden. Das<br />

Unternehmen beschäftigt rund<br />

400 Mitarbeiter und verkauft<br />

seine Produkte in ganz Griechenland<br />

und in Export märk ten<br />

– bis nach Großbritannien. Mit<br />

dem neuen Ishida-Röntgenprüfsystem<br />

und seiner kontinuierlichen<br />

und hochgenauen<br />

Inspektion erreichte man das<br />

Ziel, die schon geringe Anzahl<br />

von Verbraucherbeschwerden<br />

weiter zu reduzieren.<br />

Geprüft und für gut befunden: Über<br />

eine Rutsche verlassen die Fleischteile<br />

das Röntgengerät. Fotos: Ishida<br />

Und, was noch wichtiger ist: Die<br />

Produktionsverantwortlichen im<br />

Unternehmen können die Ursache<br />

eines Qualitätsproblems<br />

jetzt besser identifizieren. So<br />

kann Nikas direkt die entsprechenden<br />

Informationen an das<br />

Technik-Team und an externe<br />

Lieferanten weitergeben und<br />

die Ursache schnell beheben.<br />

Konstantinos Laitsas, Werksleiter<br />

von Nikas: „Das Ishida IX-PD<br />

ist eine wertvolle Ergänzung<br />

unserer Verpackungslinie. Das<br />

System bringt unsere Qualitätsstandards<br />

eindeutig auf ein<br />

noch höheres Level. Es arbeitet<br />

präzise bei hohen Geschwindigkeiten<br />

und gewährleistet<br />

gleichzeitig eine geringe Fehlalarmquote.<br />

Außerdem ist es in<br />

der Lage, schnell zu lernen, wie<br />

verschiedene Verunreinigungen<br />

identifiziert werden können.“<br />

Ultrahohe Bildauflösung<br />

Die Sensor- und Bildverarbeitungstechnologie<br />

der IX-PD-<br />

Serie kombiniert höchste<br />

Erkennungsempfindlichkeit mit<br />

ultrahoher Auflösung: Die Bilder<br />

sind laut Hersteller deutlich<br />

klarer als bei herkömmlichen<br />

Röntgensystemen. Zudem<br />

ermöglicht die von Ishida entwickelte<br />

Genetic Algorithm (GA)-<br />

Technologie die Anpassung<br />

der Maschine an individuelle<br />

Produkt- und Qualitätsanforderungen.<br />

Das schafft die Voraussetzung<br />

dafür, dass das System<br />

gezielt nach bestimmten, vom<br />

Anwender definierten Klassen<br />

von Fremdkörpern sucht.<br />

Am Touch Screen erscheint nach der<br />

Fremdkörperdetektion jedes einzelne<br />

Fleischteil mit einer Bewertung.<br />

Dadurch kann das IX-PD Verunreinigungen<br />

mit geringer Dichte<br />

wie auch sehr kleine Verunreinigungen<br />

mit hoher Genauigkeit<br />

erkennen. Die Fähigkeit, Unterschiede<br />

zwischen Lebensmitteln<br />

und Fremdkörpern zu erkennen,<br />

reduziert die Fehlerquote<br />

und ermöglicht konstant hohe<br />

Produktivitätsraten. Darüber hinaus<br />

kann das System Verunreinigungen<br />

auch dann zuverlässig<br />

erkennen, wenn sich Produkte<br />

in einer Verpackung überlappen<br />

oder aufrecht stehen.<br />

Diese Vorteile kann Nikas gut<br />

nutzen: Im laufenden Betrieb<br />

erkennt das Prüfsystem präzise<br />

kleine Knochen und andere<br />

Fremdkörper im Hähnchenoder<br />

Putenfleisch. Zudem kann<br />

es fehlerhaft geformte und<br />

fehlende Produkte identifizieren.<br />

Konstantinos Laitsas: „Zuvor haben<br />

wir einen Metalldetektor für<br />

die Qualitätskontrolle verwendet.<br />

Das IX-PD bietet uns viel umfassendere<br />

Inspektionsmöglichkeiten,<br />

und es löst Probleme,<br />

die bei der Verpackung von<br />

Geflügel auftreten können.“<br />

Leichte Produktwechsel<br />

Pro Schicht kommt es bei Nikas<br />

in der Linie zu fünf bis acht<br />

Produktwechseln, die dank des<br />

intuitiv bedienbaren Touchscreen-Menüs<br />

in weniger als<br />

zehn Minuten erledigt werden<br />

können. Aus <strong>Hygiene</strong>sicht sehr<br />

wichtig ist die Tatsache, dass<br />

die offene Konstruktion des IX-<br />

PD die Voraussetzung für eine<br />

ebenso schnelle wie gründliche<br />

tägliche Reinigung schafft.<br />

„Wir sind mit der Leistung des<br />

IX-PD sehr zufrieden“, bilanziert<br />

Konstantinos Laitsas. Deshalb<br />

plane man die Ausrüstung von<br />

drei weiteren Linien mit Röntgeninspektionssystemen<br />

in den<br />

nächsten zwei Jahren.<br />

Ishida GmbH<br />

Max-Planck-Straße 2<br />

D-74523 Schwäbisch Hall<br />

www.ishidaeurope.com/de<br />

P.G. NIKAS S.A.<br />

Lamia National Road<br />

GR-145 65 Agios Stefanos,<br />

Attica<br />

www.nikas.gr<br />

17


schädlingsbekämpfung<br />

2·26<br />

Thomas F. Voigt<br />

Die perfekte Schädlingsprophylaxe im<br />

Betrieb gibt’s nur mit Konzept und System<br />

Nachhaltiger Erfolg ist möglich, die Maßnahmen sind aber oft lückenhaft oder falsch<br />

Immer wieder treten Schädlinge gerade in Lebensmittelbetrieben auf, da sie hier ideale Lebens- und Entwicklungsbedingungen<br />

finden. Zwar ist die Schädlingsprophylaxe mittlerweile das zentrale Element der Dienstleistung Schädlingsbekämpfung<br />

und wird sowohl vom Gesetzgeber als auch von den Lebensmittelstandards gefordert. Aber in vielen Lebensmittelbetrieben<br />

sind die Maßnahmen zur Schädlingsprophylaxe lückenhaft oder sogar komplett falsch, womit sich Schädlinge in<br />

solchen Betrieben ungehindert etablieren können. Schuld für solche Fehler, Mängel und Versäumnisse sind aber nicht nur<br />

evtl. unprofessionelle Dienstleister, sondern auch die Lebensmittelbetriebe selbst. Denn in den Unternehmen ist man in<br />

der Regel nicht bereit, hohe Kosten für die Dienstleistung Schädlingsbekämpfung zu akzeptieren. Im Gegenteil, man wird<br />

beim Vergleich von Angeboten immer dem günstigsten Anbieter den Zuschlag erteilen, ohne zu wissen, ob die Dienstleistung<br />

qualitativ hochwertig oder qualitativ minderwertig ausfällt. Und viele Lebensmittelbetriebe haben auch noch nicht<br />

erkannt, dass eine fachlich korrekte und eine betriebsspezifisch orientierte Schädlingsprophylaxe Geld kostet.<br />

Gefährdungspotential wird<br />

in der Branche unterschätzt<br />

Sicher ist allen Verantwortlichen<br />

in den Lebensmittelbetrieben<br />

mehr oder weniger bewusst,<br />

dass Schädlinge auch Gefahren<br />

mit sich bringen. Wenn<br />

man sich dann aber mit den<br />

Mitarbeitern in den Unternehmen<br />

diesbezüglich unterhält,<br />

hört man immer wieder Äußerungen<br />

wie: „Na ja, so schlimm<br />

wird es nicht sein“, womit<br />

definitiv deutlich wird, dass man<br />

dieses Gefährdungspotential<br />

vollkommen unterschätzt.<br />

Aus Autorensicht ist eine solche<br />

Haltung problematisch und<br />

gefährlich. Denn schon der<br />

durch Schädlinge verursachte<br />

quantitative Verlust schlägt mit<br />

erschreckenden Zahlen zu Buche.<br />

So vernichten beispielsweise<br />

Schädlinge pro Jahr weltweit<br />

200 Millionen Tonnen Getreide,<br />

33 Millionen Tonnen gehen<br />

auf das Konto von Ratten.<br />

Bei Getreide, Mais, Raps und<br />

Kartoffeln ist in Deutschland<br />

ein jährlicher Verlust in Höhe<br />

von 36.385.000 Euro alleine<br />

nur durch Nager zu verzeichnen<br />

– Zahlen, die sicher für sich<br />

sprechen.<br />

Doch damit nicht genug, denn<br />

viele Schädlinge wie Fliegen,<br />

Schaben, Mäuse und Ratten<br />

beherbergen pathogene Bakte -<br />

rien, Viren, Hefen, Pilze und<br />

Einzeller, die auf den Menschen,<br />

Nutztiere und Lebensmittel<br />

übertragen werden können<br />

und so zu Krankheiten wie<br />

Salmonellose, Cholera, Typhus<br />

sowie Ruhr, um nur einige zu<br />

nennen, führen können.<br />

Abb. 1: Fliegen – hier eine Goldfliege – werden von vielen Lebensmittelbetrieben<br />

hinsichtlich ihrer Gefahr für <strong>Hygiene</strong> und Lebensmittelsicherheit immer<br />

noch unterschätzt.<br />

Neuesten amerikanischen<br />

Studien zufolge sollen die Ausscheidungen<br />

von Reismehlkäfern<br />

sogar krebserregend sein.<br />

Darüber hinaus kann es durch<br />

Schädlinge zu erheblichen<br />

Betriebsstörungen kommen. Ein<br />

durch Schädlinge verursachter<br />

Kurzschluss sorgt für Stromausfall<br />

und dieser bedingt in Folge<br />

einen Produktionsstillstand, was<br />

oft auch mit Feuer verbunden<br />

sein kann. Und letztlich darf<br />

bei dieser Thematik nicht in<br />

Vergessenheit geraten, dass<br />

Schädlinge zu einem Imageverlust<br />

und Verlust von Kunden<br />

führen und im Extremfall auch<br />

die Existenz kosten können.<br />

Schädlinge finden immer<br />

einen Weg in den Betrieb<br />

Schädlinge nutzen zwei Möglichkeiten,<br />

um in die Lebensmittelbetriebe<br />

zu gelangen. Sie<br />

kommen durch aktive Zuwanderung<br />

und/oder den aktiven<br />

Zuflug, was aber prozentual<br />

gesehen nicht sehr oft der Fall<br />

ist. Viel häufiger und mehr oder<br />

weniger die Norm ist die passive<br />

Verschleppung. Bei dieser Variante<br />

werden die Schädlinge mit<br />

den Rohstoffen, mit den Waren,<br />

mit den Verpackungen/Kartonagen,<br />

mit den Paletten und/<br />

oder mit den Big Bags in den<br />

18 www.hygiene-report-magazin.de


april<br />

schädlingsbekämpfung<br />

Abb. 2: Die Prophylaxe bei Käfern – hier ein Rotbrauner Reismehlkäfer – ist<br />

nicht immer ganz einfach und bedingt i.d.R. stets auch ein geübtes Auge.<br />

Betrieb eingeschleppt, so dass<br />

man nicht selten auch von einer<br />

unsichtbaren Invasion spricht.<br />

Führt man sich jetzt noch die<br />

Wege vor Augen, die Rohstoffe,<br />

Verpackungen und Lebensmittel<br />

durchlaufen müssen, um vom<br />

Erzeuger zum Endverbraucher<br />

zu gelangen, wird schnell klar,<br />

dass auf allen diesen Stufen<br />

Schädlinge im Spiel sein und<br />

ins Spiel kommen können.<br />

Zudem sollte man sich darüber<br />

im Klaren sein, dass auch eine<br />

vorbildliche <strong>Hygiene</strong> keineswegs<br />

und generell vor Schädlingsbefall<br />

schützt. Und man darf<br />

nicht vergessen, dass jeder<br />

Lebensmittelbetrieb unabhängig<br />

von Größe und Branche<br />

Schädlingen mit reichhaltigem<br />

Nahrungsangebot, optimalen<br />

Temperatur- und Feuchtigkeitsverhältnissen<br />

sowie passenden<br />

Biotopen ideale Lebens- und<br />

Entwicklungsmöglichkeiten bietet.<br />

Und diese Invasoren führen<br />

in der Regel ein verstecktes<br />

Dasein, sind dann aktiv, wenn<br />

der Mensch inaktiv ist.<br />

Für alle Lebensmittelbetriebe<br />

ist ferner fatal, dass jeder<br />

Schädling, egal ob Motte,<br />

Käfer, Schabe, Fliege, Maus<br />

oder Ratte, über extrem hohe<br />

Vermehrungsraten verfügt, die<br />

innerhalb von kürzester Zeit zu<br />

einer massiven Befallssituation<br />

mit dem erwähnten Gefährdungspotential<br />

führen können.<br />

Prophylaxe – was sagen<br />

Gesetzgeber und Standards?<br />

Ein erster Grund für Maßnahmen<br />

zur Schädlingsprophylaxe<br />

ist im Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände-<br />

und Futtermittelgesetzbuch<br />

zu finden. Hier heißt<br />

es in § 5, dass es verboten ist,<br />

Lebensmittel derart herzustellen<br />

oder zu behandeln, dass ihr<br />

Verzehr gesundheitsschädlich<br />

ist. Wie im Abschnitt Gefährdungspotential<br />

dieses Beitrages<br />

aufgezeigt wurde, verfügen<br />

Schädlinge definitiv über die<br />

Möglichkeiten, Lebensmittel<br />

nachhaltig negativ zu kontaminieren,<br />

was in Konsequenz<br />

Schädlingsprophylaxe bedingt.<br />

Genau auf den Punkt bringt es<br />

in Bezug auf Schädlingsprophy<br />

laxe die Verordnung (EG)<br />

852/2004 über Lebensmittelhygiene,<br />

die explizit fordert, dass<br />

Lebensmittelbetriebe eine<br />

Kontamination durch und<br />

Schädlinge so weit wie möglich<br />

vorzubeugen haben, was auch<br />

hier in Konsequenz Schädlingsprophylaxe<br />

bedeutet.<br />

Und auch die Lebensmittelstandards<br />

wie z.B. IFS und<br />

BRC fordern in ihren Vorgaben<br />

Schädlingsprophylaxe und<br />

erläutern teilweise, mit welchen<br />

Mitteln und Möglichkeiten diese<br />

zu bewerkstelligen sind.<br />

Vor dem Hintergrund des Gefährdungspotentials<br />

von Schädlingen,<br />

den Befallsmöglichkeiten<br />

und Vorgaben der Gesetzgeber<br />

und der Lebensmittelstandards<br />

ist die Schädlingsprophylaxe für<br />

jeden Lebensmittelbetrieb unabhängig<br />

von Größe und Branche<br />

verpflichtend.<br />

Was ist Prophylaxe? Was ist<br />

wie zu tun und zu beachten?<br />

Im Prinzip basiert die Schädlingsprophylaxe<br />

auf drei Säulen:<br />

u Säule 1: Schädlinge über Monitoring<br />

und Sichtinspektionen<br />

frühzeitig erkennen<br />

u Säule 2: Zulauf/Zuflug von<br />

Schädlingen verhindern bzw.<br />

erschweren<br />

u Säule 3: Entwicklungsmöglichkeiten<br />

von Schädlingen im<br />

Betrieb eliminieren, zumindest<br />

aber einschränken<br />

Abb. 3: Die Bekämpfung von Mäusen – hier eine Hausmaus<br />

– gelingt nur selten alleine mit Schlagfallen. Eine<br />

Kombination von Fraßködern und Schlagfallen ist immer<br />

das Verfahren der Wahl.<br />

Fotos: Voigt<br />

Anhand dieser Definition ist<br />

aber auch schon erkennbar,<br />

dass die Schädlingsprophylaxe<br />

nicht einzig und alleine vom<br />

Schädlingsbekämpfer bewerkstelligt<br />

werden kann, sondern<br />

immer ein effizientes Zusammenspiel<br />

von Lebensmittelbetrieb<br />

und Schädlingsbekämpfer<br />

sein muss.<br />

Bevor nun aber prophylakti sche<br />

Maßnahmen gegenüber Schädlingen<br />

ergriffen werden, müssen<br />

verschiedene Voraussetzungen<br />

erfüllt sein. Erstens<br />

muss bekannt sein, mit welchen<br />

Schädlingen der jeweilige<br />

Lebensmittelbetrieb konfrontiert<br />

werden kann, was sich aus<br />

einer Gefahrenanalyse ergibt.<br />

Zweitens muss bekannt sein,<br />

wie und wo Schädlinge in den<br />

Betrieb gelangen können und<br />

wie sie sich innerhalb des<br />

Betriebes ausbreiten können,<br />

was über die Biologie und die<br />

typischen Verhaltensweisen von<br />

Schädlingen bekannt sein sollte.<br />

Drittens setzt eine wirkungsvolle<br />

Schädlingsprophylaxe fundierte<br />

Kenntnisse über Biologie und<br />

Verhaltensweisen der Schädlinge<br />

voraus – wo es aber bei vielen<br />

Schädlingsbekämpfern, aber<br />

auch bei den Verantwortlichen<br />

in den Lebensmittelbetrieben<br />

teils erhebliche Wissensdefizite<br />

gibt.<br />

Viertens muss<br />

bekannt sein,<br />

welche Monitoringsysteme<br />

es für welche<br />

Schädlinge<br />

gibt und wie<br />

diese funktionieren.<br />

Auch<br />

hier besteht<br />

wieder teils<br />

erhebliches<br />

Wissensdefizit.<br />

Und schließlich<br />

muss bekannt<br />

sein, was<br />

Schädlinge<br />

begünstigt<br />

und meistens auch die Schädlingsprophylaxe<br />

beeinträchtigt.<br />

Immer wieder sind in vielen<br />

Lebensmittelbetrieben katastro<br />

phale Zustände in den<br />

Abfallbereichen zu finden, was<br />

Schädlinge massiv sowie uneingeschränkt<br />

begünstigt.<br />

19


schädlingsbekämpfung<br />

2·26<br />

Auch <strong>Hygiene</strong>mängel, bedingt<br />

durch ein schlechtes Reinigungsmanagement,<br />

geben<br />

Schädlingen die Möglichkeit,<br />

sich gut entwickeln zu können.<br />

Selbst kleinste Wasseransammlungen<br />

sind für Schaben hoch<br />

attraktiv, da sich diese allein<br />

von Wasser ernähren können.<br />

Und was für das menschliche<br />

Auge nur ein Krümel oder ein<br />

bisschen Mehlstaub ist, kann<br />

für den Schädling eine Wochenration<br />

Nahrung darstellen oder<br />

Motten und Käfern als Kinderstube<br />

dienen. Gerade<br />

Insektenschutzgitter<br />

weisen oftmals solche<br />

Verunreinigungen auf.<br />

Aber nicht nur Verunreinigungen<br />

begünstigen<br />

Schädlinge –<br />

offene Big Bags, offene<br />

Tore und Außentüren<br />

oder nach unten nicht<br />

dicht schließende<br />

Tore, ungepflegte<br />

Nachbar grundstücke,<br />

die Nähe zu Gewässern<br />

oder die Nähe<br />

zu Nutztierstallungen<br />

wie auch Europaletten<br />

bieten Schädlingen Nahrung,<br />

Möglichkeiten des Zulaufes und<br />

der Ausbreitung, somit eine<br />

Begünstigung schlechthin.<br />

Eine effiziente und zuverlässige<br />

Schädlingsprophylaxe ist und<br />

sollte in der heutigen Zeit kein<br />

Problem mehr sein. Es gibt für<br />

viele Schädlinge wie Schaben,<br />

Motten, Fliegen, Ratten und<br />

Mäuse geradezu perfekte Monitoring-<br />

bzw. Frühwarnsysteme.<br />

Neuerdings sogar mit Digitaltechnik,<br />

die eine kontinuierliche<br />

Überwachung bzw. ein Permanentmonitoring<br />

ermöglicht, während<br />

man bei herkömmlichen<br />

Systemen ohne Digitaltechnik<br />

über den Befallsstatus immer<br />

nur am Tag der Inspektion<br />

des Schädlingsbekämpfers<br />

informiert war/ist. Aber es gibt<br />

natürlich auch Schädlinge wie<br />

beispielsweise Ameisen und Käfer,<br />

für die keine Frühwarnsyste<br />

me verfügbar sind. In diesem<br />

Falle sind regelmäßige Sichtinspektionen<br />

nach diesen Insekten<br />

bzw. deren Spuren und/oder<br />

Hinterlassenschaften unabdingbar,<br />

was allerdings in der Praxis<br />

meistens sträflich vernachlässigt<br />

wird und zur Folge hat, dass<br />

solche Schädlinge erst bei starkem<br />

Befall und massenhaftem<br />

Auftreten bemerkt werden.<br />

Die Möglichkeiten zu einer<br />

perfekten Schädlingsprophylaxe<br />

Abb. 4: Die Braunbandschabe ist in Afrika beheimatet, wurde von<br />

dort aus mit dem Handel weltweit verschleppt und hat sich auch<br />

in Deutschland fest etabliert.<br />

Fotos: Voigt<br />

sind zwar gegeben, allerdings<br />

fallen gerade dabei die meisten<br />

Fehler, Mängel und Versäumnisse<br />

an. Fehler Nummer eins<br />

ist, dass im Verhältnis zur<br />

Betriebsgröße viel zu wenig<br />

Monitoringsysteme zum Einsatz<br />

kommen, was oft daran liegt,<br />

dass die Reichweiten bzw. die<br />

Wirkspektren dieser Systeme<br />

nicht bekannt sind. Und wenn<br />

man nicht weiß, dass eine<br />

Mottenpheromonfalle eine<br />

Reichweite von 10 m und ein<br />

Wirkspektrum von ca. 300 qm<br />

hat, weiß man auch nicht, dass<br />

man für einen Lagerraum mit<br />

1500 qm fünf Fallen braucht.<br />

Wissen muss man auch, dass<br />

Pheromone, Lockstoffe oder die<br />

Leuchtintensität von UV-Birnen<br />

einem Verbrauch unterliegen<br />

und regelmäßig erneuert werden<br />

müssen. Aber auch der<br />

richtige Zeitraum und richtige<br />

Zeitpunkt einer Erneuerung<br />

müssen berücksichtigt werden.<br />

In einer warmen Umgebung,<br />

wie man es in Backbetrieben<br />

kennt, sind Pheromone schneller<br />

verbraucht und halten nicht,<br />

wie üblich, etwa zwölf Wochen.<br />

Und wenn die Leuchtstoffröhre<br />

einer UV-Insektenfanglampe<br />

im Herbst statt im Frühjahr gewechselt<br />

wird, hat sie zu Beginn<br />

der Flugsaison von fliegenden<br />

Insekten nur noch die halbe<br />

Leuchtkraft statt 100 %. Neu<br />

sind UV-Insektenfanglampen<br />

mit LED-Technik<br />

und weitaus<br />

geringerem<br />

Stromverbrauch<br />

verglichen mit<br />

herkömmlichen<br />

Geräten. Zudem<br />

müssen die<br />

Leuchtmittel<br />

nicht mehr so<br />

häufig gewechselt<br />

werden.<br />

In einem<br />

Schlacht- und<br />

Zerlegebetrieb<br />

wurde seitens der Schädlingsbekämpfer<br />

gemeldet, dass<br />

Ratten auf dem Betriebsgelände<br />

aufgetreten seien, was für einen<br />

solchen Fleischwarenbetrieb<br />

eine ernste Gefahr darstellt.<br />

Eine neutrale Überprüfung der<br />

Köderboxen mit Anfraß ergab<br />

allerdings, dass es sich nicht<br />

um Ratten, sondern um Feldmäuse<br />

handelte, so dass also<br />

das Wissen um die Schädlinge<br />

sowie deren Biologie auch bei<br />

der Schädlingsprophylaxe ein<br />

unbedingtes Muss ist.<br />

Was in vielen Lebensmittelbetrieben<br />

immer wieder vergessen<br />

bzw. nicht berücksichtigt wird,<br />

ist die Tatsache, dass viele<br />

Monitoring- und Frühwarnsysteme<br />

auf Köderbasis arbeiten,<br />

also den Nahrungstrieb der<br />

Schädlinge ansprechen. Parallel<br />

existierende Nahrung durch<br />

Abfall, offene Ware und/oder<br />

Verunreinigung ist in solchen<br />

Fällen kontraproduktiv.<br />

Anfänglich wurde festgehalten,<br />

dass eine effiziente und nachhaltige<br />

Schädlingsprophylaxe<br />

nur im Team von Schädlingsbekämpfer<br />

und Lebensmittelbetrieb<br />

zu realisieren ist. In<br />

diesem Punkt haben aber viele<br />

Verantwortliche in den Betrieben<br />

noch enormen Nachholbedarf.<br />

Denn mangelnde <strong>Hygiene</strong><br />

und Sauberkeit, Unordnung,<br />

schlechtes Abfallmanagement,<br />

offene Türen/Tore, bauliche<br />

Mängel, Europaletten in der<br />

Produktion usw. machen alle<br />

noch so ernst genommenen Anstrengungen<br />

bei der Schädlingsprophylaxe<br />

des Dienstleis ters<br />

zunichte. Hilfreich sind diesbezüglich<br />

Personalschulungen, die<br />

Mitarbeiter sensibilisieren und<br />

dazu befähigen können, Teil der<br />

Schädlingsprophylaxe zu sein.<br />

Fazit<br />

Eine effiziente Schädlingsprophylaxe<br />

ist heutzutage realisierbar.<br />

Aber man sollte das Gefährdungspotential<br />

von Schädlingen<br />

nicht unterschätzen und wissen,<br />

dass sie immer einen Weg finden,<br />

um in einen Lebensmittelbetrieb<br />

zu gelangen. Aufgrund<br />

dieser Tatsachen schreiben<br />

Gesetzgeber, Lebensmittelstandards<br />

und Managementsysteme<br />

vor, dass in Lebensmittelbetrieben<br />

unabhängig von Größe<br />

und Branche Maßnahmen zur<br />

Schädlingsprophylaxe umzusetzen<br />

sind. Doch vielfach ist<br />

die Schädlingsprophylaxe ein<br />

mitunter schwieriges Kapitel, so<br />

dass sich immer wieder Fehler,<br />

Mängel und Versäumnisse<br />

einschleichen, die bei entsprechender<br />

Aufmerksamkeit aller<br />

Beteiligten hätten vermieden<br />

werden können.<br />

Sachverständigenbüro<br />

Schädlingsbekämpfung<br />

Postfach 12 17<br />

D-69511 Laudenbach<br />

20 www.hygiene-report-magazin.de


april<br />

schädlingsbekämpfung<br />

Rodentizide nur noch bei akutem Befall<br />

Rentokil Initial: EU plant <strong>2026</strong> weitere Einschränkungen in der Schädlingsbekämpfung<br />

Die Schädlingsbekämpfung steht vor einer Zäsur: Der befallsunabhängige Einsatz von Antikoagulanzien wird im Zuge der<br />

anstehenden Neuzulassungen schrittweise beendet. Bislang geltende Ausnahmen sind nicht länger vorgesehen. Auch Cholecalciferol<br />

(Vitamin D3), das bisher als adäquate Alternative galt, ist von den Zulassungsauflagen betroffen. Unternehmen<br />

stehen unter Handlungsdruck und suchen Lösungen, die auch unter den strengeren Voraussetzungen verlässlich funktionieren.<br />

Der weltweit aktive Schädlingsbekämpfungsspezialist Rentokil Initial (Köln) empfiehlt Betrieben, ihre bestehenden<br />

Konzepte zur Schädlingsprävention dringend zu überprüfen und baldmöglichst an die neuen Anforderungen anzupassen.<br />

Die Schädlingsprävention mit<br />

klassischen Rodentiziden wird<br />

zunehmend schwieriger. Ab<br />

30. Juni <strong>2026</strong> etwa wird die<br />

befallsunabhängige Dauerbeköderung<br />

(BUD) mit Antikoagulanzien,<br />

also Blutgerinnungshemmern,<br />

nicht mehr gebilligt.<br />

Zudem sehen die aktuellen<br />

Neuzulassungen auch ein Verbot<br />

der BUD mit Cholecalciferol<br />

vor – ein Wirkstoff, der in der<br />

Schädlingsbekämpfung bislang<br />

als gute Ausweichoption galt.<br />

Digital vernetzte Systeme wie „Pest<br />

Connect“ monitoren mögliche Schadnageraktivitäten<br />

rund um die Uhr.<br />

Konkret bedeutet das: Rodentizide<br />

dürfen nur bald noch<br />

anlassbezogen eingesetzt<br />

werden. Voraussetzung ist ein<br />

nachgewiesener Befall, etwa<br />

durch Sichtkontrollen, nichttoxisches<br />

Monitoring und digitale<br />

Systeme.<br />

„Präventive Beköderung ohne<br />

akuten Befall wird damit künftig<br />

rechtlich angreifbar und zum<br />

Risikofaktor für Unternehmen“,<br />

mahnt Dr. Christian Klockhaus,<br />

Director Science & Technology<br />

bei Rentokil Initial. Man sehe<br />

v.a. Betriebe gefährdet, die<br />

getroffene Maßnahmen bislang<br />

wenig dokumentiert oder systematisch<br />

gesteuert haben.<br />

Tragweite oft unterschätzt<br />

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz<br />

und Arbeitsmedizin<br />

(BAuA) macht klar, dass derzeitige<br />

Ausnahmen vom Verbot<br />

der Permanentbeköderung im<br />

Rahmen der laufenden Zulassungsverfahren<br />

entfallen. Damit<br />

handelt sie im Rahmen der EU-<br />

Biozidverordnung, die streng<br />

definiert, wie solche Produkte<br />

verwendet werden dürfen. Wer<br />

sichergehen will, sollte technische<br />

Maßnahmen und nichttoxische<br />

Präventionskonzepte<br />

priorisieren – unabhängig von<br />

Branche oder Unternehmensgröße.<br />

Laut Klockhaus unterschätzen<br />

v.a. kleinere Betriebe<br />

ohne eigenes Qualitäts- oder<br />

Compliance-Management den<br />

damit einhergehenden Handlungsbedarf:<br />

„Manche Unternehmen<br />

glauben, bestehende<br />

Beköderungskonzepte könnten<br />

einfach weiterlaufen. Oder sie<br />

hoffen, sie würden aufgrund<br />

ihrer geringen Betriebsgröße<br />

bei Kontrollen durch das Raster<br />

fallen. Ein Trugschluss.“<br />

Kleinste Lücken werden mit „Flexi-Armour“-Lösungen<br />

sicher verschlossen. Fotos: Rentokil Initial<br />

Welche Konsequenzen genau<br />

drohen, legen die EU-Mitgliedstaa<br />

ten national fest. In<br />

Deutschland reicht das Spektrum<br />

– je nach Art und Schwere<br />

des Verstoßes – von Ordnungswidrigkeiten<br />

bis hin zu strafrechtlich<br />

relevanten Fällen.<br />

Monitoring plus Mechanik<br />

Die zunehmende Digitalisierung<br />

im Schädlingsmanagement<br />

eröffnet Unternehmen aber gute<br />

Alternativen. Monitoring-Systeme<br />

und vernetzte Fallen wie<br />

etwa „PestConnect“ von Rentokil<br />

liefern kontinuierlich Daten<br />

zur Schadnageraktivität. Befallsrisiken<br />

lassen sich dadurch<br />

nahezu in Echtzeit erkennen<br />

und Maßnahmen bei Bedarf gezielt<br />

einleiten. Überdies gewinnt<br />

bauliche und mechanische<br />

Prävention an Bedeutung.<br />

Lösungen wie „Flexi Armour“<br />

von Rentokil zielen darauf ab,<br />

potenzielle Einfallstore dauerhaft<br />

zu sichern und Schadnagern<br />

den Zugang zu Gebäuden zu<br />

blockieren. So lässt sich die<br />

Gefahr eines Befalls auch ohne<br />

präventive toxische Köder senken.<br />

Beide Ansätze<br />

erfüllen steigende<br />

Anforderungen an<br />

Transparenz und<br />

Nachvollziehbarkeit<br />

und nutzen bei<br />

behördlichen Kontrollen,<br />

Audits und<br />

Zertifizierungen.<br />

Rentokil rät zur<br />

Prüfung bestehender<br />

Konzepte der<br />

Schädlingsprävention<br />

und ggf. zur Anpassung.<br />

Denn eine Umstellung dauert,<br />

und der regulatorische Umbruch<br />

hat bereits begonnen.<br />

Vermeintlich einfache Lösungen<br />

oder ein stures „Weiter so“<br />

bergen nicht zu unterschätzende<br />

Risiken. Entscheidend<br />

sei, die Vorgaben genau zu<br />

kennen und Syste me zu nutzen,<br />

die langfristig Rechtssicherheit<br />

gewährleisten.<br />

Info zu Einschränkungen und<br />

Fristen unter www.rentokil.com/<br />

de/schaedlingsbekaempfung/<br />

schaedlingsbekaempfung-fuerunternehmen/befallsunabhaengige-dauerbekoederung<br />

Rentokil Initial GmbH & Co. KG<br />

Am Coloneum 4<br />

D-50829 Köln<br />

www.rentokil-initial.de<br />

21


interview<br />

2·26<br />

„Nachhaltige <strong>Hygiene</strong>produkte sind in der<br />

Industrie ein Must-have und längst Standard“<br />

Clemens Eichler (EMIL DEISS KG) über Säcke, Folien, Handschuhe mit „grünem“ Touch<br />

<strong>Hygiene</strong>prozesse sind das Herzstück sicherer Produktion in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie – mit wachsender Bedeutung<br />

für Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung. Innovative und verantwortungsvolle Lösungen in der <strong>Hygiene</strong>technik<br />

hat sich seit Jahrzehnten das Hamburger Firmenduo DEISS und BINGOLD auf die Fahnen geschrieben. Als Teil der SUND<br />

Group setzen beide, wo immer möglich, nachhaltige Rohstoffe in der Produktion ein und engagieren sich in Kooperationen<br />

und Forschungsinitiativen, um die Umweltbilanz jedes Produktes kontinuierlich zu verbessern. Ob robuste Reinigungs- und<br />

<strong>Hygiene</strong>systeme oder maßgeschneiderte Lösungen für anspruchsvolle Verarbeitungsprozesse – man sucht stets Qualität mit<br />

Zukunftsfähigkeit zu verbinden. Der „<strong>Hygiene</strong> <strong>Report</strong>“ sprach mit Clemens Eichler, Geschäftsführer der EMIL DEISS KG,<br />

über Herausforderungen, Trends und nachhaltige <strong>Hygiene</strong>prozesse in lebensmittelverarbeitenden Betrieben.<br />

Redaktion <strong>Hygiene</strong> <strong>Report</strong>:<br />

Herr Eichler, perfekte <strong>Hygiene</strong><br />

ist in der Lebensmittelbranche<br />

essenziell. Wie und wann hat Ihr<br />

Unternehmen diesen Markt für<br />

sich erschlossen?<br />

Clemens Eichler: DEISS und<br />

BINGOLD sind mit zwei klassischen<br />

Verbrauchsgütern seit<br />

vielen Jahren in diesem Bereich<br />

aktiv: mit DEISS Abfallsäcken<br />

und mit BINGOLD Einweghandschuhen,<br />

die eine klare<br />

HACCP-Relevanz haben. Beide<br />

Aus 80 % PCR: die Abfallsäcke<br />

RE:SOURCE PLUS von DEISS.<br />

Produktgruppen sind zentrale<br />

Bausteine sicherer <strong>Hygiene</strong>prozesse<br />

in lebensmittelverarbeitenden<br />

Betrieben und<br />

haben uns frühzeitig zu einem<br />

verlässlichen Partner der Branche<br />

gemacht. Unter dem Dach<br />

der Hamburger SUND Group<br />

arbeiten wir eng mit unseren<br />

Schwesterunternehmen zusammen.<br />

So können wir Synergien<br />

nutzen und Know-how und<br />

Erfahrungen teilen.<br />

Unsere Rohstoffe und Produkte<br />

erfüllen alle relevanten Normen,<br />

Sicherheits- und Qualitätsstandards.<br />

Dazu überprüfen wir<br />

sie regelmäßig im hauseigenen<br />

Labor – und zwar weit über die<br />

gesetzlichen Vorgaben hinaus.<br />

Und unser Unternehmen ist<br />

selbstverständlich nach ISO<br />

9001, ISO 14001 und EcoVadis<br />

Platin zertifiziert, eine weltweit<br />

führende unabhängige Plattform<br />

zur Bewertung der Nachhaltigkeit<br />

(CSR/ESG) in Lieferketten.<br />

<strong>Hygiene</strong> <strong>Report</strong>: Wie breit sind<br />

Sie heute aufgestellt und welche<br />

Branchen setzen Ihre Produkte<br />

ein?<br />

Clemens Eichler: Bei DEISS verfügen<br />

wir über ein sehr breites<br />

Abfallsack- und Müllbeutel-<br />

Sortiment mit mehr als 5000<br />

Artikeln – es gibt praktisch<br />

keinen Sack, den wir nicht herstellen<br />

können. Dazu gehören<br />

selbstverständlich auch lebensmittelunbedenkliche<br />

Varianten.<br />

Als führender Markenhersteller<br />

Clemens Eichler<br />

Geschäftsführer der EMIL DEISS<br />

KG (GmbH + Co.) mit Sitz in<br />

Hamburg<br />

beherrschen wir diese Komplexität<br />

sehr gut. Funktionen wie<br />

innovative Öffnungsperforationen<br />

mit Daumenaussparungen<br />

wie den Easy Opener oder<br />

unsere praktischen Blitzbanderolen<br />

steigern die Effizienz im<br />

Arbeitsalltag deutlich.<br />

Ergänzt wird das Portfolio durch<br />

Frischhalte- und Aluminiumfolien<br />

sowie Gefrierbeutel. Bei<br />

BINGOLD bieten wir ein vollständiges<br />

Handschuhsortiment<br />

aus Latex, Nitril und Vinyl an –<br />

medizinisch zertifiziert, als persönliche<br />

Schutzausrüstung und<br />

lebensmitteltauglich getestet.<br />

Unsere Produkte kommen unter<br />

anderem in der Lebensmittelindustrie,<br />

im Gebäudemanagement,<br />

im Gesundheitswesen, in<br />

Industrie und Gewerbe sowie<br />

bei Kommunen zum Einsatz.<br />

<strong>Hygiene</strong> <strong>Report</strong>: Wie reagiert die<br />

Lebensmittelindustrie auf Öko-<br />

Produkte? Zeigt der Green Deal<br />

der EU bereits Wirkung?<br />

Clemens Eichler: Öko-Produkte<br />

sind heute ein Must-have und<br />

längst Standard. Gleichzeitig ist<br />

der Markt aber nur begrenzt bereit,<br />

dafür einen höheren Preis<br />

zu zahlen. Der Green Deal wirkt<br />

sich vor allem auf die Auslobung<br />

und Kommunikation aus:<br />

Nachhaltige Aspekte dürfen wir<br />

nur dann benennen, wenn sie<br />

belegbar sind. Diese strengeren<br />

Anforderungen begrüßen wir<br />

ausdrücklich, weil sie Transparenz<br />

und Glaubwürdigkeit<br />

fördern.<br />

<strong>Hygiene</strong> <strong>Report</strong>: Welche<br />

nachhaltigen Produkte werden<br />

besonders nachgefragt?<br />

22 www.hygiene-report-magazin.de


april<br />

interview<br />

Wo <strong>Hygiene</strong> zählt: Handschuhe aus Nitril sind in sensiblen Produktions- und<br />

Laborbereichen der Lebensmittel- und Getränkeindustrie gefragt …<br />

Clemens Eichler: Wir sehen<br />

eine stark steigende Nachfrage<br />

nach Abfallsäcken mit hohem<br />

Post Consumer Rezyklat, also<br />

PCR-Anteil. Wir bieten eine<br />

breite Palette an Artikeln mit<br />

80 Prozent PCR und mehr. Für<br />

diese Umweltleistung wurden<br />

sie mit dem Blauen Engel ausgezeichnet.<br />

Die se Entwicklung<br />

zeigt sich auch bei Müllbeuteln,<br />

wobei hier die Herausforderung<br />

aufgrund sehr geringer Wandstärken<br />

von teils nur 0,01 mm<br />

noch größer ist. Auch für diese<br />

sehr geringe Wandstärke können<br />

wir bereits sehr strapazierfähige<br />

Produkte mit Blauem<br />

Engel anbieten.<br />

<strong>Hygiene</strong> <strong>Report</strong>: Sie bieten ja<br />

auch Einweghandschuhe an –<br />

können diese die gesetzlichen<br />

Anforderungen an Lebensmittelkontaktmaterialien<br />

problemlos<br />

einhalten?<br />

Clemens Eichler: Absolut. Das<br />

ist eine Grundvoraussetzung.<br />

Wir überprüfen unsere Produkte<br />

kontinuierlich hinsichtlich ihrer<br />

Migrationswerte, um sicherzustellen,<br />

dass keine gesundheitlich<br />

bedenklichen Stoffe in das<br />

Lebensmittel übergehen oder<br />

dessen Eigenschaften beeinträchtigen.<br />

<strong>Hygiene</strong> <strong>Report</strong>: Welche Materialien<br />

sind dafür besonders<br />

geeignet?<br />

Clemens Eichler: Nitril hat sich<br />

für den Lebensmittelkontakt klar<br />

etabliert und ist in der Branche<br />

Standard. Aus Nachhaltigkeitssicht<br />

wäre Naturkautschuk zwar<br />

vorteilhafter, allerdings ist hier<br />

die Preisstruktur eine andere.<br />

<strong>Hygiene</strong> <strong>Report</strong>: Für welche<br />

Tätigkeiten sind diese Handschuhe<br />

geeignet<br />

– gibt es Einschränkungen?<br />

Clemens Eichler:<br />

BINGOLD-<br />

Einweghandschuhe<br />

sind in<br />

der lebensmittelverarbeitenden<br />

Industrie<br />

fester Bestandteil<br />

optimierter<br />

Prozessabläufe.<br />

Mikrotexturierte<br />

Fingerspitzen<br />

sorgen für gute Griffigkeit, sie<br />

sind puderfrei und besitzen<br />

eine sehr gute Schutzwirkung,<br />

bei gleichzeitig hohem Komfort<br />

und guter Hautverträglichkeit.<br />

Für Tätigkeiten mit höherer<br />

mechanischer Beanspruchung<br />

empfehlen wir jedoch unsere<br />

Mehrweghandschuhe mit größerer<br />

Wandstärke.<br />

<strong>Hygiene</strong> <strong>Report</strong>: Sie führen<br />

auch Schürzen im Sortiment.<br />

Welche Eigenschaften sind hier<br />

entscheidend?<br />

Clemens Eichler: DEISS Einwegschürzen<br />

dienen sowohl<br />

als Basisschutz der Kleidung<br />

sowie als Schutz des Lebensmittels<br />

vor Kontamination. Sie<br />

sind flüssigkeitsabweisend und<br />

daher im Lebensmittelsektor<br />

weit verbreitet.<br />

<strong>Hygiene</strong> <strong>Report</strong>: Wie steht es<br />

um den Umweltaspekt und<br />

Recyclingmöglichkeiten?<br />

Clemens Eichler: Schürzen<br />

bestehen aus LDPE und lassen<br />

sich gut recyceln. Handschuhe<br />

werden aus <strong>Hygiene</strong>gründen<br />

meist entsorgt. Es gibt zwar<br />

einzelne Projekte zur Wiederaufbereitung,<br />

etwa im Festkautschukbereich,<br />

diese sind aber<br />

noch die Ausnahme.<br />

… wie auch im direkten Kontakt mit dem Produkt in<br />

Küche und Verpackung. Fotos: DEISS/BINGOLD<br />

<strong>Hygiene</strong> <strong>Report</strong>: Viele Frischeprodukte<br />

brauchen Verpackungen<br />

für den Weg bis zum Verbraucher.<br />

Sind Folien und Beutel<br />

weiterhin unverzichtbar für<br />

die <strong>Hygiene</strong>sicherheit?<br />

Clemens Eichler: Folien und<br />

Beutel sind bewährte Produkte,<br />

die <strong>Hygiene</strong>, Funktionalität und<br />

Wirtschaftlichkeit sehr gut verbinden.<br />

Bei Alternativen wie Papier<br />

oder Verbundstoffen muss<br />

die gesamte Ökobilanz kritisch<br />

betrachtet werden, zusätzlich<br />

ist das Recycling bei Verbundstoffen<br />

oft noch nicht möglich.<br />

Kunststoff hingegen lässt sich<br />

sehr gut wiederverwerten.<br />

<strong>Hygiene</strong> <strong>Report</strong>: Fließt in Ihren<br />

Firmen auch Feedback der<br />

Anwender in die Produktentwicklung<br />

ein?<br />

Clemens Eichler: Unbedingt.<br />

Die Bedürfnisse der Anwender<br />

leiten unser Handeln. Gerade<br />

bei vermeintlich einfachen<br />

Produkten wie Abfallsäcken<br />

oder Handschuhen ist kontinuierliche<br />

Weiterentwicklung in<br />

Anwendung und Nachhaltigkeit<br />

nur mit direktem Feedback<br />

möglich.<br />

<strong>Hygiene</strong> <strong>Report</strong>: Mit welchen<br />

Neuerungen können die Nutzer<br />

in Zukunft rechnen?<br />

Clemens Eichler: Ein Projekt<br />

von DEISS sind die bislang<br />

einzigartigen RE:SOURCE<br />

PLUS Abfallsäcke aus gebrauchten<br />

Getränkekartons.<br />

Sie überzeugen im Sinne der<br />

Kreislaufwirtschaft und bieten<br />

gleichmäßige Stoffströme mit<br />

hoher PCR-Qualität. Ziel ist es,<br />

neben Papier auch das PolyAl<br />

aus Getränkekartons aufzubereiten<br />

und als blasfähiges Polyethylen<br />

für Abfallsäcke nutzbar<br />

zu machen. RE:SOURCE PLUS<br />

hat einen Anteil von mindestens<br />

80 Prozent Post Consumer<br />

Rezyklat (PCR), welches eine<br />

ressourcenschonende, umweltfreundliche<br />

Alternative darstellt.<br />

Bei BINGOLD prüfen wir dünnere<br />

Wandstärken unter drei<br />

Gramm pro Handschuh. Das<br />

spart Material und verbessert<br />

die Tastfähigkeit. Gleichzeitig<br />

gibt es hier die Herausforderung,<br />

dass Anwender das<br />

subjektive Schutzgefühl einfordern.<br />

Genau hier zeigt sich,<br />

wie eng Innovation, Nachhaltigkeit<br />

und Praxis miteinander<br />

verbunden sind.<br />

EMIL DEISS KG (GmbH + Co.)<br />

Victoriaallee 1<br />

D-22143 Hamburg<br />

Tel. +49 40 53 80 96 - 0<br />

www.deiss.de<br />

23


wissenschaft<br />

2·26<br />

Lagerung zwischen Schlachten, Einfrieren, Auftauen erhöht Bakterienwachstum<br />

Die Art und Weise, wie Lebensmittelunternehmen<br />

Fleisch lagern, bevor es zum<br />

Verbraucher gelangt, kann das Bakterienwachstum<br />

beeinflussen. Dies gilt sowohl<br />

für schädliche Bakterien wie Salmonellen<br />

und Listerien als auch für Bakterien,<br />

die den Geruch und das Aussehen von<br />

Fleisch beeinträchtigen. Das ist das Ergebnis<br />

einer Untersuchung von Sachverständigen<br />

der EU-Lebensmittelsicherheitsbehörde<br />

EFSA, die bewerteten, wie sich<br />

die Lagerungsbedingungen (Temperatur,<br />

Vakuumverpackung, Zeit usw.) auf die<br />

Vermehrung von Mikroorganismen zwischen<br />

Schlachtung und Einfrieren sowie<br />

während des anschließenden Auftauens<br />

und Lagerns auswirken.<br />

Die wichtigsten Ergebnisse:<br />

• Bei der Lagerung von Fleisch, das<br />

unmittelbar nach der Stabilisierung vakuumverpackt<br />

wurde, bei einer Temperatur<br />

von 7 °C wurde die Äquivalenzzeit vor<br />

dem Einfrieren anhand von Salmonellen<br />

Eine falsche Lagerung von Fleisch kann das Bakterienwachstum<br />

fördern. Foto: shutterstock<br />

bestimmt und innerhalb von 5-6 Tagen<br />

nach der Schlachtung erreicht.<br />

• Bei der Lagerung von Fleisch bei einer<br />

Temperatur von 3 °C wurde die Äquivalenzzeit<br />

vor dem Einfrieren anhand von<br />

Verderbnis verursachenden Milchsäurebakterien<br />

bestimmt und 29-30 Tage nach<br />

der Schlachtung erreicht. In Situationen,<br />

in denen die anfängliche bakterielle Kontamination<br />

des Fleisches hoch ist, kann es<br />

zu Verderb kommen, bevor die vorhergesagten<br />

Äquivalenzzeiten erreicht sind.<br />

• Beim Auftauen von Fleisch bei 4 °C oder<br />

7 °C unter den bewerteten Bedingungen<br />

war kein oder nur ein begrenztes Bakterienwachstum<br />

zu beobachten.<br />

• Die weitere Lagerung bei 4 °C über 7 Tage<br />

nach dem Auftauen kann – je nach La -<br />

gerungsbedingungen – zu zusätzlichem<br />

Bakterienwachstum führen. Ggf. sollte die<br />

Vorgefrierzeit in bestimmten Szenarien<br />

verkürzt werden, um eine Äquivalenz mit<br />

dem Referenzszenario zu erreichen.<br />

Dabei stellten die Experten verschiedene<br />

Szenarien zur Lagerung und zum Auftauen<br />

von Fleisch einem Referenzszenario<br />

(Lagerung über eine Dauer von 15 Tagen<br />

ohne Vakuumverpackung bei einer Temperatur<br />

von 7 °C) gegenüber.<br />

Auf Basis dieser Risikobewertung kann die<br />

EU-Kommission Änderungen in gewissen<br />

EU-Vorschriften zur mikrobiologischen<br />

Sicherheit von Fleisch vorschlagen.<br />

www.efsa.europa.eu<br />

22 von 26 Laboren fit für<br />

Salmonellenmonitoring<br />

Beim Laborkompetenztest 2025<br />

des Qualitätssicherungssystems<br />

QS (Bonn) für das Salmonellenmonitoring<br />

beim Schwein haben<br />

22 von 26 teilnehmenden<br />

Laboren aus sieben Ländern<br />

(Deutschland, Niederlande,<br />

Luxemburg, Schweiz, Polen,<br />

Ungarn und Irland) die Prüfung<br />

bestanden. Die restlichen vier<br />

Labore lieferten eine zu hohe<br />

Anzahl an Quantifizierungsfehlern.<br />

Für den Test erhielten die<br />

Labore je zehn lyophilisierte<br />

Fleischsaft- und Serumproben<br />

mit unterschiedlichen Gehalten<br />

an Salmonellenantikörpern, die<br />

innerhalb von 14 Tagen untersucht<br />

werden mussten. Ziel<br />

der jährlichen Tests ist es, die<br />

Zuverlässigkeit und Genauigkeit<br />

der Analysen sicherzustellen,<br />

die eine wichtige Grundlage für<br />

das Salmonellenmonitoring in<br />

der Schweineproduktion bilden.<br />

www.q-s.de<br />

Darmkrebsrisiko durch ultrahochverarbeitete Lebensmittel<br />

US-Studie mit 29.105 Teilnehmerinnen belegt 45 % höhere Gesundheitsgefahr<br />

Weltweit nimmt die Häufigkeit<br />

von Darmkrebs vor dem 50. Lebensjahr<br />

zu – besonders in<br />

Industrieländern. Parallel dazu<br />

ist der Konsum ultrahochverarbeiteter<br />

Lebensmittel (UPF,<br />

ultra-processed foods) deutlich<br />

angestiegen und macht z.B. in<br />

den USA inzwischen fast 60 %<br />

der täglichen Energieaufnahme<br />

aus. US-Wissenschaftler untersuchten<br />

nun in einer prospektiven<br />

Kohortenstudie, über die<br />

das „Deutsche Gesundheitsportal“<br />

berichtet, welchen<br />

Einfluss UPF auf die Darmgesundheit<br />

haben.<br />

Ultrahochverarbeitete Lebensmittel<br />

sind industriell hergestellte<br />

Fertigprodukte mit wenig<br />

Ballaststoffen und Vitaminen,<br />

dafür reich an Zucker, ungesunden<br />

Fetten und Zusatzstoffen.<br />

Es wird diskutiert, dass sie die<br />

Darmflora beeinflussen, entzündliche<br />

Prozesse fördern und<br />

krebsauslösende Mechanismen<br />

begünstigen könnten.<br />

Die 29 105 Teilnehmerinnen<br />

(Durchschnittsalter 45,2 Jahre)<br />

der Studie wurden vom 1. Juni<br />

1991 bis 1. Juni 2015 über<br />

24 Jahre nachbeobachtet, die<br />

Datenanalyse erfolgte zwischen<br />

Oktober 2024 und Juli 2025.<br />

34,8 % der täglichen Kalorien<br />

UPF lieferten bei bestimmten<br />

Testpersonen 34,8 % der<br />

täglichen Kalorien. Wichtigstes<br />

Ergebnis: Frauen mit dem höchsten<br />

UPF-Konsum hatten ein<br />

um 45 % erhöhtes Risiko für<br />

frühe Darmkrebs-Vorstufen. Für<br />

serratierte Läsionen (gezackte,<br />

polypenartige Vorstufen) zeigte<br />

sich kein Zusammenhang.<br />

Die Ergebnisse blieben auch<br />

nach Berücksichtigung anderer<br />

Risikofaktoren wie Body-Mass-<br />

Index, Typ-2-Diabetes oder<br />

Ernährungsfaktoren stabil.<br />

Die Studienautoren diskutierten<br />

mögliche biologische Mechanismen,<br />

die erklären könnten,<br />

wie UPF v.a. bei jüngeren<br />

Menschen zur Entstehung von<br />

frühem Darmkrebs beitragen<br />

könnten – z.B. mögliche Störung<br />

der Darmflora, Förderung<br />

entzündlicher Prozesse und<br />

genotoxische Effekte durch<br />

bestimmte Zusatzstoffe. Man<br />

weist darauf hin, dass kein<br />

einzelnes Lebensmittel die<br />

Risiken erkläre, sondern wohl<br />

die Kombination verschiedener<br />

Inhaltsstoffe („Cocktail-Effekt“)<br />

die Darmgesundheit gefährde.<br />

www.deutschesgesundheitsportal.de<br />

24 www.hygiene-report-magazin.de


april<br />

wissenschaft<br />

Bis 1. Mai bewerben für<br />

„Hygienic Study Award“<br />

Der seit 2009 verliehene „Hygienic<br />

Study Award“ ist eine<br />

gemeinsame Auszeichnung des<br />

Fraunhofer IVV, der European<br />

Hygienic Engineering and<br />

Design Group (EHEDG) und<br />

der Gesellschaft zur Förderung<br />

des Maschinenbaues mbH, ein<br />

Tochterunternehmen des VDMA<br />

e.V. Drei Preisgelder in Höhe<br />

von 1250, 750 und 500 Euro<br />

werden vergeben für hervorragende<br />

Diplom-, Bachelor-,<br />

Master- und Doktorarbeiten<br />

sowie wissenschaftliche Studien<br />

aus dem Fachbereich <strong>Hygiene</strong><br />

der Lebensmittelproduktion.<br />

Einsendeschluss ist der 1. Mai.<br />

Nähere Infos und Ausschreibung:<br />

https://www.ivv.fraunhofer.de/de/verarbeitungsmaschinen/hygienic_study_award.html<br />

EFSA warnt vor Lektinen in Lebensmitteln<br />

PHA in nicht ausreichend gekochten Bohnen verursacht Magen-Darm-Probleme<br />

Lektine sind eine Gruppe von Proteinen, die natürlicherweise<br />

in vielen Pflanzen vorkommen, so<br />

in Hülsenfrüchten, Getreide und Gemüse. Sie<br />

schützen Pflanzen vor Schädlingen und Krankheiten.<br />

Die meisten Lektine sind unschädlich.<br />

Einige, die vorwiegend in rohen Hülsenfrüchten<br />

enthalten sind, können jedoch Magen-Darm-<br />

Symptome verursachen und Auswirkungen auf<br />

das Immunsystem haben, wie die EU-Lebensmittelsicherheitsbehörde<br />

EFSA warnt.<br />

EFSA-Wissenschaftler bewerteten kürzlich die<br />

potenziellen Schäden durch das Lektin Phytohämagglutinin<br />

(PHA) und die Exposition der<br />

Verbraucher. PHA ist in Bohnen enthalten und<br />

ist das giftigste Lektin in häufig konsumierten<br />

essbaren Pflanzen. Zu den Symptomen, die<br />

mit dem Verzehr von rohen oder nicht ausreichend<br />

gekochten Hülsenfrüchten in Verbindung<br />

stehen, gehören Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen<br />

und Durchfall. Auf der Grundlage<br />

tierexperimenteller Studien erachteten die<br />

EFSA-Wissenschaftler die Wirkung, die PHA auf<br />

den Dünndarm hat, als die kritischste gesundheitliche<br />

Auswirkung.<br />

Die wirksamste Methode, um den Großteil der<br />

Lektine in Hülsenfrüchten zu reduzieren, besteht<br />

laut EFSA darin, sie 6 bis 12 Stunden lang<br />

in Wasser einzuweichen, bis sie weich sind,<br />

dann das Wasser zu wechseln und sie mindestens<br />

eine halbe Stunde lang bei 100 °C zu ko -<br />

chen. Da die Zubereitungszeiten von der Hülsenfruchtsorte<br />

abhängen, empfiehlt es sich, sie<br />

so lange zu kochen, bis sie weich sind. Andere<br />

Zubereitungsmethoden wie Dämpfen, Garen in<br />

der Mikrowelle und Braten sind weniger effektiv.<br />

EU-Kommission und die Mitgliedstaaten wollen<br />

nun Maßnahmen prüfen, um die Verbraucher<br />

besser über mögliche Gesundheitsrisiken durch<br />

Lektine in Lebensmitteln zu informieren.<br />

www.efsa.europa.eu<br />

Die Reinigung für Anlagenbauer und Anwender optimieren<br />

Online-Umfrage zu Forschungsprojekt „QRiAS“ von Fraunhofer IVV und TU Dresden<br />

Welcher wirtschaftliche und<br />

ökologische Aufwand verbirgt<br />

sich hinter den gängigen<br />

Reinigungsprozessen in der<br />

Lebensmittel-, Pharma- und<br />

Kosmetikindustrie? Dieser<br />

Frage gehen die Professur für<br />

Verarbeitungsmaschinen/Verarbeitungstechnik<br />

am Institut für<br />

Naturstofftechnik der Technischen<br />

Universität Dresden<br />

und das Fraunhofer-Institut für<br />

Verfahrenstechnik und Verpackung<br />

IVV im Forschungsprojekt<br />

„QRiAS“ nach – und bittet nun<br />

Lebensmittelhersteller und Maschinen-<br />

und Anlagenbauer in<br />

einer Umfrage, ihre praktischen<br />

Erfahrungen einzubringen.<br />

Ziel des Projekts ist es, die von<br />

der Berechnung der Strömung<br />

entkoppelte Reinigungssimulation<br />

auf industrierelevanten<br />

Konfigurationen anzuwenden<br />

und so die Anwendbarkeit unter<br />

realen Bedingungen nachzuweisen.<br />

Dies soll anhand eines<br />

Plattenwärmeübertragers und<br />

eines Behälters geschehen. Zur<br />

Erleichterung der Anwendung<br />

Verschmutzte Platte (l.) und gereinigte Platte<br />

(r.) eines Plattenwärmeübertragers. Foto:<br />

AKK Industrieservice & Handels GmbH<br />

sollen eine quelloffene und<br />

benutzerfreundliche Softwarelösung<br />

sowie ein Arbeitsplatz zur<br />

Charakterisierung von Rei ni -<br />

gungs systemen (= Reinigungs-<br />

fluid + Verschmutzung + Substrat)<br />

entstehen.<br />

Für die Optimierung der Reinigungsprozesse<br />

in der Industrie<br />

und zur Einsparung von Wasser,<br />

Energie, Chemikalien und<br />

Zeit, ist die Vorhersage<br />

der benötigten Reinigungszeiten<br />

wichtig. Die<br />

Expertise der Anwender<br />

soll nun die Maßnahmen<br />

praxisnah untermauern.<br />

Link zur Umfrage für<br />

Maschinen- und Anlagenbauer:<br />

https://bildungsportal.sachsen.de/umfragen/limesurvey/index.<br />

php/279752?lang=de<br />

Link zur Umfrage für Produzenten:<br />

https://bildungsportal.<br />

sachsen.de/umfragen/limesurvey/index.php/771461?lang=de<br />

Für Stockmeyer-Preis<br />

bis 15. Mai bewerben<br />

Die Heinrich-Stockmeyer-Stiftung<br />

(Verl) schreibt auch für<br />

<strong>2026</strong> ihren mit 20.000 Euro dotierten<br />

Wissenschaftspreis aus.<br />

Gesucht werden herausragende<br />

lebensmittelwissenschaftliche<br />

Forschungsarbeiten, die durch<br />

praktikable Lösungsansätze<br />

und anwendungsorientierte Forschung<br />

die zur Verbesserung<br />

der Lebensmittelsicherheit und<br />

des Verbraucherschutzes sowie<br />

zur Stärkung des Verbrauchervertrauens<br />

in die Qualität und<br />

Sicherheit von Lebensmitteln<br />

beitragen. Gewürdigt werden<br />

wissenschaftliche Einzelleistungen<br />

wie Doktorarbeiten und<br />

Habilitationsschriften sowie<br />

Publikationen aus den letzten<br />

drei Jahren. Einsendeschluss ist<br />

der 15. Mai <strong>2026</strong>.<br />

Nähere Infos und Download der<br />

Ausschreibung unter:<br />

https://www.stockmeyer-stiftung.<br />

de/wissenschaftspreis.html<br />

25


wissenschaft<br />

2·26<br />

Bromid, Glyphosat, TFA, Neonicotinoide:<br />

Rückstände in Honigproben aus aller Welt<br />

Studie an EU-Referenzlaboratorien in Freiburg und Stuttgart weist 185 Stoffe nach<br />

Honig ist in Deutschland ein sehr beliebtes Lebensmittel und für Viele aus dem Speiseplan nicht wegzudenken. Ob als<br />

Brotaufstrich zum Frühstück, als Topping im Müsli oder als Alternative zu Zucker: Honig wird in unserer Küche vielfältig<br />

eingesetzt. Die EU ist zwar nach China der weltweit zweitgrößte Produzent von Honig. Die EU-Produktion kann jedoch den<br />

Honig-Hunger ihrer Bürger nicht komplett stillen. Daher werden jährlich über 150.000 Tonnen Honig in die EU importiert.<br />

Diese Honige stammen meist aus der Ukraine, China, Argentinien, Mexiko, Neuseeland und Brasilien. In einer Pilot-Monitoring-Studie<br />

der beiden in Baden-Württemberg ansässigen EU-Referenzlabore (EURL) für Pestizide wurden die Gehalte an<br />

Pestiziden und anderen relevanten Stoffen ermittelt, um Honig im EU-Binnenmark möglichst zielgerichtet und effizient untersuchen<br />

zu können. Das am CVUA Freiburg ansässige EURL für Pestizide in tierischen Lebensmitteln und das am CVUA<br />

Stuttgart ansässige EURL für Pestizide, die Einzelbestimmungsverfahren erfordern, untersuchten dafür 187 Honige. Dabei<br />

konnten 185 verschiedene Stoffe nachgewiesen werden; Höchstwerte wurden z.B. bei Bromid und Glyphosat überschritten.<br />

Honig ist bei uns in Deutschland<br />

und Europa ein weitverbreitetes<br />

natürliches Süßungsmittel<br />

und zudem seit jeher<br />

aufgrund seiner exzellenten<br />

Lagerstabilität und seines<br />

Geschmacks sehr beliebt.<br />

Deutschland selbst zählt in der<br />

EU zu den fünf größten Produktionsländern<br />

und erzeugt etwa<br />

7 % der insgesamt 250.000 bis<br />

300.000 Tonnen Honig jährlich<br />

[1][2]. Da die Eigenproduktion<br />

den Honigbedarf in der EU<br />

nicht deckt, werden etwa 40 %<br />

des in der EU verbrauchten<br />

Honigs importiert [1][2].<br />

Bienen nehmen Pestizide auf<br />

Honig wird von Honigbienen<br />

hergestellt, indem sie Nektar<br />

von Blüten sammeln und diesen<br />

in ihrem Stock zu Honig verarbeiten.<br />

Besonders im Obstanbau<br />

erfüllen Honigbienen eine<br />

wichtige Rolle als Bestäuber. Da<br />

die Bienen bei ihrer Suche nach<br />

Nektar und Pollen auf Feldern<br />

und Plantagen direkt und unbeabsichtigt<br />

mit den dort eingesetzten<br />

Pflanzenschutzmitteln<br />

in Kontakt kommen, ist auch<br />

zu erwarten, dass Honig mit<br />

entsprechenden Rückständen<br />

belastet wird. Bei Obst und<br />

Gemüse gibt es gesetzlich vor -<br />

ge schriebene Wartezeiten zwischen<br />

Anwendung und Ernte,<br />

sprich dem Verzehr durch die<br />

Verbraucher. Im Unterschied<br />

dazu sammeln Honigbienen<br />

den Nektar auch während oder<br />

kurz nach einer Behandlung<br />

mit Pflanzenschutzmitteln und<br />

sind unter Umständen einer<br />

verhältnismäßig großen Menge<br />

an Wirkstoffen ausgesetzt.<br />

Durch die Vorgänge bei der Honigentstehung<br />

im Bienenstock<br />

kann es jedoch auch wieder zu<br />

einem Abbau von Rückständen<br />

kommen. Zusätzlich hängt es<br />

von den chemischen Eigenschaften,<br />

zum Beispiel der Polarität<br />

der Wirkstoffe ab, ob diese<br />

sich vermehrt im Honig oder im<br />

Abb.1: Honig ist in Deutschland und in der EU ein beliebtes Naturprodukt<br />

und Frühstücksaufstrich.<br />

Quelle: AdobeStock<br />

Bienenwachs anreichern. Stoffe,<br />

die praktisch unlöslich in Wasser<br />

sind, zeigen eine hohe Affinität<br />

zu dem unpolaren Wachs<br />

und reichern sich deshalb in<br />

eben diesem Bienenwachs an.<br />

Im Honig ist dagegen eher mit<br />

Rückständen wasserlöslicher<br />

Stoffe zu rechnen.<br />

Neben den landwirtschaftlich<br />

genutzten Pflanzenschutzmitteln<br />

gibt es auch Wirkstoffe, die<br />

zum Schutz der Bienen im Bienenstock<br />

angewendet werden.<br />

Darunter sind einige Stoffe, die<br />

zur Bekämpfung der sogenannten<br />

Varroa-Milbe eingesetzt<br />

werden, während andere Stoffe<br />

Infektionskrankheiten entgegenwirken<br />

oder den Befall durch<br />

weitere Schädlinge im Zaum<br />

halten sollen. Da die Varroa-Milbe<br />

als besonders aggressiv gilt<br />

und dem einzelnen Bienenvolk<br />

ernsthaft schaden kann, gibt es<br />

gleich mehrere Alternativen, die<br />

für diese Behandlung in Frage<br />

kommen können [3]. Bei den<br />

in Deutschland gängigsten Verfahren<br />

werden dabei allerdings<br />

keine synthetischen Wirkstoffe,<br />

sondern organische Säuren<br />

(Ameisensäure und Oxalsäure)<br />

oder biotechnische Maßnahmen<br />

angewendet [3].<br />

Ziel: Stoffe identifizieren<br />

Um aus der Vielzahl an potenziellen<br />

Stoffen die Wichtigsten<br />

identifizieren zu können,<br />

setzten sich das EURL-AO<br />

(Europäisches Referenzlabor für<br />

Pestizide in tierischen Lebens-<br />

26 www.hygiene-report-magazin.de


april<br />

wissenschaft<br />

mitteln, ansässig am CVUA<br />

Freiburg) und das EURL-SRM<br />

(Europäisches Referenzlabor<br />

für Pestizide, die Einzelbestimmungsverfahren<br />

erfordern, ansässig<br />

am CVUA Stuttgart) das<br />

Ziel, in einer Pilot-Monitoring-<br />

Studie die Rückstandssituation<br />

in Honig genauer zu betrachten.<br />

Dazu beschafften sie über einen<br />

Zeitraum von vier Jahren (2020<br />

bis 2024) 187 Honigproben aus<br />

aller Welt. Die meisten Proben<br />

stammten aus dem Einzelhandel,<br />

einige jedoch auch aus<br />

dem Business-to-Business<br />

Handel (B2B). Bei Letzteren<br />

handelte es sich also um Fassoder<br />

Containerware, die meist<br />

zu einem Endprodukt zusammengemischt<br />

oder als Zutat in<br />

Lebensmitteln verwendet wird.<br />

Um möglichst viele Wirkstoffe<br />

in der Studie abzudecken,<br />

ergänzten sich beide Labore in<br />

ihrem Spektrum und prüften in<br />

Validierungsexperimenten vorab<br />

die eigene Methodik für Honig.<br />

Für die Untersuchung der<br />

Proben kamen verschiedene<br />

Aufarbeitungs- und instrumentelle<br />

Methoden zum Einsatz.<br />

Fokus auf Pestizide & Co.<br />

Bei den Untersuchungen lag<br />

der Schwerpunkt auf den Rückständen<br />

von Pestiziden und<br />

deren Metabolite sowie einigen<br />

gängigen Kontaminanten. Eine<br />

Prüfung auf Herkunft und Echtheit<br />

wurde in dieser Studie nicht<br />

vorgenommen. Ziel des sogenannten<br />

Pilot-Monitorings war<br />

es letztendlich, aus einem sehr<br />

breiten Spektrum Stoffe zu identifizieren,<br />

die besonders häufig<br />

in Honig nachweisbar sind. Die<br />

Bekanntmachung der Befunde<br />

soll Laboren helfen, ihr Untersuchungsspektrum<br />

auf aktuell<br />

relevante Stoffe anzupassen,<br />

um ihre Untersuchung gezielter<br />

durchführen zu können.<br />

Die 187 untersuchten Honige<br />

stammten aus 29 verschiedenen<br />

Staaten (Abbildung 3),<br />

Abb.2: Honigbienen auf der Wabe.<br />

dabei waren als Ursprungsland<br />

am häufigsten China (24),<br />

Spanien (13), Deutschland (elf),<br />

Bulgarien (acht), Mexiko (acht),<br />

Griechenland, Frankreich und<br />

die Türkei (je sieben) vertreten.<br />

Zusätzlich handelte es sich<br />

bei 25 Proben um gemischten<br />

Honig mit Rohware aus unterschiedlichen<br />

Ursprungsländern,<br />

sowie zwei Proben mit unbekanntem<br />

Ursprungsland. Insge -<br />

samt stammten 44 % der Proben<br />

ausschließlich aus Europa<br />

und 48 % nicht aus Europa<br />

(„Nicht-EU“) (Abbildung 3,<br />

Mitte). Der Schwerpunkt lag darauf,<br />

möglichst Honige aus nur<br />

einem Ursprungsland zu beproben,<br />

sodass Mischungen mit<br />

unspezifischer Ursprungsbezeichnung<br />

vermieden wurden.<br />

Zwölf Proben stammten zudem<br />

aus ökologischer Erzeugung.<br />

In Sachen Kennzeichnung gibt<br />

es in der Zwischenzeit gute<br />

Nachrichten für die Transparenz<br />

bei der Herkunft: Die unspezifische<br />

Ursprungsbezeichnung<br />

mit „EU“ / „Nicht-EU“ soll genauer<br />

werden, sodass ab Mitte<br />

<strong>2026</strong> die einzelnen Ursprungsländer<br />

in Honigmischungen<br />

angegeben werden müssen [4]<br />

[5]. Für bereits gekennzeichnete<br />

Ware besteht eine Abverkaufsfrist<br />

[4][5][6].<br />

Foto: CVUA<br />

Bei fast 40 % der Proben (darunter<br />

alle B2B Honige) la gen<br />

keine Angaben zur Honigsorte<br />

vor. Bei der Angabe der Honi g-<br />

sorte handelte es sich hauptsächlich<br />

um nicht weiter spezifizierten<br />

Blütenhonig (30 % der<br />

Proben), daneben lagen acht<br />

Akazienhonige, acht Waldhonige,<br />

sechs Orangenblütenhonige,<br />

fünf Lavendel- und drei<br />

Rapshonige zur Untersuchung<br />

vor. Von weiteren exotischeren<br />

Sorten, wie z.B. Manuka-, Eukalyptus-,<br />

Ginster- oder Avocado-<br />

Honig, wurden jeweils nur eine<br />

oder zwei Proben untersucht.<br />

Untersuchungsergebnisse<br />

In allen untersuchten Honigen<br />

konnten mindestens fünf Stoffe<br />

detektiert werden. Insgesamt<br />

wurden 135 verschiedene Stoffe<br />

mit quantifizierbaren Gehalten<br />

nachgewiesen und weitere etwa<br />

50 verschiedene Stoffe in Spuren.<br />

Eine detaillierte Auflistung<br />

der 30 am häufigsten nachgewiesenen<br />

Stoffe ist zu finden<br />

unter: https://www.ua-bw.de/<br />

uploaddoc/cvuas/EURL_Honig2025_Anlage.pdf<br />

Besonders häufig wurden<br />

sol che Stoffe nachgewiesen,<br />

die neben einem Einsatz als<br />

Pflanzenschutzmittelwirkstoff<br />

auch durch weitere Kontaminationspfade<br />

in den Honig<br />

gelangen können, wie Phosphonsäure,<br />

Kupfer, Bromid und<br />

Cyanursäure. Dabei wurden<br />

Phosphonsäure und Kupfer<br />

in allen untersuchten Proben<br />

gefunden. Diese vier Stoffe sind<br />

häufig in Lebensmitteln vorhanden<br />

und deren Gehalte sind in<br />

der Regel toxikologisch unproblematisch.<br />

Die ermittelten Bro -<br />

midgehalte lagen sogar oft über<br />

der gültigen Höchstmenge. Da<br />

es sich dabei jedoch i.d.R. um<br />

natürliche und nicht aus der<br />

Anwendung von Pflanzenschutzmitteln<br />

stammende<br />

Rück stände handelt, sollte aus<br />

hiesiger Sicht die aktuelle<br />

Höchstmenge angepasst werden.<br />

Weiterhin wurde der Umweltkontaminant<br />

Trifluoressigsäure<br />

(TFA) in 79 % der Honigproben<br />

Abb. 3: Übersicht über die Herkunft der untersuchten Honigproben. Links:<br />

Herkunft Proben von außerhalb der EU mit CN = China, MX = Mexico, TR =<br />

Türkei, IN = Indien, CR = Costa Rica, BR = Brasilien, AR = Argentinien, UA<br />

= Ukraine, CU = Cuba, CL = Kolumbien, AUS = Australien, MD = Moldawien,<br />

NZ = Neuseeland, UY = Uruguay. Mitte: 44 % aus der EU, 48 % von<br />

außerhalb der EU („nicht-EU“), 7 % gemischte Honige („EU/nicht-EU“), 1 %<br />

unbekannte Herkunft. Rechts: Herkunft Proben aus der EU mit ES = Spanien,<br />

DE = Deutschland, BG = Bulgarien, GR = Griechenland, FR = Frankreich,<br />

HU = Ungarn, RO = Rumänien, IT = Italien, HR = Kroatien, IR = Irland, PL =<br />

Polen, CY = Cypern, SL = Slowenien.<br />

Grafik: CVUA<br />

27


wissenschaft<br />

2·26<br />

gefunden. TFA, die kleinste der<br />

sogenannten Per- und Polyfluoralkylsubstanzen<br />

(PFAS), kann<br />

als Abbauprodukt verschiedener<br />

Pestizide oder aus industriellen<br />

Quellen in die Umwelt gelangen<br />

(siehe Infokasten unten). Auch<br />

hier waren die gefundenen<br />

Gehalte nach derzeitigem<br />

Kenntnisstand nicht bedenklich.<br />

Weiterhin konnte hinsichtlich<br />

TFA kein Unterschied in der<br />

Befundhäufigkeit oder den Gehalten<br />

zwischen Europäischem<br />

und nicht Europäischem Honig<br />

festgestellt werden.<br />

Höchstmengen überschritten<br />

Neben Bromid (s.o.) wurden<br />

Überschreitungen der derzeit<br />

gültigen Höchstmengen auch<br />

bei weiteren Stoffen festgestellt,<br />

darunter Azoxystrobin, Glyphosat,<br />

Chlorat und das Pflanzenalkaloid<br />

Matrin.<br />

Das Fungizid Azoxystrobin<br />

konnte zwar nur in acht Proben<br />

nachgewiesen werden, darunter<br />

war allerdings eine Höchstmengenüberschreitung<br />

in einem Honig<br />

aus Polen festzustellen. Das<br />

Herbizid Glyphosat konnte in<br />

28 Proben nachwiesen werden,<br />

dabei überstieg der Gehalt in<br />

vier Fällen die gültige Höchstmenge.<br />

Diese vier Honige<br />

stammten aus Deutschland,<br />

den USA, Brasilien und Argentinien.<br />

Chlorat hat zwar herbizide<br />

Eigenschaften, dessen<br />

Rückstände stammen jedoch<br />

meist aus der Verwendung von<br />

chloriertem Wasser zur Bewässerung<br />

oder aus chlorhaltigen<br />

Desinfektionsmitteln die z.B. für<br />

die Reinigung von Oberflächen<br />

eingesetzt werden (Biozid-Anwendung).<br />

Das Pflanzenalkaloid<br />

Matrin kommt regelmäßig in aus<br />

China stammendem Akazienhonig<br />

vor [9]. Dabei wird eine Akazienähnliche<br />

Art, der japanische<br />

Schnurbaum (Sophora japonica),<br />

die Matrin natürlicherweise<br />

bildet, von den Bienen ebenso<br />

gerne als Nektarquelle genutzt<br />

wie die echte Akazie oder die<br />

Abb. 4: Untersuchte Honigsorten. Neben Proben unbekannter Sorte und Blütenhonigen<br />

waren einige klassische und seltenere Sorten dabei. Grafik: CVUA<br />

Stichwort: TFA in Pflanzenschutzmitteln<br />

Pflanzenschutzmittel stellen nach aktuellem<br />

Wissensstand neben den Kältemitteln Haupt-<br />

Vorläufersubstanzen für den Kontaminanten<br />

Trifluoressigsäure (TFA) dar. Aufgrund der C-<br />

CF3-Gruppe wird die Aufnahme von Pestiziden<br />

über die Wurzel erleichtert, wodurch weniger<br />

Wirkstoff für den gleichen Effekt benötigt wird.<br />

In der EU sind derzeit 45 Wirkstoffe, die eine<br />

C-CF3-Gruppe enthalten, nach der VO (EG)<br />

Nr. 1107/2009 zur Anwendung als Pflanzenschutzmittel<br />

genehmigt. Die drei wichtigsten<br />

Substanzen, die zur Bildung von TFA führen<br />

sollen, sind die beiden Herbizide Flufenacet<br />

und Diflufenican sowie das Fungizid Fluazinam.<br />

Da alle drei Wirkstoffe primär für die Ausbringung<br />

auf Ackerflächen vorgesehen sind, kann<br />

auch als Pseudoakazie bezeichnete<br />

Robinie [9].<br />

Von den synthetischen Wirkstoffen,<br />

die gegen die Varroa-<br />

Milbe eingesetzt werden, konn -<br />

ten von mehreren Substan zen<br />

Rückstände im Honig nachgewiesen<br />

werden. Davon wurden<br />

folgende am häufigsten<br />

gefunden: Coumaphos (29 %<br />

der Proben), zwei Metabolite<br />

von Amitraz (12 % und 21 %<br />

der Proben), Thymol (9 %),<br />

Fluvalinat (4 %) und Propargit<br />

(3 %). Deren Gehalte lagen<br />

jedoch meist weit unter der<br />

generell von einem hohen Eintrag in die Umwelt<br />

ausgegangen werden. [7]<br />

Das Umweltbundesamt (UBA) hat ausgehend<br />

vom Inlandsabsatz aller C-CF3-haltigen<br />

Pflanzenschutzmittelwirkstoffe in Deutschland<br />

(2016 bis 2018) und unter der Annahme einer<br />

molaren Ausbeute an TFA von 100 % (Worst-<br />

Case-Szenario), ein theoretisches Bildungspotenzial<br />

für TFA von ca. 500 t pro Jahr aus<br />

der Transformation von Pflanzenschutzmitteln<br />

berechnet. Eine weiterführende Auswertung des<br />

Zusammenhangs zwischen TFA-Konzentrationen<br />

in Oberflächengewässern und Pflanzenschutzmittel-Einträgen<br />

weißt ebenso darauf hin,<br />

dass Pflanzenschutzmittel eine bedeutende<br />

TFA-Quelle darstellen. [8]<br />

geltenden Höchstmenge. Die<br />

Untersuchung auf Rückstände<br />

der oben erwähnten und häufig<br />

von deutschen Imkern eingesetzten<br />

organischen Säuren war<br />

dabei nicht Teil der Studie.<br />

Bei Vergleich der EU-Honige mit<br />

Importhonigen konnten keine<br />

grundlegenden Tendenzen bezüglich<br />

der Häufigkeit von Befunden<br />

festgestellt werden. Es<br />

gab jedoch Unterschiede in der<br />

Häufigkeit, mit der bestimmte<br />

Stoffe gefunden wurden. So<br />

wurde z.B. das Herbizid 2,4-D,<br />

das auch als Wachstumsregulator<br />

eingesetzt wird, deutlich<br />

häufiger in südamerikanischen<br />

und indischen Honigen (45 %<br />

der nicht-EU Honige positiv),<br />

als in EU-Honigen (13 % der<br />

Proben positiv) gefunden. Auch<br />

Glyphosat-Befunde waren in<br />

Honig aus Südamerika häufiger<br />

(37 % der Proben positiv), als in<br />

Honigen aus der EU (13 % der<br />

Proben positiv). Im Gegensatz<br />

dazu gab es jedoch auch Stoffe,<br />

die im europäischen Honig<br />

häufiger nachgewiesen wurden,<br />

z.B. Mepiquat, Coumaphos,<br />

Acetamiprid und Thiacloprid.<br />

Gefährliche Neonicotinoide<br />

Bei den beiden letztgenannten<br />

Substan zen handelt es sich<br />

um sogenannte Neonicotinoide,<br />

zu denen insgesamt fünf<br />

Insektizide zählen und die als<br />

besonders gefährlich für Bienen<br />

eingestuft werden [10][11]. In<br />

der EU ist daher die Anwendung<br />

von Neonicotinoiden im<br />

Pflanzenschutz mit der Ausnahme<br />

des Wirkstoffs Acetamiprid<br />

verboten [10]. Dieses letzte<br />

noch zugelassene Neonicotinoid<br />

wurde allerdings in 38 % der<br />

EU-Honige (31 Proben) und nur<br />

in 18 % der nicht-EU-Honige<br />

(14 Proben) nachgewiesen.<br />

Des Weiteren gab es auch neun<br />

positive Proben aus Mischware<br />

(69 % der Mischware-Proben).<br />

Darüber hinaus wurden folgende<br />

Neonicotinoide in den Pro-<br />

28 www.hygiene-report-magazin.de


april<br />

wissenschaft<br />

ben nachgewiesen: Thiacloprid<br />

(21 %), Imidacloprid (5 %) und<br />

Thiamethoxam (3 %). Dabei<br />

ist zu erwähnen, dass es erst<br />

im Jahr 2020 zum Verbot von<br />

Thiacloprid kam, also innerhalb<br />

des Zeitraums der Studie<br />

[10]. Auch bei diesen Neonicotinoiden<br />

lagen die Gehalte<br />

jedoch erfreulicherweise in sehr<br />

niedrigen Bereichen, sodass<br />

der Verzehr von Honig deshalb<br />

nicht als bedenklich einzustufen<br />

ist. Für die Bienen selbst kann<br />

das allerdings nicht mit Sicherheit<br />

gesagt werden.<br />

Fazit<br />

Die Wissenschaftler aus den<br />

beteiligten Laboratorien ziehen<br />

nach ihren Untersuchungen<br />

folgendes Fazit: Trotz der<br />

zahlreichen Befunde kann<br />

Honig weiterhin bedenkenlos<br />

genossen werden. Die ermittelten<br />

Pestizidgehalte lagen<br />

überwiegend weit unter den<br />

geltenden Höchstmengen und<br />

es handelte sich meist um sehr<br />

kleine Gehalte. Die Ergebnisse<br />

zeigen jedoch, dass die Untersuchung<br />

von Honig im Rahmen<br />

der Lebensmittelüberwachung<br />

wichtig ist und fortgesetzt<br />

werden sollte, da auch gültige<br />

Höchstgehalte überschritten<br />

wurden. Mit den Ergebnissen<br />

dieses Pilot-Monitorings konnte<br />

die Relevanz bzw. die Häufigkeit<br />

von einzelnen Wirkstoffen in<br />

Honig geklärt werden. Damit<br />

können die EU-Referenzlabore<br />

der EU-Kommission ein gezieltes<br />

Analysespektrum für das<br />

Monitoring empfehlen und so<br />

einen wichtigen Beitrag zum<br />

Verbraucherschutz in allen EU-<br />

Mitgliedstaaten leisten.<br />

Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt<br />

Freiburg<br />

Bissierstraße 5<br />

D-79114 Freiburg<br />

Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt<br />

Stuttgart<br />

Schaflandstraße 3/2<br />

D-70736 Fellbach<br />

www.cvuas.de<br />

Mit Sensoren die Haltbarkeit<br />

von Lebensmitteln bestimmen<br />

BZfE-Podcast: Prof. Andreas Schütze erforscht Gase<br />

Die Haltbarkeit von Lebensmitteln<br />

vorherzusagen, ist keine<br />

leichte Übung. Wäre dies<br />

möglich, könnte das einen<br />

großen Schritt gegen Lebensmittelverderb<br />

bedeuten. Das<br />

zeigt die vierte Folge des Podcasts<br />

„Foodsteps: Nachhaltigkeitsstorys<br />

aus dem Bundeszentrum<br />

für Ernährung“.<br />

Sie führt den Podcast-Host<br />

Sebastian H. Schroeder an die<br />

Universität des Saarlandes.<br />

Dort analysieren Professor<br />

Andreas Schütze und sein<br />

Team, welche Gase Erdbeeren<br />

und andere Früchte im Laufe<br />

ihres Reifeprozesses abgeben.<br />

Ließe sich daraus ihr<br />

Verderb vorhersagen, könnte<br />

das heute hohe Volumen von<br />

Lebensmittelabfällen sinken.<br />

In vielen Experimenten müssen<br />

die Forschenden herausfinden:<br />

Welche Gase treten<br />

Geruchssinn technisch nachbilden.<br />

Die Sensoren filtern<br />

solche winzigen Mengen aus<br />

einer Masse verschiedenster<br />

Moleküle heraus und es entsteht<br />

ein präziser „Geruchs-<br />

Fingerabdruck“, je nach dem<br />

Reifegrad der Erdbeeren.<br />

Eine künstliche Intelligenz<br />

soll dann vorhersagen, wann<br />

die Erdbeeren voraussichtlich<br />

verderben.<br />

All das sei hochspannend und<br />

herausfordernd und gewissermaßen<br />

„der letzte weiße Fleck<br />

auf der Messtechnik-Landkarte<br />

der Sinne“, sagt Schütze.<br />

Genau diese Herausforderung<br />

fasziniert den Professor für<br />

Messtechnik. Im Fall der<br />

Erdbeeren gibt es bereits<br />

vielversprechende Ergebnisse.<br />

Ob und wann tatsächlich z.B.<br />

Vorratsboxen für den privaten<br />

oder gewerblichen Bereich<br />

Quellenangaben:<br />

[1] Honey – Detailed information on honey production in the European Union:<br />

Link zur Webseite; Link zur Präsentation; European Commission.<br />

[2] Key facts about Europe´s honey market (infographic) – Topics – European<br />

Parliament (europa.eu).<br />

[3] Bundesinformationszentrum Landwirtschaft: Die Varroamilbe – der<br />

schlimmste Feind der Honigbiene.<br />

[4] Verbraucherzentrale Niedersachsen: Lebensmittelproduktion – Importierter<br />

Honig oft gepanscht.<br />

[5] EU-Kommission: Klare Kennzeichnung von Honig, Fruchtsäften, Konfitüre<br />

und Milch: Kommission begrüßt politische Entscheidung.<br />

[6] Verordnungs-Entwurf: Zweite Verordnung zur Änderung der Honigverordnung<br />

uns anderer lebensmittelrechtlicher Vorschriften, DIP – Zweite Verordnung<br />

zur Änderung der Honigverordnung und anderer lebensmittelrechtlicher<br />

Vorschriften.<br />

[7] Umweltbundesamt (2021): Chemikalieneintrag in Gewässer vermindern –<br />

Trifluoracetat (TFA) als persistente und mobile Substanz mit vielen Quellen.<br />

[8] Umweltbundesamt (2023): Trifluoracetat (TFA): Grundlagen für eine<br />

effektive Minimierung schaffen – Räumliche Analyse der Eintragspfade in den<br />

Wasserkreislauf.<br />

[9] Wang Z, Zu T, Huang X, Jiang X, Jia G, Xu J, Cui Z, Zhu F, Zhang J, Li J,<br />

Cao Y. Comprehensive investigation of the content and the origin of matrinetype<br />

alkaloids in Chinese honey. Food Chemistry. 2023;402:134254.<br />

[10] Bundesinformationszentrum Landwirtschaft: Neonicotinoide – ein Risiko<br />

für Bienen.<br />

[11] EFSA: Neonicotinoide: Risiken für Bienen bestätigt.<br />

Andreas Schütze ist Professor für Messtechnik. Foto: BZfE/s.h. schroeder<br />

beim Reifen von Erdbeeren<br />

immer wieder auf und was<br />

haben sie mit dem Verderb<br />

zu tun? Ab welchen Konzentrationen<br />

kann man sicher<br />

vorhersagen, ob sich die<br />

Früchte noch einen, zwei oder<br />

mehr Tage lang halten? Diese<br />

Mengen sind winzig klein und<br />

erfordern modernste Technik,<br />

mit der das Forschungsprojekt<br />

ausgestattet ist. Und die<br />

Forscher entwickeln Sensoren,<br />

die den menschlichen<br />

mit Sensortechnik konstruiert<br />

werden können, die automatisch<br />

die Haltbarkeitsspanne<br />

des Inhalts anzeigen können,<br />

ist noch völlig offen. Bis dahin<br />

helfen bewährte Tipps: Schauen,<br />

Riechen, Probieren.<br />

Die „Erdbeer-Vorhersage“ i<br />

st die vierte Folge des BZfE-<br />

Podcasts „Foodsteps“; sie<br />

sind alle zu finden unter:<br />

www.bzfe.de/podcastfoodsteps<br />

29


aktuelles<br />

2·26<br />

LGL: Zuviel Koffein in nur<br />

3 von 326 Kaffeeproben<br />

Herkömmliche Kaffeebohnen<br />

enthalten meist 1-2,5 % Koffein.<br />

Laut deutscher Kaffee-Verordnung<br />

darf entkoffeinierter Kaffee<br />

maximal 0,1 % Koffein (1 g/kg<br />

Trockenmasse) und In stantkaffee<br />

maximal 0,3 % (3 g/kg<br />

Trockenmasse) enthalten. Das<br />

Bayerische Landesamt für Gesundheit<br />

und Lebensmittelsicherheit<br />

(LGL) hat in den vergangenen<br />

vier Jahren 326 Proben<br />

entkoffeinierten Kaffees aus<br />

dem Einzelhandel untersucht.<br />

Ergebnis: Nur drei von 200 Proben<br />

gemahlenen Kaffees wiesen<br />

zu hohen Koffeingehalt auf, 126<br />

Instantprodukte lagen deutlich<br />

unter dem Höchstgehalt. Bei<br />

20 Proben gab es Mängel bei<br />

der Kennzeichnung, z.B. wurde<br />

der vorgeschriebene Wortlaut<br />

„entkoffeiniert“ nicht verwendet.<br />

www.lgl.bayern.de<br />

Was in Gewürzen drin sein darf – und was nicht<br />

DLMBK überarbeitete Leitsätze – „Worcestersoße“ und „Sambal Oelek“ neu dabei<br />

Von Blättern, Samen und<br />

Früchten bis hin zu Wurzeln<br />

– der Ursprung von Gewürzen<br />

ist so vielfältig wie ihre unterschiedlichen<br />

Aromen. Die zahlreichen<br />

Varianten beschreibt die<br />

Deutsche Lebensmittelbuch-<br />

Kommission (DLMBK) in ihren<br />

„Leitsätzen für Gewürze und<br />

andere würzende Erzeugnisse“.<br />

Diese wurden 2025 umfassend<br />

überarbeitet veröffentlicht, um<br />

sie an die Entwicklungen auf<br />

dem Markt anzupassen.<br />

Die Leitsätze unterscheiden,<br />

wie schon der Name verrät,<br />

zwischen klassischen Gewürzen<br />

und würzenden Erzeugnissen.<br />

Für die große Anzahl der<br />

aufgeführten marktrelevanten<br />

Gewürze werden vorrangig<br />

Auch für Gewürze gibt es Leitsätze.<br />

Die Ausbrüche führten zu mindestens<br />

2400 Erkrankungen,<br />

451 Hospitalisierungen und<br />

acht Todesfällen. Im Schnitt der<br />

vier Jahre zuvor waren es rund<br />

191 Krankheitsausbrüche mit<br />

1515 Erkrankungen pro Jahr.<br />

Die meisten Krankheitsausbrüche<br />

wurden durch Fleisch und<br />

Fleischerzeugnisse sowie Gemüse<br />

und Gemüseerzeugnisse<br />

verursacht. Im Trend liegen v.a.<br />

pflanzliche Lebensmittel: Wähdie<br />

verwendete Pflanze bzw.<br />

deren Teile benannt. Beispiel:<br />

Bei Bockshornklee ist in der<br />

neuen Fassung der Leitsätze<br />

der Unterschied zwischen getrockneten<br />

Blättern und Samen<br />

deutlich gemacht worden.<br />

Die Gruppe der „würzenden Erzeugnisse“<br />

in den Leitsätzen ist<br />

ähnlich vielfältig wie die der Gewürze.<br />

Die Leitsätze umfassen<br />

hier Produktbeschreibungen<br />

hinsichtlich Zusammensetzung<br />

und Bezeichnung. Beispiele:<br />

Würzmarinaden wurden neu<br />

in die Leitsätze aufgenommen.<br />

Foto: Dionisvera– stock.adobe.com<br />

Bei den Würzsoßen kamen z.B.<br />

„Worcestersoße“ und „Sambal<br />

Oelek erstmalig neu dazu.<br />

www.deutsche-lebensmittelbuch-kommission.de<br />

www.bzfe.de<br />

EFSA-Risikobewertung zu Cereulid<br />

Mehr Erkrankte durch Lebensmittel<br />

Nach Babynahrungs-Rückruf: maximal 0,014 μg/kg<br />

Nach dem Nachweis von<br />

Cereulid – einem Toxin, das<br />

von dem Bakterium Bacillus<br />

cereus produziert wird – in<br />

Säuglingsnahrungsprodukten<br />

(<strong>Hygiene</strong> <strong>Report</strong> 01/26) und<br />

Produktrückrufen in mehreren<br />

Ländern hat die EU-Lebensmittelsicherheitsbehörde<br />

EFSA eine akute Referenzdosis<br />

(ARfD) für Cereulid bei<br />

Säuglingen festgelegt. Sie<br />

schlugen in ihrer schnellen<br />

Risikobewertung eine ARfD<br />

von 0,014 μg/kg Körpergewicht<br />

bei Säuglingen vor.<br />

Für Säuglingsnahrung bestätigte<br />

die EFSA, dass ein Wert<br />

von 260 ml pro kg Körpergewicht<br />

für die Abschätzung der<br />

kurzfristigen (24-Stunden-)<br />

Exposition weiterhin angemessen<br />

ist. Für Folgenahrung –<br />

die im Allgemeinen nicht von<br />

Säuglingen unter 16 Wochen<br />

verzehrt wird – wurde ein Wert<br />

von 140 ml pro kg Körpergewicht<br />

bestätigt.<br />

Durch Vergleich der ARfD mit<br />

diesen hohen Verbrauchswerten<br />

kam die EFSA zu dem<br />

Schluss, dass Cereulid-Konzentrationen<br />

in rekonstituierter<br />

(flüssiger) Säuglingsnahrung<br />

über 0,054 μg/L für Säuglingsnahrung<br />

und 0,1 μg/L<br />

für Folgenahrung, zu einer<br />

Überschreitung der sicheren<br />

Werte führen können. Diese<br />

Empfehlungen sollen Risikomanagern<br />

in der EU bei der<br />

Entscheidung helfen, wann<br />

Produkte als Vorsichtsmaßnahme<br />

für die öffentliche<br />

Gesundheit vom Markt genommen<br />

werden sollten.<br />

www.efsa.europa.eu<br />

2024 wurden beim Bundesamt<br />

für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit<br />

(BVL) und<br />

beim Robert Koch-Institut (RKI)<br />

mit 271 mehr lebensmittelbedingte<br />

Krankheitsausbrüche in<br />

Deutschland gemeldet als in<br />

den vier Jahren zuvor; auch die<br />

Zahl der Erkrankten stieg an.<br />

Die häufigsten Verursacher waren<br />

Salmonellen und Bakterien<br />

der Gattung Campylobacter.<br />

rend es 2020 noch vier Ausbrüche<br />

waren, wurden im Jahr<br />

2024 zwölf Ausbrüche durch<br />

Gemüse, Getreideerzeugnisse<br />

oder Beeren und Früchte verursacht.<br />

Tierische Lebensmittel<br />

lagen 2024 mit 47 % noch vor<br />

pflanzlichen Lebensmitteln mit<br />

33 % als Verursacher.<br />

Im Vergleich zu den vier Vorjahren<br />

wurden 2024 erstmals die<br />

meisten Krankheitsausbrüche in<br />

Betrieben der Kategorie „Take-<br />

Away und Fast-Food-Imbisse“<br />

verursacht. An zweiter Stelle<br />

folgten Privathaushalte.<br />

Der Bericht „Lebensmittelbedingte<br />

Krankheitsausbrüche in<br />

Deutschland 2024“ ist online<br />

abrufbar unter: https://www.<br />

bvl.bund.de/SharedDocs/<br />

Berichte/10_BELA_lebensmittelbed_Krankheitsausbruechen_<br />

Dtl/Jahresbericht2024.html<br />

30 www.hygiene-report-magazin.de


april<br />

aktuelles<br />

WWW.<br />

Web-TIPP<br />

www.fei-bonn.de<br />

Der Forschungskreis der Ernährungsindustrie<br />

e.V. (FEI) mit<br />

Sitz in Bonn ist als Forschungsorganisation<br />

für alle Branchen<br />

der deutschen Lebensmittelwirtschaft<br />

tätig. 1953 gegründet,<br />

sind heute Unternehmen<br />

und Wirtschaftsverbände der<br />

Lebensmittelindustrie, des<br />

Lebensmittelhandwerks und<br />

der Zulieferindustrie Mitglieder.<br />

Der FEI kooperiert mit vielen<br />

Forschungseinrichtungen an<br />

Hochschulen, Bundes- und<br />

Landesforschungsanstalten<br />

sowie Instituten anderer öffentlicher<br />

oder privater Träger. Ziel<br />

ist die anwendungsorientierte<br />

Forschung für die Lebensmittelwirtschaft<br />

in einer Vielzahl<br />

wissenschaftlicher Projekte.<br />

323 Rückrufe im Jahr 2025<br />

323 Rückrufe haben die Bundesländer<br />

und das Bundesamt<br />

für Verbraucherschutz und<br />

Lebensmittelsicherheit (BVL)<br />

im Jahr 2025 auf dem gemeinsamen<br />

Portal „www.lebensmittelwarnung.de“<br />

veröffentlicht.<br />

Bei knapp einem Drittel waren<br />

Krankheitserreger Grund der<br />

Meldung. Darunter waren mit<br />

43 Meldungen Listerien die<br />

häufigste Ursache, gefolgt von<br />

Salmonellen (27). Beide Bakterien<br />

können schwere Erkrankungen<br />

auslösen.<br />

„In den Vorjahren lagen<br />

Salmonellen in der Liste der<br />

Krankheitserreger vorn, die zu<br />

Lebensmittelrückrufen geführt<br />

haben“, sagt BVL-Präsidentin<br />

Prof. Dr. Gaby-Fleur Böl. Seit<br />

2024 stehen nun Listerien an<br />

der Spitze dieser Liste.<br />

Neben Krankheitserregern<br />

ver anlassten u.a. Allergene,<br />

Fremdkörper, gesundheitsschädliche<br />

Substanzen, Rückstände<br />

und Kontaminanten<br />

die Lebensmittelunternehmen<br />

dazu, Produkte zurückzurufen.<br />

Die auf lebensmittelwarnung.de<br />

veröffentlichten Meldungen bezogen<br />

sich in 90 % der Fälle auf<br />

Lebensmittel. Von diesen 291<br />

Meldungen wurde gut ein Drittel<br />

den Produktkategorien „Obst<br />

und Gemüse“ (38), „Fleisch<br />

und Wurstwaren“ (37) sowie<br />

„Eis und Süßwaren“ (32) zugeordnet.<br />

Auf Bedarfsgegenstände<br />

wie Lebensmittelverpackungen,<br />

Kleidung, Spielwaren entfielen<br />

ca. 7,5 % der Meldungen, ca.<br />

2,5 % auf kosmetische Mittel.<br />

www.lebensmittelwarnung.de/<br />

statistik<br />

Die Welt der Bakterien<br />

und Viren entdecken<br />

So wird das Thema Lebensmittelsicherheit<br />

kinderleicht erklärt:<br />

Das vom Bundesinstitut für Risikobewertung<br />

(BfR) herausgegebene<br />

Kinderbuch „Luis‘ und<br />

Mayas Abenteuer im Schrumpflabor:<br />

Auf Spurensuche in<br />

der Küche“ ist nun auch in<br />

englischer Sprache erhältlich.<br />

Da der Verzehr kontaminierter<br />

Lebensmittel gefährlich ist, wird<br />

darin gezeigt, warum regelmäßiges<br />

Händewaschen wichtig<br />

ist, wie sich Bakterien in der<br />

Küche verbreiten und wie der<br />

Kühlschrank richtig eingeräumt<br />

wird. Das Buch kann auf der<br />

BfR-Webseite in deutscher und<br />

in englischer Sprache gelesen<br />

werden und ist als Printexemplar<br />

kostenfrei bestellbar:<br />

www.bfr.bund.de/veroeffentlichungen/kinderbuecher/<br />

20 Jahre Rückstandsmonitoring: Seit 2018 unter 1 %<br />

QS: 200.000 Obst-, Gemüse-, Kartoffelproben analysiert – „Ein zentraler Baustein“<br />

Mit der Einführung des „QS-<br />

Rückstandsmonitorings“ im<br />

März 2005 hat das Lebensmittelsicherheitssystem<br />

QS (Bonn)<br />

ein Kontrollsystem etabliert, das<br />

die Sicherheit von Obst, Gemüse<br />

und Kartoffeln entlang der<br />

gesamten Wertschöpfungskette<br />

gewährleistet. Bis heute wurden<br />

mehr als 200.000 Proben analysiert.<br />

Die Überschreitungsquote<br />

des Rückstands-Höchstgehalts<br />

(RHG) liegt laut QS seit 2018<br />

konstant unter 1 %.<br />

Für den Zeitraum vom 1. Oktober<br />

2024 bis 30. September<br />

2025 wurden 15.356 Proben<br />

aus 27 Herkunftsländern<br />

untersucht. In 99,32 % aller<br />

Proben wurden die gesetzlichen<br />

Grenzwerte eingehalten. Die<br />

Überschreitungsquote lag bei<br />

lediglich 0,68 %.<br />

Beispiele im Detail: Es wurden<br />

1334 Apfel-Proben ausgewertet,<br />

davon 1165 aus Deutschland,<br />

und nur zwei überschritten die<br />

RHG. Von 421 untersuchten<br />

Paprika-Proben stammten 110<br />

aus Deutschland, 272 aus den<br />

Niederlanden, 30 aus Belgien<br />

– nur eine Probe überschritt<br />

den RHG. Von 2062 Kartoffel-<br />

Proben stammten 1985 aus<br />

Quelle: QS Qualität<br />

und Sicherheit GmbH<br />

Deutschland, nur drei überschritten<br />

die gesetzlichen RHG.<br />

„Das Rückstandsmonitoring ist<br />

ein zentraler Baustein für die<br />

Lebensmittelsicherheit“, betont<br />

Wilfried Kamphausen, der Bereichsleiter<br />

Obst, Gemüse und<br />

Kartoffeln bei QS.<br />

www.q-s.de<br />

EFSA: Nur bei 0,13 %<br />

Arzneimittelrückstände<br />

Der jährliche Bericht der EU-<br />

Lebensmittelsicherheitsbehörde<br />

EFSA über Rückstände von<br />

Tierarzneimitteln in lebenden<br />

Tieren und tierischen Erzeugnissen<br />

zeigt, dass die amtlichen<br />

Grenzwerte auch 2024 in hohem<br />

Maße eingehalten wurden.<br />

Insgesamt lag der Prozentsatz<br />

der nicht konformen Proben bei<br />

0,13 % (629 von 493.664),<br />

was mit 2023 vergleichbar ist,<br />

als die Nichtkonformität bei<br />

0,11 % lag. Getestet wurden<br />

dabei Erzeugnisse wie Wildund<br />

Zuchtfleisch, Milchprodukte,<br />

Eier oder Honige auf<br />

zugelas sene und verbotene<br />

pharmakologisch wirksame<br />

Stoffe und deren Rückstände<br />

– u.a. auf Hormone (einschließlich<br />

Steroide), Beta-Agonisten<br />

(Muskelberuhigungsmittel),<br />

antibakterielle Mittel, Antiparasitika<br />

und Insektenschutzmittel.<br />

www.efsa.europa.eu<br />

31


aktuelles<br />

2·26<br />

DLG: International<br />

FoodTec Award 2027<br />

Der „International FoodTec<br />

Award“ ist eine führende<br />

Auszeichnung der internationalen<br />

Lebensmitteltechnologie.<br />

Mit diesem Preis würdigen<br />

die DLG und ihre Partner seit<br />

1994 wegweisende Entwicklungen<br />

hinsichtlich Innovation,<br />

Nachhaltigkeit und Effizienz<br />

im Bereich der Lebensmitteltechnologie.<br />

Eine international<br />

besetzte Experten-Jury aus<br />

den Bereichen Forschung und<br />

Lehre sowie Vertretern der Praxis<br />

wählt die fortschrittlichsten<br />

Konzepte aus. Der renommierte<br />

Award wird in dreijährigem Turnus<br />

auf der Anuga FoodTec in<br />

Köln vergeben; die Messe findet<br />

vom 23.-26.02.2027 statt.<br />

Einreichungen bis 4. Mai <strong>2026</strong><br />

Die Bewerbungsfrist für die<br />

Preisverleihung des International<br />

FoodTec Award 2027 hat<br />

bereits begonnen. Zugelassen<br />

sind Innovationen aus den<br />

Bereichen Prozesstechnologie,<br />

Abfüll- und Verpackungstechnik,<br />

Automation, Robotik,<br />

Software, Steuer- und Regeltechnik,<br />

Förder-, Transport- und<br />

Lagereinrichtungen, Logistik,<br />

Intralogistik, Lebensmittelsicherheit,<br />

Analytik und Biotechnologie,<br />

Umwelttechnik, Kälte- und<br />

Klimatechnik, Ingredients,<br />

Packstoffe und Packmittel. Vorschläge<br />

für Innovationen können<br />

noch bis zum 4. Mai <strong>2026</strong><br />

per Mail eingereicht werden an:<br />

IFTA@DLG.org<br />

Nähere Infos und Ausschreibung<br />

unter www.dlg.org<br />

Ja zu Veggie-Burger und Tofu-Wurst<br />

EU-Einigung im Namensstreit für Fleischalternativen<br />

Im langen Streit um Bezeichnungen<br />

von Fleischprodukten<br />

und ihre veganen Alternativen<br />

haben sich Parlament, Rat und<br />

Kommission der EU geeinigt:<br />

Begriffe wie „Veggie-Hühnchen“,<br />

„veganer Speck“ und<br />

„Tofu-Rippchen“ werden verboten<br />

– also Begriffe, die sich<br />

auf Tierarten oder Fleischstücke<br />

beziehen. „Veggie-Burger“, „Veganes<br />

Gy ros“ und „Tofu-Wurst“<br />

dürfen weiter so heißen, weil sie<br />

weder Tier noch Fleischstück<br />

bezeichnen.<br />

Der Kompromiss greift den<br />

ursprünglichen Vorschlag der<br />

EU-Kommission wieder auf, den<br />

das Europaparlament verschärft<br />

hatte. Demnach sollten Begriffe<br />

wie „Steak“, „Schnitzel“,<br />

„Burger“ und „Wurst“ nur noch<br />

für Tierprodukte verwendet<br />

Pestizide und MOSH in Porridge und Kräutern<br />

Das Verbraucherschutzmagazin ÖKOTEST hat<br />

19 Proben Porridge mit Geschmacksnote Beeren<br />

oder Früchte, viele davon mit Bio-Siegel, getestet<br />

und elf von ihnen mit Bestnote bewertet.<br />

In den restlichen Proben stieß das beauftragte<br />

Labor aber teils auf ganze Pestizidcocktails und<br />

wies sowohl Mineralölbestandteile als auch<br />

Schimmelpilzgifte nach. Spitzenreiter war ein<br />

Produkt, das gleich zehn<br />

Pestizide enthielt. In einigen<br />

Porridges war zudem sehr<br />

viel Zucker – bis zu 22 %.<br />

Unter den gefundenen<br />

Pestizidwirkstoffen waren<br />

mehrere, die als „besonders<br />

bedenklich“ eingeordnet wurden: Z.B. die<br />

Fungizide Cyprodinil und Fludioxonil, die in<br />

der EU als endokrine Disruptoren eingestuft<br />

sind und damit potenziell das Hormonsystem<br />

stören können; das Insektizid Acetamiprid, das<br />

laut CLP-Verordnung vermutlich reproduktionstoxisch<br />

ist; der Unkrautvernichter Glyphosat<br />

werden dürfen. Deutschlands<br />

Bundeslandwirtschaftsminister<br />

Alois Rainer (CSU) hatte sich<br />

u.a. wegen hoher Kosten für die<br />

Wirtschaft gegen ein „Veggie-<br />

Burger“-Verbot ausgesprochen.<br />

Das hatten viele Firmen aus<br />

Handel und Lebensmittelindustrie<br />

unterstützt. Der Verband<br />

der Fleischwirtschaft e.V. (VDF)<br />

begrüßt den jetzigen Kompromissvorschlag.<br />

Verbraucherschützer reagierten<br />

ablehnend: Foodwatch-Geschäftsführer<br />

Chris Methmann<br />

nennt den Beschluss einen<br />

„riesengroßen Unsinn“, da er<br />

für mehr Verwirrung sorge. Nun<br />

liegt es am EU-Parlament und<br />

den EU-Staaten, die Einigung<br />

noch zu bestätigen.<br />

www.european-union.europa.eu<br />

LGL: Elf von 18 Test-<br />

Krapfen keimbelastet<br />

Im Februar <strong>2026</strong> hat das Bayerische<br />

Landesamt für Gesundheit<br />

und Lebensmittelsicherheit<br />

(LGL) 18 Krapfen-Proben<br />

bezüglich Keimbelastung untersucht.<br />

Elf wurden aufgrund lebensmittelhygienischer<br />

Gründe<br />

beanstandet. Ein spezielles Augenmerk<br />

der mikrobiologischen<br />

Untersuchungen galt „Krapfen<br />

mit Cremefüllung“. Bei diesen<br />

kann es durch mangelnde<br />

<strong>Hygiene</strong> zu erhöhtem Wachstum<br />

von Erregern kommen, von<br />

denen einige zu Magen-Darm-<br />

Erkrankungen führen können.<br />

Bei neun Proben waren die<br />

Lagerungstemperaturen zu<br />

hoch, was das Wachstum von<br />

Keimen befördern kann. Bei<br />

zwei Proben stellte man erhöhte<br />

Keimzahlen fest. Salmonellen<br />

wurden in keiner Probe nachgewiesen,<br />

auch die Sensorik war<br />

in allen Fällen einwandfrei.<br />

www.lgl.bayern.de<br />

(inklusive dessen Abbauprodukt AMPA), der<br />

möglicherweise krebserregend ist; die Insektizide<br />

Cyhalothrin und Imidacloprid (bereits seit<br />

2020 in der EU verboten), die als bienentoxisch<br />

gelten. Nachgewiesen wurden auch Rückstände<br />

von gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen<br />

(MOSH/MOSH-Analoga) sowie vorwiegend von<br />

Fusarienpilzen gebildete T-2- und HT-2-Toxine.<br />

Überdies nahm ÖKO-TEST<br />

23 Mischungen aus getrockneten<br />

Kräutern und anderen<br />

Gewürzen mit der Bezeichnung<br />

„Kräuter der Provence“<br />

unter die Lupe, darunter<br />

neun Bio-Produkte.<br />

Sieben Produkte fielen durch, nur fünf erhielten<br />

grünes Licht. Man kritisierte v.a. Mineralöl- und<br />

Pestizidrückstände; in allen Produkten wurden<br />

Verunreinigungen mit gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen<br />

(MOSH) nachgewiesen.<br />

www.oekotest.de<br />

32 www.hygiene-report-magazin.de


april<br />

hygienic design<br />

Robuste Antriebslösungen für die Lebensmittelindustrie<br />

Groschopp: AC- und Servomotoren hygienisch designt mit Sila-Coat oder in Edelstahl<br />

Ob Hochdruckreinigung,<br />

aggressive Reinigungsmittel<br />

oder Korrosionsbeständigkeit:<br />

Maschinen in der Lebensmittelindustrie<br />

müssen hohe Anforderungen<br />

an <strong>Hygiene</strong>, Reinigbarkeit<br />

und Lebensmittelsicherheit<br />

erfüllen. Um den branchenspezifischen<br />

Standards gerecht<br />

zu werden, bietet Antriebsspezialist<br />

Groschopp AG Drives &<br />

More (Viersen) seine AC- und<br />

Servomotoren sowie Schneckengetriebe<br />

wahlweise mit der<br />

innovativen Sila-Coat-Beschichtung<br />

oder in robuster Edelstahlausführung<br />

an. Auch flexible<br />

Kombinationen sind möglich.<br />

Die Beschichtung von Antriebskomponenten<br />

mit Sila-Coat<br />

erfordert laut Groschopp umfassendes<br />

konstruktives Know-how,<br />

bietet aber eine wirtschaftliche<br />

Alternative zu Edelstahl und<br />

erhöht im Vergleich zum Hartcoatieren<br />

die Korrosions- und<br />

Alkalibeständigkeit signifikant<br />

– durch eine spezielle Versiegelung<br />

der Oberfläche mit einem<br />

Elektrophorese-Tauchlack. Dank<br />

der glatten, haftabweisenden<br />

Struktur bleiben selbst klebrige<br />

Rückstände wie Teig kaum<br />

haften – ein echter Vorteil für<br />

maximale Effizienz in Bäckereianlagen.<br />

Der Reinigungsaufwand<br />

und der Einsatz von<br />

Induktions- und Servomotoren sowie Schneckengetriebe<br />

gibt es in Edelstahlausführung, mit Sila-Coat<br />

oder einer Kombination beider. Foto: Groschopp<br />

Reinigungsmitteln lassen sich<br />

so in der Anwendung senken.<br />

Wenn höchste mechanische<br />

Robustheit gefragt ist – etwa<br />

in Fleischverarbeitungsbetrieben<br />

– empfiehlt der Hersteller<br />

Antriebslösungen im Edelstahlgehäuse.<br />

Diese halten intensiver<br />

Reinigung stand und sind<br />

resistent gegen Risse, Abplatzungen<br />

sowie Korrosion. Groschopp<br />

bietet leistungsstarke<br />

Motoren in jedem Funktionsprinzip<br />

in Edelstahlausführung<br />

an. Ein am Netz betriebener<br />

konvektionsgekühlter Induktionsmotor<br />

in der<br />

Baugröße ISK80-<br />

60 erreicht z.B.<br />

eine Abgabeleistung<br />

von 120 W.<br />

Mit Luftkühlung<br />

sind 400 W und in<br />

wassergekühlter<br />

Ausführung sogar<br />

470 Watt möglich.<br />

Der konvektionsgekühlte<br />

Servomotor<br />

ESK80-80 erreicht<br />

470 W, luft- oder<br />

wassergekühlt sind bis zu 2600<br />

W bei 6000 1/min möglich. Die<br />

Edelstahlmotoren lassen sich<br />

problemlos in bestehende<br />

Konstruktionen integrieren.<br />

Groschopp AG Drives & More<br />

Greefsallee 49<br />

D-41747 Viersen<br />

www.groschopp.de<br />

IP66: FDA-konforme<br />

Kabeleinführungen<br />

Verbindungstechnik-Spezialist<br />

Conta-Clip (Hövelhof) erweitert<br />

kontinuierlich sein Kabeldurchführungsprogramm<br />

KES mit aus<br />

zertifiziertem, hygienischem Material<br />

gefertigten Ausführungen<br />

für die Lebensmittelindustrie.<br />

Wie alle KES-Lösungen ermöglichen<br />

auch die in charakteristischem<br />

Blau gehaltenen<br />

runden FDA-Varianten von<br />

KES-R-FDA M eine schnelle<br />

und platzsparende Einführung<br />

von bis zu 68 Leitungen in<br />

Schaltschränke oder Maschinengehäuse.<br />

Man bietet sie<br />

aktuell in 15 runden Varianten<br />

für unterschiedliche Leitungsanzahlen<br />

und -durchmesser an.<br />

Die Einführungen aus robusten,<br />

mit Elasto mer ausgespritzten<br />

Polyamidrahmen verfügen<br />

über integrierte Rasthaken zur<br />

EHEDG: Thermoformmaschinen hygienisch gestalten<br />

Die European Hygienic Engineering & Design<br />

Group (EHEDG) hat ihre Leitlinie 29 – Teil 2,<br />

„Hygienische Gestaltung von Verpackungssystemen<br />

für feste Lebensmittel – Thermoformmaschinen“<br />

veröffentlicht. Aufbauend auf dem<br />

allgemeinen Rahmen von Teil 1 bietet diese<br />

Ausgabe spezifische Hinweise zu Thermoformmaschinen,<br />

die in der<br />

Lebensmittelverarbeitung<br />

weit verbreitet sind. Der<br />

Fokus liegt dabei auf<br />

offenen Bereichen, Kontaminationsrisiken und<br />

der praktischen Zusammenarbeit zwischen Maschinenbauern<br />

und Lebensmittelproduzenten.<br />

Teil 1 der Leitlinie 29 führte einen umfassenden<br />

Rahmen für die Anwendung von Prinzipien der<br />

hygienischen Gestaltung und Risikobewertung<br />

auf Verpackungsmaschinen ein. Die spezifischen<br />

Anforderungen einzelner Technologien<br />

erläutert Teil 2. „Er erweitert die Grundlagen auf<br />

Tiefziehverpackungsmaschinen“, erklären Peter<br />

Golz, Vorsitzender der EHEDG-Arbeitsgruppe<br />

„Verpackungsmaschinen“, und Co-Vorsitzender<br />

Tobias Braunegger, Hygienic-Design-Spezialist<br />

bei Multivac.<br />

Ein Schwerpunkt der Leitlinie<br />

liegt auf der offenen Produktladezone<br />

– einem kritischen Kontrollpunkt, an<br />

dem Kontaminationen im Verpackungsprozess<br />

bestehen bleiben können. Ein weiterer Punkt:<br />

die Erleichterung der Kommunikation zwischen<br />

Lebensmittelherstellern und Anlagenlieferanten.<br />

www.ehedg.org<br />

Hygienisch, blau und FDA-konform:<br />

die runden Kabeleinführungen KES-<br />

R-FDA M. Foto: Conta-Clip<br />

vereinfachten Montage. Konisch<br />

geformte Einführungstüllen aus<br />

TPE gewährleisten die Abdichtung<br />

der Leitungen mit IP66.<br />

Das FDA-konforme Elastomer<br />

entspricht den hygienischen<br />

Anforderungen gemäß Lebensmittelzulassung<br />

1935/2004/EG<br />

und (EU) 10/2011. Zudem erfüllen<br />

die Produkte durch glatte<br />

Oberflächen und abgerundete<br />

Ecken die für den Einsatz in der<br />

Lebensmittelindustrie geforderten<br />

<strong>Hygiene</strong>eigenschaften.<br />

www.conta-clip.com<br />

33


lufthygiene<br />

2·26<br />

Mehr Präzision in Raumlufttechnischen Anlagen<br />

JUMO-Applikation für Kontrolle von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Kohlenstoffdioxid<br />

Die Applikation „Raumlufttechnische<br />

Anlage“ von Sensor- und<br />

Automatisierungsspezialist<br />

JUMO (Fulda) fokussiert die<br />

präzise Steuerung und Überwachung<br />

industrieller Klimaanlagen.<br />

Hochentwickelte Sensoren<br />

und automatisierte Systeme<br />

sorgen für eine genaue Kontrolle<br />

von Temperatur, Luftfeuchtigkeit<br />

und Kohlenstoffdioxid.<br />

Luft und Energie<br />

„Die unterschiedlichen<br />

JUMO-Technologien<br />

ermöglichen,<br />

die Luftqualität<br />

zu maximieren und<br />

gleichzeitig den<br />

Energieverbrauch zu<br />

optimieren“, unterstreicht<br />

Daniel Bott,<br />

Branchenmanager<br />

Metering bei JUMO. Die Applikation<br />

integriert fortschrittliche<br />

Automatisierungstechniken,<br />

die den gesamten Prozess der<br />

Luftqualität effizienter gestaltet.<br />

Durch die Automatisierung der<br />

Prozessschritte wie Ventilation,<br />

Heizen, Kühlen und Befeuchten<br />

wird laut Hersteller nicht nur die<br />

Luftqualität verbessert, sondern<br />

auch die Betriebseffizienz<br />

gesteigert. Dies führt zu einer<br />

Reduzierung der Betriebskosten<br />

und steigert das Wohlbefinden<br />

der Anwesenden im Gebäude.<br />

Die Applikation „RLT-Anlage“: Sensoren und automatisierte<br />

Systeme sorgen für genaue Kontrolle von Temperatur, Luftfeuchtigkeit<br />

und Kohlenstoffdioxid.<br />

Foto: JUMO<br />

Die Entwickler betrachten die<br />

Applikation „Raumlufttechnische<br />

Anlage“ als zukunftsweisende<br />

Lösung für die Gebäudeautomation.<br />

Sie sei „integraler<br />

Bestandteil für das moderne<br />

Leben und Arbeiten in Gebäuden“<br />

und biete Lösungen für<br />

Herausforderungen wie die<br />

Einhaltung von Vorschriften<br />

und die Bewältigung sich stets<br />

ändernder Ausgangsbedingungen.<br />

Durch Kombination<br />

von Präzision, Automatisierung<br />

und Energieeffizienz will man<br />

neue Standards in der Regelung<br />

und Steuerung von RLT-Anlagen<br />

setzen.<br />

Bedarf an RLT wächst<br />

„Diese Applikation ist ein Muss<br />

für alle, die in der Raumlufttechnik<br />

tätig sind und<br />

deren Prozesse ständig<br />

optimiert werden<br />

müssen“, betont Bott.<br />

Sie biete nicht nur<br />

verbesserte Luftqualität,<br />

sondern auch<br />

eine nachhaltige und<br />

effiziente Lösung für<br />

die Herausforderungen<br />

moderner Gebäude.<br />

Laut Bott dürfte der<br />

weltweite Bedarf an gezielter<br />

Raumluftversorgung in den<br />

nächsten Jahren weiter steigen.<br />

JUMO GmbH & Co. KG<br />

Moritz-Juchheim-Straße 1<br />

D-36039 Fulda<br />

www.jumo.de<br />

Taupunktsensor sichert<br />

Luftfeuchtigkeit/-qualität<br />

Software- und Technologie-<br />

Spe zialist Emerson (Saint<br />

Louis /USA) hat seinen neuen<br />

Taupunktsensor AVENTICS<br />

DS1 vorgestellt – laut Hersteller<br />

der einzige Industriesensor,<br />

der Taupunkt,<br />

Temperatur,<br />

Luftfeuchtigkeit<br />

und die<br />

Qualität von<br />

Druckluft und<br />

anderen nicht<br />

korrosiven Gasen<br />

in Echtzeit<br />

in einem Gerät<br />

überwacht.<br />

Kondensat in der Druckluft<br />

kann Verfärbungen, Veränderungen<br />

der Textur und Bakterienwachstum<br />

verursachen. Die<br />

ideale Luftqualität ist z.B. dann<br />

von entscheidender Bedeutung,<br />

wenn Druckluft mit Produkten<br />

wie Lebensmitteln in Kontakt<br />

kommen kann. Der DS1 stellt<br />

die wichtigen Daten zur Verfügung,<br />

die Anlagen benötigen,<br />

um einen stabilen Taupunkt zu<br />

halten und die Produktqualität<br />

zu schützen.<br />

www.emerson.com<br />

DGWZ: Kurs zur <strong>Hygiene</strong><br />

von RLT nach VDI 6022<br />

Die Deutsche Gesellschaft für<br />

wirtschaftliche Zusammenarbeit<br />

(Bad Homburg) bietet<br />

am 28./29. April im Abacus<br />

Tierpark Hotel Berlin und am<br />

18./19. Juni online ein Seminar<br />

„Raumlufttechnische Anlagen<br />

– <strong>Hygiene</strong> nach VDI 6022 Kategorie<br />

A und B“ an. Teilnehmer<br />

lernen dabei u.a., anspruchsvolle<br />

Tätigkeiten an RLT-Anlagen<br />

auszuführen – z.B. die Planung,<br />

Errichtung, Wartung, Überwachung<br />

und <strong>Hygiene</strong>inspektion<br />

sowie die Herstellung von<br />

Komponenten.<br />

www.dgwz.de/seminare<br />

Airow3: Luftreinigung über Klima-Splitanlagen<br />

Arrow Smart Technologies (Berlin) hat den<br />

„Airow3“ zur Luftreinigung für geschlossene<br />

Räume vorgestellt. Das TÜV-zertifizierte Modul<br />

integriert sich direkt in Split-Klimaanlagen und<br />

ermöglicht laut Hersteller<br />

eine wartungsfreie, energieeffiziente<br />

und klinisch validierte<br />

mikrobielle Reduktion.<br />

Der Airow3 wird als Plug-&-<br />

Play-Lösung ganz ohne Umbauten<br />

oder zusätzliche Geräte installiert und<br />

ist auch als Komplettsystem mit neuer Klima-<br />

Splitanlage erhältlich, gedacht für Räume ohne<br />

vorhandene Klimaanlage. Airow 1 und der neue<br />

Airow 3 nutzen eine H 2<br />

O 2<br />

-basierte Technologie.<br />

Mit einem einfachen, aber effektiven Prozess<br />

konvertieren die Luftfiltersysteme O 2<br />

-Moleküle<br />

in Wasserstoffperoxid (H 2<br />

O 2<br />

), ein natürliches<br />

Desinfektionsmittel, das Pathogene eliminiert<br />

und gleichzeitig eine niedrige Energiebilanz und<br />

keinerlei Wartungsaufwand aufweist.<br />

Als „Schutzschild gegen<br />

Viren, Bakterien und Schimmelsporen“<br />

reduziert Airow3<br />

99,93 % SARS-CoV-2-Viren<br />

und 100 % Bakterien inklusive<br />

MRSA, um Mitarbeiter<br />

und Kunden vor luftgetragenen Pathogenen zu<br />

schützen. Das Gerät hat eine Leistungsaufnahme<br />

von nur 1 W, sorgt für einen Luftstrom von<br />

2720 m 3 /h, ist geräuschfrei und lässt sich per<br />

LED-Anzeige unkompliziert überwachen.<br />

www.airowluftreiniger.de<br />

34 www.hygiene-report-magazin.de


april<br />

lufthygiene<br />

Luftreiniger wirkungsvoll gegen Backstäube<br />

BGN: Gute Ergänzung zu Absaug- und Lüftungsanlagen – Praxistest bei Hiestand GmbH<br />

In den vergangenen 30 Jahren wurden in der Backbranche große Erfolge beim Zurückdrängen der typischen Bäckerkrankheit<br />

„Mehlstauballergie“ erzielt. Doch vollständig verschwunden ist sie nicht. Zudem gelangen neben Getreidemehl auch<br />

andere pulverförmige Rohstoffe – etwa Backmittel – während der Produktion in die Atemluft und gefährden die Beschäftigten.<br />

Während gröbere Staubbestandteile aufgrund ihres höheren Gewichts relativ schnell absinken, bilden feine Stäube<br />

mit der Luft ein schwer zu trennendes Gemisch und können stundenlang in der Luft verbleiben. Was hilft dagegen? Laut<br />

Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) haben immer Basismaßnahmen und lokale Absaugungen<br />

Vorrang. Gegen verbleibende Feinstäube helfen nur technische Maßnahmen – ein ausreichender Luftaustausch über eine<br />

Lüftungsanlage oder die lokale Trennung von Feinstaub und Luft durch einen Luftreiniger. Die BGN machte den Praxistest.<br />

Eine Lüftungsanlage kann<br />

vieles: die Luft nach Bedarf<br />

heizen oder kühlen, be- und<br />

entfeuchten, entstauben oder<br />

den Luftstrom im Raum gezielt<br />

von „sauber“ nach „schmutzig“<br />

leiten. Zudem lässt sich beim<br />

Luftaustausch Wärme zurückgewinnen<br />

oder gefilterte Luft<br />

in den Raum zurückführen.<br />

All das macht Lüftungsanlagen<br />

zu einer sehr wirksamen, aber<br />

auch kostspieligen Lösung.<br />

Mit Filter und Gebläse<br />

Alternativ oder auch ergänzend<br />

können Luftreiniger eingesetzt<br />

werden. Die in Backbetrieben<br />

gängigen pulverförmigen Rohstoffe<br />

lassen sich mit gängigen<br />

Luftfiltern, meist Faserfiltern,<br />

sehr gut abscheiden. Ein Luftreiniger<br />

ist schnell erklärt: Ein<br />

Filter und ein Gebläse werden in<br />

ein Gehäuse eingebaut und z.B.<br />

an der Decke montiert – und<br />

eine große Luftmenge von Staub<br />

befreit. Vorteil: Mit vergleichsweise<br />

geringem Aufwand und<br />

geringen Kosten lässt sich viel<br />

erreichen. Gezielte Absaugung<br />

ist zwar nicht vorgesehen, dafür<br />

entfällt die aufwendige Integration<br />

in andere Maschinen, und<br />

Staubablagerungen in Rohren<br />

treten ebenfalls nicht auf.<br />

Wie wirksam Lüftungsanlagen<br />

oder Luftreiniger sind, zeigt die<br />

sogenannte Luftwechselzahl.<br />

Sie berechnet sich aus dem gereinigten<br />

oder ausgetauschten<br />

Luftvolumenstrom in m³/h geteilt<br />

durch das Raumvolumen in m³.<br />

Ein moderner dichter Raum<br />

ohne Lüftung kommt auf einen<br />

Luftwechsel von 0,2 Raumluftwechsel<br />

pro Stunde, ein zugiger<br />

Raum auf etwa 1 Raumluftwechsel<br />

pro Stunde, typische<br />

Lüftungsanlagen je nach Anforderung<br />

auf 1-5 Luftwechsel.<br />

Diese Tabelle gibt einen Eindruck davon, mit welcher Wirksamkeit Lüftungsanlagen<br />

oder Luftreiniger freigesetztem Staub begegnen können. Grafik: BGN<br />

Die Tabelle oben zeigt, wie hoch<br />

die verbleibende Staubkonzentration<br />

nach einer Stunde noch<br />

ist – ohne Berücksichtigung von<br />

Sedimentation, also allein durch<br />

den Luftwechsel.<br />

Schutz für Produkt und Personal: Luftreiniger an<br />

der Decke einer Produktionshalle. Foto: BGN<br />

Luftreiniger werden hierzulande<br />

in Backbetrieben bislang<br />

selten eingesetzt. Bei der Firma<br />

Hiestand Deutschland GmbH<br />

(Gerolzhofen), einem großen<br />

Betrieb, konnte die BGN ihre<br />

Wirkung messtechnisch untersuchen.<br />

An zwei Tagen wurden<br />

Staubkonzentrationen mehrere<br />

Stunden lang personen- und<br />

ortsbezogen bestimmt, mal mit,<br />

mal ohne Luftreinigerbetrieb.<br />

Testfläche Teigmacherei<br />

In der Teigmacherei war bereits<br />

eine Lüftungsanlage installiert,<br />

die die Raumluft dreimal pro<br />

Stunde umwälzte, teilweise<br />

gegen Außenluft austauschte<br />

und den Umluftanteil mit einem<br />

Filter der Klasse F9 reinigte. Seit<br />

Kurzem wird sie durch einen<br />

Luftreiniger ergänzt, der weitere<br />

2,5 Luftwechsel pro Stunde<br />

erzielt und die Raumluft über<br />

einen HEPA-Filter H14 von<br />

Staub befreit. Die<br />

Messungen zeigten<br />

starke Effekte: Die<br />

personenbezogen<br />

gemessene Staubexposition<br />

sank<br />

um 50 bis 80 %.<br />

Weitere ortsfest im<br />

Raum aufgestellte<br />

Staubmessgeräte<br />

verzeichneten Reduktionen<br />

zwischen<br />

30 und 75 %.<br />

In einem anderen Arbeitsbereich,<br />

in dem pulverförmige<br />

Backzutaten abgewogen und für<br />

die Teigmacherei bereitgestellt<br />

werden, erreichte der Luftreiniger<br />

mit zusätzlichen sechs Luftumwälzungen<br />

pro Stunde eine<br />

Verringerung der Staubkonzentration<br />

um 60 %. Zuvor hatte<br />

eine Lüftungsanlage die Luft<br />

nur zweimal stündlich gereinigt.<br />

Die BGN-Messungen zeigen:<br />

Luftreiniger können eine wirksame<br />

Ergänzung des bisherigen<br />

Maßnahmenkatalogs zur Staubminderung<br />

sein. Wichtig ist u.a.,<br />

dass Reinluftströme möglichst<br />

gezielt in den zu schützenden<br />

Arbeitsbereich geleitet werden.<br />

Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel<br />

und Gastgewerbe<br />

Dynamostraße 7-11<br />

D-68165 Mannheim<br />

www.bgn.de<br />

35


praxis<br />

2·26<br />

<strong>Hygiene</strong>-Robos in der Backstube<br />

Vier Yaskawa Motoman GP180 FGG helfen Görtz<br />

Im KHS-Kompaktwärmer Innopas WICG werden die kaltgefüllten Bierdosen<br />

mit warmem Wasser berieselt, um sie auf 20 bis 28 Grad Celsius zu<br />

erwärmen, was unhygienische Schimmelbildung verhindert. Foto: KHS<br />

Kurzzeiterhitzen statt Pasteurisieren<br />

KHS installierte Abfüll-Linie für Bierdosen in Bulgarien<br />

Hier hat Bierbrauen Tradition:<br />

1882 eröffnet, 1944 verstaatlicht,<br />

1999 reprivatisiert, ist<br />

„Shumensko Pivo“ seit 2002<br />

Teil der Carlsberg Gruppe<br />

und seit 2004 zu Carlsberg<br />

Bulgarien fusioniert. Heute<br />

werden in zwei Betrieben weit<br />

über 2 Mio. Hektoliter abgefüllt,<br />

über die Hälfte in PET-,<br />

ca. ein Viertel in Mehrweg-<br />

Glasflaschen. Stark zugelegt<br />

hat in den letzten Jahren die<br />

Getränkedose, die seit 2023<br />

in Blagoewgrad über eine von<br />

KHS (Dortmund) gelieferte<br />

und hygienisch vorteilhafte<br />

Anlage befüllt werden.<br />

60.000 Dosen pro Stunde<br />

Sie hat eine Leistung von bis<br />

zu 40.000 (500 und 550 ml)<br />

bzw. 60.000 (330 ml) Dosen<br />

pro Stunde. Anders als die<br />

meisten Dosenlinien, die für<br />

mikrobiologische Sicherheit<br />

auf Tunnelpasteure setzen,<br />

entschied man sich bewusst<br />

für den KHS-Kurzzeiterhitzer<br />

Innopro KZE. „Wir füllen keine<br />

sensitiven Getränke ab, für<br />

die wir einen Pasteur brauchen<br />

würden“, erklärt Metodi<br />

Stoyanov, vor Ort Integrated<br />

Supply Chain Director für<br />

Lieferkettenmanagement<br />

und Produktionsoptimierung.<br />

„Dank unserer hohen <strong>Hygiene</strong>standards<br />

bei der Abfüllung<br />

können wir auf allen unseren<br />

Anlagen stattdessen Kurzzeiterhitzer<br />

nutzen. Das sorgt für<br />

einen besseren Geschmack<br />

unserer Produkte. Der Platzbedarf<br />

ist deutlich geringer.<br />

Und dank des schnelleren<br />

Wärmeüber gangs verbrauchen<br />

wir weniger Energie.“<br />

Plus an <strong>Hygiene</strong>qualität<br />

Nach dem Füllprozess laufen<br />

die Dosen durch den KHS-<br />

Kompaktwärmer Innopas<br />

WICG. Frank Schneidermann,<br />

Global Key Account Manager<br />

bei KHS: „Mit unserem<br />

Kompaktwärmer werden die<br />

mit 8 bis 10 °C kaltem Bier<br />

gefüllten Behälter auf 20 bis<br />

28 °C erwärmt. Das verhindert<br />

die Bildung von Kondenswasser,<br />

das die Pappe von Trays<br />

und Zwischenlagen auf der<br />

Palette durchfeuchten und<br />

zu unhygienischer Schimmelbildung<br />

führen kann.“<br />

Nass gewordene Kartonagen<br />

könnten auch die Stabilität<br />

der Paletten beeinträchtigen<br />

und deren gute Lagerung und<br />

sicheren Transport gefährden.<br />

www.khs.com<br />

https://carlsbergbulgaria.bg/<br />

Mit intelligenten Automatisierungslösungen<br />

für Großbäckereien<br />

hat sich Maschinen- und<br />

Systembauer ADM (Warburg)<br />

einen Namen gemacht. Wie in<br />

der Bäckerei Görtz (Ludwigshafen),<br />

wo vier Roboter auf sehr<br />

begrenzter Fläche gefrorene<br />

Teiglinge handhaben, setzt man<br />

dabei auf hygieneoptimierte<br />

Motoman-Roboter von Technologielieferant<br />

Yaskawa (Japan).<br />

In der Anlage kommen vier Industrieroboter<br />

Motoman GP180<br />

FGG mit einer Tragkraft von je<br />

180 kg und großer Reichweite<br />

zum Einsatz.<br />

„GP“ steht<br />

für „General<br />

Purpose“ und<br />

damit für vielfältige<br />

Einsatzmöglichkeiten<br />

der 6-Achser.<br />

Speziell für<br />

die Lebensmittelindustrie<br />

wurden die<br />

Motoman<br />

GP FGG<br />

entwickelt.<br />

FGG steht für<br />

„Food Grade<br />

Grease“ und damit für den<br />

ausschließlichen Einsatz von<br />

Schmierstoffen, die für die Nahrungsmittelproduktion<br />

zugelassen<br />

sind. „Dies war für uns ein<br />

entscheidendes Kriterium, da<br />

wir höchste hygienische Standards<br />

gewährleisten mussten“,<br />

so Peter Dunschen von ADM.<br />

Bis zu sechs Dielen zugleich<br />

Die Entnahme der Dielen aus<br />

den beiden parallelen Frostern<br />

übernimmt jeweils ein Roboter<br />

am Ende jeder Linie. Durch<br />

einen von ADM entwickelten<br />

Lagengreifer ist jeder der beiden<br />

Roboter in der Lage, gleichzeitig<br />

bis zu sechs Dielen aufzunehmen<br />

und diese auf ein Förderband<br />

abzulegen. Die Roboter<br />

arbeiten mit fein abgestimmten<br />

Geschwindigkeiten, um sicherzustellen,<br />

dass sich die Teiglinge<br />

auf den Dielen während des<br />

Handlings nicht verschieben.<br />

Das Förderband transportiert<br />

die Dielen zur nächsten Station:<br />

dem Transportwagen-Belader.<br />

Lagengreifer richtet aus<br />

Das präzise Stapeln der Dielen<br />

auf den Roll-Transportwagen<br />

übernehmen zwei weitere<br />

GP180-Roboter. Ein spezieller<br />

Lagengreifer nimmt die Dielenstapel<br />

auf<br />

und richtet<br />

sie aus, um<br />

eine möglichst<br />

platzsparende<br />

und stabile<br />

Beladung der<br />

Wagen zu gewährleisten.<br />

Ein besonders<br />

anspruchsvolles<br />

Feature<br />

ermöglicht<br />

es, den Beladevorgang<br />

der Transportwagen<br />

ohne Unterbrechung fortzusetzen:<br />

Sobald ein Wagen voll ist,<br />

wird der Roboter automatisch<br />

auf eine zweite Zelle umgeschaltet,<br />

sodass der Beladevorgang<br />

nahtlos weiterläuft. Dies<br />

sorgt für einen kontinuierlichen<br />

Produktionsfluss und verhindert<br />

Stillstandzeiten. Währenddessen<br />

hat der Bediener genügend<br />

Zeit, den voll beladenen Wagen<br />

zu entfernen und einen leeren<br />

in die Anlage einzufahren.<br />

Zwei der vier Roboter entnehmen die<br />

Dielen am Frosterauslauf und setzen<br />

sie aufs Förderband um. Foto: Yaskawa<br />

Yaskawa Europe GmbH<br />

Philipp-Reis-Straße 6<br />

D-65795 Hattersheim am Main<br />

www.yaskawa.de<br />

36 www.hygiene-report-magazin.de


april<br />

waschraumhygiene<br />

Seife manuell oder „touchless“<br />

Neue Ophardt-Spender KX Refill mit 950 ml Volumen<br />

Die Ophardt <strong>Hygiene</strong>technik<br />

GmbH (Issum) hat ihre Marke<br />

KX Refill um einen neuen<br />

und wirtschaftlich attraktiven<br />

nachfüllbaren<br />

Seifenspender mit<br />

950 ml Füllvolumen<br />

erweitert. Der<br />

kompakte Nachfüllbehälter<br />

ist mit<br />

einer nachhaltigen<br />

Dosierpumpe aus<br />

PCR-Kunststoff ausgestattet<br />

und dosiert<br />

zuverlässig Flüssigseifen,<br />

Alcogel oder<br />

Lotionen. Der neue<br />

Spender ist in einer<br />

manuellen und<br />

berührungslosen<br />

Version erhältlich.<br />

Der „KX Refill 950<br />

Manual“ ist der manuell zu<br />

bedienende Spender zur<br />

Dosierung von viskosen<br />

Füllgütern wie Seifen und<br />

fließfähigen Lotionen. Er hat<br />

einen nachfüllbaren,<br />

950 ml großen Behälter aus<br />

Polypropylen, ein weißes<br />

Kunststoffgehäuse mit weißem<br />

Der KX Refill 950<br />

mit manueller Bedienung.<br />

Foto: Ophardt<br />

Rahmen und einen grauen<br />

Kunststoff-Bedienhebel. Die<br />

teilpermanente Dosierpumpe<br />

besteht aus PCR-Kunststoff,<br />

belüftet und mit<br />

„CleanTip“-Technologie<br />

ausgestattet,<br />

die ein Nachtropfen<br />

verhindert.<br />

Die Dosiermenge<br />

beträgt 2,0 ml pro<br />

Hub.<br />

Der „KX Refill 950<br />

Touchless“ als<br />

ebenfalls nachfüllbarer,<br />

aber<br />

berührungslos<br />

zu bedienender<br />

<strong>Hygiene</strong>spender,<br />

verfügt über die<br />

gleichen Spezifikationen<br />

wie die manuelle<br />

Version – zum Betrieb<br />

sind allerdings vier Alkaline D<br />

Batterien mit 1.5 V notwendig.<br />

Bei beiden Modellen sind<br />

Nachfüllbehälter sowie ein<br />

Befestigungssatz zur Wandmontage<br />

inklusive.<br />

www.ophardt.com<br />

„CWS PureLine EcoBlack“ öffnet<br />

Zukunftsweg zirkulärer <strong>Hygiene</strong><br />

CWS <strong>Hygiene</strong> (Dreieich) hat mit<br />

„CWS PureLine EcoBlack“ eine<br />

neue Spenderlinie vorgestellt,<br />

die mit elf Spender-Typen – von<br />

Seifen- und Desinfektionsspendern<br />

über Papier- und<br />

Baumwollhandtuchlösungen<br />

bis hin zu<br />

Duftspendern – ein<br />

vollständiges Portfolio<br />

für zukunftsfähige,<br />

nachhaltige<br />

Waschräume bietet.<br />

Mit ihrem eleganten,<br />

matt-schwarzen<br />

Design und einem<br />

Gehäuse aus bis<br />

zu 98 % Post-Consumer-Recyclingkunststoffen<br />

soll die<br />

Produktlinie einen<br />

Meilenstein in der Verbindung<br />

von <strong>Hygiene</strong>, Nachhaltigkeit<br />

und modernem Design setzen.<br />

Sind bis zu 98 % aus<br />

PCR: die EcoBlack-<br />

Spender. Foto: CWS<br />

Jeder Spender wird aus recycelten<br />

Kunststoffen (u.a. aus<br />

alten Elektrogeräten) gefertigt<br />

und mit umweltfreundlichen<br />

Verbrauchsmaterialien kombiniert.<br />

Dazu gehören eine<br />

Cradle to Cradle-zertifizierte<br />

Schaumseife, eine upgecycelte<br />

Orangenschalen-Creme-Seife,<br />

wiederverwendbare<br />

Baumwollhandtuchrollen<br />

sowie Papier<br />

aus alten Kartonagen.<br />

Zur Farbe lautet die<br />

Philosophie des Herstellers:<br />

„Schwarz ist<br />

zeitlos, elegant und<br />

beständig. Es ist die<br />

Farbe von Solarpanels,<br />

Carbonfasern<br />

und recycelten<br />

High-Performance-<br />

Materialien, ein Symbol<br />

für Innovation,<br />

Widerstandsfähigkeit<br />

und Kreislaufwirtschaft.“ Man<br />

habe CWS PureLine EcoBlack<br />

für Unternehmen entwickelt, die<br />

von Materialien, Herstellern und<br />

Nachhaltigkeit mehr erwarten<br />

und zugleich auf Premium-<br />

Design und Qualität setzen.<br />

www.cws.com<br />

Satino HYGINITY: „Red Dot Award“ für hervorragendes Produktdesign<br />

Die HYGINITY Spenderserie von<br />

Satino (eine Marke der WEPA<br />

Professional GmbH, Arnsberg)<br />

wurde mit dem „Red Dot<br />

Award: Product Design 2025“<br />

in der Kategorie Bathroom and<br />

Sanitary Equipment, Unterkategorie<br />

Bathroom Accessories,<br />

ausgezeichnet. Die Jury des<br />

Red Dot Design Awards hob in<br />

ihrer Bewertung v.a. die klare<br />

Formsprache und die durchdachten<br />

Details der <strong>Hygiene</strong>spender<br />

für den professionellen<br />

Einsatz als stilvolle und funktionale<br />

Ergänzung moderner<br />

Waschräume hervor.<br />

Ein Papierspender aus der prämierten<br />

Serie HYGINITY, befüllt mit<br />

nachhaltigem <strong>Hygiene</strong>papier Satino<br />

PureSoft. Foto: WEPA Professional<br />

Die HYGINITY Serie bietet eine<br />

umfassende Lösung für <strong>Hygiene</strong>papier,<br />

Seifen und Desinfektionsmittel<br />

– unter Berücksichtigung<br />

höchster hygienischer<br />

Anforderungen. Laut Hersteller<br />

vereint das minimalistische Design<br />

Ästhetik und Funktionalität<br />

und sorgt für einfache, intuitive<br />

Handhabung. In Kombination<br />

mit dem nachhaltigen <strong>Hygiene</strong>papier<br />

„Satino PureSoft“ diene<br />

die HYGINITY Serie so als „hygienische<br />

und ästhetische Komplettlösung“<br />

für Waschräume in<br />

öffentlichen und gewerblichen<br />

Bereichen.<br />

Die robusten Spender sind auf<br />

Langlebigkeit ausgelegt und<br />

erlauben durch modulare Bauweise<br />

eine einfache Anpassung<br />

an verschiedene Verbrauchsmaterialien<br />

und Anforderungen.<br />

Im Sinne der WEPA-Nachhaltigkeitsstrategie<br />

steht sie auch<br />

für verantwortungsbewussten<br />

Ressourceneinsatz. Alle Modelle<br />

werden aus langlebigen, recyclingfähigen<br />

Materialien gefertigt<br />

und unterstützen so eine umweltfreundliche<br />

Nutzung über<br />

den gesamten Lebenszyklus.<br />

www.satino-by-wepa.eu<br />

37


fachforen / Messen<br />

2·26<br />

QS: Rückstände und<br />

PFAS im Laborfokus<br />

Mehr als 100 Teilnehmer aus<br />

13 Ländern zählte zu Jahresbeginn<br />

das Laborleitertreffen des<br />

Qualitätssicherungsprogramms<br />

QS (Bonn) zum Thema „Rückstandsmonitoring“<br />

in Berlin.<br />

Claudia Rot ters Überblick zu<br />

QS-Laborkompetenztests 2025<br />

ergänzte Dr. Gün ther Kempe,<br />

Berater für Rückstandsanalytik<br />

von Pes tiziden und Tierarzneimitteln,<br />

um analytische Besonderheiten<br />

der abgeprüften<br />

Wirkstoffe. Dr. Florian Hägele<br />

(CVUA Stuttgart) informierte<br />

praxisnah über Hydrolyse von<br />

Pestiziden im Routinelabor.<br />

Erfahrungen aus zwei Jahren<br />

QS-Audits vermittelte Dr. Manol<br />

Roussev, Experte für Rückstandsanalytik.<br />

Dr. Nadja Buchner<br />

(BVL) beleuchtete u.a. die<br />

Festlegung des Analysenumfangs<br />

von Metaboliten in Laborspektren,<br />

deren analytische<br />

Erfassbarkeit und ihre Relevanz<br />

für die Risikobewertung. Ein<br />

weiterer Schwerpunkt: PFAS.<br />

Ruben Kause (Wageningen<br />

Food Safety Research) gab Einblicke<br />

in neu entwickelte Analysetechniken,<br />

die Methodenentwicklung<br />

und -validierung<br />

für die Analytik in frischem Obst<br />

und Gemüse und stellte Herausforderungen<br />

bei der Analyse<br />

von PFAS mit ultrakurzen<br />

Ketten dar. Dr. Günther Kempe<br />

ordnete zudem rechtliche Entwicklungen<br />

und Neuregelungen<br />

in der Rückstandsanalytik für<br />

den Laboralltag ein.<br />

www.q-s.de<br />

Papierverpackungen ohne Klebstoffe verschließen<br />

Fraunhofer-Projekt PAPURE auf der interpack – Kampf den Verunreinigungen<br />

Papierverpackungen bieten eine<br />

Reihe von Vorteilen gegenüber<br />

ihren Pendants aus Kunststoff:<br />

Sie zeichnen sich durch eine<br />

hohe Recyclingquote, geringere<br />

CO 2<br />

-Emissionen und niedrigere<br />

Entsorgungskosten aus. Allerdings<br />

lassen sie sich bislang<br />

nicht ohne zusätzliche Klebstoffe<br />

oder Kunststoffschichten<br />

verschließen, die das Papier<br />

verunreinigen – ein Nachteil für<br />

Herstellungs- und Recyclingprozesse.<br />

Im Projekt PAPURE<br />

entwickeln vier Fraunhofer-<br />

Institute ein Verfahren, das die<br />

Modifikation des Papiers durch<br />

Laservorbehandlung vorsieht,<br />

sodass es sich im Nachgang<br />

mittels eines Heißsiegelverfahrens<br />

direkt fügen lässt und<br />

komplett klebstofffreie Papierverpackungen<br />

ermöglicht.<br />

Standardpapiere verwendbar<br />

Forschungen des Fraunhofer<br />

Instituts für Angewandte Polymerforschung<br />

IAP zeigten, dass<br />

für den Fügeprozess am Markt<br />

verfügbare Standardpapiere<br />

verwendet werden können, die<br />

dicker sind und z.B. für die<br />

Produktion von Einweg-Pappbechern<br />

und anderen Lebensmittelverpackungen<br />

genutzt<br />

werden. Im nächsten Schritt<br />

bestrahlen Forschende des<br />

Fraunhofer Instituts für Werkstoff-<br />

und Strahltechnik IWS<br />

die Oberfläche des Papiers mit<br />

einem Kohlenstoffmonoxid-Laser<br />

(CO-Laser),<br />

wobei das Papier<br />

schlagartig<br />

erwärmt<br />

und die<br />

Papierhauptbestandteile<br />

Lignin, Hemicellulose<br />

und Cellulose<br />

kontrolliert<br />

in kurzkettige<br />

Verbindungen<br />

umgewandelt<br />

werden.<br />

Nach dieser<br />

Bestrahlung<br />

verbleiben<br />

aufschmelzbare<br />

Spaltprodukte<br />

auf<br />

der Papieroberfläche,<br />

die sich danach mittels Druck<br />

und Wärme im Heißsiegelverfahren<br />

stoffrein fügen lassen.<br />

Das erforderliche Fügesystem<br />

zur Verarbeitung der laserbehandelten<br />

Papiere mit aufschmelzbaren<br />

Spaltprodukten<br />

wird am Fraunhofer Institut für<br />

Verfahrenstechnik und Verpackung<br />

IVV entwickelt. Dafür<br />

bezieht man die Materialeigenschaften,<br />

die Laserparameter<br />

sowie die Eigenschaften der<br />

aufschmelzbaren Reaktionsprodukte<br />

auf die Haftfestigkeit ein.<br />

Am Fraunhofer Institut für<br />

Werkzeugmaschinen und<br />

Umformtechnik IWU in Dresden<br />

entsteht eine modulare<br />

papierverarbeitende Fertigungsanlage<br />

im Labormaßstab, die<br />

den Prozess für die Herstellung<br />

eines flachen Vierrandbeutels –<br />

als typisches Verpackungsmittel<br />

– in einem<br />

Rolle-zu-Rolle-Verfahren<br />

abbildet.<br />

Im Zentrum<br />

steht die Entwicklung<br />

und<br />

Integration<br />

eines Laserund<br />

eines<br />

Siegelmoduls<br />

Ergebnis: eine gesiegelte Beutelverpackung<br />

aus Papier. Fotos: Fraunhofer IVV<br />

Demonstratoranlage mit integriertem PAPURE-Lasermodul.<br />

in den etwa<br />

6 m langen,<br />

1 m tiefen und 2 m hohen industrienahen<br />

Demonstrator. Auf<br />

Grundlage industriell erprobter<br />

Sensoren (u.a. für Bilder und<br />

Feuchte) und eines digitalen<br />

Zwillings mit trainiertem Datenmodell<br />

wird der klebstofffreie<br />

Fügeprozess angepasst.<br />

In die Produktion integrierbar<br />

Der modulare Demonstrator<br />

zeigt, dass sich das Verfahren<br />

künftig in bestehende Produktionsprozesse<br />

integrieren<br />

lässt. Sowohl das Lasermodul<br />

als auch das Fügewerkzeug<br />

lassen sich separat in der Fertigung<br />

nutzen. Das macht die<br />

PAPURE-Technologie attraktiv<br />

für Maschinen- und Packmittelhersteller,<br />

sich als Vorreiter<br />

im Bereich „Green Packaging“<br />

zu positionieren. U.a. mit der<br />

Lebensmittelindustrie will man<br />

die Anlage für die Großserienproduktion<br />

weiterentwickeln.<br />

Das Anwendungspotenzial und<br />

die Funktionsweise der Anlage<br />

werden vom 7. bis 13. Mai auf<br />

der Messe interpack <strong>2026</strong> in<br />

Düsseldorf im Rahmen der<br />

Technologie-Lounge des Verbandes<br />

Deutscher Maschinenund<br />

Anlagenbauer (VDMA) in<br />

Halle 4, Stand C54, präsentiert.<br />

www.fraunhofer.de<br />

www.interpack.de<br />

38 www.hygiene-report-magazin.de


april<br />

fachforen / Messen<br />

KHS: Kisters Advanced<br />

und Premiumbehälter<br />

Anlagenbauer KHS (Dortmund)<br />

zeigt auf der interpack in Düsseldorf<br />

(Halle 13, Stand A31)<br />

Lösungen von der nachhaltigen<br />

Verpackung bis zur effizienten<br />

Komplettlinie. Exemplarisch<br />

hierfür stehen die vollautomatischen<br />

Verpackungsmaschinen<br />

der „KHS Innopack Kisters<br />

Advanced“-Baureihe mit<br />

neuer Option zur Applikation<br />

des ressourcenschonenden<br />

„BottleClips“. Der Kartontragegriff<br />

fügt sich ins umfassende<br />

Verpackungsportfolio von KHS<br />

mit etablierten Lösungen wie<br />

dem „Nature MultiPack“ sowie<br />

den Premiumbehältern „KHS<br />

SUPREME“ und „KHS Premium<br />

LITE“ zum Schutz von sauerstoffempfindlichen<br />

Getränken<br />

ein. Weiterentwickelte digitale<br />

Systeme wie das Kundenportal<br />

KHS Connect und der KHS ConnectApp<br />

Guide steigern Effizienz<br />

und Wirtschaftlichkeit.<br />

www.khs.com<br />

TLM und Hygienic-Design-Kartonierer<br />

Schubert auf der interpack – KI-gestützte Robo-Zelle<br />

Anlagenbauer Schubert (Crailsheim)<br />

stellt auf der inter pack<br />

in Düsseldorf (Halle 14, Stand<br />

D01) vom 7.-13. Mai ein über -<br />

arbeitetes Portfolio der Kerntechnologien<br />

Top-Loading-Maschine,<br />

lightline und tog vor –<br />

darunter eine neue TLM-Generation<br />

mit steiferem Gestell und<br />

neuen Pick-and-Place-Tools für<br />

höhere Leistung auf geringerer<br />

Fläche und einen Pharma-Kartonierer<br />

in Hygienic Design.<br />

Das lightline-Portfolio ergänzt<br />

neben einem Kartonierer für<br />

Riegel ein Casepacker für<br />

Schachteln in Wrap-around-<br />

Kartons. Die Reihe umfasst<br />

zusätzlich Pick-and-Place-Maschinen<br />

und Flowpacker.<br />

In der tog-<br />

Produktlinie<br />

für vollständig<br />

standardisierte<br />

Produktionszellen<br />

zeigt Schubert<br />

den KIgestützten<br />

Roboter<br />

tog.519 gemeinsam mit dem<br />

Aufrichter tog.101 bei der Verarbeitung<br />

und Platzierung von<br />

Beuteln oder Flaschen.<br />

TLM-Kartonierer für Vials im Hygienic Design. Foto: Schubert<br />

www.schubert.group<br />

Poly-clip: Technologie<br />

steigert Nachhaltigkeit<br />

Poly-clip System (Hattersheim)<br />

präsentiert auf der interpack<br />

(Halle 11, Stand E19) flexible,<br />

hygienische und skalierbare<br />

Clip-Verpackungstechnologien<br />

für Fleisch- und Wurstwaren,<br />

Molkereiprodukte, Tiernahrung,<br />

Convenience, Obst & Gemüse.<br />

Sie reduzieren laut Hersteller<br />

den Materialeinsatz auf bis zu<br />

1-2 % Verpackungsanteil, senken<br />

die CO 2<br />

-Emissionen um bis<br />

zu 90 %, sorgen für hohe Taktzahlen,<br />

automatisierte Abläufe<br />

und platzsparende Logistik.<br />

www.polyclip.com<br />

Wasserqualität braucht Messtechnik<br />

Sensorspezialist VEGA vom 4.-8. Mai auf der IFAT<br />

Antriebstechnik im Hygienic Design<br />

Wittenstein auf Fachmessen „all about automation“<br />

Steigende Anforderungen an die<br />

Trinkwasserqualität und komplexere<br />

Abwasserprozesse setzen<br />

Betreiber unter Druck. Eine<br />

nachhaltige, widerstandsfähige<br />

Wasser- und Abwasserinfrastruktur<br />

braucht daher<br />

verlässliche<br />

Messwerte, auch<br />

unter schwierigen<br />

Bedingungen.<br />

Wie moderne<br />

Fül l stand- und<br />

Druckmesstechnik<br />

dazu beiträgt, Prozesse<br />

dauerhaft stabil und effizient zu<br />

halten, zeigt Sensorspezialist<br />

VEGA Grieshaber KG (Schiltach)<br />

vom 4.-8. Mai auf der IFAT in<br />

München (Stand C1.239).<br />

Ein Schwerpunkt liegt auf der<br />

Abwasserbehandlung – vom<br />

Zulauf über Pumpwerke, Sedimentation<br />

und Belüftung bis<br />

zur Schlammentwässerung und<br />

Ablaufkontrolle.<br />

Darüber hinaus<br />

präsentiert VEGA<br />

Lösungen für das<br />

sichere und effiziente<br />

Wassermanagement<br />

– von<br />

der Trinkwasserversorgung<br />

über<br />

den Hochwasserschutz<br />

bis zur Überwachung<br />

kritischer Infrastrukturen – sowie<br />

Lösungen zur Digitalisierung<br />

wie moderne IIoT-Konnektivität.<br />

www.vega.com<br />

Auf gleich drei Veranstaltungen<br />

der Fachmessereihe „all<br />

about automation” präsentiert<br />

Antriebsspezialist WITTEN-<br />

STEIN SE (Igersheim) mechatronische<br />

und cybertronische<br />

Antriebslösungen sowie<br />

damit verbundene, digitale<br />

Hard- und Softwarelösungen<br />

für die Industrieautomation<br />

und die Industrierobotik. Im<br />

Mittelpunkt stehen smarte<br />

Getriebe von WITTENSTEIN<br />

alpha mit „cynapse“-Funktionalität<br />

(also integrierter<br />

Sensorik, Logik und IO-Link-<br />

Schnittstelle und vielen Smart<br />

Services), Servoaktuatoren<br />

im Hygienic Design für die<br />

Lebensmittelverarbeitung und<br />

Servo-Schneckengetriebe mit<br />

Abtriebs- und Hohlwelle.<br />

WITTENSTEIN cyber motor<br />

zeigt hochdynamische Kleinservomotoren,<br />

gehäuselose<br />

Servomotoren, elektromechanische<br />

Linearaktuatoren sowie<br />

eisenbehaftete Linearmotoren<br />

in luft- oder flüssigkeitsgekühlten<br />

Varian ten für hochdynamische<br />

Anwendungen.<br />

WITTENSTEIN galaxie<br />

demonstriert das ganze Spektrum<br />

von Galaxie-Präzisionsgetrieben,<br />

u.a. miniaturisierte<br />

Produktvarianten.<br />

Messetermine und Standnummern:<br />

6./7. Mai in Heilbronn<br />

(A-327); 2./3. Juni in Hamburg<br />

(712); 14./15. Oktober in<br />

Düsseldorf (624).<br />

www.wittenstein.de<br />

39


produkte & Partner<br />

2·26<br />

Wenzel & Kurz neues<br />

HIGHCLEAN-Mitglied<br />

Die HIGHCLEAN Group eG (Tönisvorst)<br />

baut ihr Netzwerk mittelständischer<br />

Fachgroßhändler<br />

für professionelle <strong>Hygiene</strong>-,<br />

Reinigungs- und Pflegeprodukte<br />

konsequent aus: Seit dem<br />

1. Februar ist die Wenzel &<br />

Kurz Fachgroßhandel GmbH<br />

(Niedernberg) neues und damit<br />

37. Mitglied der Gruppe. Im<br />

Bild W&K-Prokuristin Tanja<br />

Kempf und W&K-Geschäftsführer<br />

Sebastian Griesdorn vor<br />

ihrer Firmenzentrale.<br />

www.highclean-group.de<br />

500.000 Radar-Füllstandsensoren der BASIC-Serie verbaut<br />

VEGA feierte im fünften Jahr einen Meilenstein – Smarte Technik und Gratis-App<br />

Einfach, smart und zuverlässig<br />

– mit diesen Eigenschaften hat<br />

sich laut Sensorspezialist VEGA<br />

(Schiltach) die BASIC-Serie<br />

der VEGAPULS-<br />

Radarsensoren<br />

seit ihrer Markteinführung<br />

2020 als<br />

Benchmark in der<br />

Füllstandmesstechnik<br />

etabliert. 2025<br />

wurde der 500.000.<br />

BASIC-Radarsensor<br />

in einem Unternehmen<br />

installiert und misst dort präzise<br />

Füllstände in Schüttgutsilos.<br />

Mit dem eigens entwickelten<br />

80-GHz-Radarchip, robustem<br />

Gehäusematerial wie PVDF,<br />

vollständig vergossener Elektronik<br />

und industrietauglicher<br />

PUR-Verkabelung ist die<br />

Serie auf härteste Bedingungen<br />

Smarte Füllstandmessung: die BASIC-Serie.<br />

ausgelegt. VEGA liefert seine<br />

Radar-Füllstandsensoren mit<br />

vergossenen elektronischen<br />

Komponenten und Anschlusskabeln<br />

– das ermöglicht den<br />

Einsatz im explosionsgefährdeten<br />

Bereich der Zone 1 und<br />

2 – ohne zusätzliche Barrie ren<br />

und Sonderzubehör.<br />

„Wir hatten zu Beginn vor allem<br />

die Wasser- und Abwasserbranche<br />

im Fokus. Doch schnell<br />

zeigte sich, dass alle Branchen,<br />

in denen Flüssigkeiten oder<br />

Foto: VEGA<br />

Schüttgüter verarbeitet werden,<br />

für ihre Anwendungen in der<br />

Peripherie wirtschaftlichere<br />

und zugleich hochzuverlässige<br />

Lösungen verlangen“, so<br />

VEGA-Produktmanager<br />

Jürgen Skowaisa.<br />

Die BASIC-Serie ergänzt<br />

die High-End-Geräte der<br />

PRO-Serie und sorgt<br />

auch bei Inbetriebnahme<br />

und Bedienung für Einfachheit:<br />

Die App VEGA Tools<br />

bietet eine intuitive Einrichtung<br />

per Smartphone – inklusive<br />

Backup- und Diagnosefunktionen,<br />

ohne zusätzliche Software<br />

oder Lizenzkosten.<br />

VEGA Grieshaber KG<br />

Am Hohenstein 113<br />

D-77761 Schiltach<br />

www.vega.com<br />

Neues allflex-<strong>Hygiene</strong>folien-Trio ist durchstoß- und reißfest<br />

Ob Langusten, Hummer,<br />

Wurstwaren mit Metallclip oder<br />

Fleisch mit Knochen: Wenn Lebensmittel<br />

verpackt werden sollen,<br />

die kantig, scharf oder<br />

unregelmäßig geformt sind,<br />

steigen die Anforderungen<br />

an das Verpackungsmaterial.<br />

Für diese Härtefälle hat<br />

allvac (Waltenhofen) die<br />

beiden Neuheiten allflex SX<br />

und allflex EX entwickelt.<br />

Die 11-Schicht-Folien<br />

garantieren eine besonders<br />

hohe Durchstoß- und Reißfestigkeit.<br />

Sollte noch mehr<br />

Durchstoßfestigkeit gefordert<br />

sein, kommt die dritte Innovation<br />

allflex SX Plus mit 40 %<br />

PA-Anteil ins Spiel.<br />

Die allflex SX besteht aus einer<br />

elfschichtigen PA/PE-Verbundstruktur<br />

und ist in den Stärken<br />

In Foliendicken zwischen 100 und 350 µ verpackt<br />

die allflex SX unterschiedlichste Lebensmittel,<br />

z.B. Fleisch- und Wurstwaren. Foto: allvac<br />

von 100 bis 350 µ erhältlich.<br />

Auch bei hoher Beanspruchung<br />

bleibt sie formstabil und<br />

schützt zuverlässig vor Beschädigungen.<br />

Dank ihrer hohen<br />

Siegelleistung sorgt sie für eine<br />

sichere Versiegelung und trägt<br />

mit ihren Barriereeigenschaften<br />

zu längerer Haltbarkeit bei.<br />

Die allflex EX ist eine<br />

11-Schicht-Folie aus PA/PE-<br />

Verbund und bringt die gleichen<br />

Eigenschaften mit wie die allflex<br />

SX. Ihr besonderes Plus: Dank<br />

ihrer zusätzlichen EVOH-Hochbarriere-Schicht<br />

schützt<br />

sie besonders sensible<br />

Lebensmittel zuverlässig<br />

und verlängert somit das<br />

Mindesthaltbarkeitsdatum.<br />

Die allflex SX Plus ist mit<br />

einem Polyamidanteil von<br />

40 % noch widerstandsfähiger<br />

und eignet sich für<br />

besonders anspruchsvolle<br />

Lebensmittelanwendungen<br />

– etwa das Verpacken von<br />

frischen Spareribs oder Schalentieren<br />

wie Krabben.<br />

allvac Folien GmbH<br />

Dieselstraße 7<br />

D-87448 Waltenhofen<br />

www.allvac.de<br />

JUMO erhält EcoVadis-<br />

Gold für Nachhaltigkeit<br />

Sensor- und Automatisierungsspezialist<br />

JUMO (Fulda) ist mit<br />

der renommierten EcoVadis-<br />

Goldmedaille ausgezeichnet<br />

worden und zählt damit zu den<br />

besten 5 % der weltweit über<br />

150.000 bewerteten Unternehmen<br />

im Bereich Nachhaltigkeit.<br />

Im Bild (v.l.): Matthias Raab<br />

(Managementsysteme), Patricia<br />

Naujoks (Betriebliches Gesundheitsmanagement)<br />

und Florian<br />

Belz (Umwelt- und Arbeitsschutzmanagement).<br />

www.jumo.de<br />

40 www.hygiene-report-magazin.de


april<br />

produkte & Partner<br />

Provisur und MULTIVAC<br />

bündeln ihr Know-how<br />

Präzision und Effizienz sind bei<br />

der modernen Lebensmittelverarbeitung<br />

unerlässlich. Um<br />

Innovationen zu fördern und<br />

Spitzenleistungen zu erzielen,<br />

haben Provisur Technologies<br />

(Chicago, Illinois/USA), ein Anbieter<br />

von Lebensmittelverarbeitungsanlagen,<br />

und die MULTI-<br />

VAC Group (Wolfertschwenden),<br />

Spezialist für Verpackung, Verarbeitung<br />

und Automatisierung,<br />

eine Kooperationsvereinbarung<br />

geschlossen. Bei einem „Packaging<br />

& Processing Forum“ in<br />

Swindon/GB präsentierten die<br />

neuen Partner zwei vollautomatische<br />

Lösungen, gebildet aus<br />

Geräten ihrer Portfolios – eine<br />

Bacon- und eine Salami-Linie.<br />

Durch ihre Technologie-Kooperation<br />

wollen die Unternehmen<br />

Maßstäbe für die Zukunft der<br />

Branche setzen.<br />

www.provisur.com<br />

www.multivac.com<br />

<strong>Hygiene</strong>plus mit Heißwasser-Hochdruck<br />

Kärcher unterstützt Technik durch Aktion bis 31. Mai<br />

Effizienz und Zuverlässigkeit<br />

spielen bei der professionellen<br />

Reinigung eine entscheidende<br />

Rolle für den<br />

wirtschaftlichen<br />

Erfolg.<br />

Um den<br />

Umstieg auf<br />

moderne <strong>Hygiene</strong>technik<br />

zu erleichtern,<br />

stellt Reinigungsgerätehersteller<br />

Kärcher<br />

(Winnenden)<br />

bei einer „Alt-<br />

gegen-Neu“-<br />

Aktion bis zum 31. Mai<br />

leistungsstarke Heißwasser-<br />

Hochdruckreiniger (HDS) mit<br />

verbesserter Reinigungsleistung<br />

bei reduziertem Ressourcenverbrauch<br />

in den Fokus.<br />

Viele Profi-Anwender aus Landwirtschaft<br />

und Industrie nutzen Heißwasser-Hochdruckreiniger.<br />

Foto: Kärcher<br />

Kernstück bildet die Rücknahme<br />

gebrauchter Profi-Hochdruckreiniger<br />

(herstellerunabhängig)<br />

beim<br />

Kauf eines<br />

neuen Modells<br />

aus der<br />

Kompakt-,<br />

Mittel- oder<br />

Superklasse<br />

zum Aktionspreis.<br />

Die teilnehmenden<br />

Fachhändler<br />

sorgen für<br />

umweltgerechte<br />

Entsorgung<br />

der Altgeräte. Durch Einsatz von<br />

Heißwasser wird laut Kärcher<br />

die Reinigungszeit im Vergleich<br />

zu Kaltwassergeräten verkürzt.<br />

www.kaercher.de/aktion-hds<br />

Dr. Schnell: Anker und<br />

Webseite mit „Update“<br />

Die DR.SCHNELL GmbH & Co.<br />

KGaA (München), ein Anbieter<br />

ganzheitlicher <strong>Hygiene</strong>lösun gen<br />

vom Sanitärreiniger MILIZID bis<br />

zum digitalen <strong>Hygiene</strong>helfer,<br />

geht mit einem Markenrelaunch<br />

in eine neue Ära. Man greift<br />

dabei das Motto „Wir verändern<br />

Reinigung und <strong>Hygiene</strong>“<br />

visuell und inhaltlich auf. Der<br />

DR.SCHNELL Anker, seit 1895<br />

eingetragenes Warenzeichen,<br />

erlebt ein elegantes Update, die<br />

neue Website ein frisches Design,<br />

neue Features und zudem<br />

eine englische Version.<br />

www.dr-schnell.com<br />

Sohlen und Seiten zugleich reinigen<br />

Höcker stellte neue „Cleanmaster SOWM 1015“ vor<br />

Zwei Neue im Ruland-Führungstrio<br />

Jürgen Schütze und Jens Schumann Geschäftsführer<br />

Die Höcker Gruppe (Wallenhorst),<br />

Problemlöser mit über<br />

800 Produkte umfassendem<br />

Portfolio für die<br />

Lebensmittelindustrie<br />

wie<br />

Hubwagen<br />

oder <strong>Hygiene</strong>systemen<br />

aus<br />

Edelstahl, hat<br />

auf der Messe<br />

fish international<br />

in Bremen<br />

eine neue<br />

Sohlenwaschmaschine<br />

Cleanmaster<br />

SOWM 1015 zur gleichzeitigen<br />

Reinigung von Sohlen<br />

und Seitenkanten vorgestellt.<br />

Die innovative Bauform des<br />

industrietauglichen Gerätes<br />

verhindert das Verspritzen<br />

von Wasser außerhalb der<br />

Maschine und sorgt damit für<br />

eine saubere,<br />

sichere Arbeitsumgebung,<br />

während ergonomisch<br />

gestaltete<br />

Haltegriffe den<br />

Bedienkomfort<br />

und die Sicherheit<br />

erhöhen.<br />

Bürstenstart<br />

und Reinigungsmitteldosierung<br />

erfolgen vollautomatisch<br />

über<br />

einen integrierten Lichttas ter,<br />

was kontaktlosen Betrieb<br />

ermöglicht und konstant hohe<br />

Reinigungsqualität sichert.<br />

www.hoecker.de<br />

Beim Lebensmittel-Prozessanlagen-Konstrukteur<br />

und<br />

-Hersteller Ruland Engineering<br />

& Consulting GmbH (Neustadt)<br />

haben zum Jahresende 2025<br />

Bernhard Scheller<br />

und Jürgen Kutzer die<br />

aktive Geschäftsführung<br />

abgegeben. Als<br />

Nachfolger wurden<br />

die langjährigen Mitarbeiter<br />

Jürgen Schütze<br />

und Jens Schumann<br />

in die Geschäftsführung<br />

berufen. Beide<br />

führen das Unternehmen<br />

mit Florian Klein in die<br />

nächste Entwicklungsphase.<br />

Schütze begann 2007 während<br />

des Studiums zum Bachelor of<br />

Engineering bei Ruland. Nach<br />

Tätigkeiten in der Automatisierung<br />

und im Vertrieb trat er vor<br />

zwei Jahren in die Geschäftsleitung<br />

ein. Schumann, gelernter<br />

Molkereifachmann und<br />

Neue Geschäftsführer: Jürgen Schütze, Florian<br />

Klein, Jens Schumann (v.l.). Foto: Ruland<br />

studierter Diplom-Ingenieur, ist<br />

seit 2011 für Ruland tätig und<br />

gehört seit 2024 der Geschäftsleitung<br />

an.<br />

www.rulandec.com<br />

41


veranstaltungen<br />

2·26<br />

Messekalender<br />

14.-17. April:<br />

interclean – Internationale<br />

Fachmesse für Reinigung und<br />

<strong>Hygiene</strong>, Amsterdam/Holland<br />

27.-29. April:<br />

IESD – Internationale Fachmesse<br />

für Tenside und Waschmittel,<br />

Shanghai/China<br />

28. April:<br />

Lab Supply – regionale Fachmesse<br />

für instrumentelle Analytik,<br />

Labortechnik, -chemikalien<br />

und Life Science, Münster<br />

(auch am 12. Mai in Wien/<br />

Österreich, 20. Mai in Hannover<br />

und 16. Juni in Berlin)<br />

4.-7. Mai:<br />

IFAT – Internationale Fachmesse<br />

für Zukunftslösungen in den<br />

Bereichen Wasser, Recycling<br />

und Zirkularität, München<br />

7.-13. Mai:<br />

Interpack – weltweit führende<br />

Messe für Verpackungs- und<br />

Prozesslösungen für die<br />

Verpackungs-, Lebensmittel-,<br />

Pharma-Industrie, Düsseldorf<br />

11.-14. Mai:<br />

Saudi FM & Clean Riad – Fachmesse<br />

für Facility Management<br />

und Reinigungsdienstleistungen,<br />

Riad/Saudi-Arabien<br />

9.-11. Juni:<br />

SENSOR+TEST – Messtechnik-<br />

Messe und weltweit führendes<br />

Forum für Sensorik, Mess- und<br />

Prüftechnik, Nürnberg<br />

9.-11. Juni:<br />

Surface Technology Germany<br />

– Internationale Fachmesse für<br />

Oberflächentechnik, Stuttgart<br />

16.-17. Juni:<br />

Free From Food Expo – Messe<br />

für gluten-, laktose-, allergen-,<br />

fettfreie und pflanzenbasierte<br />

Lebensmittel, Wien/Österreich<br />

Von HACCP bis Food Defense<br />

Kurse <strong>2026</strong> der Lebensmitteltechnik Akademie<br />

Die 2015 gegründete Lebensmitteltechnik<br />

Deutschland<br />

Akademie (Butzbach) bietet<br />

praxisnahe Weiterbildung, innovative<br />

Schulungskonzepte und<br />

Beratung speziell für die Anforderungen<br />

von Unternehmen in<br />

der Lebensmittel-, Getränke-,<br />

Pharma-, Futtermittel- und<br />

Biotech-Branche an – u.a. zu<br />

Themen wie Lebensmittelstandards<br />

& HACCP, <strong>Hygiene</strong> & Prozessmanagement,<br />

Umwelt- und<br />

Nachhaltigkeitsmanagement.<br />

Ein Blick in das aktuelle Seminarprogramm:<br />

„HACCP-Beauftragter“<br />

ab 29.04.; „Zertifizierter<br />

<strong>Hygiene</strong>beauftragter Lebensmittelindustrie“<br />

ab 04.05.; „Basisschulung<br />

Allergenmanagement“<br />

ab 22.05.; „Beauftragter für Lebensmittelmanagementsysteme<br />

(QMB)“ ab 26.05.; „Zertifizierter<br />

Schaefer: SEM Discovery<br />

Days gratis an acht Orten<br />

Instrumenten- und Messtechnikhersteller<br />

Schaefer Technologie<br />

(Langen) lädt vom 27. Mai<br />

bis 19. Juni <strong>2026</strong> zu „SEM<br />

Discovery Days“ in acht Städten<br />

in der Schweiz, Österreich und<br />

Deutschland ein – eine Event-<br />

Reihe rund um moderne Rasterelektronenmikroskopie<br />

und<br />

effiziente Probenvorbereitung<br />

mit Live-Demos moderner SEM-<br />

Technologien, Inspiration für die<br />

tägliche Arbeit, Analyse eigener<br />

Proben (je nach Verfügbarkeit)<br />

und direk tem Austausch mit<br />

Experten. Die Termine: 27.05.<br />

Lenzburg (CH), 02.06. Wien<br />

(AT), 08.06.Frankfurt, 09.06.<br />

Karlsruhe, 11.06. München,<br />

15.06. Berlin, 17.06. Bremen,<br />

19.06. Köln. Die Teilnahme<br />

inklusive Zertifikat ist kostenfrei.<br />

www.schaefer-scientific.com<br />

<strong>Hygiene</strong>beauftragter Gemeinschaftsverpflegung<br />

ab 28.05.;<br />

„IFS-Beauftragter/interner Auditor“<br />

ab 01.06.; „Kompaktseminar<br />

Beauftragter Food Defense/<br />

Food Fraud“ ab 02.06.; „Basiswissen<br />

Lebensmittelrecht“<br />

ab 12.06.; „Qualitätsmanager<br />

Food“ ab 15.06.; „IFS Logistics<br />

Standard“ ab 15.06.; „IFS-Food<br />

Sommerakademie <strong>2026</strong>“ ab<br />

15.06.; „Basisseminar DIN EN<br />

ISO 22000:2018 / FSSC 22000<br />

Version 6“ ab 09.07.<br />

Netzwerk- und Bildungs-Partner<br />

der Akademie sind u.a. die<br />

TÜV SÜD Akdemie, die REFA,<br />

die Seminar AG, die Alster-<br />

Akademie Hamburg und der<br />

FoodQuality Campus.<br />

Infos/Anmeldung: www.lebensmitteltechnik-deutschland.com<br />

Die 17. QS-Leiter-Tagung der<br />

Akademie Fresenius ist das<br />

jährliche Branchentreffen der<br />

Qualitätssicherung in der Lebensmittelindustrie.<br />

Am 9. und<br />

10. Juni diskutieren im Novotel<br />

Düsseldorf City West<br />

die Verantwortlichen<br />

für Lebensmittelsicherheit<br />

über Aktuelles und<br />

geben Best-Practice-<br />

Berichte rund um Food<br />

Safety Standards, Analytik<br />

und Risikomonitoring sowie<br />

Recht und Kennzeichnung.<br />

Die Themen: Lebensmittelsicherheit<br />

zwischen Norm und<br />

Realität, Neue globale Risiken<br />

managen, Ende der befallsunabhängigen<br />

Dauerbeköderung<br />

in der Schädlingsbekämpfung,<br />

Gefahr in Lebensmitteln:<br />

Schimmelpilze und -gifte<br />

Schimmelpilze sind in der Umwelt<br />

allgegenwärtig und finden<br />

sich oft an und in Lebensmitteln.<br />

Viele ihrer Arten bilden unsichtbare<br />

Giftstoffe, sogenannte<br />

Mykotoxine, die teils schwere<br />

Gesundheitsprobleme verursachen<br />

können. Ein bekanntes<br />

Beispiel sind Aflatoxine, die von<br />

Aspergillus-Arten gebildet werden<br />

und sich häufig in Getreide,<br />

Nüssen und Früchten finden.<br />

Biochemiker Dr. Philip Marx-<br />

Stölting, der für das Bundesinstitut<br />

für Risikobewertung (BfR)<br />

in einem großangelegten Projekt<br />

u.a. Schimmelpilzgifte erforscht,<br />

erläutert deren Gefahren in<br />

einer aktuellen Folge des BfR-<br />

Wissenschaftspodcasts „Risiko“.<br />

Er ist zu finden unter:<br />

https://podcast.bfr.bund.de/12-<br />

mykotoxine-uber-schimmelpilzeund-schimmelpilzgifte<br />

QS-Leiter diskutieren in Düsseldorf<br />

Akademie Fresenius: Tagung am 9. und 10. Juni<br />

Revision des FSSC 22000 zu<br />

Version 7, Praxis-Erfahrungen<br />

aus einer KI-Lernreise im<br />

Mittelstand, Food Safety durch<br />

digitale Insights in der Oberflächenreinigung,<br />

Führung und<br />

Motivation von Mitarbeitenden,<br />

Wirkungsvoll individuell<br />

das Team führen,<br />

Warum Verpackung<br />

doch wichtiger ist als<br />

man denkt, Umsetzung<br />

der PPWR aus Sicht der<br />

Praxis, Die EU-Entwaldungsverordnung,<br />

Änderungen rechtlicher<br />

Anforderungen entlang<br />

der Supply Chain, Die Zukunft<br />

von Ethanol, Quality Assurance<br />

strategisch einsetzen.<br />

Nähere Infos und Anmeldung:<br />

www.akademie-fresenius.de<br />

42 www.hygiene-report-magazin.de


april<br />

veranstaltungen<br />

JUMO Campus: volles Programm<br />

Live-Seminare und über 170 E-Learning-Kurse<br />

Sensor- und Automatisierungsspezialist<br />

JUMO (Fulda)<br />

bietet auch <strong>2026</strong> praxisnahe<br />

Schulungen und innovative<br />

Lernformate rund um die Themenbereiche<br />

Mess-, Regelungs-<br />

und Automatisierungstechnik<br />

an, um Fachwissen<br />

zu vertiefen und stets auf dem<br />

neusten Stand zu bleiben.<br />

Profiseminar Schädlings-<br />

Prophylaxe/Bekämpfung<br />

Ratten, Mäuse, Käfer, Schaben<br />

oder Motten können Lebensmittelbetrieben<br />

tagtäglich zum<br />

Verhängnis werden. Tipps,<br />

Wissenswertes, Hintergründe,<br />

praktische Fallbeispiele, aber<br />

auch persönliche Ratschläge<br />

vermittelt das Profi-Seminar<br />

„Schädlinge, Prophylaxe und<br />

Bekämpfung – Was Lebensmittelbetriebe<br />

hier wissen<br />

müssen!“ am 10. September<br />

in der Arbeitsgemeinschaft<br />

Getreideforschung in 32756<br />

Detmold. Referent ist „<strong>Hygiene</strong><br />

<strong>Report</strong>“-Fachautor Thomas F.<br />

Voigt, Freier Sachverständiger<br />

für Schädlingsbekämpfung. Die<br />

Veranstaltung fokussiert sich<br />

direkt auf Lebensmittelbetriebe.<br />

Gratis-Infos zu dem Seminar<br />

sowie Anmeldeformulare per<br />

E-Mail an mcpcc@t-online.de.<br />

Je nach Thema und Anforderungen<br />

sind Präsenz- oder<br />

Online-Seminare möglich und<br />

können auch als Exklusivschulung<br />

individuell durchgeführt<br />

werden – entweder vor<br />

Ort beim Kunden oder online.<br />

Ergänzend zum Seminarangebot<br />

sind auf dem JUMO-Campus<br />

über 170 E-Learning-Kurse,<br />

Webinaraufzeichnungen<br />

und Fachbücher auf Deutsch<br />

und Englisch zum Selbststudium<br />

zu finden.<br />

Das komplette Schulungsangebot<br />

ist übersichtlich im<br />

JUMO-Campus-Portal zu finden:<br />

https://campus.jumo.de<br />

Tipps für mehr Produktsicherheit<br />

Mettler Toledo: Zahlreiche Seminare „on demand“<br />

Mettler Toledo (Gießen), Hersteller<br />

von Waagen, Mess- und<br />

Präzisionsinstrumenten für<br />

Industrie, Labore und Handel,<br />

bietet regelmäßig Online-Seminare<br />

in Themenbereichen wie<br />

Hygienisches Design, Vermeidung<br />

von Kontaminierungen,<br />

Vorbeugen von Produktrückrufen,<br />

Qualitätskontrollen oder<br />

Lebensmittel- und Prozesssicherheit<br />

an. Diese sind teils<br />

kostenlos und mehrsprachig<br />

verfügbar und können (ggf.<br />

nach Registrierung) teilweise<br />

„on demand“ als Video rund um<br />

die Uhr gestreamt werden.<br />

Eine Auswahl aktueller Seminarthemen:<br />

„Erkennung von<br />

Glas-in-Glas-Verunreinigungen<br />

mit Röntgeninspektion“, „Pro-<br />

Kurse über Grundlagen<br />

des „Hygienic Design“<br />

Die Hygienic Design Weihenstephan<br />

Akademie veranstaltet<br />

vom 9.-11. Juni in der Viva Vita<br />

Integrationsprojekt gGmbH,<br />

Gartenstraße 57, in 85354 Freising<br />

einen Kurs zu den EHEDG-<br />

Grundlagen rund ums Hygienic<br />

Design, also die reinigungsgerechte<br />

Gestaltung von Komponenten<br />

und Anlagen. Themen<br />

sind u.a. gesetzliche Anforderungen,<br />

Werkstoffe, Reinigung,<br />

Konstruktionsdetails und das<br />

Prozessumfeld. Referenten sind<br />

Dr. Jürgen Hofmann (Hygienic<br />

Design Weihenstephan), Dr.<br />

Franz Mader (Hygienic Design<br />

Weihenstephan) und Achim<br />

Zeidler (Forschungszentrum<br />

Weihenstephan für Brau- und<br />

Lebensmittelqualität). Ein praxisnaher<br />

Workshop ist inklusive.<br />

Nähere Infos unter www.hygienic-design.com/akademie<br />

dukteffekt in Metallsuchanwendungen“,<br />

„Verbesserte Erkennung<br />

von Metallfremdkörpern<br />

in der Praxis“, „So verhindern<br />

Sie Kontaminationen“, „Metallsuchtechnik,<br />

Röntgeninspektion<br />

oder beides?“, „pH-Messung<br />

von Lebensmittel- und Getränkeproben“,<br />

„Eine neue Ära<br />

der Lebensmittelsicherheit mit<br />

Röntgenstrahlen“, „Röntgeninspektion<br />

in Schlauchbeutelanwendungen“,<br />

„Vermeiden Sie<br />

Rückrufaktionen mit automatisierter<br />

visueller Inspektion“,<br />

„pH-Messung von Lebensmittelund<br />

Getränkeproben“.<br />

Nähere Infos und Portalzugang:<br />

https://www.mt.com/de/de/<br />

home/library/on-demand-webinars.html<br />

IMPRESSUM<br />

ISSN: 1618-2456<br />

HYGIENE REPORT<br />

Verlag:<br />

Dr. Harnisch Verlags GmbH<br />

Eschenstraße 25<br />

90441 Nürnberg<br />

Telefon: 09 11/20 18-0<br />

Telefax: 09 11/20 18-100<br />

Email: hygiene@harnisch.com<br />

www.harnisch.com<br />

Geschäftsführer:<br />

Dr. Claus-Jörg Harnisch<br />

Benno Keller<br />

Objektleitung:<br />

Armin König<br />

Telefon: 0911/20 18-230<br />

Publisher:<br />

Benno Keller<br />

Redaktion:<br />

Horst Buchmann<br />

Technische Leitung:<br />

Armin König (-230)<br />

Erscheinungsweise:<br />

5 x jährlich – März, April, Juni,<br />

September, November<br />

Abonnement:<br />

Marta Bletek-Gonzalez<br />

Bezugspreis:<br />

im Jahresabonnement<br />

Inland: EUR 30,- zzgl. MwSt.<br />

Ausland: EUR 35,-<br />

Druckauflage:<br />

12.000 Exemplare<br />

Druck:<br />

AKONTEXT s.r.o,<br />

Zárydničná 2048 / 7<br />

141 00 Praha 4 / Tschechien<br />

Die in diesem Magazin enthaltenen Beiträge<br />

einschließlich der Abbildungen<br />

unterliegen dem Urheberrechtsgesetz.<br />

Eine Verwendung ohne Zustimmung des<br />

Verlages ist unzulässig und wird strafrechtlich<br />

verfolgt. Dieses gilt für jede<br />

erdenkliche Form der Vervielfältigung.<br />

Sonder- und Nachdrucke können gerne<br />

auf Anfrage bestellt werden. Artikel,<br />

die namentlich gekennzeichnet<br />

oder durch ein Kürzel einem Autor zuzuordnen<br />

sind, geben nicht unbedingt<br />

die Meinung der Redaktion wieder.<br />

Unverlangt eingesandte Manuskripte<br />

können nicht zurückgeschickt werden.<br />

Wird ein Manuskript von der Redaktion<br />

angenommen, gehen Verlags- und Urheberrecht<br />

sowie sämtliche Rechte zur<br />

Veröffentlichung und Verbreitung auf<br />

den Verlag über. Die Redaktion übernimmt<br />

bezüglich in diesen Beiträgen<br />

dargelegter Sachverhalte keine Haftung.<br />

43


ISSN 1618-2456<br />

Internationale Fachzeitschriften<br />

Themen JUNI<br />

• Hygienic Design<br />

• Berufskleidung<br />

• Desinfektion<br />

• Qualitätsmamagement<br />

3·26<br />

Die Veröffentlichungen des Dr. Harnisch Verlages<br />

behandeln vornehmlich ausgewählte Themen der<br />

Lebensmittel- und Getränkeindustrie.<br />

Sie sind als interdisziplinäre Ratgeber für die<br />

Führungskräfte der Industrie unentbehrlich. Der<br />

Schwerpunkt liegt dabei in der Herausgabe von<br />

internationalen Fachzeitschriften. Ein hochkarätig<br />

besetztes Autorenteam unterstützt dabei<br />

stets die Verlagsredaktion.<br />

ISSN 1618-2456

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