Old Master Paintings – Part 2
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ONE OF THE LEADING AUCTION HOUSES IN EUROPE
CATALOGUE III
OLD MASTER PAINTINGS PART 2
Auctions: Thursday, 25 September 2025
Exhibition: Saturday, 20 September – Tuesday, 23 September 2025
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OLD MASTER
PAINTINGS
PART II
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13
17
SIENESE SCHULE ES 1 1 AHHUNETS
MARIA MIT DEM KIND
Tempera sowie Goldgrund auf Holz.
Darstellungsmaße: 71 x 47 cm.
Rahmen mit Dreiecksgiebel, teils vergoldet
und mit Goldmalerei.
Das Tafelbild, in seiner Funktion ein Andachtsbild, zeigt
das Dreiviertelbildnis Mariens mit rotem Kleid, in ihrem
rechten Arm den stehenden Jesusknaben haltend. Der
große weite blaue Mantel umhüllt sowohl Maria als
auch die rechte Seite Jesu. Während Maria mit schmaler
Nase und wohlgeschwungenen Augenbrauen auf
das Kind blickt, schaut dieses nachdenklich aus dem
Bild auf den Betrachter hinaus.
(1450218) (18)
€ 8.000 – € 10.000
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175
ITALIENISCHE SCHULE, WOHL SIENA, UM 1420
CHRISTUS AM KREUZ
Temperamalerei auf Goldgrund, auf zwei vertikal
zusammengesetzten Holzplatten.
50,5 x 34,5 cm.
Im Zentrum der Darstellung der am Kreuz hängende
Christus, lediglich mit einem Lendenschurz bekleidet.
Er hat einen schlanken Körper, lange Arme und trägt
die Dornenkrone auf seinem Haupt, das von einem
Nimbus hinterfangen wird. Sein Kopf ist nach unten
zum Boden gerichtet, auf dem – unmittelbar am Kreuz –
ein Schädel liegt, auf den das Blut von seinen Füßen
tropft. Der Schädel als Verweis auf die Kreuzigungsstätte
Golgatha, das übersetzt bedeutet „Ort des
Schädels“. Am oberen Ende des Kreuzes ist mittig ein
Schild mit der Inschrift „INRI“ befestigt. Links von
Jesus steht Maria mit erhobenen Armen, rechts neben
dem Kreuz Johannes mit traurig gesenktem Kopf. Blut
fließt aus dem Wunden an den Händen und wird jeweils
von einem kleinen Engel mit einer Schale aufgefangen,
weiteres Blut aus der Brustwunde. Qualitätvolle
Malerei in der typischen Manier der Zeit.
(1450501) (18)
€ 6.000 – € 8.000
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17
VINCENZO DI ANTONIO FREDIANI,
TTI 141 10 IN LUCCA
ENTHAUPTUNG EINER HEILIGEN
Öl/ Tempera auf Holz. Parkettiert.
38,5 x 56 cm.
Wir danken Prof. Andrea De Marchi, der die Zuschreibung
des vorliegenden Gemäldes auf Grundlage einer
Fotografie vorgeschlagen hat.
Das Gemälde wurde möglicherweise für eine Predella
geschaffen. Eine exakte Nennung der hier gezeigten
Märtyrerin ist bislang nicht erfolgt, da mehrere Namen
in Frage kämen. Für die Heilige Katharina spricht, dass
die stehende Figur dahinter mit einem Rotulus in der
Hand – wohl einem Vollstreckungsbefehl – dargestellt
ist. Auch die weiteren Figuren, abgesehen von den
Lanzenträgern, lassen sich nicht benennen. Allenfalls
der in Rot gekleidete Bärtige mit Schwert könnte den
Kaiser Maxentius darstellen, der ihr Martyrium veranlasst
hatte. Die Szene ist vor einer massiven Doppelbogenarchitektur
positioniert, mit Ausblicken in hügelige
Landschaft. A.R.
Provenienz
Christie’s Rom, 09. Dezember 1997, Lot 370, als Umkreis
des Jacopo del Sellaio.
Auktion Lucas Aste, Rom, 14. Mai 2024, als Raffaello
Botticini.
Anmerkung:
Der Maler stand dem Franziskanerorden nahe und
hatte ab 1498 verschiedenen Positionen in der Kirche
Santa Maria Corteorlandini inne. Bis zu seinem Tod
war er Prior der „Compagna dei Disciplinati del Crocifisso“.
In seinem Werk ist der Einfluss von Domenico
Ghirlandaio (1449 – 1494) zu erkennen, aber auch von
Filippino Lippi (um 1457 – 1504), der ebenfalls in Lucca
wirkte. (1450773) (3) (11)
VINCENZO DI ANTONIO FREDIANI,
ACTIE 141 10 LUCCA
THE BEHEADING OF A SAINT
Oil/tempera on panel. Parquetted.
38.5 x 56 cm.
We would like to thank Professor Andrea De Marchi
for suggesting the attribution of this painting based on
a photograph.
Provenance
Christie’s Rome, 9 December 1997, lot 370, as circle
of Jacopo del Sellaio.
Auction Lucas Aste, Rome, 14 May 2024, as Raffaello
Botticini.
€ 20.000 – € 25.000
INFO | BID
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15
177
GERINO DA PISTOIA,
AUCH „GERINO D’ANTONIO GERINI“,
E 140 ISTOIA, EIS ES
DIE MADONNA MIT DEM KIND UND ZWEI HEILIGEN
Öl auf Holz.
73 x 58 cm.
In dekorativem Rahmen.
Vor einem von der Mitte zu den Seiten herabhängenden,
grünen Velum die auf einem gestuften Holzabsatz
sitzende Madonna in rot-blauem Gewand mit einer goldenen
Krone auf ihrem Haupt. Sie hält in ihrem Schoß
den nur mit einem durchsichtigen Hemdchen bekleideten
Jesusknaben, der seine rechte Hand zum Segensgestus
erhoben hat und leicht nach unten blickt – womöglich
auf den Betrachter des Gemäldes. Links
stehend Johannes der Täufer mit seinen Attributen,
einem Fellgewand unter dem roten Überwurf und
einem Kreuzesstab in der Hand. Rechts stehend wohl
der Heilige Franz von Assisi in einer dunklen Kutte, die
Hände mit deutlichen Stigmata vor der Brust zum Gebet
gefaltet. Darstellung mit wenigen Grundfarben.
(1450943) (18)
€ 5.000 – € 8.000
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17
SANISCHE MALE ES 1 1 AHHUNETS
PETRUS GEHT AUF DEM WASSER
Öl auf Holz.
122,5 x 76 cm.
Ungerahmt.
Beeindruckende Darstellung nach der Bibelstelle Mt
14,28–31: „Petrus aber antwortete ihm und sprach:
Herr, wenn du es bist, so befiehl mir, zu dir zu kommen
auf den Wassern. Er aber sprach: Komm! Und Petrus
stieg aus dem Schi! und ging auf den Wassern und
kam zu Jesus. Als er aber den starken Wind sah, fürchtete
er sich; und als er anfing zu sinken, schrie er und
sprach: Herr, rette mich! Sogleich aber streckte Jesus
die Hand aus, ergri! ihn und spricht zu ihm: Kleingläubiger,
warum hast du gezweifelt?“. Vor diesem dramatischen
Moment entfaltet sich eine tief gesta!elte,
manieristische Landschaft mit schro!en Felsformationen,
weitem Gewässer und architektonischer Sta!age
im Hintergrund. Im Zentrum der Komposition: Jesus,
mit dem Kreuzstab in der linken Hand, greift nach dem
verzweifelten Petrus, der kurz davor ist, im Wasser zu
versinken.
(1440285) (13)
€ 5.500 – € 7.500
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17
LMISCHE MALE ES 1 AHHUNETS
HIERONYMUS IN DER EINÖDE
Öl auf Leinwand. Altdoubliert.
75,5 x 57,5 cm.
Verso auf Keilrahmen mit undeutlicher Bezeichnung.
In bronziertem Profilrahmen.
Eine von dunklen Wolken überfangene von Felsvorsprüngen
geprägte Landschaft dient mit ihrem kargen
Baumbewuchs und einer Wassermühle als Hintergrundstaffage
für die im Vordergrund befindliche
Hauptszene. Hieronymus kniet vor einem Kruzifix, an
seiner Brust liegt ein Stein, vor ihm ein geöffnetes Buch
und sein Kardinalshut, seine Hand auf einem Schädel
liegend, dahinter der den Betrachter anguckende
Hieronymus attributiv zukommende Löwe.
(1442331) (13)
€ 4.000 – € 6.000
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17
1
ÖSTERREICHISCHER MALER
ES 1 AHHUNETS
Gemäldepaar
HEILIGER HIERONYMUS UND HEILIGER ROCHUS
Öl auf Holz.
Jeweils 45,5 x 21 cm.
Vor einem architektonischen Fond die stehende Figur
des in Kardinalsgewandung gekleidetem Heiligen Hieronymus
einen Kreuzstab haltend. Vor seinem Mund
der Heilige Geist in Gestalt einer Taube, sein Haupt
wird umfangen von einem Nimbus in Goldlack mit
Inschrift. In seiner Hand eine Schriftrolle, zu seinen
Füßen die abstrahierte Gestalt eines Löwen, der ihm
attributiv zukommt. Auch der Heilige Rochus wird vor
einem architektonischen Gefüge – nämlich einem
Doppelbogenfenster – gezeigt. Eine Wunde auf seinem
Oberschenkel wird soeben gepflegt. Vermutlich
gehörten beide Bildwerke bereits ursprünglich zusammen
und wurden vom gleichen Maler vielleicht im
Zuge eines Altargefüges geschaffen.
(1450352) (1) (13)
€ 8.000 – € 12.000
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19
11
DUJAM MARINOV VUSKOVIC,
UM 1400 140
PIETÀ
Tempera und Gold auf Holz.
69,5 x 33,5 cm.
In patiniertem Metallrahmen.
Beigegeben ein Gutachten von Prof. Andrea De Marchi,
Florenz, 7. September 2022, in Kopie.
Hochrechteckige Darstellung mit oben abgeschrägten
Kanten, was auf eine ehemalige Rahmung im Zentrum
eines Polyptychons mit einem ehemals hölzernen Rahmen
hinweist, der die Ränder des hier farblosen Gemäldes
verdeckt hatte. Auf einem in Grisailletechnik
dargestellten Thron mit Blattschmuck und Fialen die
Heilige Mutter Gottes in der ihr zukommenden Farbtrias
sitzend. Auf ihrem Schoß der ausgemergelte leblose
Körper Christi, links unten zu ihren Füßen eine
Stifterfigur. Sowohl das Haupt Mariens als auch das
Haupt Christi mit goldpunzierten Scheibennimben versehen,
wobei hier und im vergoldeten Hintergrund der
rote Bolus deutlich hervortritt.
Vuskovic, der einer angesehenen Patrizierfamilie in
Split entstammte, gilt als einer der frühen Vertreter der
künstlerischen Erneuerung in Dalmatien, die durch den
zunehmenden Austausch mit Italien – insbesondere mit
Venedig – befördert wurde. Zwar sind nur wenige seiner
Werke erhalten oder eindeutig belegbar, doch das
vorliegende Tafelbild zeigt stilistische Merkmale, die
ihn in den Kreis jener Maler rücken, die den Übergang
vom Mittelalter zur Renaissance an der östlichen
Adriaküste begleiteten. Das Werk besticht durch seine
klare Komposition, die feine Linienführung im Inkarnat
und die ornamentale Gestaltung der Heiligenscheine –
Merkmale, die typisch für den sogenannten Dalmatinischen
Stil der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts sind.
Literatur:
Vgl. Josip Belamaric, The Painting of Dujam Vuckovic
on the Constitution of the Confraternity of the Holy
Cross in Split (1439), in: Miljenko Jurkovic and Predrag
Markovic (eds.), Scripta in honorem Igor Fiskovic
(Dissertationes et monographiae; 7), Zagreb 2015,
S. 187 – 194.
Vgl. Andrea de Marchi, Un politico spalatino di Dujam
Vuskovic a Hermitage, in: Prilozi povijesti umjetnosti
u Dalmaciji, Bd. 36, Nr.1, 1996, S. 19 – 29.
Vgl. Davor Domancic, Freske Dujma Vuskovica u
Splitu, in: Prilozi povijesti umjenostri u Dalmaciji,
Bd. 11, Nr. 1, 1959, S. 41 – 58.
Vgl. Paola Marini, Gianni Peretti und Francesca Rossi
(Hrsg.), Museo di Castelvecchio. Catalogo generale
dei dipinti e delle miniature delle collezioni civiche
veronesi, Mailand 2018, S. 121 – 122, Kat.Nr. 76.
Vgl. Valeria Poletto, Per un’aggiunta al catalogo di
Michele Giambono: un’inedita „Deposizione“ dai
depositi delle Gallerie dell’Accademia, in: Matteo
Ceriana und Valeria Poletto (Hrsg.), Il Paradiso riconquistato.
Trame d’oro e colore nella pittura di Michele
Giambono, Venedig 2016, S. 89 – 109.
(1450161) (3) (13)
DUJAM MARINOV VUSKOVIC,
CA 1400 140
PIETÀ
Tempera and gold on panel.
69.5 x 33.5 cm.
Accompanied by an expert’s report by Professor Andrea
De Marchi, Florence, 7 September 2022, in copy.
The work impresses with its clear composition, the
fine lines in the flesh tones and the ornamental design
of the halos – features that are typical of the so-called
Dalmatian style of the first half of the 15th century.
Literature:
cf. Josip Belamaric, The Painting of Dujam Vuckovic
on the Constitution of the Confraternity of the Holy
Cross in Split (1439), in: Miljenko Jurkovic and
Predrag Markovic (eds.), Scripta in honorem Igor
Fiskovic (Dissertationes et monographiae; 7), Zagreb
2015, pp. 187 – 194.
cf. Andrea de Marchi, Un politico spalatino di Dujam
Vuxkovic a Hermitage, in: Prilozi povijesti umjetnosti
u Dalmaciji, vol. 36, no.1, 1996, pp. 19 – 29.
cf. Davor Domancic, Freske Dujma Vuskovica u Splitu,
in: Prilozi povijesti umjenostri u Dalmaciji, vol. 11,
no. 1, 1959, pp. 41 – 58.
cf. Paola Marini, Gianni Peretti, and Francesca Rossi
(eds.), Museo di Castelvecchio. Catalogo generale dei
dipinti e delle miniature delle collezione civiche
veronesi, Milan 2010, pp. 121 – 122, cat. no. 76.
cf. Valeria Poletto, Per un’aggiunta al catalogo di
Michele Giambono: un’inedita “Deposizione” dai
depositi delle Gallerie dell’Accademia, in: Matteo
Ceriana and Valeria Poletto (eds.), Il Paradiso
riconquistato: trame d’oro e colore nella pittura di
Michele Giambono, Venice 2016, pp. 89 – 109.
€ 25.000 – € 35.000
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1
EUTSCHE SCHULE ES 1 AHHUNETS
DAS MARTYRIUM DES HEILIGEN JOHANNES
Öl auf Eichenholz.
45 x 34 cm.
Das Gemälde zeigt links den auf einem Thron sitzenden
Kaiser Domitian mit Gefolgsleuten, gekleidet in
traditioneller türkischer Tracht mit Turban, welche damals
als Zeichen der Ungläubigen galt. Sie scharen
sich um den in einem Kessel hockenden Heiligen Johannes
mit einem goldenen Nimbus. Einer Legende
nach wurde er in Rom mit siedendem Öl übergossen,
was er jedoch unbeschadet überstand. Nach dieser
Pein sei er ins Exil auf die Insel Patmos geschickt worden,
wo er letztlich die Offenbarung niedergeschrieben
haben soll. Die Darstellung mit zahlreichen Golddetails.
Anmerkung:
Das Gemälde geht auf einen Apokalypse-Holzschnitt
von Albrecht Dürer zurück, der 1511 datiert ist;
ein Exemplar davon befindet sich im Metropolitan
Museum of Art, New York. (1440651) (18)
€ 7.000 – € 9.000
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21
1
FLORENTINISCHE SCHULE DES
STEN 1 AHHUNETS
ELIEZER UND REBECCA AM BRUNNEN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
140 x 102 cm.
In mit Blattwerk reliefiertem Rahmen.
Dargestellt ist die alttestamentarische Episode, in der
Abraham seinem ältesten Diener Eliezer aufgetragen
hat, im Alten Land eine Ehefrau für seinen Sohn Isaak
zu finden. In sanften Tönen auf einem Podest ein steingrauer
Barockbrunnen mit Masquerons, auf dem
Podest Rebecca mit einem Kessel Wasser spendend.
Weitere Figuren mit Kamelen und angedeuteter Landschaft
im Hintergrund. Farbgebung und Physionomie
der Figuren lassen an Giorgio Vasari denken.
(1402201) (13)
€ 8.000 – € 12.000 (†) INFO | BID
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1
LOENTINE MALE ES 1 AHHUNETS
MADONNA MIT KIND UND JOHANNES DEM TÄUFER
Öl auf Holztafel. Teilparkettiert.
87 x 69 cm.
Mit einer seitlichen Holzleiste.
Vor einem Berg in rot-blauem Gewand und Tuch stehend
die Madonna, mit beiden Händen den nackten,
auf einem Podest ebenfalls stehenden Jesusknaben
haltend. Sie und Jesus blicken hinab auf den jungen
Johannes in Fellgewand, der seine rechte Hand mit
ausgestreckten Zeigefinger erhoben hat und aus dem
Bild hinausblickt. Die Häupter der drei Figuren jeweils
von einem goldenen Strahlennimbus hinterfangen. Die
länglichen Figuren und ihre Gestik an den Manierismus
der Zeit erinnernd. Malerei in zurückhaltender,
weicher Farbgebung.
(1410781) (18)
€ 8.000 – € 12.000
INFO | BID
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23
15
MITTELDEUTSCHER MEISTER
ES 1 AH HUNETS
HÖFISCHES PAAR IN UMARMUNG
Öl auf Nadelholz, parkettiert.
55 x 36 cm.
Thüringen, um 1550.
Beigegeben ist ein materialtechnologischer Bericht
von Prof. Dr. Manfred Schreiner, Akademie der Bildenden
Künste Wien, Mai 2024.
Vor schwarzem Hintergrund sitzt ein Paar auf einer
Marmorbank. Die Kleider mit geschlitzten Puffärmeln
verweisen auf das ausgehende 16. Jahrhundert. Das
Gemälde ist vermutlich im Sinne einer intimen Dokumentation
eines jungen Eheglücks entstanden, worauf
auch der Portraitcharakter hindeutet. Die Darstellung
der Dame zeigt Einflüsse der Malerei der Cranach-
Werkstatt und entspricht auch deren Schönheitsideal.
Der schwarze Hintergrund ist ein weiteres Stilelement,
das in den Darstellungen der Cranachs zu finden ist.
Dazu gehört auch die Präsentation des reichen Goldschmucks.
Das Bildthema des verliebten Paares verbreitete
sich spätestens um 1470. Ein Beispiel ist das
„Gothaer Liebespaar“, das um 1480 dem Hausbuchmeister
zugeschrieben wird, wobei die beiden noch
getrennt nebeneinander positioniert sind. Die Innigkeit
einer solchen Umarmung ist jedoch erst später nachweisbar,
vor allem seit den entsprechenden Darstellungen
Cranachs und seines Werkstattkreises. Feiner
Holzriss oben.
(1390984) (11)
€ 6.000 – € 9.000
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1
EANESE SCHULE ES 1 AHHUNETS
JUDITH MIT DEM HAUPT DES HOLOFERNES
Öl auf Holzplatte.
86 x 69 cm.
In vergoldetem Rahmen.
Vor einem dunklen herabhängenden Vorhang, dessen
Goldkante die beiden Dargestellten voneinander trennt,
die fast ganzfigurig stehende, mit dem Gesicht nach
rechts zu ihrer Amme gewandte Judith. Sie trägt ein
bewegtes gelbes Gewand mit Brustpanzer, hält in ihrer
erhobenen Rechten das Schwert, mit dem sie Holofernes
enthauptet hat, dessen Kopf sie nach unten in ihrer
linken Hand festhält. Die Tötung des Holofernes wird im
Buch Judith im Alten Testament berichtet: Nach etlichem
Brandschatzen und Morden im gesamten Vorderen
Orient gelangt Holofernes nach Betulia, wo es Judith
gelingt, ihn und sein Gefolge in ein Gelage zu
verwickeln. Sie und ihre Magd nutzen seine Trunkenheit
aus und ihn zu enthaupten.
(1451173) (3) (18)
SCHOOL O EAA, 1TH CENTU
JUDITH WITH THE HEAD OF HOLOFERNES
Oil on panel.
86 x 69 cm.
€ 10.000 – € 15.000
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25
17
GIAN PAOLO LOMAZZO,
1 MAILAN 100 EENA, U
GRUPPENBILDNIS MIT EINER ELSTER
Öl auf Holz. Parkettiert.
63,5 x 87 cm.
Lomazzo führt hier vier Figuren im Halbbildnis vor,
nebeneinander gruppiert. Dabei hält eine junge Dame
eine Elster, die soeben von dem Mann links gefüttert
wird. Der Vogel ist wohl sprechend gemeint und löst in
der Gruppe Freude, Lächeln und Lachen aus, was in
den Physiognomien der Figuren unterschiedlich zum
Ausdruck kommt. Das Gemälde ist ein hervorragendes
Beispiel für das in der Renaissance neu aufkommende
Bestreben, seelische Befindlichkeiten bildlich festzuhalten
– ein Anliegen, das im Zusammenhang mit dem
aufkommenden Individualismus zu sehen ist. Werke
des Malers sind selten, da er bereits 33-jährig erblindete.
Danach veröffentlichte Lomazzo umfangreiche kunsttheoretische
Schriften, darunter sein siebenbändiges
Hauptwerk „Trattato dell’arte della Pittura“ (1584).
Anmerkung:
Eine weitere Version des Bildes, ebenfalls Lomazzo
zugeschrieben, wurde bei Sotheby’s mit Bewertung
von USD 150.000 angeboten. Ein Vergleich mit weiteren
Versionen legt nahe, dass es sich bei dem vorliegenden
Gemälde um das älteste handelt, da Infrarotaufnahmen
unter den beiden rechten Gestalten
Vorzeichnungen – etwa einer Brille – erkennen ließen.
(1440656) (11)
€ 7.000 – € 12.000
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1
PERIN DEL VAGA,
101 LOEN 14 OM, U
DER KINDERMORD ZU BETHLEHEM
Öl/ Tempera auf Holz. Parkettiert.
47 x 77 cm.
Zuweisung an den genannten Künstler durch beiliegende
Publikation.
Das vorliegende Gemälde geht auf eine Bilderfindung
von Raphael (1483 – 1520) zurück und wurde im Kupferstich
des Marcantonio Raimondi (1475 – 1534) verbreitet.
Somit kämen sowohl Perin del Vaga, als auch
einer von dessen Mitarbeitern in Frage. Der Maler zog
alsbald nach Rom, wurde Schüler Raphaels und führte
Malereien in den Loggien aus. In der Folge erhielt er
Aufträge für Kirchen und Palazzi. Nach dem Sacco di
Roma (1527) blieben römische Aufträge aus, und er
begab sich nach Genua, wo er den Palazzo des Andrea
Doria dekorieren durfte. Über Pisa zog er wieder nach
Rom, wo sein letztes großes Werk, die Decke der Sala
Regia im Vatikan, entstand.
Literatur:
Renaissance, Special Support. Bellini Privat-Museum,
S. 26 – 27 mit Abb.
Vgl. Maria Vittoria Brugnoli, Buonaccorsi, Pietro, detto
Perin del Vaga, in: Alberto M. Ghisalberti (Hrsg.), Dizionario
Biografico degli Italiani, Bd. 15, Rom 1972.
(1450941) (11)
PERIN DEL VAGA,
101 LOENCE 14 OME, ATTIUTE
THE MASSACRE OF THE INNOCENTS
Oil/tempera on panel. Parquetted.
47 x 77 cm.
Attribution to the named artist according to enclosed
publication.
The present painting is based on a painting by Raphael
(1483 – 1520) and was circulated in an engraving by
Marcantonio Raimondi (1475 –1534). Thus, both Pierino
del Vaga and one of his collaborators could be considered
as potential artists.
Literature:
Renaissance, Special Support – Bellini Private
Museum, pp. 26 – 27 with ill.
cf. Maria Vittoria Brugnoli, Buonaccorsi, Pietro, detto
Perin del Vaga, in: Alberto M. Ghisalberti (ed.),
Dizionario Biografico degli Italiani, vol. 15, Rome 1972.
€ 50.000 – € 70.000
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27
1
BRÜGGER MEISTER DER ZWEITEN HÄLFTE
ES 1 AHHUNETS,
WOHL EIS ES IETE CLAEISSINS II
10 12
SALVATOR MUNDI
Öl auf Holz.
40,5 x 33 cm.
In vergoldetem Rahmen.
Vor dunklem Hintergrund das Brustbildnis Christi,
leicht nach rechts. Er trägt ein braunes Untergewand,
auf dessen Rand mit goldenen Buchstaben das Wort
„SALVATOR“ zu lesen ist, darüber einen roten Umhang,
ebenfalls teils gold bestückt. Er hat schulterlanges
braunes Haar, hinter seinem Haupt einen goldenen
Strahlenkranz, einen Vollbart, sowie ein feines
zartes Gesicht. Mit seinen dunkelbraunen Augen blickt
er nachdenklich aus dem Bild auf den Betrachter hinaus.
Durch den Lichteinfall werden insbesondere seine
obere Gesichtshälfte sowie seine Hals- und obere
freie Schulterpartie hervorgehoben.
(1451538) (1) (18)
€ 2.000 – € 3.000
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1
ABRAHAM JANSSENS,
1 ANTWEEN 12 EENA, EIS ES
JUPITER WIRD VON VENUS ZURECHTGEWIESEN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
146 x 181 cm.
Verso auf dem Keilrahmen mit altem Provenienzetikett.
Ungerahmt.
Vergil schilderte in der Aeneis (X,1–14) eine Begebenheit
aus dem Trojanischen Krieg: Jupiter hatte alle olympischen
Götter zusammengerufen, um sie zum Frieden zu
gemahnen – doch Venus, die ihren Enkel Aeneas und die
Trojaner unterstützen wollte, widerspricht Jupiter in dieser
Sache. Mit dem Amorknaben an der Hand redet sie
auf den nachdenklich sinnenden Jupiter und dessen Gemahlin
Juno ein, die als Gegnerin der Trojaner bekannt
ist. Ganz links beugt sich die geharnischte Minerva zu
Juno herab, hinter dem Göttervater erkennt man Diana
an ihrem Monddiadem. Halb verdeckt vom Arm der Venus
wohnen zudem Apoll mit seiner Leier als Attribut
und der Kriegsgott Mars dem Geschehen bei, während
am rechten Bildrand Herkules mit Löwenfell und Keule
heranschreitet. In der Alten Pinakothek in München wird
eine andere Version des vorliegenden Gemäldes verwahrt
(206 x 239 cm, Inv.Nr. 4884). Auch das Art Institute
of Chicago besitzt eine Version des Gemäldes (194 x
232 cm) wobei beide Versionen rechts am Rand eine
Figur zeigen, die bei unserem Gemälde fehlt, wohl aber
bei einer Werkstattwiederholung vorhanden ist, die bei
Christie’s am 2. Dezember 2014 angeboten wurde und
wohl fälschlicherweise mit der gleichen Provenienz ausgestattet
ist wie unser hier angebotenes Werk.
Provenienz laut rückwärtigem Sammlungsetikett:
Sammlung Adolf Holzapfel, Dublin.
Sammlung Sir Herbert Ingram. (1440708) (13)
ABRAHAM JANSSENS,
1 ANTWE 12 II, CICLE O
JUPITER BEING REBUKED BY VENUS
Oil on canvas. Relined.
146 x 181 cm.
Old provenance label on the back of the stretcher.
Another version of the present painting is held at the
Alte Pinakothek in Munich (206 x 239 cm, inv. no. 4884).
The Art Institute of Chicago also holds a version of the
painting (194 x 232 cm), although both versions show a
figure on the right edge that is missing from the painting
on offer for sale here but is present in a workshop
replica that was offered at Christie’s on 2 December
2014 and is probably erroneously provided with the
same provenance as the work offered here.
Provenance, according to the collection label
on the reverse:
Adolf Holzapfel collection, Dublin.
Sir Herbert Ingram collection.
€ 20.000 – € 30.000 (†) INFO | BID
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29
11
HERRI MET DE BLES,
140 OUINESSUMEUSE,
INANT, ELIEN UM 10 ANTWEEN
OE EAA, EIS ES
FLUSSLANDSCHAFT MIT STADT BEI
SONNENUNTERGANG
Öl auf Holz.
29 x 25,5 cm.
Blick auf eine große Stadt mit zahlreichen Gebäuden,
die sich vom Uferbereich mit Stadttor, Wehrtürmen und
Kirche bis zu einer Anhöhe mit Burganlage erstreckt.
Am linken Bildrand ein grüner Uferstreifen mit einem
Engel in Begleitung eines Mannes – an Darstellungen
des Tobias mit dem Engel erinnernd – hinter denen sich
ein hoher Berg erhebt. Am auffallendsten ist jedoch der
Himmel in leuchtenden Orange- und Rottönen, die sich
teils im Wasser widerspiegeln und auf einen Sonnenuntergang
hindeuten. Fantastische Landschaftsdarstellung
mit außergewöhnlichem Himmel.
(1451575) (18)
HERRI MET DE BLES,
140 OUINESSUMEUSE, INANT,
ELIUM CA 10 ANTWE O EAA,
CICLE O
RIVERSCAPE WITH CITY AT SUNSET
Oil on panel.
29 x 25.5 cm.
€ 10.000 – € 12.000
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1
HANS BOL,
14 MECHELEN 1 AMSTEAM, U
Hans Bol zählt zu den bedeutenden Flamen der niederländischen
Malerei der Hochrenaissance. 1560 wurde
er Mitglied der Malergilde in seiner Heimatstadt. 1572
verlor er bei der Plünderung der Stadt durch die Spanier
seinen gesamten Besitz und musste zweimal fliehen,
woraufhin er sich nur noch der Miniaturmalerei widmete.
1574 wurde er Mitglied der Lukasgilde in Amsterdam,
wo er auch in der Oude Kerk beigesetzt wurde.
JESUS ALS GUTER HIRTE
Gouache auf Pergament.
Sichtmaß: 16 x 21,3 cm.
Rechts unten mit Monogramm in Ligatur „HB“.
Hinter Glas gerahmt.
In einer der großen Gleichnisreden des Johannesevangeliums
sagt Jesus von sich selbst: „Ich bin der gute
Hirte“ (Joh 10,11 – 14). Hier wird Christus inmitten einer
gewässerreichen Landschaft mit spärlicher Vegetation
dargestellt, wie er dem Betrachter entgegenschreitet
und ein Lamm schultert. Eine Gouache von
Hans Bol mit dem gleichen Thema von 1585 ist beim
RKD in Den Haag unter Nummer 305028 verzeichnet.
Anmerkung:
Bereits im Alten Testament gab es das Thema des
Hirten, der mit Königen oder Richtern gleichgesetzt
wurde. Ebenfalls wurden schon Abel, Abraham,
Isaak, Mose und Jakob als Hirten bezeichnet.
(14502716) (13)
€ 8.000 – € 12.000
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1
JOHANN KÖNIG,
1 NNE 142 EENA
Johann König war ein deutscher Maler, Miniaturist und
Zeichner, der vor allem durch seine sehr fein ausgeführten
Kupfertafeln bekannt ist. Seine künstlerische Ausbildung
dürfte er vermutlich bei Johannes Rottenhammer
d. Ä. (1564 – 1625) in Augsburg erhalten haben. Als gesichert
gilt ein einjähriger Aufenthalt in Venedig sowie
ein anschließender Studienaufenthalt in Rom von 1610
bis 1614. Dort kam er wahrscheinlich noch mit dem kurz
vor seinem Tod stehende Adam Elsheimer (1574/78 –
1610) in Kontakt, dessen frührömischer Stil entscheidenen
Einfluss auf Königs Werk ausübte. Nach seiner
Rückkehr nach Augsburg im Jahr 1614 erhielt König das
Malerrecht und ließ sich dauerhaft dort nieder.
DIE TAUFE CHRISTI DURCH JOHANNES
Öl auf Kupfertafel.
37,8 x 28 cm.
Links unten signiert und datiert „Johan: König 1637“.
In braunem Flammleistenrahmen.
Wir danken Herrn Dr. Gode Krämer für seine freundlichen
Hinweise zur Katalogisierung.
In harmonischer Landschaft am Ufer des Jordans
stehend, Jesus mit weißem Lendenschurz, die rechte
Hand leicht erhoben, während die andere auf der
Brust liegt. Neben ihm, in leichter Rückenansicht, die
überlängte Figur von Johannes dem Täufer mit Fellgewand
um die Hüfte und einem roten Umhang darüber.
Seinen Kreuzesstab hat er auf einem hölzernen
Steg neben einem Schaf abgelegt. Er hat seinen
rechten Arm erhoben und will gerade eine Muschel
mit Wasser über dem Kopf Christi leeren, um ihn zu
taufen. Oberhalb der beiden hat sich der Himmel geöffnet,
und im gelben Licht ist eine weiße Taube als
Symbol des Heiligen Geistes zu sehen. Zudem sind
hinter großen Wolken mehrere Puttiköpfe mit blauen
Flügeln zu erkennen. Zwei weitere große Engel stehen
links am Ufer und scheinen die Kleidung Jesu zu
halten; einer von ihnen blickt dabei aus dem Bild heraus.
Malerei in frischen kräftigen Farben eines beliebten
Themas.
Provenienz:
Ehemals Sammlung Georg Schäfer, Schweinfurt.
(1451658) (18)
JOHANN KÖNIG,
1 NUEME 142 II
THE BAPTISM OF CHRIST BY JOHN THE BAPTIST
Oil on copper.
37.8 x 28 cm.
Signed and dated “Johan: König 1637” lower left.
We would like to thank Dr Gode Krämer for his kind
advice regarding the cataloguing.
Provenance:
Former collection Georg Schäfer, Schweinfurt.
€ 12.000 – € 15.000
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31
1
NIEDERLÄNDISCHER MALER DES
1 AH HUNETS, WOHL UMEIS ES
LUCAS ASSEL 100 10
DIE TAUFE CHRISTI DURCH JOHANNES
DEN TÄUFER IM JORDAN
Öl auf zwei Holzplatten, parkettiert.
43 x 54 cm.
In dekorativem Rahmen.
Im Zentrum der breite Fluss, in dem im Vordergrund am
flacheren Ufer Jesus mit einem weißen Lendentuch
bekleidet steht, die Arme verschränkt und nach unten
blickend. Auf einem Felsenstück am Ufer Johannes in
Fellgewand mit rotem Mantelüberwurf, der Jesus gerade
tauft. Über Jesus der Heilige Geist in Gestalt einer Taube
in einem Lichtkreis, der auf Jesus herabkommt. Rechts
am Ufer, zwischen Bäumen, vier elegant gekleidete
Männer, wohl als Verweis auf die der Taufe beiwohnenden
Pharisäer. Der Jordan führt durch eine von Figuren
begangene Brücke bis zu einer Stadt und dann an ihr
links in die Ferne; dieser Hintergrund wird überwiegend
in blau-grauer Farbigkeit wiedergegeben. Zwei weitere
kleinformatige Episoden aus dem Leben des Johannes
sind in dem Bild noch eingefügt: Rechts Johannes am
Ufer, weitere Figuren taufend, und links im Uferbereich
Johannes beim Predigen vor um ihn versammelten Zuhörern.
Am oberen Bildrand ist zudem auf einer Wolke,
umgeben von einem gelben Lichtschein, Gottvater zu
sehen. Erzählerische Darstellung mit vielen Details.
(1451332) (18)
€ 6.000 – € 8.000
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15
ANDREA SACCHI,
1 NETTUNO 11 OM, EIS ES
GRABLEGUNG CHRISTI
Öl auf Leinwand. Doubliert.
65,5 x 52,5 cm.
In dekorativem Rahmen.
Vor einer hochragenden Felswand der vom Kreuz herabgenommene
und auf einem weißen Laken am Boden
liegende Christus, mit sichtbaren Stigmata. Seitlich
von ihm die Dornenkrone und zwei Kreuzesnägel. Sein
Oberkörper ist leicht an den Schoß von Maria Magdalena
gelehnt, hinter ihr steht wohl Nikodemus mit
ihrem Salbgefäß in den Händen. Links von Christus
Maria in rot-blauem Gewand, den Blick voller Trauer auf
den Sohn gerichtet, dabei die ausgestreckten Hände
zur Seite gewandt. Malerische Darstellung mit mehreren
Figuren, bei der durch die Lichtführung einzelne
Elemente, wie die Hände Mariens, besonders hervorgehoben
werden.
(1451142) (18)
€ 6.000 – € 8.000
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1
MEISTER MIT DEM PAPAGEI, KREIS DES
Südniederländischer Maler, tätig wahrscheinlich in
Antwerpen im erstes Drittel des 16. Jahrhunderts,
Kreis des. Der Name bezieht sich auf den Papagei,
der in seinen Marienbildern stets auftritt. Seine
Werke sind bekannt für die Darstellung der Maria in
„damenhafter Schönheit“.
MARIA MAGDALENA MIT DEM SALBGEFÄSS
UND GEÖFFNETEM BUCH
Öl auf Holz.
24,5 x 19 cm.
Verso mit rotem Lacksiegel und Restetikett. Rahmen
mit Nennung des Meisters mit dem Papagei und Entstehungszeit
um 1524.
Hinter Glas gerahmt.
Das vorliegende Gemälde wird beim RKD in Den Haag
unter Nummer 40554 geführt, als „Verbleib unbekannt“
(aus dem Fotoarchiv Max J. Friedländer (1867 – 1958)).
An einer profilierten Tischecke steht eine junge Frau
mit roten Samtärmeln, rechteckigem Ausschnitt und
bewegtem Goldschmuck. Auf dem Tisch ein balustriertes,
blau-weiß dekoriertes Fayence-Salbgefäß, welches
Maria Magdalena attributiv zukommt. In ihren Händen
ein geöffnetes Buch. Das Motiv kommt mehrfach im
Werk des genannten Malers vor.
(1450521) (13)
€ 3.000 – € 5.000
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17
VENEZIANISCHER MEISTER DES
STEN 1 HEN 1 AHHUNETS
BILDNIS EINES JUNGEN MANNES
Öl auf Leinwand.
66 x 57 cm.
Halbbildnis, leicht unter Lebensgröße. Der Dargestellte
trägt einen kurzen weißen Kragen über schwarzem
Rock, was ihn als Kandidaten des Gelehrtenstandes –
vielleicht des Jesuitenkollegiums – vermuten lässt.
Das betont kurz geschnittene Haar entspricht diesem
Erscheinungsbild. Einige Pentimenti, unter anderem
zwischen Schultern und dem Hals des Portraits.
Ehemals an Jacopo Robusti, genannt Tintoretto (1518 –
1594), gegeben, weist der Stil hier jedoch einen ruhigeren
Duktus auf. Damit wäre gegebenenfalls auch an
seinen Sohn Domenico Robusti (1560 – 1635) zu denken,
welcher sich zunehmend einer glatteren Malweise
bediente, entsprechend derjenigen seines Freundes
Jacopo Palma (um 1544/48 – 1628). A.R.
Provenienz:
Sotheby’s New York, 27. März 1987, als Tintoretto.
(1450732) (2) (11)
ENETIAN MASTE O THE LATE 1THEAL
1TH CENTU
PORTRAIT OF A YOUNG MAN
Oil on canvas.
66 x 57 cm.
Formerly attributed to Jacopo Robusti, known as
Tintoretto (1518 – 1594), the style here, however, is
calmer. This could also suggest his son Domenico Robusti
(1560 – 1635), who increasingly used a smoother
painting style, similar to that of his friend Jacopo
Palma (c. 1544/48 – 1628). Some pentimenti, especially
between shoulders and neck of the portrait.
Provenance:
Sotheby’s New York, 27 March 1987, as Tintoretto.
€ 10.000 – € 15.000
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33
1
JACOPO DA PONTE BASSANO,
1101 ASSANO EL AA 12 ENEI,
WESTATT ES
Der Maler war Mitglied einer Malerfamilie, deren Mitglieder
ihre Beinamen sämtlich der Stadt Bassano del
Grappa verdankten. Begründer der Malerdynastie war
Francesco da Ponte d. Ä. (1475 – 1539), der Vater von
Jacopo. Dieser setzte seine Studien bei Bonifazio Veronese
(1487– 1553) fort, und stand – wie seine Brüder
Francesco (1549– 1592) und Leandro (1557– 1622) –
unter dem Einfluss von Tizian, aber auch von Lorenzo
Lotto (1480– 1556) und Pordenone (1483 – 1539).
GEISSELUNG CHRISTI
Öl auf Leinwand.
78 x 58 cm.
Wir danken Prof. Bernard Aikema für die schriftliche
Bestätigung.
Bassanos Bilder sind zunächst überwiegend religiösen
Themen gewidmet, bevor er sich dem Genre des bäuerlichen
Lebens zuwandte. Ab den 1540er-Jahren ist
ein Einfluss des Manierismus erkennbar, mit dramatischen
Lichteffekten, wie sie in dem vorliegenden Werk
zum Ausdruck kommt. Dies sollte sich bis in die letzten
Lebensjahre noch steigern, sodass wir in diesem
Beispiel die späte Schaffenszeit Jacopos dokumentiert
sehen dürfen.
Das carravaggeske Hell-Dunkel ist hier auf die Spitze
getrieben. Der völlig dunkle Raum lässt nur durch eine
Feuerflamme die Szenerie erkennen. Jesus, in rotem
Spottmantel, ist in gebückter Sitzhaltung zwischen den
Folterknechten gezeigt, während einer von ihnen die
Faust zum Schlag erhebt. Erst langsam gewöhnt sich
das Auge an die Dunkelheit und erkennt Einzelheiten –
wie Wandsäulen, von denen ein Knabe herabblickt, oder
weitere Gestalten im nächtlichen Dunkel. Seine um
1575 entstandene „Kreuzigung“ oder die „Taufe im Jordan“,
entstanden in seinem letzten Lebensjahr 1592,
sind Beispiele dieses Spätstiles. Ein typisches Merkmal
– beinahe Kennzeichen – der Bassano-Malerfamilie ist
eine jeweils in stark gebeugter Körperhaltung dargestellte
Figur – wie auch hier im Bild. A.R.
Literatur:
Vgl. Pietro Zampetti, Bassano, in: Kindler Malerei-
Lexikon, München 1976, S. 229 – 232.
Vgl. Emil Maurer, Manierismus. Figura serpentinata
und andere Figurenideale, Zürich und München 2001.
(1450762) (11)
JACOPO DA PONTE BASSANO,
1101 ASSANO EL AA 12 ENICE,
WOSHO O
THE FLAGELLATION OF CHRIST
Oil on canvas.
78 x 58 cm.
We would like to thank Professor Bernard Aikema for
the written statement.
His paintings were initially devoted primarily to religious
subjects before Bassano turned to the genre of
peasant life. From the 1540s onwards, the influence of
Mannerism is evident, with dramatic lighting effects,
as expressed in the present work. This would intensify
until his final years, suggesting the present work to be
a document of his later creative period. His Crucifixion,
created ca. 1575, and his Baptism in the Jordan, painted
in his last year in 1592, are examples of this late
style. A typical feature, almost a hallmark, of the Bassano
family of painters is a figure depicted in a strongly
bent posture – as in this painting.
Literature:
cf. Pietro Zampetti, Bassano, in: Kindler
Malereilexikon, Munich 1976, pp. 229-232.
cf. Emil Maurer, Manierismus. Figura serpentinata
und andere Figurenideale, Zurich and Munich 2001.
€ 15.000 – € 20.000
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1
FLÄMISCHER MALER,
ANAN ES 1 AHHUNETS
DER GEKREUZIGTE CHRISTUS
Öl auf Eichenholz.
24 x 16 cm.
In teilvergoldetem Prunkrahmen.
Das Gemälde einem Vorbild nachempfunden. Vor
abendlichem Himmel der am Kreuz hängende Jesus,
den Blick nach oben zum Himmel gerichtet. Links des
Kreuzes Maria in dem für sie typischen rot-blauem Gewand,
mit fragendem Handgestus den Kopf zu Jesus
gewendet; rechts der stehende Jünger Johannes, die
Arme vor der Brust überkreuzt und schließlich die das
Kreuz am unteren Ende umarmende, sitzende Maria
Magdalena mit offenen dunkelblonden Haaren, voller
Trauer den Blick auf Jesus gerichtet. Der zu Füßen des
Kreuzes liegende Schädel weist auf den Ort der Kreuzigung
hin, Golgatha, auch Schädelstätte genannt. Das
Kreuz wird von zwei Engeln flankiert, die sich auf Wolken
abstützen.
(1440287) (18)
FLEMISH SCHOOL,
EAL 1TH CENTU
CHRIST CRUCIFIED
Oil on oak panel.
24 x 16 cm.
€ 15.000 – € 25.000
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35
200
RAPHAEL,
14 UINO 120 OM,
NACHOLE ES 1 1 AHHUNETS,
Gemäldepaar
DER BETHLEHEMITISCHE KINDERMORD
Öl auf Leinwand.
Jeweils 74 x 60 cm.
Das kirchliche Fest am 28. Dezember – der Tag der unschuldigen
Kinder – erinnert an die im Matthäusevangelium
überlieferte Legende vom angeblichen Ereignis
des Kindermordes zu Bethlehem (Mt 2,13 – 23). Die Erzählung,
für die historische Beweise fehlen, macht König
Herodes verantwortlich, der jedoch bereits vier Jahre
vor Christi Geburt starb. In Frage käme also einer der
Söhne desselben Namens, Herodes Archelaos oder
Herodes Antipas. Die Legende – ein mythischer Topos,
der bereits in der ägyptischen Exodussage auftritt – hat
im Christentum Fuß gefasst und wurde in der Kunst
tausendfach thematisiert. Die Renaissance hat das Thema
neu in Darstellung gebracht. Vor allem der Entwurfszyklus
des Raphael, beauftragt 1520 für die Galleria degli
Arazzi im Vatikan, schuf eine neue Sicht in der
Darstellung; nach dem Tod Raphaels von Malern wie
Giulio Romano (um 1499 – 1546) fertiggestellt. Diese
Vorbilder der „Scuola Nova“ des Raphael beeinflussten
die Kunstwelt der Renaissance. Der Stil des Manierismus
fand in diesem Thema die Möglichkeit, vielfältige
Körperhaltungen neu in Szene zu setzen. Jacob Binck
(1500– 1569) etwa, Marcantonio Raimondi (um 1480-
vor 1534) aber auch Ugo da Carpi (um 1450/80 – 1532)
oder Nicolas Beatrizet (1515 – 1565) schufen Kupferstiche
zum Thema, Maler wie Cornelis van Haarlem
(1562– 1638) griffen es um 1590 erneut auf. Wiederholungen
nach den Raphael-Motiven in Öl sind kaum bekannt
geworden. Das vorliegende Gemälde ist eine dieser
höchst seltenen, in Öl ausgeführten Darstellungen
des bethlehemitischen Kindermordes nach dem Zyklus
von Raphael, hier als Grisaille/Camaieumalerei in Brauntönen.
Eine vergleichbare, etwas kleinformatigere Ausführung
in Öl auf Holz (44 x 29 cm, ebenfalls in Grisaille)
wurde am 17. Oktober 2017 unter Lot 218 im Dorotheum
versteigert, als Umkreis von Raffaello Sanzio. A.R.
(1451204) (11)
€ 8.000 – € 12.000
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1
PSEUDO FRANCESCO NAPOLETANO,
TTI IN MAILAN UM 100,
SCHULE ES LEONAO A INCI 142 11,
ZUG.
MARIA MIT DEM KINDE
Öl auf Holz.
64 x 74 cm.
In ornamental reliefiertem Rahmen.
Vor unbestimmtem Grund die leicht nach links geneigte
sitzende Figur der Maria in dunkler Gewandung, ihr
Kind haltend, das eine aufstrebende Diagonale beschreibt.
Die Darstellung sehr nahe zu den Werken von
Francesco Napoletano und anderen Schülern da Vinci’s,
wie Ambrosio da Predis und Bernardo Luini. Im Laufe
der Jahrzehnte wurde eine Händescheidung zwischen
Francesco Napoletano, von dem nur ein gesichertes
Werk in Zürich aufbewahrt wird, und den anderen Madonnendarstellungen
vorgenommen, die sich derzeit
im Metropolitan Museum of Art (Inv.Nr. 1982.60.7,
40,3 x 30,5 cm), im Harvard Art Museum (1923.37,
53,3 x 37,2 cm), im Rijksmuseum Amsterdam (Inv.Nr.
SK-A-3399, 39,3 x 29,4 cm) und weiteren internationalen
Sammlungen befinden.
Eine kürzliche Reinigung und Restaurierung brachten
mehr Details im Hintergrund (Küstenlandschaft mit
Burgen) sowie um die Köpfe der Maria und des Kindes
hervor.
Provenienz:
Wohl aus einem Konvent in Toledo, Spanien.
Sotheby’s New York, 30. Januar 1998, als Francesco
Napoletano, zug.
Christie’s, mit unbekanntem Datum, als Abrogio da
Predis.
Sotheby’s New York, 30. Januar 2020, Lot 141, als
Francesco Napoletano, zug.
Literatur:
Vgl. Maria Teresa Fiorio, Francesco Napoletano
(e Pseudo Francesco Napoletano) in: I Leonardeschi,
l’eredità di Leonardo in Lombardia, Mailand 1998.
(1451201) (13)
PSEUDO FRANCESCO NAPOLETANO,
ACTIE IN MILAN CA 100,
SCHOOL O LEONAO A INCI 142 11,
ATTRIBUTED
THE VIRGIN AND CHRIST CHILD
Oil on panel.
64 x 74 cm.
The depiction very close to the works by Francesco
Napoletano and other pupils of da Vinci, like Ambrosio
da Predis and Bernardo Luini. Over the decades, a separation
has been made between Francesco Napoletano,
of whom only one secured work is held in Zurich,
and the other depictions of the Madonna, which are
currently held at the Metropolitan Museum of Art (inv.
no. 1982.60.7, 40.3 x 30.5 cm), the Harvard Art Museum
(1923.37, 53.3 x 37.2 cm), the Rijksmuseum Amsterdam
(inv. no. SK-A-3399, 39.3 x 29.4 cm) and further
international collections.
Provenance:
Sotheby’s New York, 30 January 2020, lot 141, as
attributed to Francesco Napoletano.
Sotheby’s New York, 30 January 1998, as attributed
to Francesco Napoletano.
Christie’s, date unknown, as Abrogio da Predis.
Probably from a convent in Toledo, Spain.
Literature:
cf. Maria Teresa Fiorio, Francesco Napoletano (e
Pseudo Francesco Napoletano), in: I Leonardeschi,
l’eredità di Leonardo in Lombardia, Milan 1998.
€ 20.000 – € 25.000
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37
202
LAVINIA FONTANA,
12 OLONA 114 OM
ANDACHTSBILD: MADONNA ASSUNTA
ÜBER EINER LANDSCHAFT MIT DEN HEILIGEN
FRANZISKUS UND KATHARINA
Öl auf Kupfer.
32 x 21 cm.
Beigegeben eine Expertise von Prof. Vera Fortunati,
Bologna, sowie eine Dokumentation von Massimo
Pirondini, jeweils in Kopie.
Das halbrund geschlossene Format lässt an ein kleines
Hausaltarbild denken. Die Himmelszone mit der Gestalt
der Maria ist durch zwei seitlich hereinschwebende
Engel von der irdischen Landschaftsdarstellung abgesetzt.
Darunter Franziskus, der zu Maria aufblickt,
sowie Katharina mit Krone, Rad und Märtyrerpalme.
Die Landschaft zwischen den Figuren zeigt eine Stadt
am Fluss, in äußerst feinpinseliger Technik ausgeführt.
Das Gemälde wurde bereits Juni 2025 bei Christie’s
angeboten als „Bologneser Schule um 1600 – Kreis
Lavinia Fontana“. Inzwischen konnte durch die Publikation
von Massimo Pirondini und das Gutachten von
Vera Fortunati die Autorschaft der Malerin Fontana bestätigt
werden. Die Untersuchungen gehen auf mehrere
Details ein, etwa die Architektur im Hintergrund
oder den Vergleich der männlichen Figur mit der Darstellung
des Heiligen Cassian in einer weiteren Assunta-Darstellung
von 1584, wobei auch die Bildkomposition
der beiden Werke nahezu identisch ist.
Literatur:
Vgl. Whitney Chadwick, Women, Art, and Society,
London 1990.
Vgl. Caroline P. Murphy, Lavinia Fontana. A Painter
and her Patrons in Sixteenth-Century Bologna. New
Haven und London 2003. (1451176) (3) (11)
LAVINIA FONTANA,
12 OLONA 114 OME
DEVOTIONAL IMAGE: MADONNA ASSUNTA
ABOVE A LANDSCAPE WITH SAINTS
FRANCIS AND CATHERINE
Oil on copper.
32 x 21 cm.
Accompanied by an expert’s report by Professor Vera
Fortunati, Bologna, as well as by a documentation by
Massimo Pirondini, each in copy.
The painting was already offered at Christie’s in June
2025 under the attribution “Bolognese School ca.
1600, circle of Lavinia Fontana”. Since then, the publication
by Massimo Pirondini and expert opinion by Vera
Fortunati have attributed the work directly to Lavinia
Fontana. Both texts focus on several specific details to
support this attribution. Notably, the architectural background
and the comparison of the male figure of Saint
Cassian, closely parallel those found in the Assunta
depiction from 1584, and the composition of the two
works are almost identical.
Literature:
cf. Whitney Chadwick, Women, Art, and Society,
London 1990.
cf. Caroline P. Murphy, Lavinia Fontana. A Painter and
her Patrons in Sixteenth-Century Bologna, New
Haven and London 2003.
€ 15.000 – € 20.000
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39
203
LUDOVICO CARRACCI,
1 OLONA 11 EENA
LUCRETIA UND TARQUINIUS
Öl auf Leinwand. Doubliert.
68 x 51 cm.
Beigegeben ein Gutachten von Massimo Pirondini,
in Kopie.
Das Bildformat lässt erkennen, dass es sich hier um
ein Kabinettstück handelt. Das Thema, getragen von
der Idee der moralischen Belehrung, geht auf einen
römisch-antiken Sagenstoff des 6. vorchristlichen Jahrhunderts
zurück. Erzählt wird, wie der Stadttyrann Tarquinius
Superbus die Gattin seines Freundes während
dessen Abwesenheit vergewaltigt. Nach der Drohung,
sie bei Weigerung zu töten, gibt sie seinem Drängen
nach, nimmt sich jedoch nach dem Geschehen das
Leben. Das Ereignis markiert den Übergang von der
Tyrannis zur Republik und warf damals moralische wie
juristische Fragen auf. Somit zählt diese Sage an der
Schwelle zur römischen Justizreform unter Kaiser Augustus,
zum Gründungsmythos Roms. Vor diesem Hintergrund
wird verständlich,, dass dieses Thema besonders
seit der Renaissance in der Malerei (Botticelli,
Filippino Lippi, Cranach und andere), der Musik (Gallot,
Scarlatti, Händel, Respighi und andere) sowie in der
Dichtung (Dante, Shakespeare, Lessing) für das
Rechtsverständnis wie auch für die Moralfrage so
hohe Bedeutung erfuhr. Kennt man die Legende wird
die Dramatik der Selbstmordszene erst deutlich: Lucretia,
in Scham und Schmerz gleichermaßen niedergesunken,
stößt sich den Dolch in die Brust, während
der Tyrann Tarquinius mit gesenktem Haupt und verschattetem
Gesicht wie betroffen am Rand steht, jedoch
den Finger erhebt – ein Hinweis darauf, dass er
noch auf das alte Recht der „Patria Potestas“ weisen
will. Eine junge Magd versucht die Sterbende zu stützen,
und blickt vorwurfsvoll auf den Verursacher der
Szene. Möglicherweise wird hier ein literarischer Aspekt
sichtbar, der nicht überliefert ist. Nicht unerheblich
ist, dass der Maler auf die sonst so häufig dargestellte
Nacktheit der Lucretia verzichtet hat – vermutlich
ein Beweis dafür, dass bewusst auf den den erotischen
Aspekt verzichtet wurde, zugunsten einer moralisch
orientierten Aussage. Stilistisch wird deutlich,
wie die Brüder Carracci den übersteigerten Manierismus
der Vorgängergeneration zu überwinden suchten.
Ludovico Carraccis „Martyrium der heiligen Margherita“
(in San Maurizio in Mantua, 1616) weist in Gestaltung
und Farbkomposition deutliche Parallelen zum
vorliegenden Gemälde auf. A.R.
(14504511) (11)
LUDOVICO CARRACCI,
1 OLONA 11 II
LUCRETIA AND TARQUIN
Oil on canvas. Relined.
68 x 51 cm.
Accompanied by an expert’s report by Massimo
Pirondini, in copy.
The format of this painting suggests it was conceived
as a showpiece. Its subject, rooted in moral instruction,
is drawn from the ancient Roman legend of Lucretia,
dating to the 6th century BC. According to the
legend, the tyrant Tarquin, also known as Lucius Tarquinius
Superbus raped his friend’s wife during his absence.
After threatening her with death should she
resist, she gave in to his pressure but later took her
own life. The event marked the transition from tyranny
to the Roman Republic. It also raised moral and legal
questions at the time and was later invoked, particularly
around the period of Emperor Augustus’s judicial reforms,
as part of Rome’s founding myth. Against this
backdrop, the enduring prominence of this subject in
both painting and poetry – particularly from the Renaissance
onwards – is understandable, given the relevance
to legal theory and moral discourse. Notably, the
painter has chosen to refrain from depicting Lucretia’s
nudity, which is otherwise often prevalent. This deliberate
omission suggests an intentional aversion from
eroticism in favour of a moral message. Stylistically,
this painting clearly demonstrates the Carracci brothers’
aim to overcome the exaggerated Mannerism of
their previous generation. Ludovico Carracci’s Martyrdom
of Saint Margaret (San Maurizio in Mantua, 1616)
shows comparable features in composition and colour
palette to the present painting.
€ 40.000 – € 60.000 (†)
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41
204
GIOVANNI LORENZO BERNINI,
1 NEAEL 10 OM, EIS ES
BILDNIS EINES ARCHITEKTEN (BERNINI?)
MIT BLATT UND ZIRKEL
Öl auf Leinwand, auf Platte.
76,2 x 61,6 cm.
Das Gemälde, das den Architekten im Halbbildnis
zeigt, weist unverkennbare Ähnlichkeiten mit dem
Selbstportrait des berühmten Bernini von 1623 auf.
Der „Erfinder des barocken Roms“ stellt sich dort mit
Lippenbärtchen und hoher Stirn dar. Wie in jenem
Selbstbildnis, in dem sich Bernini im 25. Lebensjahr
zeigt, ist auch hier die schwarze Kleidung mit weißem
Kragen dargestellt. Die Körperhaltung, die Gestaltung
des Kragens sowie der auf den Betrachter gerichtete
Blick sind identisch, allerdings erscheint das Gesicht
im vorliegenden Gemälde in etwas fortgeschrittenem
Alter. Eine Erweiterung der Darstellung gegenüber
dem jugendlichen Bildnis ist das Skizzenblatt links unten,
das – gemeinsam mit einem Zirkel und einem
Bündel feiner Malpinsel – den Dargestellten als Architekten
und zugleich als Maler kennzeichnet. So lässt
sich nicht von der Hand weisen, dass es sich hier um
die Darstellung Berninis handelt, mit den Attributen
seines Wirkens als Baumeister und Maler gleichzeitig.
Das Gemälde wurde mehrfach besprochen und sowohl
Bernini als auch anderen Künstlern zugeschrieben.
Maurizio Marini sieht in dem Werk ein authentisches
Selbstbildnis Berninis (Ausstellungskatalog
Trafalgar- Galleries 1983), während Petrucci 2006 von
dieser Annahme abweicht, jedoch aufgrund der hohen
Qualität den Maler Jaques Courtois (Il Borgognone,
1621 – 1676) ins Feld führt. Unzweifelhaft handelt es
sich nicht um eine Kopie des oben genannten Selbstbildnisses;
vielmehr wird hier die künstlerische Absicht
deutlich, den Dargestellten als Giovanni Lorenzo
Bernini kenntlich zu machen, dies zudem mit den genannten
Attributen. Das Gemälde ist daher zweifellos
von hoher kunstwissenschaftlicher Bedeutung.
Provenienz:
Privatsammlung Surrey, England, 1804 – 1974 (dort
ausgestellt).
Travalgar Galleries London 1974.
Barbara Piasecka Johnson-Collection 1987.
Div. Besitz.
Literatur:
Maurizio Marini, Un contributo a Gianlorenzo Bernini
’al dipingere... molto inclinato’, Arte Viva. Firma Antiquari,
1992, S. 42, Abb. 1.
Francesco Petrucci, L´opera pittorica di Gian Lorenzo
Bernini, in: Maria Grazia Bernardini (Hrsg.), Bernini a
Montecitorio. Ciclo di conferenze nel quarto centenario
della nascita di Gian Lorenzo Bernini, Salerno
2001, S. 91, Nr. 20, als ’Gian Lorenzo Bernini’.
Francesco Petrucci, Bernini Pittore dal disegno al ’maraviglioso
composto’, Rom 2006, S. 377, Nr. 13, unter
„ipotesi attributive, opere dubbie e di incerta attribuzione“.
(1440607) (11)
GIOVANNI LORENZO BERNINI,
1 NALES 10 OME, CICLE O
PORTRAIT OF AN ARCHITECT (BERNINI?)
WITH PAPER AND COMPASS
Oil on canvas, on plate.
76.2 x 61.6 cm.
The architect is depicted in half-length portrait that bears
an unmistakable resemblance to Bernini’s famous
self-portrait from 1623. While the face in the present
painting appears somewhat older, the posture, collar design,
and direct gaze towards the viewer are identical.
These features strongly suggests that the subject is indeed
Bernini, portrayed with attributes reflecting his dual
roles as architect and painter. The painting has been the
subject of scholarly discussion and has been attributed
both to Bernini himself and to other artists. Maurizio
Marini considers it an authentic self-portrait by Bernini
(Trafalgar Galleries exhibition catalogue, 1983), whereas
Petrucci (2006) departs from this view, instead attributing
the work to Jacques Courtois (“Il Borgognone”, 1621
– 1676) citing its exceptional quality. This is clearly not a
copy of the aforementioned self-portrait; rather, the artist’s
intention appears to have been to depict Giovanni
Lorenzo Bernini recognizably, incorporating elements associated
with his identity and oeuvre. As such, the painting
holds significant art-historical value.
Provenance:
Private collection, Surrey, England, 1804 – 1974
(exhibited there).
Trafalgar Galleries, London, 1974.
Barbara Piasecka Johnson-Collection, 1987.
Various subsequent owners.
Literature:
Maurizio Marini, Un contributo a Gianlorenzo Bernini
’al dipingere... molto inclinato’, in: Arte Viva, Firma
Antiquari, 1992, p. 42, ill. 1.
Francesco Petrucci, L’opera pittorica di Gian Lorenzo
Bernini, in: Maria Grazia Bernardini (ed.), Bernini a
Montecitorio. Ciclo di conferenze nel quarto
centenario della nascita di Gian Lorenzo Bernini,
Salerno 2001, p. 91, no. 20, as “Gian Lorenzo Bernini”.
Francesco Petrucci, Bernini Pittore: dal disegno al
’maraviglioso composto’, Rome 2006, p. 377, no. 13,
under “ipotesi attributive, opere dubbie e di incerta
attribuzione”.
€ 30.000 – € 50.000
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43
205
MAESTRO DEL SAMARITANO,
AUCH GENANNT „MAESTRO DELL’ACCADEMIA
DI SAN FERNANDO“
Der Künstler war in den 1620er- und 1630er-Jahren tätig
und gilt als ein Vertreter des flämischen Caravaggismus.
DAS MARTYRIUM DES HEILIGEN SEBASTIAN
Öl auf Leinwand.
118 x 96,5 cm.
In gefasstem profiliertem Rahmen.
Beigegeben eine Expertise von Prof. Pierluigi Carofano,
der das Werk dem genannten Künstler zuweist, 4. April
2025, in Kopie.
Vor abgedunkeltem Fond hebt sich am oberen Bildrand
ein Baumstamm mit einem davon abgehenden Zweig
ab. An diesem wird soeben ein junger Mann festgebunden,
dessen Scham durch ein weißes Tuch bedeckt
ist. Die Schnüre werden von einem jungen und
einem älteren Mann gebunden, wobei der Junge sichtlich
mit seinem Tun ringt. Sein geöffneter Mund wirft
Fragen auf, die der Betrachter zu beantworten sucht.
Das Thema des Martyriums des Sebastian ist in der
Kunstgeschichte äußerst beliebt, die Darstellung des
Heiligen, bevor die Bogenschützen auf den zu Tode
verurteilten schossen allerdings um einiges seltener.
MAESTRO DEL SAMARITANO,
ALSO KNOWN AS “MAESTRO DELL’ACCADEMIA
DI SAN FERNANDO”
The artist active in the 1620s and 1630s, regarded as
Flemish caravaggist.
THE MARTYRDOM OF SAINT SEBASTIAN
Oil on canvas.
118 x 96.5 cm.
Accompanied by an expert’s report by Professor
Pierluigi Carofano, who attributes the work to the
aforementioned artist, Pisa, 4 April 2025, in copy.
Literature:
cf. Gianni Papi, Ancora sul Maestro del Samaritano
in Idem, Un misto di grano e di pula. Scritti su
Caravaggio e l’ambiente caravaggesco, Roma –
Napoli 2020, pp. 133 – 153.
€ 22.000 – € 28.000
INFO | BID
Literatur:
Vgl. Gianni Papi, Ancora sul Maestro del Samaritano
in Idem, Un misto di grano e di pula. Scritti su Caravaggio
e l’ambiente caravaggesco, Rom – Neapel
2020, S. 133 – 153.
(14406511) (13)
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45
206
ELISABETTA SIRANI,
1 OLONA 1 EENA, U
MARIA MIT DEM KINDE
Öl auf Leinwand. Doubliert.
104 x 76 cm.
In ornamental reliefiertem Rahmen.
Beigegeben eine Expertise von Emilio Negro, Bologna,
das Gemälde Elisabetta Sirani zuschreibend, in Kopie.
Vor unbestimmtem abgedunkeltem Fond die leicht
nach links gerichtete Sitzfigur der Mutter Gottes, auf
ihrem Oberschenkel das eine aufstrebende Diagonale
beschreibende Christuskind balancierend. Während es
sich an der Schulter der Mutter zu stützen sucht, gleitet
der Blick Mariens – gleichsam auf den Erlösertod
Christi vorausblickend – an dem Kind vorbei.
ELISABETTA SIRANI,
1 OLONA 1 II, ATTIUTE
THE MADONNA AND CHILD
Oil on canvas. Relined.
104 x 76 cm.
Accompanied by an expert’s report by Emilio Negro,
Bologna, in copy.
Emilio Negro cites several comparative examples and
draws a connection to Elisabetta and Barbara Sirani.
€ 25.000 – € 35.000
INFO | BID
Emilio Negro kommt in seinen Ausführungen, in denen
er mehrere Vergleichsbeispiele nennt, zu dem Schluss,
dass sich ein stilistischer Bogen zu Elisabetta (1638 –
1665) und Barbara Sirani (1641 – 1692) schlagen lässt.
Er sieht in den Figuren von Jesus und Maria die eigenhändige
Arbeit Elisabetta Siranis. Ihre jüngere Schwester
Barbara habe bei den Faltenwürfen unterstützt.
(1451611) (13)
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47
207
SALVATOR ROSA,
11 NEAEL 1 OM, U
Rosa, auch Salvatoriello genannt, zählt zu den eigenwilligsten
Malern seiner Zeit. Selbst auch Dichter und
Schauspieler, verstand er die Wirkung theatralischer
Effekte. Hier gilt er als Gegenspieler etwa des Zeitgenossen
Claude le Lorrain (1600 – 1682), dessen Bilder
klassizistische Ruhe zeigen.
DER HEILIGE ONUPHRIUS
Öl auf Leinwand.
45 x 39,5 cm
In vergoldetem Prunkrahmen.
Prof. Stefano Causa ist zu danken für die Zuschreibung
an Salvator Rosa.
Das Gemälde zeigt eine Episode aus dem Leben des
Heiligen Onuphrius, der um das 4. Jahrhundert als Einsiedler
in der ägyptischen Wüste in völliger Einsamkeit
lebte, nur mit Grasbüscheln bekleidet und unaufhörlich
betete. Er wird hier als reifer bärtiger Mann dargestellt,
sehr schlank und nur mit einem Lendenschurz aus
Blättern bekleidet, wie er durch eine Landschaft geht
und einen langen Rosenkranz in der Hand hält, wohl
als Hinweis auf sein ständiges Beten. Der Gesamtcharakter
des Werkes ist durch schnelle Striche und eine
kräftige Betonung gekennzeichnet, sowie durch ein
intensives Hell-Dunkel, typisch für Salvator Rosa und
seine Werkstatt.
(1451252) (18)
SALVATOR ROSA,
11 NALES 1 OME, ATTIUTE
SAINT ONUPHRIUS
Oil on canvas.
45 x 39.5 cm
We would like to thank Professor Stefano Causa for attributing
the work to Salvator Rosa.
The overall impression is characterized by rapid brushstrokes,
dramatic emphasis, and a pronounced chiaroscuro
– features typical of Rosa and his workshop.
€ 8.000 – € 10.000
INFO | BID
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208
LUCA GIORDANO,
GENANNT „LUCA FA PRESTO“,
14 NEAEL 10 EENA
Der vor allem für seine Fresken berühmte Maler war
Sohn eines Kunsthändlers aus Apulien, der sich ebenfalls
der Malerei widmete. So erhielt er seinen ersten
Unterricht bei seinem Vater, wobei allgemein angenommen
wird, dass er ein Schüler des Jusepe de Ribera
(1588/91 – 1652) war. Etliche seiner Werke lassen auch
dessen Einfluss erkennen, und das enorm umfangreiche
Werk Giordanos zeigt, dass er sämtliche Stilvarianten
seiner Zeit beherrschte. Auch die Themenbreite in seinem
Werk – in sämtlichen Bereichen der Historienmalerei,
religiöse Darstellungen, aber auch mythologische
Szenen – zeigt Einflüsse zunächst der Caravaggisten,
später aber auch der Maler Pietro da Cortona (1596 –
1669), Mattia Preti (1613 – 1699) oder Peter Paul Rubens
(1577 – 1640). Im Bildaufbau mancher seiner Werke sind
auch die venezianischen Meister wie Paolo Veronese
(1528 – 1588), Tiziano Vecellio (1485/89 – 1576) oder Domenico
Robusti Tintoretto (1560 – 1635) spürbar. Alsbald
wurde er durch zahllose Aufträge geehrt, um die italienischen
Paläste mit Fresken und Ölbildern auszustatten.
In flotter, schneller Malweise geübt, war er in der Lage,
mehr Werke zu schaffen als seine Kollegen. 1690 wurde
er nach Spanien berufen, wo er unter Karl II 13 Jahre tätig
war und zum Ritter ernannt wurde. In dieser Zeit entstanden
seine besten Arbeiten in der Kirche San Lorenzo
in Escorial.
DAS WUNDER DES HEILIGEN ANTONIUS VON PADUA
Öl auf Leinwand. Doubliert.
50,5 x 51 cm.
In Prunkrahmen.
Beigegeben eine Expertise von Prof. Nicola Spinosa,
Neapel, 16. Mai 2025, in Kopie.
Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um eine Ölskizze,
laut Prof. Spinosa, für einen Teil der Freskendekoration
der Szenen mit den Geschichten der Wunder des
Heiligen Antonius von Padua in der Kirche San Antonio
de los Alemanes oder de los Portugueses in Madrid, die
der Künstler während seiner Dienstzeit am Hof von
1692 bis 1702 schuf. Der Heilige Antonius wird im Habit
eines Franziskaners dargestellt, also in einem braunen
Gewand mit Kapuze und einem Gürtel um die Hüfte.
Mit seinem Kopf, der von einem Nimbus umgeben ist,
und seinen Augen wendet er sich nach oben zum Himmel
und bittet Gott um Heilung des vor ihm knienden
blinden Mannes. Dieser nimmt gerade das Tuch von seinen
Augen als Zeichen der Heilung, worüber die umstehenden
Figuren erstaunt sind. Die Skizze weist mehrere
Variationen im Vergleich zum Fresco mit demselben
Thema auf. Laut Spinosa ist der summarische Stil der
Bildebene typisch für Skizzen Giordanos.
Provenienz:
Laut rückseitigem Etikett aus der bedeutenden Londoner
Sammlung von Bernard Sunley (1910 – 1964).
Literatur:
Vgl. Oreste Ferrari und Giuseppe Scavizzi, Luca Giordano.
L’opera completa, Neapel 1997, Bd. 2, S. 217,
Nr. 650, 658, 659 & 660. (1451251) (18)
LUCA GIORDANO,
ALSO KNOWN AS “LUCA FA PRESTO”,
14 NALES 10 II
THE MIRACLE OF SAINT ANTHONY OF PADUA
Oil on canvas. Relined.
50.5 x 51 cm.
Accompanied by an expert’s report by Professor Nicola
Spinosa, Naples, 16 May 2025, in copy.
According to Professor Spinosa, the present work is an
oil sketch for part of the fresco decoration depicting
the miracles of Saint Anthony of Padua in the church of
San Antonio de los Alemanes o de los Portugueses,
Madrid, executed during Giordano’s service at the
Spanish court between 1692 and 1702. The sketch presents
several variations from the corresponding fresco.
According to Spinosa, the loose, summarised style
of the pictorial surface is characteristic of Giordano’s
preparatory sketches.
Provenance:
According to the label on the reverse, from the
important London collection of Bernard Sunley
(1910 – 1964).
Literature:
cf. Oreste Ferrari and Giuseppe Scavizzi, Luca
Giordano. Catalogo delle opere, Naples 1997,
vol. 2, p. 217, nos. 650, 658, 659 & 660.
€ 20.000 – € 40.000
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49
209
BERNARDO CAVALLINO,
1122 NEAEL 14 EENA,
WERKSTATT DES
JUDITH MIT DEM HAUPT DES HOLOFERNES
Monogramm „B.C.“ auf dem Schwertgriff.
Öl auf Leinwand. Doubliert.
120 x 94 cm.
In breitem ebonisiertem Rahmen.
Unter einem grünen Velum steht Judith, nach vorn gebeugt
und den Betrachter anblickend, mit ihrer einen
Hand ein Schwert haltend, mit der anderen ein weißes
Tuch über einen Kopf legend, der fahl auf eine Tischplatte
gelegt worden ist. Die Tötung des Holofernes
wird im Buch Judith im Alten Testament berichtet.
Nach etlichem Brandschatzen und Morden im gesamten
Vorderen Orient, gelangt Holofernes nach Betulia,
wo es Judith gelingt, ihn und sein Gefolge in ein Gelage
zu verwickeln. Sie und ihre Magd nutzen seine Trunkenheit
aus und enthaupten ihn. Der Künstler, über
den lange nur wenig bekannt war, wurde erst durch
die nachfolgend zitierte Publikation von Nicola Spinosa
wieder ins Licht gerückt. Man vermutet, dass er möglicherweise
Schüler von lokalen Malern wie Massimo
Stanzione (1585 – 1656) war, jedenfalls von Michelangelo
Merisi Caravaggio (1570/71 – 1610) und dessen
Hell-Dunkel-Malerei stark beeinflusst.
BERNARDO CAVALLINO
1122 NALES 14 II,
WOSHO O
JUDITH WITH THE HEAD OF HOLOFERNES
Oil on canvas. Relined.
120 x 94 cm.
Provenance:
Private collection, Barcelona.
Notes:
Further versions of the painting are held in the
Nationalmuseum Stockholm as well as in the
collection Harrach, Wien.
Literature:
cf. Nicola Spinosa, Grazia e tenerezza in posa –
Bernardo Cavallino e il suo tempo (1616 – 1656),
Rome 2014.
€ 25.000 – € 35.000
INFO | BID
Provenienz:
Privatsammlung Barcelona.
Anmerkungen:
Weitere Versionen des Gemäldes finden sich im
Nationalmuseum Stockholm sowie in der Sammlung
Harrach, Wien.
Literatur:
Vgl. Nicola Spinosa, Grazia e tenerezza ’in posa’.
Bernardo Cavallino e il suo tempo (1616 – 1656),
Rom 2013. (1450731) (2) (13)
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51
1
MATEO GALLARDO,
UM 100 1, U
JAËL UND SISERA
Öl auf Leinwand. Doubliert.
145,7 x 162,5 cm.
Links mittig bezeichnet „IAHEL“.
In ornamental reliefiertem vergoldetem Rahmen.
In einem Innenraum, der nach links hin zu einer Flusslandschaft
geöffnet ist, spielt die biblische Szene. In
der Zeit der Richter wurde Israel von den Kanaanitern
unterdrückt, deren Heerführer Sisera große Angst verbreitete.
Als der israelitische Heerführer Barak auf Geheiß
der Prophetin Debora gegen Sisera kämpfte, wurde
dessen Heer besiegt. Sisera floh zu Fuß und suchte
Zuflucht im Zelt von Jaël, der Frau des Keniters Heber.
Obwohl ihr Volk mit den Kanaanitern verbündet war,
erschlug Jaël den geflohenen Sisera heimlich im Schlaf,
indem sie ihm einen Zeltpflock durch die Schläfe trieb,
der hier gut zu erkennen ist. Ihre mutige Tat führte zum
endgültigen Sieg Israels über die Kanaaniter und wird
in Deboras Siegeslied gepriesen.
Provenienz:
Sammlung Forum Filatélico, Madrid.
Sotheby’s London, 29. April 2015, Lot 570.
Privatsammlung Madrid.
Isbilya, Sevilla, 5.- 6. April 2016.
Auktion Alcala Subastas Madrid, 30. November –
1. Dezember 2016, Lot 2032.
Subastas Segre, Madrid, 13. Dezember 2022, Lot 89.
Privatsammlung Spanien.
Literatur:
Diego Angulo Iñiguez und Alfonso Pérez Sánchez,
Historia de la pintura española. Escuela madrileña del
segundo tercio del siglo XVII, Madrid 1983 (Erstausgabe
1969), S. 67.
Vgl. Mónica Ann Walker Vadillo, La presentación o
dedicación de manuscritos en la miniatura, in: Revista
Digital de Iconografía Medieval, Bd. 6, Nr. 11, 2014,
S. 53 – 64. (1440282) (13)
MATEO GALLARDO,
CA 10 1, ATTIUTE
JAEL AND SISERA
Oil on canvas. Relined.
145.7 x 162.5 cm
Inscribed “IAHEL” at centre left.
Provenance:
Collection Forum Filatélico, Madrid.
Sotheby’s London, 29 April 2015, lot 570.
Private collection, Madrid.
Isbilya Seville, 5 – 6 April 2016.
Alcalá Subastas Madrid, 30 November – 1 December
2016, lot 2032.
Subastas Segre Madrid, 13 December 2022, lot 89.
Private collection, Spain.
Literature:
Diego Angulo Iñiguez, Alfonso Pérez Sánchez,
Historia de la pintura española. Escuela madrileña del
segundo tercio del siglo XVII, Madrid 1983, p. 67.
cf. Mónica Ann Walker Vadillo, La presentación o dedicación
de manuscritos en la miniatura, in: Revista
Digital de Iconografía Medieval, vol. 6, no. 11,
pp. 53 – 64.
€ 15.000 – € 20.000
INFO | BID
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11
EMILIANISCHE SCHULE ES 1 AHHUNETS
VENUS MIT CUPIDO UND KONZERTIERENDEN
FIGUREN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
93,2 x 126,2 cm.
In teilmarmoriertem Rahmen.
Vor einem grünen Ehrentuch liegt auf einer Kline Venus,
die von Amor liebkost wird. Vor ihr ein bocksbeiniger
Rundtisch auf dem gerade angerichtet wird. Im rechten
Hintergrund vor einer Landschaft und einem vorspringenden
Gebäudekomplex mit Dreiecksgiebel vier musizierende
Männer in Toga.
EMILIAN SCHOOL, 1TH CENTU
VENUS, CUPID, AND FIGURES GIVING A CONCERT
Oil on canvas. Relined.
93.2 x 126.2 cm.
Provenance:
Auction Bonhams, 27 April 2016, lot 70.
€ 18.000 – € 25.000
INFO | BID
Provenienz:
Auktion Bonhams, 27. April 2016, Lot 70. (1450207) (13)
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53
1
SALVATOR ROSA,
11 NEAEL 1 OM, WESTATT ES
JEREMIA WIRD AUS DER GRUBE GEZOGEN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
163 x 122 cm.
In teilebonisiertem Rahmen.
Die Szene zeigt einen dramatischen Moment aus dem
Alten Testament (Jer 38,6–13). Der Prophet Jeremia
war wegen seiner unbequemen Botschaften in eine
Zisterne geworfen worden – eine dunkle, schlammige
Grube ohne Wasser, in der er dem Tod geweiht war.
Auf Bitten des Kämmerers Ebed-Melech gestattete
König Zedekia schließlich seine Rettung. Dieses Motiv
war in der Kunst der frühen Neuzeit besonders beliebt,
da es für Glaubensfestigkeit, göttliche Fügung und
Hoffnung in der Bedrängnis steht.
Anmerkung:
Nach dem Werk von Salvator Rosa aus dem Jahr
1622 mit den Maßen 268 x 178 cm, das sich unter
der Inv.Nr. PE 84 in der Sammlung des Musée Condé
in Chantilly befindet.
Literatur:
Zu dem Werk von Salvator Rosa siehe Caterina Volpi,
Salvator Rosa (1615 – 1673). Pittore famoso, Rom
2014, S. 321, Abb. 262 und Kat.Nr. 250, S. 546.
(14502011) (13)
€ 8.000 – € 12.000
INFO | BID
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1
LUCIANO BORZONE,
10 ENUA 14 EENA
SUSANNA UND DIE BEIDEN ALTEN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
112 x 142 cm.
Gezeigt ist die Szene, in der Susanne im Bad von den
beiden Alten bedrängt wird. Um sie verführen zu können,
drohen diese mit Erpressung, gegenseitig Zeugen
dafür zu sein, dass Susanna eingewilligt hätte.
Erst der Prophet Daniel als Richter bewies ihre Unschuld
durch getrennte Befragung der Alten. Somit gilt
die Legende – neben dem „Salomonischen Urteil“ –
als historisches Zeugnis der frühen antiken Wahrheitsfindung
und Rechtsgeschichte. Werke, die gesichert
Borzone zugeordnet werden können, sind in der Kirche
San Francesco di Paola in Genua zu finden, wo sich ein
von ihm signiertes Altarbild befindet.
Literatur:
Anna Manzitti, Luciano Borzone 1590 – 1645, Genua
2015, S. 99, Abb. 15.
Franco Renzo Pesenti, La pittura in Liguria. Artisti del
primo Seicento, Genua 1986, S. 68, Abb. 49.
Anna Manzitti (Hrsg.), Luciano Borzone. Pittore vivacissimo
nella Genova di primo Seicento, Ausst.-Kat.,
Genua 2015, S. 32 und 33, Abb. 8.
Ausstellungen:
Luciano Borzone. Pittore vivacissimo nella Genova di
primo Seicento, Palazzo Lomellino in Strada Nuova,
Genua, 18. Dezember 2015 – 28. Februar 2016, kuratiert
von Anna Manzitti. (1450792) (3) (13)
LUCIANO BORZONE,
10 ENOA 14 II
SUSANNA AND THE TWO ELDERS
Oil on canvas. Relined.
112 x 142 cm.
Literature:
Anna Manzitti, Luciano Borzone 1590 – 1645, Genoa
2015, p. 99, ill. 15.
Franco Renzo Pesenti, La pittura in Liguria. Artisti del
primo Seicento, Genoa 1986, p. 68, ill. 49.
Anna Manzitti (ed.), Luciano Borzone. Pittore
vivacissimo nella Genova di primo Seicento,
exhibition catalogue, Genoa 2015, pp. 32 – 33, ill. 8.
Exhibitions:
Luciano Borzone. Pittore vivacissimo nella Genova di
primo Seicento, Palazzo Lomellino in Strada Nuova,
Genoa, 18 December 2015 – 28 February 2016, curated
by Anna Manzitti.
€ 23.000 – € 25.000
INFO | BID
1 ENTFÄLLT
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55
15
PAOLO DE MATTEIS,
12 IANO EL CILENTO 12 NEAEL
Der Maler war Schüler von Luca Giordano (1632/34 –
1705), nahm aber auch Einflüsse von Veronese (1528
– 1588) auf und stand in Kontakt mit Massimo Stanzione
(1585 – 1656). Noch vor 1683 unternahm er mehrere
Reisen, arbeitet dabei in Süditalien und Rom, wo er
sich von Carlo Marattas (1625 – 1713) Werken beeinflussen
ließ. Seine Entwicklung hin zum Stil des Barocks,
wie wir ihn von Amigone kennen, ließ ihn zu
einem Gegenspieler Francesco Solimenas (1657 –
1747) werden. 1683 zog er nach Neapel, wo er bis
1697 wirkte und Fresken für die Kirchen Santa Maria
degli Angeli und San Fernando schuf. Von 1702 bis
1705 war de Matteis Hofmaler in Paris und übernahm
dort den eleganten und verfeinerten Stil der französischen
Malerei. Zurück in Neapel, nach den spanischen
Erbfolgekriegen und unter Habsburger Herrschaft,
wurde er mit Aufträgen überhäuft. Seine Malerei wurde
mehr und mehr von einem akademischen Geist erfüllt,
wie wir in dem Gemälde „Herkules auf dem
Scheideweg“ von 1712, im Ashmolean Museum, Oxford,
sehen können.
STUDIE EINES MANNES
Öl auf Leinwand. Doubliert.
127 x 100 cm.
In breitem reliefverziertem Rahmen.
Beigegeben ein Gutachten von Prof. Stefano Causa,
25. Juni 2025, in Kopie.
In einer höhlenähnlichen Konstruktion das Dreiviertelbildnis
eines unbekleideten Mannes mit grauem Bart
und in breiten Strähnen liegendem Haar, seine rechte
Hand am Brustkorb liegend, die andere hinter dem
Rücken gekehrt. Unverkennbar ist die Ähnlichkeit, die
das hier angebotene Gemälde mit der Neptunstatue
des Giambologna in Florenz – freilich im seitenverkehrten
Sinn – aufweist, wenngleich sie zeitlich versetzt
und an verschiedenen Orten entstanden sind. In seinem
Gutachten nennt Causa zahlreiche Vergleichsbeispiele,
die das Gemälde im Ouevre de Matteis festigen
– so ein Triumph des Neptun im Palazzo Medici
Riccardi in Florenz von Luca Giordano, ein Apoll und
Daphne aus einer Privatsammlung und ein Deckengemälde
Paolo de Matteis in Neapel.
Literatur:
Vgl. Evonne Levy, Paolo De Matteis, 1662 – 1728,
in: A Taste for Angels. Neapolitan Painting in North
America 1650 – 1750, New Haven, 1987, S. 215 – 249.
Vgl. Paola Santucci, Paolo De Matteis, in: „Dizionario
biografico degli italiani, 38, 1990.
Vgl. Livio Pestilli, Paolo de Matteis: Neapolitan
Painting and Cultural History in Baroque Europe,
Rom, 2013, S. 358.
Vgl. Ugo Di Furia, Paolo De Matteis dimenticato,
in: Ricerche sull’arte a Napoli in età moderna. Saggi
e documenti 2019, Neapel 2019, S. 156 – 202.
(1450811) (3) (13)
PAOLO DE MATTEIS,
12 IANO EL CILENTO 12 NALES
STUDY OF A MAN
Oil on canvas. Relined.
127 x 100 cm.
Accompanied by an expert’s report by Professor Stefano
Causa, dated 25 June 2025, in copy.
The similarity of the present painting to Giambologna’s
statue of Neptune in Florence – albeit in reverse – is
unmistakable, even though they worked at different
times and in different places. In his report, Causa cites
numerous comparative examples that cement the
painting in de Matteis’ oeuvre – such as a Triumph of
Neptune in the Palazzo Medici Riccardi in Florence by
Luca Giordano, an Apollo and Daphne, from a private
collection, and a ceiling painting by Paolo de Mattei in
Naples.
Literature:
cf. Evonne Levy, Paolo De Matteis, 1662 – 1728, in:
A Taste for Angels. Neapolitan Painting in North
America 1650 – 1750, New Haven 1987, pp. 215 – 249.
cf. Paola Santucci, Paolo De Matteis, in: Dizionario
Biografico degli italiani, vol. 38, 1990.
cf. Livio Pestilli, Paolo de Matteis: Neapolitan Painting
and Cultural History in Baroque Europe, Rome 2013,
p. 358.
cf. Ugo Di Furia, Paolo De Matteis dimenticato,
in: Ricerche sull’arte a Napoli in età moderna. Saggi
e documenti 2019, Naples 2019, pp. 156 – 202.
€ 20.000 – € 30.000
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1
FRANCESCO PACECCO DE ROSA,
AUCH „GIOVAN FRANCESCO DE ROSA“,
10 NEAEL 1 EENA
LOT UND SEINE TÖCHTER
Öl auf Leinwand. Doubliert.
174 x 220 cm.
Ungerahmt.
Beigegeben ein Gutachten von Prof. Nicola Spinosa,
Neapel, 21. März 2005, in Kopie.
Um dem Gottesgericht über die Stadt Sodom zu entfliehen,
wird Lot mit seiner Familie vor die Stadt geführt.
Er und seine Töchter fliehen in die Berge, wie auf
dem Gemälde anhand einer Felskonstruktion zu erkennen
ist. Aus Angst der beiden Töchter, dass kein Mann
im Lande sei, der ihnen Nachkommen geben könne,
machen sie ihren Vater betrunken, um mit ihm zu
schlafen. Unterhalb eines Berges ist hier der trunkene
Lot zu sehen, eine Tochter auf dem Schoß haltend,
während die andere ein teilvergoldetes Prunkgefäß
hält, um Wein nachzuschenken (Gen 19,30 – 38).
In seinem Gutachten stellt Spinosa fest, dass das vorliegende
Werk von Pacecco nach 1640 entstanden ist,
vergleichbar in Form, Farbe und Ausdruck mit den Gemälden
„Diana und Actaion“ im Palazzo Reale in Neapel
oder auch mit einem Werk in Molinari Pradelli a
Marano di Castenaso nahe Bologna. Der Neapolitaner
lernte bei Massimo Stanzione (1585 – 1656) und gilt
heute als einer seiner interessantesten und originellsten
Schüler. Weitere Einflüsse nahm er durch die
Anschauung der Werke von Ribera (1588/91 – 1652),
Guido Reni (1575 – 1642) und dem allgemeinen Caravaggismus
der Zeit in sich auf.
Literatur:
Vgl. Lilia Rocco, in: Civiltà del Seicento a Napoli,
Ausst.-Kat., Neapel 1984, Bd. 1, S. 130 – 131.
Vgl. Riccardo Lattuada, De Rosa, Giovan Francesco,
detto Pacecco, in: Dizionario Biografico degli Italiani,
Bd. 39, Rom 1991.
Vgl. Vincenzo Pacelli, Giovan Francesco de Rosa detto
Pacecco de Rosa 1607 – 1656, Neapel 2008.
(1451262) (13)
FRANCESCO PACECCO DE ROSA,
ALSO KNOWN AS “GIOVAN FRANCESCO DE ROSA”,
10 NALES 1 II
LOT AND HIS DAUGHTERS
Oil on canvas. Relined.
174 x 220 cm.
Accompanied by an expert’s report by Professor Nicola
Spinosa, Naples, dated 21 March 2005, in copy.
In his report, Professor Spinosa dates the present
work to after 1640, identifying it as by Pacecco de
Rosa. He notes that it is comparable in composition,
colour, and expression to the paintings Diana and Actaeon
in the Palazzo Reale in Naples or to a work in
Molinari Pradelli a Marano di Castenaso near Bologna.
Literature:
cf. Lilia Rocco, in: Civiltà del Seicento a Napoli,
exhibition catalogue, Naples 1984, vol. 1, pp. 130 – 131.
cf. Riccardo Lattuada, De Rosa, Giovan Francesco,
detto Pacecco, in: Dizionario Biografico degli Italiani,
vol. 39, Rome 1991.
cf. Vincenzo Pacelli, Giovan Francesco de Rosa detto
Pacecco de Rosa 1607 – 1656, Naples 2008.
€ 16.000 – € 18.000
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57
17
ANDRIES DANIELS,
UM 10 140, U
PRÄCHTIGER BLUMENKRANZ MIT DER HEILIGEN
FAMILIE MIT JOHANNES UND ELISABETH, SOWIE
INSEKTEN, FRÜCHTEN UND GARNELEN
Öl auf Holz. Parkettiert.
104 x 72,5 cm.
In ornamental verziertem Rahmen.
Vor abgedunkeltem Fond ein hochovaler üppiger Blumenkranz
mit Kaiserkrone, Schneeball, Tulpen, Lilien,
Rosen, Kornblumen, Studentenblumen, Vergissmeinnicht
und weiteren Blüten, in stark raumgreifender
Weise angeordnet. Das prächtige Leben des Kranzes
wird durch sich in Bewegung befindliche Insekten belebt
– wie einer Libelle oben links, eine auf dem
Schneeball sitzende Schlupfwespe sowie ein Schmetterling,
der im Begriff ist, den Blumenkranz fliegend zu
verlassen. Der Schmetterling steht für Auferstehung
und Erlösung, während die anfliegende Libelle oben
links als Hinweis auf den nahenden Tod Christi gelesen
werden kann. Innerhalb des Blütenkranzes ein außergewöhnliches
Motiv, das aus keinem vergleichbaren
Bild des 17. Jahrhunderts bekannt ist: ein hochovaler
zweiter Ring mit Früchten und Garnelen. Auf einem
mittelgrauen Fond sind Trauben, Pflaumen, Birnen,
Pfirsiche, Zitrusfrüchte, Himbeeren, Erdbeeren, Rettiche
und Garnelen drapiert, ebenso eine rechts platzierte
Schnecke mit ihrem Schneckenhaus an einem Johannisbeerzweig.
Das starkfarbige Ensemble wirkt auf
den ersten Blick besonders frisch, doch beim genauen
Hinsehen der Vanitas-Gedanke auch hier offenbar:
mehrere Früchte zeigen bereits Spuren von Fäulnis –
ein Hinweis auf die Vergänglichkeit des Irdischen. Im
Zentrum befindet sich nun die figürliche Darstellung
der sitzenden Muttergottes, auf ihrem Schoß das liegende
Jesuskind. Rechts neben ihr, hinter einem
Fruchtteller, Josef; links Elisabeth, ihre Hand auf die
Schulter des Johannes legend. Dieser trägt den Kreuzstab
und ein Schriftband mit der Aufschrift Ecce Agnus
Dei, zu seinen Füßen das bildnishafte Lamm, das unter
dem Jesuskind platziert ist. Zwischen Johannes
und Jesus erscheint die Taube als als Symbol des Heiligen
Geistes.
Blumengirlanden mit christlichen Motiven waren in der
flämischen Malerei des 17. Jahrhunderts beliebt. Als
Autor dieses prachtvollen Motiv wird Andries Daniels
angenommen – einer der frühesten Nachfolger des
Jan Brueghel d. Ä. (1568 – 1625), der diese Bildform
einführte. Ein vergleichbares Gemälde mit einer Heiligen
Familie in einer Blumengirlande wird unter Inv.Nr.
GK 56 in der Gemäldegalerie Alte Meister in Kassel
aufgewahrt.
Provenienz:
Aus französischer Kunstsammlung.
Anmerkung:
Auf der Rückseite der vorliegenden Tafel befinden
sich vier Brandstempel: Ab 1617 mussten die Antwerpener
Tafelmacher ihre fertiggestellten Tafeln dem
Dekan oder dem sogenannten „Keurmeester“ zur
Begutachtung vorlegen. Zu diesem Zweck waren die
Tafeln bereits zuvor von Meister mit seinem Monogramm
oder Hauszeichen zu versehen. Während fehlerhafte
Tafeln zerbrochen wurden, erhielten genehmigte
Tafeln drei weitere Brandzeichen: zwei Hände
und ein Schloss. Ein Gemälde aus Daniels’ „Hand mit
Maria mit dem Kind und Engeln“ wird im Stadthuis in
Geraardsbergen aufbewahrt.
Literatur:
Vgl. Bernhard Schnackenburg, Gesamtkatalog Gemäldegalerie
Alte Meister, Staatliche Museen Kassel,
Bd. 2, Mainz 1996, S. 101, 120, dort das Kasseler Bild.
Vgl. Justus Lange, Julia Carrasco, Kunst und Illusion.
Das Spiel mit dem Betrachter, Petersberg 2016, S. 136,
Kat.Nr. 45, dort das Kasseler Bild.
(14511111) (13)
€ 8.000 – € 12.000
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59
1
LMISCHE SCHULE ES 1 AHHUNETS
MOSES ERRICHTET DIE EHERNE
SCHLANGE IN DER WÜSTE SINAI
Öl auf Nussholzplatte.
63,5 x 96 cm.
Verso alter Klebezettel einer Museumsausstellung
in Dublin.
Ungerahmt.
Großformatiges Tafelbild. Äußerst vielfigürliche Darstellung
der biblischen Legende, nach der Moses anlässlich
einer Schlangenplage eine eherne Schlange
errichten ließ. Der Legende nach waren alle von
Schlangenbissen geheilt, die auf die eherne Schlange
geblickt hatten. Moses ist in rotem Umhang im Zentrum
der Darstellung zu sehen, in Begleitung seines
Bruders Aaron mit der Kopfbedeckung des Hohepriesters.
Links im Hintergrund die Zeltstadt. Die Hauptfiguren
umgeben von zahlreichen Personengruppen,
zum Teil unbekleidet, von den Schlangenbissen betroffen,
rechts hinten eine um Hilfe flehende Menschengruppe.
Das Gemälde ganz im flämischen Manierismus
ausgeführt, dementsprechend auch die zum Teil
gedrehten Körperdarstellungen sowie der Kontrast
zwischen blassfarbigem Inkarnat und aufleuchtenden
Farben in den Gewändern.
(1451465) (11)
LEMISH SCHOOL, 1TH CENTU
MOSES AND THE BRAZEN SERPENT
IN THE SINAI DESERT
Oil on walnut panel.
63.5 x 96 cm.
Old adhesive label of a museum exhibition
in Dublin on the reverse.
Unframed.
Large-format panel painting with multi-figured
depiction.
€ 18.000 – € 26.000
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1
ABRAHAM JANSSENS,
1 ANTWEEN 12 EENA, U
Abraham Janssens war ein Schüler von Jan Snellinck.
Um die Jahrhundertwende verweilte er in Rom, bereits
1602 erscheint er jedoch wieder in den Büchern der
Lukasgilde von Antwerpen, zu deren Dekan er 1607
wurde. Janssen war in erster Linie Historienmaler und
widmete sich vor allem religiösen Themen, Allegorien
und mythologischen Darstellungen großen Formats.
Seine Werke spiegeln gekonnt die Einflüsse des „italianisierten
Klassizismus“ der Antwerpener Schule der
ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wider. Anfangs übten
seine Arbeiten einen gewissen Einfluss auf den jungen
Rubens aus, bevor dieser zur dominierenden Figur der
flämischen Malerei wurde und wiederum auch Janssens
stark beeindruckte. Aus Janssens Atelier gingen
zahlreiche hervorragende Künstler hervor, darunter Michele
Desubleo, Nicolas Régnier, Gerard Seghers und
Theodor Rombouts.
ECCE HOMO
Öl auf Leinwand.
138 x 105 cm.
Ungerahmt.
Mit dem Hinweis „Ecce Homo“ stellt der römische
Stadthalter Pontius Pilatus, gemäß dem Johannesevangelium,
den mit einer Dornenkrone gekrönten Jesus
von Nazareth vor. Hinter einer Steinbrüstung steht
Christus, leicht nach links gewandt, mit dem Spottzepter,
Dornenkrone und rotem Umhang sowie gefesselten
Händen, umringt von Schergen.
Anmerkung:
Abraham Janssens war ein Schüler von Jan Snellinck.
Um die Jahrhundertwende verweilte er in Rom, 1602
erscheint er jedoch bereits wieder in den Büchern der
Lukasgilde von Antwerpen, zu deren Dekan er 1607
wurde. Er war eigentlich Historienmaler und beschäftigte
sich hauptsächlich mit religiösen Themen, Allegorien
und mythologischen Darstellungen großen
Formats. Seine Werke spiegeln gekonnt die Einflüsse
des „italianisierten Klassizismus“ der Antwerpener
Schule der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wieder.
Seine Werke hatten anfänglich einen gewissen Einfluss
auf den jungen Rubens, bevor dieser zur dominantesten
Figur der flämischen Malerei wurde und
auch Janssens schwer beeindruckte. Aus Janssens
Atelier gingen viele hervorragende Künstler hervor,
darunter Michele Desubleo, Nicholas Regnier, Gerard
Seghers und Theodor Rombouts. (14504516) (13)
ABRAHAM JANSSENS,
1 ANTWE 12 II, ATTIUTE
ECCE HOMO
Oil on canvas.
138 x 105 cm.
€ 30.000 – € 50.000
(†)
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61
220
FRANS FRANCKEN II,
11 ANTWEEN 142 EENA
CHRISTUS UNTER DEN SCHRIFTGELEHRTEN
Öl auf Holz. Parkettiert.
70 x 55 cm.
Rechts unten signiert „Do.. ffra..k.“.
In dekorativem Rahmen.
Das Ereignis aus dem Leben Jesu Christi wird beschrieben
im Lukasevangelium (Lk 2,41 ff). Der zwölfjährige
Jesus war mit seinen Eltern zum Paschafest nach Jerusalem
gepilgert. Als sie ihn schließlich vermissen, finden
sie Jesus im Tempel, wo er mitten unter den Schriftgelehrten
sitzt, ihnen zuhört, Fragen stellt und alle mit seinem
Verständnis in Erstaunen versetzt. Auf dem Gemälde
ist Jesus unter einem großen Baldachin mit einem
aufgeschlagenen Buch sitzend zu sehen. Er blickt nach
rechts zu Maria und Josef, die ihn jetzt wiedergefunden
haben. Um ihn herum und im Bereich des unteren Treppenabsatzes
zahlreiche, teils edel gekleidete Schriftgelehrte,
einige von ihnen wertvolle alte Bücher haltend,
sowie Jesus voller Interesse betrachtend und zuhörend.
Qualitätvolle Malerei mit besonderer Herausarbeitung
der Physiognomie einzelner Figuren, darunter der Mann
im Vordergrund in rotem Mantel mit pelzverbrämtem Kragen,
der als einziger aus dem Gemälde herausschaut.
(1451535) (1) (18)
FRANS FRANCKEN II,
11 ANTWE 142 II
CHRIST AMONG THE SCRIBES
Oil on panel. Parquetted.
70 x 55 cm.
Signed “Do.. ffra..k.” lower right.
€ 10.000 – € 12.000
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1
LMISCHE MALE ES 1 AHHUNETS
DER TRIUMPHIERENDE CHRISTUS
Öl auf Kupferplatte.
58 x 44 cm.
In schwarzem Flammleistenrahmen.
Im Zentrum des Gemäldes steht der auferstandene stehende
Christus mit erkennbaren Stigmata auf der Erdkugel,
der ein großes Kreuz hält. Er wird als Triumphierender
dargestellt, der über die Welt herrscht und das
Böse – in Form einer Schlange, die sich um die Erdkugel
windet – besiegt hat. Das von ihm gehaltene Kreuz verweist
auf seine Passion und die Erlösung. Das Geschehen
findet auf einer Art Terrasse statt, mit Säulen am
rechten Bildrand und einer Brüstung unter wolkenlosem
blauem Himmel im Hintergrund. Christus wird
umgeben von einer Vielzahl von Figuren, die überrascht
und teils ungläubig auf ihn blicken. Zu diesen gehört am
unteren linken Bildrand auch Maria Magdalena, die ihr
attributiv zugeordnetes Salbgefäß am Boden abgestellt
hat, sowie rechts der Apostel Petrus mit einem Schlüssel
in der Hand. Qualitätvolle Malerei mit bekanntem
Motiv in der flämischen Malerei des 17. Jahrhunderts.
(14512010) (18)
€ 3.000 – € 4.000
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222
LORENZO DE NETER,
TTI ESTE HLTE ES 1 AHHUNETS
DER HEILIGE SEBASTIAN UMSORGT VON ENGELN
Öl auf Holz.
40,5 x 32,5 cm.
Rechts unten monogrammiert in Ligatur und datiert
„LDN fe.ft 1637“.
Der Überlieferung zufolge hatte sich Sebastian als
Hauptmann am kaiserlichen Hof öffentlich zum Christentum
bekannt, woraufhin er zum Tode verurteilt wurde
und man ihn von Bogenschützen erschießen ließ.
Die Darstellung zeigt den Heiligen, nur mit einem Lendenschurz
bekleidet, an einem Baum mit Seilen gebunden,
die Hände dabei noch hinter dem Rücken gefesselt
und von Pfeilen getroffen. Umgeben ist er von
drei Engeln: Einer löst seine Fesseln um die Unterbeine,
auf den Sebastian hinabblickt, die beiden anderen
entfernen die Pfeile aus seinem Oberschenkel und aus
seiner Brustseite. Ein weiterer Engel ist im bewölkten
Himmel heranfliegend zu sehen, dabei in seiner ausgestreckten
rechten Hand einen Lorbeerkranz haltend.
Links des Baumes Blick in eine weite Landschaft mit
Gebäuden vor abendlichem Himmel. Erzählerische
Darstellung mit meist raschem bewegtem Pinselstrich,
wobei der Heilige durch sein fahles Inkarnat und
den weißen Lendenschurz gegenüber der dunkleren
Umgebung besonders hervorgehoben wird.
(14512012) (18)
€ 8.000 – € 10.000
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223
PHILIPS DE MARLIER,
CA 100 CA 1, U
DIE MYSTISCHE VERMÄHLUNG DER HEILIGEN
KATHARINA IN EINEM BLUMENKRANZ
Öl auf Kupferplatte.
54,8 x 68,8 cm.
Für die Zuschreibung an Philips de Marlier ist Dr. Fred
G. Meijer zu danken.
In einer grauen Steinkartusche in einem Queroval: Die
sitzende Maria in rot-blauem Gewand mit dem Jesusknaben
auf dem Schoß, der zur mystischen Vermählung
der vor ihm knienden Katharina mit goldener Krone
einen Ring auf den Finger steckt; rechts hinter ihnen
stehend Josef, während nach links der Bick in eine
weite Landschaft mit untergehendem Sonnenlicht
fällt. Umrahmt wird die Darstellung von einem farbenfrohen
prachtvollen Blumenkranz mit Rosen, Tulpen,
Narzissen, Schneeball und diversen Kleinblütlern. Die
Figuren dürften von einem anderen, nicht bekannten
zeitgenössischen Maler stammen, mit dem Marlier
wohl zusammengearbeitet hat.
(1451533) (1) (18)
€ 5.000 – € 8.000
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63
224
FRANS FRANCKEN II,
11 ANTWEEN 142 EENA, U
JESUS UND DIE EHEBRECHERIN
Öl auf Holz.
28,5 x 20,5 cm.
In vergoldetem Prunkrahmen.
Die Darstellung ist wohl ein Fragment eines größeren
Gemäldes, das wohl ursprünglich einen Blütenkranz
enthielt. Die Darstellung, im mit schmalem Goldrand
umgebenen Hochoval, geht auf das Johannesevangelium
zurück (Joh 7,53-8,11) und beschreibt eine Konfrontation
zwischen Jesus und den Schriftgelehrten
und Pharisäern zu der Frage, ob eine Frau, die soeben
beim Ehebruch ertappt wurde, gesteinigt werden
muss. In Landschaft der stehende Jesus in rötlichem
Gewand mit goldenem Nimbus, der von einem hinter
ihm stehenden älteren Schriftgelehrten auf die am Boden
kniende Frau hingewiesen wird. Diese blickt Jesus
mit leicht erhobenem Kopf, ehrfürchtig und ergeben
mit leicht ausgebreiteten erhobenen Armen an
und scheint um Vergebung zu bitten. Vor ihr ein kleines
Hündchen, das auf ihrem Kleid mit den Vorderbeinen
ruht; dieses Hündchen soll die eheliche Treue symbolisieren,
die gebrochen wurde. Im Hintergrund rechts,
vor einem Baum, eine Vielzahl von Schriftgelehrten
und Pharisäern, die auf die Antwort Jesu warten. Außerhalb
des Ovals, auf schwarzem Grund, mehrere
Blüten, darunter in der linken Ecke weiße Maiglöckchen,
die Teil einer ursprünglichen Umrandung mit Blüten
waren. In der Holzplatte zwei alt restaurierte horizontale
Risse.
Provenienz:
Aus dem alten Besitz eines niedersächsischen Adelsgeschlechtes.
(1431346) (18)
€ 3.000 – € 5.000
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225
ABRAHAM WILLEMSENS,
UM 12 12, U
MARIA MIT DEM KINDE UND DEM
HEILIGEN FRANSZISKUS
Öl auf Kupfer.
73 x 104 cm.
In ebonisiertem Rahmen.
Inmitten einer felsigen Landschaft ein vertikal weit emporragender
Baum. Rechts im Mittelgrund einer auf
einem Fels gebauten Kirche, die auf Assisi hindeutet.
Links, vor einer bis auf den Grund strebenden Wolkenbank,
Maria mit dem Kinde und dem Heiligen Franziskus.
Vor einer Lichtquelle zwei Putti.
(1441612) (13)
€ 4.000 – € 6.000
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226
JOHANN KÖNIG,
1 NNE 142 EENA
Johann König war ein deutscher Maler, Miniaturist und
Zeichner, der vor allem durch seine sehr fein ausgeführten
Kupfertafeln bekannt ist. Seine künstlerische Ausbildung
dürfte er vermutlichbei Johannes Rottenhammer
d. Ä. (1564 – 1625) in Augsburg erhalten haben. Als gesichert
gilt ein einjähriger Aufenthalt in Venedig sowie
ein anschließender Studienaufenthalt in Rom von 1610
bis 1614. Dort kam er wahrscheinlich noch mit dem kurz
vor seinem Tod stehende Adam Elsheimer (1574/78 –
1610) in Kontakt, dessen frührömischer Stil entscheidenen
Einfluss auf Königs Werk ausübte. Nach seiner
Rückkehr nach Augsburg im Jahr 1614 erhielt König das
Malerrecht und ließ sich dauerhaft dort nieder.
DIE GEBURT CHRISTI MIT DER ANBETUNG
DER ENGEL, 1620ER-JAHRE
Öl auf Kupferplatte.
26,5 x 21 cm.
In rotem Samtpassepartout in Flammleistenrahmen.
Beigegeben eine Expertise von Prof. Dr. Dr. h. c. Jan
de Maere, Rambrouch, 20. Januar 2023, in Kopie.
Vor einem steinernen Gebäude, das auf Stroh und einem
weißen Tuch liegende Jesuskind. Oberhalb seines
Kopfes, auf der Spitze eines Holzkreuzes, die Inschrift
„INRI“. Rechts neben ihm die kniende Maria in
rotem Gewand und dunkelblauem, leicht grünlich wirkendem
Umhang, hinter der wiederum der bärtige Josef
mit einem Stab in seinen Händen steht. Beide
schauen das Kind liebevoll an. Um Maria herum zahlreiche
große stehende Engel mit Flügeln, zur Anbetung
und Betrachtung des Kindes versammelt. Oberhalb
der Gruppe: Blick auf die nächtliche hügelige
Landschaft und drei fliegende Putti in hellerem gelblichem
Licht, die zukünftigen Marterwerkzeuge des
Neugeborenen – eine Dornenkrone, Nägel und einen
Hammer – haltend. Qualitätvolle Malerei mit gekonnter
Lichtführung.
Laut Prof. de Maere ist das Gemälde dem deutschen
Maler Johann König zuzuordnen und wurde vermutlich
in Augsburg geschaffen, wo er auch eine eigene Werkstatt
unterhielt. Das vorliegende Werk zeigt deutlich
die Einflüsse von Johann Rottenhammer (1564 – 1625)
und von Hendrick van Balen (1575 – 1632). Auch die
Farbpalette verweist auf Johann König, jedoch können
gewisse Einflüsse seiner Werkstatt nicht ausgeschlossen
werden. Arbeiten des Künstlers befinden sich unter
anderem im Louvre in Paris, im Kunsthistorisches
Museum Wien, in der Kunstgalerie Berlin sowie in der
Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe.
(1451574) (18)
€ 6.000 – € 8.000
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65
227
MISCHE MEISTE ES 1 AHHUNETS
RUHE AUF DER FLUCHT NACH ÄGYPTEN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
Sichtmaß der querovalen Darstellung: 83,5 x 63,5 cm.
Auf rechteckiger Doublierung: 66 x 86,5 cm.
In dekorativem Rahmen.
Vor bergigem bewaldeten Landschaftshintergrund rastet
die Heilige Familie an einem flachen Flussufer.
Maria in rot-blauem Gewand sitzt seitlich auf einem
Esel und reicht dem stehenden Josef gerade das in
Windeln gewickelte Jesuskind. Umgeben sind sie von
zahlreichen großen geflügelten Engeln, darunter mittig
einer in orangem Gewand, der an einem kurzen Seil
den Esel hält und mit der anderen Hand auf ein Boot
mit zwei Schiffern verweist, das der Familie zur Überfahrt
auf das andere Flussufer dienen soll. Besonders
aufffallend in dieser figurenreichen Darstellung sind
einige Palmen, die in der Mitte des Hintergrunds in
den Himmel ragen, in dem erneut einige Engel in gelblichem
Lichtschein sichtbar sind.
Provenienz:
Colonel Robert Raynsford Jackson (1823 – 1898),
Baumwollspinnereibesitzer, Clayton Grange, Wilpshire,
Lancashire.
Monsieur Loffet aus Gunnersbury. Nach seinem Tod,
Auktion, Christie’s, London, 20. Februar 1882, Lot 93,
wo es von Mr. Shepherd erworben wurde
(1451621) (3) (18)
€ 8.000 – € 12.000
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228
SIMON VOUET,
10 AIS 14 EENA,
NACHOLE ES 1 1 AHHUNETS
A LINS
DER RAUB DER EUROPA
Öl auf Leinwand.
117 x 90 cm.
In breitem, ornamental reliefiertem Rahmen.
Dieses Gemälde erzählt die Sage vom Raub der Europa,
wie sie in den „Metamorphosen“ des Ovid (II,836-
875) beschrieben wird. Dort wird berichtet, wie sich
Jupiter in die schöne Europa, die Tochter des Königs
Agenor von Thyros, verliebte, und sich in einen Stier
verwandelte, um sich so dem Mädchen, das am
Strand mit ihren Dienerinnen spielte, nähern zu können.
Europa ließ sich vom sanften Gebaren des Stiers
täuschen, stieg auf und wurde so von Jupiter geraubt
und nach Kreta verschleppt. Das seitenrichtige Original
von Vouet wurde um 1640 ausgeführt und befindet
sich heute im Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid,
Inv.Nr. 428 (1966.4).
(14502514) (13)
€ 3.500 – € 5.000
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229
LMISCHE MEISTE ES 1 AHHUNETS
DAS URTEIL DES PARIS
Öl auf Kupfertafel.
35 x 45 cm.
In teilvergoldetem Rahmen.
In bergiger Landschaft, im sanften Licht der rötlich untergehenden
Sonne, der auf einem roten Tuch auf einem
Stein sitzende Paris. Er hat sich unter den drei Göttinnen
Aphrodite, Athene und Hera als Schiedsrichter
für Aphrodite als Schönste entschieden und überreicht
ihr den goldenen Apfel. Über ihr schwebt ein Putto mit
einem geflochtenen Siegeskranz für ihr Haupt. Rechts,
in Rückenansicht, vor abgelegter glänzender Rüstung,
die sich wohl ankleidende Athene. In der unteren rechten
Ecke, zwischen Schilfblättern, der halb liegende
Meeresgott Poseidon. Darstellung eines in der Malerei
beliebten Themas in harmonischen Farben.
Anmerkung:
Die vorliegende Kupfertafel mit dem Urteil des Paris
greift die Bildidee auf, die Marcantonio Raimondi (um
1480 – 1527) in seinem berühmten Stich verwirklichte,
welcher wiederum auf eine heute verlorene Zeichnung
Raphaels (1483 – 1520) zurückgeht. (1450822) (18)
LEMISH SCHOOL, 1TH CENTU
THE JUDGEMENT OF PARIS
Oil on copper.
35 x 45 cm.
Notes:
The present painting on copper, with the Judgement
of Paris references a composition by Marcantonio
Raimondi (ca. 1480 – 1527) realised in his famous
engraving, which in turn was based on a now-lost
drawing by Raphael (1483 – 1520).
€ 18.000 – € 30.000
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67
230
PETER PAUL RUBENS,
1 SIEEN 140 ANTWEEN, NACH
DIE ENTFÜHRUNG DES GANYMED
Öl auf Leinwand. Doubliert.
195 x 200 cm.
Verso auf dem Keilrahmen mit alten handschriftlichen
Vermerken und Etikett.
In breitem reliefverziertem Kehlrahmen.
Ganymed, ein junger trojanischer Prinz von außergewöhnlicher
Anmut, erweckte die Aufmerksamkeit des
Göttervaters Zeus. Verliebt in den Jüngling, verwandelte
sich Zeus in einen Adler und entführte Ganymed auf
den Olymp, wo er fortan als Mundschenk der Götter
diente und ihnen den Nektar der Unsterblichkeit reichte.
Diese mythische Szene wurde in der Kunst immer
wieder aufgegriffen und symbolisiert nicht nur die
Macht der Götter, sondern auch die Vergänglichkeit
menschlicher Schönheit. Das Gemälde, das sich eng
an das Vorbild in der Fürstlich Schwarzenberg’schen
Kunststiftung in Vaduz (Inv.Nr. 10) hält, zeigt Ganymed
in den Fängen des Adlers, eine Trinkschale darreichend.
Eine ähnliche Kopie des 19. Jahrhunderts,
bei der besonders im oberen linken Viertel deutlich
wird, dass es sich um eine Variante handelt, wird unter
der Inv.Nr. Mo 1501 in der Gemäldegalerie Alte
Meister verwahrt.
Literatur:
Vgl. Gudrun Swoboda (Hrsg.), Idole & Rivalen. Künstlerischer
Wettstreit in der Antike und der Frühen Neuzeit,
Ausst.Kat., Kunsthistorisches Museum Wien,
erschienen Berlin 2022, S. 136 – 137, Kat.Nr. 27b.
Vgl. Elizabeth McGrath, Gregory Martin, Fiona Healy,
Bert Schepers, Carl Van de Velde und Karolien De
Clippel (Hrsg.), Mythological Subjects, Bd.1: Achilles
to The Graces, in: Corpus Rubenianum Ludwig
Burchard, Part XI, London 2016, S. 436 – 437, Kat.Nr.
43. (1450254) (13)
€ 5.000 – € 7.000
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1
JACQUES STELLA,
1 LON 1 AIS, U
DIE ANBETUNG DER ENGEL
Öl auf Leinwand. Doubliert.
26,5 x 31,8 cm.
In vergoldetem, teils mit rotem Samt
bezogenem Rahmen.
Im Zentrum das auf einem weißen Kissen und Laken
liegende, seitlich langestreckte, sanft schlafende Jesuskind,
lediglich mit einem Tuch im Schambereich
bedeckt. Seitlich von ihm zwei größere stehende Engel,
von denen einer das Kind mit vor der Brust gefalteten
Händen betrachtet, der andere hat die Arme
vor der Brust überkreuzt und richtet seinen Blick
ehrfurchtsvoll auf Jesus. Im Hintergrund links zwei
Putti, von denen einer mit einem goldbesticktem
Vorhang beschäftigt ist. Qualitätvolle einfühlsame
Darstellung in weichen zarten Farbtönen mit meisterhafter
Lichtführung, die den Schlafenden und die
Gesichter der großen Engel hervorhebt.
JACQUES STELLA,
1 LON 1 AIS, ATTIUTE
THE ADORATION OF THE ANGELS
Oil on canvas. Relined.
26.5 x 31.8 cm.
Notes:
Another comparable version of the artist’s Adoration
of the Angels, in which the sleeping Christ Child is
positioned differently, was sold at Sotheby’s New York
on 27 January 2011, lot 313.
€ 15.000 – € 20.000
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Anmerkung:
Eine weitere vergleichbare Version der „Anbetung der
Engel“ des Künstlers, bei der das schlafende Jesuskind
anders liegt, wurde am 27. Januar 2011 bei
Sotheby’s New York versteigert, Lot 313.
(1451202) (18)
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69
232
LMISCHE MALE ES 1 AHHUNETS
BILDNIS EINES GELEHRTEN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
127 x 97 cm.
Links unten undeutliche Signatur.
In vergoldetem Rahmen.
In einem Innenraum an einem Tisch hinter einem kleinen
Stapel von Büchern sitzend, ein alter Mann in
schwarzer Kleidung mit passender Kopfbedeckung. Er
hat einen langen grauen Bart, eine faltige Stirn und
blickt nachdenklich aus dem Bild heraus. Mit seiner
linken Hand hält er ein aufgeschlagenes Buch, während
seine Rechte einen Federkiel für Notizen umfasst.
Qualitativ hochwertige Malerei mit gekonnter
Lichtführung, bei der insbesondere eine Gesichtshälfte,
die Hände und die Bücher betont werden, um die
Gelehrsamkeit hervorzuheben.
(1451181) (18)
LEMISH SCHOOL, 1TH CENTU
PORTRAIT OF A SCHOLAR
Oil on canvas. Relined.
127 x 97 cm.
Unidentified signature lower left.
€ 12.000 – € 15.000
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233
MARTEN VAN CLEVE D. Ä.,
12 ANTWEEN 11 EENA
Er studierte unter Frans Floris (um 1516 – 1570) und
entdeckte zunächst seine Vorliebe für die Landschaftsmalerei.
Durch seinen Bruder Heinrich veranlasst,
widmete er sich jedoch bald fast ausschließlich
der figürlichen Malerei. Seine meist vielfigurigen Genrebilder
werden oft nur vordergründig als teilweise
humorvolle Szenen verstanden, hinter denen sich jedoch
nicht selten ein tieferer allegorischer oder gesellschaftskritischer
Sinn verbirgt. 1551 wurde er Mitglied
der Antwerpener Lukasgilde.
PAAR MIT SPINDEL UND HENNE
Öl auf Holz. Parkettiert.
22 x 30,2 cm.
Beigegeben ein Gutachten von Dr. Klaus Ertz, Lingen,
vom 14. Februar 2022, in Kopie. Laut Dr. Ertz geht die
Deutung auf einen Kupferstich zurück, in dem der
„Hennentaster“ festgestellt hat, dass die Henne unzugänglich
ist und ihm darauf von der Frau eine Spindel
entgegengehalten wird – als grob-derbe Erotisierung.
In Nahsicht vor hellbraunem Hintergrund die beiden
Portraitköpfe, von denen links der Mann mit kurzer
Stupsnase in grauer Kleidung in seinen Armen eine
Henne, während die Frau in Rückenansicht mit weißer
Kopfhaube eine Spindel und einen Faden in ihren Händen
hält.
(1451573) (18)
€ 6.000 – € 8.000
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71
234
JOOS DE MOMPER D. J.,
14 ANTWEEN 1 EENA
Joos de Momper d. J. war bekannt für seine vorromantischen
Gebirgs- und Seenlandschaften. Sie kennzeichnen
sich meist durch einen rot-braunen Vordergrund,
ein gelb-grünes Mittelstück und eine grau-blaue Ferne.
Seine Landschaften befinden sich unter anderem im
Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig, in der
Alten Pinakothek in München, in der Hamburger
Kunsthalle sowie im Kunsthistorischen Museum Wien
und der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden.
DER BLICK INS TAL
Öl auf Holz.
31,5 x 54,7 cm.
JOOS DE MOMPER THE YOUNGER,
14 ANTWE 1 II
VIEW INTO THE VALLEY
Oil on panel.
31.5 x 54.7 cm.
Accompanied by an expert’s report by Violette Doclo,
Oudenaarde, 10 August 2025, which clearly identifies
the work as by Momper and dates it to 1610 – 1635,
the artist’s late work, in copy.
€ 20.000 – € 40.000
INFO | BID
Beigegeben ein Gutachten von Violette Doclo,
Oudenaarde, 10. August 2025, die das Werk eindeutig
als Momper anerkennt und auf 1610 – 1635 in das
Spätwerk des Künstlers datiert, in Kopie.
Eine Anhöhe mit einer Einsiedlerkirche, Rundbrücke und
einem Kreuz wird gerahmt rechts von einer sonnenbeschienenen
Felsformation, und links von einem gestaffelten
Berg, der neben Bäumen auch einer Festung Platz
bietet. Im Hintergrund eine weite hügelige Landschaft
mit mannigfaltiger vegetativer Staffage. Im Vordergrund
mehrere Staffagefiguren.
(1450355) (1) (13)
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235
FLÄMISCHER MALER DER ERSTEN HÄLFTE DES
1AHHUNETS, EIS ES AN UEHEL
101 1
IDYLLISCHE LANDSCHAFT
Öl auf Holz.
59 x 90 cm.
In mit Blüten verziertem Rahmen.
Diagonal in das Bildfeld hineinführende Allee mit einem
sich dahinter erstreckendem Bachlauf und grasendem
Vieh. Rechts im Mittelgrund sich abzeichnende Stadt.
Die Komposition erinnert an Sebastian Vrancxs (1573 –
1647), in dessen Dunstkreis der Künstler zu suchen ist.
(1450861) (1) (13)
LEMISH SCHOOL, IST HAL O THE 1TH CEN-
TU, CICLE O AN UEHEL THE OUNE
101 1
IDYLLIC LANDSCAPE
Oil on panel.
59 x 90 cm.
As the composition is reminiscent of Sebastian Vrancx
(1573 – 1647) it’s likely that the artist is to be found in
his circle.
€ 12.000 – € 14.000
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73
236
FREDERICK VAN VALCKENBORCH,
1 ANTWEEN 12 NNE, EIS ES
BEWALDETE LANDSCHAFT MIT FIGUREN AN EINEM
GEWÄSSER
Öl auf Leinwand. Doubliert.
60 x 70 cm.
In dekorativem Rahmen.
Durch einen dunklen Wald mit einem großen Baumstumpf
und einem spazierenden eleganten Paar fällt
der Blick auf eine hellere Lichtung, zu deren Übergang
zwei verschattet stehende Männer in Rückenansicht
führen. Dort sind zwei Jäger zu sehen sowie ein mit
Schilf bewachsenes Gewässer, von dem aus hölzerne
Stufen zu einem rot gedeckten Haus mit einem Brunnen
führen. Qualitätvolle erzählerische Darstellung in
überwiegend differenzierten türkis-grünen Farbtönen.
(14512011) (18)
€ 5.000 – € 7.000
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237
ABRAHAM GOVAERTS,
1 12, EIS ES
LANDSCHAFT MIT HÄUSERN UND FIGUREN
Öl auf Kupferplatte.
18 x 23 cm.
In dekorativem Rahmen.
Unter blauem Himmel mit gelblich schimmernden
Wolken einige wenige Häuser, die an zwei Flüssen liegen,
über welche zwei Brücken führen. Auf diesen
sind diverse Figuren sowie ein Reiter in Begleitung seines
Hundes zu erkennen; ein weiterer Reiter tränkt
gerade sein Pferd am flachen Flussufer. Zudem versucht
ein Angler dort sein Glück. Feine Malerei mit vielen
Details.
(14505719) (18)
€ 5.000 – € 7.000
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238
MAERTEN RYCKAERT,
1 ANTWEEN 11 EENA, U
Der Maler gehörte einer mehrköpfigen Malerfamilie
an: er war Sohn von David I Ryckaert (um 1560 – um
1607) sowie Bruder des David II Ryckaert (1586 – 1642)
und Onkel von David III Ryckaert (1612 – 1661). Seine
Figurenwiedergabe orientiert sich stark an den Werken
von Jan Brueghel, während er sich in der Farbgebung
eher an Joos de Momper d. J. (1564 – 1635) anlehnte.
LANDSCHAFT MIT RUINE UND WANDERERN
Öl auf Kupfer, auf Holz.
13 x 17 cm.
Verso mit auf den genannten Künstler verweisendem
Etikett und einem handschriftlichen Vermerk.
In vegetabil reliefiertem Rahmen.
Reizvolle, leicht hügelige Landschaft mit seichtem
fließendem Gewässer, das von einer einfachen Rundbogenbrücke
überspannt wird, auf die sich zwei wandernde
Figuren hinbewegen. Im Hintergrund eine
Festungsruine mit noch bedachtem Rundturm, der als
Wohnstatt dienen mag. Eine nicht unähnliche Landschaft,
ebenfalls auf Kupfer und mit den Maßen 21,3 x
24,8 cm, wird in Stockholm im Nationalmuseum unter
Inv.Nr. 6737 verwahrt.
(1450382) (13)
€ 4.000 – € 6.000
INFO | BID
239
JOHANNES LINGELBACH,
122 ANUT AM MAIN 14 AMSTEAM,
EIS ES
ELEGANTES PAAR MIT PFERDEN IN BERGIGER
LANDSCHAFT
Öl auf Leinwand.
42 x 49 cm.
In dekorativem Holzrahmen.
Im Zentrum ein prachtvoller, nach rechts stehender
Rappe mit leuchtend rotem Sattel und zwei Schleifen.
Hinter dem Pferd ein elegant gekleideter Herr mit pelzbesetzter
Kopfbedeckung, der mit einem Stab in die
Ferne weist und dabei die neben ihm auf einem
Schimmel sitzende Dame anblickt. Diese trägt ein feines
weißes Kleid, eine große zweifarbige Kopfbedekkung
und hält auf ihrer rechten Hand wohl einen Jagdfalken
mit roter Kopfhaube. Die dargestellten Figuren
scheinen Teil einer nicht sichtbaren Jagdgesellschaft
zu sein, worauf auch der Hund auf der unteren rechten
Seite hinweisen würde.
Der niederländische Maler lässt sich in den Kreis um
den deutsch/holländischen Maler Johannes Lingelbach
(1622– 1674) verorten.
(1440022) (18)
€ 3.500 – € 4.500
(†) INFO | BID
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75
240
GYSBRECHT LEYTENS,
1 ANTWEEN 14 EENA, U
WEITE BERGIGE LANDSCHAFT MIT SCHLOSS
Öl auf Leinwand.
114 x 138 cm.
In dekorativem Rahmen.
Durch zwei große verzweigte Bäume als Repoussoir
geht der Blick über ein verschattet liegendes Gewässer
mit Schilf auf eine weite Landschaft mit Stadtanlage
und einem Schloss auf einem Berghügel. In der Bildmitte
zwei gehende Männer in antiker Kleidung mit
Speeren, links von ihnen im Hintergrund ein Schäfer
mit seiner Herde. Darstellung in überwiegend weichen
beigen und grünen Farbtönen in lockerem, die Landschaft
in meist waagrechtem Pinselduktus.
(14406516) (18)
€ 4.000 – € 6.000
INFO | BID
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1
FERDINAND VAN KESSEL,
14 ANTWEEN UM 1 EA
BLUMENSTILLLEBEN MIT PUDEL
UND EINEM ÄFFCHEN
Öl auf Kupfer.
30 x 39 cm.
Die Kupferplatte gestempelt „GK“.
Beigegeben ein Gutachten von Liliane Huillet, Peñíscola,
5. Mai 2025, in Kopie.
Der Maler hat den schwarzen Hintergrund gewählt,
um die Blüten umso leuchtender herauszustellen. Dargestellt
sind drei Blumengebinde – in einer ovalen Fußvase,
in einem flachen Korb, sowie in einem Tazzagefäß.
Eine Meerkatze sowie ein weißer Pudel
beleben die Bilddarstellung.
(1442251) (1) (11)
FERDINAND VAN KESSEL,
14 ANTWE CA 1 EA
FLOWER STILL LIFE WITH POODLE AND MONKEY
Oil on copper.
30 x 39 cm.
Stamped on copper plate “GK”.
Accompanied by an expert’s report by Liliane Huillet,
Peñíscola, 5 May 2025, in copy.
€ 12.000 – € 15.000
INFO | BID
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77
242
FLORIS GERRITSZ. VAN SCHOOTEN,
1 HAALEM 1 EENA
FRÜCHTESTILLLEBEN
Öl auf Holz.
51,4 x 83,5 cm.
Beigegeben eine Expertise von Liliane Huillet, Peñíscola,
30. April 2025, in Kopie.
In einem Innenraum auf einer grauen Steinplatte eine
große weiße Porzellanschale mit Äpfeln, Birnen und
Weintraubenrispen, deren Blätter aus und über den
Schalenrand ragen. Auf der Tischplatte von links beginnend
eine chinesische Schale mit Walderdbeeren, sowie
verstreut liegend Johannisbeeren, Erdbeeren,
Pflaumen, Kirschen und im Schatten der großen Schale
ein tiefer Teller mit Brombeeren. Darstellung in harmonischer
Farbauswahl und feiner Lichtinszenierung in
der Manier des vor allen für seine Stillleben bekannten
niederländischen Malers.
Provenienz:
Bei J. Denijs, Amsterdam, 1951 (laut Ausstellungskatalog
von 1951).
Sammlung Herr S. J. de Lange, Delft, um 1977.
Von dort durch Erbgang an den heutigen Besitzer.
FLORIS GERRITSZ. VAN SCHOOTEN,
1 HAALEM 1 II
FRUIT STILL LIFE
Oil on panel.
51.4 x 83.5 cm.
Accompanied by an expert’s report by Liliane Huillet,
Peñíscola, dated 30 April 2025, in copy.
Provenance:
J. Denijs, Amsterdam, 1951 (according to the 1951
exhibition catalogue).
Mr S. J. de Lange collection, Delft, ca. 1977; thence
by inheritance to the present owner.
Exhibitions:
Old label on the reverse from the Dordrechts Museum
referencing the exhibition “Nederlandse stillevens uit
de zeventiende eeuw”, 21 July – 2 September 1962,
listing the artist and owner.
€ 12.000 – € 15.000
INFO | BID
Ausstellung:
Verso alter Aufkleber des Dordrechts Museums mit
Verweis auf die Ausstellung „Nederlandse stillevens uit
de zeventiende eeuw“, 21 Juli – 2 September 1962, und
Künstler- sowie Besitzernennung. (1442254) (1) (18)
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243
GIACOMO ANTONIO MELCHIORRE CERUTI,
GENANNT „IL PITOCCHETTO“,
1 MAILAN 1 EENA, EIS ES
STILLLEBEN MIT FISCHEN UND FRÜCHTEN
Öl auf Leinwand.
65 x 82 cm.
In Profilrahmen.
Zwei mächtige, das Bild dominierende Fische in leuchtendem
Weiß und Blau sind die Hauptgegenstände
dieses Stilllebens, das durch einen Früchtekorb, einen
geöffneten Granatapfel, Flaschenkürbisse und eine
Knoblauchknolle komplettiert wird.
Literatur:
Vgl. Mina Gregori, Giacomo Ceruti. Nature morte,
Ausstellungskatalog, Bergamo 2011, Tafeln XVIII und
XX. (1450241) (13)
€ 7.000 – € 8.000
INFO | BID
244
ITALIENISCHER MALER,
ANAN ES 1 AHHUNETS
PRUNKSTILLLEBEN MIT NOTENBUCH UND
ZUCKERWERK
Öl auf Leinwand. Doubliert.
73 x 98 cm.
In patiniertem Profilrahmen.
Auf einer Steinbrüstung, deren Kehlung mit reliefiertem
Akanthusblattwerk besetzt ist, sieht der Betrachter
ein golddurchwirktes Textil, auf dem eine Schale
mit Zuckerwerk, ein geöffnetes Notenbuch sowie vergoldete
Prunkgefäße drapiert sind und von einem
zweiten Textil überfangen werden.
(1450264) (13)
€ 8.000 – € 12.000
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79
245
FILIPPO LAURI,
12 OM 14 EENA, U
DIE STEINIGUNG DES HEILIGEN STEPHANUS
FILIPPO LAURI,
12 OME 14 II, ATTIUTE
THE STONING OF SAINT STEPHEN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
Oktogon: 53 x 75 cm.
In oktogonalem Rahmen.
Der Heilige ist an seiner Kleidung, einer Dalmatika zu
erkennen. Er gilt als der erste Märtyrer, hier am Boden
halb liegend gezeigt kurz vor seiner Steinigung, und
blickt dem Himmel entgegen und ruft dem Bibeltext
gemäß: „Ich sehe den Himmel offen“. So wird ein breiter
gelber Lichtstrahl aus den Wolken dargestellt mit
mehreren Puttiköpfen und zwei größeren geflügelten
Engeln, von denen einer einen Blütenkranz, der andere
einen Palmwedel als Zeichen des Martyriums nach
oben hält.
(14303112) (18)
Oil on canvas. Relined.
In octagon: 53 x 75 cm.
€ 20.000 – € 30.000
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246
ALESSANDRO MAGNASCO,
GENANNT „IL LISSANDRINO“,
UM 1 ENUA 14 EENA
Magnasco zählt zum italienischen Spätbarock. Als
Künstlersohn lernte er 1681/82 bei Abbiati in Mailand.
Als „figurista“ setzte er Staffagefiguren in Landschaften
von Kollegen ein. 1703 wirkte er zusammen mit Francesco
Peruzzini am Hof der Medici in Florenz, kehrte
aber 1735 nach Genua zurück. Nun entstanden Bilder
mit außergewöhnlichen Sujets, darunter Inquisitionsund
Folterszenen, Bettler oder Schausteller. Sein Interesse
galt also der Dokumentation von Armut und Elend
seiner Zeit. Erst im 20. Jahrhundert wurde sein Werk
wiederentdeckt, nachdem Benno Geiger 1914 eine Monografie
publiziert hatte. Es folgten Ausstellungen in
Berlin, München, Köln und Paris. Alfred Flechtheim sah
in ihm einen Vorläufer der Moderne.
DER TOD DES SENECA
Öl auf Leinwand. Doubliert.
110 x 70,8 cm.
In vergoldetem, vegetabil akzentuiertem Rahmen.
Beigegeben eine Expertise von Anna Orlando, Genua
Mai 2022, in Kopie.
Lucius Annaeus Seneca (etwa 5 v. Chr. – 65 n. Chr.)
war ein bedeutender Redner in der frühen römischen
Kaiserzeit. Auf Veranlassung der Kaiserin Agrippina
wurde er zum Erzieher und politischen Berater des jungen
Nero ernannt. In der Folge gewann Seneca während
Neros Herrschaft erheblichen Einfluss und Macht
im Römischen Reich. Doch im Jahr 65 n. Chr. geriet er
in den Verdacht, in eine Verschwörung gegen den Kaiser
verwickelt zu sein. Nero zwang ihn daraufhin,
Selbstmord zu begehen. Seneca soll die Selbsttötung
erst beim dritten Versuch gelungen sein: Zunächst
habe er sich die Pulsadern und weitere Arterien an
den Beinen geöffnet, dann soll er wie Sokrates einen
Schierlingsbecher getrunken haben und sei schließlich
in einem Dampfbad erstickt.
Das vorliegende Gemälde als Frühwerk Magnascos
und als eines der wenigen Einzelfigurenbilder aus seiner
Hand identifiziert.
Provenienz:
Sotheby’s London, 8. Mai 2019, Lot 86.
Literatur:
Vgl. Fausta Franchini Guelfi, Alessandro Magnasco,
Soncino 1991, S. 38 – 39, Kat.Nr. 15 und S. 40 – 41,
Kat.Nr. 16. (1450456) (13)
ALESSANDRO MAGNASCO,
(ALSO KNOWN AS “IL LISSANDRINO”)
CA 1 ENOA 14 II
THE DEATH OF SENECA
Oil on canvas. Relined.
110 x 70.8 cm.
Accompanied by an expert’s report by Anna Orlando,
Genoa, May 2022, in copy. She identifies the present
painting as an early work by Magnasco and one of his
few single-figure paintings.
Provenance:
Sotheby’s London, 8 May 2019, lot 86.
Literature:
cf. Fausta Franchini Guelfi, Alessandro Magnasco,
Soncino 1991, pp. 38 – 39, cat. no. 15 and pp. 40 – 41,
cat. no. 16.
€ 25.000 – € 35.000 (†) INFO | BID
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81
247
PAOLO DE MATTEIS,
12 IANO EL CILENTO 12 NEAEL,
Der Maler war Schüler von Luca Giordano (1632/34 –
1705), nahm aber auch Einflüsse von Veronese (1528 –
1588) auf und stand in Kontakt mit Massimo Stanzione
(1585– 1656). Noch vor 1683 unternahm er mehrere
Reisen, arbeitet dabei in Süditalien und Rom, wo er
sich von Carlo Marattas (1625– 1713) Werken beeinflussen
ließ. Seine Entwicklung hin zum Stil des Barocks,
wie wir ihn von Amigone kennen, ließ ihn zu einem
Gegenspieler Francesco Solimenas (1657– 1747) werden.
1683 zog er nach Neapel, wo er bis 1697 wirkte
und Fresken für die Kirchen Santa Maria degli Angeli
und San Fernando schuf. Von 1702 bis 1705 war de
Matteis Hofmaler in Paris und übernahm dort den eleganten
und verfeinerten Stil der französischen Malerei.
Zurück in Neapel, nach den spanischen Erbfolgekriegen
und unter Habsburger Herrschaft, wurde er mit
Aufträgen überhäuft. Seine Malerei wurde mehr und
mehr von einem akademischen Geist erfüllt, wie wir in
dem Gemälde „Herkules auf dem Scheideweg“ von
1712, im Ashmolean Museum, Oxford, sehen können.
DIE MADONNA MIT KIND
Öl auf Leinwand. Doubliert.
73 x 58 cm.
Beigegeben eine Expertise von Prof. Nicola Spinosa,
Neapel, 6. Juni 2024.
Vor braunem Hintergrund die etwas nach vorn gebeugte
Madonna, die mit ihren Händen den nackten, nur
leicht mit einem weißen Laken umhüllten Jesusknaben
hält. Er sitzt auf einem ockergelben Kissen, hat die
Augen geschlossen und seine rechte Hand ruht in der
von Maria. Diese hat ihren Blick mit einem Lächeln
nach unten gerichtet. Liebe einfühlsame Darstellung
mit betonter Lichtführung.
Das vorliegende Gemälde ist laut Spinosa ein bedeutendes
Beispiel für die letzte Schaffensphase des
Künstlers, der nach dem Tod Luca Giordanos im Jahr
1705 zu einem der bedeutendsten Vertreter der spätbarocken
Tendenzen in der neapolitanischen Malerei
zählte. In dieser letzten Phase seines Schaffens entstanden
vor allem Werke mit frommen häuslichen und
beruhigenden Sujets.
Literatur:
Vgl. Nicola Spinosa, Pittura napoletana del settecento.
Dal Barocco al Rococò, Neapel 1986 (zweite Auflage
1993).
(1450216) (18)
€ 8.000 – € 10.000
INFO | BID
247A
GIACINTO BRANDI,
1212 OLI 11 OM, EIS ES
DARSTELLUNG EINES MILDTÄTIGEN BISCHOFS
Öl auf Leinwand.
135 x 98 cm.
In dekorativem Rahmen.
Vor dunklem, fast schwarzem Hintergrund, ein Bischof
mit silbrig-weiß glänzender Mitra und einem weiten
gold-silbrigen Mantel, der gerade einer jungen, vor ihm
knienden Frau ein paar Münzen in ihre erhobenen Hände
gibt. Hinter der Frau wohl ihre Mutter mit einem
Kleinkind in den Armen. Hinter dem Bischof ein Begleiter,
der ein Stabkreuz trägt. Malerei mit starken Hell-
Dunkel-Kontrasten, an Darstellungen der Caravaggisten
erinnernd.
(14502512) (18)
€ 4.000 – € 6.000
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82 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for 6.500 additional high resolution images.
248
LUCA GIORDANO,
GENANNT „LUCA FA PRESTO“,
14 NEAEL 10 EENA, U
Der vor allem für seine Fresken berühmte Maler war
Sohn eines Kunsthändlers aus Apulien, der sich ebenfalls
der Malerei widmete. So erhielt er seinen ersten
Unterricht bei seinem Vater, während jedoch allgemein
angenommen wird, dass er ein Schüler von Giuseppe
José de Ribera (1588/91– 1652) war. Etliche seiner Werke
lassen auch dessen Einfluss erkennen, während
das enorm umfangreiche Werk Giordanos zeigt, dass
er sämtliche Stilvarianten seiner Zeit beherrschte. Auch
die Themenbreite in seinem Werk – in sämtlichen Bereichen
der Historienmalerei, religiöse Darstellungen.
aber auch mythologische Szenen – zeigt Einflüsse zunächst
der Caravaggisten, später aber auch der Maler
Pietro da Cortona (1596 – 1669), Mattia Preti (1613 –
1699) oder Peter Paul Rubens (1577 – 1640). Im Bildaufbau
mancher seiner Werke sind auch die venezianischen
Meister wie Paolo Veronese (1528– 1588), Tiziano
Vecellio (1485/89– 1576) oder Domenico Robusti Tintoretto
(1560– 1635) spürbar.
DIE HEILUNG DES LAHMEN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
105 x 140 cm.
In breitem vergoldetem Rahmen.
Gemäß der Bibelstelle (Joh 5,1–9) Darstellung des Gelähmten
links des Zentrums und Jesus mit Lichtnimbus
rechts am Rand an einem Teich, „Es lag auch ein
Mann, der schon achtunddreißig Jahre krank war. Als
Jesus ihn dort liegen sah und erkannte, dass er schon
lange krank war, fragte er ihn: Willst du gesund werden?
Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen
Menschen, der mich, sobald das Wasser aufwallt, in
den Teich trägt. Während ich mich hinschleppe, steigt
schon ein anderer vor mir hinein. Da sagte Jesus zu
ihm: Steh auf, nimm deine Liege und geh! Sofort wurde
der Mann gesund, nahm seine Liege und ging. Dieser
Tag war aber ein Sabbat.“ Zahlreiche Figuren wohnen
der Szene bei. Als Vergleichsbeispiel mag
Giordanos „Auferstehung des Lazarus“ (Scavizzi-Ferrari-
Scavizzi A0107) gelten, das bei Christie’s in London am
04.07.1997 unter Lot 96 Euro 411.201 erzielte.
(14504515) (13)
LUCA GIORDANO,
ALSO KNOWN AS “LUCA FA PRESTO”,
14 NALES 10 II, ATTIUTE
THE HEALING OF THE LAME
Oil on canvas. Relined.
105 x 140 cm.
A comparative example is Giordano’s The Resurrection
of Lazarus (Scavizzi-Ferrari-Scavizzi A0107), which realised
EUR 411,201 as lot 96 at Christie’s sale in London
on 4 July 1997.
€ 12.000 – € 15.000 (†) INFO | BID
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83
249
JACOPO AMIGONI,
12 ENEI 12 MAI
Amigoni zählt zu den bedeutendsten Malern seiner
Zeit. Sein Erfolg führte ihn von Venedig um 1711 bis
1729 nach Deutschland, von ca. 1729 bis 1739 wirkte
er in England, von 1739 bis 1747 wieder in Italien, um
1747 nach Madrid zu ziehen, wo er fünf Jahre später
als vermögender Künstler hochgeehrt starb. Auf den
Stationen seiner Aufenthalte entstanden bedeutende
Werke, sowohl religiöser als auch mythologischer Inhalte,
dabei fulminante Deckenbilder, wie etwa im
Schloss Schleißheim und Nymphenburg, im Auftrag
des Kurfürsten Max-Emanuel. König Ferdinando VI holte
ihn an den spanischen Königshof, wo er unter anderem
auch Cartons für die Gobelinmanufaktur schuf.
Bedeutende Maler wie Johann Baptist Zimmermann
(1680– 1758) oder Franz Joseph Spiegler (1691 – 1756)
haben sich nach Amigoni orientiert, als den „einflussreichsten
venezianischen Maler in Deutschland“.
Sein Stil wandelte sich von einem zunächst spätbarokken,
satteren Farbton hin zu einer pastelligen Farbigkeit,
die dem Rokoko entsprach, stets jedoch in einer
„dunstigen Weichheit“ der Formen.
ALLEGORIE DES GESANGS
Öl auf Leinwand.
72 x 101 cm.
Beigegeben eine Expertise von Dario Succi, Gorizia sowie
eine Expertise von Egidio Martini, jeweils in Kopie.
Die Allegorie in Gestalt eines auf rotem Tuch liegenden
Putto, der ein eingerolltes Notenblatt hält, mit offenem
Mündchen in theatralischer Geste den rechten Arm erhoben
hält und nach oben blickt. Im Hintergrund ein
Vorhang. Die bisherige Meinung, es handle sich hier
um eine „Allegorie der Musik“, muss korrigiert werden.
Weder sind Musikinstrumente zu sehen, noch ist ein
musikalisches Zusammenspiel gezeigt. Die hohe Bedeutung
des Gemäldes erschließt sich aus der Feststellung,
dass Amigoni den damals weltberühmten
Sänger Farinelli mehrfach portraitiert hat. In einem Fall
sogar im Gruppenbild zusammen mit dem Librettisten
Metastasio, der Sängerin Teresa Castellini und seinem
Selbstbildnis als Maler von 1750/52 (National Gallery of
Victoria, Melbourne). Dies gibt auch dem allegorischen
Bild des Putto einen Sinn. Das Mündchen ist dementsprechend
geöffnet, die Gesten entsprechen denen
eines Bühnenauftritts. Ob es sich hier um ein Knäblein
oder ein Mädchen handelt ist, wohl bewusst, nicht gezeigt.
Ob in der gesamten Darstellung der Kastrat Farinelli
gemeint ist muss offen bleiben. In einem der beiliegenden
Gutachten wird das Gemälde in die Mitte
der 1740er-Jahre datiert (Succi). Möglicherweise entstand
das Werk in England, einige Jahre früher. Eine
ähnliche Puttodarstellung finden wir in dem berühmten
„Farinelli“- Portrait, (1734 – 35, Muzeul National de Arta
al României). Hier ab Boden ebenfalls ein Gesangsnotenbuch.
A.R.
Literatur:
Dario Succi, Dipinti di antichi maestri italiani. Kat.Nr. 39.
Scarpa Sonino, Jacopo Amigoni, Soncino 1994, Nr.
39. (1450931) (11)
JACOPO AMIGONI,
12 ENICE 12 MAI
ALLEGORY OF SONG
Oil on canvas.
72 x 101 cm.
Accompanied by expert’s reports by Dario Succi, Gorizia,
and Egidio Martini, each in copy.
The previous opinion that this is an Allegory of Music
must be corrected here. Neither musical instruments
nor musical interplay are visible. The great significance
of the painting is evident from the fact that Amigoni
portrayed the then world-famous singer Farinelli several
times. This also lends meaning to the allegorical depiction
of the putto. Whether the castrato Farinelli is
meant in the entire depiction remains unanswered.
One of the accompanying expert opinions dates the
painting to the mid-1740s (Succi). However, the work
may have been created in England a few years earlier.
A similar depiction of a putto appears in the famous
Farinelli portrait (1734 – 35, National Museum of Art of
Romania), which also features a hymn book visible
from below.
Literature:
Dario Succi, Dipinti di antichi maestri italiani, cat.
no. 39.
Scarpa Sonino, Jacopo Amigoni, Soncino 1994, no. 39.
€ 12.000 – € 15.000
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250
GUIDO RENI,
1 OLONA 142 EENA, NACH
MARIA MIT DEM KINDE
Öl auf Leinwand. Doubliert.
91,5 x 108 cm.
In reliefverziertem Rahmen mit ovalem Passepartoutausschnitt.
Auf einer Bettstatt liegend das Christuskind unter purpurnem
Baldachin, rechts dahinter Maria in der ihr zukommenden
Farbtrias gekleidet im Gebet begriffen.
Replik nach dem Original in der Galleria Doria Pamphili
in Rom.
Literatur:
Vgl. Cesar Garboli und Edi Baccheschi, L’opera
completa di Guido Reni, Mailand 1971, Abb. 105a.
(1450774) (3) (13)
€ 8.000 – € 12.000
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85
51
GIULIO CARPIONI,
1111 ENEI 1 ICENA, U
Gemäldepaar
PUTTOBACCHANAL
Öl auf Leinwand. Doubliert.
120 x 145 cm.
In Profilrahmen mit vegetabilen Ecklösungen.
Es zeigt sich, jeweils eingebettet in eine baumbestandene
Landschaft mit antikisierenden Architekturfragmenten,
eine große Ansammlung untereinander agierender
Putti im Sinne eines Bacchanals.
(1451192) (3) (13)
€ 7.000 – € 9.000
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252
FLÄMISCHER MEISTER,
ANAN ES 1 AHHUNETS
Gemäldepaar
PORTRAITS ZWEIER APOSTEL
Öl auf Holz.
Je 46 x 32 cm.
Vor dunklem Hintergrund die beiden Brustbildnisse,
jeweils nach rechts gewandt. Das eine Gemälde zeigt
einen jungen bartlosen Mann mit rotem Gewand und
einem Nimbus über seinem Haupt – bei ihm könnte es
sich um Johannes handeln. Das andere Gemälde zeigt
einen älteren Mann in grün-rotem Gewand, mit hoher
Stirn, grauem Vollbart und Nimbus – bei ihm dürfte es
sich um Petrus handeln. Die Nimben wohl als Verweis
auf die Apostel.
(1450274) (18)
€ 6.000 – € 9.000
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87
253
ADRIAEN VAN NIEULANDT D. Ä.,
1 1, EIS ES
DER MUSIKALISCHE WETTSTREIT ZWISCHEN
PAN UND APOLLO
Öl auf Holz, im Queroval.
68 x 91 cm.
In vergoldetem Prunkrahmen.
Dargestellt ist der musikalische Wettstreit zwischen
dem Musengott Apollo, links im Bild in edlem Gewand
und rötlichem Mantelüberwurf, eine Geige haltend,
und dem bocksbeinigen Pan mit Flöte, rechts neben
dem stehenden antiken Sagenkönig Midas, der den
Wettstreit angeregt hatte. Die antike Legende geht auf
Texte von Ovid zurück, auch die Malerei hat sich dem
Thema oft gewidmet. Die beiden Kontrahenten stehen
weit auseinander, dazwischen König Midas mit Zackenkrone
und dem sitzenden Schiedsrichter Tmolus in
grünem Umhang, der auf Apollo verweist. Nachdem
König Midas dem Pan den ersten Rang als Sieger zugesprochen
hatte, wurde er dadurch bestraft, dass
Apollo ihm die Ohren zu zwei Eselsohren langzog, die
auf dem Bild deutlich sichtbar sind. Links steht Apollo
mit der Geige, hinter ihm einige der zwölf Musen,
rechts der stehende Pan mit Flöte in Begleitung von
vier Gestalten aus seinem Gefolge. Im unteren Vordergrund
der liegende Wassergott Poseidon. Die Szenerie
ist in einer Landschaft eingebettet, rechtsseitig mit
hochziehendem Gebirgsmassiv, in der Mitte des Hintergrundes
der hohe wolkige Himmel und links hinter
den Musen, vor denen in Rückenansicht eine sitzende
nackte Frau im Gespräch mit einer Edeldame ist, ein
Wäldchen. Erzählerische vielfigurige Darstellung in
Feinmalerei. Rest.
Anmerkung:
Eine vergleichbare Darstellung des Wettstreits und
Komposition, jedoch mit weniger Figuren, lässt sich
auch im Werk von Abraham Govaerts (1589 – 1626)
finden. (1451532) (1) (18)
ADRIAEN VAN NIEULANDT THE ELDER,
1 1, CICLE O
THE MUSICAL CONTEST BETWEEN
APOLLO AND PAN
Oil on panel.
In horizontal oval: 68 x 91 cm.
Notes:
A comparable depiction of the contest and composition,
but with fewer figures, can also be found in the work of
Abraham Govaerts (1589 – 1626).
€ 15.000 – € 18.000
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254
JEAN DARET,
111 SSEL 1 AIENOENCE, U
TRIUMPHZUG EINES RÖMISCHEN KAISERPAARES
Öl auf Leinwand.
77 x 118 cm.
In Profilrahmen.
Vielfiguriger Triumphzug eines Kaiserpaares in aufwändig
geschmückter Quadriga, die von vier Schimmeln gezogen
wird und an römischen Prunkbauten vorbeizieht. Rechts
unten ein Flussgott als Symbol etwa des Tibers oder eines
unterworfenen Flusses wie des Nils. Als Kaiserpaar kommen
etwa Hadrian (76 – 138) und Sabina (gest. um 136) in
Frage, deren Apotheose mit dem brennenden Turm im
Hintergrund angedeutet sein könnte. Sabina war eine
wohlhabende Witwe aus dem römischen Senatorenstand.
Unter dem Einfluss ihrer syrischen Sklavin Serapia
(auch Seraphina genannt) kam sie zum christlichen Glauben.
Als Serapia während einer Christenverfolgung unter
Kaiser Hadrian verhaftet und zu Tode geprügelt wurde,
ließ Sabina ihren Leichnam – entgegen dem geltenden
Verbot – bergen und im Mausoleum ihrer Familie bestatten.
Diese Tat blieb nicht unbemerkt: Sabina wurde denunziert
und vom Stadt präfekten Elpidius zum Tode verurteilt.
Sie erlitt das Martyrium durch Enthauptung. Über
dem Haus der Märtyrin ließ man im Jahr 425 die Basilika
Santa Sabina all’Aventino errichten – eine der ältesten und
bedeutendsten Titelkirchen Roms. Im Jahr 1219 wurde
die Kirche dem heiligen Dominikus und dem neu gegründeten
Predigerorden (Dominikaner) übergeben.
Provenienz:
Auktion, Audap-Picard-Solanet & Associés,
17. Dezember 1997, Lot 19. (1450391) (13)
€ 6.000 – € 8.000
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89
255
AN ANS AN LOEMEN 12 14 UN
IETE AN LOEMEN 1 120, U
FLUSSLANDSCHAFT
Öl auf Leinwand.
100 x 192 cm.
In marmoriertem Rahmen.
Beigegeben ein Gutachten von Prof. Giancarlo Sestieri,
in Kopie.
Weite hügelige Landschaft, die nach rechts in schroffe
Felsen übergeht und von einem Bach durchzogen
wird, der von einer Holzbrücke überspannt ist. Links
ein Repoussoirbaum und teils tanzende, teils mit dem
Vieh lagernde Figuren.
Literatur:
Vgl. Andrea Busiri Vici, Jan Frans Van Bloemen
„Orizzonte“ e L’origine del paesaggio romano settecentesco,
Rom 1974. (1450246) (13)
AN ANS AN LOEMEN 12 14 AN
IETE AN LOEMEN 1 120, ATTIUTE
RIVERSCAPE
Oil on canvas.
100 x 192 cm.
Accompanied by an expert’s report Professor by Giancarlo
Sestieri, in copy.
Literature:
cf. Andrea Busiri Vici, Jan Frans Van Bloemen
“Orizzonte” e L’origine del paesaggio romano
settecentesco, Rome 1974.
€ 25.000 – € 30.000
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256
ALEXANDER KEIRINCX,
100 ANTWEEN 12 AMSTEAM,
Der Maler war ab 1619 Mitglied der Antwerpener
Lukasgilde. Er stand in engem Kontakt mit Cornelis
van Poelenburgh (1586– 1667) und begab sich 1638
nach England, wo er Aufträge von König Karl I erhielt,
um eine Serie von englischen Ansichten zu malen.
Seine Landschaften stehen noch ganz unter dem Einfluss
des Jan Brueghel d. Ä. sowie des Paul Bril (um
1553/54 – 1626), aber auch des Gillis van Coninxloo
(um 1581 – 1619/20).
HÜGELIGE FLUSSLANDSCHAFT MIT JAGDSZENE
Öl auf Leinwand. Altdoubliert.
93 x 112 cm.
In breitem Holzrahmen.
Das hier angebotene Gemälde wird beim RKD in Den
Haag unter Nummer 23922 als eigenhändiges Werk
von Alexander Keirincx geführt.
In sanftem Licht spiegeln sich Bäume unterschiedlicher
Höhe in dem stehenden Gewässer hinter dem
sich Hügel mit bestellten Feldern erheben. Links ein
für Keirincx typischer Repoussoirbaum, von dem sich
soeben ein Vogel erhoben hat. Im Vordergrund mehrere
Reiter und Jagdhunde einer Hirschkuh nachsetzend.
Provenienz:
Sammlung L. Borg de Balzan, Florenz als Philips
Wouwerman bis zum 2. April 1894.
Auktion Sangiorgi, Florenz, 20. April 1894, Lot 146.
Sammlung H.E. von Scheven, Wiesbaden, bis 1935.
Sotheby’s London, 11. Dezember 1996, Lot 28.
Sotheby’s New York, 28. Mai 1999, Lot 133.
(14406512) (13)
ALEXANDER KEIRINCX,
100 ANTWE 12 AMSTEAM
HILLY RIVER LANDSCAPE WITH HUNTING SCENE
Oil on canvas. Old relining.
93 x 112 cm.
The painting offered here is listed at the RKD in The
Hague under no. 23922 as an autograph work by Alexander
Keirincx.
Provenance:
L. Borg de Balzan collection, Florence as Philips
Wouwerman until 2 April 1894.
Auction, Sangiorgi, Florence, 20 April 1894, lot 146.
H.E. von Scheven collection, Wiesbaden, until 1935.
Sotheby’s London, 11 December 1996, lot 28.
Sotheby’s New York, 28 May 1999, lot 133.
€ 20.000 – € 30.000
INFO | BID
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91
257
JAN BAPTIST VAN FORNENBURGH,
TTI 10 1
STILLLEBEN MIT PFIRSICHEN, TRAUBEN, BLÜTEN,
SCHMETTERLINGEN, NAUTILUS UND SCHNECKEN
Öl auf Holz.
70 x 91 cm.
Rechts unten monogrammiert.
In vergoldetem, ornamental verziertem Rahmen.
Auf einer horizontal gelagerten Steinplatte mit dahinter
liegender Rundnische mehrere Früchte wie Melone,
weiße Trauben, Pfirsiche und Birne in geschickter Komposition
mit drei Schmetterlingen, einem Nautilus und
drei Schnecken. Die Rundnische gefüllt mit einer gläsernen
gebauchten Vase, darin befindlich eine Rose,
Vergissmeinnicht und mehrere geflammte Tulpen.
JAN BAPTIST VAN FORNENBURGH,
ACTIE 10 1
STILL LIFE WITH PEACHE ND SNAILS
Oil on panel.
70 x 91 cm.
Monogrammed lower right.
In gilt frame with ornamental décor.
Provenance:
Rafael Valls, London.
Auction, Servarts Brüssel, 20 November 2001, lot
237, as B. Assteyn.
Notes:
The painting is registered at RKD image archive, no.
48780.
Provenienz:
Rafael Valls, London.
Auktion, Servarts Brüssel, 20. November 2001, Lot
237, als B. Assteyn.
Anmerkung:
Das Gemälde ist beim RKD unter der Nummer 48780
verzeichnet.
Ausstellung:
TEFAF Maastricht, 2007. (1251501) (13)
Exhibition:
TEFAF Maastricht, 2007.
€ 25.000 – € 45.000
INFO | BID
92 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for 6.500 additional high resolution images.
258
JORIS VAN SON,
12 ANTWEEN 1 EENA, U
GROSSES PRUNKSTILLLEBEN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
95 x 138 cm.
Auf der Tischplatte datiert „1652“.
In vergoldetem Kassettenrahmen.
Auf einer breiten Holzplatte, die partiell von einem weißen
und einem grünen Tischtuch bedeckt ist, sehen
wir einige vergoldete Prunkgefäße wie einen Römerhalter,
einen liegenden Nautilus, eine Wanli-Schale sowie
zahlreiche Früchte, einen angeschnittenen Schinken,
Pasteten und ein sich vom Hintergrund schwach
abzeichnendes, gefülltes Glas.
Provenienz:
Auktion William Doyle Galleries New York, 25. Januar
2024, Lot 515.
Auktion Sotheby Parke Bernet, New York, 4. Juni
1980, Lot 24, als Art des Abraham van Beijeren.
Auktion Sotheby Parke Bernet, New York, 11. Juni
1981, Lot 43, als Schule des Joris van Son.
Eigentum aus einem Fifth Avenue Apartment, New
York, bis 25. Januar 2024.
Anmerkung:
Eine kleinere Version des Gemäldes aus der Werkstatt
von Joris van Son, die auf 1651 datiert ist, wurde
am 5. Dezember 2012 bei Christie’s unter Lot 134
verkauft. Auf das hier angebotene Gemälde wurde in
dem damaligen Text Bezug genommen, wie dem Vorbesitzer
von Sabine van Beek vom RKD in Den Haag
bestätigt wurde.
(1450981) (13)
JORIS VAN SON,
12 ANTWE 1 II, ATTIUTE
MAGNIFICENT LARGE STILL LIFE
Oil on canvas. Relined.
95 x 138 cm.
Dated “1652” on the tabletop.
Provenance:
Auction William Doyle Galleries, New York,
25 January 2024, lot 515.
Auction Sotheby Parke Benet, New York, 4 June
1980, lot 24 as Abraham van Beijeren, style of
Auction Sotheby Parke Benet, New York, 11 June
1981, lot 43, school of Jors van Son.
Property from a Fifth Avenue Apartment, New York,
until 25 January 2024.
Notes:
A smaller version of the painting from the workshop
of Joris van Son, dated 1651, was sold at Christie’s
on 5 December 2012, under lot 134. The present
painting was referred to in the text at the time, as
confirmed to the previous owner by Sabine van Beek
of the RKD in The Hague.
€ 10.000 – € 15.000
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93
259
NICOLAES VAN VERENDAEL,
140 ANTWEEN 11 EENA, EIS ES
BLUMENBOUQUET IN KUGELVASE
Öl auf Leinwand. Doubliert.
45 x 35,5 cm.
Verso mit alter Sammlungsnummer auf dem Keilrahmen.
In ebonisiertem Wellenleistenrahmen.
Auf einer angedeuteten steingrauen Platte steht im
Zentrum des Bildes eine gefußte gläserne Kugelvase
in deren Leibung sich ein Sprossenfenster wirkungsvoll
widerspiegelt. Etwa auf der Höhe der Wasserfüllfläche
ist ein Schmetterling zu sehen, der als Brauner
Bär identifiziert werden kann. In der Vase Prunusblüten
mit Libelle, eine Schachbrettblume, Rosen und Tulpen.
Literatur:
Vgl. Günter Ebert (Hrsg.), Die Schmetterlinge Baden-
Württembergs. Band 5: Nachtfalter III (Sesiidae,
Arctiidae, Noctuidae), Stuttgart 1997. (1441452) (13)
€ 3.000 – € 5.000
INFO | BID
260
BAREND VAN DER MEER,
1 HAALEM 10102 EENA, U
FRÜCHTESTILLLEBEN MIT WARZENGLAS
UND BASTFLASCHE
Öl auf Leinwand.
45 x 61 cm.
Die Gegenstände auf kräftiger Steinplatte vor dunklem
Hintergrund. Wie bei dem hier in Betracht gezogenen
Maler sind die Trauben gekonnt und durchlichtig wiedergegeben.
Wie in mehreren seiner Werke findet sich
auch hier eine geschälte Zitrone, deren Schalenband
aus dem mit Weißwein gefüllten Römerglas herausschwingt.
Auffällig ist die Spiegelung in dem Hals der
Bastflasche, die offensichtlich ein Fenster zeigt. Der
Spätzeit, in die das Gemälde einzuordnen ist – um
1680 –, entspricht auch, dass hier bereits auf die früheren
Anspielungen auf Vergänglichkeit oder Memento
mori verzichtet wird.
(1451566) (11)
€ 8.000 – € 10.000
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1
CONRAD MEYER,
11 ICH 1 EENA, U
BLUMENSTÜCK IN PARKLANDSCHAFT
Öl auf Leinwand. Doubliert.
94 x 123 cm.
Rechts auf dem Pilaster wohl posthum signiert und
datiert „Conrad Meyer f./A° 1670“.
In teilvergoldetem Rahmen.
Eine von architektonischen Elementen verschiedener
Höhe gegliederte Parklandschaft, die rückwärtig mit
einer Böschung abschließt und mit einem vorgelagerten
Blumenstück verschiedener Couleur.
(1450245) (13)
CONRAD MEYER,
11 UICH 1 II, ATTIUTE
FLORAL PIECE IN PARK LANDSCAPE
Oil on canvas. Relined.
94 x 123 cm.
Signed and dated “Conrad Meyer f./A° 1670” on
pilaster on the right, probably later, in posthumous.
€ 15.000 – € 20.000
INFO | BID
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95
262
DIRK VAN HOOGSTRATEN,
1 ANTWEEN 140 OECHT
BIBLISCHE DARSTELLUNG IN EINEM PALAST
Öl auf Leinwand. Doubliert.
79 x 97 cm.
Rechts unten auf Säulensockel monogrammiert „DvH“.
Im Innenraum eines Palastes der linksseitig auf einem
Thron sitzende König mit goldener Krone, der aufmerksam
einem vor im knienden jungen Mann zuhört und
sich dabei gedankenverloren über seinen Bart streicht.
Umgeben werden beide von Pharisäern und Schriftgelehrten
in edler Kleidung. Rechtsseitig an eine Säule
gelehnt ein Wachsoldat in glänzender Rüstung. Malerische
Darstellung mit vielen Details.
(1450263) (18)
DIRK VAN HOOGSTRATEN,
1 ANTWE 140 OECHT
BIBLICAL SCENE WITH PALACE
Oil on canvas. Relined.
79 x 97 cm.
Monogrammed “DvH” lower right on base of column.
€ 12.000 – € 15.000
INFO | BID
263
JEAN-BAPTISTE MONNOYER,
1 LILLE 1 LONON, U
STEINKARTUSCHE MIT EUROPA UND DEM STIER
UND BLÜTENFESTONS
Öl auf Leinwand. Doubliert.
89 x 71,5 cm.
Auf graviertem Messingschild bezeichnet.
In barockisierendem Rahmen.
Hochrechteckiges Gemälde Europa auf dem Stier nach
Ovid darstellend. Das „Bild im Bild“ mit Trompe l’oeil-
Rahmenleiste. Diese in eine bildhauerisch gearbeitete
Steinkartusche mit Greifenköpfen und weiblicher Herme
gestaltet. Umlaufende, fein gemalte Blütenfestons in
starker Chiaroscuro-Auffassung. Der Raub der Europa
womöglich von anderer Hand in Zusammenarbeit mit
dem Blütenmaler entstanden.
(1430355) (13)
JEAN-BAPTISTE MONNOYER,
1 LILLE 1 LONON, ATTIUTE
STONE CARTOUCHE WITH THE RAPE OF EUROPA
AND FLORAL FESTOONS
Oil on canvas. Relined.
89 x 71.5 cm.
Inscribed on engraved brass plaque.
In Baroque-style frame.
Portrait format painting of Europa with the bull according
to the legend of Ovid. Depiction of a “painting within
a painting” set in a trompe l’oeil frame. Monnoyer,
who specialised in flowers, may have collaborated
with another artist for the depiction of the Rape of
Europa scene.
€ 20.000 – € 30.000 (†)
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97
264
SEBASTIAN VRANCX,
1 ANTWEEN 14 EENA, U
Der Maler, der auch als Begründer des flämischen Militärgenres
gilt, war laut dem Biografen Carel van Mander
d. Ä. (1548 – 1606) ein Schüler von Adam van Noort
(1562 – 1641). Er begab sich, wie die meisten seiner
Kollegen, 1597 nach Italien, was in der Folge Einfluss
auf die Darstellung antiker Ruinen und römischer Bauwerke
in seinem Werk hatte. 1600 wurde er Mitglied
der Antwerpener Lukasgilde, wo er mit seinen Zeitgenossen
wie Jan Brueghel d. Ä. (1568 – 1625), Frans
Francken d. J. (1581 – 1642) und Hendrik van Balen
d. Ä. (1575 – 1632) befreundet war. So weist sein Werk
auch manche Gemeinsamkeiten mit denen dieser
Künstler auf. Sein Ruhm führte schon zu Lebzeiten zu
einer Vervielfältigung seiner Bilder in Kupferstichen.
SCHLACHTENSZENE
Auf weitem Feld tobt eine Kavallerie-Schlacht, die Soldaten
dabei teils in glänzender Rüstung mit Helm. Im
Vordergrund ist bereits ein Kämpfer mit seinem Pferd
zu Boden gegangen; auffallend in der Mitte der
Schlacht ist ein Reiter auf einem Schimmel in Rüstung
mit gezücktem Schwert. Linksseitig eine kleine Anhöhe
vor leichten Rauchwolken mit weiteren Kämpfen,
die meist zu Pferde mit Schwertern und Pistolen geführt
werden. Im Hintergrund rechts sind die Kirchtürme
einer Stadt und eine Windmühle erkennbar.
Figurenreiches Schlachtengetümmel in der Manier des
Künstlers.
(1450702) (18)
€ 8.000 – € 12.000
INFO | BID
Öl auf Leinwand.
125 x 165 cm.
98 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for 6.500 additional high resolution images.
265
JAN VAN HUCHTENBURGH,
14 HAALEM 1 AMSTEAM,
Der Maler lernte bei Thomas Wijck und ging noch in
sehr jungen Jahren nach Rom zu seinem Bruder Jacob
van Huchtenburg, der Landschaften in der Manier des
Nicolaes Pieterszoon Berchem malte. In den Jahren
1708 bis 1717 begleitete er den österreichischen Feldmarschall
Prinz Eugen von Savoyen auf dessen Feldzügen
und malte dessen Schlachten in großen Zyklen.
MARKTTAG IN DER STADT
Öl auf Leinwand. Doubliert.
96 x 111 cm.
Signiert und datiert „1617“. Sammlungsplakette mit
Namensnennung des Künstlers.
In reliefiertem Rahmen.
Vor der Silhouette einer südlichen Stadt, die eine große
Menschenansammlung anlässlich eines Markttages
zeigt, ein Kirchengebäude, das anhand eines Giebelkreuzes
erkennbar ist. Unter einem davorstehenden
Repoussoir-Baum einige Pferde, – ein Motiv, auf das
Huchtenburg spezialisiert war – sowie Figuren, deren
Physiognomie besonders genau beobachtet ist und
deren lebensechte und glaubwürdige Handlungen
dem Betrachter einen anschaulichen Eindruck von der
Lebendigkeit vermitteln, die einem solchen Ereignis
seinerzeit innewohnte.
Ein Gemälde vergleichbarer Komposition wurde am
28. Oktober 1992 unter Lot 94 bei Sotheby’s in London
angeboten. Ein weiteres Gemälde im Staatlichen
Museum Schwerin (Inv.Nr. G 2290) zeigt das Pferd in
der gleichen Position.
(1450021) (13)
€ 8.000 – € 12.000
INFO | BID
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99
266
BALTHAZAR VAN DEN BOSSCHE,
11 ANTWEEN 11 EENA, U
Gemäldepaar
EIN ALCHEMIST MIT SEINER FAMILIE IM LABOR,
sowie
EIN ADLIGER HERR MIT SEINER FAMILIE AUF DER
TERRASSE
Öl auf Leinwand. Doubliert.
Jeweils 68 x 83 cm.
In vergoldeten Rahmen.
Von einem großen Innenraum, der sich mit zahlreich
verteilten Gegenständen als Werkstatt eines Alchemisten
präsentiert, geht der Blick vorbei an einer Säule
und einem großen, nach rechts herabhängendem Vorhang,
auf einen offenen Innenhof. Im Mittelpunkt der an
einem Tisch mit Gefäßen und Büchern sitzende
Alchemist, der den in einer Glasflasche befindlichen
Urin seiner neben ihm sitzenden Frau oder auch Kundin,
in Begleitung einer älteren, hinter ihm stehenden Frau
untersucht. Das Lächeln der Älteren deutet auf das positive
Ergebnis einer Schwangerschaft hin. Die Werkstatt
ist reich ausgestattet unter anderem mit einem am
Boden stehenden Himmelsglobus und diversen Schalen,
die teils in einem Regal im Hintergrund links stehen,
in dessen Nähe ein Assistent ein kleines Kohlebekken
mit Blasebalg bedient. Am rechten Bildrand vor
einem Sockel mit steinerner Prunk vase ein weiterer
Assistent des Alchemisten, der versucht, einen Affen
am Boden vom Fressen von Früchten abzuhalten.
Das andere Gemälde zeigt einen stehenden adligen
Herrn mit grauer Perücke an einem gedeckten Tisch
neben seiner sitzenden Frau, die ihm gerade eine Tasse
Tee reichen will. Er hat einen Federstift in der Hand
und betrachtet aufmerksam die Jagdbeute, die ihm
zwei Jäger präsentieren, während eine Frau mit Korb,
aus dem eine Urkunde mit rotem Wachssiegel ragt,
wartet. Denkbar wäre, dass die Jagdbeute zur Begleichung
von Schulden beitragen soll, was dann schriftlich
festgehalten wird. Im Hintergrund stehend auf
einem Sockel die große Steinskulptur des Herkules
Farnese. Detailreiche Darstellungen mit zahlreichen
versteckten Anspielungen in der typischen Manier des
Künstlers.
Provenienz:
Aus einem badischen Renaissanceschloss (verso
jeweils Aufkleber mit Inventarnummer von Schloss
Neuweier) (14505721) (18)
BALTHAZAR VAN DEN BOSSCHE,
11 ANTWE 11 II, ATTIUTE
A pair of paintings.
AN ALCHEMIST WITH HIS FAMILY IN THE LABORA-
TORY
and
A NOBLE LORD WITH HIS FAMILY ON THE TERRACE
Oil on canvas. Relined.
Each 68 x 83 cm.
Provenance:
From a Renaissance castle in Baden (verso each with
sticker with inventory number from Neuweier Castle)
€ 15.000 – € 20.000
INFO | BID
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267
PETER CASTEELS II,
TTI 10 14, U
CAPRICCIO-ANSICHT EINES BELEBTEN HAFENS
Öl auf Leinwand. Doubliert.
29 x 41 cm.
In schwarzem Flammleistenrahmen.
Das Gemälde mit fantastischer Architekturstaffage
zeigt unterhalb eines hohen Turmgebäudes eine geschäftige
Hafenansicht mit zahlreichen Figuren. Darunter
Händler mit ihren meist mit Zelten versehenen
Marktständen sowie eine Vielzahl von Booten, mit Figuren
oder mit Tieren beladen auf dem Wasser. Darstellung
in der typischen Manier des Künstlers mit vielen
Details in überwiegend beige-brauner Farbgebung; die
Figuren werden durch wiedergegebene vereinzelte
Lichteinfälle und ihre rötlichen und weißen Kleidungsstücke
besonders hervorgehoben.
(1450575) (18)
€ 5.000 – € 7.000
INFO | BID
268
HENDRICK BLOEMAERT,
10102 UTECHT 12, EIS ES
ALLEGORIE DES WINTERS
Öl auf Leinwand. Doubliert.
113 x 91 cm.
In dekorativem Rahmen.
In einem Innenraum ein alter, vornehm gekleideter
Mann mit großer Pelzmütze und pelzverbrämter Weste
an einem Tisch sitzend, dessen Platte mit einem Teppich
belegt ist. Darauf stehend eine Schale mit glühenden
Kohlen, über der er seine Hände wärmt. Seinen
Kopf hat er gewendet und er blickt mit seinen dunklen
Augen aufmerksam aus dem Bild heraus. Hinter dem
Tisch eine Frau, die ihn freudig anblickt. Feine qualitätvolle
Malerei, bei der besonders der Pelz und der
graue Bart präzise wiedergegeben werden.
(14406515) (18)
€ 4.000 – € 6.000
INFO | BID
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101
269
JACOB PHILIPP HACKERT,
1 ENLAU 10 SAN IEO A CAEI,
LOEN, U
IM SCHATTEN DES GROSSEN BAUMES
Öl auf Leinwand.
117 x 91 cm.
In reliefverziertem Rahmen.
Weite lichtdurchdunstete hügelige Landschaft mit zentralem,
weit verästeltem, belaubtem Baum unter dem
sich eine pastorale Szene abspielt. Mehrere Figuren
haben sich im Schatten des Baumes niedergelassen.
Die Darstellung geht auf ein Gemälde von Jacob
Philipp Hackert zurück, das von Nordhoff und de Seta
publiziert wurde und möglicherweise darauf hindeutet,
dass es sich bei dem hier angebotenen Gemälde um
ein autografes Werk handeln könnte. Das in der Literatur
verzeichnete Gemälde ist jedoch im Querformat
ausgeführt und zeigt links eine Flusslandschaft.
JACOB PHILIPP HACKERT,
1 ENLAU 10 SAN IEO A CAEI,
LOENCE, ATTIUTE
IN THE SHADE OF A BIG TREE
Oil on canvas.
117 x 91 cm.
The depiction originates from a painting by Jacob
Philipp Hackert, published by Nordhoff, which may indicate
that the present painting could be an autograph
work. However, the published painting is landscape
format and depicts a river landscape on the left.
Literature:
cf. Claudia Nordhoff and Cesare de Seta, Hackert,
Naples 2005, p.131, cat. no. 15.
€ 12.000 – € 15.000
INFO | BID
Literatur:
Vgl. Claudia Nordhoff und Cesare de Seta, Hackert,
Neapel 2005, S. 131, Kat.Nr. 15. (1450775) (3) (13)
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103
270
HENDRIK WILLEM SCHWEICKARDT,
14 HAMM 1 LONON
WINTERLICHE FREUDEN AUF DEM KANAL
Öl auf Holz.
45 x 64 cm.
Unten mittig signiert und datiert „1788“.
Diagonal in das Bildfeld hineinführende Rundbogenbrücke,
deren vorderes Ende bis an den Betrachterstandpunkt
heranreicht. Ziel der Brücke ist ein Deich,
hinter dem zahlreiche geklinkerte Häuser und eine
Windmühle zu sehen sind. Das gefrorene, darunter
herführende Gewässer bietet Platz für Vergnügungen
des Winters sowie ein Verkaufszelt mit Stolz prangender
niederländischer Beflaggung. Schweickhardt wurde
in Hamm in Deutschland geboren, war jedoch in
den Niederlanden künstlerisch tätig, wo er neben detailreichen
Zeichnungen und Radierungen auch idyllische
Szenen aus dem niederländischen Alltagsleben
darstellte.
(1450354) (1) (13)
HENDRIK WILLEM SCHWEICKARDT,
14 HAMM 1 LONON
WINTER AMUSEMENTS ON THE CANAL
Oil on panel.
45 x 64 cm.
Signed and dated “1788” lower centre.
€ 25.000 – € 40.000
INFO | BID
Detailabbildung
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105
71
HOLLÄNDISCHER MEISTER
E WEITEN HLTE ES 1 AHHUNETS
KINDERPORTRAITS
Öl auf Leinwand. Doubliert.
71 x 61 cm.
In dekorativem Rahmen.
In einem Innenraum ein einfach gekleideter sitzender
Junge mit Hut, der vor sich auf seinem Schoß einen
beschädigten Teller mit Essen stehen hat. Hinter ihm
stehend, mit einer Hand auf seiner Schulter, wohl seine
kleine Schwester, die er mit Handgestik und Blick
nach der Abgabe seines Essens fragt. Hinter beiden
sind Teile eines Herdes mit Speisen sowie Kleidung
und Hände einer stehenden Figur erkennbar. Dies
könnte ein Hinweis sein, dass das Gemälde ursprünglich
größer war.
(1440733) (18)
€ 6.500 – € 8.500
INFO | BID
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272
FRANS SNYDERS,
1 ANTWEEN 1 EENA, EIS ES
HUNDE, EINEN TIGER ANGREIFEND
Öl auf Leinwand. Doubliert.
115,5 x 170 cm.
Verso auf dem Keilrahmen mit Auktionsetikett.
In profiliertem Rahmen.
Inmitten einer hügeligen Landschaft mit besonders
gen Horizont abschließender Baumstaffage und den
Himmel belebenden Vögeln ein sich aufbäumender
Tiger, der im Begriff ist von mehreren Jagdhunden gerissen
zu werden.
Provenienz:
Lempertz, Köln, 19. November 2022, Lot 1876.
Süddeutsche Privatsammlung. (1441971) (13)
FRANS SNYDERS,
1 ANTWE 1 II, CICLE O
DOGS ATTACKING A TIGER
Oil on canvas. Relined.
115.5 x 170 cm.
Auction label on the back of the stretcher.
Provenance:
Auction, Lempertz, Cologne, 19 November 2022,
lot 1876.
Private collection, South Germany.
€ 10.000 – € 15.000
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107
273
PIETER NEEFS D. J.,
120 ANTWEEN 1 EENA, U
INNENANSICHT DER ONZE-LIEVE-VROUWE-KATHE-
DRAAL IN ANTWERPEN
Öl auf Holz. Parkettiert.
39 x 53,5 cm.
In Kehlrahmen mit ebonisiertem Wellenleistenprofil.
Beigegeben eine Bestätigung von Max Jacob Friedländer,
Berlin, 22. August 1932.
Perspektivisch genau beobachteter basilikaler Bau mit
reichlicher, in die Tiefe gestaffelter Figurenstaffage und
Innenausstattung. Die Kirche wurde im 14. bis 16. Jahrhundert
erbaut und beeindruckt mit ihrem 123 Meter
hohen Turm.
Im Inneren befinden sich berühmte Gemälde von Peter
Paul Rubens. Sie gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe
und prägt bis heute das Stadtbild Antwerpens. Eine
ähnliche Ansicht von Pieter Neefs wurde bei Christie’s
in London am 7. Dezember 2007 unter Lot 126 angeboten.
(1450401) (13)
€ 8.000 – € 12.000
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274
NIEDERLÄNDISCHER MALER DER ERSTEN HÄLFTE
ES 1 AHHUNETS
PORTRAIT EINES VIERZEHNJÄHRIGEN
Öl auf Holz.
157 x 99 cm.
In vegetabil reliefiertem Rahmen.
Als Ganzkörperfigur neben einem Tisch stehender junger
Mann mit in seiner Hüfte gestützter Hand, die
auch einen Hut hält. Rute, hohe Strümpfe, ein glänzender
Brustharnisch und ein feiner Spitzenkragen verleihen
dem Dargestellten einen festlichen Glanz, der von
Spitzenmanschetten, einem Degen und einem grünen
Velum unterstrichen wird. Rechts oben mit zwei Wappen.
Darunter Schriftzug „Aetatis suae 14/Ao 1615“.
(1451576) (13)
DUTCH SCHOOL, FIRST HALF OF THE
1TH CENTU
PORTRAIT OF A FOURTEEN-YEAR-OLD
Oil on panel.
157 x 99 cm.
€ 12.000 – € 15.000
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109
275
PIETER CLAESZ,
1 ECHEM EI ANTWEEN 10
HAALEM, WESTATT ES
Pieter Claesz war der bekannteste und produktivste
Stilllebenmaler im Haarlem des 17. Jahrhunderts. Zwischen
1621 und seinem Tod im Dezember 1660 malte
er vermutlich mehr als 300 Stillleben, meist Speisen,
die auf einem Tisch dekorativ arrangiert sind. Zusammen
mit Willem Claeszoon Heda (1594 – 1680) war er
der Hauptvertreter des sogenannten „monochrome
banketje“ in Haarlem.
STILLLEBEN MIT SCHINKEN UND ZITRONE
Öl auf Holz.
90 x 114 cm.
In breitem Wellenleistenrahmen.
Vor changierend olivgrün-braunem Hintergrund eine
mit weißem Tischtuch belegte Tafel. Darauf arrangierte
Prunkgegenstände, wie eine zinnerne Kugelbauchdekkelkanne,
in deren Laibung sich das Atelierfenster und
das Weinlaub spiegeln, daneben ein Glas à la façon de
Venise, eine liegende Silbertazza und Zinnplatten mit
Schinken vor einem Raerener Kugelkrug mit Zinnmontierung.
Rechts ein Berkemeyer neben einem Brotstück,
einem Messer und einer Nelke.
(1441616) (13)
PIETER CLAESZ,
1 ECHEM NEA ANTWE 10
HAALEM, WOSHO O
STILL LIFE WITH HAM AND LEMON
Oil on panel.
90 x 114 cm.
€ 10.000 – € 15.000
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276
ADEODATO ZUCCATI,
10 UM 120, EIS ES
Der Maler war in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts
in der Emilia-Romagna tätig, seine Werke werden
in Sammlungen der Bologneser Aristokratie, etwa
dem Grafen Annibale Ranuzzi (1625– 1697) und Giovanni
Antonio Sedazzi verzeichnet.
PRUNKSTILLLEBEN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
86 x 138 cm.
In reliefverziertem Rahmen.
Auf einer Tischplatte mehrere Bücher und eine gebauchte
Vase mit Blumenbouquet nebst Uhr und
Früchten unter einem ornamental dekorierten Vorhang.
(1451104) (4) (13)
€ 6.500 – € 8.000
INFO | BID
277
BARTOLOMEO BETTERA,
1 EAMO UM 1 MAILAN, U
Wie sein berühmter Landsmann Evaristo Baschenis
(1617 – 1677), ist auch Bettera bekannt für seine Stillleben,
überwiegend mit Musikinstrumenten. Anders jedoch
als Baschenis, fügte Bettera auch noch andere
kostbare Utensilien wie Kästchen, Globen oder Schatullen
hinzu. Werke seiner Hand befinden sich u.a. in
öffentlichen Sammlungen in Kassel, Wien und Turin.
STILLLEBEN MIT MUSIKINSTRUMENTEN
UND GLOBUS
Öl auf Leinwand. Doubliert und mit Karton abgedeckt.
96 x 146 cm.
In dekorativem Rahmen.
In einem Innenraum, dessen Boden mit hell- und dunkelbraunen
Fliesen versehen ist, ein großer Tisch, der
zu drei Viertel von links mit einem wertvollen persischen
Knüpfteppich belegt ist. Dieser wird zusätzlich
hervorgehoben durch die darüber aufgelegte gröbere
Leinwandergänzung. Auf dem Tisch befinden sich von
links eine Laute, zwei Geigen, eine weitere Laute, eine
kleine Harfe, eine kleine Fanfare, daneben eine Gitarre
und rechtsseitig ein durch den Lichteinfall von links
oben besonders hervorgehobener Tischglobus. Zudem
zwei liegende Bücher, von denen das mittlere einige
Notenblätter unter sich liegen hat, welches am Rand
mit „IL. Divino Platone“ beschriftet ist. Auf dem Buch
liegend eine Farbpalette mit mehreren eingesteckten
Pinseln. Im Hintergrund des Tisches ein mehrschübiger
Kasten und linksseitig, als Repoussoir, die Basis
einer Säule.
Das Gemälde ist ein typisches Meisterwerk des Künstlers,
der sich auf die Wiedergabe von Musikinstrumenten
spezialisiert hat, wobei der Teppich eventuell von
anderer Hand stammen könnte.
Anmerkung:
Verso Aufkleber des Dallas Museum for Contemporary
Arts zur Ausstellung „The Art That Broke the
Looking Glass“, 14 November – 31 Dezember 1961,
sowie ein weiterer Aufkleber mit Künstlernennung
und Betitelung von Dickinson Agents and Dealers in
Fine Art, London. (1431122) (18)
€ 4.000 – € 6.000 (†)
INFO | BID
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111
278
NORDITALIENISCHE SCHULE DES
1 1 AHHUNETS, WOHL EAMO
Gemäldepaar
STILLLEBEN MIT MUSIKINSTRUMENTEN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
54 x 104 cm sowie 54 x 106 cm.
Das eine Gemälde zeigt in einem Innenraum auf einer
Steinplatte, die von links halb mit einer Decke bedeckt
ist: einen großen Kontrabass, eine Geige, Notenblätter,
ein kleines Bild mit einem zu Geigenmusik tanzenden
Herrn, einen Tischglobus sowie eine Schale mit Pilzen.
Im Zentrum des anderen Gemäldes steht ein Clavichord
auf einer Steinplatte; links davon liegt eine Laute, auf
der ein großer Papagei sitzt. Eine weitere Laute befindet
sich auf einem an der Rückwand befestigtem
Brett. Ergänzt wird die Szene durch eine Tischuhr, eine
Schale mit Früchten sowie ein aufgeschlagenes Notenheft
davor. Die Malerei vereint mehrere Elemente aus
dem Bereich der „schönen Künste“ in zurückhaltender
Farbgebung, jedoch mit feiner Lichtführung.
(1451071) (18)
€ 3.000 – € 5.000
INFO | BID
279
NEAPOLITANISCHE SCHULE DES SPÄTEN
1 1 AHHUNETS
BILDNIS EINES VORNEHMEN HERREN
Öl auf Leinwand.
63 x 51 cm.
Vor dunklem Hintergrund das Brustbildnis eines leicht
nach links gewandten, jungen Mannes mit braunen
schulterlangen Haaren in einem vornehmen, mit Goldfäden
bestickten Gewand und einer breiten, teils mit
Spitze verzierten, weißen Halskrause. Mit seinen
großen Augen blickt er aufmerksam aus dem Bild heraus.
Repräsentative Darstellung.
(1450262) (18)
€ 7.000 – € 10.000
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112 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for 6.500 additional high resolution images.
den Einfluss von Ambrosius II Bosschaert (1602– 1645)
und dessen Bruder Johannes Bosschaert (ca.
1607 – 1628), beide ebenfalls bedeutende Stilllebenmaler,
die zeitweise in Utrecht tätig waren. Auch Jan
Davidszoon de Heem (1606– 1684), einer der führenden
niederländischen Stilllebenmaler des 17. Jahrhunderts,
hatte einen deutlichen Einfluss auf Simons’ Kompositionen.
Alle drei genannten Künstler wirkten
zeitweise in Utrecht, was den künstlerischen Austausch
in dieser Region unterstreicht. Interessanterweise
scheint Simons selbst wiederum einen gewissen
Einfluss auf den sogenannten Monogrammisten
JHV ausgeübt zu haben, von dem datierte Werke zwischen
1652 und 1663 bekannt sind. Zudem sollten
zwei flämische Künstler erwähnt werden, mit denen
Simons oft verwechselt wird: Ein namensgleicher Michiel
Simons, der zwischen 1602 und 1632 in Antwerpen
aktiv war. Ein Blumenkorb aus seiner Hand wird in
einem Inventar von 1644 erwähnt, doch sind heute keine
gesicherten Werke von ihm bekannt. Manche Kunsthistoriker
bezeichnen ihn als Michiel I und unseren niederländischen
Maler als Michiel II. Außerdem existiert
der sogenannte Pseudo-Simons, ein anonymer Maler,
der zwischen ca. 1650 und ca. 1680 in Antwerpen tätig
war. Keines seiner Werke ist signiert, dennoch werden
ihm über 100 Gemälde zugeschrieben. Der Name
„Pseudo-Simons“ ist irreführend, da dieser Künstler
weder mit Michiel Simons verwandt ist noch niederländischer
Herkunft war. Stilistisch steht er vielmehr in der
Tradition von Jan Pauwel Gillemans I und II.
(1451534) (1) (13)
280
MICHIEL SIMONS,
120 1
STILLLEBEN MIT WANLISCHALE,
FRÜCHTEN UND RÖMER
Öl auf Leinwand. Doubliert.
67,9 x 89,5 cm.
Links unten auf der Tischkante signiert
„M. Simons f.“.
In ornamental reliefiertem Rahmen.
Auf einer halb durch ein Tischtuch bedeckten Holzplatte
ist ein Stilleben drapiert, mit einer geneigten Wanli-Porzellanschale.
Darin und darum angeordnete Früchte,
sowie ein auf einer Zinnplatte liegender Flusskrebs, dahinter
ein Römer und ein Brotstück. Die datierten Werke
von Michiel Simons reichen von 1648 bis 1657. Es
gilt als wahrscheinlich, dass er vor allem in Utrecht tätig
war, wo er 1669, 1671 und zuletzt 1673 urkundlich erwähnt
wird. Simons entwickelte einen eigenständigen
und gut erkennbaren Stil, insbesondere im Bereich der
Blumen- und Früchtestillleben. Seine Arbeiten zeigen
MICHIEL SIMONS,
120 1
STILLLIFE WITH WANLI BOWLE, FRUITS AND WINE
GLAS
Oil on canvas. Relined.
67.9 x 89.5 cm.
Signed lower left on table edge “M. Simons f.”
€ 12.000 – € 15.000
INFO | BID
1
CHARLES & HENRI BEAUBRUN,
NSTLE ES 1 AHHUNETS, U
PORTRAIT DER ANNA VON ÖSTERREICH
(1601–1666), KÖNIGIN VON FRANKREICH
Öl auf Leinwand. Doubliert.
125 x 94 cm.
In vergoldetem Prunkrahmen.
Vor dem blauen Innenfutter eines goldfarbenen bestickten
Ehrentuchs, das von oben mit zwei goldenen Quasten
herabhängt, die auf einem Thronstuhl sitzende Regentin
in langem schwarzem Gewand mit weißem, mit
Schleife zusammengebundenem Tuch im Bereich des
Dekolletés, sowie mit wertvollem Schmuck. Ihre rechte
Hand hat sie auf eine neben ihr auf einem Tisch liegende
Krone gelegt, als Zeichen der Königswürde. Dahinter
geht der Blick auf eine Landschaft im gelblichen Licht
der untergehenden Sonne. Die Königin trägt auf ihren
langen Haaren mit seitlich herabhängenden Schillerlokken
einen schwarzen Schleier und mit ihren dunklen Augen
blickt sie aufmerksam und würdevoll aus dem Bild
heraus. Qualitätsvolle repräsentative Darstellung, die
insbesondere das feine weiche Gesicht der Portraitierten
gegenüber dem dunklen Hintergrund hervorhebt.
Anmerkung:
Im Vergleich mit anderen Darstellungen der Anna von
Österreich mit Krone in der Hand erscheint sie hier in
weit jüngerem Antlitz; das lässt ein früheres Entstehungsdatum
des vorliegenden Gemäldes annehmen
(1441962) (18)
€ 8.000 – € 10.000
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113
282
ROSALBA CARRIERA,
1 ENEI 1 EENA, U
Die Künstlerin war bekannt für ihre Pastellmalerei. Gefeiert
und bewundert bereiste sie Europa und war Gast
an vielen Höfen, wie 1720/21 in Paris, 1723 in Modena
und 1730 in Wien.
PORTRAIT EINER EDELDAME
Pastell auf Papier.
Sichtmaß: 87,5 x 68,5 cm.
Auf dem Rahmen eine Plakette mit Namensnennung
Carrieras.
Hinter Glas gerahmt.
Beigegeben ein Gutachten von Dr. Niccolò Messeri,
Florenz, 19. Dezember 2017, in Kopie.
Qualitätvolle Darstellung einer jungen Dame in prächtiger
blauer Gewandung mit reichem Perl- und Hermelinbesatz
an einer reliefierten Brüstung lehnend. Ihr
Spiel mit der Perle bricht die konservative Haltung auf
und spielt so mit den weiblichen Reizen, die durch ihre
über die Schultern fallenden Röhrenlocken unterstrichen
werden.
In seinem Gutachten stellt Messeri die gute Vergleichbarkeit
des vorliegenden Blattes mit dem Portrait der
Lucrezia Basadonna Mocenigo in Dresden heraus, das
bei aller Reduziertheit im Format ebenfalls ein Hermelin
als Zeichen herrschaftlicher Würde umgelegt trägt
(Inv.Nr. P23) und (Inv.Nr. M11).
Literatur:
zu dem Dresdner Vergleichsbild: Staatliche Kunstsammlungen
Dresden, Roland Enke und Stephan
Koja (Hrsg.), Rosalba Carriera. Perfektion in Pastell,
Ausst.-Kat., Dresden 2023, S. 206. (1450244) (13)
€ 7.000 – € 9.000
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114 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for 6.500 additional high resolution images.
283
IEE MINA ,
112 TOES 1 AIS, U
Er war einer der bedeutendsten französischen Portraitmaler
im Zeitalter des klassizistischen Barocks.
PORTRAIT DER PRINZESSIN
HENRIETTA ANNE STUART
Öl auf Leinwand. Doubliert.
81 x 65 cm.
Rahmen mit Namensnennung Mignards.
In vergoldetem, mit Blattreliefs verziertem Rahmen.
Im Oval vor unbestimmtem Grund, leicht nach links gewandt,
das Portrait einer edel gekleideten Dame mit
Perlschmuck und Edelsteinen an ihrem Mieder, der Umhang
goldgestickte Lilien auf blauem Grund zeigend.
Henrietta Anne Stuart, auch bekannt als Minette, wurde
am 16. Juni 1644 im Exil im französischen Exeter geboren.
Sie war die jüngste Tochter des englischen Königs
Karl I von England und Henrietta Maria von Frankreich,
einer Schwester des französischen Königs Ludwig XIII.
Nach der Hinrichtung ihres Vaters 1649 wuchs Henrietta
am französischen Hof auf, wohin ihre Mutter sie brachte.
1661 heiratete sie Philippe I, Herzog von Orléans, den
jüngeren Bruder Ludwigs XIV, und wurde so zur Herzogin
von Orléans. Trotz ihrer politischen Bedeutung war
die Ehe unglücklich; Philippe war offen homosexuell,
was zu Spannungen führte. Henrietta spielte eine wichtige
diplomatische Rolle zwischen England und Frankreich.
Besonders bedeutend war ihre Mitwirkung am
Geheimvertrag von Dover (1670), durch den sich ihr Bruder,
König Karl II von England, zur Konversion zum Katholizismus
verpflichtete – im Gegenzug für finanzielle
Unterstützung durch Frankreich. Nur wenige Wochen
nach Abschluss des Vertrags starb Henrietta überraschend
am 30. Juni 1670 im Alter von 26 Jahren im
Schloss Saint-Cloud. Ihr plötzlicher Tod löste Gerüchte
über eine mögliche Vergiftung aus, obwohl eine offizielle
Untersuchung eine natürliche Ursache feststellte.
(1451474) (13)
PIERRE MIGNARD THE ELDER,
112 TOES 1 AIS, ATTIUTE
PORTRAIT OF PRINCESSE HENRIETTA ANNE STUART
Oil on canvas. Relined.
81 x 65 cm.
Artist’s name on frame.
€ 15.000 – € 25.000
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115
284
ITALIENISCHE SCHULE DER ZWEITEN HÄLFTE
ES 1 AHHUNETS
Gemäldepaar
VOGELSTILLEBEN IN LANDSCHAFT
ITALIAN SCHOOL, SECOND HALF
O THE 1TH CENTU
A pair of paintings.
BIRD STILL LIFE IN LANDSCAPE
Öl auf Leinwand. Doubliert.
90 x 73,5 cm.
In reliefierten Holzrahmen.
In eine hügelige Landschaft mit Sonnenuntergangsstimmung
gebettet und durch Repoussoir-Bäume
gerahmt, findet sich jeweils eine große Ansammlung
erlegter Vögel.
(1451463) (13)
Oil on canvas. Relined.
90 x 73.5 cm.
€ 10.000 – € 14.000
INFO | BID
116 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for 6.500 additional high resolution images.
285
MELCHIOR DE HONDECOETER,
1 UTECHT 1 AMSTEAM,
U
Hondecoeter malte Jagdstillleben sowie Zusammenstellungen
einheimischer und exotischer Vögel. Obwohl
er fast alle seine Werke signierte ist nur ein sehr geringer
Teil seiner Bilder auch datiert. Weiter ist nachweisbar,
dass auf Tierbildern von Zeitgenossen die Originalsignaturen
durch jene des bekannteren Hondecoeter
ersetzt wurden.
PARKLANDSCHAFT MIT TRUTHAHN UND
ANDEREM FEDERVIEH
MELCHIOR DE HONDECOETER,
1 UTECHT 1 AMSTEAM,
ATTIUTE
PARK LANDSCAPE WITH TURKEY
AND OTHER POULTRY
Oil on canvas. Relined.
187 x 297 cm.
€ 50.000 – € 70.000 (†) INFO | BID
Öl auf Leinwand. Doubliert.
187 x 297 cm.
Ungerahmt.
Links am Rand leitet eine gestaffelte Brunnenanlage
hinter rosa Blüten in das Bild ein, das im Vordergrund
eine detailreiche Ansammlung von Federvieh zeigt,
hinter einem Zaun jedoch eine Palastanlage, dessen
Vorhof soeben von Gästen beschritten wird.
(14504513) (13)
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117
286
PIETRO BRANCALEONE,
TTI 112 1 IN ENEI, U
ERFRISCHUNG AN DER QUELLE
Öl auf Leinwand. Doubliert.
115 x 150 cm.
In breitem punziertem und vergoldetem Rahmen.
Die weite Landschaft mit einem Wasserlauf und einem
die linke Bildhälfte einnehmendem Baum. Rechts an
einer Quelle zwei sich labende Männer. Dahinter auf
einer Anhöhe eine in die Jahre gekommene Festungsanlage,
die sich vor einer Wolkenbank abzeichnet. Brancaleone
wurde von Antonio Morassi wiederentdeckt.
Morassi stieß auf seinen Namen im Inventar des Marschalls
Schulemberg aus dem Jahr 1741, in dem zwölf
Gemälde verzeichnet sind, die Seehäfen, Schiffe, Figuren,
Tiere und Statuen darstellen. Dasselbe Dokument
informiert uns auch darüber, dass Pietro Brancaleone
ein Schüler von Marco Ricci war. Obwohl der Einfluss
Riccis spürbar ist, lassen sich in seinen Werken auch
Parallelen zu den Gemälden von Antonio Marini und
Bartolomeo Pedon erkennen, was eine volle Übereinstimmung
mit den Stilprinzipien der venezianischen
Landschaftsmalerei des frühen 18. Jahrhunderts zeigt.
(1451191) (3) (13)
€ 8.000 – € 12.000
INFO | BID
118 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for 6.500 additional high resolution images.
287
FRANCESCO FOSCHI,
110 ANCONA 10 OM
PROMETHEUS IM SCHNEEBEDECKTEN KAUKASUS
Öl auf Leinwand. Doubliert.
169 x 111 cm.
In vergoldetem Profilrahmen.
Beigegeben ein Gutachten von Mauro U. Lucco,
Bazzano di Neviano, in Kopie.
Wiedergabe des griechisch-mythologischen Themas
des Prometheus, der vom Göttervater Zeus zur Strafe an
einen Felsen gekettet wurde, nachdem er den Menschen
das Feuer gebracht hatte. Zentraler Gegenstand
des Gemäldes ist ein in der Mitte hochragender verschneiter
Berggipfel, die Sträucher schneebedeckt, seitlich
ein Wasserfall. Am rechten Bildrand als Repoussoir
ein kahler Baum. Daneben ein Felsblock, auf dem Prometheus
nackt angekettet liegt, mit blauem Lendentuch.
Über ihm ein herabfliegender Adler, der laut Legende
Prometheus’ Leber frisst. Daneben eine brennende
Fackel, Attribut des feuerbringenden Prometheus.
Bei dem Gemälde handelt es sich um eine äußerst seltene
ikonographische Wiedergabe dieses mythologischen
Themas. Der Künstler setzte bewusst das Thema
„Feuer“ in Gegensatz zur Eiseskälte des Winters.
(1450209) (13)
FRANCESCO FOSCHI,
110 ANCONA 10 OME
PROMETHEUS IN THE SNOW-COVERED CAUCASUS
Oil on canvas. Relined.
169 x 111 cm.
Accompanied by an expert’s report by Mauro U. Lucco,
Bazzano di Neviano, in copy.
€ 14.000 – € 18.000
INFO | BID
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119
288
MICHELE SANGIORGI,
1 AENA 122 OM,
Dank eines Stipendiums der Congregazione di Carità
konnte Sangiorgi zwischen 1806 und 1811 in Rom
studieren, wo er in künstlerischen Kreisen mit Zeitgenossen
wie Tommaso Minardi, Francesco Hayez und
Pelagio Palagi verkehrte. Minardi beschrieb ihn als
begabt, jedoch mit einem schwierigen Charakter und
einem ausschweifenden Lebensstil.
PETRUS IM KERKER MIT ZWEI WACHEN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
126 x 172 cm.
In naturbelassenem Holzrahmen.
Beigegeben ein Gutachten von Prof. Fernando
Mazzocca, Mailand, 12. April 2019, der das vorliegende
Werk auf ca. 1817 – 1822 datiert, in Kopie.
Das Gemälde ist großformatig angelegt, was auf einen
kirchlichen Auftrag schließen lässt. Gezeigt wird die
Szene aus der Apostelgeschichte (Apg 12,6–7), wonach
Petrus von einem Engel aus dem Kerker befreit
wird. Dieser ist links hell erleuchtet zu sehen, rechts
sind zwei geharnischte Wachen gut zu erkennen, der
Engel ist nur als Lichterscheinung wahrnehmbar. Minimal
besch.
Anmerkung:
1813 gewann Sangiorgi eine dreijährige Förderung
durch die Accademia di Belle Arti Bologna, die durch
Verzögerungen und Kritik belastet war – seine eingereichten
Arbeiten wurden 1815 abgelehnt, woraufhin
er Unterstützung von Antonio Canova und Pelagio
Palagi erhielt. Ein bedeutendes Blatt von 1812, gewidmet
Antonio Canova, wurde später Teil der National
Gallery of Art in Washington, ein Beleg für die hohe
Qualität seiner Arbeiten.
Literatur:
Vgl. zur Biographie: Anna Ottani Cavina, Michele
Sangiorgi, in: L’eta neoclassica a Faenza 1780 – 1820,
Ausst.-Kat., Faenza 1979, S. 125 – 130. (1450204) (13)
MICHELE SANGIORGI,
1 AENA 122 OME
SAINT PETER IN PRISON WITH TWO GUARDS
Oil on canvas. Relined.
126 x 172 cm.
Accompanied by an expert’s report by Professor
Fernando Mazzocca, Milan, 12 April 2019, who dates
the present painting to ca. 1817 – 1822, in copy.
Literature:
cf. regarding the biography: Anna Ottani Cavina,
Michele Sangiorgi, in: L’età neoclassica a Faenza
1780 – 1820, exhibition catalogue, Faenza 1979,
pp. 125 – 130.
€ 18.000 – € 22.000
INFO | BID
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289
AGOSTINO SCILLA,
12 MESSINA 100 OM
PHILOSOPH IN MEDITATION
Öl auf Leinwand.
67x 56 cm.
Beigegeben eine Expertise von Dr. Arabella Cifani,
mit ausführlicher Dokumentation, in Kopie.
An einem Tisch sitzend, der bärtige Philosoph, den
Kopf nachdenklich auf seine rechte Hand gestützt,
während er seine linke auf einen Schädel gelegt hat.
Das Bildnis zeigt ihn in Lebensgröße vor einem dunklem,
nahezu schwarzem Hintergrund. Einem Wissenschaftler
gemäß trägt er ein braunes Gewand. Die
theatralisch von links oben geführte Beleuchtung
bringt sein Haupt, den Arm und gleichfalls den Schädel
aus dem dunklem Grund zur Wirkung. Im Bild
wird sowohl philosophische Besinnung und Nachdenklichkeit,
als auch die Vergänglichkeit und die beschränkte
Lebenszeit des Menschen im Sinne des
Memento mori-Gedankens veranschaulicht. Der Maler
schuf mehrfach ähnliche Themen, meist Männer
im fortgeschrittenem Alter, nicht selten mit einem
Schädel. Gegenwart und Vergangenheit sollten in seinen
Bildern deutlich werden, zuweilen zusammen
mit Antiquitäten. Vergleichbare Darstellungen von
Agostino Scilla finden sich im Palazzo Graneri della
Rocca in Turin, so etwa „Epikur und Heraklit“.
Scilla studierte bei Antonio Barbalonga (1600 – 1649),
dann in Rom in der Werkstatt von Andrea Sacchi
(1599 – 1661). Bekannt wurde er unter anderem auch
für seine Deckenfresken von 1657 in der Kapelle der
Kathedrale von Syrakus, die als sein Hauptwerk gelten.
1679 wurde er Mitglied der Accademia di San
Luca in Rom. Dass Scilla nicht nur als Maler, sondern
auch als Paläontologe und Geologe ein Pionier in der
Erforschung von Fossilien war, erklärt auch etliche
seiner Bildmotive. Der Maler veröffentlichte einige
naturkundliche Werke wie „La vana speculazione disingannata
dal senso“, sowie „De corporibus marinis
lapidescentibus quae defossa reperiuntur“. Nach
dem Maler und Forscher wurde der „Dorsum Scilla“
auf dem Erdmond benannt. A.R.
Literatur:
Das Gemälde abgebildet und besprochen von
Arabella Cifani in: Pierluigi Carofano (Hrsg.), La Sicilia
di Caravaggio, Ausst.-Kat., Convitto delle Arti, Noto
2024, Kat.Nr. 32, S. 140 f.; S.160.
Vgl. Veronica Carpita, Agostino Scilla (1629 – 1700) e
Pietro Santi Bartoli (1635 – 1700). Il metodo scientifico
applicato allo studio dei fossili e la sua trasmissione
ai siti e monumenti antichi, in: Atti della Accademia
nazionale dei Lincei. Classe di scienze morali, storiche
e filologiche. Rendiconti, Reihe 9, Bd. 17, Heft 3, Rom
2006. (1451261) (11)
AGOSTINO SCILLA,
12 MESSINA 100 OME
PHILOSOPHER IN MEDITATION
Oil on canvas.
67 x 56 cm.
Accompanied by an expert’s report by Dr Arabella Cifani,
with extensive documentation, in copy.
Literature:
The painting is illustrated and discussed by Arabella
Cifani in: Pierluigi Carofano (ed.), La Sicilia di
Caravaggio, exhibition catalogue, Convitto delle Arti,
Noto 2024, cat. no. 32, pp. 140f., p.160.
cf. Veronica Carpita, Agostino Scilla (1629 – 1700)
e Pietro Santi Bartoli (1635 – 1700). Il metodo
scientifico applicato allo studio dei fossili e la sua
trasmissione ai siti e monumenti antichi, in: Atti della
Accademia nazionale dei Lincei. Classe di scienze
morali, storiche e filologiche. Rendiconti, series 9,
vol. 17, no. 3, Rome 2006.
€ 10.000 – € 15.000
INFO | BID
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121
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290
GIUSEPPE SIMONELLI,
UM 10 NEAEL 110, U
ARMIDE UND RENAUD
GIUSEPPE SIMONELLI,
CA 10 NALES 110, ATTIUTE
ARMIDE AND RENAUD
Öl auf Leinwand.
160 x 230 cm.
Armide herrscht mit ihrem Onkel über Damaskus und
besiegt 1098 im Ersten Kreuzzug das Kreuzritterherr.
Ihr todkranker Onkel möchte sie verheiraten, daher
wünscht sie denjenigen zu heiraten, der ihren Todfeind,
den Kreuzritter Renaud, tötet. Diesen bringt die
Zauberin Armide in ihre Gewalt, tötet ihn jedoch nicht,
sondern verliebt sich in ihn und bringt ihn mittels eines
Liebeszaubers dazu, ihre Liebe zu erwidern. Im Hintergrund
rechts schon die Anhänger Renauds, die ihn an
seine Pflichten erinnern werden und so zum Zusammenbruch
des von Armide konstruierten Luftschlosses
hinarbeiten werden.
(1420763) (13)
Oil on canvas.
160 x 230 cm.
€ 25.000 – € 35.000
INFO | BID
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123
1
IOANNI AOLO CASTELLI 1 UM 10
UN ANTONIO AMOOSI 10 1, U
GROSSES FRÜCHTESTILLLEBEN IN LANDSCHAFT
MIT MAGD UND ZWEI KNABEN
Öl auf Leinwand.
107 x 161 cm.
In reliefiertem und vergoldetem Rahmen.
Landschaftsdarstellung mit einer Magd und zwei Knaben,
mit einem umfangreich dargestellten Früchtestillleben.
Das Stillleben wohl aus der Hand Castellis,
während die Figuren wohl von der Hand Amorosis
stammen.
Ein gutes Vergleichswerk findet sich in dem Stillleben
mit Früchten, junger Frau und zwei Kindern, das im
Katalog der Galleria Giamblanco abgebildet ist (siehe
Literatur). In dem Gemälde wird ebenfalls eine Kooperation
von Castelli und Amorosi erkannt. Besonders in
der Bildkomposition und der Darstellung der Früchte
sind große Gemeinsamkeiten mit dem hier angebotenen
Gemälde sichtbar, eine Zuweisung an die beiden
Künstler liegt entsprechend nahe.
Literatur:
Vgl. Deborah und Salvatore Giamblanco (Hrsg.),
Galleria Giamblanco Dipinti Antichi. Pittura italiana
dal Seicento al Settecento, Ausst.-Kat., Turin 2014,
S. 44 – 45.
Vgl. Gianluca Bocchi und Ulisse Bocchi, Pittori di
natura morta a Roma. Artisti italiani 1630 – 1750,
Bd. 1, Viadana 2005, S. 609 – 616 sowie S. 615,
Abb. GPS.24. (1450459) (10)
IOANNI AOLO CASTELLI 1 CA 10
AN ANTONIO AMOOSI 10 1,
ATTRIBUTED
LARGE FRUIT STILL LIFE IN LANDSCAPE WITH
MAID AND TWO BOYS
Oil on canvas.
107 x 161 cm.
Literature:
cf. Deborah and Salvatore Giamblanco (eds.), Galleria
Giamblanco Dipinti Antichi. Pittura italiana dal
Seicento al Settecento, exhibition catalogue, Turin
2014, pp. 44 – 45.
cf. Gianluca Bocchi and Ulisse Bocchi, Pittori di natura
morta a Roma. Artisti italiani 1630 – 1750, vol. 1,
Viadana 2005, pp. 609 – 616 and p. 615, ill. GPS.24.
€ 55.000 – € 70.000 (†)
INFO | BID
Vergleichswerk Giovanni Paolo Castelli und Antonio Amorosi
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125
292
FRANCESCO SALVATOR FONTEBASSO,
10 ENEI 1 EENA
Francesco Fontebasso, der bei Sebastiano Ricci in die
Lehre ging, aber stark von Giovanni Battista Tiepolo beeinflusst
war, wurde zu einem der führenden Künstler
im Venedig des 18. Jahrhunderts und war ein gefragter
Maler von Fresken und großen Historienbildern. In seiner
frühen Karriere verbrachte er kurze Zeit in Bologna
und Rom, bevor er in seine Heimatstadt Venedig zurückkehrte.
Wahrscheinlich kam er um 1730 zum ersten
Mal mit Tiepolos Werk in Berührung, als er die
Fresken im Palazzo Patriarcale in Udine sah – eine Begegnung,
die Fontebassos Werk in eine entscheidende
neue Richtung lenken sollte. Dies zeigte sich in seinem
ersten großen Auftrag in Venedig, dem der Familie
Manin für I Gesuiti, der 1734 ausgeführt wurde, als
sein Ruf bereits so weit gewachsen war, dass er eine
Schule eröffnen konnte. In den folgenden Jahrzehnten
erhielt er zahlreiche Aufträge von Mitgliedern der venezianischen
Aristokratie, und 1761 wurde er auf Einladung
der Kaiserin Katharina II nach Sankt Petersburg
eingeladen, wo er fast zwei Jahre lang blieb und an
Projekten für den Winterpalast und andere kaiserliche
Paläste arbeitete. Nach seiner Ernennung zum Professor
an der kaiserlichen Kunstakademie in Sankt Petersburg
kehrte er am Ende seiner glanzvollen Karriere
nach Venedig zurück und wurde 1768 Principe der
Accademia Veneziana.
SCIPIO BEREITET SICH AUF DAS DUELL
MIT HANNIBAL WÄHREND DER SCHLACHT
VON ZAMA VOR
Öl auf Leinwand. Doubliert.
70 x 94 cm.
In ebonisiertem Wellenleistenrahmen.
Beigegeben eine Expertise von Dr. Federica Spadotto,
die Arbeit dem Künstler zuweisend, in Kopie.
Während des zweiten Punischen Krieges sitzt Scipio
hier im zentralen Vordergrund von seinen links befindlichen
Beratern bedrängt. Rechts bereits die angedeutete
Schlacht. Vor der Schlacht von Zama bereitete sich
Scipio Africanus sorgfältig auf das Duell mit Hannibal
vor, sowohl strategisch als auch taktisch. Er studierte
Hannibals frühere Feldzüge genau, um dessen Denkweise
und bevorzugte Kampfmethoden zu verstehen.
Scipio stellte ein erfahrenes Heer auf, darunter auch
römische Veteranen und numidische Reiterei unter
Masinissa, um Hannibals Elefantenangriffen und Kavallerieübermacht
zu begegnen. Er trainierte seine Truppen
im Umgang mit Kriegselefanten, die hier im rechten
Mittelgrund bereits zu sehen sind, indem er
Lücken in den Reihen ließ, durch die die Tiere gelenkt
werden konnten. Psychologisch stärkte er die Moral
seiner Soldaten, indem er betonte, dass sie nicht nur
Rom, sondern die Ordnung der bekannten Welt gegen
Hannibals Chaos verteidigten.
Literatur:
Vgl. Marina Marini, Francesco Fontebasso, Vicenza
1988.
Vgl. Giovanni Gaetano Bottari und Stefano Ticozzi,
Raccolta di lettere sulla pittura, scultura e architettuta
scritte da’ più celebri personaggi dei secoli XV, XVI e
XVII, Mailand 1822.
Vgl. Antonio Morassi, Francesco Fontebasso a Trento,
in: Bollettino d’Arte, III, 1931, S. 119–130. (1441911) (13)
FRANCESCO SALVATOR FONTEBASSO,
10 ENICE 1 II
SCIPIO PREPARES FOR THE DUEL WITH HANNIBAL
DURING THE BATTLE OF ZAMA
Oil on canvas. Relined.
70 x 94 cm.
Accompanied by a photographic expert’s report by Dr
Federica Spadotto, in copy, attributing the work to the
artist.
Literature:
cf. Marina Marini, Francesco Fontebasso, Vicenza 1988.
cf. Giovanni Bottari and Stefano Ticozzi, Raccolta di
lettere sulla pittura, scultura ed architettuta scritte da’
più celebri personaggi dei secoli XV, XVI e XVII, Milan
1822.
cf. Alberto Morassi, Francesco Fontebasso a Trento, in:
Bollettino d’Arte, III, 1931, pp. 119–130.
€ 13.000 – € 16.000
INFO | BID
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293
GREGORIO LAZZARINI,
1 ENEI 10 ILLAONA, EIS ES
ALLEGORIE DER TUGEND, DIE DIE BÜSTE EINES
RÖMISCHEN IMPERATORS PRÄSENTIERT
Öl auf Leinwand. Doubliert.
64,5 x 49,5 cm.
In teilvergoldetem Rahmen.
Auf einem großen Platz, versehen mit bekannten römischen
Gebäudeteilen – darunter wohl auch die Trajanssäule
–, haben sich zahlreiche Männer versammelt, die
wohl dem Senat angehören. Ihnen erscheint im Himmel
der fliegende Merkur: er präsentiert in seinen Händen
die Allegorie der Tugend als junge stehende nackte
Frau, die in ihren Händen die Büste eines römischen
Imperators hält und diese mit einem Lorbeerkranz be-
krönt. Sie möchte wohl die Senatoren an erstrebenswerte
Eigenschaften erinnern, die einen Menschen
auszeichnen. Voller Überraschung oder Erschrecken
haben die Männer meist ihre Arme erhoben; im Vordergrund
blicken mehrere mit abwehrend erhobenen
Händen weg. Ikonografisch vieldeutige Darstellung in
überwiegend zarter Farbgebung.
Anmerkung:
Gregorio Lazzarini widmete sich vor allem der Portraitund
Historienmalerei sowie mythologischen Themen.
In Tiepolos Jugend galt er als einer der angesehensten
Künstler Venedigs und gehörte zu den prägenden
Malern der Stadt im 17. Jahrhundert.
(14502013) (18)
GREGORIO LAZZARINI,
1 ENICE 10 ILLAONA, CICLE O
ALLEGORY OF VIRTUE PRESENTING
A BUST OF A ROMAN EMPEROR
Oil on canvas. Relined.
64.5 x 49.5 cm.
€ 12.000 – € 18.000
INFO | BID
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127
294
GIOVANNI PAOLO PANINI,
11 IACENA 1 OM
Als Schüler des Bühnengestalters Francesco Galli Bibiena
(1659 – 1739), auf den wohl auch Paninis Sinn für die
Theatralik in seinen Antikenlandschaften zurückgeht,
zog er 1711 nach Rom, wo er auch mit Canaletto (1697
– 1768) in Berührung kam. Als Leiter der Dekorationsarbeiten
für etliche römische Paläste schuf er nebenbei
auch Gemälde, die römische Plätze und Festlichkeiten
verewigen sollten, wie etwa das Fest auf der Piazza Navona
(Louvre usw.). Besonderen Ruhm brachten ihm
seine Festausstattungen für bedeutende Staatsereignisse
ein, wie etwa zur Geburtsfeier des französischen
Thronfolgers oder 1745 für die Hochzeit des Dauphins.
Für Papst Innozenz XIII schuf er Ausmalungen im Quirinalspalast.
Er wurde bald als Dozent an die Accademia
di San Luca und die Académie de France in Rom berufen.
Hier kam auch Jean-Honoré Fragonard (1732 –
1806) unter seinen Einfluss. 1718 wurde er Mitglied der
Congregazione dei Virtuosi al Pantheon. In seiner Werkstatt
arbeiteten auch Hubert Robert (1733 – 1808) sowie
sein Sohn Francesco Panini (1745 – 1812).
ARCHITEKTURCAPRICCIO MIT KAUFFAHRTEISZENE
Öl auf Leinwand.
74,5 x 98,5 cm.
In Profilrahmen.
Beigegeben eine Expertise von Ferdinando Arisi,
in Kopie.
Von links diagonal zentralperspektivisch in das Bildfeld
ragende klassische Architekturen mit vorgesetzten korinthischen
Säulen, einer dahinterliegenden, gülden
schimmernden zweistöckigen Loggia mit Galerieaufbau
und einem runden Vorbau mit dorischen Säulen.
Dahinter mehrere Hafen- und Wehrbauten an einem
offenen Gewässer, auf dem abgetakelte Schiffe zu sehen
sind. Ein Mast reicht von rechts in das Bildfeld hinein
und suggeriert die Anwesenheit eines Schiffes,
dessen Ladung soeben von mehreren Figuren gelöscht
wird, die wir im Vordergrund sehen. Die prunkvollen
Bauten sind also in Zusammenhang mit der zu löschenden
Ladung und dem Handel mit diesen zu sehen, sodass
das Thema des Gemäldes die aus dem Seehandel
resultierende Prosperität zeigen soll.Es wird vermutet,
dass Panini Schüler des Francesco Galli Bibiena (1659 –
1739) war, der bereits in seinem, auch grafischen Werk,
die Fantastik römischer Stadtlandschaften in theatralischer
Weise vortrug, was Panini jedoch sicherlich auch
ohne persönliche Begegnung übernommen haben
könnte. Ab 1711 in Rom, wurde er auch mit Giovanni
Antonio Canal (1697 – 1768) bekannt. Zunächst mit Dekorationsmalerei
in Palästen wie der Villa Patrizi oder des
Palazzo De Carolis tätig, widmete er sich zunehmend
dem Thema des Antikenarchitektur-Capriccios.
Literatur:
Vgl. David R. Marshall, The Architectural Piece in
1700. The Paintings of Alberto Carlieri (1672 – c.1720),
Pupil of Pozzo, in: Artibus et Historiae, Bd. 25, Nr. 50
(2004), S. 74, Nr. 60, Nr. 61. (1440691) (13)
GIOVANNI PAOLO PANINI,
11 IACENA 1 OME
ARCHITECTURAL CAPRICCIO WITH
SEA TRADE SCENE
Oil on canvas.
74.5 x 98.5 cm.
Accompanied by an expert’s report by Ferdinando
Arisi, in copy.
Literature:
cf. David R. Marshall, The Architectural Piece in 1700.
The Paintings of Alberto Carlieri (1672 – c.1720), Pupil
of Pozzo, in: Artibus et Historiae, vol. 25, no. 50
(2004), p. 74, no. 60, no. 61.
€ 15.000 – € 20.000
INFO | BID
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295
GIUSEPPE GALLI BIBIENA,
AUCH GENANNT „JOSEPH GALLI-BIBIENA“,
1 AMA 1 ELIN, U
FANTASIEARCHITEKTUR MIT SÄULEN,
BÖGEN, TREPPEN UND STAFFAGE
Öl auf Leinwand. Doubliert.
101 x 75 cm.
Im Gegensatz zu den italienischen Capriccios weist
das Gemälde keinerlei Anzeichen von Verfall auf, oder
Aspekte der von Pflanzen überwachsenen antiken Vergangenheit.
Ganz im Gegenteil zeigen sich die mächtigen
Säulenstellungen, Bögen und Balustraden in unverwittertem
Zustand, im Sinne der Theater- und
Bühnenbild-Erfindungen eines Giuseppe Galli Bibiena.
In zahlreichen Stichen dieses Künstlers finden wir ähnliche
Entwürfe. Einige Stichdarstellungen gleichen
dem hier vorliegenden Gemälde derart, dass die Frage
im Raum steht, ob Bibiena selbst als Autor gesehen
werden kann. Auch die Exaktheit der feinen Linienführung,
die im Gegensatz zum italienischen Capriccio
steht, ist im Zusammenhang mit der Stichtechnik zu
sehen. Die Staffagefiguren gebärden sich deutlich im
Sinne des barocken theatralen Hofzeremoniells.
Schon sein Vater Ferdinando, wie auch seine Brüder,
aber auch sein Sohn Carlo arbeiteten in Italien, Österreich
und Deutschland. Der Künstler plante Theatermaschinen,
inszenierte Feste und Bühnenaufführungen,
wirkte am Hof des künftigen Karl VI und zog nach
Wien. In Bologna wurde er Direktor für Architektur an
der Accademia. Von Friedrich II wurde er ab 1753 als
Hofarchitekt in Berlin fest engagiert, wo er bis zu seinem
Tod wirkte. Zu seinen Schülern zählten Raffaele
Suá und Carl Friedrich Fechhelm, der einer der bedeutendsten
Vertreter des Friderizianischen Rokoko war,
und ebenfalls Bühnenbilder – aber auch Wandbilder –
in der Art des vorliegenden Gemäldes schuf. Giuseppe
Galli Bibiena gebührt das Lob, die Stilistik des Barocks
weit mehr gefördert und geprägt zu haben, als allgemein
bekannt. A.R.
(1450531) (11)
GIUSEPPE GALLI BIBIENA,
ALSO KNOWN AS “JOSEPH GALLI-BIBIENA”,
1 AMA 1 ELIN, ATTIUTE
ARCHITECTURAL FANTASY WITH COLUMNS, ARCH-
ES, STAIRS AND FIGURAL STAFFAGE
Oil on canvas. Relined.
101 x 75 cm.
In contrast to the Italian capricci, this painting shows
no signs of decay or aspects of the ancient architecture
overgrown with vegetation. Quite the opposite:
the mighty columns, arches, and balustrades appear
unweathered, in the spirit of the theatrical and stage
design inventions of Giuseppe Galli Bibiena. There are
similar designs in numerous engravings by this artist.
Some engravings are so similar to the present painting
that it raises the question of whether Bibiena himself
may be considered the author.
€ 20.000 – € 25.000
INFO | BID
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129
296
ANCESCO ATTALIOLI UM 11 UM 1
IN ZUSAMMENARBEIT MIT
ANCESCO ONTEASSO 10 1
,
ARCHITEKTURCAPRICCIO MIT FIGUREN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
45 x 36 cm.
In vergoldetem Prunkrahmen.
Blick auf einen großen breiten Treppenaufgang, der zu
einem Platz mit einer Kirche und mehreren Bäumen
führt. Im Vordergrund mehrere elegante Figuren im
Gespräch mit einem Reiter, sowie rechts die antiken
bewachsenen Reste einer Kolonnade, unter der eine
Frau mit Spindel und ein sitzender schlafender Mann
mit Hund zu erkennen sind – die Figuren wohl von
Francesco Fontebasso. Darstellung in weichem Farbtönen,
mit sommerlich hellblauem Himmel.
(1450891) (18)
€ 8.000 – € 10.000 (†)
INFO | BID
297
GIACINTO GIGANTE,
10 NEAEL 1 EENA, U
A ECHTS
ITALIENISCHE LANDSCHAFT MIT BLICK
AUF DIE PONTE CLEMENTINO
Öl auf Holz.
47 x 33 cm.
In vergoldetem Rahmen.
Von erhöhtem Standpunkt Ansicht der Clementino-
Brücke, eines der Wahrzeichen der Gemeinde von Civita
Castellana mit Ausblick auf das Dorf. Sie überspannt
eine tiefe Schlucht, durch deren Grund der Rio Maggiore
fließt. Auf der Brücke mehrere Staffagefiguren. Malerische
Darstellung im warmen gelblichen Licht eines
Spätnachmittags.
Anmerkung:
Mit einer Höhe von 40 Metern und einer Länge von
90 Metern war sie nicht nur zur Zeit des Künstlers,
sondern ist auch heute ein beliebtes Motiv für Maler.
(1451195) (3) (18)
€ 3.500 – € 5.500
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298
ALBERTO CARLIERI,
12 OM UM 120, U
Gemäldepaar
RÖMISCHE ARCHITEKTURCAPRICCIOS
MIT FIGUREN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
47,5 x 38 cm sowie 49 x 39,5 cm.
Vor hellblauem Himmel führen einige Stufen hinauf
zu einer antiken, bewachsenen Loggia mit Rundbögen,
unter der mehrere Soldaten mit Helm und Lanze
stehen, die aufmerksam drei Männer bei der Arbeit
an einer antiken Basis beobachten. Nach rechts
wird der Blick auf die Ruine eines Rundtempels mit
weißen Säulen gelenkt. Auch das andere Gemälde
zeigt in Haltung und Kleidung fast identisch, zwei römische
Soldaten bei der Aufsicht dreier Männer bei
der Arbeit. In der Mitte des Hintergrundes steht jedoch
ein pyramidenartiges Grab- oder Denkmal. Als
Repoussoir sind am rechten Rand antike Überreste
mit zwei Säulen und eine Standskulptur auf einem
Sockel zu sehen, dahinter einige Figuren, einer die
Standarte von Rom tragend, sowie am linken Rand
weitere im Schatten stehende Säulenreste. Für den
Künstler typische antike Architekturdarstellungen mit
gekonnter Licht- und Schatteninszenierung.
(1451193) (3) (18)
€ 6.500 – € 8.500
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131
299
MISCHE SCHULE ES 1 AHHUNETS
Gemäldepaar
CAPRICCIOS
Öl auf Leinwand. Doubliert.
Jeweils 88 x 71 cm.
In vergoldeten Rahmen.
Die Gemälde zeigen jeweils linksseitig eine große antike
Ruine, wohl Reste eines Tempels, eines mit korinthischen
Säulen, das andere Gemälde mit durchgehend
kannelierten, dorischen Säulen. Jeweils ein Weg führt an
der Ruine vorbei, auf dem Reiter und Hunde, sowie ein
aufmerksamer Betrachter des Bauwerks zu sehen sind.
In der Mitte des Hintergrundes eine weite, bergige
Landschaft mit Gebäuden eines Ortes oder einer Stadt.
Jeweils rechtsseitig als Repoussoir in den hellblauen
Himmel ragende Bäume. Malerische Darstellungen in
zurückhaltender Farbgebung.
(1450951) (18)
€ 6.000 – € 8.000
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300
PIETRO ANTONIO DOMENICHINI,
AUCH GENANNT „MAESTRO DELLE MONTAGNE
AUE, 1 14
Gemäldepaar
LANDSCHAFT MIT RUINE
sowie
FLUßLANDSCHAFT MIT GEBÄUDEN UND ANGLERN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
57 x 73 cm sowie 56 x 72 cm.
In dekorativen Rahmen.
Beigegeben eine Expertise von Dr. Federica Spadotto,
Padua, 23. Juli 2025, in Kopie.
Unter hellblauem Himmel ragt links die antike Ruine
eines bewachsenen Gebäudes in die Höhe. Der Eingangsbereich
mit rundbogigem Tor liegt verschattet,
die innenliegende Gebäudeseite jedoch wird von der
Sonne beschienen. Im Vordergrund zwei Männer im
Gespräch, rechtsseitig in der Bildmitte ein breiter Fluß
und dahinter eine weite Landschaft mit blauen Bergen.
Das andere Gemälde zeigt eine Flußlandschaft mit
mehreren Anglern am Ufer, links eine Stadt mit quadratischen
Turm, dahinter auf einer Anhöhe eine Burganlage
im diffusen Licht. Nach rechts der Fluß an dessen
rechtsseitigem Ufer eine Stadt vor blauer Gebirgskulisse
unter hohen hellblauen Himmel liegt. Als Repoussoir
sind auf dem Bild rechts zum Teil zwei hohe Häuserfronten
und am linken Rand ein hoher, in den Himmel
rangender Baum zu sehen. Die Farbpalette des Malers
zeichnet sich durch nuancierte Pastelltöne aus, in denen
Blau der dominierende Farbfaktor ist; die meist schlanken
Figuren werden dabei in schnellen Pinselstrichen
wiedergegeben.
(1450701) (18)
€ 7.000 – € 9.000
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133
1
MARTIN VAN MEYTENS,
1 STOCHOLM 10 WIEN, U
Meytens war ein aus den Niederlanden stammender
schwedischer Maler, der zum Wiener Hofmaler avancierte.
Als Sohn von Peter Martin van Meytens d. Ä.
erhielt er gemeinsam mit seinem Verwandten George
de Marées seine erste Ausbildung bei seinem Vater in
Stockholm. 1714 ging er nach England, um sich an Portraits
des Anton van Dyck zu schulen. 1717 wurde er in
Paris Schüler des Emailmalers Charles Boit, mit dem
zusammen er in Dresden für August den Starken gearbeitet
hat. In Frankreich wurde Meytens als Miniaturist
geschätzt, vom Herzog von Orléans protegiert und von
Zar Peter dem Großen beauftragt. Nach einem längeren
Aufenthalt in Italien ließ er sich 1731 endgültig in
Wien nieder, wo er bald zum kaiserlichen Kammermaler
ernannt wurde und alsbald den Ruhm als bevorzugter
Maler des Kaiserhauses unter der Regentschaft
Maria Theresias ab 1740 genoss.
MARIA THERESIA VON ÖSTERREICH (1717–1780)
Öl auf Leinwand, auf Platte. Doubliert.
91 x 71,5 cm.
In bronziertem Kehlrahmen.
Halbfiguriges, fein aufgefasstes Bildnis der nach links
gerichteten Maria Theresia in prächtigen Gewändern
mit Goldstickerei und Hermelinbesatz. Links neben ihr
die von Perlen und Edelsteinen besetzten Krone, ihre
Brust von einer breiten Brosche mit Diamanten geziert,
deren Pracht sich im Ohrgeschmeide und im Diadem
wiederfindet. Maria Theresia – landläufig als Kaiserin
bezeichnet, obgleich die Kaiserwürde ihrem Gemahl
zukam – war regierende Erzherzogin von Österreich
und Königin u. a. von Ungarn und Böhmen. Sie nahm
im Wesentlichen die Regierungsgeschäfte in die Hand
und zählte zu den bedeutenden Monarchen in der Ära
des aufgeklärten Absolutismus. 1745 hatten ihre politischen
Anstrengungen Erfolg: ihr Gatte Franz I Stephan
von Lothringen wurde zum Römisch-Deutschen Kaiser
gewählt. Trotz des verlustreichen österreichischen Erbfolgekrieges
gelang es ihr als Herrscherin umfassende
Reformen insbesondere in der Staatsorganisation, der
Justiz und im Bildungswesen durchzusetzen.
Provenienz:
Sammlung Baron Clemens von Leykam, Wien, gemäß
Vorbesitzertradition. (1440023) (13)
€ 5.500 – € 7.500 (†)
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302
JOHANN KUPETZKY,
1 A 140 NNE, U
Johann Kupetzky war ein böhmischer Portraitmaler des
Barock. 1682 ging er in die Schweiz, um in Luzern Malerei
zu studieren. Einige Jahre später studierte er an der
Wiener Akademie. Nachdem er danach über 22 Jahre als
freischaffender Maler in Rom gearbeitet hatte, kehrte er
1708/09, einer Berufung des Fürsten Adam von Liechtenstein
folgend, nach Österreich zurück und ließ sich in
Wien nieder. Durch seine Portraits wurde er zum Günstling
der Kaiser Leopold I und Joseph I und damit auch
des gesamten Wiener Adels. So zeigen seine Portraits
fast ausschließlich bedeutende Persönlichkeiten der Zeit.
PORTRAIT DES KARL ALBRECHT VON BAYERN
Öl auf Leinwand.
Sichtmaß: 90 x 73 cm.
Rahmen mit alter Plakette mit Namensnennung des
Dargestellten und Kupetzkys.
In aufwendig gestaltetem vergoldetem Rahmen mit
hochovalem Ausschnitt.
Das ausdrucksstarke Ölgemälde zeigt Karl Albrecht
(1697–1745), den ältesten Sohn des bayerischen Kurfürsten
Max Emanuel und seiner zweiten Ehefrau Therese
Kunigunde. Im Jahr 1742 wurde er zum römischdeutschen
Kaiser (Karl III) gekrönt.
(1451272) (13)
€ 8.000 – € 12.000
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303
NICCOLÒ CASSANA,
1 ENUA OE ENEI 114 LONON
Cassana, der bei seinem Vater Giovanni Francesco
Cassana lernte, war ein äußerst erfolgreicher Maler in
Venedig, der besonders für seine Portraits gerühmt
wurde. Nach einem Aufenthalt in Düsseldorf ab 1711
zog er nach London, wo er 1713 verstarb.
PORTRAIT EINES EDELMANNES MIT DEGEN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
105 x 87 cm.
In marmoriertem Profilrahmen mit vergoldeten
Akanthusornamenten.
Beigegeben eine schriftliche Bestätigung von Anna
Orlando, Oktober 2018, in Kopie.
Vor dem im Chiaroscuro gesetzten, eine Innenwand suggerierenden
Hintergrund das halbfigurige Bildnis eines
leicht nach links gewandten jungen Mannes in purpurrotem
Wams mit Goldknöpfen, eine Hand in die Hüfte
gestützt, die andere an den silbergewickelten Griff eines
Degens gelegt. Der Blick rechts aus dem Bildfeld gerichtet,
ein gezwirbelter Schnurrbart die starkroten Lippen
überspannend. Cassana, dessen Selbstbewusstsein der
gebotenen Malqualität entsprochen haben mag, bot als
23- oder 24-jähriger noch unbekannter Künstler den Medici
in Florenz ein Selbstportrait für deren Galerie berühmter
Maler an. Zwar lernte er in Venedig, war dann
aber meist in Florenz tätig, wo wir einige seiner Werke
heute in den Uffizien finden. Wie häufig in seinen Portraits
kulminieren auch in diesem Werk venezianische
Einflüsse und der weitreichende Arm Anthonius van
Dycks. Mit anhängendem Etikett des Hauses Sotheby’s.
(1390112) (13)
NICCOLÒ CASSANA,
1 ENOA O ENICE 114 LONON
PORTRAIT OF A NOBLEMAN WITH SWORD
Oil on canvas. Relined.
105 x 87 cm.
304
MALE ES 1 AHHUNETS
Accompanied by an expert’s report by Anna Orlando,
October 2018, in copy.
€ 15.000 – € 20.000 (†)
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GANZKÖRPERPORTRAIT EINES MANNES IN RITTER-
RÜSTUNG
Öl auf Leinwand. Doubliert.
195 x 105,5 cm.
Ungerahmt.
In einem Innenraum, an einem mit schwarzem Samt abgedeckten
Tisch stehend, ein junger Mann in Rüstung,
mit seiner schmalen Hand nach dem dazugehörigen geöffneten
Helm greifend. Hinter ihm über einem Stuhl
hängt wohl seine abgelegte, reich verzierte Jacke und
an der Wand ein großes Schwert. Er hat ein feines Gesicht,
einen Spitzbart und mit seinen dunklen Augen
blickt er aufmerksam und würdevoll aus dem Bild heraus.
(1441281) (18)
€ 4.000 – € 6.000
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135
305
GASPAR VAN WITTEL,
GENANNT „GASPARE VANVITELLI“,
1 AMESOOT EI UTECHT 1 OM,
Der Maler, dessen Werk überwiegend in Italien entstand,
erhielt seine Ausbildung noch in den Niederlanden.
Doch 22-jährig war er bereits in Rom beim Bau der
Flussregulierung des Tibers beschäftigt. Wie sein als Architekt
in Neapel berühmt gewordener Sohn Luigi war
also auch er mit stadtarchitektonischen Aufgaben befasst.
Dies erklärt auch die in vorliegendem Gemälde
erkennbare Dokumentierung der Stadtbefestigung von
Florenz. Das bedeutet, dass die Darstellung weit weniger
dem touristischen Interesse galt, als andere von ihm
bekannten Veduten, wie etwa von Rom, Neapel oder
Venedig. Auch die Exaktheit der Detailwiedergabe resultiert
aus seiner Kenntnis der Architektur. Ab 1700 wirkte
er längere Zeit in Neapel, wo auch sein Sohn Luigi geboren
wurde. Die letzten Jahre verbrachte er allerdings
überwiegend in Rom, jener Stadt, in der er bereits der
gefragteste Vedutenmaler für die Adelshäuser der Colonna,
Ottoboni, Albani oder Odescalchi war, deren Villen
und Paläste er in Ölbildern dokumentierte. In der Kunstgeschichte
wurde sein Werk lange nicht genügend
beachtet. Erst eine erste Ausstellung seiner Bilder im
Museo Correr in Venedig, 2006, hat die Bedeutung des
Malers zu würdigen verholfen.
Das Bildsujet gehört zu den Seltenheiten bekannter
Florenzansichten. Aus leicht erhöhter Kavaliersperspektive
wird hier der Blick vom jenseitigen Ufer des
Arno über den Fluss hinweg auf die mit Mauern und
Türmen befestigte Hügelerhebung der Stadt Florenz
geboten. Als Repoussoir fungiert rechts eine hohe
Pinie vor einer verschatteten Gebäudegruppe mit
Turm. Im tieferliegenden Vordergrund zahlreiche Figurenstaffage
– Arbeiter mit Maultieren, ein Wasserträger
und Fischer in Kähnen mit Netzen. Die jenseitige
Uferbebauung hinter einem festen Mauerring. Die
Silhouette des Stadthügels wird von einem Streifen
rötlichen Abendlichts hinterfangen, unter noch blauem
Wolkenhimmel. A.R.
Literatur:
Maestro Van Wittel. Dutch Master of the Italian
Cityscape, Kunsthal KAdE Amersfoort Niederlande,
25. Januar – 5. Mai 2019, Ausstellungskatalog, Nr. 65,
Abb. S. 102.
Vgl. Heidrun Ludwig, Die Gemälde des 18. Jahrhunderts
im Landesmuseum Mainz, Mainz 2007.
Vgl. Giuliano Briganti, Gaspar van Wittel, Mailand
1996, S. 409–410, Kat. Nr. D349, Abb. S. 412.
FLORENZANSICHT VOM UFER DES ARNO – PESCAIA
DI SAN NICOLO
Öl auf Leinwand, auf original Spannrahmen.
42 x 53 cm.
Ausstellungen:
Maestro Van Wittel. Dutch Master of the Italian
Cityscape, Kunsthal KAdE Amersfoort, Niederlande,
25. Januar – 5. Mai 2019. (14303510) (11)
€ 50.000 – € 70.000
Links unten mittig monogrammiert „G.V.W.“, verso alte
Beschriftung sowie rotes Lacksiegel auf der Leinwand.
GASPAR VAN WITTEL,
ALSO KNOWN AS “GASPARE VANVITELLI”,
1 AMESOOT NEA UTECHT 1 OME
VIEW OF FLORENCE FROM THE BANKS OF THE
ARNO – PESCAIA DI SAN NICOLO
Oil on canvas, on original stretcher.
42 x 53 cm.
Monogrammed “G.V.W.” at lower left centre, old inscription
and red lacquer seal on the back of the canvas.
Literature:
Maestro Van Wittel. Dutch Master of the Italian
Cityscape, Kunsthal KAdE Amersfoort Netherlands,
January 25 – May 5, 2019, exhibition catalog, no. 65,
ill. p. 102.
Cf. Heidrun Ludwig, Die Gemälde des 18. Jahrhunderts
im Landesmuseum Mainz, Verlag Philipp
von Zabern, Mainz 2007.
Cf. Giuliano Briganti, Gaspar van Wittel, Milan 1996,
pp. 409–410, cat. No. D349, ill. p. 412.
Exhibitions:
Kunsthal KAdE, Amersfoort, NL, Maestro Van Wittel.
Dutch Master of the Italien Cityscape, 25 January –
5 May 2019.
(†) INFO | BID
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306
CHRISTIAN GEORG SCHÜTZ,
11 LSHEIM 11 ANUT AM, U
BERGIGE FLUSSLANDSCHAFT MIT BLICK
AUF EINE FESTUNG
Öl auf Holz, verso drei Festigungsstreben.
46 x 73 cm.
In dekorativem Holzrahmen.
Blick von erhöhtem Standpunkt über einen Uferstreifen
mit mehreren Figuren auf einem Fluss mit Booten
und einer Fähre, auf eine kleine Stadt, oberhalb derer
auf einer Anhöhe eine große Festung liegt. Detailreiche
Darstellung in überwiegend braun-grüner Farbgebung.
Horizontale Rissspuren.
(1450593) (1) (18)
€ 4.000 – € 6.000
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307
FRANCESCO MONTI,
GENANNT „IL BRESCIANINO“,
14 ESCIA 112 AMA, , U
Schüler von Pietro il Lucchese Ricchi (1605/06 – 1675)
und Jaques Courtois (1621– 1676). Er war sowohl in Italien
als auch in Deutschland aktiv. 1681 ließ er sich in
Parma nieder und arbeitete für den Hof des Herzogs
und die Farnese. In seiner Werkstatt wurden zahlreiche
Schüler ausgebildet.
REBEKKA UND ELIESER AM BRUNNEN
Öl auf Leinwand.
141 x 120 cm.
In Prunkrahmen.
Das Gemälde zeigt die alttestamentarische Geschichte
von Elieser, der von Abraham ausgesandt wurde, um
eine gottesfürchtige Frau für seinen Sohn Isaak zu finden.
Er trifft die zukünftige Braut Rebekka an einem
von mehreren Frauen umgebenen Brunnen, außerhalb
eines links im Hintergrund stehenden hohen bewohnten
Gebäudes und bittet um ihre Hand für Isaak. Er, in
wertvollem Gewand mit rotem Mantelüberwurf dargestellt,
hat sie auserwählt, da sie ihm Wasser aus ihrem
Krug gab. Elieser hat sich ihr mit einer Karawane mit
Kamelen genähert, die rechts im Hintergrund zu sehen
sind und bringt in einer seitlich abgestellten Truhe
wertvolle Geschenke mit. Erzählerische Darstellung
mit vielen Details.
(1450944) (18)
€ 8.000 – € 12.000
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137
308
FRANCESCO DE MURA,
1 NEAEL 12 EENA , U
DIE MADONNA MIT DEM KIND UND DEM JUNGEN
JOHANNES DER TÄUFER
Öl auf Leinwand. Doubliert.
76 x 63 cm.
In vergoldetem Rahmen.
Die Madonna in rot-blauem Gewand mit hellem Schleier
auf ihrem Kopf, vor sich auf einer Platte den auf einem
weißen Laken halb liegenden nackten Jesusknaben
haltend. Während ihre linke Hand ihn umgreift, hat sie
mit der anderen Hand das Laken vorsichtig angehoben,
um ihn wohl zu bedecken. Jesus hat seine rechte
Hand mit Segensgestus angehoben und blickt mit seinen
braunen Augen aus dem Gemälde heraus. Links
hinter beiden steht Johannes der Täufer mit geröteten
Wangen und gefalteten Händen, hält den Kreuzesstab
mit Rotulus und blickt auf Jesus. Harmonische Darstellung
in weichen Farben und feiner Lichtführung.
(14504514) (18)
FRANCESCO DE MURA,
1 NALES 12 II, ATTIUTE
THE MADONNA AND CHILD WITH THE YOUNG
SAINT JOHN THE BAPTIST
Oil on canvas. Relined.
76 x 63 cm.
€ 12.000 – € 15.000
(†)
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309
FRANÇOIS BOUCHER,
10 AIS 10 EENA, EIS ES
PUTTIPAAR MIT TAUBEN
Öl auf Leinwand.
38 x 46 cm.
Trägt links unten eine Signatur „F. Boucher“.
In dekorativem Rahmen.
Vor hellblauem Himmel auf einer Wolkenbank neben
einem Blumengebinde auf einem rötlichen Tuch sitzend
ein weiblicher Putto, liebevoll von Amor betrachtet,
der sie zärtlich am Kinn berührt und ihre linke Hand
ergriffen hat. Hinter ihm ein blaues Tuch und sein abgelegter
Köcher mit Pfeilen. Rechts neben den beiden
ein verliebt schnäbelndes Taubenpaar. Einfühlsame
Darstellung in weichen zarten Farbtönen.
(1441964) (18)
€ 4.000 – € 6.000
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1
FRANZÖSISCHER MEISTER
NACH NICOLAS OUSSIN 14 1,
ENE 1 ANAN 1 AHHUNET
BACCHUS BESUCHT DIE VON THESEUS
VERLASSENE ARIADNE AUF DER INSEL NAXOS
Öl auf Leinwand. Doubliert.
74 x 100 cm.
In Louis XV-Stilrahmen.
Beigegeben ein Gutachten von Prof. Dr. phil. Justus
Müller Hofstede, 22. November 2006, der in dem Gemälde
jedoch die Hand des flämischen Historienmalers
Andreas Cornelis Lens (1739–1822) sieht, in Kopie.
Bacchus besucht und tröstet die von Theseus verlassene
und auf der Insel Naxos ausgesetzte Ariadne
(Ovids „Metamorphosen“ VIII,2). Rechts im Vordergrund
lagert die verlassene Ariadne, die ihre Linke mit
einem Gestus der Trauer erhebt. Vor ihr steht der weinlaubbekränzte
Gott Bacchus, der auf der Insel Naxos
als Hauptgottheit vereehrt wurde, und führt seine Linke
mit einer Gebärde der Bewunderung und der Aufrichtigkeit
an seine Brust, da er sich in Ariadne verliebt
hat. Über Ariadne schwebt ein Genius, der die Krone
mit den sieben Sternen hälft, die Bacchus Ariadne als
Geschenk übereignen wird. Diese Sternenkrone wird
sich später in ein Sternbild am Himmel verwandeln.
Provenienz:
Süddeutsche Privatsammlung.
In den 1990er-Jahren in Brüssel erworben.
(1431342) (13)
€ 5.500 – € 7.500
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11
MALE ES STEN 1 AHHUNETS,
NACH ANCOIS LEMONE 1 1
DIE VERKÜNDIGUNG AN MARIA
Öl auf Holztafel.
40,5 x 29,5 cm.
In vergoldetem Rahmen.
Im Zentrum des Gemäldes die vor niedriger Architektur
an einem Betpult mit aufgeschlagenem Buch kniende
Maria in rosafarbenem Gewand mit hellblauem Mantelüberwurf
und einem am Boden abgestellten Korb mit
weißem Tuch, wohl für Stickarbeiten. Ihr erscheint ein
schwebender Engel mit großen Flügeln in gelb-weißem
Gewand, der ihr mit Fingerzeig nach oben zum
Himmel verkündet, dass sie den Sohn Gottes vom Heiligen
Geist empfangen und gebären werde. Im Hintergrund
eine Wolkenwand vor hellblauem Himmel mit
drei Puttiköpfen, die aufmerksam das Geschehen verfolgen.
Kl. Holzriss.
(14418344) (18)
€ 5.000 – € 7.000
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139
1
FRANÇOIS NICOLAS DUPUIS,
TTI 1 102
DIE UNTERRICHTUNG DER NYMPHEN
DURCH ARMOR
Öl auf Leinwand.
36,5 x 47,5 cm.
Rechts unten signiert „f Dupuis“.
In vergoldetem Rahmen.
In harmonischer Landschaft mit einem antiken Rundtempel
bei stimmungsvollem warmen Licht versucht
der auf dem Schoß seiner Mutter stehende Armor, einer
Nymphe das Bogenschießen beizubringen; er zeigt ihr
dabei durch Gestus, wie der Bogen gespannt wird. Ziel
des Pfeiles ist eine am rechten Bildrand an einem
Baum mit blauem Band hängendes Herz, unter dem
bereits ein Pfeil im Stamm steckt – als Hinweis auf ein
verfehltes Ziel. Hinter Armor zwei weitere stehende
Nymphen vor einer hohen Felswand mit Wasserfall.
Harmonische liebevolle Darstellung.
(1450579) (18)
€ 8.000 – € 12.000
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1
ANSISCHE MEISTE ES 1 AHHUNETS
ROMANZE IM PARK ODER DER
HINGEBUNGS VOLLE LIEBHABER
Öl auf Leinwand.
78 x 99 cm.
Die Hauptfiguren – ein verliebter Kavalier im Kostüm
eines Pierrots, angeschmiegt an eine höfische Dame –
vor dunklen Parkbäumen. Drei Amoretten beleben die
Szene. Im dunklen Hintergrund, seitlich links, befindet
sich eine Gruppe von Höflingen mit Hellebarde, die auf
die Hauptfiguren mit dem Finger deuten. Diese Details
verraten ein privates Ereignis. Die Gesichter des Paares
weisen deutlich Portraitcharakter auf. Weitere Details
am Boden, etwa Helm und Schild des Kavaliers, die zusammen
mit dem Degen tragenden Putto zu sehen
sind, weisen auf ironische Anspielungen hin. Offensichtlich
will die Darstellung sowohl den Kavalier, der sich in
seiner selbstvergessenen Zuneigung zum Pierrot erniedrigt
hat, als auch die selbstverliebte Verehrte gleichermaßen
ironisch decouvrieren. Solche psychologisierenden
Bildauffassungen finden sich bei Antoine Watteau
im späteren Werk sowie in dessen Nachfolge. A.R.
Literatur:
Vgl. Iris Lauterbach, Antoine Watteau. 1684–1721,
Köln 2008.
Vgl. Helmut Börsch-Supan (Hrsg.), Antoine Watteau,
Köln 2000. (1431138) (11)
€ 4.000 – € 6.000 (†)
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1
PIERRE GOBERT,
12 ONTAINELEAU 144 AIS, EIS ES
PORTRAIT EINER DAME ALS GÖTTIN DIANA
Öl auf Leinwand. Doubliert.
92 x 69 cm.
In vergoldetem Prunkrahmen.
Dreiviertelportrait einer eleganten Dame in Kleidung
und Gestik der Göttin Diana, in einer Landschaft mit
blauem Himmel, großen weißen Wolken und einem
Sonnenuntergang über einem blauen Gebirgszug. Sie
trägt ein wertvolles Gewand, teils mit Perlen und Edlesteinen
verziert, sowie eine weiße Bluse. Mit ihrer linken
Hand hält sie einen Bogen, während ihre rechte
Hand hinter den Rücken greift, um aus einem Bündel
von Pfeilen einen herauszuziehen. Sie hat eine Hochfrisur
mit nach unten bewegt hängenden Haaren, zartes
helles Inkarnat, einen rötlichen Mund und mit ihren
dunklen glänzenden Augen blickt sie aufmerksam und
selbstbewusst aus dem Bild auf den Betrachter hinaus.
Neben ihr, am unteren linken Rand, ist noch der
Kopf eines Jagdhundes zu sehen, der zu ihr aufblickt.
Qualitätvolle feine und repräsentative Darstellung für
die Zeit in der es für hochgestellte Persönlichkeiten
häufig üblich war, sich als eine andere mythologische
Figur darstellen zu lassen.
Anmerkung:
Bei der Dargestellten könnte es sich um ein Portrait
der Marie Anne de Bourbon (1666 – 1739), Tochter von
Louis XIV von Frankreich und Louise de La Valliére
handeln. Vergleichbare Darstellungen lassen sich auch
im Werk einiger anderer Künstler der Zeit finden.
(14505711) (18)
PIERRE GOBERT,
12 ONTAINELEAU 144 AIS, CICLE O
PORTRAIT OF A LADY AS GODDESS DIANA
Oil on canvas. Relined.
92 x 69 cm.
Notes:
The depicted lady may be a portrait of Marie Anne
de Bourbon (1666 – 1739), daughter of Louis XIV of
France and Louise de La Vallière. Comparable
depictions can also be found in the work of several
other artists of the period.
€ 15.000 – € 20.000
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141
15
JEAN-BAPTISTE HUET,
14 AIS 111 EENA, U
HIRTIN MIT MANDOLINE
Öl auf Leinwand. Doubliert.
68 x 126 cm.
In vergoldetem Prunkrahmen.
In bergiger Landschaft, am Rand einer Wiese, vor Bäumen
sitzend ein Mädchen in elegantem glänzendem
Kleid in Pastelltönen, mit einem Tuch sowie einigen
kleinen Blüten in ihrem Haar und auf einer Mandoline
in ihrem Schoß spielend. Sie hat hat ein helles zartes
Inkarnat, den Kopf leicht erhoben und blickt mit ihren
Augen träumerisch nach oben. Links neben ihr ein gefüllter
Korb, daneben ein sitzender Hund, ebenfalls
zum Himmel schauend. Rechtsseitig, auf etwas niedrigerer
Ebene, eine Schafherde mit einem Widder, die
sie hüten soll. Feine qualitätvolle Malerei in differenzierten
weichen Farbtönen.
(1451172) (3) (18)
€ 8.000 – € 10.000
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1
CHARLES FRANÇOIS LACROIX DE MARSEILLE,
UM 100 MASEILLE 12 ELIN, EIS ES
FISCHER UND KAUFLEUTE AN DER EINFAHRT ZU
EINEM HAFEN
Öl auf Leinwand.
34,5 x 50,5 cm.
Trägt rechts unten Signatur und Datierung
„La Croix 1776“.
In dekorativem Rahmen.
Im stimmungsvollen gelb-rötlichen Licht des Himmels
eine Hafenfestung und die im Hintergrund am Ufer in
diffusem Licht liegenden Gebäude einer Stadt. Auf
dem Wasser ein prachtvoller Dreimaster mit teils gesetzten
Segeln und der französischen Flagge. Im Vordergrund
ein Uferstreifen mit mehreren Händlern, darunter
zwei Orientalen, die der Ausladung ihrer Ware
beiwohnen und so auf die Internationalität des Hafens
und seine Bedeutung hinweisen.
CHARLES FRANÇOIS LACROIX DE MARSEILLE,
CA 100 MASEILLE 12 ELIN, CICLE O
FISHERMEN AND MERCHANTS ENTERING
A HARBOUR
Oil on canvas.
34.5 x 50.5 cm.
Signature and date “La Croix 1776” lower right.
€ 15.000 – € 20.000
INFO | BID
Anmerkung:
Der Künstler entwickelte einen Stil unter dem Einfluss
von Joseph Vernet (1714–1789), den er während seines
Aufenthalts in Rom 1751 kennenlernte und von dem er
lernte, Seestücke zu malen. (1450248) (18)
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143
17
JEAN BAPTISTE LALLEMAND,
11 ION UM 10 AIS, EIS ES
SÜDLICHES HAFENCAPRICCIO
Öl auf Leinwand. Doubliert.
160,5 x 154 cm.
Ungerahmt.
Im nachmittäglichen Sommerlicht erhellte Hafengebäude
mit zahlreicher internationaler Figurenstaffage,
im Mittelgrund ein Leuchtturm und ein das Hafenbekken
verlassendes Segelschiff im Begriff einen Salutschuss
abzufeuern.
Lallemand erhielt seine künstlerische Ausbildung in der
Werkstatt von Giovanni Niccolò Servandoni (Florenz,
1695 – Paris, 1766), einem Schüler Paninis, der sich
1724 in Paris niederließ und dort als Maler und Bühnenbildner
für die Opéra tätig war. Im Jahr 1745 wurde Lallemand
als Mitglied in die Pariser Académie de Saint-
Luc aufgenommen. Zwei Jahre später zog er nach Rom,
wo er vierzehn Jahre blieb und bedeutende Künstler
wie Étienne Parrocel, Claude-Joseph Vernet und Jean
Barbault kennenlernte. Während seines Aufenthalts in
der Ewigen Stadt schuf er mehrere Werke, darunter
heute verlorene Fresken im Palazzo Corsini an der Lungara,
das „Auffindung des Mose“ (1758) für die päpstlichen
Gemächer im Quirinalspalast (heute in der Vatikanischen
Pinakothek) sowie erhaltene Ansichten in der
Villa Lante in Bagnaia. Nach seiner Rückkehr nach Frankreich
im Jahr 1761 widmete er sich der Darstellung von
römischen Stadtansichten und imaginären, von der italienischen
Landschaftskunst inspirierten Szenerien, die
große Anerkennung fanden. Zwischen 1770 und 1773
wirkte er in Dijon als Juror der dortigen Zeichenschule
und beteiligte sich in dieser Zeit auch an der Herausgabe
der mehrbändigen „Voyages pittoresques de la France“
(1781 – 1796), für die er insgesamt 140 Ansichten
anfertigte.
JEAN BAPTISTE LALLEMAND,
11 ION CA 10 AIS, CICLE O
CAPRICCIO OF A MEDITERRANEAN PORT
Oil on canvas. Relined.
160.5 x 154 cm.
Literature:
cf. Andrea Busiri Vici, Opere romane di Jean-Baptiste
Lallemand, in: L’Urbe, 40.1977, 5, 1–5, Rome 1977.
cf. Giancarlo Sestieri, Jean Baptiste Lallemand, in: Il
Capriccio architettonico in Italia nel XVII e XVIII
secolo, Rome 2015, vol. 2, pp. 252–262.
€ 12.000 – € 22.000
INFO | BID
Das hier präsentierte Gemälde spiegelt den Schaffensgeist
Lallemends in all seinen Facetten wieder, sodass
wir in diesem großartigen Werk klasszistisch-antiken
Geschmacks mit seinem italienischen Flair den Geist
Lallemends und seines Kreises, aber auch Claude Joseph
Vernets und Lacroix de Marseiilles wiedererkennen,
welche die Ideale der arkadischen Kunstwelt in
unsere Zeit zu transportieren wussten.
Literatur:
Vgl. Andrea Busiri Vici, Opere romane di Jean-Baptiste
Lallemand, in: L’Urbe, 40.1977, 5, 1 – 5, Rom 1977.
Vgl. Giancarlo Sestieri, Jean Baptiste Lallemand, in:
Il Capriccio architettonico in Italia nel XVII e XVIII
secolo, Rom 2015, Bd. 2, S. 252 – 262. (1450491)
(13)
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145
1
GIUSEPPE BERNARDINO BISON,
12 ALMANOA 144 MAILAN
Der Künstler war ein italienischer Maler des Klassizismus,
er studierte in Brescia und befasste sich mit dem
Werk von Girolamo Romanino (1484/87 – 1562). Später
zog er nach Venedig und setzte sein Kunststudium unter
Giovanni Antonio Canal (1697 – 1768) fort. Von 1834 bis
1838 unternahm er eine Reihe von Reisen, die ihn u. a.
nach Florenz, Rom, Neapel und Paestum führten. Mit
seinen Venedigveduten begründete Bison ein kommerzielles
Genre, um der Nachfrage von Touristen und
Sammlern nachzukommen. Neben zahlreichen Venedigansichten
schuf er auch idyllische Fantasielandschaften.
Dabei ist die Vielfalt seiner Themen sowie die hohe
Qualität seiner Bildproduktion hervorzuheben. Im letzten
Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts arbeitete er mit
dem Architekten Gian Antonio Selva zusammen, so
etwa für die Dekorationen des inzwischen nicht mehr
existierenden Palazzo Bottoni di Ferrara und dem Casino
Soderini in Treviso. Er studierte Werke von Francesco
Guardi (1712 – 1793) und Gian Domenico Tiepolo (1727
– 1804), wirkte auch als Freskant in Venedig, begab sich
nach Treviso, Padua und Triest, 1833 schließlich nach
Mailand, wo er bis zu seinem Lebensende blieb.
LANDSCHAFT MIT REITERN IN WARMEM LICHT
Öl auf Leinwand.
182 x 240 cm.
In vergoldetem Rahmen.
Beigegeben ein Gutachten von Filippo Pedrocco, Venedig,
13. Februar 2008, in Kopie.
Großzügig komponierte italienische Landschaft mit repoussoirartig
von links in den Bildraum hineingeschobenen
Felsformationen, die teils mit jungen Bäumen bewachsen
sind, teils mit niedriger Vegetation überzogen,
die über einem Quell ragt. Rechts neben dem Quell zwei
Reiter, deren Pferde sich vielleicht schon erfrischt haben,
davor ein sie grüßendes Hirtenpaar, deren Schafsherde
soeben im Begriff ist, den Bachlauf über eine
Brücke zu queren. Locker verteilte leichte Wolken, die
vom warmen Sonnenlicht erhellt werden.
(1451541) (13)
€ 6.500 – € 8.000
INFO | BID
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1
JEAN-BAPTISTE PILLEMENT,
12 LON 10 EENA
DIE QUERUNG DER HERDE
Öl auf Leinwand. Doubliert.
97,5 x 123 cm.
In plastisch reliefiertem und vergoldetem Rahmen.
Beigegeben ein Gutachten von Prof. Dr. Helmut
Börsch-Supan, Berlin, vom 25. Oktober 2014, in Kopie,
der das vorliegende Gemälde aufgrund zahlreicher angegebener
Vergleiche dem Künstler vorbehaltlos zuschreibt.
Der Malstil Pillements hat sich im Laufe seiner langen
Wirkungszeit mehrfach gewandelt. Bereits im Alter
von fünfzehn Jahren wurde er in der Tapisserie-Manufacture
de Beauvais unter J. B. Oudry ausgebildet. Bald
widmete er sich seinem eigentlichen Genre: meist felsigen
Landschaften, etwa mit Holzstegen über Wasserfälle
und hoch aufgetürmten Felsformationen. Nach
seinen früheren, eher ruhig anmutenden Landschaften
in heller Lichtstimmung zeigen seine späteren Werke,
beeinflusst durch zahlreiche Ortswechsel, und vor al-
lem durch Eindrücke an Meeresküsten, dramatische
Sturmszenen mit Schiffbrüchen. Seine Meisterschaft
wurde früh anerkannt; seine Reisen führten ihn – zunächst
in Beauvais und Paris ansässig – nach Madrid,
Lissabon, London, Wien und Italien. 1765 führte ihn
seine Odyssee an den königlichen Hof nach Warschau.
Über Holland und die Schweiz kehrte er schließlich zurück
in seine Heimatstadt zurück, wo er die letzten
Jahre verbrachte. Das vorliegende Gemälde liefert alle
wesentlichen Bildelemente, wie wir sie im Werk Pillements
finden: Ein Wassersturz, der diagonal in das
Bildfeld hineinführt, wird durch einen rechts den Bildraum
abschließendem Repoussoirfels eingeleitet und
von einer einfachen Holzbrücke überspannt. Schlaglichtartig
beleuchtet wird ein Hirte darauf, der im Begriff
ist, seine Schafherde über die Brücke zu führen.
Literatur:
Vgl. Nuno Saldanha und Agostinho Araújo, Jean Pillement
(1728 – 1808) and Landscape Painting in 18th
century Portugal, Fundação Ricardo do Espírito Santo
Silva, Lissabon 1997. (1451208) (13)
JEAN-BAPTISTE PILLEMENT,
12 LON 10 II
THE CROSSING OF THE HERD
Oil on canvas. Relined.
97.5 x 123 cm.
Accompanied by an expert’s report by Professor Dr
Helmut Börsch-Supan, Berlin, 25 October 2014, in
copy. He attributes the present painting to the artist
without reservation based on numerous comparisons.
Literature:
cf. Nuno Saldanha and Agostinho Araújo, Jean
Pillement (1728 – 1808) and Landscape Painting in
18th century Portugal, Fundação Ricardo do Espírito
Santo Silva Lisbon 1997.
€ 8.000 – € 12.000
INFO | BID
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147
320
JEAN-BAPTISTE MONNOYER,
1 LILLE 1 LONON, UN WESTATT
Jean-Baptiste Monnoyer, war ein französischer Maler,
Zeichner und Kupferstecher des Barock. Er war der bedeutendste
und einflussreichste Stillleben- und Blumenmaler
Frankreichs seiner Zeit. Er wirkte an den
Dekorationen der königlichen Schlösser Ludwig XIV
mit, in Vincennes, in Versailles, Grand Trianon und
Marly. Dabei schuf er viele Blumenstillleben, die er teilweise
in Untersicht als Supraporten malte.
PRACHTVOLLES STILLLEBEN MIT
BLUMEN IN EINER VASE
Öl auf Leinwand. Doubliert.
75 x 63 cm.
In Prunkrahmen.
Für die Zuschreibung an den Künstler und seine
Werkstatt ist Prof. Dr. Dr. h.c. Jan de Maere zu danken.
Beigegeben ein Gutachten, Rambrouch, 17. April 2024,
in Kopie.
JEAN-BAPTISTE MONNOYER,
1 LILLE 1 LONON, AN WOSHO
MAGNIFICENT STILL LIFE WITH
FLOWERS IN A VASE
Oil on canvas. Relined.
75 x 63 cm.
We would like to thank Professor Dr Dr h.c. Jan de
Maere, for the attribution to the artist and his workshop.
An expert’s report, Rambrouch, 17 April 2024, is
enclosed in copy.
In both style and brushwork, the present painting is a
fine example of the artist’s oeuvre around 1695, when
he was active in Great Britain.
€ 12.000 – € 15.000
INFO | BID
Vor dunkelbraunem Hintergrund, auf einer Steinplatte
stehend, eine Vase mit Puttifries, darin das prachtvolle
Blumengebinde, bestehend unter anderem aus: Rosen,
Tulpen, Ackerwinde, Narzissen, Anemonen und rotem
Türkenbund. Das Licht fällt von links auf die Blumen
herab und hebt sie, sowie den Rand der Steinplatte,
besonders gegenüber dem dunklen Hintergrund hervor.
Stilistisch und im Pinselduktus ist das vorliegende
Gemälde ein hervorragendes Beispiel für die Kunst
des Künstlers um 1695, in der Zeit seiner Tätigkeit in
Großbritannien.
(1451371) (18)
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149
1
NICOLAS DE LARGILLIERE,
1 AIS 14 EENA, UN WESTATT
FRÜCHTEKORB MIT PFIRSICHEN,
PFLAUMEN UND TRAUBEN
Öl auf Leinwand.
50 x 77 cm.
In Regence-Stilrahmen.
Beigegeben ein Zertifikat von Claudia Salvi, Paris,
11. Februar 2025, mit der Zertifikatnummer 22012025,
in Kopie.
Auf einer antiken Steinplatte, die links mit Eierstab reliefiert,
steht ein Weidenkorb. Darin Trauben unterschiedlicher
Couleur mit entsprechendem Laub. Davor
ein Pfirsich, links einige Pflaumen.
Provenienz:
Privatsammlung. (1432021) (13)
€ 8.000 – € 10.000
INFO | BID
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322
CORNELIS VAN SPAENDONCK,
1 TILU 140 AIS, U
BLUMENSTILLLEBEN MIT EINER SÈVRESVASE
Öl auf Leinwand. Doubliert.
Im Hochoval 60 x 50 cm.
Links unten Restsignatur.
In vergoldetem hochovalem Rahmen.
Beigegeben eine Rechnung für das Gemälde von der
Galerie Carroll, München, vom 26.10.1972, über den
Kaufpreis von DM 40.000, in Kopie.
Vor grünlichem Hintergrund die auf einer Marmorplatte
stehende, teils goldverzierte Vase, darin ein kleiner Blumenstrauß,
bestehend u. a. aus rosafarbenen Rosen,
Malven, Hyazinthen und einer nach oben ragenden gelben
Tagetes; eine helle Aster ragt zudem über die Plattenkante
hinaus. Qualitätsvolle präzise Wiedergabe der
Blumen, dabei die Blüten in zarten weichen Farbtönen.
CORNELIS VAN SPAENDONCK,
1 TILU 140 AIS, ATTIUTE
FLORAL STILL LIFE WITH SÈVRES VASE
Oil on canvas. Relined.
In upright oval: 60 x 50 cm.
Remains of signature lower left.
Accompanied by a copy of an invoice for the painting
from the Carroll Gallery, Munich, dated 26 October
1972, for the purchase price of DM 40,000.
€ 15.000 – € 25.000
INFO | BID
Anmerkung:
Van Spaendonck war seit 1773 in Paris für die
P orzellanmanufaktur Sèvres tätig, wo er bis 1801 als
Entwerfer wirkte. (1450381) (18)
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151
323
ANSISCHE MALE ES 1 AHHUNETS
Satz von vier Camaieu-Bildern mit
den allegorischen Darstellungen:
DIE VIER JAHRESZEITEN / DIE VIER ELEMENTE
Jeweils Öl auf Leinwand.
Je 94 x 87 cm.
In blau-grauem Farbton zeigen die Bilder jeweils allegorische
Gestalten der Antike, die mit ihren Attributen
gleichzeitig die vier Elemente bezeichnen: Frühling –
die Göttin Flora mit Blumen, die ihr vom Götterknäblein
Amor überreicht werden, Symbol der Erde. Sommer
– die Erntegöttin Ceres mit Ähren im Haar, neben
einer Flussnymphe mit Krug – Wasser. Herbst – der
Gott Dionysos mit Weinlaub im Haar, neben der Jagdgöttin
Diana mit Monddiadem – Luft. Winter – Gott
Chronos am wärmenden Feuer. A.R.
(1430171) (11)
€ 8.000 – € 12.000
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324
LUIS PARET Y ALCÁZAR,
14 MAI 1 EENA
GOLDENE SCHALE MIT BLUMENBOUQUET,
CA. 1780
Öl auf Leinwand. Doubliert.
60 x 92 cm.
In dekorativem vergoldeten Rahmen.
Beigegeben eine Expertise von Dr. Benito Navarrete
Prieto, in Kopie.
Vor neutralem beige-grauem Hintergrund die prachtvolle
elegante breite goldene, fast neoklassizistische Vase
mit den sorgsam arrangierten Blumen. Zu diesen gehören
unter anderem Rosen, Tulpen, Chrysanthemen und
blaue Kornblumen. Die dekorative Schale mit Perlstab
und Blattdekor auf einer kaum sichtbaren Platte stehend.
Qualitätvolle feine Malerei mit Brillanz in den Farben,
in der typischen Manier des Künstlers, der gerne
sowohl kalte als auch warme Farbtöne verwendete.
(1440284) (18)
LUIS PARET Y ALCÁZAR,
14 MAI 1 II
GOLDEN BOWL WITH FLORAL BOUQUET, CA. 1780
Oil on canvas. Relined.
60 x 92 cm.
In decorative gilt frame.
Accompanied by an expert’s report by Dr Benito Navarrete
Prieto, in copy.
High quality, fine painting in the familiar style of the
artist.
€ 50.000 – € 70.000
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153
325
MICHELE MARIESCHI,
110 ENEI 144 EENA, U
Gemäldepaar
ARCHITEKTONISCHE CAPRICCI
MIT FIGUREN UND RUINEN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
Jeweils 72 x 96 cm.
In dünnem Holzleistenrahmen.
Das eine Gemälde zeigt sich thematisch und formal als
Capriccio, die einzelnen Bildinhalte fantasievoll als antike
Versatzstücke zusammengestellt, belebt durch
zeitgenössische Figurenstaffage. Dominierend der ruinöse
Bau mit Säulen und Reliefs, links leicht erhöht
nahe einem Seeufer. Davor ein Denkmal mit reiterlosem
Pferd. Im Bildzentrum ein hoher Steinsockel,
darauf eine dunkle Bronzeschale. Kapitelle und Gesimsfragmente
bereichern das antike Ambiente. Im
Vordergrund einige ländliche Staffagefiguren.
Im Blickpunkt des anderen Gemäldes ein rechts stehendes,
von der Sonne beschienenes gotisches Loggiengebäude
mit breitem Treppenaufgang und mit einem
Baugerüst versehen, sowie der davorstehende, in
den hohen wolkenlosen Himmel ragende Obelisk,
beide umgeben von Figurenstaffage, darunter einige
Orientalen mit Turban, an einem Meeresufer. Es existieren
einige Wiederholungen dieses Motivs: das nahezu
gleiche Gemälde von Michele Marieschi befindet
sich in der Galeria dell’ Academia Venezia. Ein weiteres
zeigt die Loggia ohne die zentral auf dem Giebelstück
stehende Figur. Die Beliebtheit von Marieschis Veduten
und Ansichten erklärt die Tendenzen vielfacher Themenwiederholungen.
Anmerkung:
Vom Maler Michele Marieschi, der sich in der Zeit um
1720 bzw. auch nach 1731 in Deutschland aufhielt, um
hier als Bühnenmaler zu arbeiten, ist bekannt, dass er
sich 1735 nach Venedig zurückbegab, und dort alsbald
Mitglied der venezianischen Malergilde Fraglia de’
Pittori wurde. Der Kupferstecher und Maler Gaspare
Diziani und der Sammler Freiherr Mathias von der
Schulenburg, der damals Generalfeldmarschall im
Dienste Venedigs stand, unterstützten den Maler.
Letzterer erwarb 1738 zwei Veduten. (1450673) (18)
MICHELE MARIESCHI,
110 ENICE 144 II, ATTIUTE
A pair of paintings.
ARCHITECTURAL CAPRICCI
WITH FIGURES AND RUINS
Oil on canvas. Relined.
72 x 96 cm each.
There are several repetitions of this motif: an almost
identical painting by Michele Marieschi is in the Galeria
dell’ Academia Venezia. Another shows the loggia without
the figure standing centrally on the pediment. The
popularity of Marieschi’s vedute and views explains the
tendency to repeat themes many times over.
€ 30.000 – € 35.000
INFO | BID
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326
FRANCESCO ALBOTTO,
12122 ENEI 1 EENA
VENEDIGVEDUTE MIT SANTA MARIA DELLA SALUTE
Öl auf Leinwand. Doubliert.
48 x 72,5 cm.
In breitem, ornamental reliefiertem Rahmen.
Beigegeben eine Expertise von Dr. Federica Spadotto,
Padua, 18. Juli 2025.
Das Gemälde bietet einen außergewöhnlichen Weitblick
von der Mole des Palazzo Ducale – über den weiten
Bogen des Kanals hinweg – zur Punta della Dogana,
um schließlich mit der Kirche Santa Maria della Salute
den rechten Bildabschluss zu bilden. Große Segelschiffe
sind an ihren Masten hinter dem Dogana-Gebäude zu
sehen. Das früheste vergleichbare Gemälde stammt
von Canaletto und entstand in einer Serie von vierzehn
Bildern, die von dem englischen Konsul, Händler und
Sammler Joseph Smith in der zweiten Hälfte der
1720er-Jahre und 1742 in Auftrag gegeben wurden.
1762 gingen etliche davon an George III von England.
Francesco Albotto (auch Albotti oder Francois Albotti)
war Schüler und Mitarbeiter des Vedutisten Michele
Marieschi (1710–1744) und übernahm nach dessen Tod
die Werkstatt, was dazu führte, dass er „der Zweite
Marieschi“ genannt wurde und seine Werke oft als die
seines Vorgängers gesehen wurden. Erst 1972 gelang
durch Entdeckung einer Signaturbezeichnung mit
Adresse die Händescheidung. Erst in jüngerer Zeit lassen
sich ihm daher die wenigen bekannt gewordenen
Gemälde seiner Hand zuweisen. Sein Malstil zeigt sich
im Gegensatz zu den Vorgängern weit glatter in der
Peinture, was dem Anspruch einer exakteren Wiedergabe
gewidmet ist. Werke seiner Hand befinden sich in
privaten wie öffentlichen Sammlungen, darunter die
Gemäldegalerie, Berlin; das Museo e Gallerie Nazionali
di Capodimonte, Neapel; die Gallerie di Palazzo Leoni
Montanari, Vicenza; und weitere.
Literatur:
Vgl. Pierre Jean Mariette, Abecedario de P. J. Mariette
et autres notes inédites de cet amateur sur les arts
et les artistes (ante 1774), in: Archives le l’Art Francais,
Paris 1854.
Vgl. William George Constable, Canaletto: Giovanni
Antonio Canal 1697–1768, Oxford 1962, Nr. 101 ff.
Vgl. Rodolfo Pallucchini, Francesco Albotto, erede
di Michele Marieschi, in: Arte Veneta, Nr. 26, 1972.
Vgl. Mario Manzelli, Ulteriori notizie su Francesco
Albotto, erede di Michele Marieschi, in: Arte Veneta,
Nr. 38, 1984.
Vgl. Mario Manzelli, Proposta per l’identificazione
di Michele Marieschi e del suo alter-ego Francesco
Albotto, in: Arte Veneta, Nr. 41, 1987.
Vgl. Dario Succi (Hrsg.), Marieschi tra Canaletto e
Guardi, Ausst.Kat., Turin 1989.
Vgl. Ralph Toledano, Michele Marieschi. L’opera
completa, Mailand 1995.
Vgl. Filippo Pedrocco und Federico Montecuccoli degli
Erri, Michele Marieschi. La vita, lámbiente, l’opera,
Mailand 1999, S. 86 f.
Vgl. Mario Manzelli, Michele Marieschi e il suo alter
ego Francesco Albotto, Venedig 2002.
(1440471) (13)
FRANCESCO ALBOTTO,
12122 ENICE 1 II
VENICE VEDUTA WITH SANTA MARIA DELLA SALUTE
Oil on canvas. Relined.
48 x 72.5 cm.
Accompanied by an expert’s report by Dr. Federica
Spadotto, Padua, 18 July 2025.
Literature:
cf. Pierre Jean Mariette, Abecedario de P. J. Mariette
et autres notes inédites de cet amateur sur les arts et
les artistes (ante 1774), in: Archives le l’Art Français,
Paris 1854.
cf. William George Constable, Canaletto: Giovanni
Antonio Canal 1697–1768, Oxford 1962, no. 101 ff.
cf. Rodolfo Pallucchini, Francesco Albotto, erede di
Michele Marieschi, in: Arte Veneta, no. 26, 1972.
cf. Mario Manzelli, Ulteriori notizie su Francesco
Albotto, erede di Michele Marieschi, in: Arte Veneta,
no. 38, 1984.
cf. Mario Manzelli, Proposta per l’identificazione di
Michele Marieschi e del suo alter-ego Francesco
Albotto, in: Arte Veneta, no. 41, 1987.
cf. Dario Succi (ed.), Marieschi tra Canaletto e Guardi,
exhibition catalogue, Turin 1989.
cf. Ralph Toledano, Michele Marieschi. L’opera
completa, Milan 1995.
cf. Filippo Pedrocco and Federico Montecuccoli degli
Erri, Michele Marieschi. La vita, l’ambiente, l’opera,
Milan 1999, p. 86 f.
cf. Mario Manzelli, Michele Marieschi e il suo alterego
Francesco Albotto, Venice 2002.
€ 20.000 – € 30.000
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155
327
SALVATORE COLONNELLI SCIARRA,
UM 100 UM 140, U
Gemäldepaar
VEDUTE DER VILLA SACCHETTI
sowie
VEDUTE DER VILLA BORGHESE
Tempera auf Papier auf Holz.
Jeweils 18 x 29 cm.
Hinter Glas in dekorativen Rahmen.
Blick auf die Villa Sacchetti, oder auch das Casino al
Pigneto del Marchese Sacchetti, die von Pietro da Cortona
(1596/1597 – 1669) entworfen und 1630 fertiggestellt
wurde. Das prachtvolle Gebäude mit zahlreichen
Skulpturen geschmückt, dazu zwei Brunnenanlagen.
Zahlreiche elegant gekleidete Figuren spazieren in der
großzügigen Anlage. Das andere Bild zeigt die heute
unter dem Namen Galleria Borghese existierende Villa
– die ehemalige Sommerresidenz des borghesischen
Fürstengeschlechts -, zu der ein großer, als Renaissance-Garten
angelegter Park mit Gärten und ein Tierpark
gehörten. Erneut sind mehrere Besucher der von
der Sonne beschienenen Villa und ihrer Brunnenanlagen
mit Wasserspielen zu sehen, dazu auch zwei Pferdekutschen.
Minuziöse und detailreiche Wiedergabe
der prachtvollen Villen bei sommerlichem Licht in weicher
Farbgebung.
Literatur:
vgl. Andrea Busiri Vici, Peter, Hendrik e Giacomo
Van Lint, tre pittori di Anversa del ’600 e ’
700 lavorano a Roma, Rom 1987.
vgl. Jörg Garms, Vedute di Roma. Dal Medioevo
all’Ottocento. Atlante iconografico, topografico,
architettonico, 2 Bände, Neapel 1995. (14504512) (18)
SALVATORE COLONNELLI SCIARRA,
CA 100 CA 140, ATTIUTE
A pair of paintings.
VEDUTE OF VILLA SACCHETTI
and
VEDUTE OF VILLA BORGHESE
Tempera on paper, laid on panel.
18 x 29 cm each.
Literature:
cf. Andrea Busiri Vici, Peter, Hendrik e Giacomo Van
Lint. Tre pittori di Anversa del ’600 e ’700 lavorano a
Roma, Rome 1987.
cf. Jörg Garms, Vedute di Roma dal Medioevo
all’Ottocento. Atlante iconografico, topografico,
architettonico, 2 vols., Naples 1995.
€ 20.000 – € 30.000
(†)
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328
APOLLONIO FACCHINETTI,
GENANNT „DOMENICHINI“,
TTI 140 10
Der Maler wurde nach dem Vornamen seines Vaters
Domenico (1669 – 1743) auch Domenichini genannt.
Er ist als „Meister der Fondazione Langmatt“ bekannt
geworden. Dreizehn Veduten der Langmatt-Stiftung in
Baden haben nach Vorschlag von Dario Succi zu einer
Benennung des Malers geführt. Sein Name wurde erst
durch die Korrespondenz zwischen dem britischen Minister
Sir John Strange und dem venezianischen Gemäldeagenten
Maria Sasso entdeckt. Als Vedutist widmete
sich Apollonio wohl ausschließlich der Stadt
Venedig. Vermutlich war er ein Schüler Francesco Albottos
(1721/22 – 1757), Carlevaris (1663/65 –
1729/31), oder Michele Giovanni Marieschis (1696/1710
– 1743). Im Zeitraum 1740 und 1750 hielt sich Giovanni
Antonio Canal, genannt „Canaletto“ (1697 – 1768) in
England auf. Dies kam Apollonio zugute, konnte er
doch nun Sammler und Reisende der Grand Tour mit
seinen Veduten bedienen.
VENEDIG – CANAL GRANDE MIT BLICK
AUF DIE RIALTOBRÜCKE
Öl auf Leinwand.
34,4 x 55 cm.
Beigegeben ein Guachten mit ausführlicher Dokumentation
von Dario Succi, Gorizia, in Kopie.
Die Darstellung zeigt ruhigen Gondel- und Lastkahnverkehr
auf dem Kanal. Auch die Kaistraße entlang des
Kanals liegt in nachmittäglicher Ruhe mit nur wenigen
Passanten. Rechts dominiert der Palazzo Camerlenghi,
während links der Fondaco dei Tedeschi und der Palazzo
Persiani im Licht stehen.
Provenienz:
Christie’s London, Juli 2002, Lot 128.
Literatur:
Vgl. Dario Succi, Apollonio Domenichini. il Maestro
della Fondazione Langmatt, in: Da Canaletto a
Zuccarelli, Ausstellungskatalog, Udine 2003.
Vgl. Sidney Brown, Jenny Brown, Mythos Venedig.
Venezianische Veduten des 18. Jahrhunderts, Mailand
1994.
Vgl. Federica Spadotto, Io sono ’700. L’anima di
Venezia tra pittori, mercanti e bottegheri da quadri,
Sommacampagna 2018. (1451631) (11)
APOLLONIO FACCHINETTI,
ALSO KNOWN AS “DOMENICHINI”,
ACTIE 140 10
VENICE – GRAND CANAL WITH VIEW
OF THE RIALTO BRIDGE
Oil on canvas.
34.4 x 55 cm.
Accompanied by an expert’s report with extensive
documentation by Dario Succi, Gorizia, in copy.
Provenance:
Christie’s London, July 2002, lot 128.
Literature:
cf. Dario Succi, Apollonio Domenichini. il Maestro
della Fondazione Langmatt, in: Da Canaletto a
Zuccarelli, exhibition catalogue, Udine 2003.
cf. Gertrude Borghero (ed.), Mythos Venice.
Venezianische Veduten des 18. Jahrhunderts,
Milan 1994.
cf. Federica Spadotto, Io sono ’700. L’anima di
Venezia tra pittori, mercanti e bottegheri da quadri,
Sommacampagna 2018.
€ 38.000 – € 45.000
INFO | BID
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157
329
FRANCESCO TIRONI,
UM 14 ENEI 1 OLONA, U
Der Maler war nahezu vergessen, bevor ihn Hermann
Voss 1927/28 mit seinem Werk über die Veduten Venedigs
wieder bekannt machte. Über die Biografie des
Malers ist nicht viel bekannt; er stammte wohl aus einer
Familie aus dem Friaul. Neben Gesamtansichten
und Stadtveduten berühmter Plätze allgemein, findet
sich im Werk Tironis nicht selten die Erfassung intimerer
Stadtteile oder einzelner Bauten, wobei die beigebraune
Farbgebung meist typisch für seine Werke ist.
VENEDIG, CANALE GRANDE AM EINGANG
DES RIO CANNAREGGIO
Öl auf Leinwand. Doubliert.
59 x 91,5 cm.
In vergoldetem Prunkrahmen.
FRANCESCO TIRONI,
CA 14 ENICE 1 OLONA, ATTIUTE
VENICE – GRAND CANAL AT THE ENTRANCE
TO THE RIO CANNAREGGIO
Oil on canvas. Relined.
59 x 91.5 cm.
Typical execution of the artist, with restrained use of
light and shadow, of a popular Venice view that can
also be found in the work of other artists such as
Michele Marieschi (1710 – 1744) or William James
(active 1730 – 1780).
€ 18.000 – € 20.000
INFO | BID
Die betont breitformatige Venedigvedute zeigt eine imposante
Ansicht von Venedig mit blauem leicht bewölkten
Himmel. An der Stelle, an der der Cannaregio
in den Canal Grande übergeht, erhebt sich die Kirche
San Geremia, erbaut im 11. Jahrhundert, 1753 erneuert
und deren Fassade erst 1861 fertig gestellt wurde –
also lange vor Entstehung des Gemäldes. Der Campanile
zählt zu den ältesten Venedigs. Im Vordergrund
haben zwei große Gondeln an einem Platz angelegt,
auf dem mehrere Figuren zu sehen sind. Als Repoussoir
ist am linken Bildrand die Seitenansicht eines großen
Palazzo mit Balkon und darüber hängender Markise
zu sehen. Auf dem ruhig fließenden Wasser wenige
weitere Boote und Gondeln. Auf der anderen Uferseite,
im Sonnenlicht, die in überwiegend beige-brauner
Farbgebung gehaltenen Häuser und Palazzi. Für den
Künstler typische Ausführung mit zurückhaltender
Licht- und Schattenführung einer beliebten Venedig-
Vedute, die auch im Werk anderer Künstler wie Michele
Marieschi (1710 – 1744) oder William James (tätig
1730 – 1780) zu finden ist.
(1451103) (4) (18)
158 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for 6.500 additional high resolution images.
330
FRANCESCO TIRONI,
UM 14 ENEI 1 OLONA, U
VENEDIG – BLICK AUF DEN CANAL GRANDE VOM
CAMPO SAN VIO IN RICHTUNG BECKEN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
66 x 92 cm.
In vergoldetem Rahmen.
Beigegeben eine Expertise von Prof. Emilio Negro,
in Kopie.
Blick über das ruhige Wasser des Canal Grande mit
seinen prachtvollen Bauten am Ufer unter hohem,
fast wolkenlosem Himmel. Im Vordergrund haben an
einem Platz einige Boote angelegt, auf dem einige
Figuren laufen. Auffallend die Seitenansicht eines
Hauses mit geöffneter Haustür und zwei Balkonen,
auf dem oberen eine Frau mit über die Brüstung gelegtem
weißem Tuch, die aus dem Gemälde auf den
Betrachter hinausschaut. Malerei in teils raschem
Pinselduktus, mit Licht- und Schatteninszenierung.
(1451101) (4) (18)
FRANCESCO TIRONI,
CA 14 ENICE 1 OLONA, ATTIUTE
VENICE – VIEW OF THE GRAND CANAL FROM
CAMPO SAN VIO TOWARDS THE BASIN
Oil on canvas. Relined.
66 x 92 cm.
Accompanied by an expert’s report by Professor Emilio
Negro, in copy.
€ 20.000 – € 30.000
INFO | BID
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159
1
GIUSEPPE BERNARDINO BISON,
12 ALMANOA 144 MAILAN
Der Künstler war ein italienischer Maler des Klassizismus,
er studierte in Brescia und befasste sich mit dem
Werk von Girolamo Romanino (1484/87 – 1562). Später
zog er nach Venedig und setzte sein Kunststudium unter
Giovanni Antonio Canal (1697 – 1768) fort. Von 1834
bis 1838 unternahm er eine Reihe von Reisen, die ihn
u. a. nach Florenz, Rom, Neapel und Paestum führten.
Mit seinen Venedigveduten begründete Bison ein kommerzielles
Genre, um der Nachfrage von Touristen und
Sammlern nachzukommen. Neben zahlreichen Venedigansichten
schuf er auch idyllische Fantasielandschaften.
Dabei ist die Vielfalt seiner Themen sowie die
hohe Qualität seiner Bildproduktion hervorzuheben. Im
letzten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts arbeitete er mit
dem Architekten Gian Antonio Selva zusammen, so
etwa für die Dekorationen des inzwischen nicht mehr
existierenden Palazzo Bottoni di Ferrara und dem Casino
Soderini in Treviso. Er studierte Werke von Guardi
und Gian Domenico Tiepolo (1727 – 1804), wirkte auch
als Freskant in Venedig, begab sich nach Treviso, Padua
und Triest, 1833 schließlich nach Mailand, wo er bis zu
seinem Lebensende blieb.
GIUSEPPE BERNARDINO BISON,
12 ALMANOA 144 MILAN
THE GRAND CANAL WITH RIALTO BRIDGE AND
PALAZZO CAMERLENGHI
Oil on canvas. Relined.
49 x 65.5 cm.
Accompanied by an expert’s report by Fabrizio Magani,
in copy.
Literature:
cf. Elena Bassi, Giuseppe Bernardino Bison, in:
Dizionario biografico degli italiani, vol. 10, Rome 1968,
pp. 684 – 685.
cf. Lina Urban, Processioni e feste dogali, Vicenza
1998.
€ 25.000 – € 30.000
INFO | BID
DER CANAL GRANDE MIT DER RIALTO BRÜCKE
UND DEM PALAZZO CAMERLENGHI
Öl auf Leinwand. Doubliert.
49 x 65,5 cm.
In ornamental reliefiertem Rahmen.
Beigegeben ein Gutachten von Fabrizio Magani, in Kopie.
Über den Canal Grande wird der Blick des Betrachters
geführt, vorbei an dem hell vom Sonnenlicht erstrahlten
Fondaco dei Tedeschi mit seinen von Arkaden
überfangenen Anlegestellen, hin zur Rialto Brücke und
dem halb beleuchteten, halb verschatteten Palazzo dei
Camerlenghi. Hinter dem Fondaco dei Tedeschi der
Kirchturm von San Bartolomeo di Rialto. Der Künstler
des vorliegenden Gemäldes konnte auf eine Komposition
von Canaletto zurückgreifen, wie etwa „Il ponte di
Rialte da Nord“, welche sich in Turin in der Pinacotheca
Giovanni e Marella Agnelli al Lingotto befindet.
Literatur:
Vgl. Elena Bassi, Giuseppe Bernardino Bison, in:
Dizionario biografico degli italiani, Bd. 10, Rom 1968,
S. 684 – 685.
Vgl. Lina Urban, Processioni e feste dogali, Vicenza
1998. (1450771) (3) (13)
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161
332
GABRIELE BELLA,
10 ENEI 1 EENA
Über den Künstler ist nicht viel bekannt, er lebte und
arbeitete in der Umgebung von Venedig und malte vor
allem Gebäude und das Stadtleben. Er wurde auch als
Dokumentator venezianischer Feste geschätzt. Bella
soll in einem der Kanäle 1799 ertrunken sein.
Gemäldepaar
SANTA CROCE MIT REGATTA AUF DEM KANAL
sowie
REGATTA AUF DEM CANAL GRANDE MIT
DER RIALTOBRÜCKE
Öl auf Leinwand. Doubliert.
70 x 98 cm.
In mit Blattwerk verziertem Rahmen.
Beigegeben eine Expertise von Dario Succi, Gorizia, in
Kopie.
Das eine Gemälde zeigt die Regatta an mehreren Gebäuden
vorbeiziehen, darunter die Kirche Santa Croce.
Das zugehörige Pendant zeigt den Blick über den vielbefahrenen
Canal Grande auf die berühmte große
Rialto brücke, auf der mehrere Figuren erkennbar sind.
Unter der Brücke linksseitig einige ankernde Boote,
während im Hintergrund rechts und links die bekannten
Gebäude und Palazzi der Stadt sichtbar sind. Das
Licht fällt von links auf Teile des Wassers und die
rechts liegenden fensterreichen Gebäude unter hohem
Himmel mit wenigen Wolkenformationen. Auf
dem Kanal findet unter Beobachtung vieler Figuren,
die teils auf einer Tribüne sitzen, eine Regatta statt.
Der venezianischer Vedutist schuf seine Ansichten in
einem betont eigenen Stil der Vereinfachung. Über seinen
Lebensweg ist nicht viel bekannt; erst 1760 wurde
er Mitglied der Malergilde. Er wirkte im Großraum Venedigs,
wobei der überwiegende Teil seiner Bilder
Festveranstaltungen oder historische Ereignisse dokumentieren,
wie etwa die „Zugefrorene Lagune“, der
„Zehnerrat im Dogenpalast“, „Der letzte Karnevalstag
auf dem Markusplatz“ oder „Stierkampf auf der Rialtobrücke“.
Gabriele Bellas Interesse lag also nicht in der
Wiedergabe der Stadtansichten, wie den meisten der
Vedutisten, sondern vor allem der Schilderung von
festlichen Ereignissen, politischer und religiöser Zeremonien.
Dies hat ihn zum wertvollen Dokumentator
der Geschichte der Stadt Venedig werden lassen.
Auch in vorliegenden Gemälden wird ein Festereignis
dokumentiert, mit der Pracht der einheitlich gekleideten
Gondolieri, der Schaulustigen in den Fenstern, auf
der Tribüne und der Menschenmenge auf der Brücke.
67 Werke des Malers beherbergt die Pinacoteca
Querini Stampalia. Einige seiner Bilder hat Andrea
Querini für sein Wochenenddomizil in Santi Quaranta
in Treviso bestellt, weitere stammen aus der Sammlung
der Familie Giustinian. Anders als viele Veduten,
die auf Vorlagestichen beruhen, sind die hier angebotenen
Gemälde originäre Bilderfindungen oder Beobachtungen
des Künstlers und müssen entsprechend
gewürdigt werden.
(1450181) (13)
GABRIELE BELLA,
10 ENICE 1 II
A pair of paintings
SANTA CROCE WITH REGATTA ON THE CANAL
and
REGATTA ON THE GRAND CANAL WITH
RIALTO BRIDGE
Oil on canvas. Relined.
70 x 98 cm.
Accompanied by an expert’s report by Dario Succi,
Gorizia, in copy.
€ 50.000 – € 70.000
INFO | BID
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163
333
GIOVANNI MIGLIARA,
1 ALESSANIA 1 MAILAN, U
Italienischer Architektur- und Historienmaler. Studium
an der Accademia di Belle Arti di Brera in Mailand. 1804
tätig für das Teatro Carcano und die Scala. Ab 1822 Professur
an der Brera Akademie. 1833 Hofmaler von König
Albert von Sardinien. Sein Werk dokumentiert, dass er
vor allem in Rom und Venedig gewirkt hat.
Gemäldepaar
SÜDLICHE KÜSTENANSICHTEN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
Jeweils 14 x 24,5 cm.
In vergoldeten Prunkrahmen.
Die beiden Gemälde jeweils mit einem teilweise bebauten
Küstenstreifen, auf dem ein größeres Denkmal
in den hohen, leicht rötlich-blauen Himmel ragt. Am
Ufer jeweils Staffagefiguren und einige Boote, die auch
mit gesetzten weißen Segeln auf dem Wasser zu
finden sind. Stimmungsvolle Malerei in teils raschem
Pinselduktus.
Anmerkung:
Die beiden Gemälde ehemals angeboten mit einer
Expertise von Dario Succi, Gorizia. (1450201) (18)
GIOVANNI MIGLIARA,
1 ALESSANIA 1 MILAN, ATTIUTE
A pair of paintings.
SOUTHERN COASTAL VIEWS
Oil on canvas. Relined.
14 x 24.5 cm each.
Both paintings were previously offered for sale with an
expert’s report by Dario Succi, Gorizia.
€ 14.000 – € 18.000
INFO | BID
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334
GIACOMO GUARDI,
14 ENEI 1 EENA, U
Giacomo war Sohn des weitaus berühmter gewordenen
Francesco Guardi (1712 – 1793). Von seinem Vater
hat er die Leichtigkeit der Auffassung der Gegenstände
übernommen, aber anders als jener hat sich Giacomo
weitgehend unbekannten Veduten-Motiven gewidmet,
die weit weniger mit der Stadt Venedig und dem
Abbild der dortigen Architektur verbunden sind, sondern
vielmehr Landschaften der Terraferma.
Gemäldepaar
VENEZIANISCHE UFERLANDSCHAFTEN
MIT RUINEN UND STAFFAGE
Öl auf Leinwand.
Jeweils 23 x 30,5 cm.
Verso jeweils Papieraufkleber, bedruckt mit bekröntem
savoyischem Wappen, datiert „1744“ und mit handschriftlicher
Künstlerbezeichnung.
Die beiden kleinformatigen Bilder wirken zusammengehörig,
erkennbar durch jeweils im rechten bzw. linken
Bildfeld prominent stehende Ruinencapriccios. Im
links zu denkenden Bild ein verschatteter antiker Bogen
vor einer hell leuchtender Stadtansicht mit Rundturm.
Landarbeiter beleben den Vordergrund. Das entsprechend
aufgebaute Gegenstück zeigt ein niedriges
Gehöft mit Kamin im Schatten einer römischen Ruine,
das Ufer links im Bild mit anliegendem Kahn und ebenfalls
durch Staffagefiguren belebtem Vordergrund –
darunter eine Mutter mit Kind. Der Capriccio-Charakter
der Guardi-Malerei bestimmt hier den Gesamteindruck
mitsamt entsprechender Lichtstimmung. A.R.
Literatur:
Vgl. Egidio Martini, La Pittura del Settecento Veneto,
Udine 1981, S. 551. (1450213) (11)
€ 8.000 – € 10.000
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165
335
TAEO UCCAI 12 1
OE EEICO UCCAI UM 140 10,
WERKSTATT DES
DER HEILIGE JOHANNES
Zeichnung mit Bleistift, Feder, Tinte und weiß-blauen
Lavierungen auf Papier
38 x 22 cm.
Unter Passepartout hinter Glas gerahmt.
Der stehende Heilige in ausdrucksstarke Geste und
bewegtem Gesichtsausdruck nach oben zum Himmel
blickend, in einem langen faltenreichen Gewand, in
seiner linken Hand einen wertvollen Kelch haltend, aus
dem eine kleine Schlange entweicht.
Anmerkung:
Der heilige Johannes wird oft mit einem Kelch und
einer Schlange dargestellt, was auf eine Legende in
der „Legenda Aurea“ zurückgeht. In dieser Erzählung
wird Johannes von einem heidnischen Oberpriester
aufgefordert, aus einem vergifteten Kelch zu trinken
oder den Göttern zu opfern. Johannes schlug das
Kreuz über dem Kelch, woraufhin das Gift in Form
einer Schlange entwich, so dass er den Kelch unbeschadet
leeren konnte.
(1451563) (18)
€ 6.000 – € 8.000
INFO | BID
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336
BARTOLOMÉ ESTEBAN MURILLO,
11 SEILLA 12 EENA, U
ENGEL MIT LATERNE UND SCHWERT
Feder und Pinsel in Sepiabraun auf Büttenpapier.
Sichtmaß: 34,5 x 21,5 cm.
Darstellungsgröße: 21,5 x 14 cm.
In der linken unteren Ecke Sammlungsstempel
mit Monogramm „TMB“ unterhalb eines Ebers.
Hinter Glas gerahmt.
Darstellungsidentisch mit dem Exemplar im Louvre
Bei genauer Betrachtung erkennt man am Schwert ein
Ohr; damit ist jenes Schwert gemeint, mit dem Petrus
dem Malchus das Ohr abhieb. Die Laterne weist auf
dieses nächtliche Geschehen bei der Gefangennahme
Christi am Ölberg. Das Motiv entstand im Zuge der
Beschäftigung Murillos mit seinen dramatischen Darstellungen
der Passion Christi. Die gleiche Darstellung
findet sich in den Sammlungen des Louvre „L´oreille
de Malchus“, vers 1660. (Inv.Nr. 18435, Département
des Arts graphiques). Während das Louvre-Exemplar
die volle Signatur rechts unten enthält, findet sich unterhalb
der unteren Einfassungslinie mittig die Aufschrift
„Muri“. Beide Zeichnungen in den gleichen Maßen
21,5 x 14 cm. Das vorliegende Blatt ist außerhalb
der Darstellung doch weitaus größer. Die Zuweisung
an Murillo selbst oder dessen Werkstattkreis ist nicht
endgültig abgeschlossen; jedenfalls dokumentiert das
Blatt sowohl die Kreativität des Meisters in der Bilderfindung,
als auch die Leistungen seiner Werkstatt.
Weit außerhalb der Darstellung Knickfalten.
Literatur:
Jonathan Brown, Murillo and his drawings, Princeton
1979. (1451562) (11)
€ 7.000 – € 12.000
INFO | BID
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167
CATALOGUE IV
IMPRESSIONISTS & MODERN ART
19TH/20TH CENTURY PAINTINGS
& SCULPTURE
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