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Old Master Paintings – Part 2

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ONE OF THE LEADING AUCTION HOUSES IN EUROPE

CATALOGUE III

OLD MASTER PAINTINGS PART 2

Auctions: Thursday, 25 September 2025

Exhibition: Saturday, 20 September – Tuesday, 23 September 2025


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OLD MASTER

PAINTINGS

PART II

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13


17

SIENESE SCHULE ES 1 1 AHHUNETS

MARIA MIT DEM KIND

Tempera sowie Goldgrund auf Holz.

Darstellungsmaße: 71 x 47 cm.

Rahmen mit Dreiecksgiebel, teils vergoldet

und mit Goldmalerei.

Das Tafelbild, in seiner Funktion ein Andachtsbild, zeigt

das Dreiviertelbildnis Mariens mit rotem Kleid, in ihrem

rechten Arm den stehenden Jesusknaben haltend. Der

große weite blaue Mantel umhüllt sowohl Maria als

auch die rechte Seite Jesu. Während Maria mit schmaler

Nase und wohlgeschwungenen Augenbrauen auf

das Kind blickt, schaut dieses nachdenklich aus dem

Bild auf den Betrachter hinaus.

(1450218) (18)

€ 8.000 – € 10.000

INFO | BID

175

ITALIENISCHE SCHULE, WOHL SIENA, UM 1420

CHRISTUS AM KREUZ

Temperamalerei auf Goldgrund, auf zwei vertikal

zusammengesetzten Holzplatten.

50,5 x 34,5 cm.

Im Zentrum der Darstellung der am Kreuz hängende

Christus, lediglich mit einem Lendenschurz bekleidet.

Er hat einen schlanken Körper, lange Arme und trägt

die Dornenkrone auf seinem Haupt, das von einem

Nimbus hinterfangen wird. Sein Kopf ist nach unten

zum Boden gerichtet, auf dem – unmittelbar am Kreuz –

ein Schädel liegt, auf den das Blut von seinen Füßen

tropft. Der Schädel als Verweis auf die Kreuzigungsstätte

Golgatha, das übersetzt bedeutet „Ort des

Schädels“. Am oberen Ende des Kreuzes ist mittig ein

Schild mit der Inschrift „INRI“ befestigt. Links von

Jesus steht Maria mit erhobenen Armen, rechts neben

dem Kreuz Johannes mit traurig gesenktem Kopf. Blut

fließt aus dem Wunden an den Händen und wird jeweils

von einem kleinen Engel mit einer Schale aufgefangen,

weiteres Blut aus der Brustwunde. Qualitätvolle

Malerei in der typischen Manier der Zeit.

(1450501) (18)

€ 6.000 – € 8.000

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17

VINCENZO DI ANTONIO FREDIANI,

TTI 141 10 IN LUCCA

ENTHAUPTUNG EINER HEILIGEN

Öl/ Tempera auf Holz. Parkettiert.

38,5 x 56 cm.

Wir danken Prof. Andrea De Marchi, der die Zuschreibung

des vorliegenden Gemäldes auf Grundlage einer

Fotografie vorgeschlagen hat.

Das Gemälde wurde möglicherweise für eine Predella

geschaffen. Eine exakte Nennung der hier gezeigten

Märtyrerin ist bislang nicht erfolgt, da mehrere Namen

in Frage kämen. Für die Heilige Katharina spricht, dass

die stehende Figur dahinter mit einem Rotulus in der

Hand – wohl einem Vollstreckungsbefehl – dargestellt

ist. Auch die weiteren Figuren, abgesehen von den

Lanzenträgern, lassen sich nicht benennen. Allenfalls

der in Rot gekleidete Bärtige mit Schwert könnte den

Kaiser Maxentius darstellen, der ihr Martyrium veranlasst

hatte. Die Szene ist vor einer massiven Doppelbogenarchitektur

positioniert, mit Ausblicken in hügelige

Landschaft. A.R.

Provenienz

Christie’s Rom, 09. Dezember 1997, Lot 370, als Umkreis

des Jacopo del Sellaio.

Auktion Lucas Aste, Rom, 14. Mai 2024, als Raffaello

Botticini.

Anmerkung:

Der Maler stand dem Franziskanerorden nahe und

hatte ab 1498 verschiedenen Positionen in der Kirche

Santa Maria Corteorlandini inne. Bis zu seinem Tod

war er Prior der „Compagna dei Disciplinati del Crocifisso“.

In seinem Werk ist der Einfluss von Domenico

Ghirlandaio (1449 – 1494) zu erkennen, aber auch von

Filippino Lippi (um 1457 – 1504), der ebenfalls in Lucca

wirkte. (1450773) (3) (11)

VINCENZO DI ANTONIO FREDIANI,

ACTIE 141 10 LUCCA

THE BEHEADING OF A SAINT

Oil/tempera on panel. Parquetted.

38.5 x 56 cm.

We would like to thank Professor Andrea De Marchi

for suggesting the attribution of this painting based on

a photograph.

Provenance

Christie’s Rome, 9 December 1997, lot 370, as circle

of Jacopo del Sellaio.

Auction Lucas Aste, Rome, 14 May 2024, as Raffaello

Botticini.

€ 20.000 – € 25.000

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15


177

GERINO DA PISTOIA,

AUCH „GERINO D’ANTONIO GERINI“,

E 140 ISTOIA, EIS ES

DIE MADONNA MIT DEM KIND UND ZWEI HEILIGEN

Öl auf Holz.

73 x 58 cm.

In dekorativem Rahmen.

Vor einem von der Mitte zu den Seiten herabhängenden,

grünen Velum die auf einem gestuften Holzabsatz

sitzende Madonna in rot-blauem Gewand mit einer goldenen

Krone auf ihrem Haupt. Sie hält in ihrem Schoß

den nur mit einem durchsichtigen Hemdchen bekleideten

Jesusknaben, der seine rechte Hand zum Segensgestus

erhoben hat und leicht nach unten blickt – womöglich

auf den Betrachter des Gemäldes. Links

stehend Johannes der Täufer mit seinen Attributen,

einem Fellgewand unter dem roten Überwurf und

einem Kreuzesstab in der Hand. Rechts stehend wohl

der Heilige Franz von Assisi in einer dunklen Kutte, die

Hände mit deutlichen Stigmata vor der Brust zum Gebet

gefaltet. Darstellung mit wenigen Grundfarben.

(1450943) (18)

€ 5.000 – € 8.000

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17

SANISCHE MALE ES 1 1 AHHUNETS

PETRUS GEHT AUF DEM WASSER

Öl auf Holz.

122,5 x 76 cm.

Ungerahmt.

Beeindruckende Darstellung nach der Bibelstelle Mt

14,28–31: „Petrus aber antwortete ihm und sprach:

Herr, wenn du es bist, so befiehl mir, zu dir zu kommen

auf den Wassern. Er aber sprach: Komm! Und Petrus

stieg aus dem Schi! und ging auf den Wassern und

kam zu Jesus. Als er aber den starken Wind sah, fürchtete

er sich; und als er anfing zu sinken, schrie er und

sprach: Herr, rette mich! Sogleich aber streckte Jesus

die Hand aus, ergri! ihn und spricht zu ihm: Kleingläubiger,

warum hast du gezweifelt?“. Vor diesem dramatischen

Moment entfaltet sich eine tief gesta!elte,

manieristische Landschaft mit schro!en Felsformationen,

weitem Gewässer und architektonischer Sta!age

im Hintergrund. Im Zentrum der Komposition: Jesus,

mit dem Kreuzstab in der linken Hand, greift nach dem

verzweifelten Petrus, der kurz davor ist, im Wasser zu

versinken.

(1440285) (13)

€ 5.500 – € 7.500

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17

LMISCHE MALE ES 1 AHHUNETS

HIERONYMUS IN DER EINÖDE

Öl auf Leinwand. Altdoubliert.

75,5 x 57,5 cm.

Verso auf Keilrahmen mit undeutlicher Bezeichnung.

In bronziertem Profilrahmen.

Eine von dunklen Wolken überfangene von Felsvorsprüngen

geprägte Landschaft dient mit ihrem kargen

Baumbewuchs und einer Wassermühle als Hintergrundstaffage

für die im Vordergrund befindliche

Hauptszene. Hieronymus kniet vor einem Kruzifix, an

seiner Brust liegt ein Stein, vor ihm ein geöffnetes Buch

und sein Kardinalshut, seine Hand auf einem Schädel

liegend, dahinter der den Betrachter anguckende

Hieronymus attributiv zukommende Löwe.

(1442331) (13)

€ 4.000 – € 6.000

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17


1

ÖSTERREICHISCHER MALER

ES 1 AHHUNETS

Gemäldepaar

HEILIGER HIERONYMUS UND HEILIGER ROCHUS

Öl auf Holz.

Jeweils 45,5 x 21 cm.

Vor einem architektonischen Fond die stehende Figur

des in Kardinalsgewandung gekleidetem Heiligen Hieronymus

einen Kreuzstab haltend. Vor seinem Mund

der Heilige Geist in Gestalt einer Taube, sein Haupt

wird umfangen von einem Nimbus in Goldlack mit

Inschrift. In seiner Hand eine Schriftrolle, zu seinen

Füßen die abstrahierte Gestalt eines Löwen, der ihm

attributiv zukommt. Auch der Heilige Rochus wird vor

einem architektonischen Gefüge – nämlich einem

Doppelbogenfenster – gezeigt. Eine Wunde auf seinem

Oberschenkel wird soeben gepflegt. Vermutlich

gehörten beide Bildwerke bereits ursprünglich zusammen

und wurden vom gleichen Maler vielleicht im

Zuge eines Altargefüges geschaffen.

(1450352) (1) (13)

€ 8.000 – € 12.000

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19


11

DUJAM MARINOV VUSKOVIC,

UM 1400 140

PIETÀ

Tempera und Gold auf Holz.

69,5 x 33,5 cm.

In patiniertem Metallrahmen.

Beigegeben ein Gutachten von Prof. Andrea De Marchi,

Florenz, 7. September 2022, in Kopie.

Hochrechteckige Darstellung mit oben abgeschrägten

Kanten, was auf eine ehemalige Rahmung im Zentrum

eines Polyptychons mit einem ehemals hölzernen Rahmen

hinweist, der die Ränder des hier farblosen Gemäldes

verdeckt hatte. Auf einem in Grisailletechnik

dargestellten Thron mit Blattschmuck und Fialen die

Heilige Mutter Gottes in der ihr zukommenden Farbtrias

sitzend. Auf ihrem Schoß der ausgemergelte leblose

Körper Christi, links unten zu ihren Füßen eine

Stifterfigur. Sowohl das Haupt Mariens als auch das

Haupt Christi mit goldpunzierten Scheibennimben versehen,

wobei hier und im vergoldeten Hintergrund der

rote Bolus deutlich hervortritt.

Vuskovic, der einer angesehenen Patrizierfamilie in

Split entstammte, gilt als einer der frühen Vertreter der

künstlerischen Erneuerung in Dalmatien, die durch den

zunehmenden Austausch mit Italien – insbesondere mit

Venedig – befördert wurde. Zwar sind nur wenige seiner

Werke erhalten oder eindeutig belegbar, doch das

vorliegende Tafelbild zeigt stilistische Merkmale, die

ihn in den Kreis jener Maler rücken, die den Übergang

vom Mittelalter zur Renaissance an der östlichen

Adriaküste begleiteten. Das Werk besticht durch seine

klare Komposition, die feine Linienführung im Inkarnat

und die ornamentale Gestaltung der Heiligenscheine –

Merkmale, die typisch für den sogenannten Dalmatinischen

Stil der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts sind.

Literatur:

Vgl. Josip Belamaric, The Painting of Dujam Vuckovic

on the Constitution of the Confraternity of the Holy

Cross in Split (1439), in: Miljenko Jurkovic and Predrag

Markovic (eds.), Scripta in honorem Igor Fiskovic

(Dissertationes et monographiae; 7), Zagreb 2015,

S. 187 – 194.

Vgl. Andrea de Marchi, Un politico spalatino di Dujam

Vuskovic a Hermitage, in: Prilozi povijesti umjetnosti

u Dalmaciji, Bd. 36, Nr.1, 1996, S. 19 – 29.

Vgl. Davor Domancic, Freske Dujma Vuskovica u

Splitu, in: Prilozi povijesti umjenostri u Dalmaciji,

Bd. 11, Nr. 1, 1959, S. 41 – 58.

Vgl. Paola Marini, Gianni Peretti und Francesca Rossi

(Hrsg.), Museo di Castelvecchio. Catalogo generale

dei dipinti e delle miniature delle collezioni civiche

veronesi, Mailand 2018, S. 121 – 122, Kat.Nr. 76.

Vgl. Valeria Poletto, Per un’aggiunta al catalogo di

Michele Giambono: un’inedita „Deposizione“ dai

depositi delle Gallerie dell’Accademia, in: Matteo

Ceriana und Valeria Poletto (Hrsg.), Il Paradiso riconquistato.

Trame d’oro e colore nella pittura di Michele

Giambono, Venedig 2016, S. 89 – 109.

(1450161) (3) (13)

DUJAM MARINOV VUSKOVIC,

CA 1400 140

PIETÀ

Tempera and gold on panel.

69.5 x 33.5 cm.

Accompanied by an expert’s report by Professor Andrea

De Marchi, Florence, 7 September 2022, in copy.

The work impresses with its clear composition, the

fine lines in the flesh tones and the ornamental design

of the halos – features that are typical of the so-called

Dalmatian style of the first half of the 15th century.

Literature:

cf. Josip Belamaric, The Painting of Dujam Vuckovic

on the Constitution of the Confraternity of the Holy

Cross in Split (1439), in: Miljenko Jurkovic and

Predrag Markovic (eds.), Scripta in honorem Igor

Fiskovic (Dissertationes et monographiae; 7), Zagreb

2015, pp. 187 – 194.

cf. Andrea de Marchi, Un politico spalatino di Dujam

Vuxkovic a Hermitage, in: Prilozi povijesti umjetnosti

u Dalmaciji, vol. 36, no.1, 1996, pp. 19 – 29.

cf. Davor Domancic, Freske Dujma Vuskovica u Splitu,

in: Prilozi povijesti umjenostri u Dalmaciji, vol. 11,

no. 1, 1959, pp. 41 – 58.

cf. Paola Marini, Gianni Peretti, and Francesca Rossi

(eds.), Museo di Castelvecchio. Catalogo generale dei

dipinti e delle miniature delle collezione civiche

veronesi, Milan 2010, pp. 121 – 122, cat. no. 76.

cf. Valeria Poletto, Per un’aggiunta al catalogo di

Michele Giambono: un’inedita “Deposizione” dai

depositi delle Gallerie dell’Accademia, in: Matteo

Ceriana and Valeria Poletto (eds.), Il Paradiso

riconquistato: trame d’oro e colore nella pittura di

Michele Giambono, Venice 2016, pp. 89 – 109.

€ 25.000 – € 35.000

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1

EUTSCHE SCHULE ES 1 AHHUNETS

DAS MARTYRIUM DES HEILIGEN JOHANNES

Öl auf Eichenholz.

45 x 34 cm.

Das Gemälde zeigt links den auf einem Thron sitzenden

Kaiser Domitian mit Gefolgsleuten, gekleidet in

traditioneller türkischer Tracht mit Turban, welche damals

als Zeichen der Ungläubigen galt. Sie scharen

sich um den in einem Kessel hockenden Heiligen Johannes

mit einem goldenen Nimbus. Einer Legende

nach wurde er in Rom mit siedendem Öl übergossen,

was er jedoch unbeschadet überstand. Nach dieser

Pein sei er ins Exil auf die Insel Patmos geschickt worden,

wo er letztlich die Offenbarung niedergeschrieben

haben soll. Die Darstellung mit zahlreichen Golddetails.

Anmerkung:

Das Gemälde geht auf einen Apokalypse-Holzschnitt

von Albrecht Dürer zurück, der 1511 datiert ist;

ein Exemplar davon befindet sich im Metropolitan

Museum of Art, New York. (1440651) (18)

€ 7.000 – € 9.000

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21


1

FLORENTINISCHE SCHULE DES

STEN 1 AHHUNETS

ELIEZER UND REBECCA AM BRUNNEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

140 x 102 cm.

In mit Blattwerk reliefiertem Rahmen.

Dargestellt ist die alttestamentarische Episode, in der

Abraham seinem ältesten Diener Eliezer aufgetragen

hat, im Alten Land eine Ehefrau für seinen Sohn Isaak

zu finden. In sanften Tönen auf einem Podest ein steingrauer

Barockbrunnen mit Masquerons, auf dem

Podest Rebecca mit einem Kessel Wasser spendend.

Weitere Figuren mit Kamelen und angedeuteter Landschaft

im Hintergrund. Farbgebung und Physionomie

der Figuren lassen an Giorgio Vasari denken.

(1402201) (13)

€ 8.000 – € 12.000 (†) INFO | BID

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1

LOENTINE MALE ES 1 AHHUNETS

MADONNA MIT KIND UND JOHANNES DEM TÄUFER

Öl auf Holztafel. Teilparkettiert.

87 x 69 cm.

Mit einer seitlichen Holzleiste.

Vor einem Berg in rot-blauem Gewand und Tuch stehend

die Madonna, mit beiden Händen den nackten,

auf einem Podest ebenfalls stehenden Jesusknaben

haltend. Sie und Jesus blicken hinab auf den jungen

Johannes in Fellgewand, der seine rechte Hand mit

ausgestreckten Zeigefinger erhoben hat und aus dem

Bild hinausblickt. Die Häupter der drei Figuren jeweils

von einem goldenen Strahlennimbus hinterfangen. Die

länglichen Figuren und ihre Gestik an den Manierismus

der Zeit erinnernd. Malerei in zurückhaltender,

weicher Farbgebung.

(1410781) (18)

€ 8.000 – € 12.000

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23


15

MITTELDEUTSCHER MEISTER

ES 1 AH HUNETS

HÖFISCHES PAAR IN UMARMUNG

Öl auf Nadelholz, parkettiert.

55 x 36 cm.

Thüringen, um 1550.

Beigegeben ist ein materialtechnologischer Bericht

von Prof. Dr. Manfred Schreiner, Akademie der Bildenden

Künste Wien, Mai 2024.

Vor schwarzem Hintergrund sitzt ein Paar auf einer

Marmorbank. Die Kleider mit geschlitzten Puffärmeln

verweisen auf das ausgehende 16. Jahrhundert. Das

Gemälde ist vermutlich im Sinne einer intimen Dokumentation

eines jungen Eheglücks entstanden, worauf

auch der Portraitcharakter hindeutet. Die Darstellung

der Dame zeigt Einflüsse der Malerei der Cranach-

Werkstatt und entspricht auch deren Schönheitsideal.

Der schwarze Hintergrund ist ein weiteres Stilelement,

das in den Darstellungen der Cranachs zu finden ist.

Dazu gehört auch die Präsentation des reichen Goldschmucks.

Das Bildthema des verliebten Paares verbreitete

sich spätestens um 1470. Ein Beispiel ist das

„Gothaer Liebespaar“, das um 1480 dem Hausbuchmeister

zugeschrieben wird, wobei die beiden noch

getrennt nebeneinander positioniert sind. Die Innigkeit

einer solchen Umarmung ist jedoch erst später nachweisbar,

vor allem seit den entsprechenden Darstellungen

Cranachs und seines Werkstattkreises. Feiner

Holzriss oben.

(1390984) (11)

€ 6.000 – € 9.000

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1

EANESE SCHULE ES 1 AHHUNETS

JUDITH MIT DEM HAUPT DES HOLOFERNES

Öl auf Holzplatte.

86 x 69 cm.

In vergoldetem Rahmen.

Vor einem dunklen herabhängenden Vorhang, dessen

Goldkante die beiden Dargestellten voneinander trennt,

die fast ganzfigurig stehende, mit dem Gesicht nach

rechts zu ihrer Amme gewandte Judith. Sie trägt ein

bewegtes gelbes Gewand mit Brustpanzer, hält in ihrer

erhobenen Rechten das Schwert, mit dem sie Holofernes

enthauptet hat, dessen Kopf sie nach unten in ihrer

linken Hand festhält. Die Tötung des Holofernes wird im

Buch Judith im Alten Testament berichtet: Nach etlichem

Brandschatzen und Morden im gesamten Vorderen

Orient gelangt Holofernes nach Betulia, wo es Judith

gelingt, ihn und sein Gefolge in ein Gelage zu

verwickeln. Sie und ihre Magd nutzen seine Trunkenheit

aus und ihn zu enthaupten.

(1451173) (3) (18)

SCHOOL O EAA, 1TH CENTU

JUDITH WITH THE HEAD OF HOLOFERNES

Oil on panel.

86 x 69 cm.

€ 10.000 – € 15.000

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25


17

GIAN PAOLO LOMAZZO,

1 MAILAN 100 EENA, U

GRUPPENBILDNIS MIT EINER ELSTER

Öl auf Holz. Parkettiert.

63,5 x 87 cm.

Lomazzo führt hier vier Figuren im Halbbildnis vor,

nebeneinander gruppiert. Dabei hält eine junge Dame

eine Elster, die soeben von dem Mann links gefüttert

wird. Der Vogel ist wohl sprechend gemeint und löst in

der Gruppe Freude, Lächeln und Lachen aus, was in

den Physiognomien der Figuren unterschiedlich zum

Ausdruck kommt. Das Gemälde ist ein hervorragendes

Beispiel für das in der Renaissance neu aufkommende

Bestreben, seelische Befindlichkeiten bildlich festzuhalten

– ein Anliegen, das im Zusammenhang mit dem

aufkommenden Individualismus zu sehen ist. Werke

des Malers sind selten, da er bereits 33-jährig erblindete.

Danach veröffentlichte Lomazzo umfangreiche kunsttheoretische

Schriften, darunter sein siebenbändiges

Hauptwerk „Trattato dell’arte della Pittura“ (1584).

Anmerkung:

Eine weitere Version des Bildes, ebenfalls Lomazzo

zugeschrieben, wurde bei Sotheby’s mit Bewertung

von USD 150.000 angeboten. Ein Vergleich mit weiteren

Versionen legt nahe, dass es sich bei dem vorliegenden

Gemälde um das älteste handelt, da Infrarotaufnahmen

unter den beiden rechten Gestalten

Vorzeichnungen – etwa einer Brille – erkennen ließen.

(1440656) (11)

€ 7.000 – € 12.000

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1

PERIN DEL VAGA,

101 LOEN 14 OM, U

DER KINDERMORD ZU BETHLEHEM

Öl/ Tempera auf Holz. Parkettiert.

47 x 77 cm.

Zuweisung an den genannten Künstler durch beiliegende

Publikation.

Das vorliegende Gemälde geht auf eine Bilderfindung

von Raphael (1483 – 1520) zurück und wurde im Kupferstich

des Marcantonio Raimondi (1475 – 1534) verbreitet.

Somit kämen sowohl Perin del Vaga, als auch

einer von dessen Mitarbeitern in Frage. Der Maler zog

alsbald nach Rom, wurde Schüler Raphaels und führte

Malereien in den Loggien aus. In der Folge erhielt er

Aufträge für Kirchen und Palazzi. Nach dem Sacco di

Roma (1527) blieben römische Aufträge aus, und er

begab sich nach Genua, wo er den Palazzo des Andrea

Doria dekorieren durfte. Über Pisa zog er wieder nach

Rom, wo sein letztes großes Werk, die Decke der Sala

Regia im Vatikan, entstand.

Literatur:

Renaissance, Special Support. Bellini Privat-Museum,

S. 26 – 27 mit Abb.

Vgl. Maria Vittoria Brugnoli, Buonaccorsi, Pietro, detto

Perin del Vaga, in: Alberto M. Ghisalberti (Hrsg.), Dizionario

Biografico degli Italiani, Bd. 15, Rom 1972.

(1450941) (11)

PERIN DEL VAGA,

101 LOENCE 14 OME, ATTIUTE

THE MASSACRE OF THE INNOCENTS

Oil/tempera on panel. Parquetted.

47 x 77 cm.

Attribution to the named artist according to enclosed

publication.

The present painting is based on a painting by Raphael

(1483 – 1520) and was circulated in an engraving by

Marcantonio Raimondi (1475 –1534). Thus, both Pierino

del Vaga and one of his collaborators could be considered

as potential artists.

Literature:

Renaissance, Special Support – Bellini Private

Museum, pp. 26 – 27 with ill.

cf. Maria Vittoria Brugnoli, Buonaccorsi, Pietro, detto

Perin del Vaga, in: Alberto M. Ghisalberti (ed.),

Dizionario Biografico degli Italiani, vol. 15, Rome 1972.

€ 50.000 – € 70.000

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27


1

BRÜGGER MEISTER DER ZWEITEN HÄLFTE

ES 1 AHHUNETS,

WOHL EIS ES IETE CLAEISSINS II

10 12

SALVATOR MUNDI

Öl auf Holz.

40,5 x 33 cm.

In vergoldetem Rahmen.

Vor dunklem Hintergrund das Brustbildnis Christi,

leicht nach rechts. Er trägt ein braunes Untergewand,

auf dessen Rand mit goldenen Buchstaben das Wort

„SALVATOR“ zu lesen ist, darüber einen roten Umhang,

ebenfalls teils gold bestückt. Er hat schulterlanges

braunes Haar, hinter seinem Haupt einen goldenen

Strahlenkranz, einen Vollbart, sowie ein feines

zartes Gesicht. Mit seinen dunkelbraunen Augen blickt

er nachdenklich aus dem Bild auf den Betrachter hinaus.

Durch den Lichteinfall werden insbesondere seine

obere Gesichtshälfte sowie seine Hals- und obere

freie Schulterpartie hervorgehoben.

(1451538) (1) (18)

€ 2.000 – € 3.000

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1

ABRAHAM JANSSENS,

1 ANTWEEN 12 EENA, EIS ES

JUPITER WIRD VON VENUS ZURECHTGEWIESEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

146 x 181 cm.

Verso auf dem Keilrahmen mit altem Provenienzetikett.

Ungerahmt.

Vergil schilderte in der Aeneis (X,1–14) eine Begebenheit

aus dem Trojanischen Krieg: Jupiter hatte alle olympischen

Götter zusammengerufen, um sie zum Frieden zu

gemahnen – doch Venus, die ihren Enkel Aeneas und die

Trojaner unterstützen wollte, widerspricht Jupiter in dieser

Sache. Mit dem Amorknaben an der Hand redet sie

auf den nachdenklich sinnenden Jupiter und dessen Gemahlin

Juno ein, die als Gegnerin der Trojaner bekannt

ist. Ganz links beugt sich die geharnischte Minerva zu

Juno herab, hinter dem Göttervater erkennt man Diana

an ihrem Monddiadem. Halb verdeckt vom Arm der Venus

wohnen zudem Apoll mit seiner Leier als Attribut

und der Kriegsgott Mars dem Geschehen bei, während

am rechten Bildrand Herkules mit Löwenfell und Keule

heranschreitet. In der Alten Pinakothek in München wird

eine andere Version des vorliegenden Gemäldes verwahrt

(206 x 239 cm, Inv.Nr. 4884). Auch das Art Institute

of Chicago besitzt eine Version des Gemäldes (194 x

232 cm) wobei beide Versionen rechts am Rand eine

Figur zeigen, die bei unserem Gemälde fehlt, wohl aber

bei einer Werkstattwiederholung vorhanden ist, die bei

Christie’s am 2. Dezember 2014 angeboten wurde und

wohl fälschlicherweise mit der gleichen Provenienz ausgestattet

ist wie unser hier angebotenes Werk.

Provenienz laut rückwärtigem Sammlungsetikett:

Sammlung Adolf Holzapfel, Dublin.

Sammlung Sir Herbert Ingram. (1440708) (13)

ABRAHAM JANSSENS,

1 ANTWE 12 II, CICLE O

JUPITER BEING REBUKED BY VENUS

Oil on canvas. Relined.

146 x 181 cm.

Old provenance label on the back of the stretcher.

Another version of the present painting is held at the

Alte Pinakothek in Munich (206 x 239 cm, inv. no. 4884).

The Art Institute of Chicago also holds a version of the

painting (194 x 232 cm), although both versions show a

figure on the right edge that is missing from the painting

on offer for sale here but is present in a workshop

replica that was offered at Christie’s on 2 December

2014 and is probably erroneously provided with the

same provenance as the work offered here.

Provenance, according to the collection label

on the reverse:

Adolf Holzapfel collection, Dublin.

Sir Herbert Ingram collection.

€ 20.000 – € 30.000 (†) INFO | BID

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29


11

HERRI MET DE BLES,

140 OUINESSUMEUSE,

INANT, ELIEN UM 10 ANTWEEN

OE EAA, EIS ES

FLUSSLANDSCHAFT MIT STADT BEI

SONNENUNTERGANG

Öl auf Holz.

29 x 25,5 cm.

Blick auf eine große Stadt mit zahlreichen Gebäuden,

die sich vom Uferbereich mit Stadttor, Wehrtürmen und

Kirche bis zu einer Anhöhe mit Burganlage erstreckt.

Am linken Bildrand ein grüner Uferstreifen mit einem

Engel in Begleitung eines Mannes – an Darstellungen

des Tobias mit dem Engel erinnernd – hinter denen sich

ein hoher Berg erhebt. Am auffallendsten ist jedoch der

Himmel in leuchtenden Orange- und Rottönen, die sich

teils im Wasser widerspiegeln und auf einen Sonnenuntergang

hindeuten. Fantastische Landschaftsdarstellung

mit außergewöhnlichem Himmel.

(1451575) (18)

HERRI MET DE BLES,

140 OUINESSUMEUSE, INANT,

ELIUM CA 10 ANTWE O EAA,

CICLE O

RIVERSCAPE WITH CITY AT SUNSET

Oil on panel.

29 x 25.5 cm.

€ 10.000 – € 12.000

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1

HANS BOL,

14 MECHELEN 1 AMSTEAM, U

Hans Bol zählt zu den bedeutenden Flamen der niederländischen

Malerei der Hochrenaissance. 1560 wurde

er Mitglied der Malergilde in seiner Heimatstadt. 1572

verlor er bei der Plünderung der Stadt durch die Spanier

seinen gesamten Besitz und musste zweimal fliehen,

woraufhin er sich nur noch der Miniaturmalerei widmete.

1574 wurde er Mitglied der Lukasgilde in Amsterdam,

wo er auch in der Oude Kerk beigesetzt wurde.

JESUS ALS GUTER HIRTE

Gouache auf Pergament.

Sichtmaß: 16 x 21,3 cm.

Rechts unten mit Monogramm in Ligatur „HB“.

Hinter Glas gerahmt.

In einer der großen Gleichnisreden des Johannesevangeliums

sagt Jesus von sich selbst: „Ich bin der gute

Hirte“ (Joh 10,11 – 14). Hier wird Christus inmitten einer

gewässerreichen Landschaft mit spärlicher Vegetation

dargestellt, wie er dem Betrachter entgegenschreitet

und ein Lamm schultert. Eine Gouache von

Hans Bol mit dem gleichen Thema von 1585 ist beim

RKD in Den Haag unter Nummer 305028 verzeichnet.

Anmerkung:

Bereits im Alten Testament gab es das Thema des

Hirten, der mit Königen oder Richtern gleichgesetzt

wurde. Ebenfalls wurden schon Abel, Abraham,

Isaak, Mose und Jakob als Hirten bezeichnet.

(14502716) (13)

€ 8.000 – € 12.000

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1

JOHANN KÖNIG,

1 NNE 142 EENA

Johann König war ein deutscher Maler, Miniaturist und

Zeichner, der vor allem durch seine sehr fein ausgeführten

Kupfertafeln bekannt ist. Seine künstlerische Ausbildung

dürfte er vermutlich bei Johannes Rottenhammer

d. Ä. (1564 – 1625) in Augsburg erhalten haben. Als gesichert

gilt ein einjähriger Aufenthalt in Venedig sowie

ein anschließender Studienaufenthalt in Rom von 1610

bis 1614. Dort kam er wahrscheinlich noch mit dem kurz

vor seinem Tod stehende Adam Elsheimer (1574/78 –

1610) in Kontakt, dessen frührömischer Stil entscheidenen

Einfluss auf Königs Werk ausübte. Nach seiner

Rückkehr nach Augsburg im Jahr 1614 erhielt König das

Malerrecht und ließ sich dauerhaft dort nieder.

DIE TAUFE CHRISTI DURCH JOHANNES

Öl auf Kupfertafel.

37,8 x 28 cm.

Links unten signiert und datiert „Johan: König 1637“.

In braunem Flammleistenrahmen.

Wir danken Herrn Dr. Gode Krämer für seine freundlichen

Hinweise zur Katalogisierung.

In harmonischer Landschaft am Ufer des Jordans

stehend, Jesus mit weißem Lendenschurz, die rechte

Hand leicht erhoben, während die andere auf der

Brust liegt. Neben ihm, in leichter Rückenansicht, die

überlängte Figur von Johannes dem Täufer mit Fellgewand

um die Hüfte und einem roten Umhang darüber.

Seinen Kreuzesstab hat er auf einem hölzernen

Steg neben einem Schaf abgelegt. Er hat seinen

rechten Arm erhoben und will gerade eine Muschel

mit Wasser über dem Kopf Christi leeren, um ihn zu

taufen. Oberhalb der beiden hat sich der Himmel geöffnet,

und im gelben Licht ist eine weiße Taube als

Symbol des Heiligen Geistes zu sehen. Zudem sind

hinter großen Wolken mehrere Puttiköpfe mit blauen

Flügeln zu erkennen. Zwei weitere große Engel stehen

links am Ufer und scheinen die Kleidung Jesu zu

halten; einer von ihnen blickt dabei aus dem Bild heraus.

Malerei in frischen kräftigen Farben eines beliebten

Themas.

Provenienz:

Ehemals Sammlung Georg Schäfer, Schweinfurt.

(1451658) (18)

JOHANN KÖNIG,

1 NUEME 142 II

THE BAPTISM OF CHRIST BY JOHN THE BAPTIST

Oil on copper.

37.8 x 28 cm.

Signed and dated “Johan: König 1637” lower left.

We would like to thank Dr Gode Krämer for his kind

advice regarding the cataloguing.

Provenance:

Former collection Georg Schäfer, Schweinfurt.

€ 12.000 – € 15.000

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31


1

NIEDERLÄNDISCHER MALER DES

1 AH HUNETS, WOHL UMEIS ES

LUCAS ASSEL 100 10

DIE TAUFE CHRISTI DURCH JOHANNES

DEN TÄUFER IM JORDAN

Öl auf zwei Holzplatten, parkettiert.

43 x 54 cm.

In dekorativem Rahmen.

Im Zentrum der breite Fluss, in dem im Vordergrund am

flacheren Ufer Jesus mit einem weißen Lendentuch

bekleidet steht, die Arme verschränkt und nach unten

blickend. Auf einem Felsenstück am Ufer Johannes in

Fellgewand mit rotem Mantelüberwurf, der Jesus gerade

tauft. Über Jesus der Heilige Geist in Gestalt einer Taube

in einem Lichtkreis, der auf Jesus herabkommt. Rechts

am Ufer, zwischen Bäumen, vier elegant gekleidete

Männer, wohl als Verweis auf die der Taufe beiwohnenden

Pharisäer. Der Jordan führt durch eine von Figuren

begangene Brücke bis zu einer Stadt und dann an ihr

links in die Ferne; dieser Hintergrund wird überwiegend

in blau-grauer Farbigkeit wiedergegeben. Zwei weitere

kleinformatige Episoden aus dem Leben des Johannes

sind in dem Bild noch eingefügt: Rechts Johannes am

Ufer, weitere Figuren taufend, und links im Uferbereich

Johannes beim Predigen vor um ihn versammelten Zuhörern.

Am oberen Bildrand ist zudem auf einer Wolke,

umgeben von einem gelben Lichtschein, Gottvater zu

sehen. Erzählerische Darstellung mit vielen Details.

(1451332) (18)

€ 6.000 – € 8.000

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15

ANDREA SACCHI,

1 NETTUNO 11 OM, EIS ES

GRABLEGUNG CHRISTI

Öl auf Leinwand. Doubliert.

65,5 x 52,5 cm.

In dekorativem Rahmen.

Vor einer hochragenden Felswand der vom Kreuz herabgenommene

und auf einem weißen Laken am Boden

liegende Christus, mit sichtbaren Stigmata. Seitlich

von ihm die Dornenkrone und zwei Kreuzesnägel. Sein

Oberkörper ist leicht an den Schoß von Maria Magdalena

gelehnt, hinter ihr steht wohl Nikodemus mit

ihrem Salbgefäß in den Händen. Links von Christus

Maria in rot-blauem Gewand, den Blick voller Trauer auf

den Sohn gerichtet, dabei die ausgestreckten Hände

zur Seite gewandt. Malerische Darstellung mit mehreren

Figuren, bei der durch die Lichtführung einzelne

Elemente, wie die Hände Mariens, besonders hervorgehoben

werden.

(1451142) (18)

€ 6.000 – € 8.000

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1

MEISTER MIT DEM PAPAGEI, KREIS DES

Südniederländischer Maler, tätig wahrscheinlich in

Antwerpen im erstes Drittel des 16. Jahrhunderts,

Kreis des. Der Name bezieht sich auf den Papagei,

der in seinen Marienbildern stets auftritt. Seine

Werke sind bekannt für die Darstellung der Maria in

„damenhafter Schönheit“.

MARIA MAGDALENA MIT DEM SALBGEFÄSS

UND GEÖFFNETEM BUCH

Öl auf Holz.

24,5 x 19 cm.

Verso mit rotem Lacksiegel und Restetikett. Rahmen

mit Nennung des Meisters mit dem Papagei und Entstehungszeit

um 1524.

Hinter Glas gerahmt.

Das vorliegende Gemälde wird beim RKD in Den Haag

unter Nummer 40554 geführt, als „Verbleib unbekannt“

(aus dem Fotoarchiv Max J. Friedländer (1867 – 1958)).

An einer profilierten Tischecke steht eine junge Frau

mit roten Samtärmeln, rechteckigem Ausschnitt und

bewegtem Goldschmuck. Auf dem Tisch ein balustriertes,

blau-weiß dekoriertes Fayence-Salbgefäß, welches

Maria Magdalena attributiv zukommt. In ihren Händen

ein geöffnetes Buch. Das Motiv kommt mehrfach im

Werk des genannten Malers vor.

(1450521) (13)

€ 3.000 – € 5.000

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17

VENEZIANISCHER MEISTER DES

STEN 1 HEN 1 AHHUNETS

BILDNIS EINES JUNGEN MANNES

Öl auf Leinwand.

66 x 57 cm.

Halbbildnis, leicht unter Lebensgröße. Der Dargestellte

trägt einen kurzen weißen Kragen über schwarzem

Rock, was ihn als Kandidaten des Gelehrtenstandes –

vielleicht des Jesuitenkollegiums – vermuten lässt.

Das betont kurz geschnittene Haar entspricht diesem

Erscheinungsbild. Einige Pentimenti, unter anderem

zwischen Schultern und dem Hals des Portraits.

Ehemals an Jacopo Robusti, genannt Tintoretto (1518 –

1594), gegeben, weist der Stil hier jedoch einen ruhigeren

Duktus auf. Damit wäre gegebenenfalls auch an

seinen Sohn Domenico Robusti (1560 – 1635) zu denken,

welcher sich zunehmend einer glatteren Malweise

bediente, entsprechend derjenigen seines Freundes

Jacopo Palma (um 1544/48 – 1628). A.R.

Provenienz:

Sotheby’s New York, 27. März 1987, als Tintoretto.

(1450732) (2) (11)

ENETIAN MASTE O THE LATE 1THEAL

1TH CENTU

PORTRAIT OF A YOUNG MAN

Oil on canvas.

66 x 57 cm.

Formerly attributed to Jacopo Robusti, known as

Tintoretto (1518 – 1594), the style here, however, is

calmer. This could also suggest his son Domenico Robusti

(1560 – 1635), who increasingly used a smoother

painting style, similar to that of his friend Jacopo

Palma (c. 1544/48 – 1628). Some pentimenti, especially

between shoulders and neck of the portrait.

Provenance:

Sotheby’s New York, 27 March 1987, as Tintoretto.

€ 10.000 – € 15.000

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33


1

JACOPO DA PONTE BASSANO,

1101 ASSANO EL AA 12 ENEI,

WESTATT ES

Der Maler war Mitglied einer Malerfamilie, deren Mitglieder

ihre Beinamen sämtlich der Stadt Bassano del

Grappa verdankten. Begründer der Malerdynastie war

Francesco da Ponte d. Ä. (1475 – 1539), der Vater von

Jacopo. Dieser setzte seine Studien bei Bonifazio Veronese

(1487– 1553) fort, und stand – wie seine Brüder

Francesco (1549– 1592) und Leandro (1557– 1622) –

unter dem Einfluss von Tizian, aber auch von Lorenzo

Lotto (1480– 1556) und Pordenone (1483 – 1539).

GEISSELUNG CHRISTI

Öl auf Leinwand.

78 x 58 cm.

Wir danken Prof. Bernard Aikema für die schriftliche

Bestätigung.

Bassanos Bilder sind zunächst überwiegend religiösen

Themen gewidmet, bevor er sich dem Genre des bäuerlichen

Lebens zuwandte. Ab den 1540er-Jahren ist

ein Einfluss des Manierismus erkennbar, mit dramatischen

Lichteffekten, wie sie in dem vorliegenden Werk

zum Ausdruck kommt. Dies sollte sich bis in die letzten

Lebensjahre noch steigern, sodass wir in diesem

Beispiel die späte Schaffenszeit Jacopos dokumentiert

sehen dürfen.

Das carravaggeske Hell-Dunkel ist hier auf die Spitze

getrieben. Der völlig dunkle Raum lässt nur durch eine

Feuerflamme die Szenerie erkennen. Jesus, in rotem

Spottmantel, ist in gebückter Sitzhaltung zwischen den

Folterknechten gezeigt, während einer von ihnen die

Faust zum Schlag erhebt. Erst langsam gewöhnt sich

das Auge an die Dunkelheit und erkennt Einzelheiten –

wie Wandsäulen, von denen ein Knabe herabblickt, oder

weitere Gestalten im nächtlichen Dunkel. Seine um

1575 entstandene „Kreuzigung“ oder die „Taufe im Jordan“,

entstanden in seinem letzten Lebensjahr 1592,

sind Beispiele dieses Spätstiles. Ein typisches Merkmal

– beinahe Kennzeichen – der Bassano-Malerfamilie ist

eine jeweils in stark gebeugter Körperhaltung dargestellte

Figur – wie auch hier im Bild. A.R.

Literatur:

Vgl. Pietro Zampetti, Bassano, in: Kindler Malerei-

Lexikon, München 1976, S. 229 – 232.

Vgl. Emil Maurer, Manierismus. Figura serpentinata

und andere Figurenideale, Zürich und München 2001.

(1450762) (11)

JACOPO DA PONTE BASSANO,

1101 ASSANO EL AA 12 ENICE,

WOSHO O

THE FLAGELLATION OF CHRIST

Oil on canvas.

78 x 58 cm.

We would like to thank Professor Bernard Aikema for

the written statement.

His paintings were initially devoted primarily to religious

subjects before Bassano turned to the genre of

peasant life. From the 1540s onwards, the influence of

Mannerism is evident, with dramatic lighting effects,

as expressed in the present work. This would intensify

until his final years, suggesting the present work to be

a document of his later creative period. His Crucifixion,

created ca. 1575, and his Baptism in the Jordan, painted

in his last year in 1592, are examples of this late

style. A typical feature, almost a hallmark, of the Bassano

family of painters is a figure depicted in a strongly

bent posture – as in this painting.

Literature:

cf. Pietro Zampetti, Bassano, in: Kindler

Malereilexikon, Munich 1976, pp. 229-232.

cf. Emil Maurer, Manierismus. Figura serpentinata

und andere Figurenideale, Zurich and Munich 2001.

€ 15.000 – € 20.000

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1

FLÄMISCHER MALER,

ANAN ES 1 AHHUNETS

DER GEKREUZIGTE CHRISTUS

Öl auf Eichenholz.

24 x 16 cm.

In teilvergoldetem Prunkrahmen.

Das Gemälde einem Vorbild nachempfunden. Vor

abendlichem Himmel der am Kreuz hängende Jesus,

den Blick nach oben zum Himmel gerichtet. Links des

Kreuzes Maria in dem für sie typischen rot-blauem Gewand,

mit fragendem Handgestus den Kopf zu Jesus

gewendet; rechts der stehende Jünger Johannes, die

Arme vor der Brust überkreuzt und schließlich die das

Kreuz am unteren Ende umarmende, sitzende Maria

Magdalena mit offenen dunkelblonden Haaren, voller

Trauer den Blick auf Jesus gerichtet. Der zu Füßen des

Kreuzes liegende Schädel weist auf den Ort der Kreuzigung

hin, Golgatha, auch Schädelstätte genannt. Das

Kreuz wird von zwei Engeln flankiert, die sich auf Wolken

abstützen.

(1440287) (18)

FLEMISH SCHOOL,

EAL 1TH CENTU

CHRIST CRUCIFIED

Oil on oak panel.

24 x 16 cm.

€ 15.000 – € 25.000

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35


200

RAPHAEL,

14 UINO 120 OM,

NACHOLE ES 1 1 AHHUNETS,

Gemäldepaar

DER BETHLEHEMITISCHE KINDERMORD

Öl auf Leinwand.

Jeweils 74 x 60 cm.

Das kirchliche Fest am 28. Dezember – der Tag der unschuldigen

Kinder – erinnert an die im Matthäusevangelium

überlieferte Legende vom angeblichen Ereignis

des Kindermordes zu Bethlehem (Mt 2,13 – 23). Die Erzählung,

für die historische Beweise fehlen, macht König

Herodes verantwortlich, der jedoch bereits vier Jahre

vor Christi Geburt starb. In Frage käme also einer der

Söhne desselben Namens, Herodes Archelaos oder

Herodes Antipas. Die Legende – ein mythischer Topos,

der bereits in der ägyptischen Exodussage auftritt – hat

im Christentum Fuß gefasst und wurde in der Kunst

tausendfach thematisiert. Die Renaissance hat das Thema

neu in Darstellung gebracht. Vor allem der Entwurfszyklus

des Raphael, beauftragt 1520 für die Galleria degli

Arazzi im Vatikan, schuf eine neue Sicht in der

Darstellung; nach dem Tod Raphaels von Malern wie

Giulio Romano (um 1499 – 1546) fertiggestellt. Diese

Vorbilder der „Scuola Nova“ des Raphael beeinflussten

die Kunstwelt der Renaissance. Der Stil des Manierismus

fand in diesem Thema die Möglichkeit, vielfältige

Körperhaltungen neu in Szene zu setzen. Jacob Binck

(1500– 1569) etwa, Marcantonio Raimondi (um 1480-

vor 1534) aber auch Ugo da Carpi (um 1450/80 – 1532)

oder Nicolas Beatrizet (1515 – 1565) schufen Kupferstiche

zum Thema, Maler wie Cornelis van Haarlem

(1562– 1638) griffen es um 1590 erneut auf. Wiederholungen

nach den Raphael-Motiven in Öl sind kaum bekannt

geworden. Das vorliegende Gemälde ist eine dieser

höchst seltenen, in Öl ausgeführten Darstellungen

des bethlehemitischen Kindermordes nach dem Zyklus

von Raphael, hier als Grisaille/Camaieumalerei in Brauntönen.

Eine vergleichbare, etwas kleinformatigere Ausführung

in Öl auf Holz (44 x 29 cm, ebenfalls in Grisaille)

wurde am 17. Oktober 2017 unter Lot 218 im Dorotheum

versteigert, als Umkreis von Raffaello Sanzio. A.R.

(1451204) (11)

€ 8.000 – € 12.000

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1

PSEUDO FRANCESCO NAPOLETANO,

TTI IN MAILAN UM 100,

SCHULE ES LEONAO A INCI 142 11,

ZUG.

MARIA MIT DEM KINDE

Öl auf Holz.

64 x 74 cm.

In ornamental reliefiertem Rahmen.

Vor unbestimmtem Grund die leicht nach links geneigte

sitzende Figur der Maria in dunkler Gewandung, ihr

Kind haltend, das eine aufstrebende Diagonale beschreibt.

Die Darstellung sehr nahe zu den Werken von

Francesco Napoletano und anderen Schülern da Vinci’s,

wie Ambrosio da Predis und Bernardo Luini. Im Laufe

der Jahrzehnte wurde eine Händescheidung zwischen

Francesco Napoletano, von dem nur ein gesichertes

Werk in Zürich aufbewahrt wird, und den anderen Madonnendarstellungen

vorgenommen, die sich derzeit

im Metropolitan Museum of Art (Inv.Nr. 1982.60.7,

40,3 x 30,5 cm), im Harvard Art Museum (1923.37,

53,3 x 37,2 cm), im Rijksmuseum Amsterdam (Inv.Nr.

SK-A-3399, 39,3 x 29,4 cm) und weiteren internationalen

Sammlungen befinden.

Eine kürzliche Reinigung und Restaurierung brachten

mehr Details im Hintergrund (Küstenlandschaft mit

Burgen) sowie um die Köpfe der Maria und des Kindes

hervor.

Provenienz:

Wohl aus einem Konvent in Toledo, Spanien.

Sotheby’s New York, 30. Januar 1998, als Francesco

Napoletano, zug.

Christie’s, mit unbekanntem Datum, als Abrogio da

Predis.

Sotheby’s New York, 30. Januar 2020, Lot 141, als

Francesco Napoletano, zug.

Literatur:

Vgl. Maria Teresa Fiorio, Francesco Napoletano

(e Pseudo Francesco Napoletano) in: I Leonardeschi,

l’eredità di Leonardo in Lombardia, Mailand 1998.

(1451201) (13)

PSEUDO FRANCESCO NAPOLETANO,

ACTIE IN MILAN CA 100,

SCHOOL O LEONAO A INCI 142 11,

ATTRIBUTED

THE VIRGIN AND CHRIST CHILD

Oil on panel.

64 x 74 cm.

The depiction very close to the works by Francesco

Napoletano and other pupils of da Vinci, like Ambrosio

da Predis and Bernardo Luini. Over the decades, a separation

has been made between Francesco Napoletano,

of whom only one secured work is held in Zurich,

and the other depictions of the Madonna, which are

currently held at the Metropolitan Museum of Art (inv.

no. 1982.60.7, 40.3 x 30.5 cm), the Harvard Art Museum

(1923.37, 53.3 x 37.2 cm), the Rijksmuseum Amsterdam

(inv. no. SK-A-3399, 39.3 x 29.4 cm) and further

international collections.

Provenance:

Sotheby’s New York, 30 January 2020, lot 141, as

attributed to Francesco Napoletano.

Sotheby’s New York, 30 January 1998, as attributed

to Francesco Napoletano.

Christie’s, date unknown, as Abrogio da Predis.

Probably from a convent in Toledo, Spain.

Literature:

cf. Maria Teresa Fiorio, Francesco Napoletano (e

Pseudo Francesco Napoletano), in: I Leonardeschi,

l’eredità di Leonardo in Lombardia, Milan 1998.

€ 20.000 – € 25.000

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37


202

LAVINIA FONTANA,

12 OLONA 114 OM

ANDACHTSBILD: MADONNA ASSUNTA

ÜBER EINER LANDSCHAFT MIT DEN HEILIGEN

FRANZISKUS UND KATHARINA

Öl auf Kupfer.

32 x 21 cm.

Beigegeben eine Expertise von Prof. Vera Fortunati,

Bologna, sowie eine Dokumentation von Massimo

Pirondini, jeweils in Kopie.

Das halbrund geschlossene Format lässt an ein kleines

Hausaltarbild denken. Die Himmelszone mit der Gestalt

der Maria ist durch zwei seitlich hereinschwebende

Engel von der irdischen Landschaftsdarstellung abgesetzt.

Darunter Franziskus, der zu Maria aufblickt,

sowie Katharina mit Krone, Rad und Märtyrerpalme.

Die Landschaft zwischen den Figuren zeigt eine Stadt

am Fluss, in äußerst feinpinseliger Technik ausgeführt.

Das Gemälde wurde bereits Juni 2025 bei Christie’s

angeboten als „Bologneser Schule um 1600 – Kreis

Lavinia Fontana“. Inzwischen konnte durch die Publikation

von Massimo Pirondini und das Gutachten von

Vera Fortunati die Autorschaft der Malerin Fontana bestätigt

werden. Die Untersuchungen gehen auf mehrere

Details ein, etwa die Architektur im Hintergrund

oder den Vergleich der männlichen Figur mit der Darstellung

des Heiligen Cassian in einer weiteren Assunta-Darstellung

von 1584, wobei auch die Bildkomposition

der beiden Werke nahezu identisch ist.

Literatur:

Vgl. Whitney Chadwick, Women, Art, and Society,

London 1990.

Vgl. Caroline P. Murphy, Lavinia Fontana. A Painter

and her Patrons in Sixteenth-Century Bologna. New

Haven und London 2003. (1451176) (3) (11)

LAVINIA FONTANA,

12 OLONA 114 OME

DEVOTIONAL IMAGE: MADONNA ASSUNTA

ABOVE A LANDSCAPE WITH SAINTS

FRANCIS AND CATHERINE

Oil on copper.

32 x 21 cm.

Accompanied by an expert’s report by Professor Vera

Fortunati, Bologna, as well as by a documentation by

Massimo Pirondini, each in copy.

The painting was already offered at Christie’s in June

2025 under the attribution “Bolognese School ca.

1600, circle of Lavinia Fontana”. Since then, the publication

by Massimo Pirondini and expert opinion by Vera

Fortunati have attributed the work directly to Lavinia

Fontana. Both texts focus on several specific details to

support this attribution. Notably, the architectural background

and the comparison of the male figure of Saint

Cassian, closely parallel those found in the Assunta

depiction from 1584, and the composition of the two

works are almost identical.

Literature:

cf. Whitney Chadwick, Women, Art, and Society,

London 1990.

cf. Caroline P. Murphy, Lavinia Fontana. A Painter and

her Patrons in Sixteenth-Century Bologna, New

Haven and London 2003.

€ 15.000 – € 20.000

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39


203

LUDOVICO CARRACCI,

1 OLONA 11 EENA

LUCRETIA UND TARQUINIUS

Öl auf Leinwand. Doubliert.

68 x 51 cm.

Beigegeben ein Gutachten von Massimo Pirondini,

in Kopie.

Das Bildformat lässt erkennen, dass es sich hier um

ein Kabinettstück handelt. Das Thema, getragen von

der Idee der moralischen Belehrung, geht auf einen

römisch-antiken Sagenstoff des 6. vorchristlichen Jahrhunderts

zurück. Erzählt wird, wie der Stadttyrann Tarquinius

Superbus die Gattin seines Freundes während

dessen Abwesenheit vergewaltigt. Nach der Drohung,

sie bei Weigerung zu töten, gibt sie seinem Drängen

nach, nimmt sich jedoch nach dem Geschehen das

Leben. Das Ereignis markiert den Übergang von der

Tyrannis zur Republik und warf damals moralische wie

juristische Fragen auf. Somit zählt diese Sage an der

Schwelle zur römischen Justizreform unter Kaiser Augustus,

zum Gründungsmythos Roms. Vor diesem Hintergrund

wird verständlich,, dass dieses Thema besonders

seit der Renaissance in der Malerei (Botticelli,

Filippino Lippi, Cranach und andere), der Musik (Gallot,

Scarlatti, Händel, Respighi und andere) sowie in der

Dichtung (Dante, Shakespeare, Lessing) für das

Rechtsverständnis wie auch für die Moralfrage so

hohe Bedeutung erfuhr. Kennt man die Legende wird

die Dramatik der Selbstmordszene erst deutlich: Lucretia,

in Scham und Schmerz gleichermaßen niedergesunken,

stößt sich den Dolch in die Brust, während

der Tyrann Tarquinius mit gesenktem Haupt und verschattetem

Gesicht wie betroffen am Rand steht, jedoch

den Finger erhebt – ein Hinweis darauf, dass er

noch auf das alte Recht der „Patria Potestas“ weisen

will. Eine junge Magd versucht die Sterbende zu stützen,

und blickt vorwurfsvoll auf den Verursacher der

Szene. Möglicherweise wird hier ein literarischer Aspekt

sichtbar, der nicht überliefert ist. Nicht unerheblich

ist, dass der Maler auf die sonst so häufig dargestellte

Nacktheit der Lucretia verzichtet hat – vermutlich

ein Beweis dafür, dass bewusst auf den den erotischen

Aspekt verzichtet wurde, zugunsten einer moralisch

orientierten Aussage. Stilistisch wird deutlich,

wie die Brüder Carracci den übersteigerten Manierismus

der Vorgängergeneration zu überwinden suchten.

Ludovico Carraccis „Martyrium der heiligen Margherita“

(in San Maurizio in Mantua, 1616) weist in Gestaltung

und Farbkomposition deutliche Parallelen zum

vorliegenden Gemälde auf. A.R.

(14504511) (11)

LUDOVICO CARRACCI,

1 OLONA 11 II

LUCRETIA AND TARQUIN

Oil on canvas. Relined.

68 x 51 cm.

Accompanied by an expert’s report by Massimo

Pirondini, in copy.

The format of this painting suggests it was conceived

as a showpiece. Its subject, rooted in moral instruction,

is drawn from the ancient Roman legend of Lucretia,

dating to the 6th century BC. According to the

legend, the tyrant Tarquin, also known as Lucius Tarquinius

Superbus raped his friend’s wife during his absence.

After threatening her with death should she

resist, she gave in to his pressure but later took her

own life. The event marked the transition from tyranny

to the Roman Republic. It also raised moral and legal

questions at the time and was later invoked, particularly

around the period of Emperor Augustus’s judicial reforms,

as part of Rome’s founding myth. Against this

backdrop, the enduring prominence of this subject in

both painting and poetry – particularly from the Renaissance

onwards – is understandable, given the relevance

to legal theory and moral discourse. Notably, the

painter has chosen to refrain from depicting Lucretia’s

nudity, which is otherwise often prevalent. This deliberate

omission suggests an intentional aversion from

eroticism in favour of a moral message. Stylistically,

this painting clearly demonstrates the Carracci brothers’

aim to overcome the exaggerated Mannerism of

their previous generation. Ludovico Carracci’s Martyrdom

of Saint Margaret (San Maurizio in Mantua, 1616)

shows comparable features in composition and colour

palette to the present painting.

€ 40.000 – € 60.000 (†)

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41


204

GIOVANNI LORENZO BERNINI,

1 NEAEL 10 OM, EIS ES

BILDNIS EINES ARCHITEKTEN (BERNINI?)

MIT BLATT UND ZIRKEL

Öl auf Leinwand, auf Platte.

76,2 x 61,6 cm.

Das Gemälde, das den Architekten im Halbbildnis

zeigt, weist unverkennbare Ähnlichkeiten mit dem

Selbstportrait des berühmten Bernini von 1623 auf.

Der „Erfinder des barocken Roms“ stellt sich dort mit

Lippenbärtchen und hoher Stirn dar. Wie in jenem

Selbstbildnis, in dem sich Bernini im 25. Lebensjahr

zeigt, ist auch hier die schwarze Kleidung mit weißem

Kragen dargestellt. Die Körperhaltung, die Gestaltung

des Kragens sowie der auf den Betrachter gerichtete

Blick sind identisch, allerdings erscheint das Gesicht

im vorliegenden Gemälde in etwas fortgeschrittenem

Alter. Eine Erweiterung der Darstellung gegenüber

dem jugendlichen Bildnis ist das Skizzenblatt links unten,

das – gemeinsam mit einem Zirkel und einem

Bündel feiner Malpinsel – den Dargestellten als Architekten

und zugleich als Maler kennzeichnet. So lässt

sich nicht von der Hand weisen, dass es sich hier um

die Darstellung Berninis handelt, mit den Attributen

seines Wirkens als Baumeister und Maler gleichzeitig.

Das Gemälde wurde mehrfach besprochen und sowohl

Bernini als auch anderen Künstlern zugeschrieben.

Maurizio Marini sieht in dem Werk ein authentisches

Selbstbildnis Berninis (Ausstellungskatalog

Trafalgar- Galleries 1983), während Petrucci 2006 von

dieser Annahme abweicht, jedoch aufgrund der hohen

Qualität den Maler Jaques Courtois (Il Borgognone,

1621 – 1676) ins Feld führt. Unzweifelhaft handelt es

sich nicht um eine Kopie des oben genannten Selbstbildnisses;

vielmehr wird hier die künstlerische Absicht

deutlich, den Dargestellten als Giovanni Lorenzo

Bernini kenntlich zu machen, dies zudem mit den genannten

Attributen. Das Gemälde ist daher zweifellos

von hoher kunstwissenschaftlicher Bedeutung.

Provenienz:

Privatsammlung Surrey, England, 1804 – 1974 (dort

ausgestellt).

Travalgar Galleries London 1974.

Barbara Piasecka Johnson-Collection 1987.

Div. Besitz.

Literatur:

Maurizio Marini, Un contributo a Gianlorenzo Bernini

’al dipingere... molto inclinato’, Arte Viva. Firma Antiquari,

1992, S. 42, Abb. 1.

Francesco Petrucci, L´opera pittorica di Gian Lorenzo

Bernini, in: Maria Grazia Bernardini (Hrsg.), Bernini a

Montecitorio. Ciclo di conferenze nel quarto centenario

della nascita di Gian Lorenzo Bernini, Salerno

2001, S. 91, Nr. 20, als ’Gian Lorenzo Bernini’.

Francesco Petrucci, Bernini Pittore dal disegno al ’maraviglioso

composto’, Rom 2006, S. 377, Nr. 13, unter

„ipotesi attributive, opere dubbie e di incerta attribuzione“.

(1440607) (11)

GIOVANNI LORENZO BERNINI,

1 NALES 10 OME, CICLE O

PORTRAIT OF AN ARCHITECT (BERNINI?)

WITH PAPER AND COMPASS

Oil on canvas, on plate.

76.2 x 61.6 cm.

The architect is depicted in half-length portrait that bears

an unmistakable resemblance to Bernini’s famous

self-portrait from 1623. While the face in the present

painting appears somewhat older, the posture, collar design,

and direct gaze towards the viewer are identical.

These features strongly suggests that the subject is indeed

Bernini, portrayed with attributes reflecting his dual

roles as architect and painter. The painting has been the

subject of scholarly discussion and has been attributed

both to Bernini himself and to other artists. Maurizio

Marini considers it an authentic self-portrait by Bernini

(Trafalgar Galleries exhibition catalogue, 1983), whereas

Petrucci (2006) departs from this view, instead attributing

the work to Jacques Courtois (“Il Borgognone”, 1621

– 1676) citing its exceptional quality. This is clearly not a

copy of the aforementioned self-portrait; rather, the artist’s

intention appears to have been to depict Giovanni

Lorenzo Bernini recognizably, incorporating elements associated

with his identity and oeuvre. As such, the painting

holds significant art-historical value.

Provenance:

Private collection, Surrey, England, 1804 – 1974

(exhibited there).

Trafalgar Galleries, London, 1974.

Barbara Piasecka Johnson-Collection, 1987.

Various subsequent owners.

Literature:

Maurizio Marini, Un contributo a Gianlorenzo Bernini

’al dipingere... molto inclinato’, in: Arte Viva, Firma

Antiquari, 1992, p. 42, ill. 1.

Francesco Petrucci, L’opera pittorica di Gian Lorenzo

Bernini, in: Maria Grazia Bernardini (ed.), Bernini a

Montecitorio. Ciclo di conferenze nel quarto

centenario della nascita di Gian Lorenzo Bernini,

Salerno 2001, p. 91, no. 20, as “Gian Lorenzo Bernini”.

Francesco Petrucci, Bernini Pittore: dal disegno al

’maraviglioso composto’, Rome 2006, p. 377, no. 13,

under “ipotesi attributive, opere dubbie e di incerta

attribuzione”.

€ 30.000 – € 50.000

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43


205

MAESTRO DEL SAMARITANO,

AUCH GENANNT „MAESTRO DELL’ACCADEMIA

DI SAN FERNANDO“

Der Künstler war in den 1620er- und 1630er-Jahren tätig

und gilt als ein Vertreter des flämischen Caravaggismus.

DAS MARTYRIUM DES HEILIGEN SEBASTIAN

Öl auf Leinwand.

118 x 96,5 cm.

In gefasstem profiliertem Rahmen.

Beigegeben eine Expertise von Prof. Pierluigi Carofano,

der das Werk dem genannten Künstler zuweist, 4. April

2025, in Kopie.

Vor abgedunkeltem Fond hebt sich am oberen Bildrand

ein Baumstamm mit einem davon abgehenden Zweig

ab. An diesem wird soeben ein junger Mann festgebunden,

dessen Scham durch ein weißes Tuch bedeckt

ist. Die Schnüre werden von einem jungen und

einem älteren Mann gebunden, wobei der Junge sichtlich

mit seinem Tun ringt. Sein geöffneter Mund wirft

Fragen auf, die der Betrachter zu beantworten sucht.

Das Thema des Martyriums des Sebastian ist in der

Kunstgeschichte äußerst beliebt, die Darstellung des

Heiligen, bevor die Bogenschützen auf den zu Tode

verurteilten schossen allerdings um einiges seltener.

MAESTRO DEL SAMARITANO,

ALSO KNOWN AS “MAESTRO DELL’ACCADEMIA

DI SAN FERNANDO”

The artist active in the 1620s and 1630s, regarded as

Flemish caravaggist.

THE MARTYRDOM OF SAINT SEBASTIAN

Oil on canvas.

118 x 96.5 cm.

Accompanied by an expert’s report by Professor

Pierluigi Carofano, who attributes the work to the

aforementioned artist, Pisa, 4 April 2025, in copy.

Literature:

cf. Gianni Papi, Ancora sul Maestro del Samaritano

in Idem, Un misto di grano e di pula. Scritti su

Caravaggio e l’ambiente caravaggesco, Roma –

Napoli 2020, pp. 133 – 153.

€ 22.000 – € 28.000

INFO | BID

Literatur:

Vgl. Gianni Papi, Ancora sul Maestro del Samaritano

in Idem, Un misto di grano e di pula. Scritti su Caravaggio

e l’ambiente caravaggesco, Rom – Neapel

2020, S. 133 – 153.

(14406511) (13)

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45


206

ELISABETTA SIRANI,

1 OLONA 1 EENA, U

MARIA MIT DEM KINDE

Öl auf Leinwand. Doubliert.

104 x 76 cm.

In ornamental reliefiertem Rahmen.

Beigegeben eine Expertise von Emilio Negro, Bologna,

das Gemälde Elisabetta Sirani zuschreibend, in Kopie.

Vor unbestimmtem abgedunkeltem Fond die leicht

nach links gerichtete Sitzfigur der Mutter Gottes, auf

ihrem Oberschenkel das eine aufstrebende Diagonale

beschreibende Christuskind balancierend. Während es

sich an der Schulter der Mutter zu stützen sucht, gleitet

der Blick Mariens – gleichsam auf den Erlösertod

Christi vorausblickend – an dem Kind vorbei.

ELISABETTA SIRANI,

1 OLONA 1 II, ATTIUTE

THE MADONNA AND CHILD

Oil on canvas. Relined.

104 x 76 cm.

Accompanied by an expert’s report by Emilio Negro,

Bologna, in copy.

Emilio Negro cites several comparative examples and

draws a connection to Elisabetta and Barbara Sirani.

€ 25.000 – € 35.000

INFO | BID

Emilio Negro kommt in seinen Ausführungen, in denen

er mehrere Vergleichsbeispiele nennt, zu dem Schluss,

dass sich ein stilistischer Bogen zu Elisabetta (1638 –

1665) und Barbara Sirani (1641 – 1692) schlagen lässt.

Er sieht in den Figuren von Jesus und Maria die eigenhändige

Arbeit Elisabetta Siranis. Ihre jüngere Schwester

Barbara habe bei den Faltenwürfen unterstützt.

(1451611) (13)

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47


207

SALVATOR ROSA,

11 NEAEL 1 OM, U

Rosa, auch Salvatoriello genannt, zählt zu den eigenwilligsten

Malern seiner Zeit. Selbst auch Dichter und

Schauspieler, verstand er die Wirkung theatralischer

Effekte. Hier gilt er als Gegenspieler etwa des Zeitgenossen

Claude le Lorrain (1600 – 1682), dessen Bilder

klassizistische Ruhe zeigen.

DER HEILIGE ONUPHRIUS

Öl auf Leinwand.

45 x 39,5 cm

In vergoldetem Prunkrahmen.

Prof. Stefano Causa ist zu danken für die Zuschreibung

an Salvator Rosa.

Das Gemälde zeigt eine Episode aus dem Leben des

Heiligen Onuphrius, der um das 4. Jahrhundert als Einsiedler

in der ägyptischen Wüste in völliger Einsamkeit

lebte, nur mit Grasbüscheln bekleidet und unaufhörlich

betete. Er wird hier als reifer bärtiger Mann dargestellt,

sehr schlank und nur mit einem Lendenschurz aus

Blättern bekleidet, wie er durch eine Landschaft geht

und einen langen Rosenkranz in der Hand hält, wohl

als Hinweis auf sein ständiges Beten. Der Gesamtcharakter

des Werkes ist durch schnelle Striche und eine

kräftige Betonung gekennzeichnet, sowie durch ein

intensives Hell-Dunkel, typisch für Salvator Rosa und

seine Werkstatt.

(1451252) (18)

SALVATOR ROSA,

11 NALES 1 OME, ATTIUTE

SAINT ONUPHRIUS

Oil on canvas.

45 x 39.5 cm

We would like to thank Professor Stefano Causa for attributing

the work to Salvator Rosa.

The overall impression is characterized by rapid brushstrokes,

dramatic emphasis, and a pronounced chiaroscuro

– features typical of Rosa and his workshop.

€ 8.000 – € 10.000

INFO | BID

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208

LUCA GIORDANO,

GENANNT „LUCA FA PRESTO“,

14 NEAEL 10 EENA

Der vor allem für seine Fresken berühmte Maler war

Sohn eines Kunsthändlers aus Apulien, der sich ebenfalls

der Malerei widmete. So erhielt er seinen ersten

Unterricht bei seinem Vater, wobei allgemein angenommen

wird, dass er ein Schüler des Jusepe de Ribera

(1588/91 – 1652) war. Etliche seiner Werke lassen auch

dessen Einfluss erkennen, und das enorm umfangreiche

Werk Giordanos zeigt, dass er sämtliche Stilvarianten

seiner Zeit beherrschte. Auch die Themenbreite in seinem

Werk – in sämtlichen Bereichen der Historienmalerei,

religiöse Darstellungen, aber auch mythologische

Szenen – zeigt Einflüsse zunächst der Caravaggisten,

später aber auch der Maler Pietro da Cortona (1596 –

1669), Mattia Preti (1613 – 1699) oder Peter Paul Rubens

(1577 – 1640). Im Bildaufbau mancher seiner Werke sind

auch die venezianischen Meister wie Paolo Veronese

(1528 – 1588), Tiziano Vecellio (1485/89 – 1576) oder Domenico

Robusti Tintoretto (1560 – 1635) spürbar. Alsbald

wurde er durch zahllose Aufträge geehrt, um die italienischen

Paläste mit Fresken und Ölbildern auszustatten.

In flotter, schneller Malweise geübt, war er in der Lage,

mehr Werke zu schaffen als seine Kollegen. 1690 wurde

er nach Spanien berufen, wo er unter Karl II 13 Jahre tätig

war und zum Ritter ernannt wurde. In dieser Zeit entstanden

seine besten Arbeiten in der Kirche San Lorenzo

in Escorial.

DAS WUNDER DES HEILIGEN ANTONIUS VON PADUA

Öl auf Leinwand. Doubliert.

50,5 x 51 cm.

In Prunkrahmen.

Beigegeben eine Expertise von Prof. Nicola Spinosa,

Neapel, 16. Mai 2025, in Kopie.

Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um eine Ölskizze,

laut Prof. Spinosa, für einen Teil der Freskendekoration

der Szenen mit den Geschichten der Wunder des

Heiligen Antonius von Padua in der Kirche San Antonio

de los Alemanes oder de los Portugueses in Madrid, die

der Künstler während seiner Dienstzeit am Hof von

1692 bis 1702 schuf. Der Heilige Antonius wird im Habit

eines Franziskaners dargestellt, also in einem braunen

Gewand mit Kapuze und einem Gürtel um die Hüfte.

Mit seinem Kopf, der von einem Nimbus umgeben ist,

und seinen Augen wendet er sich nach oben zum Himmel

und bittet Gott um Heilung des vor ihm knienden

blinden Mannes. Dieser nimmt gerade das Tuch von seinen

Augen als Zeichen der Heilung, worüber die umstehenden

Figuren erstaunt sind. Die Skizze weist mehrere

Variationen im Vergleich zum Fresco mit demselben

Thema auf. Laut Spinosa ist der summarische Stil der

Bildebene typisch für Skizzen Giordanos.

Provenienz:

Laut rückseitigem Etikett aus der bedeutenden Londoner

Sammlung von Bernard Sunley (1910 – 1964).

Literatur:

Vgl. Oreste Ferrari und Giuseppe Scavizzi, Luca Giordano.

L’opera completa, Neapel 1997, Bd. 2, S. 217,

Nr. 650, 658, 659 & 660. (1451251) (18)

LUCA GIORDANO,

ALSO KNOWN AS “LUCA FA PRESTO”,

14 NALES 10 II

THE MIRACLE OF SAINT ANTHONY OF PADUA

Oil on canvas. Relined.

50.5 x 51 cm.

Accompanied by an expert’s report by Professor Nicola

Spinosa, Naples, 16 May 2025, in copy.

According to Professor Spinosa, the present work is an

oil sketch for part of the fresco decoration depicting

the miracles of Saint Anthony of Padua in the church of

San Antonio de los Alemanes o de los Portugueses,

Madrid, executed during Giordano’s service at the

Spanish court between 1692 and 1702. The sketch presents

several variations from the corresponding fresco.

According to Spinosa, the loose, summarised style

of the pictorial surface is characteristic of Giordano’s

preparatory sketches.

Provenance:

According to the label on the reverse, from the

important London collection of Bernard Sunley

(1910 – 1964).

Literature:

cf. Oreste Ferrari and Giuseppe Scavizzi, Luca

Giordano. Catalogo delle opere, Naples 1997,

vol. 2, p. 217, nos. 650, 658, 659 & 660.

€ 20.000 – € 40.000

INFO | BID

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49


209

BERNARDO CAVALLINO,

1122 NEAEL 14 EENA,

WERKSTATT DES

JUDITH MIT DEM HAUPT DES HOLOFERNES

Monogramm „B.C.“ auf dem Schwertgriff.

Öl auf Leinwand. Doubliert.

120 x 94 cm.

In breitem ebonisiertem Rahmen.

Unter einem grünen Velum steht Judith, nach vorn gebeugt

und den Betrachter anblickend, mit ihrer einen

Hand ein Schwert haltend, mit der anderen ein weißes

Tuch über einen Kopf legend, der fahl auf eine Tischplatte

gelegt worden ist. Die Tötung des Holofernes

wird im Buch Judith im Alten Testament berichtet.

Nach etlichem Brandschatzen und Morden im gesamten

Vorderen Orient, gelangt Holofernes nach Betulia,

wo es Judith gelingt, ihn und sein Gefolge in ein Gelage

zu verwickeln. Sie und ihre Magd nutzen seine Trunkenheit

aus und enthaupten ihn. Der Künstler, über

den lange nur wenig bekannt war, wurde erst durch

die nachfolgend zitierte Publikation von Nicola Spinosa

wieder ins Licht gerückt. Man vermutet, dass er möglicherweise

Schüler von lokalen Malern wie Massimo

Stanzione (1585 – 1656) war, jedenfalls von Michelangelo

Merisi Caravaggio (1570/71 – 1610) und dessen

Hell-Dunkel-Malerei stark beeinflusst.

BERNARDO CAVALLINO

1122 NALES 14 II,

WOSHO O

JUDITH WITH THE HEAD OF HOLOFERNES

Oil on canvas. Relined.

120 x 94 cm.

Provenance:

Private collection, Barcelona.

Notes:

Further versions of the painting are held in the

Nationalmuseum Stockholm as well as in the

collection Harrach, Wien.

Literature:

cf. Nicola Spinosa, Grazia e tenerezza in posa –

Bernardo Cavallino e il suo tempo (1616 – 1656),

Rome 2014.

€ 25.000 – € 35.000

INFO | BID

Provenienz:

Privatsammlung Barcelona.

Anmerkungen:

Weitere Versionen des Gemäldes finden sich im

Nationalmuseum Stockholm sowie in der Sammlung

Harrach, Wien.

Literatur:

Vgl. Nicola Spinosa, Grazia e tenerezza ’in posa’.

Bernardo Cavallino e il suo tempo (1616 – 1656),

Rom 2013. (1450731) (2) (13)

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51


1

MATEO GALLARDO,

UM 100 1, U

JAËL UND SISERA

Öl auf Leinwand. Doubliert.

145,7 x 162,5 cm.

Links mittig bezeichnet „IAHEL“.

In ornamental reliefiertem vergoldetem Rahmen.

In einem Innenraum, der nach links hin zu einer Flusslandschaft

geöffnet ist, spielt die biblische Szene. In

der Zeit der Richter wurde Israel von den Kanaanitern

unterdrückt, deren Heerführer Sisera große Angst verbreitete.

Als der israelitische Heerführer Barak auf Geheiß

der Prophetin Debora gegen Sisera kämpfte, wurde

dessen Heer besiegt. Sisera floh zu Fuß und suchte

Zuflucht im Zelt von Jaël, der Frau des Keniters Heber.

Obwohl ihr Volk mit den Kanaanitern verbündet war,

erschlug Jaël den geflohenen Sisera heimlich im Schlaf,

indem sie ihm einen Zeltpflock durch die Schläfe trieb,

der hier gut zu erkennen ist. Ihre mutige Tat führte zum

endgültigen Sieg Israels über die Kanaaniter und wird

in Deboras Siegeslied gepriesen.

Provenienz:

Sammlung Forum Filatélico, Madrid.

Sotheby’s London, 29. April 2015, Lot 570.

Privatsammlung Madrid.

Isbilya, Sevilla, 5.- 6. April 2016.

Auktion Alcala Subastas Madrid, 30. November –

1. Dezember 2016, Lot 2032.

Subastas Segre, Madrid, 13. Dezember 2022, Lot 89.

Privatsammlung Spanien.

Literatur:

Diego Angulo Iñiguez und Alfonso Pérez Sánchez,

Historia de la pintura española. Escuela madrileña del

segundo tercio del siglo XVII, Madrid 1983 (Erstausgabe

1969), S. 67.

Vgl. Mónica Ann Walker Vadillo, La presentación o

dedicación de manuscritos en la miniatura, in: Revista

Digital de Iconografía Medieval, Bd. 6, Nr. 11, 2014,

S. 53 – 64. (1440282) (13)

MATEO GALLARDO,

CA 10 1, ATTIUTE

JAEL AND SISERA

Oil on canvas. Relined.

145.7 x 162.5 cm

Inscribed “IAHEL” at centre left.

Provenance:

Collection Forum Filatélico, Madrid.

Sotheby’s London, 29 April 2015, lot 570.

Private collection, Madrid.

Isbilya Seville, 5 – 6 April 2016.

Alcalá Subastas Madrid, 30 November – 1 December

2016, lot 2032.

Subastas Segre Madrid, 13 December 2022, lot 89.

Private collection, Spain.

Literature:

Diego Angulo Iñiguez, Alfonso Pérez Sánchez,

Historia de la pintura española. Escuela madrileña del

segundo tercio del siglo XVII, Madrid 1983, p. 67.

cf. Mónica Ann Walker Vadillo, La presentación o dedicación

de manuscritos en la miniatura, in: Revista

Digital de Iconografía Medieval, vol. 6, no. 11,

pp. 53 – 64.

€ 15.000 – € 20.000

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11

EMILIANISCHE SCHULE ES 1 AHHUNETS

VENUS MIT CUPIDO UND KONZERTIERENDEN

FIGUREN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

93,2 x 126,2 cm.

In teilmarmoriertem Rahmen.

Vor einem grünen Ehrentuch liegt auf einer Kline Venus,

die von Amor liebkost wird. Vor ihr ein bocksbeiniger

Rundtisch auf dem gerade angerichtet wird. Im rechten

Hintergrund vor einer Landschaft und einem vorspringenden

Gebäudekomplex mit Dreiecksgiebel vier musizierende

Männer in Toga.

EMILIAN SCHOOL, 1TH CENTU

VENUS, CUPID, AND FIGURES GIVING A CONCERT

Oil on canvas. Relined.

93.2 x 126.2 cm.

Provenance:

Auction Bonhams, 27 April 2016, lot 70.

€ 18.000 – € 25.000

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Provenienz:

Auktion Bonhams, 27. April 2016, Lot 70. (1450207) (13)

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53


1

SALVATOR ROSA,

11 NEAEL 1 OM, WESTATT ES

JEREMIA WIRD AUS DER GRUBE GEZOGEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

163 x 122 cm.

In teilebonisiertem Rahmen.

Die Szene zeigt einen dramatischen Moment aus dem

Alten Testament (Jer 38,6–13). Der Prophet Jeremia

war wegen seiner unbequemen Botschaften in eine

Zisterne geworfen worden – eine dunkle, schlammige

Grube ohne Wasser, in der er dem Tod geweiht war.

Auf Bitten des Kämmerers Ebed-Melech gestattete

König Zedekia schließlich seine Rettung. Dieses Motiv

war in der Kunst der frühen Neuzeit besonders beliebt,

da es für Glaubensfestigkeit, göttliche Fügung und

Hoffnung in der Bedrängnis steht.

Anmerkung:

Nach dem Werk von Salvator Rosa aus dem Jahr

1622 mit den Maßen 268 x 178 cm, das sich unter

der Inv.Nr. PE 84 in der Sammlung des Musée Condé

in Chantilly befindet.

Literatur:

Zu dem Werk von Salvator Rosa siehe Caterina Volpi,

Salvator Rosa (1615 – 1673). Pittore famoso, Rom

2014, S. 321, Abb. 262 und Kat.Nr. 250, S. 546.

(14502011) (13)

€ 8.000 – € 12.000

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1

LUCIANO BORZONE,

10 ENUA 14 EENA

SUSANNA UND DIE BEIDEN ALTEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

112 x 142 cm.

Gezeigt ist die Szene, in der Susanne im Bad von den

beiden Alten bedrängt wird. Um sie verführen zu können,

drohen diese mit Erpressung, gegenseitig Zeugen

dafür zu sein, dass Susanna eingewilligt hätte.

Erst der Prophet Daniel als Richter bewies ihre Unschuld

durch getrennte Befragung der Alten. Somit gilt

die Legende – neben dem „Salomonischen Urteil“ –

als historisches Zeugnis der frühen antiken Wahrheitsfindung

und Rechtsgeschichte. Werke, die gesichert

Borzone zugeordnet werden können, sind in der Kirche

San Francesco di Paola in Genua zu finden, wo sich ein

von ihm signiertes Altarbild befindet.

Literatur:

Anna Manzitti, Luciano Borzone 1590 – 1645, Genua

2015, S. 99, Abb. 15.

Franco Renzo Pesenti, La pittura in Liguria. Artisti del

primo Seicento, Genua 1986, S. 68, Abb. 49.

Anna Manzitti (Hrsg.), Luciano Borzone. Pittore vivacissimo

nella Genova di primo Seicento, Ausst.-Kat.,

Genua 2015, S. 32 und 33, Abb. 8.

Ausstellungen:

Luciano Borzone. Pittore vivacissimo nella Genova di

primo Seicento, Palazzo Lomellino in Strada Nuova,

Genua, 18. Dezember 2015 – 28. Februar 2016, kuratiert

von Anna Manzitti. (1450792) (3) (13)

LUCIANO BORZONE,

10 ENOA 14 II

SUSANNA AND THE TWO ELDERS

Oil on canvas. Relined.

112 x 142 cm.

Literature:

Anna Manzitti, Luciano Borzone 1590 – 1645, Genoa

2015, p. 99, ill. 15.

Franco Renzo Pesenti, La pittura in Liguria. Artisti del

primo Seicento, Genoa 1986, p. 68, ill. 49.

Anna Manzitti (ed.), Luciano Borzone. Pittore

vivacissimo nella Genova di primo Seicento,

exhibition catalogue, Genoa 2015, pp. 32 – 33, ill. 8.

Exhibitions:

Luciano Borzone. Pittore vivacissimo nella Genova di

primo Seicento, Palazzo Lomellino in Strada Nuova,

Genoa, 18 December 2015 – 28 February 2016, curated

by Anna Manzitti.

€ 23.000 – € 25.000

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1 ENTFÄLLT

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55


15

PAOLO DE MATTEIS,

12 IANO EL CILENTO 12 NEAEL

Der Maler war Schüler von Luca Giordano (1632/34 –

1705), nahm aber auch Einflüsse von Veronese (1528

– 1588) auf und stand in Kontakt mit Massimo Stanzione

(1585 – 1656). Noch vor 1683 unternahm er mehrere

Reisen, arbeitet dabei in Süditalien und Rom, wo er

sich von Carlo Marattas (1625 – 1713) Werken beeinflussen

ließ. Seine Entwicklung hin zum Stil des Barocks,

wie wir ihn von Amigone kennen, ließ ihn zu

einem Gegenspieler Francesco Solimenas (1657 –

1747) werden. 1683 zog er nach Neapel, wo er bis

1697 wirkte und Fresken für die Kirchen Santa Maria

degli Angeli und San Fernando schuf. Von 1702 bis

1705 war de Matteis Hofmaler in Paris und übernahm

dort den eleganten und verfeinerten Stil der französischen

Malerei. Zurück in Neapel, nach den spanischen

Erbfolgekriegen und unter Habsburger Herrschaft,

wurde er mit Aufträgen überhäuft. Seine Malerei wurde

mehr und mehr von einem akademischen Geist erfüllt,

wie wir in dem Gemälde „Herkules auf dem

Scheideweg“ von 1712, im Ashmolean Museum, Oxford,

sehen können.

STUDIE EINES MANNES

Öl auf Leinwand. Doubliert.

127 x 100 cm.

In breitem reliefverziertem Rahmen.

Beigegeben ein Gutachten von Prof. Stefano Causa,

25. Juni 2025, in Kopie.

In einer höhlenähnlichen Konstruktion das Dreiviertelbildnis

eines unbekleideten Mannes mit grauem Bart

und in breiten Strähnen liegendem Haar, seine rechte

Hand am Brustkorb liegend, die andere hinter dem

Rücken gekehrt. Unverkennbar ist die Ähnlichkeit, die

das hier angebotene Gemälde mit der Neptunstatue

des Giambologna in Florenz – freilich im seitenverkehrten

Sinn – aufweist, wenngleich sie zeitlich versetzt

und an verschiedenen Orten entstanden sind. In seinem

Gutachten nennt Causa zahlreiche Vergleichsbeispiele,

die das Gemälde im Ouevre de Matteis festigen

– so ein Triumph des Neptun im Palazzo Medici

Riccardi in Florenz von Luca Giordano, ein Apoll und

Daphne aus einer Privatsammlung und ein Deckengemälde

Paolo de Matteis in Neapel.

Literatur:

Vgl. Evonne Levy, Paolo De Matteis, 1662 – 1728,

in: A Taste for Angels. Neapolitan Painting in North

America 1650 – 1750, New Haven, 1987, S. 215 – 249.

Vgl. Paola Santucci, Paolo De Matteis, in: „Dizionario

biografico degli italiani, 38, 1990.

Vgl. Livio Pestilli, Paolo de Matteis: Neapolitan

Painting and Cultural History in Baroque Europe,

Rom, 2013, S. 358.

Vgl. Ugo Di Furia, Paolo De Matteis dimenticato,

in: Ricerche sull’arte a Napoli in età moderna. Saggi

e documenti 2019, Neapel 2019, S. 156 – 202.

(1450811) (3) (13)

PAOLO DE MATTEIS,

12 IANO EL CILENTO 12 NALES

STUDY OF A MAN

Oil on canvas. Relined.

127 x 100 cm.

Accompanied by an expert’s report by Professor Stefano

Causa, dated 25 June 2025, in copy.

The similarity of the present painting to Giambologna’s

statue of Neptune in Florence – albeit in reverse – is

unmistakable, even though they worked at different

times and in different places. In his report, Causa cites

numerous comparative examples that cement the

painting in de Matteis’ oeuvre – such as a Triumph of

Neptune in the Palazzo Medici Riccardi in Florence by

Luca Giordano, an Apollo and Daphne, from a private

collection, and a ceiling painting by Paolo de Mattei in

Naples.

Literature:

cf. Evonne Levy, Paolo De Matteis, 1662 – 1728, in:

A Taste for Angels. Neapolitan Painting in North

America 1650 – 1750, New Haven 1987, pp. 215 – 249.

cf. Paola Santucci, Paolo De Matteis, in: Dizionario

Biografico degli italiani, vol. 38, 1990.

cf. Livio Pestilli, Paolo de Matteis: Neapolitan Painting

and Cultural History in Baroque Europe, Rome 2013,

p. 358.

cf. Ugo Di Furia, Paolo De Matteis dimenticato,

in: Ricerche sull’arte a Napoli in età moderna. Saggi

e documenti 2019, Naples 2019, pp. 156 – 202.

€ 20.000 – € 30.000

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1

FRANCESCO PACECCO DE ROSA,

AUCH „GIOVAN FRANCESCO DE ROSA“,

10 NEAEL 1 EENA

LOT UND SEINE TÖCHTER

Öl auf Leinwand. Doubliert.

174 x 220 cm.

Ungerahmt.

Beigegeben ein Gutachten von Prof. Nicola Spinosa,

Neapel, 21. März 2005, in Kopie.

Um dem Gottesgericht über die Stadt Sodom zu entfliehen,

wird Lot mit seiner Familie vor die Stadt geführt.

Er und seine Töchter fliehen in die Berge, wie auf

dem Gemälde anhand einer Felskonstruktion zu erkennen

ist. Aus Angst der beiden Töchter, dass kein Mann

im Lande sei, der ihnen Nachkommen geben könne,

machen sie ihren Vater betrunken, um mit ihm zu

schlafen. Unterhalb eines Berges ist hier der trunkene

Lot zu sehen, eine Tochter auf dem Schoß haltend,

während die andere ein teilvergoldetes Prunkgefäß

hält, um Wein nachzuschenken (Gen 19,30 – 38).

In seinem Gutachten stellt Spinosa fest, dass das vorliegende

Werk von Pacecco nach 1640 entstanden ist,

vergleichbar in Form, Farbe und Ausdruck mit den Gemälden

„Diana und Actaion“ im Palazzo Reale in Neapel

oder auch mit einem Werk in Molinari Pradelli a

Marano di Castenaso nahe Bologna. Der Neapolitaner

lernte bei Massimo Stanzione (1585 – 1656) und gilt

heute als einer seiner interessantesten und originellsten

Schüler. Weitere Einflüsse nahm er durch die

Anschauung der Werke von Ribera (1588/91 – 1652),

Guido Reni (1575 – 1642) und dem allgemeinen Caravaggismus

der Zeit in sich auf.

Literatur:

Vgl. Lilia Rocco, in: Civiltà del Seicento a Napoli,

Ausst.-Kat., Neapel 1984, Bd. 1, S. 130 – 131.

Vgl. Riccardo Lattuada, De Rosa, Giovan Francesco,

detto Pacecco, in: Dizionario Biografico degli Italiani,

Bd. 39, Rom 1991.

Vgl. Vincenzo Pacelli, Giovan Francesco de Rosa detto

Pacecco de Rosa 1607 – 1656, Neapel 2008.

(1451262) (13)

FRANCESCO PACECCO DE ROSA,

ALSO KNOWN AS “GIOVAN FRANCESCO DE ROSA”,

10 NALES 1 II

LOT AND HIS DAUGHTERS

Oil on canvas. Relined.

174 x 220 cm.

Accompanied by an expert’s report by Professor Nicola

Spinosa, Naples, dated 21 March 2005, in copy.

In his report, Professor Spinosa dates the present

work to after 1640, identifying it as by Pacecco de

Rosa. He notes that it is comparable in composition,

colour, and expression to the paintings Diana and Actaeon

in the Palazzo Reale in Naples or to a work in

Molinari Pradelli a Marano di Castenaso near Bologna.

Literature:

cf. Lilia Rocco, in: Civiltà del Seicento a Napoli,

exhibition catalogue, Naples 1984, vol. 1, pp. 130 – 131.

cf. Riccardo Lattuada, De Rosa, Giovan Francesco,

detto Pacecco, in: Dizionario Biografico degli Italiani,

vol. 39, Rome 1991.

cf. Vincenzo Pacelli, Giovan Francesco de Rosa detto

Pacecco de Rosa 1607 – 1656, Naples 2008.

€ 16.000 – € 18.000

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57


17

ANDRIES DANIELS,

UM 10 140, U

PRÄCHTIGER BLUMENKRANZ MIT DER HEILIGEN

FAMILIE MIT JOHANNES UND ELISABETH, SOWIE

INSEKTEN, FRÜCHTEN UND GARNELEN

Öl auf Holz. Parkettiert.

104 x 72,5 cm.

In ornamental verziertem Rahmen.

Vor abgedunkeltem Fond ein hochovaler üppiger Blumenkranz

mit Kaiserkrone, Schneeball, Tulpen, Lilien,

Rosen, Kornblumen, Studentenblumen, Vergissmeinnicht

und weiteren Blüten, in stark raumgreifender

Weise angeordnet. Das prächtige Leben des Kranzes

wird durch sich in Bewegung befindliche Insekten belebt

– wie einer Libelle oben links, eine auf dem

Schneeball sitzende Schlupfwespe sowie ein Schmetterling,

der im Begriff ist, den Blumenkranz fliegend zu

verlassen. Der Schmetterling steht für Auferstehung

und Erlösung, während die anfliegende Libelle oben

links als Hinweis auf den nahenden Tod Christi gelesen

werden kann. Innerhalb des Blütenkranzes ein außergewöhnliches

Motiv, das aus keinem vergleichbaren

Bild des 17. Jahrhunderts bekannt ist: ein hochovaler

zweiter Ring mit Früchten und Garnelen. Auf einem

mittelgrauen Fond sind Trauben, Pflaumen, Birnen,

Pfirsiche, Zitrusfrüchte, Himbeeren, Erdbeeren, Rettiche

und Garnelen drapiert, ebenso eine rechts platzierte

Schnecke mit ihrem Schneckenhaus an einem Johannisbeerzweig.

Das starkfarbige Ensemble wirkt auf

den ersten Blick besonders frisch, doch beim genauen

Hinsehen der Vanitas-Gedanke auch hier offenbar:

mehrere Früchte zeigen bereits Spuren von Fäulnis –

ein Hinweis auf die Vergänglichkeit des Irdischen. Im

Zentrum befindet sich nun die figürliche Darstellung

der sitzenden Muttergottes, auf ihrem Schoß das liegende

Jesuskind. Rechts neben ihr, hinter einem

Fruchtteller, Josef; links Elisabeth, ihre Hand auf die

Schulter des Johannes legend. Dieser trägt den Kreuzstab

und ein Schriftband mit der Aufschrift Ecce Agnus

Dei, zu seinen Füßen das bildnishafte Lamm, das unter

dem Jesuskind platziert ist. Zwischen Johannes

und Jesus erscheint die Taube als als Symbol des Heiligen

Geistes.

Blumengirlanden mit christlichen Motiven waren in der

flämischen Malerei des 17. Jahrhunderts beliebt. Als

Autor dieses prachtvollen Motiv wird Andries Daniels

angenommen – einer der frühesten Nachfolger des

Jan Brueghel d. Ä. (1568 – 1625), der diese Bildform

einführte. Ein vergleichbares Gemälde mit einer Heiligen

Familie in einer Blumengirlande wird unter Inv.Nr.

GK 56 in der Gemäldegalerie Alte Meister in Kassel

aufgewahrt.

Provenienz:

Aus französischer Kunstsammlung.

Anmerkung:

Auf der Rückseite der vorliegenden Tafel befinden

sich vier Brandstempel: Ab 1617 mussten die Antwerpener

Tafelmacher ihre fertiggestellten Tafeln dem

Dekan oder dem sogenannten „Keurmeester“ zur

Begutachtung vorlegen. Zu diesem Zweck waren die

Tafeln bereits zuvor von Meister mit seinem Monogramm

oder Hauszeichen zu versehen. Während fehlerhafte

Tafeln zerbrochen wurden, erhielten genehmigte

Tafeln drei weitere Brandzeichen: zwei Hände

und ein Schloss. Ein Gemälde aus Daniels’ „Hand mit

Maria mit dem Kind und Engeln“ wird im Stadthuis in

Geraardsbergen aufbewahrt.

Literatur:

Vgl. Bernhard Schnackenburg, Gesamtkatalog Gemäldegalerie

Alte Meister, Staatliche Museen Kassel,

Bd. 2, Mainz 1996, S. 101, 120, dort das Kasseler Bild.

Vgl. Justus Lange, Julia Carrasco, Kunst und Illusion.

Das Spiel mit dem Betrachter, Petersberg 2016, S. 136,

Kat.Nr. 45, dort das Kasseler Bild.

(14511111) (13)

€ 8.000 – € 12.000

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59


1

LMISCHE SCHULE ES 1 AHHUNETS

MOSES ERRICHTET DIE EHERNE

SCHLANGE IN DER WÜSTE SINAI

Öl auf Nussholzplatte.

63,5 x 96 cm.

Verso alter Klebezettel einer Museumsausstellung

in Dublin.

Ungerahmt.

Großformatiges Tafelbild. Äußerst vielfigürliche Darstellung

der biblischen Legende, nach der Moses anlässlich

einer Schlangenplage eine eherne Schlange

errichten ließ. Der Legende nach waren alle von

Schlangenbissen geheilt, die auf die eherne Schlange

geblickt hatten. Moses ist in rotem Umhang im Zentrum

der Darstellung zu sehen, in Begleitung seines

Bruders Aaron mit der Kopfbedeckung des Hohepriesters.

Links im Hintergrund die Zeltstadt. Die Hauptfiguren

umgeben von zahlreichen Personengruppen,

zum Teil unbekleidet, von den Schlangenbissen betroffen,

rechts hinten eine um Hilfe flehende Menschengruppe.

Das Gemälde ganz im flämischen Manierismus

ausgeführt, dementsprechend auch die zum Teil

gedrehten Körperdarstellungen sowie der Kontrast

zwischen blassfarbigem Inkarnat und aufleuchtenden

Farben in den Gewändern.

(1451465) (11)

LEMISH SCHOOL, 1TH CENTU

MOSES AND THE BRAZEN SERPENT

IN THE SINAI DESERT

Oil on walnut panel.

63.5 x 96 cm.

Old adhesive label of a museum exhibition

in Dublin on the reverse.

Unframed.

Large-format panel painting with multi-figured

depiction.

€ 18.000 – € 26.000

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1

ABRAHAM JANSSENS,

1 ANTWEEN 12 EENA, U

Abraham Janssens war ein Schüler von Jan Snellinck.

Um die Jahrhundertwende verweilte er in Rom, bereits

1602 erscheint er jedoch wieder in den Büchern der

Lukasgilde von Antwerpen, zu deren Dekan er 1607

wurde. Janssen war in erster Linie Historienmaler und

widmete sich vor allem religiösen Themen, Allegorien

und mythologischen Darstellungen großen Formats.

Seine Werke spiegeln gekonnt die Einflüsse des „italianisierten

Klassizismus“ der Antwerpener Schule der

ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wider. Anfangs übten

seine Arbeiten einen gewissen Einfluss auf den jungen

Rubens aus, bevor dieser zur dominierenden Figur der

flämischen Malerei wurde und wiederum auch Janssens

stark beeindruckte. Aus Janssens Atelier gingen

zahlreiche hervorragende Künstler hervor, darunter Michele

Desubleo, Nicolas Régnier, Gerard Seghers und

Theodor Rombouts.

ECCE HOMO

Öl auf Leinwand.

138 x 105 cm.

Ungerahmt.

Mit dem Hinweis „Ecce Homo“ stellt der römische

Stadthalter Pontius Pilatus, gemäß dem Johannesevangelium,

den mit einer Dornenkrone gekrönten Jesus

von Nazareth vor. Hinter einer Steinbrüstung steht

Christus, leicht nach links gewandt, mit dem Spottzepter,

Dornenkrone und rotem Umhang sowie gefesselten

Händen, umringt von Schergen.

Anmerkung:

Abraham Janssens war ein Schüler von Jan Snellinck.

Um die Jahrhundertwende verweilte er in Rom, 1602

erscheint er jedoch bereits wieder in den Büchern der

Lukasgilde von Antwerpen, zu deren Dekan er 1607

wurde. Er war eigentlich Historienmaler und beschäftigte

sich hauptsächlich mit religiösen Themen, Allegorien

und mythologischen Darstellungen großen

Formats. Seine Werke spiegeln gekonnt die Einflüsse

des „italianisierten Klassizismus“ der Antwerpener

Schule der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wieder.

Seine Werke hatten anfänglich einen gewissen Einfluss

auf den jungen Rubens, bevor dieser zur dominantesten

Figur der flämischen Malerei wurde und

auch Janssens schwer beeindruckte. Aus Janssens

Atelier gingen viele hervorragende Künstler hervor,

darunter Michele Desubleo, Nicholas Regnier, Gerard

Seghers und Theodor Rombouts. (14504516) (13)

ABRAHAM JANSSENS,

1 ANTWE 12 II, ATTIUTE

ECCE HOMO

Oil on canvas.

138 x 105 cm.

€ 30.000 – € 50.000

(†)

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61


220

FRANS FRANCKEN II,

11 ANTWEEN 142 EENA

CHRISTUS UNTER DEN SCHRIFTGELEHRTEN

Öl auf Holz. Parkettiert.

70 x 55 cm.

Rechts unten signiert „Do.. ffra..k.“.

In dekorativem Rahmen.

Das Ereignis aus dem Leben Jesu Christi wird beschrieben

im Lukasevangelium (Lk 2,41 ff). Der zwölfjährige

Jesus war mit seinen Eltern zum Paschafest nach Jerusalem

gepilgert. Als sie ihn schließlich vermissen, finden

sie Jesus im Tempel, wo er mitten unter den Schriftgelehrten

sitzt, ihnen zuhört, Fragen stellt und alle mit seinem

Verständnis in Erstaunen versetzt. Auf dem Gemälde

ist Jesus unter einem großen Baldachin mit einem

aufgeschlagenen Buch sitzend zu sehen. Er blickt nach

rechts zu Maria und Josef, die ihn jetzt wiedergefunden

haben. Um ihn herum und im Bereich des unteren Treppenabsatzes

zahlreiche, teils edel gekleidete Schriftgelehrte,

einige von ihnen wertvolle alte Bücher haltend,

sowie Jesus voller Interesse betrachtend und zuhörend.

Qualitätvolle Malerei mit besonderer Herausarbeitung

der Physiognomie einzelner Figuren, darunter der Mann

im Vordergrund in rotem Mantel mit pelzverbrämtem Kragen,

der als einziger aus dem Gemälde herausschaut.

(1451535) (1) (18)

FRANS FRANCKEN II,

11 ANTWE 142 II

CHRIST AMONG THE SCRIBES

Oil on panel. Parquetted.

70 x 55 cm.

Signed “Do.. ffra..k.” lower right.

€ 10.000 – € 12.000

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1

LMISCHE MALE ES 1 AHHUNETS

DER TRIUMPHIERENDE CHRISTUS

Öl auf Kupferplatte.

58 x 44 cm.

In schwarzem Flammleistenrahmen.

Im Zentrum des Gemäldes steht der auferstandene stehende

Christus mit erkennbaren Stigmata auf der Erdkugel,

der ein großes Kreuz hält. Er wird als Triumphierender

dargestellt, der über die Welt herrscht und das

Böse – in Form einer Schlange, die sich um die Erdkugel

windet – besiegt hat. Das von ihm gehaltene Kreuz verweist

auf seine Passion und die Erlösung. Das Geschehen

findet auf einer Art Terrasse statt, mit Säulen am

rechten Bildrand und einer Brüstung unter wolkenlosem

blauem Himmel im Hintergrund. Christus wird

umgeben von einer Vielzahl von Figuren, die überrascht

und teils ungläubig auf ihn blicken. Zu diesen gehört am

unteren linken Bildrand auch Maria Magdalena, die ihr

attributiv zugeordnetes Salbgefäß am Boden abgestellt

hat, sowie rechts der Apostel Petrus mit einem Schlüssel

in der Hand. Qualitätvolle Malerei mit bekanntem

Motiv in der flämischen Malerei des 17. Jahrhunderts.

(14512010) (18)

€ 3.000 – € 4.000

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222

LORENZO DE NETER,

TTI ESTE HLTE ES 1 AHHUNETS

DER HEILIGE SEBASTIAN UMSORGT VON ENGELN

Öl auf Holz.

40,5 x 32,5 cm.

Rechts unten monogrammiert in Ligatur und datiert

„LDN fe.ft 1637“.

Der Überlieferung zufolge hatte sich Sebastian als

Hauptmann am kaiserlichen Hof öffentlich zum Christentum

bekannt, woraufhin er zum Tode verurteilt wurde

und man ihn von Bogenschützen erschießen ließ.

Die Darstellung zeigt den Heiligen, nur mit einem Lendenschurz

bekleidet, an einem Baum mit Seilen gebunden,

die Hände dabei noch hinter dem Rücken gefesselt

und von Pfeilen getroffen. Umgeben ist er von

drei Engeln: Einer löst seine Fesseln um die Unterbeine,

auf den Sebastian hinabblickt, die beiden anderen

entfernen die Pfeile aus seinem Oberschenkel und aus

seiner Brustseite. Ein weiterer Engel ist im bewölkten

Himmel heranfliegend zu sehen, dabei in seiner ausgestreckten

rechten Hand einen Lorbeerkranz haltend.

Links des Baumes Blick in eine weite Landschaft mit

Gebäuden vor abendlichem Himmel. Erzählerische

Darstellung mit meist raschem bewegtem Pinselstrich,

wobei der Heilige durch sein fahles Inkarnat und

den weißen Lendenschurz gegenüber der dunkleren

Umgebung besonders hervorgehoben wird.

(14512012) (18)

€ 8.000 – € 10.000

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223

PHILIPS DE MARLIER,

CA 100 CA 1, U

DIE MYSTISCHE VERMÄHLUNG DER HEILIGEN

KATHARINA IN EINEM BLUMENKRANZ

Öl auf Kupferplatte.

54,8 x 68,8 cm.

Für die Zuschreibung an Philips de Marlier ist Dr. Fred

G. Meijer zu danken.

In einer grauen Steinkartusche in einem Queroval: Die

sitzende Maria in rot-blauem Gewand mit dem Jesusknaben

auf dem Schoß, der zur mystischen Vermählung

der vor ihm knienden Katharina mit goldener Krone

einen Ring auf den Finger steckt; rechts hinter ihnen

stehend Josef, während nach links der Bick in eine

weite Landschaft mit untergehendem Sonnenlicht

fällt. Umrahmt wird die Darstellung von einem farbenfrohen

prachtvollen Blumenkranz mit Rosen, Tulpen,

Narzissen, Schneeball und diversen Kleinblütlern. Die

Figuren dürften von einem anderen, nicht bekannten

zeitgenössischen Maler stammen, mit dem Marlier

wohl zusammengearbeitet hat.

(1451533) (1) (18)

€ 5.000 – € 8.000

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63


224

FRANS FRANCKEN II,

11 ANTWEEN 142 EENA, U

JESUS UND DIE EHEBRECHERIN

Öl auf Holz.

28,5 x 20,5 cm.

In vergoldetem Prunkrahmen.

Die Darstellung ist wohl ein Fragment eines größeren

Gemäldes, das wohl ursprünglich einen Blütenkranz

enthielt. Die Darstellung, im mit schmalem Goldrand

umgebenen Hochoval, geht auf das Johannesevangelium

zurück (Joh 7,53-8,11) und beschreibt eine Konfrontation

zwischen Jesus und den Schriftgelehrten

und Pharisäern zu der Frage, ob eine Frau, die soeben

beim Ehebruch ertappt wurde, gesteinigt werden

muss. In Landschaft der stehende Jesus in rötlichem

Gewand mit goldenem Nimbus, der von einem hinter

ihm stehenden älteren Schriftgelehrten auf die am Boden

kniende Frau hingewiesen wird. Diese blickt Jesus

mit leicht erhobenem Kopf, ehrfürchtig und ergeben

mit leicht ausgebreiteten erhobenen Armen an

und scheint um Vergebung zu bitten. Vor ihr ein kleines

Hündchen, das auf ihrem Kleid mit den Vorderbeinen

ruht; dieses Hündchen soll die eheliche Treue symbolisieren,

die gebrochen wurde. Im Hintergrund rechts,

vor einem Baum, eine Vielzahl von Schriftgelehrten

und Pharisäern, die auf die Antwort Jesu warten. Außerhalb

des Ovals, auf schwarzem Grund, mehrere

Blüten, darunter in der linken Ecke weiße Maiglöckchen,

die Teil einer ursprünglichen Umrandung mit Blüten

waren. In der Holzplatte zwei alt restaurierte horizontale

Risse.

Provenienz:

Aus dem alten Besitz eines niedersächsischen Adelsgeschlechtes.

(1431346) (18)

€ 3.000 – € 5.000

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225

ABRAHAM WILLEMSENS,

UM 12 12, U

MARIA MIT DEM KINDE UND DEM

HEILIGEN FRANSZISKUS

Öl auf Kupfer.

73 x 104 cm.

In ebonisiertem Rahmen.

Inmitten einer felsigen Landschaft ein vertikal weit emporragender

Baum. Rechts im Mittelgrund einer auf

einem Fels gebauten Kirche, die auf Assisi hindeutet.

Links, vor einer bis auf den Grund strebenden Wolkenbank,

Maria mit dem Kinde und dem Heiligen Franziskus.

Vor einer Lichtquelle zwei Putti.

(1441612) (13)

€ 4.000 – € 6.000

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226

JOHANN KÖNIG,

1 NNE 142 EENA

Johann König war ein deutscher Maler, Miniaturist und

Zeichner, der vor allem durch seine sehr fein ausgeführten

Kupfertafeln bekannt ist. Seine künstlerische Ausbildung

dürfte er vermutlichbei Johannes Rottenhammer

d. Ä. (1564 – 1625) in Augsburg erhalten haben. Als gesichert

gilt ein einjähriger Aufenthalt in Venedig sowie

ein anschließender Studienaufenthalt in Rom von 1610

bis 1614. Dort kam er wahrscheinlich noch mit dem kurz

vor seinem Tod stehende Adam Elsheimer (1574/78 –

1610) in Kontakt, dessen frührömischer Stil entscheidenen

Einfluss auf Königs Werk ausübte. Nach seiner

Rückkehr nach Augsburg im Jahr 1614 erhielt König das

Malerrecht und ließ sich dauerhaft dort nieder.

DIE GEBURT CHRISTI MIT DER ANBETUNG

DER ENGEL, 1620ER-JAHRE

Öl auf Kupferplatte.

26,5 x 21 cm.

In rotem Samtpassepartout in Flammleistenrahmen.

Beigegeben eine Expertise von Prof. Dr. Dr. h. c. Jan

de Maere, Rambrouch, 20. Januar 2023, in Kopie.

Vor einem steinernen Gebäude, das auf Stroh und einem

weißen Tuch liegende Jesuskind. Oberhalb seines

Kopfes, auf der Spitze eines Holzkreuzes, die Inschrift

„INRI“. Rechts neben ihm die kniende Maria in

rotem Gewand und dunkelblauem, leicht grünlich wirkendem

Umhang, hinter der wiederum der bärtige Josef

mit einem Stab in seinen Händen steht. Beide

schauen das Kind liebevoll an. Um Maria herum zahlreiche

große stehende Engel mit Flügeln, zur Anbetung

und Betrachtung des Kindes versammelt. Oberhalb

der Gruppe: Blick auf die nächtliche hügelige

Landschaft und drei fliegende Putti in hellerem gelblichem

Licht, die zukünftigen Marterwerkzeuge des

Neugeborenen – eine Dornenkrone, Nägel und einen

Hammer – haltend. Qualitätvolle Malerei mit gekonnter

Lichtführung.

Laut Prof. de Maere ist das Gemälde dem deutschen

Maler Johann König zuzuordnen und wurde vermutlich

in Augsburg geschaffen, wo er auch eine eigene Werkstatt

unterhielt. Das vorliegende Werk zeigt deutlich

die Einflüsse von Johann Rottenhammer (1564 – 1625)

und von Hendrick van Balen (1575 – 1632). Auch die

Farbpalette verweist auf Johann König, jedoch können

gewisse Einflüsse seiner Werkstatt nicht ausgeschlossen

werden. Arbeiten des Künstlers befinden sich unter

anderem im Louvre in Paris, im Kunsthistorisches

Museum Wien, in der Kunstgalerie Berlin sowie in der

Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe.

(1451574) (18)

€ 6.000 – € 8.000

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65


227

MISCHE MEISTE ES 1 AHHUNETS

RUHE AUF DER FLUCHT NACH ÄGYPTEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

Sichtmaß der querovalen Darstellung: 83,5 x 63,5 cm.

Auf rechteckiger Doublierung: 66 x 86,5 cm.

In dekorativem Rahmen.

Vor bergigem bewaldeten Landschaftshintergrund rastet

die Heilige Familie an einem flachen Flussufer.

Maria in rot-blauem Gewand sitzt seitlich auf einem

Esel und reicht dem stehenden Josef gerade das in

Windeln gewickelte Jesuskind. Umgeben sind sie von

zahlreichen großen geflügelten Engeln, darunter mittig

einer in orangem Gewand, der an einem kurzen Seil

den Esel hält und mit der anderen Hand auf ein Boot

mit zwei Schiffern verweist, das der Familie zur Überfahrt

auf das andere Flussufer dienen soll. Besonders

aufffallend in dieser figurenreichen Darstellung sind

einige Palmen, die in der Mitte des Hintergrunds in

den Himmel ragen, in dem erneut einige Engel in gelblichem

Lichtschein sichtbar sind.

Provenienz:

Colonel Robert Raynsford Jackson (1823 – 1898),

Baumwollspinnereibesitzer, Clayton Grange, Wilpshire,

Lancashire.

Monsieur Loffet aus Gunnersbury. Nach seinem Tod,

Auktion, Christie’s, London, 20. Februar 1882, Lot 93,

wo es von Mr. Shepherd erworben wurde

(1451621) (3) (18)

€ 8.000 – € 12.000

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228

SIMON VOUET,

10 AIS 14 EENA,

NACHOLE ES 1 1 AHHUNETS

A LINS

DER RAUB DER EUROPA

Öl auf Leinwand.

117 x 90 cm.

In breitem, ornamental reliefiertem Rahmen.

Dieses Gemälde erzählt die Sage vom Raub der Europa,

wie sie in den „Metamorphosen“ des Ovid (II,836-

875) beschrieben wird. Dort wird berichtet, wie sich

Jupiter in die schöne Europa, die Tochter des Königs

Agenor von Thyros, verliebte, und sich in einen Stier

verwandelte, um sich so dem Mädchen, das am

Strand mit ihren Dienerinnen spielte, nähern zu können.

Europa ließ sich vom sanften Gebaren des Stiers

täuschen, stieg auf und wurde so von Jupiter geraubt

und nach Kreta verschleppt. Das seitenrichtige Original

von Vouet wurde um 1640 ausgeführt und befindet

sich heute im Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid,

Inv.Nr. 428 (1966.4).

(14502514) (13)

€ 3.500 – € 5.000

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229

LMISCHE MEISTE ES 1 AHHUNETS

DAS URTEIL DES PARIS

Öl auf Kupfertafel.

35 x 45 cm.

In teilvergoldetem Rahmen.

In bergiger Landschaft, im sanften Licht der rötlich untergehenden

Sonne, der auf einem roten Tuch auf einem

Stein sitzende Paris. Er hat sich unter den drei Göttinnen

Aphrodite, Athene und Hera als Schiedsrichter

für Aphrodite als Schönste entschieden und überreicht

ihr den goldenen Apfel. Über ihr schwebt ein Putto mit

einem geflochtenen Siegeskranz für ihr Haupt. Rechts,

in Rückenansicht, vor abgelegter glänzender Rüstung,

die sich wohl ankleidende Athene. In der unteren rechten

Ecke, zwischen Schilfblättern, der halb liegende

Meeresgott Poseidon. Darstellung eines in der Malerei

beliebten Themas in harmonischen Farben.

Anmerkung:

Die vorliegende Kupfertafel mit dem Urteil des Paris

greift die Bildidee auf, die Marcantonio Raimondi (um

1480 – 1527) in seinem berühmten Stich verwirklichte,

welcher wiederum auf eine heute verlorene Zeichnung

Raphaels (1483 – 1520) zurückgeht. (1450822) (18)

LEMISH SCHOOL, 1TH CENTU

THE JUDGEMENT OF PARIS

Oil on copper.

35 x 45 cm.

Notes:

The present painting on copper, with the Judgement

of Paris references a composition by Marcantonio

Raimondi (ca. 1480 – 1527) realised in his famous

engraving, which in turn was based on a now-lost

drawing by Raphael (1483 – 1520).

€ 18.000 – € 30.000

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67


230

PETER PAUL RUBENS,

1 SIEEN 140 ANTWEEN, NACH

DIE ENTFÜHRUNG DES GANYMED

Öl auf Leinwand. Doubliert.

195 x 200 cm.

Verso auf dem Keilrahmen mit alten handschriftlichen

Vermerken und Etikett.

In breitem reliefverziertem Kehlrahmen.

Ganymed, ein junger trojanischer Prinz von außergewöhnlicher

Anmut, erweckte die Aufmerksamkeit des

Göttervaters Zeus. Verliebt in den Jüngling, verwandelte

sich Zeus in einen Adler und entführte Ganymed auf

den Olymp, wo er fortan als Mundschenk der Götter

diente und ihnen den Nektar der Unsterblichkeit reichte.

Diese mythische Szene wurde in der Kunst immer

wieder aufgegriffen und symbolisiert nicht nur die

Macht der Götter, sondern auch die Vergänglichkeit

menschlicher Schönheit. Das Gemälde, das sich eng

an das Vorbild in der Fürstlich Schwarzenberg’schen

Kunststiftung in Vaduz (Inv.Nr. 10) hält, zeigt Ganymed

in den Fängen des Adlers, eine Trinkschale darreichend.

Eine ähnliche Kopie des 19. Jahrhunderts,

bei der besonders im oberen linken Viertel deutlich

wird, dass es sich um eine Variante handelt, wird unter

der Inv.Nr. Mo 1501 in der Gemäldegalerie Alte

Meister verwahrt.

Literatur:

Vgl. Gudrun Swoboda (Hrsg.), Idole & Rivalen. Künstlerischer

Wettstreit in der Antike und der Frühen Neuzeit,

Ausst.Kat., Kunsthistorisches Museum Wien,

erschienen Berlin 2022, S. 136 – 137, Kat.Nr. 27b.

Vgl. Elizabeth McGrath, Gregory Martin, Fiona Healy,

Bert Schepers, Carl Van de Velde und Karolien De

Clippel (Hrsg.), Mythological Subjects, Bd.1: Achilles

to The Graces, in: Corpus Rubenianum Ludwig

Burchard, Part XI, London 2016, S. 436 – 437, Kat.Nr.

43. (1450254) (13)

€ 5.000 – € 7.000

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1

JACQUES STELLA,

1 LON 1 AIS, U

DIE ANBETUNG DER ENGEL

Öl auf Leinwand. Doubliert.

26,5 x 31,8 cm.

In vergoldetem, teils mit rotem Samt

bezogenem Rahmen.

Im Zentrum das auf einem weißen Kissen und Laken

liegende, seitlich langestreckte, sanft schlafende Jesuskind,

lediglich mit einem Tuch im Schambereich

bedeckt. Seitlich von ihm zwei größere stehende Engel,

von denen einer das Kind mit vor der Brust gefalteten

Händen betrachtet, der andere hat die Arme

vor der Brust überkreuzt und richtet seinen Blick

ehrfurchtsvoll auf Jesus. Im Hintergrund links zwei

Putti, von denen einer mit einem goldbesticktem

Vorhang beschäftigt ist. Qualitätvolle einfühlsame

Darstellung in weichen zarten Farbtönen mit meisterhafter

Lichtführung, die den Schlafenden und die

Gesichter der großen Engel hervorhebt.

JACQUES STELLA,

1 LON 1 AIS, ATTIUTE

THE ADORATION OF THE ANGELS

Oil on canvas. Relined.

26.5 x 31.8 cm.

Notes:

Another comparable version of the artist’s Adoration

of the Angels, in which the sleeping Christ Child is

positioned differently, was sold at Sotheby’s New York

on 27 January 2011, lot 313.

€ 15.000 – € 20.000

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Anmerkung:

Eine weitere vergleichbare Version der „Anbetung der

Engel“ des Künstlers, bei der das schlafende Jesuskind

anders liegt, wurde am 27. Januar 2011 bei

Sotheby’s New York versteigert, Lot 313.

(1451202) (18)

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69


232

LMISCHE MALE ES 1 AHHUNETS

BILDNIS EINES GELEHRTEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

127 x 97 cm.

Links unten undeutliche Signatur.

In vergoldetem Rahmen.

In einem Innenraum an einem Tisch hinter einem kleinen

Stapel von Büchern sitzend, ein alter Mann in

schwarzer Kleidung mit passender Kopfbedeckung. Er

hat einen langen grauen Bart, eine faltige Stirn und

blickt nachdenklich aus dem Bild heraus. Mit seiner

linken Hand hält er ein aufgeschlagenes Buch, während

seine Rechte einen Federkiel für Notizen umfasst.

Qualitativ hochwertige Malerei mit gekonnter

Lichtführung, bei der insbesondere eine Gesichtshälfte,

die Hände und die Bücher betont werden, um die

Gelehrsamkeit hervorzuheben.

(1451181) (18)

LEMISH SCHOOL, 1TH CENTU

PORTRAIT OF A SCHOLAR

Oil on canvas. Relined.

127 x 97 cm.

Unidentified signature lower left.

€ 12.000 – € 15.000

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233

MARTEN VAN CLEVE D. Ä.,

12 ANTWEEN 11 EENA

Er studierte unter Frans Floris (um 1516 – 1570) und

entdeckte zunächst seine Vorliebe für die Landschaftsmalerei.

Durch seinen Bruder Heinrich veranlasst,

widmete er sich jedoch bald fast ausschließlich

der figürlichen Malerei. Seine meist vielfigurigen Genrebilder

werden oft nur vordergründig als teilweise

humorvolle Szenen verstanden, hinter denen sich jedoch

nicht selten ein tieferer allegorischer oder gesellschaftskritischer

Sinn verbirgt. 1551 wurde er Mitglied

der Antwerpener Lukasgilde.

PAAR MIT SPINDEL UND HENNE

Öl auf Holz. Parkettiert.

22 x 30,2 cm.

Beigegeben ein Gutachten von Dr. Klaus Ertz, Lingen,

vom 14. Februar 2022, in Kopie. Laut Dr. Ertz geht die

Deutung auf einen Kupferstich zurück, in dem der

„Hennentaster“ festgestellt hat, dass die Henne unzugänglich

ist und ihm darauf von der Frau eine Spindel

entgegengehalten wird – als grob-derbe Erotisierung.

In Nahsicht vor hellbraunem Hintergrund die beiden

Portraitköpfe, von denen links der Mann mit kurzer

Stupsnase in grauer Kleidung in seinen Armen eine

Henne, während die Frau in Rückenansicht mit weißer

Kopfhaube eine Spindel und einen Faden in ihren Händen

hält.

(1451573) (18)

€ 6.000 – € 8.000

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71


234

JOOS DE MOMPER D. J.,

14 ANTWEEN 1 EENA

Joos de Momper d. J. war bekannt für seine vorromantischen

Gebirgs- und Seenlandschaften. Sie kennzeichnen

sich meist durch einen rot-braunen Vordergrund,

ein gelb-grünes Mittelstück und eine grau-blaue Ferne.

Seine Landschaften befinden sich unter anderem im

Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig, in der

Alten Pinakothek in München, in der Hamburger

Kunsthalle sowie im Kunsthistorischen Museum Wien

und der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden.

DER BLICK INS TAL

Öl auf Holz.

31,5 x 54,7 cm.

JOOS DE MOMPER THE YOUNGER,

14 ANTWE 1 II

VIEW INTO THE VALLEY

Oil on panel.

31.5 x 54.7 cm.

Accompanied by an expert’s report by Violette Doclo,

Oudenaarde, 10 August 2025, which clearly identifies

the work as by Momper and dates it to 1610 – 1635,

the artist’s late work, in copy.

€ 20.000 – € 40.000

INFO | BID

Beigegeben ein Gutachten von Violette Doclo,

Oudenaarde, 10. August 2025, die das Werk eindeutig

als Momper anerkennt und auf 1610 – 1635 in das

Spätwerk des Künstlers datiert, in Kopie.

Eine Anhöhe mit einer Einsiedlerkirche, Rundbrücke und

einem Kreuz wird gerahmt rechts von einer sonnenbeschienenen

Felsformation, und links von einem gestaffelten

Berg, der neben Bäumen auch einer Festung Platz

bietet. Im Hintergrund eine weite hügelige Landschaft

mit mannigfaltiger vegetativer Staffage. Im Vordergrund

mehrere Staffagefiguren.

(1450355) (1) (13)

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235

FLÄMISCHER MALER DER ERSTEN HÄLFTE DES

1AHHUNETS, EIS ES AN UEHEL

101 1

IDYLLISCHE LANDSCHAFT

Öl auf Holz.

59 x 90 cm.

In mit Blüten verziertem Rahmen.

Diagonal in das Bildfeld hineinführende Allee mit einem

sich dahinter erstreckendem Bachlauf und grasendem

Vieh. Rechts im Mittelgrund sich abzeichnende Stadt.

Die Komposition erinnert an Sebastian Vrancxs (1573 –

1647), in dessen Dunstkreis der Künstler zu suchen ist.

(1450861) (1) (13)

LEMISH SCHOOL, IST HAL O THE 1TH CEN-

TU, CICLE O AN UEHEL THE OUNE

101 1

IDYLLIC LANDSCAPE

Oil on panel.

59 x 90 cm.

As the composition is reminiscent of Sebastian Vrancx

(1573 – 1647) it’s likely that the artist is to be found in

his circle.

€ 12.000 – € 14.000

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73


236

FREDERICK VAN VALCKENBORCH,

1 ANTWEEN 12 NNE, EIS ES

BEWALDETE LANDSCHAFT MIT FIGUREN AN EINEM

GEWÄSSER

Öl auf Leinwand. Doubliert.

60 x 70 cm.

In dekorativem Rahmen.

Durch einen dunklen Wald mit einem großen Baumstumpf

und einem spazierenden eleganten Paar fällt

der Blick auf eine hellere Lichtung, zu deren Übergang

zwei verschattet stehende Männer in Rückenansicht

führen. Dort sind zwei Jäger zu sehen sowie ein mit

Schilf bewachsenes Gewässer, von dem aus hölzerne

Stufen zu einem rot gedeckten Haus mit einem Brunnen

führen. Qualitätvolle erzählerische Darstellung in

überwiegend differenzierten türkis-grünen Farbtönen.

(14512011) (18)

€ 5.000 – € 7.000

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237

ABRAHAM GOVAERTS,

1 12, EIS ES

LANDSCHAFT MIT HÄUSERN UND FIGUREN

Öl auf Kupferplatte.

18 x 23 cm.

In dekorativem Rahmen.

Unter blauem Himmel mit gelblich schimmernden

Wolken einige wenige Häuser, die an zwei Flüssen liegen,

über welche zwei Brücken führen. Auf diesen

sind diverse Figuren sowie ein Reiter in Begleitung seines

Hundes zu erkennen; ein weiterer Reiter tränkt

gerade sein Pferd am flachen Flussufer. Zudem versucht

ein Angler dort sein Glück. Feine Malerei mit vielen

Details.

(14505719) (18)

€ 5.000 – € 7.000

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238

MAERTEN RYCKAERT,

1 ANTWEEN 11 EENA, U

Der Maler gehörte einer mehrköpfigen Malerfamilie

an: er war Sohn von David I Ryckaert (um 1560 – um

1607) sowie Bruder des David II Ryckaert (1586 – 1642)

und Onkel von David III Ryckaert (1612 – 1661). Seine

Figurenwiedergabe orientiert sich stark an den Werken

von Jan Brueghel, während er sich in der Farbgebung

eher an Joos de Momper d. J. (1564 – 1635) anlehnte.

LANDSCHAFT MIT RUINE UND WANDERERN

Öl auf Kupfer, auf Holz.

13 x 17 cm.

Verso mit auf den genannten Künstler verweisendem

Etikett und einem handschriftlichen Vermerk.

In vegetabil reliefiertem Rahmen.

Reizvolle, leicht hügelige Landschaft mit seichtem

fließendem Gewässer, das von einer einfachen Rundbogenbrücke

überspannt wird, auf die sich zwei wandernde

Figuren hinbewegen. Im Hintergrund eine

Festungsruine mit noch bedachtem Rundturm, der als

Wohnstatt dienen mag. Eine nicht unähnliche Landschaft,

ebenfalls auf Kupfer und mit den Maßen 21,3 x

24,8 cm, wird in Stockholm im Nationalmuseum unter

Inv.Nr. 6737 verwahrt.

(1450382) (13)

€ 4.000 – € 6.000

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239

JOHANNES LINGELBACH,

122 ANUT AM MAIN 14 AMSTEAM,

EIS ES

ELEGANTES PAAR MIT PFERDEN IN BERGIGER

LANDSCHAFT

Öl auf Leinwand.

42 x 49 cm.

In dekorativem Holzrahmen.

Im Zentrum ein prachtvoller, nach rechts stehender

Rappe mit leuchtend rotem Sattel und zwei Schleifen.

Hinter dem Pferd ein elegant gekleideter Herr mit pelzbesetzter

Kopfbedeckung, der mit einem Stab in die

Ferne weist und dabei die neben ihm auf einem

Schimmel sitzende Dame anblickt. Diese trägt ein feines

weißes Kleid, eine große zweifarbige Kopfbedekkung

und hält auf ihrer rechten Hand wohl einen Jagdfalken

mit roter Kopfhaube. Die dargestellten Figuren

scheinen Teil einer nicht sichtbaren Jagdgesellschaft

zu sein, worauf auch der Hund auf der unteren rechten

Seite hinweisen würde.

Der niederländische Maler lässt sich in den Kreis um

den deutsch/holländischen Maler Johannes Lingelbach

(1622– 1674) verorten.

(1440022) (18)

€ 3.500 – € 4.500

(†) INFO | BID

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75


240

GYSBRECHT LEYTENS,

1 ANTWEEN 14 EENA, U

WEITE BERGIGE LANDSCHAFT MIT SCHLOSS

Öl auf Leinwand.

114 x 138 cm.

In dekorativem Rahmen.

Durch zwei große verzweigte Bäume als Repoussoir

geht der Blick über ein verschattet liegendes Gewässer

mit Schilf auf eine weite Landschaft mit Stadtanlage

und einem Schloss auf einem Berghügel. In der Bildmitte

zwei gehende Männer in antiker Kleidung mit

Speeren, links von ihnen im Hintergrund ein Schäfer

mit seiner Herde. Darstellung in überwiegend weichen

beigen und grünen Farbtönen in lockerem, die Landschaft

in meist waagrechtem Pinselduktus.

(14406516) (18)

€ 4.000 – € 6.000

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1

FERDINAND VAN KESSEL,

14 ANTWEEN UM 1 EA

BLUMENSTILLLEBEN MIT PUDEL

UND EINEM ÄFFCHEN

Öl auf Kupfer.

30 x 39 cm.

Die Kupferplatte gestempelt „GK“.

Beigegeben ein Gutachten von Liliane Huillet, Peñíscola,

5. Mai 2025, in Kopie.

Der Maler hat den schwarzen Hintergrund gewählt,

um die Blüten umso leuchtender herauszustellen. Dargestellt

sind drei Blumengebinde – in einer ovalen Fußvase,

in einem flachen Korb, sowie in einem Tazzagefäß.

Eine Meerkatze sowie ein weißer Pudel

beleben die Bilddarstellung.

(1442251) (1) (11)

FERDINAND VAN KESSEL,

14 ANTWE CA 1 EA

FLOWER STILL LIFE WITH POODLE AND MONKEY

Oil on copper.

30 x 39 cm.

Stamped on copper plate “GK”.

Accompanied by an expert’s report by Liliane Huillet,

Peñíscola, 5 May 2025, in copy.

€ 12.000 – € 15.000

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77


242

FLORIS GERRITSZ. VAN SCHOOTEN,

1 HAALEM 1 EENA

FRÜCHTESTILLLEBEN

Öl auf Holz.

51,4 x 83,5 cm.

Beigegeben eine Expertise von Liliane Huillet, Peñíscola,

30. April 2025, in Kopie.

In einem Innenraum auf einer grauen Steinplatte eine

große weiße Porzellanschale mit Äpfeln, Birnen und

Weintraubenrispen, deren Blätter aus und über den

Schalenrand ragen. Auf der Tischplatte von links beginnend

eine chinesische Schale mit Walderdbeeren, sowie

verstreut liegend Johannisbeeren, Erdbeeren,

Pflaumen, Kirschen und im Schatten der großen Schale

ein tiefer Teller mit Brombeeren. Darstellung in harmonischer

Farbauswahl und feiner Lichtinszenierung in

der Manier des vor allen für seine Stillleben bekannten

niederländischen Malers.

Provenienz:

Bei J. Denijs, Amsterdam, 1951 (laut Ausstellungskatalog

von 1951).

Sammlung Herr S. J. de Lange, Delft, um 1977.

Von dort durch Erbgang an den heutigen Besitzer.

FLORIS GERRITSZ. VAN SCHOOTEN,

1 HAALEM 1 II

FRUIT STILL LIFE

Oil on panel.

51.4 x 83.5 cm.

Accompanied by an expert’s report by Liliane Huillet,

Peñíscola, dated 30 April 2025, in copy.

Provenance:

J. Denijs, Amsterdam, 1951 (according to the 1951

exhibition catalogue).

Mr S. J. de Lange collection, Delft, ca. 1977; thence

by inheritance to the present owner.

Exhibitions:

Old label on the reverse from the Dordrechts Museum

referencing the exhibition “Nederlandse stillevens uit

de zeventiende eeuw”, 21 July – 2 September 1962,

listing the artist and owner.

€ 12.000 – € 15.000

INFO | BID

Ausstellung:

Verso alter Aufkleber des Dordrechts Museums mit

Verweis auf die Ausstellung „Nederlandse stillevens uit

de zeventiende eeuw“, 21 Juli – 2 September 1962, und

Künstler- sowie Besitzernennung. (1442254) (1) (18)

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243

GIACOMO ANTONIO MELCHIORRE CERUTI,

GENANNT „IL PITOCCHETTO“,

1 MAILAN 1 EENA, EIS ES

STILLLEBEN MIT FISCHEN UND FRÜCHTEN

Öl auf Leinwand.

65 x 82 cm.

In Profilrahmen.

Zwei mächtige, das Bild dominierende Fische in leuchtendem

Weiß und Blau sind die Hauptgegenstände

dieses Stilllebens, das durch einen Früchtekorb, einen

geöffneten Granatapfel, Flaschenkürbisse und eine

Knoblauchknolle komplettiert wird.

Literatur:

Vgl. Mina Gregori, Giacomo Ceruti. Nature morte,

Ausstellungskatalog, Bergamo 2011, Tafeln XVIII und

XX. (1450241) (13)

€ 7.000 – € 8.000

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244

ITALIENISCHER MALER,

ANAN ES 1 AHHUNETS

PRUNKSTILLLEBEN MIT NOTENBUCH UND

ZUCKERWERK

Öl auf Leinwand. Doubliert.

73 x 98 cm.

In patiniertem Profilrahmen.

Auf einer Steinbrüstung, deren Kehlung mit reliefiertem

Akanthusblattwerk besetzt ist, sieht der Betrachter

ein golddurchwirktes Textil, auf dem eine Schale

mit Zuckerwerk, ein geöffnetes Notenbuch sowie vergoldete

Prunkgefäße drapiert sind und von einem

zweiten Textil überfangen werden.

(1450264) (13)

€ 8.000 – € 12.000

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79


245

FILIPPO LAURI,

12 OM 14 EENA, U

DIE STEINIGUNG DES HEILIGEN STEPHANUS

FILIPPO LAURI,

12 OME 14 II, ATTIUTE

THE STONING OF SAINT STEPHEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

Oktogon: 53 x 75 cm.

In oktogonalem Rahmen.

Der Heilige ist an seiner Kleidung, einer Dalmatika zu

erkennen. Er gilt als der erste Märtyrer, hier am Boden

halb liegend gezeigt kurz vor seiner Steinigung, und

blickt dem Himmel entgegen und ruft dem Bibeltext

gemäß: „Ich sehe den Himmel offen“. So wird ein breiter

gelber Lichtstrahl aus den Wolken dargestellt mit

mehreren Puttiköpfen und zwei größeren geflügelten

Engeln, von denen einer einen Blütenkranz, der andere

einen Palmwedel als Zeichen des Martyriums nach

oben hält.

(14303112) (18)

Oil on canvas. Relined.

In octagon: 53 x 75 cm.

€ 20.000 – € 30.000

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246

ALESSANDRO MAGNASCO,

GENANNT „IL LISSANDRINO“,

UM 1 ENUA 14 EENA

Magnasco zählt zum italienischen Spätbarock. Als

Künstlersohn lernte er 1681/82 bei Abbiati in Mailand.

Als „figurista“ setzte er Staffagefiguren in Landschaften

von Kollegen ein. 1703 wirkte er zusammen mit Francesco

Peruzzini am Hof der Medici in Florenz, kehrte

aber 1735 nach Genua zurück. Nun entstanden Bilder

mit außergewöhnlichen Sujets, darunter Inquisitionsund

Folterszenen, Bettler oder Schausteller. Sein Interesse

galt also der Dokumentation von Armut und Elend

seiner Zeit. Erst im 20. Jahrhundert wurde sein Werk

wiederentdeckt, nachdem Benno Geiger 1914 eine Monografie

publiziert hatte. Es folgten Ausstellungen in

Berlin, München, Köln und Paris. Alfred Flechtheim sah

in ihm einen Vorläufer der Moderne.

DER TOD DES SENECA

Öl auf Leinwand. Doubliert.

110 x 70,8 cm.

In vergoldetem, vegetabil akzentuiertem Rahmen.

Beigegeben eine Expertise von Anna Orlando, Genua

Mai 2022, in Kopie.

Lucius Annaeus Seneca (etwa 5 v. Chr. – 65 n. Chr.)

war ein bedeutender Redner in der frühen römischen

Kaiserzeit. Auf Veranlassung der Kaiserin Agrippina

wurde er zum Erzieher und politischen Berater des jungen

Nero ernannt. In der Folge gewann Seneca während

Neros Herrschaft erheblichen Einfluss und Macht

im Römischen Reich. Doch im Jahr 65 n. Chr. geriet er

in den Verdacht, in eine Verschwörung gegen den Kaiser

verwickelt zu sein. Nero zwang ihn daraufhin,

Selbstmord zu begehen. Seneca soll die Selbsttötung

erst beim dritten Versuch gelungen sein: Zunächst

habe er sich die Pulsadern und weitere Arterien an

den Beinen geöffnet, dann soll er wie Sokrates einen

Schierlingsbecher getrunken haben und sei schließlich

in einem Dampfbad erstickt.

Das vorliegende Gemälde als Frühwerk Magnascos

und als eines der wenigen Einzelfigurenbilder aus seiner

Hand identifiziert.

Provenienz:

Sotheby’s London, 8. Mai 2019, Lot 86.

Literatur:

Vgl. Fausta Franchini Guelfi, Alessandro Magnasco,

Soncino 1991, S. 38 – 39, Kat.Nr. 15 und S. 40 – 41,

Kat.Nr. 16. (1450456) (13)

ALESSANDRO MAGNASCO,

(ALSO KNOWN AS “IL LISSANDRINO”)

CA 1 ENOA 14 II

THE DEATH OF SENECA

Oil on canvas. Relined.

110 x 70.8 cm.

Accompanied by an expert’s report by Anna Orlando,

Genoa, May 2022, in copy. She identifies the present

painting as an early work by Magnasco and one of his

few single-figure paintings.

Provenance:

Sotheby’s London, 8 May 2019, lot 86.

Literature:

cf. Fausta Franchini Guelfi, Alessandro Magnasco,

Soncino 1991, pp. 38 – 39, cat. no. 15 and pp. 40 – 41,

cat. no. 16.

€ 25.000 – € 35.000 (†) INFO | BID

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81


247

PAOLO DE MATTEIS,

12 IANO EL CILENTO 12 NEAEL,

Der Maler war Schüler von Luca Giordano (1632/34 –

1705), nahm aber auch Einflüsse von Veronese (1528 –

1588) auf und stand in Kontakt mit Massimo Stanzione

(1585– 1656). Noch vor 1683 unternahm er mehrere

Reisen, arbeitet dabei in Süditalien und Rom, wo er

sich von Carlo Marattas (1625– 1713) Werken beeinflussen

ließ. Seine Entwicklung hin zum Stil des Barocks,

wie wir ihn von Amigone kennen, ließ ihn zu einem

Gegenspieler Francesco Solimenas (1657– 1747) werden.

1683 zog er nach Neapel, wo er bis 1697 wirkte

und Fresken für die Kirchen Santa Maria degli Angeli

und San Fernando schuf. Von 1702 bis 1705 war de

Matteis Hofmaler in Paris und übernahm dort den eleganten

und verfeinerten Stil der französischen Malerei.

Zurück in Neapel, nach den spanischen Erbfolgekriegen

und unter Habsburger Herrschaft, wurde er mit

Aufträgen überhäuft. Seine Malerei wurde mehr und

mehr von einem akademischen Geist erfüllt, wie wir in

dem Gemälde „Herkules auf dem Scheideweg“ von

1712, im Ashmolean Museum, Oxford, sehen können.

DIE MADONNA MIT KIND

Öl auf Leinwand. Doubliert.

73 x 58 cm.

Beigegeben eine Expertise von Prof. Nicola Spinosa,

Neapel, 6. Juni 2024.

Vor braunem Hintergrund die etwas nach vorn gebeugte

Madonna, die mit ihren Händen den nackten, nur

leicht mit einem weißen Laken umhüllten Jesusknaben

hält. Er sitzt auf einem ockergelben Kissen, hat die

Augen geschlossen und seine rechte Hand ruht in der

von Maria. Diese hat ihren Blick mit einem Lächeln

nach unten gerichtet. Liebe einfühlsame Darstellung

mit betonter Lichtführung.

Das vorliegende Gemälde ist laut Spinosa ein bedeutendes

Beispiel für die letzte Schaffensphase des

Künstlers, der nach dem Tod Luca Giordanos im Jahr

1705 zu einem der bedeutendsten Vertreter der spätbarocken

Tendenzen in der neapolitanischen Malerei

zählte. In dieser letzten Phase seines Schaffens entstanden

vor allem Werke mit frommen häuslichen und

beruhigenden Sujets.

Literatur:

Vgl. Nicola Spinosa, Pittura napoletana del settecento.

Dal Barocco al Rococò, Neapel 1986 (zweite Auflage

1993).

(1450216) (18)

€ 8.000 – € 10.000

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247A

GIACINTO BRANDI,

1212 OLI 11 OM, EIS ES

DARSTELLUNG EINES MILDTÄTIGEN BISCHOFS

Öl auf Leinwand.

135 x 98 cm.

In dekorativem Rahmen.

Vor dunklem, fast schwarzem Hintergrund, ein Bischof

mit silbrig-weiß glänzender Mitra und einem weiten

gold-silbrigen Mantel, der gerade einer jungen, vor ihm

knienden Frau ein paar Münzen in ihre erhobenen Hände

gibt. Hinter der Frau wohl ihre Mutter mit einem

Kleinkind in den Armen. Hinter dem Bischof ein Begleiter,

der ein Stabkreuz trägt. Malerei mit starken Hell-

Dunkel-Kontrasten, an Darstellungen der Caravaggisten

erinnernd.

(14502512) (18)

€ 4.000 – € 6.000

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248

LUCA GIORDANO,

GENANNT „LUCA FA PRESTO“,

14 NEAEL 10 EENA, U

Der vor allem für seine Fresken berühmte Maler war

Sohn eines Kunsthändlers aus Apulien, der sich ebenfalls

der Malerei widmete. So erhielt er seinen ersten

Unterricht bei seinem Vater, während jedoch allgemein

angenommen wird, dass er ein Schüler von Giuseppe

José de Ribera (1588/91– 1652) war. Etliche seiner Werke

lassen auch dessen Einfluss erkennen, während

das enorm umfangreiche Werk Giordanos zeigt, dass

er sämtliche Stilvarianten seiner Zeit beherrschte. Auch

die Themenbreite in seinem Werk – in sämtlichen Bereichen

der Historienmalerei, religiöse Darstellungen.

aber auch mythologische Szenen – zeigt Einflüsse zunächst

der Caravaggisten, später aber auch der Maler

Pietro da Cortona (1596 – 1669), Mattia Preti (1613 –

1699) oder Peter Paul Rubens (1577 – 1640). Im Bildaufbau

mancher seiner Werke sind auch die venezianischen

Meister wie Paolo Veronese (1528– 1588), Tiziano

Vecellio (1485/89– 1576) oder Domenico Robusti Tintoretto

(1560– 1635) spürbar.

DIE HEILUNG DES LAHMEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

105 x 140 cm.

In breitem vergoldetem Rahmen.

Gemäß der Bibelstelle (Joh 5,1–9) Darstellung des Gelähmten

links des Zentrums und Jesus mit Lichtnimbus

rechts am Rand an einem Teich, „Es lag auch ein

Mann, der schon achtunddreißig Jahre krank war. Als

Jesus ihn dort liegen sah und erkannte, dass er schon

lange krank war, fragte er ihn: Willst du gesund werden?

Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen

Menschen, der mich, sobald das Wasser aufwallt, in

den Teich trägt. Während ich mich hinschleppe, steigt

schon ein anderer vor mir hinein. Da sagte Jesus zu

ihm: Steh auf, nimm deine Liege und geh! Sofort wurde

der Mann gesund, nahm seine Liege und ging. Dieser

Tag war aber ein Sabbat.“ Zahlreiche Figuren wohnen

der Szene bei. Als Vergleichsbeispiel mag

Giordanos „Auferstehung des Lazarus“ (Scavizzi-Ferrari-

Scavizzi A0107) gelten, das bei Christie’s in London am

04.07.1997 unter Lot 96 Euro 411.201 erzielte.

(14504515) (13)

LUCA GIORDANO,

ALSO KNOWN AS “LUCA FA PRESTO”,

14 NALES 10 II, ATTIUTE

THE HEALING OF THE LAME

Oil on canvas. Relined.

105 x 140 cm.

A comparative example is Giordano’s The Resurrection

of Lazarus (Scavizzi-Ferrari-Scavizzi A0107), which realised

EUR 411,201 as lot 96 at Christie’s sale in London

on 4 July 1997.

€ 12.000 – € 15.000 (†) INFO | BID

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83


249

JACOPO AMIGONI,

12 ENEI 12 MAI

Amigoni zählt zu den bedeutendsten Malern seiner

Zeit. Sein Erfolg führte ihn von Venedig um 1711 bis

1729 nach Deutschland, von ca. 1729 bis 1739 wirkte

er in England, von 1739 bis 1747 wieder in Italien, um

1747 nach Madrid zu ziehen, wo er fünf Jahre später

als vermögender Künstler hochgeehrt starb. Auf den

Stationen seiner Aufenthalte entstanden bedeutende

Werke, sowohl religiöser als auch mythologischer Inhalte,

dabei fulminante Deckenbilder, wie etwa im

Schloss Schleißheim und Nymphenburg, im Auftrag

des Kurfürsten Max-Emanuel. König Ferdinando VI holte

ihn an den spanischen Königshof, wo er unter anderem

auch Cartons für die Gobelinmanufaktur schuf.

Bedeutende Maler wie Johann Baptist Zimmermann

(1680– 1758) oder Franz Joseph Spiegler (1691 – 1756)

haben sich nach Amigoni orientiert, als den „einflussreichsten

venezianischen Maler in Deutschland“.

Sein Stil wandelte sich von einem zunächst spätbarokken,

satteren Farbton hin zu einer pastelligen Farbigkeit,

die dem Rokoko entsprach, stets jedoch in einer

„dunstigen Weichheit“ der Formen.

ALLEGORIE DES GESANGS

Öl auf Leinwand.

72 x 101 cm.

Beigegeben eine Expertise von Dario Succi, Gorizia sowie

eine Expertise von Egidio Martini, jeweils in Kopie.

Die Allegorie in Gestalt eines auf rotem Tuch liegenden

Putto, der ein eingerolltes Notenblatt hält, mit offenem

Mündchen in theatralischer Geste den rechten Arm erhoben

hält und nach oben blickt. Im Hintergrund ein

Vorhang. Die bisherige Meinung, es handle sich hier

um eine „Allegorie der Musik“, muss korrigiert werden.

Weder sind Musikinstrumente zu sehen, noch ist ein

musikalisches Zusammenspiel gezeigt. Die hohe Bedeutung

des Gemäldes erschließt sich aus der Feststellung,

dass Amigoni den damals weltberühmten

Sänger Farinelli mehrfach portraitiert hat. In einem Fall

sogar im Gruppenbild zusammen mit dem Librettisten

Metastasio, der Sängerin Teresa Castellini und seinem

Selbstbildnis als Maler von 1750/52 (National Gallery of

Victoria, Melbourne). Dies gibt auch dem allegorischen

Bild des Putto einen Sinn. Das Mündchen ist dementsprechend

geöffnet, die Gesten entsprechen denen

eines Bühnenauftritts. Ob es sich hier um ein Knäblein

oder ein Mädchen handelt ist, wohl bewusst, nicht gezeigt.

Ob in der gesamten Darstellung der Kastrat Farinelli

gemeint ist muss offen bleiben. In einem der beiliegenden

Gutachten wird das Gemälde in die Mitte

der 1740er-Jahre datiert (Succi). Möglicherweise entstand

das Werk in England, einige Jahre früher. Eine

ähnliche Puttodarstellung finden wir in dem berühmten

„Farinelli“- Portrait, (1734 – 35, Muzeul National de Arta

al României). Hier ab Boden ebenfalls ein Gesangsnotenbuch.

A.R.

Literatur:

Dario Succi, Dipinti di antichi maestri italiani. Kat.Nr. 39.

Scarpa Sonino, Jacopo Amigoni, Soncino 1994, Nr.

39. (1450931) (11)

JACOPO AMIGONI,

12 ENICE 12 MAI

ALLEGORY OF SONG

Oil on canvas.

72 x 101 cm.

Accompanied by expert’s reports by Dario Succi, Gorizia,

and Egidio Martini, each in copy.

The previous opinion that this is an Allegory of Music

must be corrected here. Neither musical instruments

nor musical interplay are visible. The great significance

of the painting is evident from the fact that Amigoni

portrayed the then world-famous singer Farinelli several

times. This also lends meaning to the allegorical depiction

of the putto. Whether the castrato Farinelli is

meant in the entire depiction remains unanswered.

One of the accompanying expert opinions dates the

painting to the mid-1740s (Succi). However, the work

may have been created in England a few years earlier.

A similar depiction of a putto appears in the famous

Farinelli portrait (1734 – 35, National Museum of Art of

Romania), which also features a hymn book visible

from below.

Literature:

Dario Succi, Dipinti di antichi maestri italiani, cat.

no. 39.

Scarpa Sonino, Jacopo Amigoni, Soncino 1994, no. 39.

€ 12.000 – € 15.000

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250

GUIDO RENI,

1 OLONA 142 EENA, NACH

MARIA MIT DEM KINDE

Öl auf Leinwand. Doubliert.

91,5 x 108 cm.

In reliefverziertem Rahmen mit ovalem Passepartoutausschnitt.

Auf einer Bettstatt liegend das Christuskind unter purpurnem

Baldachin, rechts dahinter Maria in der ihr zukommenden

Farbtrias gekleidet im Gebet begriffen.

Replik nach dem Original in der Galleria Doria Pamphili

in Rom.

Literatur:

Vgl. Cesar Garboli und Edi Baccheschi, L’opera

completa di Guido Reni, Mailand 1971, Abb. 105a.

(1450774) (3) (13)

€ 8.000 – € 12.000

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85


51

GIULIO CARPIONI,

1111 ENEI 1 ICENA, U

Gemäldepaar

PUTTOBACCHANAL

Öl auf Leinwand. Doubliert.

120 x 145 cm.

In Profilrahmen mit vegetabilen Ecklösungen.

Es zeigt sich, jeweils eingebettet in eine baumbestandene

Landschaft mit antikisierenden Architekturfragmenten,

eine große Ansammlung untereinander agierender

Putti im Sinne eines Bacchanals.

(1451192) (3) (13)

€ 7.000 – € 9.000

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252

FLÄMISCHER MEISTER,

ANAN ES 1 AHHUNETS

Gemäldepaar

PORTRAITS ZWEIER APOSTEL

Öl auf Holz.

Je 46 x 32 cm.

Vor dunklem Hintergrund die beiden Brustbildnisse,

jeweils nach rechts gewandt. Das eine Gemälde zeigt

einen jungen bartlosen Mann mit rotem Gewand und

einem Nimbus über seinem Haupt – bei ihm könnte es

sich um Johannes handeln. Das andere Gemälde zeigt

einen älteren Mann in grün-rotem Gewand, mit hoher

Stirn, grauem Vollbart und Nimbus – bei ihm dürfte es

sich um Petrus handeln. Die Nimben wohl als Verweis

auf die Apostel.

(1450274) (18)

€ 6.000 – € 9.000

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87


253

ADRIAEN VAN NIEULANDT D. Ä.,

1 1, EIS ES

DER MUSIKALISCHE WETTSTREIT ZWISCHEN

PAN UND APOLLO

Öl auf Holz, im Queroval.

68 x 91 cm.

In vergoldetem Prunkrahmen.

Dargestellt ist der musikalische Wettstreit zwischen

dem Musengott Apollo, links im Bild in edlem Gewand

und rötlichem Mantelüberwurf, eine Geige haltend,

und dem bocksbeinigen Pan mit Flöte, rechts neben

dem stehenden antiken Sagenkönig Midas, der den

Wettstreit angeregt hatte. Die antike Legende geht auf

Texte von Ovid zurück, auch die Malerei hat sich dem

Thema oft gewidmet. Die beiden Kontrahenten stehen

weit auseinander, dazwischen König Midas mit Zackenkrone

und dem sitzenden Schiedsrichter Tmolus in

grünem Umhang, der auf Apollo verweist. Nachdem

König Midas dem Pan den ersten Rang als Sieger zugesprochen

hatte, wurde er dadurch bestraft, dass

Apollo ihm die Ohren zu zwei Eselsohren langzog, die

auf dem Bild deutlich sichtbar sind. Links steht Apollo

mit der Geige, hinter ihm einige der zwölf Musen,

rechts der stehende Pan mit Flöte in Begleitung von

vier Gestalten aus seinem Gefolge. Im unteren Vordergrund

der liegende Wassergott Poseidon. Die Szenerie

ist in einer Landschaft eingebettet, rechtsseitig mit

hochziehendem Gebirgsmassiv, in der Mitte des Hintergrundes

der hohe wolkige Himmel und links hinter

den Musen, vor denen in Rückenansicht eine sitzende

nackte Frau im Gespräch mit einer Edeldame ist, ein

Wäldchen. Erzählerische vielfigurige Darstellung in

Feinmalerei. Rest.

Anmerkung:

Eine vergleichbare Darstellung des Wettstreits und

Komposition, jedoch mit weniger Figuren, lässt sich

auch im Werk von Abraham Govaerts (1589 – 1626)

finden. (1451532) (1) (18)

ADRIAEN VAN NIEULANDT THE ELDER,

1 1, CICLE O

THE MUSICAL CONTEST BETWEEN

APOLLO AND PAN

Oil on panel.

In horizontal oval: 68 x 91 cm.

Notes:

A comparable depiction of the contest and composition,

but with fewer figures, can also be found in the work of

Abraham Govaerts (1589 – 1626).

€ 15.000 – € 18.000

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254

JEAN DARET,

111 SSEL 1 AIENOENCE, U

TRIUMPHZUG EINES RÖMISCHEN KAISERPAARES

Öl auf Leinwand.

77 x 118 cm.

In Profilrahmen.

Vielfiguriger Triumphzug eines Kaiserpaares in aufwändig

geschmückter Quadriga, die von vier Schimmeln gezogen

wird und an römischen Prunkbauten vorbeizieht. Rechts

unten ein Flussgott als Symbol etwa des Tibers oder eines

unterworfenen Flusses wie des Nils. Als Kaiserpaar kommen

etwa Hadrian (76 – 138) und Sabina (gest. um 136) in

Frage, deren Apotheose mit dem brennenden Turm im

Hintergrund angedeutet sein könnte. Sabina war eine

wohlhabende Witwe aus dem römischen Senatorenstand.

Unter dem Einfluss ihrer syrischen Sklavin Serapia

(auch Seraphina genannt) kam sie zum christlichen Glauben.

Als Serapia während einer Christenverfolgung unter

Kaiser Hadrian verhaftet und zu Tode geprügelt wurde,

ließ Sabina ihren Leichnam – entgegen dem geltenden

Verbot – bergen und im Mausoleum ihrer Familie bestatten.

Diese Tat blieb nicht unbemerkt: Sabina wurde denunziert

und vom Stadt präfekten Elpidius zum Tode verurteilt.

Sie erlitt das Martyrium durch Enthauptung. Über

dem Haus der Märtyrin ließ man im Jahr 425 die Basilika

Santa Sabina all’Aventino errichten – eine der ältesten und

bedeutendsten Titelkirchen Roms. Im Jahr 1219 wurde

die Kirche dem heiligen Dominikus und dem neu gegründeten

Predigerorden (Dominikaner) übergeben.

Provenienz:

Auktion, Audap-Picard-Solanet & Associés,

17. Dezember 1997, Lot 19. (1450391) (13)

€ 6.000 – € 8.000

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89


255

AN ANS AN LOEMEN 12 14 UN

IETE AN LOEMEN 1 120, U

FLUSSLANDSCHAFT

Öl auf Leinwand.

100 x 192 cm.

In marmoriertem Rahmen.

Beigegeben ein Gutachten von Prof. Giancarlo Sestieri,

in Kopie.

Weite hügelige Landschaft, die nach rechts in schroffe

Felsen übergeht und von einem Bach durchzogen

wird, der von einer Holzbrücke überspannt ist. Links

ein Repoussoirbaum und teils tanzende, teils mit dem

Vieh lagernde Figuren.

Literatur:

Vgl. Andrea Busiri Vici, Jan Frans Van Bloemen

„Orizzonte“ e L’origine del paesaggio romano settecentesco,

Rom 1974. (1450246) (13)

AN ANS AN LOEMEN 12 14 AN

IETE AN LOEMEN 1 120, ATTIUTE

RIVERSCAPE

Oil on canvas.

100 x 192 cm.

Accompanied by an expert’s report Professor by Giancarlo

Sestieri, in copy.

Literature:

cf. Andrea Busiri Vici, Jan Frans Van Bloemen

“Orizzonte” e L’origine del paesaggio romano

settecentesco, Rome 1974.

€ 25.000 – € 30.000

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256

ALEXANDER KEIRINCX,

100 ANTWEEN 12 AMSTEAM,

Der Maler war ab 1619 Mitglied der Antwerpener

Lukasgilde. Er stand in engem Kontakt mit Cornelis

van Poelenburgh (1586– 1667) und begab sich 1638

nach England, wo er Aufträge von König Karl I erhielt,

um eine Serie von englischen Ansichten zu malen.

Seine Landschaften stehen noch ganz unter dem Einfluss

des Jan Brueghel d. Ä. sowie des Paul Bril (um

1553/54 – 1626), aber auch des Gillis van Coninxloo

(um 1581 – 1619/20).

HÜGELIGE FLUSSLANDSCHAFT MIT JAGDSZENE

Öl auf Leinwand. Altdoubliert.

93 x 112 cm.

In breitem Holzrahmen.

Das hier angebotene Gemälde wird beim RKD in Den

Haag unter Nummer 23922 als eigenhändiges Werk

von Alexander Keirincx geführt.

In sanftem Licht spiegeln sich Bäume unterschiedlicher

Höhe in dem stehenden Gewässer hinter dem

sich Hügel mit bestellten Feldern erheben. Links ein

für Keirincx typischer Repoussoirbaum, von dem sich

soeben ein Vogel erhoben hat. Im Vordergrund mehrere

Reiter und Jagdhunde einer Hirschkuh nachsetzend.

Provenienz:

Sammlung L. Borg de Balzan, Florenz als Philips

Wouwerman bis zum 2. April 1894.

Auktion Sangiorgi, Florenz, 20. April 1894, Lot 146.

Sammlung H.E. von Scheven, Wiesbaden, bis 1935.

Sotheby’s London, 11. Dezember 1996, Lot 28.

Sotheby’s New York, 28. Mai 1999, Lot 133.

(14406512) (13)

ALEXANDER KEIRINCX,

100 ANTWE 12 AMSTEAM

HILLY RIVER LANDSCAPE WITH HUNTING SCENE

Oil on canvas. Old relining.

93 x 112 cm.

The painting offered here is listed at the RKD in The

Hague under no. 23922 as an autograph work by Alexander

Keirincx.

Provenance:

L. Borg de Balzan collection, Florence as Philips

Wouwerman until 2 April 1894.

Auction, Sangiorgi, Florence, 20 April 1894, lot 146.

H.E. von Scheven collection, Wiesbaden, until 1935.

Sotheby’s London, 11 December 1996, lot 28.

Sotheby’s New York, 28 May 1999, lot 133.

€ 20.000 – € 30.000

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91


257

JAN BAPTIST VAN FORNENBURGH,

TTI 10 1

STILLLEBEN MIT PFIRSICHEN, TRAUBEN, BLÜTEN,

SCHMETTERLINGEN, NAUTILUS UND SCHNECKEN

Öl auf Holz.

70 x 91 cm.

Rechts unten monogrammiert.

In vergoldetem, ornamental verziertem Rahmen.

Auf einer horizontal gelagerten Steinplatte mit dahinter

liegender Rundnische mehrere Früchte wie Melone,

weiße Trauben, Pfirsiche und Birne in geschickter Komposition

mit drei Schmetterlingen, einem Nautilus und

drei Schnecken. Die Rundnische gefüllt mit einer gläsernen

gebauchten Vase, darin befindlich eine Rose,

Vergissmeinnicht und mehrere geflammte Tulpen.

JAN BAPTIST VAN FORNENBURGH,

ACTIE 10 1

STILL LIFE WITH PEACHE ND SNAILS

Oil on panel.

70 x 91 cm.

Monogrammed lower right.

In gilt frame with ornamental décor.

Provenance:

Rafael Valls, London.

Auction, Servarts Brüssel, 20 November 2001, lot

237, as B. Assteyn.

Notes:

The painting is registered at RKD image archive, no.

48780.

Provenienz:

Rafael Valls, London.

Auktion, Servarts Brüssel, 20. November 2001, Lot

237, als B. Assteyn.

Anmerkung:

Das Gemälde ist beim RKD unter der Nummer 48780

verzeichnet.

Ausstellung:

TEFAF Maastricht, 2007. (1251501) (13)

Exhibition:

TEFAF Maastricht, 2007.

€ 25.000 – € 45.000

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258

JORIS VAN SON,

12 ANTWEEN 1 EENA, U

GROSSES PRUNKSTILLLEBEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

95 x 138 cm.

Auf der Tischplatte datiert „1652“.

In vergoldetem Kassettenrahmen.

Auf einer breiten Holzplatte, die partiell von einem weißen

und einem grünen Tischtuch bedeckt ist, sehen

wir einige vergoldete Prunkgefäße wie einen Römerhalter,

einen liegenden Nautilus, eine Wanli-Schale sowie

zahlreiche Früchte, einen angeschnittenen Schinken,

Pasteten und ein sich vom Hintergrund schwach

abzeichnendes, gefülltes Glas.

Provenienz:

Auktion William Doyle Galleries New York, 25. Januar

2024, Lot 515.

Auktion Sotheby Parke Bernet, New York, 4. Juni

1980, Lot 24, als Art des Abraham van Beijeren.

Auktion Sotheby Parke Bernet, New York, 11. Juni

1981, Lot 43, als Schule des Joris van Son.

Eigentum aus einem Fifth Avenue Apartment, New

York, bis 25. Januar 2024.

Anmerkung:

Eine kleinere Version des Gemäldes aus der Werkstatt

von Joris van Son, die auf 1651 datiert ist, wurde

am 5. Dezember 2012 bei Christie’s unter Lot 134

verkauft. Auf das hier angebotene Gemälde wurde in

dem damaligen Text Bezug genommen, wie dem Vorbesitzer

von Sabine van Beek vom RKD in Den Haag

bestätigt wurde.

(1450981) (13)

JORIS VAN SON,

12 ANTWE 1 II, ATTIUTE

MAGNIFICENT LARGE STILL LIFE

Oil on canvas. Relined.

95 x 138 cm.

Dated “1652” on the tabletop.

Provenance:

Auction William Doyle Galleries, New York,

25 January 2024, lot 515.

Auction Sotheby Parke Benet, New York, 4 June

1980, lot 24 as Abraham van Beijeren, style of

Auction Sotheby Parke Benet, New York, 11 June

1981, lot 43, school of Jors van Son.

Property from a Fifth Avenue Apartment, New York,

until 25 January 2024.

Notes:

A smaller version of the painting from the workshop

of Joris van Son, dated 1651, was sold at Christie’s

on 5 December 2012, under lot 134. The present

painting was referred to in the text at the time, as

confirmed to the previous owner by Sabine van Beek

of the RKD in The Hague.

€ 10.000 – € 15.000

INFO | BID

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93


259

NICOLAES VAN VERENDAEL,

140 ANTWEEN 11 EENA, EIS ES

BLUMENBOUQUET IN KUGELVASE

Öl auf Leinwand. Doubliert.

45 x 35,5 cm.

Verso mit alter Sammlungsnummer auf dem Keilrahmen.

In ebonisiertem Wellenleistenrahmen.

Auf einer angedeuteten steingrauen Platte steht im

Zentrum des Bildes eine gefußte gläserne Kugelvase

in deren Leibung sich ein Sprossenfenster wirkungsvoll

widerspiegelt. Etwa auf der Höhe der Wasserfüllfläche

ist ein Schmetterling zu sehen, der als Brauner

Bär identifiziert werden kann. In der Vase Prunusblüten

mit Libelle, eine Schachbrettblume, Rosen und Tulpen.

Literatur:

Vgl. Günter Ebert (Hrsg.), Die Schmetterlinge Baden-

Württembergs. Band 5: Nachtfalter III (Sesiidae,

Arctiidae, Noctuidae), Stuttgart 1997. (1441452) (13)

€ 3.000 – € 5.000

INFO | BID

260

BAREND VAN DER MEER,

1 HAALEM 10102 EENA, U

FRÜCHTESTILLLEBEN MIT WARZENGLAS

UND BASTFLASCHE

Öl auf Leinwand.

45 x 61 cm.

Die Gegenstände auf kräftiger Steinplatte vor dunklem

Hintergrund. Wie bei dem hier in Betracht gezogenen

Maler sind die Trauben gekonnt und durchlichtig wiedergegeben.

Wie in mehreren seiner Werke findet sich

auch hier eine geschälte Zitrone, deren Schalenband

aus dem mit Weißwein gefüllten Römerglas herausschwingt.

Auffällig ist die Spiegelung in dem Hals der

Bastflasche, die offensichtlich ein Fenster zeigt. Der

Spätzeit, in die das Gemälde einzuordnen ist – um

1680 –, entspricht auch, dass hier bereits auf die früheren

Anspielungen auf Vergänglichkeit oder Memento

mori verzichtet wird.

(1451566) (11)

€ 8.000 – € 10.000

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1

CONRAD MEYER,

11 ICH 1 EENA, U

BLUMENSTÜCK IN PARKLANDSCHAFT

Öl auf Leinwand. Doubliert.

94 x 123 cm.

Rechts auf dem Pilaster wohl posthum signiert und

datiert „Conrad Meyer f./A° 1670“.

In teilvergoldetem Rahmen.

Eine von architektonischen Elementen verschiedener

Höhe gegliederte Parklandschaft, die rückwärtig mit

einer Böschung abschließt und mit einem vorgelagerten

Blumenstück verschiedener Couleur.

(1450245) (13)

CONRAD MEYER,

11 UICH 1 II, ATTIUTE

FLORAL PIECE IN PARK LANDSCAPE

Oil on canvas. Relined.

94 x 123 cm.

Signed and dated “Conrad Meyer f./A° 1670” on

pilaster on the right, probably later, in posthumous.

€ 15.000 – € 20.000

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95


262

DIRK VAN HOOGSTRATEN,

1 ANTWEEN 140 OECHT

BIBLISCHE DARSTELLUNG IN EINEM PALAST

Öl auf Leinwand. Doubliert.

79 x 97 cm.

Rechts unten auf Säulensockel monogrammiert „DvH“.

Im Innenraum eines Palastes der linksseitig auf einem

Thron sitzende König mit goldener Krone, der aufmerksam

einem vor im knienden jungen Mann zuhört und

sich dabei gedankenverloren über seinen Bart streicht.

Umgeben werden beide von Pharisäern und Schriftgelehrten

in edler Kleidung. Rechtsseitig an eine Säule

gelehnt ein Wachsoldat in glänzender Rüstung. Malerische

Darstellung mit vielen Details.

(1450263) (18)

DIRK VAN HOOGSTRATEN,

1 ANTWE 140 OECHT

BIBLICAL SCENE WITH PALACE

Oil on canvas. Relined.

79 x 97 cm.

Monogrammed “DvH” lower right on base of column.

€ 12.000 – € 15.000

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263

JEAN-BAPTISTE MONNOYER,

1 LILLE 1 LONON, U

STEINKARTUSCHE MIT EUROPA UND DEM STIER

UND BLÜTENFESTONS

Öl auf Leinwand. Doubliert.

89 x 71,5 cm.

Auf graviertem Messingschild bezeichnet.

In barockisierendem Rahmen.

Hochrechteckiges Gemälde Europa auf dem Stier nach

Ovid darstellend. Das „Bild im Bild“ mit Trompe l’oeil-

Rahmenleiste. Diese in eine bildhauerisch gearbeitete

Steinkartusche mit Greifenköpfen und weiblicher Herme

gestaltet. Umlaufende, fein gemalte Blütenfestons in

starker Chiaroscuro-Auffassung. Der Raub der Europa

womöglich von anderer Hand in Zusammenarbeit mit

dem Blütenmaler entstanden.

(1430355) (13)

JEAN-BAPTISTE MONNOYER,

1 LILLE 1 LONON, ATTIUTE

STONE CARTOUCHE WITH THE RAPE OF EUROPA

AND FLORAL FESTOONS

Oil on canvas. Relined.

89 x 71.5 cm.

Inscribed on engraved brass plaque.

In Baroque-style frame.

Portrait format painting of Europa with the bull according

to the legend of Ovid. Depiction of a “painting within

a painting” set in a trompe l’oeil frame. Monnoyer,

who specialised in flowers, may have collaborated

with another artist for the depiction of the Rape of

Europa scene.

€ 20.000 – € 30.000 (†)

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97


264

SEBASTIAN VRANCX,

1 ANTWEEN 14 EENA, U

Der Maler, der auch als Begründer des flämischen Militärgenres

gilt, war laut dem Biografen Carel van Mander

d. Ä. (1548 – 1606) ein Schüler von Adam van Noort

(1562 – 1641). Er begab sich, wie die meisten seiner

Kollegen, 1597 nach Italien, was in der Folge Einfluss

auf die Darstellung antiker Ruinen und römischer Bauwerke

in seinem Werk hatte. 1600 wurde er Mitglied

der Antwerpener Lukasgilde, wo er mit seinen Zeitgenossen

wie Jan Brueghel d. Ä. (1568 – 1625), Frans

Francken d. J. (1581 – 1642) und Hendrik van Balen

d. Ä. (1575 – 1632) befreundet war. So weist sein Werk

auch manche Gemeinsamkeiten mit denen dieser

Künstler auf. Sein Ruhm führte schon zu Lebzeiten zu

einer Vervielfältigung seiner Bilder in Kupferstichen.

SCHLACHTENSZENE

Auf weitem Feld tobt eine Kavallerie-Schlacht, die Soldaten

dabei teils in glänzender Rüstung mit Helm. Im

Vordergrund ist bereits ein Kämpfer mit seinem Pferd

zu Boden gegangen; auffallend in der Mitte der

Schlacht ist ein Reiter auf einem Schimmel in Rüstung

mit gezücktem Schwert. Linksseitig eine kleine Anhöhe

vor leichten Rauchwolken mit weiteren Kämpfen,

die meist zu Pferde mit Schwertern und Pistolen geführt

werden. Im Hintergrund rechts sind die Kirchtürme

einer Stadt und eine Windmühle erkennbar.

Figurenreiches Schlachtengetümmel in der Manier des

Künstlers.

(1450702) (18)

€ 8.000 – € 12.000

INFO | BID

Öl auf Leinwand.

125 x 165 cm.

98 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for 6.500 additional high resolution images.


265

JAN VAN HUCHTENBURGH,

14 HAALEM 1 AMSTEAM,

Der Maler lernte bei Thomas Wijck und ging noch in

sehr jungen Jahren nach Rom zu seinem Bruder Jacob

van Huchtenburg, der Landschaften in der Manier des

Nicolaes Pieterszoon Berchem malte. In den Jahren

1708 bis 1717 begleitete er den österreichischen Feldmarschall

Prinz Eugen von Savoyen auf dessen Feldzügen

und malte dessen Schlachten in großen Zyklen.

MARKTTAG IN DER STADT

Öl auf Leinwand. Doubliert.

96 x 111 cm.

Signiert und datiert „1617“. Sammlungsplakette mit

Namensnennung des Künstlers.

In reliefiertem Rahmen.

Vor der Silhouette einer südlichen Stadt, die eine große

Menschenansammlung anlässlich eines Markttages

zeigt, ein Kirchengebäude, das anhand eines Giebelkreuzes

erkennbar ist. Unter einem davorstehenden

Repoussoir-Baum einige Pferde, – ein Motiv, auf das

Huchtenburg spezialisiert war – sowie Figuren, deren

Physiognomie besonders genau beobachtet ist und

deren lebensechte und glaubwürdige Handlungen

dem Betrachter einen anschaulichen Eindruck von der

Lebendigkeit vermitteln, die einem solchen Ereignis

seinerzeit innewohnte.

Ein Gemälde vergleichbarer Komposition wurde am

28. Oktober 1992 unter Lot 94 bei Sotheby’s in London

angeboten. Ein weiteres Gemälde im Staatlichen

Museum Schwerin (Inv.Nr. G 2290) zeigt das Pferd in

der gleichen Position.

(1450021) (13)

€ 8.000 – € 12.000

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99


266

BALTHAZAR VAN DEN BOSSCHE,

11 ANTWEEN 11 EENA, U

Gemäldepaar

EIN ALCHEMIST MIT SEINER FAMILIE IM LABOR,

sowie

EIN ADLIGER HERR MIT SEINER FAMILIE AUF DER

TERRASSE

Öl auf Leinwand. Doubliert.

Jeweils 68 x 83 cm.

In vergoldeten Rahmen.

Von einem großen Innenraum, der sich mit zahlreich

verteilten Gegenständen als Werkstatt eines Alchemisten

präsentiert, geht der Blick vorbei an einer Säule

und einem großen, nach rechts herabhängendem Vorhang,

auf einen offenen Innenhof. Im Mittelpunkt der an

einem Tisch mit Gefäßen und Büchern sitzende

Alchemist, der den in einer Glasflasche befindlichen

Urin seiner neben ihm sitzenden Frau oder auch Kundin,

in Begleitung einer älteren, hinter ihm stehenden Frau

untersucht. Das Lächeln der Älteren deutet auf das positive

Ergebnis einer Schwangerschaft hin. Die Werkstatt

ist reich ausgestattet unter anderem mit einem am

Boden stehenden Himmelsglobus und diversen Schalen,

die teils in einem Regal im Hintergrund links stehen,

in dessen Nähe ein Assistent ein kleines Kohlebekken

mit Blasebalg bedient. Am rechten Bildrand vor

einem Sockel mit steinerner Prunk vase ein weiterer

Assistent des Alchemisten, der versucht, einen Affen

am Boden vom Fressen von Früchten abzuhalten.

Das andere Gemälde zeigt einen stehenden adligen

Herrn mit grauer Perücke an einem gedeckten Tisch

neben seiner sitzenden Frau, die ihm gerade eine Tasse

Tee reichen will. Er hat einen Federstift in der Hand

und betrachtet aufmerksam die Jagdbeute, die ihm

zwei Jäger präsentieren, während eine Frau mit Korb,

aus dem eine Urkunde mit rotem Wachssiegel ragt,

wartet. Denkbar wäre, dass die Jagdbeute zur Begleichung

von Schulden beitragen soll, was dann schriftlich

festgehalten wird. Im Hintergrund stehend auf

einem Sockel die große Steinskulptur des Herkules

Farnese. Detailreiche Darstellungen mit zahlreichen

versteckten Anspielungen in der typischen Manier des

Künstlers.

Provenienz:

Aus einem badischen Renaissanceschloss (verso

jeweils Aufkleber mit Inventarnummer von Schloss

Neuweier) (14505721) (18)

BALTHAZAR VAN DEN BOSSCHE,

11 ANTWE 11 II, ATTIUTE

A pair of paintings.

AN ALCHEMIST WITH HIS FAMILY IN THE LABORA-

TORY

and

A NOBLE LORD WITH HIS FAMILY ON THE TERRACE

Oil on canvas. Relined.

Each 68 x 83 cm.

Provenance:

From a Renaissance castle in Baden (verso each with

sticker with inventory number from Neuweier Castle)

€ 15.000 – € 20.000

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267

PETER CASTEELS II,

TTI 10 14, U

CAPRICCIO-ANSICHT EINES BELEBTEN HAFENS

Öl auf Leinwand. Doubliert.

29 x 41 cm.

In schwarzem Flammleistenrahmen.

Das Gemälde mit fantastischer Architekturstaffage

zeigt unterhalb eines hohen Turmgebäudes eine geschäftige

Hafenansicht mit zahlreichen Figuren. Darunter

Händler mit ihren meist mit Zelten versehenen

Marktständen sowie eine Vielzahl von Booten, mit Figuren

oder mit Tieren beladen auf dem Wasser. Darstellung

in der typischen Manier des Künstlers mit vielen

Details in überwiegend beige-brauner Farbgebung; die

Figuren werden durch wiedergegebene vereinzelte

Lichteinfälle und ihre rötlichen und weißen Kleidungsstücke

besonders hervorgehoben.

(1450575) (18)

€ 5.000 – € 7.000

INFO | BID

268

HENDRICK BLOEMAERT,

10102 UTECHT 12, EIS ES

ALLEGORIE DES WINTERS

Öl auf Leinwand. Doubliert.

113 x 91 cm.

In dekorativem Rahmen.

In einem Innenraum ein alter, vornehm gekleideter

Mann mit großer Pelzmütze und pelzverbrämter Weste

an einem Tisch sitzend, dessen Platte mit einem Teppich

belegt ist. Darauf stehend eine Schale mit glühenden

Kohlen, über der er seine Hände wärmt. Seinen

Kopf hat er gewendet und er blickt mit seinen dunklen

Augen aufmerksam aus dem Bild heraus. Hinter dem

Tisch eine Frau, die ihn freudig anblickt. Feine qualitätvolle

Malerei, bei der besonders der Pelz und der

graue Bart präzise wiedergegeben werden.

(14406515) (18)

€ 4.000 – € 6.000

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101


269

JACOB PHILIPP HACKERT,

1 ENLAU 10 SAN IEO A CAEI,

LOEN, U

IM SCHATTEN DES GROSSEN BAUMES

Öl auf Leinwand.

117 x 91 cm.

In reliefverziertem Rahmen.

Weite lichtdurchdunstete hügelige Landschaft mit zentralem,

weit verästeltem, belaubtem Baum unter dem

sich eine pastorale Szene abspielt. Mehrere Figuren

haben sich im Schatten des Baumes niedergelassen.

Die Darstellung geht auf ein Gemälde von Jacob

Philipp Hackert zurück, das von Nordhoff und de Seta

publiziert wurde und möglicherweise darauf hindeutet,

dass es sich bei dem hier angebotenen Gemälde um

ein autografes Werk handeln könnte. Das in der Literatur

verzeichnete Gemälde ist jedoch im Querformat

ausgeführt und zeigt links eine Flusslandschaft.

JACOB PHILIPP HACKERT,

1 ENLAU 10 SAN IEO A CAEI,

LOENCE, ATTIUTE

IN THE SHADE OF A BIG TREE

Oil on canvas.

117 x 91 cm.

The depiction originates from a painting by Jacob

Philipp Hackert, published by Nordhoff, which may indicate

that the present painting could be an autograph

work. However, the published painting is landscape

format and depicts a river landscape on the left.

Literature:

cf. Claudia Nordhoff and Cesare de Seta, Hackert,

Naples 2005, p.131, cat. no. 15.

€ 12.000 – € 15.000

INFO | BID

Literatur:

Vgl. Claudia Nordhoff und Cesare de Seta, Hackert,

Neapel 2005, S. 131, Kat.Nr. 15. (1450775) (3) (13)

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103


270

HENDRIK WILLEM SCHWEICKARDT,

14 HAMM 1 LONON

WINTERLICHE FREUDEN AUF DEM KANAL

Öl auf Holz.

45 x 64 cm.

Unten mittig signiert und datiert „1788“.

Diagonal in das Bildfeld hineinführende Rundbogenbrücke,

deren vorderes Ende bis an den Betrachterstandpunkt

heranreicht. Ziel der Brücke ist ein Deich,

hinter dem zahlreiche geklinkerte Häuser und eine

Windmühle zu sehen sind. Das gefrorene, darunter

herführende Gewässer bietet Platz für Vergnügungen

des Winters sowie ein Verkaufszelt mit Stolz prangender

niederländischer Beflaggung. Schweickhardt wurde

in Hamm in Deutschland geboren, war jedoch in

den Niederlanden künstlerisch tätig, wo er neben detailreichen

Zeichnungen und Radierungen auch idyllische

Szenen aus dem niederländischen Alltagsleben

darstellte.

(1450354) (1) (13)

HENDRIK WILLEM SCHWEICKARDT,

14 HAMM 1 LONON

WINTER AMUSEMENTS ON THE CANAL

Oil on panel.

45 x 64 cm.

Signed and dated “1788” lower centre.

€ 25.000 – € 40.000

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Detailabbildung

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105


71

HOLLÄNDISCHER MEISTER

E WEITEN HLTE ES 1 AHHUNETS

KINDERPORTRAITS

Öl auf Leinwand. Doubliert.

71 x 61 cm.

In dekorativem Rahmen.

In einem Innenraum ein einfach gekleideter sitzender

Junge mit Hut, der vor sich auf seinem Schoß einen

beschädigten Teller mit Essen stehen hat. Hinter ihm

stehend, mit einer Hand auf seiner Schulter, wohl seine

kleine Schwester, die er mit Handgestik und Blick

nach der Abgabe seines Essens fragt. Hinter beiden

sind Teile eines Herdes mit Speisen sowie Kleidung

und Hände einer stehenden Figur erkennbar. Dies

könnte ein Hinweis sein, dass das Gemälde ursprünglich

größer war.

(1440733) (18)

€ 6.500 – € 8.500

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272

FRANS SNYDERS,

1 ANTWEEN 1 EENA, EIS ES

HUNDE, EINEN TIGER ANGREIFEND

Öl auf Leinwand. Doubliert.

115,5 x 170 cm.

Verso auf dem Keilrahmen mit Auktionsetikett.

In profiliertem Rahmen.

Inmitten einer hügeligen Landschaft mit besonders

gen Horizont abschließender Baumstaffage und den

Himmel belebenden Vögeln ein sich aufbäumender

Tiger, der im Begriff ist von mehreren Jagdhunden gerissen

zu werden.

Provenienz:

Lempertz, Köln, 19. November 2022, Lot 1876.

Süddeutsche Privatsammlung. (1441971) (13)

FRANS SNYDERS,

1 ANTWE 1 II, CICLE O

DOGS ATTACKING A TIGER

Oil on canvas. Relined.

115.5 x 170 cm.

Auction label on the back of the stretcher.

Provenance:

Auction, Lempertz, Cologne, 19 November 2022,

lot 1876.

Private collection, South Germany.

€ 10.000 – € 15.000

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107


273

PIETER NEEFS D. J.,

120 ANTWEEN 1 EENA, U

INNENANSICHT DER ONZE-LIEVE-VROUWE-KATHE-

DRAAL IN ANTWERPEN

Öl auf Holz. Parkettiert.

39 x 53,5 cm.

In Kehlrahmen mit ebonisiertem Wellenleistenprofil.

Beigegeben eine Bestätigung von Max Jacob Friedländer,

Berlin, 22. August 1932.

Perspektivisch genau beobachteter basilikaler Bau mit

reichlicher, in die Tiefe gestaffelter Figurenstaffage und

Innenausstattung. Die Kirche wurde im 14. bis 16. Jahrhundert

erbaut und beeindruckt mit ihrem 123 Meter

hohen Turm.

Im Inneren befinden sich berühmte Gemälde von Peter

Paul Rubens. Sie gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe

und prägt bis heute das Stadtbild Antwerpens. Eine

ähnliche Ansicht von Pieter Neefs wurde bei Christie’s

in London am 7. Dezember 2007 unter Lot 126 angeboten.

(1450401) (13)

€ 8.000 – € 12.000

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274

NIEDERLÄNDISCHER MALER DER ERSTEN HÄLFTE

ES 1 AHHUNETS

PORTRAIT EINES VIERZEHNJÄHRIGEN

Öl auf Holz.

157 x 99 cm.

In vegetabil reliefiertem Rahmen.

Als Ganzkörperfigur neben einem Tisch stehender junger

Mann mit in seiner Hüfte gestützter Hand, die

auch einen Hut hält. Rute, hohe Strümpfe, ein glänzender

Brustharnisch und ein feiner Spitzenkragen verleihen

dem Dargestellten einen festlichen Glanz, der von

Spitzenmanschetten, einem Degen und einem grünen

Velum unterstrichen wird. Rechts oben mit zwei Wappen.

Darunter Schriftzug „Aetatis suae 14/Ao 1615“.

(1451576) (13)

DUTCH SCHOOL, FIRST HALF OF THE

1TH CENTU

PORTRAIT OF A FOURTEEN-YEAR-OLD

Oil on panel.

157 x 99 cm.

€ 12.000 – € 15.000

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109


275

PIETER CLAESZ,

1 ECHEM EI ANTWEEN 10

HAALEM, WESTATT ES

Pieter Claesz war der bekannteste und produktivste

Stilllebenmaler im Haarlem des 17. Jahrhunderts. Zwischen

1621 und seinem Tod im Dezember 1660 malte

er vermutlich mehr als 300 Stillleben, meist Speisen,

die auf einem Tisch dekorativ arrangiert sind. Zusammen

mit Willem Claeszoon Heda (1594 – 1680) war er

der Hauptvertreter des sogenannten „monochrome

banketje“ in Haarlem.

STILLLEBEN MIT SCHINKEN UND ZITRONE

Öl auf Holz.

90 x 114 cm.

In breitem Wellenleistenrahmen.

Vor changierend olivgrün-braunem Hintergrund eine

mit weißem Tischtuch belegte Tafel. Darauf arrangierte

Prunkgegenstände, wie eine zinnerne Kugelbauchdekkelkanne,

in deren Laibung sich das Atelierfenster und

das Weinlaub spiegeln, daneben ein Glas à la façon de

Venise, eine liegende Silbertazza und Zinnplatten mit

Schinken vor einem Raerener Kugelkrug mit Zinnmontierung.

Rechts ein Berkemeyer neben einem Brotstück,

einem Messer und einer Nelke.

(1441616) (13)

PIETER CLAESZ,

1 ECHEM NEA ANTWE 10

HAALEM, WOSHO O

STILL LIFE WITH HAM AND LEMON

Oil on panel.

90 x 114 cm.

€ 10.000 – € 15.000

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276

ADEODATO ZUCCATI,

10 UM 120, EIS ES

Der Maler war in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts

in der Emilia-Romagna tätig, seine Werke werden

in Sammlungen der Bologneser Aristokratie, etwa

dem Grafen Annibale Ranuzzi (1625– 1697) und Giovanni

Antonio Sedazzi verzeichnet.

PRUNKSTILLLEBEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

86 x 138 cm.

In reliefverziertem Rahmen.

Auf einer Tischplatte mehrere Bücher und eine gebauchte

Vase mit Blumenbouquet nebst Uhr und

Früchten unter einem ornamental dekorierten Vorhang.

(1451104) (4) (13)

€ 6.500 – € 8.000

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277

BARTOLOMEO BETTERA,

1 EAMO UM 1 MAILAN, U

Wie sein berühmter Landsmann Evaristo Baschenis

(1617 – 1677), ist auch Bettera bekannt für seine Stillleben,

überwiegend mit Musikinstrumenten. Anders jedoch

als Baschenis, fügte Bettera auch noch andere

kostbare Utensilien wie Kästchen, Globen oder Schatullen

hinzu. Werke seiner Hand befinden sich u.a. in

öffentlichen Sammlungen in Kassel, Wien und Turin.

STILLLEBEN MIT MUSIKINSTRUMENTEN

UND GLOBUS

Öl auf Leinwand. Doubliert und mit Karton abgedeckt.

96 x 146 cm.

In dekorativem Rahmen.

In einem Innenraum, dessen Boden mit hell- und dunkelbraunen

Fliesen versehen ist, ein großer Tisch, der

zu drei Viertel von links mit einem wertvollen persischen

Knüpfteppich belegt ist. Dieser wird zusätzlich

hervorgehoben durch die darüber aufgelegte gröbere

Leinwandergänzung. Auf dem Tisch befinden sich von

links eine Laute, zwei Geigen, eine weitere Laute, eine

kleine Harfe, eine kleine Fanfare, daneben eine Gitarre

und rechtsseitig ein durch den Lichteinfall von links

oben besonders hervorgehobener Tischglobus. Zudem

zwei liegende Bücher, von denen das mittlere einige

Notenblätter unter sich liegen hat, welches am Rand

mit „IL. Divino Platone“ beschriftet ist. Auf dem Buch

liegend eine Farbpalette mit mehreren eingesteckten

Pinseln. Im Hintergrund des Tisches ein mehrschübiger

Kasten und linksseitig, als Repoussoir, die Basis

einer Säule.

Das Gemälde ist ein typisches Meisterwerk des Künstlers,

der sich auf die Wiedergabe von Musikinstrumenten

spezialisiert hat, wobei der Teppich eventuell von

anderer Hand stammen könnte.

Anmerkung:

Verso Aufkleber des Dallas Museum for Contemporary

Arts zur Ausstellung „The Art That Broke the

Looking Glass“, 14 November – 31 Dezember 1961,

sowie ein weiterer Aufkleber mit Künstlernennung

und Betitelung von Dickinson Agents and Dealers in

Fine Art, London. (1431122) (18)

€ 4.000 – € 6.000 (†)

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111


278

NORDITALIENISCHE SCHULE DES

1 1 AHHUNETS, WOHL EAMO

Gemäldepaar

STILLLEBEN MIT MUSIKINSTRUMENTEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

54 x 104 cm sowie 54 x 106 cm.

Das eine Gemälde zeigt in einem Innenraum auf einer

Steinplatte, die von links halb mit einer Decke bedeckt

ist: einen großen Kontrabass, eine Geige, Notenblätter,

ein kleines Bild mit einem zu Geigenmusik tanzenden

Herrn, einen Tischglobus sowie eine Schale mit Pilzen.

Im Zentrum des anderen Gemäldes steht ein Clavichord

auf einer Steinplatte; links davon liegt eine Laute, auf

der ein großer Papagei sitzt. Eine weitere Laute befindet

sich auf einem an der Rückwand befestigtem

Brett. Ergänzt wird die Szene durch eine Tischuhr, eine

Schale mit Früchten sowie ein aufgeschlagenes Notenheft

davor. Die Malerei vereint mehrere Elemente aus

dem Bereich der „schönen Künste“ in zurückhaltender

Farbgebung, jedoch mit feiner Lichtführung.

(1451071) (18)

€ 3.000 – € 5.000

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279

NEAPOLITANISCHE SCHULE DES SPÄTEN

1 1 AHHUNETS

BILDNIS EINES VORNEHMEN HERREN

Öl auf Leinwand.

63 x 51 cm.

Vor dunklem Hintergrund das Brustbildnis eines leicht

nach links gewandten, jungen Mannes mit braunen

schulterlangen Haaren in einem vornehmen, mit Goldfäden

bestickten Gewand und einer breiten, teils mit

Spitze verzierten, weißen Halskrause. Mit seinen

großen Augen blickt er aufmerksam aus dem Bild heraus.

Repräsentative Darstellung.

(1450262) (18)

€ 7.000 – € 10.000

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den Einfluss von Ambrosius II Bosschaert (1602– 1645)

und dessen Bruder Johannes Bosschaert (ca.

1607 – 1628), beide ebenfalls bedeutende Stilllebenmaler,

die zeitweise in Utrecht tätig waren. Auch Jan

Davidszoon de Heem (1606– 1684), einer der führenden

niederländischen Stilllebenmaler des 17. Jahrhunderts,

hatte einen deutlichen Einfluss auf Simons’ Kompositionen.

Alle drei genannten Künstler wirkten

zeitweise in Utrecht, was den künstlerischen Austausch

in dieser Region unterstreicht. Interessanterweise

scheint Simons selbst wiederum einen gewissen

Einfluss auf den sogenannten Monogrammisten

JHV ausgeübt zu haben, von dem datierte Werke zwischen

1652 und 1663 bekannt sind. Zudem sollten

zwei flämische Künstler erwähnt werden, mit denen

Simons oft verwechselt wird: Ein namensgleicher Michiel

Simons, der zwischen 1602 und 1632 in Antwerpen

aktiv war. Ein Blumenkorb aus seiner Hand wird in

einem Inventar von 1644 erwähnt, doch sind heute keine

gesicherten Werke von ihm bekannt. Manche Kunsthistoriker

bezeichnen ihn als Michiel I und unseren niederländischen

Maler als Michiel II. Außerdem existiert

der sogenannte Pseudo-Simons, ein anonymer Maler,

der zwischen ca. 1650 und ca. 1680 in Antwerpen tätig

war. Keines seiner Werke ist signiert, dennoch werden

ihm über 100 Gemälde zugeschrieben. Der Name

„Pseudo-Simons“ ist irreführend, da dieser Künstler

weder mit Michiel Simons verwandt ist noch niederländischer

Herkunft war. Stilistisch steht er vielmehr in der

Tradition von Jan Pauwel Gillemans I und II.

(1451534) (1) (13)

280

MICHIEL SIMONS,

120 1

STILLLEBEN MIT WANLISCHALE,

FRÜCHTEN UND RÖMER

Öl auf Leinwand. Doubliert.

67,9 x 89,5 cm.

Links unten auf der Tischkante signiert

„M. Simons f.“.

In ornamental reliefiertem Rahmen.

Auf einer halb durch ein Tischtuch bedeckten Holzplatte

ist ein Stilleben drapiert, mit einer geneigten Wanli-Porzellanschale.

Darin und darum angeordnete Früchte,

sowie ein auf einer Zinnplatte liegender Flusskrebs, dahinter

ein Römer und ein Brotstück. Die datierten Werke

von Michiel Simons reichen von 1648 bis 1657. Es

gilt als wahrscheinlich, dass er vor allem in Utrecht tätig

war, wo er 1669, 1671 und zuletzt 1673 urkundlich erwähnt

wird. Simons entwickelte einen eigenständigen

und gut erkennbaren Stil, insbesondere im Bereich der

Blumen- und Früchtestillleben. Seine Arbeiten zeigen

MICHIEL SIMONS,

120 1

STILLLIFE WITH WANLI BOWLE, FRUITS AND WINE

GLAS

Oil on canvas. Relined.

67.9 x 89.5 cm.

Signed lower left on table edge “M. Simons f.”

€ 12.000 – € 15.000

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1

CHARLES & HENRI BEAUBRUN,

NSTLE ES 1 AHHUNETS, U

PORTRAIT DER ANNA VON ÖSTERREICH

(1601–1666), KÖNIGIN VON FRANKREICH

Öl auf Leinwand. Doubliert.

125 x 94 cm.

In vergoldetem Prunkrahmen.

Vor dem blauen Innenfutter eines goldfarbenen bestickten

Ehrentuchs, das von oben mit zwei goldenen Quasten

herabhängt, die auf einem Thronstuhl sitzende Regentin

in langem schwarzem Gewand mit weißem, mit

Schleife zusammengebundenem Tuch im Bereich des

Dekolletés, sowie mit wertvollem Schmuck. Ihre rechte

Hand hat sie auf eine neben ihr auf einem Tisch liegende

Krone gelegt, als Zeichen der Königswürde. Dahinter

geht der Blick auf eine Landschaft im gelblichen Licht

der untergehenden Sonne. Die Königin trägt auf ihren

langen Haaren mit seitlich herabhängenden Schillerlokken

einen schwarzen Schleier und mit ihren dunklen Augen

blickt sie aufmerksam und würdevoll aus dem Bild

heraus. Qualitätsvolle repräsentative Darstellung, die

insbesondere das feine weiche Gesicht der Portraitierten

gegenüber dem dunklen Hintergrund hervorhebt.

Anmerkung:

Im Vergleich mit anderen Darstellungen der Anna von

Österreich mit Krone in der Hand erscheint sie hier in

weit jüngerem Antlitz; das lässt ein früheres Entstehungsdatum

des vorliegenden Gemäldes annehmen

(1441962) (18)

€ 8.000 – € 10.000

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113


282

ROSALBA CARRIERA,

1 ENEI 1 EENA, U

Die Künstlerin war bekannt für ihre Pastellmalerei. Gefeiert

und bewundert bereiste sie Europa und war Gast

an vielen Höfen, wie 1720/21 in Paris, 1723 in Modena

und 1730 in Wien.

PORTRAIT EINER EDELDAME

Pastell auf Papier.

Sichtmaß: 87,5 x 68,5 cm.

Auf dem Rahmen eine Plakette mit Namensnennung

Carrieras.

Hinter Glas gerahmt.

Beigegeben ein Gutachten von Dr. Niccolò Messeri,

Florenz, 19. Dezember 2017, in Kopie.

Qualitätvolle Darstellung einer jungen Dame in prächtiger

blauer Gewandung mit reichem Perl- und Hermelinbesatz

an einer reliefierten Brüstung lehnend. Ihr

Spiel mit der Perle bricht die konservative Haltung auf

und spielt so mit den weiblichen Reizen, die durch ihre

über die Schultern fallenden Röhrenlocken unterstrichen

werden.

In seinem Gutachten stellt Messeri die gute Vergleichbarkeit

des vorliegenden Blattes mit dem Portrait der

Lucrezia Basadonna Mocenigo in Dresden heraus, das

bei aller Reduziertheit im Format ebenfalls ein Hermelin

als Zeichen herrschaftlicher Würde umgelegt trägt

(Inv.Nr. P23) und (Inv.Nr. M11).

Literatur:

zu dem Dresdner Vergleichsbild: Staatliche Kunstsammlungen

Dresden, Roland Enke und Stephan

Koja (Hrsg.), Rosalba Carriera. Perfektion in Pastell,

Ausst.-Kat., Dresden 2023, S. 206. (1450244) (13)

€ 7.000 – € 9.000

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283

IEE MINA ,

112 TOES 1 AIS, U

Er war einer der bedeutendsten französischen Portraitmaler

im Zeitalter des klassizistischen Barocks.

PORTRAIT DER PRINZESSIN

HENRIETTA ANNE STUART

Öl auf Leinwand. Doubliert.

81 x 65 cm.

Rahmen mit Namensnennung Mignards.

In vergoldetem, mit Blattreliefs verziertem Rahmen.

Im Oval vor unbestimmtem Grund, leicht nach links gewandt,

das Portrait einer edel gekleideten Dame mit

Perlschmuck und Edelsteinen an ihrem Mieder, der Umhang

goldgestickte Lilien auf blauem Grund zeigend.

Henrietta Anne Stuart, auch bekannt als Minette, wurde

am 16. Juni 1644 im Exil im französischen Exeter geboren.

Sie war die jüngste Tochter des englischen Königs

Karl I von England und Henrietta Maria von Frankreich,

einer Schwester des französischen Königs Ludwig XIII.

Nach der Hinrichtung ihres Vaters 1649 wuchs Henrietta

am französischen Hof auf, wohin ihre Mutter sie brachte.

1661 heiratete sie Philippe I, Herzog von Orléans, den

jüngeren Bruder Ludwigs XIV, und wurde so zur Herzogin

von Orléans. Trotz ihrer politischen Bedeutung war

die Ehe unglücklich; Philippe war offen homosexuell,

was zu Spannungen führte. Henrietta spielte eine wichtige

diplomatische Rolle zwischen England und Frankreich.

Besonders bedeutend war ihre Mitwirkung am

Geheimvertrag von Dover (1670), durch den sich ihr Bruder,

König Karl II von England, zur Konversion zum Katholizismus

verpflichtete – im Gegenzug für finanzielle

Unterstützung durch Frankreich. Nur wenige Wochen

nach Abschluss des Vertrags starb Henrietta überraschend

am 30. Juni 1670 im Alter von 26 Jahren im

Schloss Saint-Cloud. Ihr plötzlicher Tod löste Gerüchte

über eine mögliche Vergiftung aus, obwohl eine offizielle

Untersuchung eine natürliche Ursache feststellte.

(1451474) (13)

PIERRE MIGNARD THE ELDER,

112 TOES 1 AIS, ATTIUTE

PORTRAIT OF PRINCESSE HENRIETTA ANNE STUART

Oil on canvas. Relined.

81 x 65 cm.

Artist’s name on frame.

€ 15.000 – € 25.000

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115


284

ITALIENISCHE SCHULE DER ZWEITEN HÄLFTE

ES 1 AHHUNETS

Gemäldepaar

VOGELSTILLEBEN IN LANDSCHAFT

ITALIAN SCHOOL, SECOND HALF

O THE 1TH CENTU

A pair of paintings.

BIRD STILL LIFE IN LANDSCAPE

Öl auf Leinwand. Doubliert.

90 x 73,5 cm.

In reliefierten Holzrahmen.

In eine hügelige Landschaft mit Sonnenuntergangsstimmung

gebettet und durch Repoussoir-Bäume

gerahmt, findet sich jeweils eine große Ansammlung

erlegter Vögel.

(1451463) (13)

Oil on canvas. Relined.

90 x 73.5 cm.

€ 10.000 – € 14.000

INFO | BID

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285

MELCHIOR DE HONDECOETER,

1 UTECHT 1 AMSTEAM,

U

Hondecoeter malte Jagdstillleben sowie Zusammenstellungen

einheimischer und exotischer Vögel. Obwohl

er fast alle seine Werke signierte ist nur ein sehr geringer

Teil seiner Bilder auch datiert. Weiter ist nachweisbar,

dass auf Tierbildern von Zeitgenossen die Originalsignaturen

durch jene des bekannteren Hondecoeter

ersetzt wurden.

PARKLANDSCHAFT MIT TRUTHAHN UND

ANDEREM FEDERVIEH

MELCHIOR DE HONDECOETER,

1 UTECHT 1 AMSTEAM,

ATTIUTE

PARK LANDSCAPE WITH TURKEY

AND OTHER POULTRY

Oil on canvas. Relined.

187 x 297 cm.

€ 50.000 – € 70.000 (†) INFO | BID

Öl auf Leinwand. Doubliert.

187 x 297 cm.

Ungerahmt.

Links am Rand leitet eine gestaffelte Brunnenanlage

hinter rosa Blüten in das Bild ein, das im Vordergrund

eine detailreiche Ansammlung von Federvieh zeigt,

hinter einem Zaun jedoch eine Palastanlage, dessen

Vorhof soeben von Gästen beschritten wird.

(14504513) (13)

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117


286

PIETRO BRANCALEONE,

TTI 112 1 IN ENEI, U

ERFRISCHUNG AN DER QUELLE

Öl auf Leinwand. Doubliert.

115 x 150 cm.

In breitem punziertem und vergoldetem Rahmen.

Die weite Landschaft mit einem Wasserlauf und einem

die linke Bildhälfte einnehmendem Baum. Rechts an

einer Quelle zwei sich labende Männer. Dahinter auf

einer Anhöhe eine in die Jahre gekommene Festungsanlage,

die sich vor einer Wolkenbank abzeichnet. Brancaleone

wurde von Antonio Morassi wiederentdeckt.

Morassi stieß auf seinen Namen im Inventar des Marschalls

Schulemberg aus dem Jahr 1741, in dem zwölf

Gemälde verzeichnet sind, die Seehäfen, Schiffe, Figuren,

Tiere und Statuen darstellen. Dasselbe Dokument

informiert uns auch darüber, dass Pietro Brancaleone

ein Schüler von Marco Ricci war. Obwohl der Einfluss

Riccis spürbar ist, lassen sich in seinen Werken auch

Parallelen zu den Gemälden von Antonio Marini und

Bartolomeo Pedon erkennen, was eine volle Übereinstimmung

mit den Stilprinzipien der venezianischen

Landschaftsmalerei des frühen 18. Jahrhunderts zeigt.

(1451191) (3) (13)

€ 8.000 – € 12.000

INFO | BID

118 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for 6.500 additional high resolution images.


287

FRANCESCO FOSCHI,

110 ANCONA 10 OM

PROMETHEUS IM SCHNEEBEDECKTEN KAUKASUS

Öl auf Leinwand. Doubliert.

169 x 111 cm.

In vergoldetem Profilrahmen.

Beigegeben ein Gutachten von Mauro U. Lucco,

Bazzano di Neviano, in Kopie.

Wiedergabe des griechisch-mythologischen Themas

des Prometheus, der vom Göttervater Zeus zur Strafe an

einen Felsen gekettet wurde, nachdem er den Menschen

das Feuer gebracht hatte. Zentraler Gegenstand

des Gemäldes ist ein in der Mitte hochragender verschneiter

Berggipfel, die Sträucher schneebedeckt, seitlich

ein Wasserfall. Am rechten Bildrand als Repoussoir

ein kahler Baum. Daneben ein Felsblock, auf dem Prometheus

nackt angekettet liegt, mit blauem Lendentuch.

Über ihm ein herabfliegender Adler, der laut Legende

Prometheus’ Leber frisst. Daneben eine brennende

Fackel, Attribut des feuerbringenden Prometheus.

Bei dem Gemälde handelt es sich um eine äußerst seltene

ikonographische Wiedergabe dieses mythologischen

Themas. Der Künstler setzte bewusst das Thema

„Feuer“ in Gegensatz zur Eiseskälte des Winters.

(1450209) (13)

FRANCESCO FOSCHI,

110 ANCONA 10 OME

PROMETHEUS IN THE SNOW-COVERED CAUCASUS

Oil on canvas. Relined.

169 x 111 cm.

Accompanied by an expert’s report by Mauro U. Lucco,

Bazzano di Neviano, in copy.

€ 14.000 – € 18.000

INFO | BID

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119


288

MICHELE SANGIORGI,

1 AENA 122 OM,

Dank eines Stipendiums der Congregazione di Carità

konnte Sangiorgi zwischen 1806 und 1811 in Rom

studieren, wo er in künstlerischen Kreisen mit Zeitgenossen

wie Tommaso Minardi, Francesco Hayez und

Pelagio Palagi verkehrte. Minardi beschrieb ihn als

begabt, jedoch mit einem schwierigen Charakter und

einem ausschweifenden Lebensstil.

PETRUS IM KERKER MIT ZWEI WACHEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

126 x 172 cm.

In naturbelassenem Holzrahmen.

Beigegeben ein Gutachten von Prof. Fernando

Mazzocca, Mailand, 12. April 2019, der das vorliegende

Werk auf ca. 1817 – 1822 datiert, in Kopie.

Das Gemälde ist großformatig angelegt, was auf einen

kirchlichen Auftrag schließen lässt. Gezeigt wird die

Szene aus der Apostelgeschichte (Apg 12,6–7), wonach

Petrus von einem Engel aus dem Kerker befreit

wird. Dieser ist links hell erleuchtet zu sehen, rechts

sind zwei geharnischte Wachen gut zu erkennen, der

Engel ist nur als Lichterscheinung wahrnehmbar. Minimal

besch.

Anmerkung:

1813 gewann Sangiorgi eine dreijährige Förderung

durch die Accademia di Belle Arti Bologna, die durch

Verzögerungen und Kritik belastet war – seine eingereichten

Arbeiten wurden 1815 abgelehnt, woraufhin

er Unterstützung von Antonio Canova und Pelagio

Palagi erhielt. Ein bedeutendes Blatt von 1812, gewidmet

Antonio Canova, wurde später Teil der National

Gallery of Art in Washington, ein Beleg für die hohe

Qualität seiner Arbeiten.

Literatur:

Vgl. zur Biographie: Anna Ottani Cavina, Michele

Sangiorgi, in: L’eta neoclassica a Faenza 1780 – 1820,

Ausst.-Kat., Faenza 1979, S. 125 – 130. (1450204) (13)

MICHELE SANGIORGI,

1 AENA 122 OME

SAINT PETER IN PRISON WITH TWO GUARDS

Oil on canvas. Relined.

126 x 172 cm.

Accompanied by an expert’s report by Professor

Fernando Mazzocca, Milan, 12 April 2019, who dates

the present painting to ca. 1817 – 1822, in copy.

Literature:

cf. regarding the biography: Anna Ottani Cavina,

Michele Sangiorgi, in: L’età neoclassica a Faenza

1780 – 1820, exhibition catalogue, Faenza 1979,

pp. 125 – 130.

€ 18.000 – € 22.000

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289

AGOSTINO SCILLA,

12 MESSINA 100 OM

PHILOSOPH IN MEDITATION

Öl auf Leinwand.

67x 56 cm.

Beigegeben eine Expertise von Dr. Arabella Cifani,

mit ausführlicher Dokumentation, in Kopie.

An einem Tisch sitzend, der bärtige Philosoph, den

Kopf nachdenklich auf seine rechte Hand gestützt,

während er seine linke auf einen Schädel gelegt hat.

Das Bildnis zeigt ihn in Lebensgröße vor einem dunklem,

nahezu schwarzem Hintergrund. Einem Wissenschaftler

gemäß trägt er ein braunes Gewand. Die

theatralisch von links oben geführte Beleuchtung

bringt sein Haupt, den Arm und gleichfalls den Schädel

aus dem dunklem Grund zur Wirkung. Im Bild

wird sowohl philosophische Besinnung und Nachdenklichkeit,

als auch die Vergänglichkeit und die beschränkte

Lebenszeit des Menschen im Sinne des

Memento mori-Gedankens veranschaulicht. Der Maler

schuf mehrfach ähnliche Themen, meist Männer

im fortgeschrittenem Alter, nicht selten mit einem

Schädel. Gegenwart und Vergangenheit sollten in seinen

Bildern deutlich werden, zuweilen zusammen

mit Antiquitäten. Vergleichbare Darstellungen von

Agostino Scilla finden sich im Palazzo Graneri della

Rocca in Turin, so etwa „Epikur und Heraklit“.

Scilla studierte bei Antonio Barbalonga (1600 – 1649),

dann in Rom in der Werkstatt von Andrea Sacchi

(1599 – 1661). Bekannt wurde er unter anderem auch

für seine Deckenfresken von 1657 in der Kapelle der

Kathedrale von Syrakus, die als sein Hauptwerk gelten.

1679 wurde er Mitglied der Accademia di San

Luca in Rom. Dass Scilla nicht nur als Maler, sondern

auch als Paläontologe und Geologe ein Pionier in der

Erforschung von Fossilien war, erklärt auch etliche

seiner Bildmotive. Der Maler veröffentlichte einige

naturkundliche Werke wie „La vana speculazione disingannata

dal senso“, sowie „De corporibus marinis

lapidescentibus quae defossa reperiuntur“. Nach

dem Maler und Forscher wurde der „Dorsum Scilla“

auf dem Erdmond benannt. A.R.

Literatur:

Das Gemälde abgebildet und besprochen von

Arabella Cifani in: Pierluigi Carofano (Hrsg.), La Sicilia

di Caravaggio, Ausst.-Kat., Convitto delle Arti, Noto

2024, Kat.Nr. 32, S. 140 f.; S.160.

Vgl. Veronica Carpita, Agostino Scilla (1629 – 1700) e

Pietro Santi Bartoli (1635 – 1700). Il metodo scientifico

applicato allo studio dei fossili e la sua trasmissione

ai siti e monumenti antichi, in: Atti della Accademia

nazionale dei Lincei. Classe di scienze morali, storiche

e filologiche. Rendiconti, Reihe 9, Bd. 17, Heft 3, Rom

2006. (1451261) (11)

AGOSTINO SCILLA,

12 MESSINA 100 OME

PHILOSOPHER IN MEDITATION

Oil on canvas.

67 x 56 cm.

Accompanied by an expert’s report by Dr Arabella Cifani,

with extensive documentation, in copy.

Literature:

The painting is illustrated and discussed by Arabella

Cifani in: Pierluigi Carofano (ed.), La Sicilia di

Caravaggio, exhibition catalogue, Convitto delle Arti,

Noto 2024, cat. no. 32, pp. 140f., p.160.

cf. Veronica Carpita, Agostino Scilla (1629 – 1700)

e Pietro Santi Bartoli (1635 – 1700). Il metodo

scientifico applicato allo studio dei fossili e la sua

trasmissione ai siti e monumenti antichi, in: Atti della

Accademia nazionale dei Lincei. Classe di scienze

morali, storiche e filologiche. Rendiconti, series 9,

vol. 17, no. 3, Rome 2006.

€ 10.000 – € 15.000

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121


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290

GIUSEPPE SIMONELLI,

UM 10 NEAEL 110, U

ARMIDE UND RENAUD

GIUSEPPE SIMONELLI,

CA 10 NALES 110, ATTIUTE

ARMIDE AND RENAUD

Öl auf Leinwand.

160 x 230 cm.

Armide herrscht mit ihrem Onkel über Damaskus und

besiegt 1098 im Ersten Kreuzzug das Kreuzritterherr.

Ihr todkranker Onkel möchte sie verheiraten, daher

wünscht sie denjenigen zu heiraten, der ihren Todfeind,

den Kreuzritter Renaud, tötet. Diesen bringt die

Zauberin Armide in ihre Gewalt, tötet ihn jedoch nicht,

sondern verliebt sich in ihn und bringt ihn mittels eines

Liebeszaubers dazu, ihre Liebe zu erwidern. Im Hintergrund

rechts schon die Anhänger Renauds, die ihn an

seine Pflichten erinnern werden und so zum Zusammenbruch

des von Armide konstruierten Luftschlosses

hinarbeiten werden.

(1420763) (13)

Oil on canvas.

160 x 230 cm.

€ 25.000 – € 35.000

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123


1

IOANNI AOLO CASTELLI 1 UM 10

UN ANTONIO AMOOSI 10 1, U

GROSSES FRÜCHTESTILLLEBEN IN LANDSCHAFT

MIT MAGD UND ZWEI KNABEN

Öl auf Leinwand.

107 x 161 cm.

In reliefiertem und vergoldetem Rahmen.

Landschaftsdarstellung mit einer Magd und zwei Knaben,

mit einem umfangreich dargestellten Früchtestillleben.

Das Stillleben wohl aus der Hand Castellis,

während die Figuren wohl von der Hand Amorosis

stammen.

Ein gutes Vergleichswerk findet sich in dem Stillleben

mit Früchten, junger Frau und zwei Kindern, das im

Katalog der Galleria Giamblanco abgebildet ist (siehe

Literatur). In dem Gemälde wird ebenfalls eine Kooperation

von Castelli und Amorosi erkannt. Besonders in

der Bildkomposition und der Darstellung der Früchte

sind große Gemeinsamkeiten mit dem hier angebotenen

Gemälde sichtbar, eine Zuweisung an die beiden

Künstler liegt entsprechend nahe.

Literatur:

Vgl. Deborah und Salvatore Giamblanco (Hrsg.),

Galleria Giamblanco Dipinti Antichi. Pittura italiana

dal Seicento al Settecento, Ausst.-Kat., Turin 2014,

S. 44 – 45.

Vgl. Gianluca Bocchi und Ulisse Bocchi, Pittori di

natura morta a Roma. Artisti italiani 1630 – 1750,

Bd. 1, Viadana 2005, S. 609 – 616 sowie S. 615,

Abb. GPS.24. (1450459) (10)

IOANNI AOLO CASTELLI 1 CA 10

AN ANTONIO AMOOSI 10 1,

ATTRIBUTED

LARGE FRUIT STILL LIFE IN LANDSCAPE WITH

MAID AND TWO BOYS

Oil on canvas.

107 x 161 cm.

Literature:

cf. Deborah and Salvatore Giamblanco (eds.), Galleria

Giamblanco Dipinti Antichi. Pittura italiana dal

Seicento al Settecento, exhibition catalogue, Turin

2014, pp. 44 – 45.

cf. Gianluca Bocchi and Ulisse Bocchi, Pittori di natura

morta a Roma. Artisti italiani 1630 – 1750, vol. 1,

Viadana 2005, pp. 609 – 616 and p. 615, ill. GPS.24.

€ 55.000 – € 70.000 (†)

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Vergleichswerk Giovanni Paolo Castelli und Antonio Amorosi

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125


292

FRANCESCO SALVATOR FONTEBASSO,

10 ENEI 1 EENA

Francesco Fontebasso, der bei Sebastiano Ricci in die

Lehre ging, aber stark von Giovanni Battista Tiepolo beeinflusst

war, wurde zu einem der führenden Künstler

im Venedig des 18. Jahrhunderts und war ein gefragter

Maler von Fresken und großen Historienbildern. In seiner

frühen Karriere verbrachte er kurze Zeit in Bologna

und Rom, bevor er in seine Heimatstadt Venedig zurückkehrte.

Wahrscheinlich kam er um 1730 zum ersten

Mal mit Tiepolos Werk in Berührung, als er die

Fresken im Palazzo Patriarcale in Udine sah – eine Begegnung,

die Fontebassos Werk in eine entscheidende

neue Richtung lenken sollte. Dies zeigte sich in seinem

ersten großen Auftrag in Venedig, dem der Familie

Manin für I Gesuiti, der 1734 ausgeführt wurde, als

sein Ruf bereits so weit gewachsen war, dass er eine

Schule eröffnen konnte. In den folgenden Jahrzehnten

erhielt er zahlreiche Aufträge von Mitgliedern der venezianischen

Aristokratie, und 1761 wurde er auf Einladung

der Kaiserin Katharina II nach Sankt Petersburg

eingeladen, wo er fast zwei Jahre lang blieb und an

Projekten für den Winterpalast und andere kaiserliche

Paläste arbeitete. Nach seiner Ernennung zum Professor

an der kaiserlichen Kunstakademie in Sankt Petersburg

kehrte er am Ende seiner glanzvollen Karriere

nach Venedig zurück und wurde 1768 Principe der

Accademia Veneziana.

SCIPIO BEREITET SICH AUF DAS DUELL

MIT HANNIBAL WÄHREND DER SCHLACHT

VON ZAMA VOR

Öl auf Leinwand. Doubliert.

70 x 94 cm.

In ebonisiertem Wellenleistenrahmen.

Beigegeben eine Expertise von Dr. Federica Spadotto,

die Arbeit dem Künstler zuweisend, in Kopie.

Während des zweiten Punischen Krieges sitzt Scipio

hier im zentralen Vordergrund von seinen links befindlichen

Beratern bedrängt. Rechts bereits die angedeutete

Schlacht. Vor der Schlacht von Zama bereitete sich

Scipio Africanus sorgfältig auf das Duell mit Hannibal

vor, sowohl strategisch als auch taktisch. Er studierte

Hannibals frühere Feldzüge genau, um dessen Denkweise

und bevorzugte Kampfmethoden zu verstehen.

Scipio stellte ein erfahrenes Heer auf, darunter auch

römische Veteranen und numidische Reiterei unter

Masinissa, um Hannibals Elefantenangriffen und Kavallerieübermacht

zu begegnen. Er trainierte seine Truppen

im Umgang mit Kriegselefanten, die hier im rechten

Mittelgrund bereits zu sehen sind, indem er

Lücken in den Reihen ließ, durch die die Tiere gelenkt

werden konnten. Psychologisch stärkte er die Moral

seiner Soldaten, indem er betonte, dass sie nicht nur

Rom, sondern die Ordnung der bekannten Welt gegen

Hannibals Chaos verteidigten.

Literatur:

Vgl. Marina Marini, Francesco Fontebasso, Vicenza

1988.

Vgl. Giovanni Gaetano Bottari und Stefano Ticozzi,

Raccolta di lettere sulla pittura, scultura e architettuta

scritte da’ più celebri personaggi dei secoli XV, XVI e

XVII, Mailand 1822.

Vgl. Antonio Morassi, Francesco Fontebasso a Trento,

in: Bollettino d’Arte, III, 1931, S. 119–130. (1441911) (13)

FRANCESCO SALVATOR FONTEBASSO,

10 ENICE 1 II

SCIPIO PREPARES FOR THE DUEL WITH HANNIBAL

DURING THE BATTLE OF ZAMA

Oil on canvas. Relined.

70 x 94 cm.

Accompanied by a photographic expert’s report by Dr

Federica Spadotto, in copy, attributing the work to the

artist.

Literature:

cf. Marina Marini, Francesco Fontebasso, Vicenza 1988.

cf. Giovanni Bottari and Stefano Ticozzi, Raccolta di

lettere sulla pittura, scultura ed architettuta scritte da’

più celebri personaggi dei secoli XV, XVI e XVII, Milan

1822.

cf. Alberto Morassi, Francesco Fontebasso a Trento, in:

Bollettino d’Arte, III, 1931, pp. 119–130.

€ 13.000 – € 16.000

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293

GREGORIO LAZZARINI,

1 ENEI 10 ILLAONA, EIS ES

ALLEGORIE DER TUGEND, DIE DIE BÜSTE EINES

RÖMISCHEN IMPERATORS PRÄSENTIERT

Öl auf Leinwand. Doubliert.

64,5 x 49,5 cm.

In teilvergoldetem Rahmen.

Auf einem großen Platz, versehen mit bekannten römischen

Gebäudeteilen – darunter wohl auch die Trajanssäule

–, haben sich zahlreiche Männer versammelt, die

wohl dem Senat angehören. Ihnen erscheint im Himmel

der fliegende Merkur: er präsentiert in seinen Händen

die Allegorie der Tugend als junge stehende nackte

Frau, die in ihren Händen die Büste eines römischen

Imperators hält und diese mit einem Lorbeerkranz be-

krönt. Sie möchte wohl die Senatoren an erstrebenswerte

Eigenschaften erinnern, die einen Menschen

auszeichnen. Voller Überraschung oder Erschrecken

haben die Männer meist ihre Arme erhoben; im Vordergrund

blicken mehrere mit abwehrend erhobenen

Händen weg. Ikonografisch vieldeutige Darstellung in

überwiegend zarter Farbgebung.

Anmerkung:

Gregorio Lazzarini widmete sich vor allem der Portraitund

Historienmalerei sowie mythologischen Themen.

In Tiepolos Jugend galt er als einer der angesehensten

Künstler Venedigs und gehörte zu den prägenden

Malern der Stadt im 17. Jahrhundert.

(14502013) (18)

GREGORIO LAZZARINI,

1 ENICE 10 ILLAONA, CICLE O

ALLEGORY OF VIRTUE PRESENTING

A BUST OF A ROMAN EMPEROR

Oil on canvas. Relined.

64.5 x 49.5 cm.

€ 12.000 – € 18.000

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127


294

GIOVANNI PAOLO PANINI,

11 IACENA 1 OM

Als Schüler des Bühnengestalters Francesco Galli Bibiena

(1659 – 1739), auf den wohl auch Paninis Sinn für die

Theatralik in seinen Antikenlandschaften zurückgeht,

zog er 1711 nach Rom, wo er auch mit Canaletto (1697

– 1768) in Berührung kam. Als Leiter der Dekorationsarbeiten

für etliche römische Paläste schuf er nebenbei

auch Gemälde, die römische Plätze und Festlichkeiten

verewigen sollten, wie etwa das Fest auf der Piazza Navona

(Louvre usw.). Besonderen Ruhm brachten ihm

seine Festausstattungen für bedeutende Staatsereignisse

ein, wie etwa zur Geburtsfeier des französischen

Thronfolgers oder 1745 für die Hochzeit des Dauphins.

Für Papst Innozenz XIII schuf er Ausmalungen im Quirinalspalast.

Er wurde bald als Dozent an die Accademia

di San Luca und die Académie de France in Rom berufen.

Hier kam auch Jean-Honoré Fragonard (1732 –

1806) unter seinen Einfluss. 1718 wurde er Mitglied der

Congregazione dei Virtuosi al Pantheon. In seiner Werkstatt

arbeiteten auch Hubert Robert (1733 – 1808) sowie

sein Sohn Francesco Panini (1745 – 1812).

ARCHITEKTURCAPRICCIO MIT KAUFFAHRTEISZENE

Öl auf Leinwand.

74,5 x 98,5 cm.

In Profilrahmen.

Beigegeben eine Expertise von Ferdinando Arisi,

in Kopie.

Von links diagonal zentralperspektivisch in das Bildfeld

ragende klassische Architekturen mit vorgesetzten korinthischen

Säulen, einer dahinterliegenden, gülden

schimmernden zweistöckigen Loggia mit Galerieaufbau

und einem runden Vorbau mit dorischen Säulen.

Dahinter mehrere Hafen- und Wehrbauten an einem

offenen Gewässer, auf dem abgetakelte Schiffe zu sehen

sind. Ein Mast reicht von rechts in das Bildfeld hinein

und suggeriert die Anwesenheit eines Schiffes,

dessen Ladung soeben von mehreren Figuren gelöscht

wird, die wir im Vordergrund sehen. Die prunkvollen

Bauten sind also in Zusammenhang mit der zu löschenden

Ladung und dem Handel mit diesen zu sehen, sodass

das Thema des Gemäldes die aus dem Seehandel

resultierende Prosperität zeigen soll.Es wird vermutet,

dass Panini Schüler des Francesco Galli Bibiena (1659 –

1739) war, der bereits in seinem, auch grafischen Werk,

die Fantastik römischer Stadtlandschaften in theatralischer

Weise vortrug, was Panini jedoch sicherlich auch

ohne persönliche Begegnung übernommen haben

könnte. Ab 1711 in Rom, wurde er auch mit Giovanni

Antonio Canal (1697 – 1768) bekannt. Zunächst mit Dekorationsmalerei

in Palästen wie der Villa Patrizi oder des

Palazzo De Carolis tätig, widmete er sich zunehmend

dem Thema des Antikenarchitektur-Capriccios.

Literatur:

Vgl. David R. Marshall, The Architectural Piece in

1700. The Paintings of Alberto Carlieri (1672 – c.1720),

Pupil of Pozzo, in: Artibus et Historiae, Bd. 25, Nr. 50

(2004), S. 74, Nr. 60, Nr. 61. (1440691) (13)

GIOVANNI PAOLO PANINI,

11 IACENA 1 OME

ARCHITECTURAL CAPRICCIO WITH

SEA TRADE SCENE

Oil on canvas.

74.5 x 98.5 cm.

Accompanied by an expert’s report by Ferdinando

Arisi, in copy.

Literature:

cf. David R. Marshall, The Architectural Piece in 1700.

The Paintings of Alberto Carlieri (1672 – c.1720), Pupil

of Pozzo, in: Artibus et Historiae, vol. 25, no. 50

(2004), p. 74, no. 60, no. 61.

€ 15.000 – € 20.000

INFO | BID

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295

GIUSEPPE GALLI BIBIENA,

AUCH GENANNT „JOSEPH GALLI-BIBIENA“,

1 AMA 1 ELIN, U

FANTASIEARCHITEKTUR MIT SÄULEN,

BÖGEN, TREPPEN UND STAFFAGE

Öl auf Leinwand. Doubliert.

101 x 75 cm.

Im Gegensatz zu den italienischen Capriccios weist

das Gemälde keinerlei Anzeichen von Verfall auf, oder

Aspekte der von Pflanzen überwachsenen antiken Vergangenheit.

Ganz im Gegenteil zeigen sich die mächtigen

Säulenstellungen, Bögen und Balustraden in unverwittertem

Zustand, im Sinne der Theater- und

Bühnenbild-Erfindungen eines Giuseppe Galli Bibiena.

In zahlreichen Stichen dieses Künstlers finden wir ähnliche

Entwürfe. Einige Stichdarstellungen gleichen

dem hier vorliegenden Gemälde derart, dass die Frage

im Raum steht, ob Bibiena selbst als Autor gesehen

werden kann. Auch die Exaktheit der feinen Linienführung,

die im Gegensatz zum italienischen Capriccio

steht, ist im Zusammenhang mit der Stichtechnik zu

sehen. Die Staffagefiguren gebärden sich deutlich im

Sinne des barocken theatralen Hofzeremoniells.

Schon sein Vater Ferdinando, wie auch seine Brüder,

aber auch sein Sohn Carlo arbeiteten in Italien, Österreich

und Deutschland. Der Künstler plante Theatermaschinen,

inszenierte Feste und Bühnenaufführungen,

wirkte am Hof des künftigen Karl VI und zog nach

Wien. In Bologna wurde er Direktor für Architektur an

der Accademia. Von Friedrich II wurde er ab 1753 als

Hofarchitekt in Berlin fest engagiert, wo er bis zu seinem

Tod wirkte. Zu seinen Schülern zählten Raffaele

Suá und Carl Friedrich Fechhelm, der einer der bedeutendsten

Vertreter des Friderizianischen Rokoko war,

und ebenfalls Bühnenbilder – aber auch Wandbilder –

in der Art des vorliegenden Gemäldes schuf. Giuseppe

Galli Bibiena gebührt das Lob, die Stilistik des Barocks

weit mehr gefördert und geprägt zu haben, als allgemein

bekannt. A.R.

(1450531) (11)

GIUSEPPE GALLI BIBIENA,

ALSO KNOWN AS “JOSEPH GALLI-BIBIENA”,

1 AMA 1 ELIN, ATTIUTE

ARCHITECTURAL FANTASY WITH COLUMNS, ARCH-

ES, STAIRS AND FIGURAL STAFFAGE

Oil on canvas. Relined.

101 x 75 cm.

In contrast to the Italian capricci, this painting shows

no signs of decay or aspects of the ancient architecture

overgrown with vegetation. Quite the opposite:

the mighty columns, arches, and balustrades appear

unweathered, in the spirit of the theatrical and stage

design inventions of Giuseppe Galli Bibiena. There are

similar designs in numerous engravings by this artist.

Some engravings are so similar to the present painting

that it raises the question of whether Bibiena himself

may be considered the author.

€ 20.000 – € 25.000

INFO | BID

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129


296

ANCESCO ATTALIOLI UM 11 UM 1

IN ZUSAMMENARBEIT MIT

ANCESCO ONTEASSO 10 1

,

ARCHITEKTURCAPRICCIO MIT FIGUREN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

45 x 36 cm.

In vergoldetem Prunkrahmen.

Blick auf einen großen breiten Treppenaufgang, der zu

einem Platz mit einer Kirche und mehreren Bäumen

führt. Im Vordergrund mehrere elegante Figuren im

Gespräch mit einem Reiter, sowie rechts die antiken

bewachsenen Reste einer Kolonnade, unter der eine

Frau mit Spindel und ein sitzender schlafender Mann

mit Hund zu erkennen sind – die Figuren wohl von

Francesco Fontebasso. Darstellung in weichem Farbtönen,

mit sommerlich hellblauem Himmel.

(1450891) (18)

€ 8.000 – € 10.000 (†)

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297

GIACINTO GIGANTE,

10 NEAEL 1 EENA, U

A ECHTS

ITALIENISCHE LANDSCHAFT MIT BLICK

AUF DIE PONTE CLEMENTINO

Öl auf Holz.

47 x 33 cm.

In vergoldetem Rahmen.

Von erhöhtem Standpunkt Ansicht der Clementino-

Brücke, eines der Wahrzeichen der Gemeinde von Civita

Castellana mit Ausblick auf das Dorf. Sie überspannt

eine tiefe Schlucht, durch deren Grund der Rio Maggiore

fließt. Auf der Brücke mehrere Staffagefiguren. Malerische

Darstellung im warmen gelblichen Licht eines

Spätnachmittags.

Anmerkung:

Mit einer Höhe von 40 Metern und einer Länge von

90 Metern war sie nicht nur zur Zeit des Künstlers,

sondern ist auch heute ein beliebtes Motiv für Maler.

(1451195) (3) (18)

€ 3.500 – € 5.500

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298

ALBERTO CARLIERI,

12 OM UM 120, U

Gemäldepaar

RÖMISCHE ARCHITEKTURCAPRICCIOS

MIT FIGUREN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

47,5 x 38 cm sowie 49 x 39,5 cm.

Vor hellblauem Himmel führen einige Stufen hinauf

zu einer antiken, bewachsenen Loggia mit Rundbögen,

unter der mehrere Soldaten mit Helm und Lanze

stehen, die aufmerksam drei Männer bei der Arbeit

an einer antiken Basis beobachten. Nach rechts

wird der Blick auf die Ruine eines Rundtempels mit

weißen Säulen gelenkt. Auch das andere Gemälde

zeigt in Haltung und Kleidung fast identisch, zwei römische

Soldaten bei der Aufsicht dreier Männer bei

der Arbeit. In der Mitte des Hintergrundes steht jedoch

ein pyramidenartiges Grab- oder Denkmal. Als

Repoussoir sind am rechten Rand antike Überreste

mit zwei Säulen und eine Standskulptur auf einem

Sockel zu sehen, dahinter einige Figuren, einer die

Standarte von Rom tragend, sowie am linken Rand

weitere im Schatten stehende Säulenreste. Für den

Künstler typische antike Architekturdarstellungen mit

gekonnter Licht- und Schatteninszenierung.

(1451193) (3) (18)

€ 6.500 – € 8.500

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131


299

MISCHE SCHULE ES 1 AHHUNETS

Gemäldepaar

CAPRICCIOS

Öl auf Leinwand. Doubliert.

Jeweils 88 x 71 cm.

In vergoldeten Rahmen.

Die Gemälde zeigen jeweils linksseitig eine große antike

Ruine, wohl Reste eines Tempels, eines mit korinthischen

Säulen, das andere Gemälde mit durchgehend

kannelierten, dorischen Säulen. Jeweils ein Weg führt an

der Ruine vorbei, auf dem Reiter und Hunde, sowie ein

aufmerksamer Betrachter des Bauwerks zu sehen sind.

In der Mitte des Hintergrundes eine weite, bergige

Landschaft mit Gebäuden eines Ortes oder einer Stadt.

Jeweils rechtsseitig als Repoussoir in den hellblauen

Himmel ragende Bäume. Malerische Darstellungen in

zurückhaltender Farbgebung.

(1450951) (18)

€ 6.000 – € 8.000

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300

PIETRO ANTONIO DOMENICHINI,

AUCH GENANNT „MAESTRO DELLE MONTAGNE

AUE, 1 14

Gemäldepaar

LANDSCHAFT MIT RUINE

sowie

FLUßLANDSCHAFT MIT GEBÄUDEN UND ANGLERN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

57 x 73 cm sowie 56 x 72 cm.

In dekorativen Rahmen.

Beigegeben eine Expertise von Dr. Federica Spadotto,

Padua, 23. Juli 2025, in Kopie.

Unter hellblauem Himmel ragt links die antike Ruine

eines bewachsenen Gebäudes in die Höhe. Der Eingangsbereich

mit rundbogigem Tor liegt verschattet,

die innenliegende Gebäudeseite jedoch wird von der

Sonne beschienen. Im Vordergrund zwei Männer im

Gespräch, rechtsseitig in der Bildmitte ein breiter Fluß

und dahinter eine weite Landschaft mit blauen Bergen.

Das andere Gemälde zeigt eine Flußlandschaft mit

mehreren Anglern am Ufer, links eine Stadt mit quadratischen

Turm, dahinter auf einer Anhöhe eine Burganlage

im diffusen Licht. Nach rechts der Fluß an dessen

rechtsseitigem Ufer eine Stadt vor blauer Gebirgskulisse

unter hohen hellblauen Himmel liegt. Als Repoussoir

sind auf dem Bild rechts zum Teil zwei hohe Häuserfronten

und am linken Rand ein hoher, in den Himmel

rangender Baum zu sehen. Die Farbpalette des Malers

zeichnet sich durch nuancierte Pastelltöne aus, in denen

Blau der dominierende Farbfaktor ist; die meist schlanken

Figuren werden dabei in schnellen Pinselstrichen

wiedergegeben.

(1450701) (18)

€ 7.000 – € 9.000

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133


1

MARTIN VAN MEYTENS,

1 STOCHOLM 10 WIEN, U

Meytens war ein aus den Niederlanden stammender

schwedischer Maler, der zum Wiener Hofmaler avancierte.

Als Sohn von Peter Martin van Meytens d. Ä.

erhielt er gemeinsam mit seinem Verwandten George

de Marées seine erste Ausbildung bei seinem Vater in

Stockholm. 1714 ging er nach England, um sich an Portraits

des Anton van Dyck zu schulen. 1717 wurde er in

Paris Schüler des Emailmalers Charles Boit, mit dem

zusammen er in Dresden für August den Starken gearbeitet

hat. In Frankreich wurde Meytens als Miniaturist

geschätzt, vom Herzog von Orléans protegiert und von

Zar Peter dem Großen beauftragt. Nach einem längeren

Aufenthalt in Italien ließ er sich 1731 endgültig in

Wien nieder, wo er bald zum kaiserlichen Kammermaler

ernannt wurde und alsbald den Ruhm als bevorzugter

Maler des Kaiserhauses unter der Regentschaft

Maria Theresias ab 1740 genoss.

MARIA THERESIA VON ÖSTERREICH (1717–1780)

Öl auf Leinwand, auf Platte. Doubliert.

91 x 71,5 cm.

In bronziertem Kehlrahmen.

Halbfiguriges, fein aufgefasstes Bildnis der nach links

gerichteten Maria Theresia in prächtigen Gewändern

mit Goldstickerei und Hermelinbesatz. Links neben ihr

die von Perlen und Edelsteinen besetzten Krone, ihre

Brust von einer breiten Brosche mit Diamanten geziert,

deren Pracht sich im Ohrgeschmeide und im Diadem

wiederfindet. Maria Theresia – landläufig als Kaiserin

bezeichnet, obgleich die Kaiserwürde ihrem Gemahl

zukam – war regierende Erzherzogin von Österreich

und Königin u. a. von Ungarn und Böhmen. Sie nahm

im Wesentlichen die Regierungsgeschäfte in die Hand

und zählte zu den bedeutenden Monarchen in der Ära

des aufgeklärten Absolutismus. 1745 hatten ihre politischen

Anstrengungen Erfolg: ihr Gatte Franz I Stephan

von Lothringen wurde zum Römisch-Deutschen Kaiser

gewählt. Trotz des verlustreichen österreichischen Erbfolgekrieges

gelang es ihr als Herrscherin umfassende

Reformen insbesondere in der Staatsorganisation, der

Justiz und im Bildungswesen durchzusetzen.

Provenienz:

Sammlung Baron Clemens von Leykam, Wien, gemäß

Vorbesitzertradition. (1440023) (13)

€ 5.500 – € 7.500 (†)

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302

JOHANN KUPETZKY,

1 A 140 NNE, U

Johann Kupetzky war ein böhmischer Portraitmaler des

Barock. 1682 ging er in die Schweiz, um in Luzern Malerei

zu studieren. Einige Jahre später studierte er an der

Wiener Akademie. Nachdem er danach über 22 Jahre als

freischaffender Maler in Rom gearbeitet hatte, kehrte er

1708/09, einer Berufung des Fürsten Adam von Liechtenstein

folgend, nach Österreich zurück und ließ sich in

Wien nieder. Durch seine Portraits wurde er zum Günstling

der Kaiser Leopold I und Joseph I und damit auch

des gesamten Wiener Adels. So zeigen seine Portraits

fast ausschließlich bedeutende Persönlichkeiten der Zeit.

PORTRAIT DES KARL ALBRECHT VON BAYERN

Öl auf Leinwand.

Sichtmaß: 90 x 73 cm.

Rahmen mit alter Plakette mit Namensnennung des

Dargestellten und Kupetzkys.

In aufwendig gestaltetem vergoldetem Rahmen mit

hochovalem Ausschnitt.

Das ausdrucksstarke Ölgemälde zeigt Karl Albrecht

(1697–1745), den ältesten Sohn des bayerischen Kurfürsten

Max Emanuel und seiner zweiten Ehefrau Therese

Kunigunde. Im Jahr 1742 wurde er zum römischdeutschen

Kaiser (Karl III) gekrönt.

(1451272) (13)

€ 8.000 – € 12.000

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303

NICCOLÒ CASSANA,

1 ENUA OE ENEI 114 LONON

Cassana, der bei seinem Vater Giovanni Francesco

Cassana lernte, war ein äußerst erfolgreicher Maler in

Venedig, der besonders für seine Portraits gerühmt

wurde. Nach einem Aufenthalt in Düsseldorf ab 1711

zog er nach London, wo er 1713 verstarb.

PORTRAIT EINES EDELMANNES MIT DEGEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

105 x 87 cm.

In marmoriertem Profilrahmen mit vergoldeten

Akanthusornamenten.

Beigegeben eine schriftliche Bestätigung von Anna

Orlando, Oktober 2018, in Kopie.

Vor dem im Chiaroscuro gesetzten, eine Innenwand suggerierenden

Hintergrund das halbfigurige Bildnis eines

leicht nach links gewandten jungen Mannes in purpurrotem

Wams mit Goldknöpfen, eine Hand in die Hüfte

gestützt, die andere an den silbergewickelten Griff eines

Degens gelegt. Der Blick rechts aus dem Bildfeld gerichtet,

ein gezwirbelter Schnurrbart die starkroten Lippen

überspannend. Cassana, dessen Selbstbewusstsein der

gebotenen Malqualität entsprochen haben mag, bot als

23- oder 24-jähriger noch unbekannter Künstler den Medici

in Florenz ein Selbstportrait für deren Galerie berühmter

Maler an. Zwar lernte er in Venedig, war dann

aber meist in Florenz tätig, wo wir einige seiner Werke

heute in den Uffizien finden. Wie häufig in seinen Portraits

kulminieren auch in diesem Werk venezianische

Einflüsse und der weitreichende Arm Anthonius van

Dycks. Mit anhängendem Etikett des Hauses Sotheby’s.

(1390112) (13)

NICCOLÒ CASSANA,

1 ENOA O ENICE 114 LONON

PORTRAIT OF A NOBLEMAN WITH SWORD

Oil on canvas. Relined.

105 x 87 cm.

304

MALE ES 1 AHHUNETS

Accompanied by an expert’s report by Anna Orlando,

October 2018, in copy.

€ 15.000 – € 20.000 (†)

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GANZKÖRPERPORTRAIT EINES MANNES IN RITTER-

RÜSTUNG

Öl auf Leinwand. Doubliert.

195 x 105,5 cm.

Ungerahmt.

In einem Innenraum, an einem mit schwarzem Samt abgedeckten

Tisch stehend, ein junger Mann in Rüstung,

mit seiner schmalen Hand nach dem dazugehörigen geöffneten

Helm greifend. Hinter ihm über einem Stuhl

hängt wohl seine abgelegte, reich verzierte Jacke und

an der Wand ein großes Schwert. Er hat ein feines Gesicht,

einen Spitzbart und mit seinen dunklen Augen

blickt er aufmerksam und würdevoll aus dem Bild heraus.

(1441281) (18)

€ 4.000 – € 6.000

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135


305

GASPAR VAN WITTEL,

GENANNT „GASPARE VANVITELLI“,

1 AMESOOT EI UTECHT 1 OM,

Der Maler, dessen Werk überwiegend in Italien entstand,

erhielt seine Ausbildung noch in den Niederlanden.

Doch 22-jährig war er bereits in Rom beim Bau der

Flussregulierung des Tibers beschäftigt. Wie sein als Architekt

in Neapel berühmt gewordener Sohn Luigi war

also auch er mit stadtarchitektonischen Aufgaben befasst.

Dies erklärt auch die in vorliegendem Gemälde

erkennbare Dokumentierung der Stadtbefestigung von

Florenz. Das bedeutet, dass die Darstellung weit weniger

dem touristischen Interesse galt, als andere von ihm

bekannten Veduten, wie etwa von Rom, Neapel oder

Venedig. Auch die Exaktheit der Detailwiedergabe resultiert

aus seiner Kenntnis der Architektur. Ab 1700 wirkte

er längere Zeit in Neapel, wo auch sein Sohn Luigi geboren

wurde. Die letzten Jahre verbrachte er allerdings

überwiegend in Rom, jener Stadt, in der er bereits der

gefragteste Vedutenmaler für die Adelshäuser der Colonna,

Ottoboni, Albani oder Odescalchi war, deren Villen

und Paläste er in Ölbildern dokumentierte. In der Kunstgeschichte

wurde sein Werk lange nicht genügend

beachtet. Erst eine erste Ausstellung seiner Bilder im

Museo Correr in Venedig, 2006, hat die Bedeutung des

Malers zu würdigen verholfen.

Das Bildsujet gehört zu den Seltenheiten bekannter

Florenzansichten. Aus leicht erhöhter Kavaliersperspektive

wird hier der Blick vom jenseitigen Ufer des

Arno über den Fluss hinweg auf die mit Mauern und

Türmen befestigte Hügelerhebung der Stadt Florenz

geboten. Als Repoussoir fungiert rechts eine hohe

Pinie vor einer verschatteten Gebäudegruppe mit

Turm. Im tieferliegenden Vordergrund zahlreiche Figurenstaffage

– Arbeiter mit Maultieren, ein Wasserträger

und Fischer in Kähnen mit Netzen. Die jenseitige

Uferbebauung hinter einem festen Mauerring. Die

Silhouette des Stadthügels wird von einem Streifen

rötlichen Abendlichts hinterfangen, unter noch blauem

Wolkenhimmel. A.R.

Literatur:

Maestro Van Wittel. Dutch Master of the Italian

Cityscape, Kunsthal KAdE Amersfoort Niederlande,

25. Januar – 5. Mai 2019, Ausstellungskatalog, Nr. 65,

Abb. S. 102.

Vgl. Heidrun Ludwig, Die Gemälde des 18. Jahrhunderts

im Landesmuseum Mainz, Mainz 2007.

Vgl. Giuliano Briganti, Gaspar van Wittel, Mailand

1996, S. 409–410, Kat. Nr. D349, Abb. S. 412.

FLORENZANSICHT VOM UFER DES ARNO – PESCAIA

DI SAN NICOLO

Öl auf Leinwand, auf original Spannrahmen.

42 x 53 cm.

Ausstellungen:

Maestro Van Wittel. Dutch Master of the Italian

Cityscape, Kunsthal KAdE Amersfoort, Niederlande,

25. Januar – 5. Mai 2019. (14303510) (11)

€ 50.000 – € 70.000

Links unten mittig monogrammiert „G.V.W.“, verso alte

Beschriftung sowie rotes Lacksiegel auf der Leinwand.

GASPAR VAN WITTEL,

ALSO KNOWN AS “GASPARE VANVITELLI”,

1 AMESOOT NEA UTECHT 1 OME

VIEW OF FLORENCE FROM THE BANKS OF THE

ARNO – PESCAIA DI SAN NICOLO

Oil on canvas, on original stretcher.

42 x 53 cm.

Monogrammed “G.V.W.” at lower left centre, old inscription

and red lacquer seal on the back of the canvas.

Literature:

Maestro Van Wittel. Dutch Master of the Italian

Cityscape, Kunsthal KAdE Amersfoort Netherlands,

January 25 – May 5, 2019, exhibition catalog, no. 65,

ill. p. 102.

Cf. Heidrun Ludwig, Die Gemälde des 18. Jahrhunderts

im Landesmuseum Mainz, Verlag Philipp

von Zabern, Mainz 2007.

Cf. Giuliano Briganti, Gaspar van Wittel, Milan 1996,

pp. 409–410, cat. No. D349, ill. p. 412.

Exhibitions:

Kunsthal KAdE, Amersfoort, NL, Maestro Van Wittel.

Dutch Master of the Italien Cityscape, 25 January –

5 May 2019.

(†) INFO | BID

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306

CHRISTIAN GEORG SCHÜTZ,

11 LSHEIM 11 ANUT AM, U

BERGIGE FLUSSLANDSCHAFT MIT BLICK

AUF EINE FESTUNG

Öl auf Holz, verso drei Festigungsstreben.

46 x 73 cm.

In dekorativem Holzrahmen.

Blick von erhöhtem Standpunkt über einen Uferstreifen

mit mehreren Figuren auf einem Fluss mit Booten

und einer Fähre, auf eine kleine Stadt, oberhalb derer

auf einer Anhöhe eine große Festung liegt. Detailreiche

Darstellung in überwiegend braun-grüner Farbgebung.

Horizontale Rissspuren.

(1450593) (1) (18)

€ 4.000 – € 6.000

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307

FRANCESCO MONTI,

GENANNT „IL BRESCIANINO“,

14 ESCIA 112 AMA, , U

Schüler von Pietro il Lucchese Ricchi (1605/06 – 1675)

und Jaques Courtois (1621– 1676). Er war sowohl in Italien

als auch in Deutschland aktiv. 1681 ließ er sich in

Parma nieder und arbeitete für den Hof des Herzogs

und die Farnese. In seiner Werkstatt wurden zahlreiche

Schüler ausgebildet.

REBEKKA UND ELIESER AM BRUNNEN

Öl auf Leinwand.

141 x 120 cm.

In Prunkrahmen.

Das Gemälde zeigt die alttestamentarische Geschichte

von Elieser, der von Abraham ausgesandt wurde, um

eine gottesfürchtige Frau für seinen Sohn Isaak zu finden.

Er trifft die zukünftige Braut Rebekka an einem

von mehreren Frauen umgebenen Brunnen, außerhalb

eines links im Hintergrund stehenden hohen bewohnten

Gebäudes und bittet um ihre Hand für Isaak. Er, in

wertvollem Gewand mit rotem Mantelüberwurf dargestellt,

hat sie auserwählt, da sie ihm Wasser aus ihrem

Krug gab. Elieser hat sich ihr mit einer Karawane mit

Kamelen genähert, die rechts im Hintergrund zu sehen

sind und bringt in einer seitlich abgestellten Truhe

wertvolle Geschenke mit. Erzählerische Darstellung

mit vielen Details.

(1450944) (18)

€ 8.000 – € 12.000

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137


308

FRANCESCO DE MURA,

1 NEAEL 12 EENA , U

DIE MADONNA MIT DEM KIND UND DEM JUNGEN

JOHANNES DER TÄUFER

Öl auf Leinwand. Doubliert.

76 x 63 cm.

In vergoldetem Rahmen.

Die Madonna in rot-blauem Gewand mit hellem Schleier

auf ihrem Kopf, vor sich auf einer Platte den auf einem

weißen Laken halb liegenden nackten Jesusknaben

haltend. Während ihre linke Hand ihn umgreift, hat sie

mit der anderen Hand das Laken vorsichtig angehoben,

um ihn wohl zu bedecken. Jesus hat seine rechte

Hand mit Segensgestus angehoben und blickt mit seinen

braunen Augen aus dem Gemälde heraus. Links

hinter beiden steht Johannes der Täufer mit geröteten

Wangen und gefalteten Händen, hält den Kreuzesstab

mit Rotulus und blickt auf Jesus. Harmonische Darstellung

in weichen Farben und feiner Lichtführung.

(14504514) (18)

FRANCESCO DE MURA,

1 NALES 12 II, ATTIUTE

THE MADONNA AND CHILD WITH THE YOUNG

SAINT JOHN THE BAPTIST

Oil on canvas. Relined.

76 x 63 cm.

€ 12.000 – € 15.000

(†)

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309

FRANÇOIS BOUCHER,

10 AIS 10 EENA, EIS ES

PUTTIPAAR MIT TAUBEN

Öl auf Leinwand.

38 x 46 cm.

Trägt links unten eine Signatur „F. Boucher“.

In dekorativem Rahmen.

Vor hellblauem Himmel auf einer Wolkenbank neben

einem Blumengebinde auf einem rötlichen Tuch sitzend

ein weiblicher Putto, liebevoll von Amor betrachtet,

der sie zärtlich am Kinn berührt und ihre linke Hand

ergriffen hat. Hinter ihm ein blaues Tuch und sein abgelegter

Köcher mit Pfeilen. Rechts neben den beiden

ein verliebt schnäbelndes Taubenpaar. Einfühlsame

Darstellung in weichen zarten Farbtönen.

(1441964) (18)

€ 4.000 – € 6.000

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1

FRANZÖSISCHER MEISTER

NACH NICOLAS OUSSIN 14 1,

ENE 1 ANAN 1 AHHUNET

BACCHUS BESUCHT DIE VON THESEUS

VERLASSENE ARIADNE AUF DER INSEL NAXOS

Öl auf Leinwand. Doubliert.

74 x 100 cm.

In Louis XV-Stilrahmen.

Beigegeben ein Gutachten von Prof. Dr. phil. Justus

Müller Hofstede, 22. November 2006, der in dem Gemälde

jedoch die Hand des flämischen Historienmalers

Andreas Cornelis Lens (1739–1822) sieht, in Kopie.

Bacchus besucht und tröstet die von Theseus verlassene

und auf der Insel Naxos ausgesetzte Ariadne

(Ovids „Metamorphosen“ VIII,2). Rechts im Vordergrund

lagert die verlassene Ariadne, die ihre Linke mit

einem Gestus der Trauer erhebt. Vor ihr steht der weinlaubbekränzte

Gott Bacchus, der auf der Insel Naxos

als Hauptgottheit vereehrt wurde, und führt seine Linke

mit einer Gebärde der Bewunderung und der Aufrichtigkeit

an seine Brust, da er sich in Ariadne verliebt

hat. Über Ariadne schwebt ein Genius, der die Krone

mit den sieben Sternen hälft, die Bacchus Ariadne als

Geschenk übereignen wird. Diese Sternenkrone wird

sich später in ein Sternbild am Himmel verwandeln.

Provenienz:

Süddeutsche Privatsammlung.

In den 1990er-Jahren in Brüssel erworben.

(1431342) (13)

€ 5.500 – € 7.500

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11

MALE ES STEN 1 AHHUNETS,

NACH ANCOIS LEMONE 1 1

DIE VERKÜNDIGUNG AN MARIA

Öl auf Holztafel.

40,5 x 29,5 cm.

In vergoldetem Rahmen.

Im Zentrum des Gemäldes die vor niedriger Architektur

an einem Betpult mit aufgeschlagenem Buch kniende

Maria in rosafarbenem Gewand mit hellblauem Mantelüberwurf

und einem am Boden abgestellten Korb mit

weißem Tuch, wohl für Stickarbeiten. Ihr erscheint ein

schwebender Engel mit großen Flügeln in gelb-weißem

Gewand, der ihr mit Fingerzeig nach oben zum

Himmel verkündet, dass sie den Sohn Gottes vom Heiligen

Geist empfangen und gebären werde. Im Hintergrund

eine Wolkenwand vor hellblauem Himmel mit

drei Puttiköpfen, die aufmerksam das Geschehen verfolgen.

Kl. Holzriss.

(14418344) (18)

€ 5.000 – € 7.000

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139


1

FRANÇOIS NICOLAS DUPUIS,

TTI 1 102

DIE UNTERRICHTUNG DER NYMPHEN

DURCH ARMOR

Öl auf Leinwand.

36,5 x 47,5 cm.

Rechts unten signiert „f Dupuis“.

In vergoldetem Rahmen.

In harmonischer Landschaft mit einem antiken Rundtempel

bei stimmungsvollem warmen Licht versucht

der auf dem Schoß seiner Mutter stehende Armor, einer

Nymphe das Bogenschießen beizubringen; er zeigt ihr

dabei durch Gestus, wie der Bogen gespannt wird. Ziel

des Pfeiles ist eine am rechten Bildrand an einem

Baum mit blauem Band hängendes Herz, unter dem

bereits ein Pfeil im Stamm steckt – als Hinweis auf ein

verfehltes Ziel. Hinter Armor zwei weitere stehende

Nymphen vor einer hohen Felswand mit Wasserfall.

Harmonische liebevolle Darstellung.

(1450579) (18)

€ 8.000 – € 12.000

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1

ANSISCHE MEISTE ES 1 AHHUNETS

ROMANZE IM PARK ODER DER

HINGEBUNGS VOLLE LIEBHABER

Öl auf Leinwand.

78 x 99 cm.

Die Hauptfiguren – ein verliebter Kavalier im Kostüm

eines Pierrots, angeschmiegt an eine höfische Dame –

vor dunklen Parkbäumen. Drei Amoretten beleben die

Szene. Im dunklen Hintergrund, seitlich links, befindet

sich eine Gruppe von Höflingen mit Hellebarde, die auf

die Hauptfiguren mit dem Finger deuten. Diese Details

verraten ein privates Ereignis. Die Gesichter des Paares

weisen deutlich Portraitcharakter auf. Weitere Details

am Boden, etwa Helm und Schild des Kavaliers, die zusammen

mit dem Degen tragenden Putto zu sehen

sind, weisen auf ironische Anspielungen hin. Offensichtlich

will die Darstellung sowohl den Kavalier, der sich in

seiner selbstvergessenen Zuneigung zum Pierrot erniedrigt

hat, als auch die selbstverliebte Verehrte gleichermaßen

ironisch decouvrieren. Solche psychologisierenden

Bildauffassungen finden sich bei Antoine Watteau

im späteren Werk sowie in dessen Nachfolge. A.R.

Literatur:

Vgl. Iris Lauterbach, Antoine Watteau. 1684–1721,

Köln 2008.

Vgl. Helmut Börsch-Supan (Hrsg.), Antoine Watteau,

Köln 2000. (1431138) (11)

€ 4.000 – € 6.000 (†)

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1

PIERRE GOBERT,

12 ONTAINELEAU 144 AIS, EIS ES

PORTRAIT EINER DAME ALS GÖTTIN DIANA

Öl auf Leinwand. Doubliert.

92 x 69 cm.

In vergoldetem Prunkrahmen.

Dreiviertelportrait einer eleganten Dame in Kleidung

und Gestik der Göttin Diana, in einer Landschaft mit

blauem Himmel, großen weißen Wolken und einem

Sonnenuntergang über einem blauen Gebirgszug. Sie

trägt ein wertvolles Gewand, teils mit Perlen und Edlesteinen

verziert, sowie eine weiße Bluse. Mit ihrer linken

Hand hält sie einen Bogen, während ihre rechte

Hand hinter den Rücken greift, um aus einem Bündel

von Pfeilen einen herauszuziehen. Sie hat eine Hochfrisur

mit nach unten bewegt hängenden Haaren, zartes

helles Inkarnat, einen rötlichen Mund und mit ihren

dunklen glänzenden Augen blickt sie aufmerksam und

selbstbewusst aus dem Bild auf den Betrachter hinaus.

Neben ihr, am unteren linken Rand, ist noch der

Kopf eines Jagdhundes zu sehen, der zu ihr aufblickt.

Qualitätvolle feine und repräsentative Darstellung für

die Zeit in der es für hochgestellte Persönlichkeiten

häufig üblich war, sich als eine andere mythologische

Figur darstellen zu lassen.

Anmerkung:

Bei der Dargestellten könnte es sich um ein Portrait

der Marie Anne de Bourbon (1666 – 1739), Tochter von

Louis XIV von Frankreich und Louise de La Valliére

handeln. Vergleichbare Darstellungen lassen sich auch

im Werk einiger anderer Künstler der Zeit finden.

(14505711) (18)

PIERRE GOBERT,

12 ONTAINELEAU 144 AIS, CICLE O

PORTRAIT OF A LADY AS GODDESS DIANA

Oil on canvas. Relined.

92 x 69 cm.

Notes:

The depicted lady may be a portrait of Marie Anne

de Bourbon (1666 – 1739), daughter of Louis XIV of

France and Louise de La Vallière. Comparable

depictions can also be found in the work of several

other artists of the period.

€ 15.000 – € 20.000

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141


15

JEAN-BAPTISTE HUET,

14 AIS 111 EENA, U

HIRTIN MIT MANDOLINE

Öl auf Leinwand. Doubliert.

68 x 126 cm.

In vergoldetem Prunkrahmen.

In bergiger Landschaft, am Rand einer Wiese, vor Bäumen

sitzend ein Mädchen in elegantem glänzendem

Kleid in Pastelltönen, mit einem Tuch sowie einigen

kleinen Blüten in ihrem Haar und auf einer Mandoline

in ihrem Schoß spielend. Sie hat hat ein helles zartes

Inkarnat, den Kopf leicht erhoben und blickt mit ihren

Augen träumerisch nach oben. Links neben ihr ein gefüllter

Korb, daneben ein sitzender Hund, ebenfalls

zum Himmel schauend. Rechtsseitig, auf etwas niedrigerer

Ebene, eine Schafherde mit einem Widder, die

sie hüten soll. Feine qualitätvolle Malerei in differenzierten

weichen Farbtönen.

(1451172) (3) (18)

€ 8.000 – € 10.000

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1

CHARLES FRANÇOIS LACROIX DE MARSEILLE,

UM 100 MASEILLE 12 ELIN, EIS ES

FISCHER UND KAUFLEUTE AN DER EINFAHRT ZU

EINEM HAFEN

Öl auf Leinwand.

34,5 x 50,5 cm.

Trägt rechts unten Signatur und Datierung

„La Croix 1776“.

In dekorativem Rahmen.

Im stimmungsvollen gelb-rötlichen Licht des Himmels

eine Hafenfestung und die im Hintergrund am Ufer in

diffusem Licht liegenden Gebäude einer Stadt. Auf

dem Wasser ein prachtvoller Dreimaster mit teils gesetzten

Segeln und der französischen Flagge. Im Vordergrund

ein Uferstreifen mit mehreren Händlern, darunter

zwei Orientalen, die der Ausladung ihrer Ware

beiwohnen und so auf die Internationalität des Hafens

und seine Bedeutung hinweisen.

CHARLES FRANÇOIS LACROIX DE MARSEILLE,

CA 100 MASEILLE 12 ELIN, CICLE O

FISHERMEN AND MERCHANTS ENTERING

A HARBOUR

Oil on canvas.

34.5 x 50.5 cm.

Signature and date “La Croix 1776” lower right.

€ 15.000 – € 20.000

INFO | BID

Anmerkung:

Der Künstler entwickelte einen Stil unter dem Einfluss

von Joseph Vernet (1714–1789), den er während seines

Aufenthalts in Rom 1751 kennenlernte und von dem er

lernte, Seestücke zu malen. (1450248) (18)

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143


17

JEAN BAPTISTE LALLEMAND,

11 ION UM 10 AIS, EIS ES

SÜDLICHES HAFENCAPRICCIO

Öl auf Leinwand. Doubliert.

160,5 x 154 cm.

Ungerahmt.

Im nachmittäglichen Sommerlicht erhellte Hafengebäude

mit zahlreicher internationaler Figurenstaffage,

im Mittelgrund ein Leuchtturm und ein das Hafenbekken

verlassendes Segelschiff im Begriff einen Salutschuss

abzufeuern.

Lallemand erhielt seine künstlerische Ausbildung in der

Werkstatt von Giovanni Niccolò Servandoni (Florenz,

1695 – Paris, 1766), einem Schüler Paninis, der sich

1724 in Paris niederließ und dort als Maler und Bühnenbildner

für die Opéra tätig war. Im Jahr 1745 wurde Lallemand

als Mitglied in die Pariser Académie de Saint-

Luc aufgenommen. Zwei Jahre später zog er nach Rom,

wo er vierzehn Jahre blieb und bedeutende Künstler

wie Étienne Parrocel, Claude-Joseph Vernet und Jean

Barbault kennenlernte. Während seines Aufenthalts in

der Ewigen Stadt schuf er mehrere Werke, darunter

heute verlorene Fresken im Palazzo Corsini an der Lungara,

das „Auffindung des Mose“ (1758) für die päpstlichen

Gemächer im Quirinalspalast (heute in der Vatikanischen

Pinakothek) sowie erhaltene Ansichten in der

Villa Lante in Bagnaia. Nach seiner Rückkehr nach Frankreich

im Jahr 1761 widmete er sich der Darstellung von

römischen Stadtansichten und imaginären, von der italienischen

Landschaftskunst inspirierten Szenerien, die

große Anerkennung fanden. Zwischen 1770 und 1773

wirkte er in Dijon als Juror der dortigen Zeichenschule

und beteiligte sich in dieser Zeit auch an der Herausgabe

der mehrbändigen „Voyages pittoresques de la France“

(1781 – 1796), für die er insgesamt 140 Ansichten

anfertigte.

JEAN BAPTISTE LALLEMAND,

11 ION CA 10 AIS, CICLE O

CAPRICCIO OF A MEDITERRANEAN PORT

Oil on canvas. Relined.

160.5 x 154 cm.

Literature:

cf. Andrea Busiri Vici, Opere romane di Jean-Baptiste

Lallemand, in: L’Urbe, 40.1977, 5, 1–5, Rome 1977.

cf. Giancarlo Sestieri, Jean Baptiste Lallemand, in: Il

Capriccio architettonico in Italia nel XVII e XVIII

secolo, Rome 2015, vol. 2, pp. 252–262.

€ 12.000 – € 22.000

INFO | BID

Das hier präsentierte Gemälde spiegelt den Schaffensgeist

Lallemends in all seinen Facetten wieder, sodass

wir in diesem großartigen Werk klasszistisch-antiken

Geschmacks mit seinem italienischen Flair den Geist

Lallemends und seines Kreises, aber auch Claude Joseph

Vernets und Lacroix de Marseiilles wiedererkennen,

welche die Ideale der arkadischen Kunstwelt in

unsere Zeit zu transportieren wussten.

Literatur:

Vgl. Andrea Busiri Vici, Opere romane di Jean-Baptiste

Lallemand, in: L’Urbe, 40.1977, 5, 1 – 5, Rom 1977.

Vgl. Giancarlo Sestieri, Jean Baptiste Lallemand, in:

Il Capriccio architettonico in Italia nel XVII e XVIII

secolo, Rom 2015, Bd. 2, S. 252 – 262. (1450491)

(13)

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145


1

GIUSEPPE BERNARDINO BISON,

12 ALMANOA 144 MAILAN

Der Künstler war ein italienischer Maler des Klassizismus,

er studierte in Brescia und befasste sich mit dem

Werk von Girolamo Romanino (1484/87 – 1562). Später

zog er nach Venedig und setzte sein Kunststudium unter

Giovanni Antonio Canal (1697 – 1768) fort. Von 1834 bis

1838 unternahm er eine Reihe von Reisen, die ihn u. a.

nach Florenz, Rom, Neapel und Paestum führten. Mit

seinen Venedigveduten begründete Bison ein kommerzielles

Genre, um der Nachfrage von Touristen und

Sammlern nachzukommen. Neben zahlreichen Venedigansichten

schuf er auch idyllische Fantasielandschaften.

Dabei ist die Vielfalt seiner Themen sowie die hohe

Qualität seiner Bildproduktion hervorzuheben. Im letzten

Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts arbeitete er mit

dem Architekten Gian Antonio Selva zusammen, so

etwa für die Dekorationen des inzwischen nicht mehr

existierenden Palazzo Bottoni di Ferrara und dem Casino

Soderini in Treviso. Er studierte Werke von Francesco

Guardi (1712 – 1793) und Gian Domenico Tiepolo (1727

– 1804), wirkte auch als Freskant in Venedig, begab sich

nach Treviso, Padua und Triest, 1833 schließlich nach

Mailand, wo er bis zu seinem Lebensende blieb.

LANDSCHAFT MIT REITERN IN WARMEM LICHT

Öl auf Leinwand.

182 x 240 cm.

In vergoldetem Rahmen.

Beigegeben ein Gutachten von Filippo Pedrocco, Venedig,

13. Februar 2008, in Kopie.

Großzügig komponierte italienische Landschaft mit repoussoirartig

von links in den Bildraum hineingeschobenen

Felsformationen, die teils mit jungen Bäumen bewachsen

sind, teils mit niedriger Vegetation überzogen,

die über einem Quell ragt. Rechts neben dem Quell zwei

Reiter, deren Pferde sich vielleicht schon erfrischt haben,

davor ein sie grüßendes Hirtenpaar, deren Schafsherde

soeben im Begriff ist, den Bachlauf über eine

Brücke zu queren. Locker verteilte leichte Wolken, die

vom warmen Sonnenlicht erhellt werden.

(1451541) (13)

€ 6.500 – € 8.000

INFO | BID

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1

JEAN-BAPTISTE PILLEMENT,

12 LON 10 EENA

DIE QUERUNG DER HERDE

Öl auf Leinwand. Doubliert.

97,5 x 123 cm.

In plastisch reliefiertem und vergoldetem Rahmen.

Beigegeben ein Gutachten von Prof. Dr. Helmut

Börsch-Supan, Berlin, vom 25. Oktober 2014, in Kopie,

der das vorliegende Gemälde aufgrund zahlreicher angegebener

Vergleiche dem Künstler vorbehaltlos zuschreibt.

Der Malstil Pillements hat sich im Laufe seiner langen

Wirkungszeit mehrfach gewandelt. Bereits im Alter

von fünfzehn Jahren wurde er in der Tapisserie-Manufacture

de Beauvais unter J. B. Oudry ausgebildet. Bald

widmete er sich seinem eigentlichen Genre: meist felsigen

Landschaften, etwa mit Holzstegen über Wasserfälle

und hoch aufgetürmten Felsformationen. Nach

seinen früheren, eher ruhig anmutenden Landschaften

in heller Lichtstimmung zeigen seine späteren Werke,

beeinflusst durch zahlreiche Ortswechsel, und vor al-

lem durch Eindrücke an Meeresküsten, dramatische

Sturmszenen mit Schiffbrüchen. Seine Meisterschaft

wurde früh anerkannt; seine Reisen führten ihn – zunächst

in Beauvais und Paris ansässig – nach Madrid,

Lissabon, London, Wien und Italien. 1765 führte ihn

seine Odyssee an den königlichen Hof nach Warschau.

Über Holland und die Schweiz kehrte er schließlich zurück

in seine Heimatstadt zurück, wo er die letzten

Jahre verbrachte. Das vorliegende Gemälde liefert alle

wesentlichen Bildelemente, wie wir sie im Werk Pillements

finden: Ein Wassersturz, der diagonal in das

Bildfeld hineinführt, wird durch einen rechts den Bildraum

abschließendem Repoussoirfels eingeleitet und

von einer einfachen Holzbrücke überspannt. Schlaglichtartig

beleuchtet wird ein Hirte darauf, der im Begriff

ist, seine Schafherde über die Brücke zu führen.

Literatur:

Vgl. Nuno Saldanha und Agostinho Araújo, Jean Pillement

(1728 – 1808) and Landscape Painting in 18th

century Portugal, Fundação Ricardo do Espírito Santo

Silva, Lissabon 1997. (1451208) (13)

JEAN-BAPTISTE PILLEMENT,

12 LON 10 II

THE CROSSING OF THE HERD

Oil on canvas. Relined.

97.5 x 123 cm.

Accompanied by an expert’s report by Professor Dr

Helmut Börsch-Supan, Berlin, 25 October 2014, in

copy. He attributes the present painting to the artist

without reservation based on numerous comparisons.

Literature:

cf. Nuno Saldanha and Agostinho Araújo, Jean

Pillement (1728 – 1808) and Landscape Painting in

18th century Portugal, Fundação Ricardo do Espírito

Santo Silva Lisbon 1997.

€ 8.000 – € 12.000

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147


320

JEAN-BAPTISTE MONNOYER,

1 LILLE 1 LONON, UN WESTATT

Jean-Baptiste Monnoyer, war ein französischer Maler,

Zeichner und Kupferstecher des Barock. Er war der bedeutendste

und einflussreichste Stillleben- und Blumenmaler

Frankreichs seiner Zeit. Er wirkte an den

Dekorationen der königlichen Schlösser Ludwig XIV

mit, in Vincennes, in Versailles, Grand Trianon und

Marly. Dabei schuf er viele Blumenstillleben, die er teilweise

in Untersicht als Supraporten malte.

PRACHTVOLLES STILLLEBEN MIT

BLUMEN IN EINER VASE

Öl auf Leinwand. Doubliert.

75 x 63 cm.

In Prunkrahmen.

Für die Zuschreibung an den Künstler und seine

Werkstatt ist Prof. Dr. Dr. h.c. Jan de Maere zu danken.

Beigegeben ein Gutachten, Rambrouch, 17. April 2024,

in Kopie.

JEAN-BAPTISTE MONNOYER,

1 LILLE 1 LONON, AN WOSHO

MAGNIFICENT STILL LIFE WITH

FLOWERS IN A VASE

Oil on canvas. Relined.

75 x 63 cm.

We would like to thank Professor Dr Dr h.c. Jan de

Maere, for the attribution to the artist and his workshop.

An expert’s report, Rambrouch, 17 April 2024, is

enclosed in copy.

In both style and brushwork, the present painting is a

fine example of the artist’s oeuvre around 1695, when

he was active in Great Britain.

€ 12.000 – € 15.000

INFO | BID

Vor dunkelbraunem Hintergrund, auf einer Steinplatte

stehend, eine Vase mit Puttifries, darin das prachtvolle

Blumengebinde, bestehend unter anderem aus: Rosen,

Tulpen, Ackerwinde, Narzissen, Anemonen und rotem

Türkenbund. Das Licht fällt von links auf die Blumen

herab und hebt sie, sowie den Rand der Steinplatte,

besonders gegenüber dem dunklen Hintergrund hervor.

Stilistisch und im Pinselduktus ist das vorliegende

Gemälde ein hervorragendes Beispiel für die Kunst

des Künstlers um 1695, in der Zeit seiner Tätigkeit in

Großbritannien.

(1451371) (18)

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149


1

NICOLAS DE LARGILLIERE,

1 AIS 14 EENA, UN WESTATT

FRÜCHTEKORB MIT PFIRSICHEN,

PFLAUMEN UND TRAUBEN

Öl auf Leinwand.

50 x 77 cm.

In Regence-Stilrahmen.

Beigegeben ein Zertifikat von Claudia Salvi, Paris,

11. Februar 2025, mit der Zertifikatnummer 22012025,

in Kopie.

Auf einer antiken Steinplatte, die links mit Eierstab reliefiert,

steht ein Weidenkorb. Darin Trauben unterschiedlicher

Couleur mit entsprechendem Laub. Davor

ein Pfirsich, links einige Pflaumen.

Provenienz:

Privatsammlung. (1432021) (13)

€ 8.000 – € 10.000

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322

CORNELIS VAN SPAENDONCK,

1 TILU 140 AIS, U

BLUMENSTILLLEBEN MIT EINER SÈVRESVASE

Öl auf Leinwand. Doubliert.

Im Hochoval 60 x 50 cm.

Links unten Restsignatur.

In vergoldetem hochovalem Rahmen.

Beigegeben eine Rechnung für das Gemälde von der

Galerie Carroll, München, vom 26.10.1972, über den

Kaufpreis von DM 40.000, in Kopie.

Vor grünlichem Hintergrund die auf einer Marmorplatte

stehende, teils goldverzierte Vase, darin ein kleiner Blumenstrauß,

bestehend u. a. aus rosafarbenen Rosen,

Malven, Hyazinthen und einer nach oben ragenden gelben

Tagetes; eine helle Aster ragt zudem über die Plattenkante

hinaus. Qualitätsvolle präzise Wiedergabe der

Blumen, dabei die Blüten in zarten weichen Farbtönen.

CORNELIS VAN SPAENDONCK,

1 TILU 140 AIS, ATTIUTE

FLORAL STILL LIFE WITH SÈVRES VASE

Oil on canvas. Relined.

In upright oval: 60 x 50 cm.

Remains of signature lower left.

Accompanied by a copy of an invoice for the painting

from the Carroll Gallery, Munich, dated 26 October

1972, for the purchase price of DM 40,000.

€ 15.000 – € 25.000

INFO | BID

Anmerkung:

Van Spaendonck war seit 1773 in Paris für die

P orzellanmanufaktur Sèvres tätig, wo er bis 1801 als

Entwerfer wirkte. (1450381) (18)

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151


323

ANSISCHE MALE ES 1 AHHUNETS

Satz von vier Camaieu-Bildern mit

den allegorischen Darstellungen:

DIE VIER JAHRESZEITEN / DIE VIER ELEMENTE

Jeweils Öl auf Leinwand.

Je 94 x 87 cm.

In blau-grauem Farbton zeigen die Bilder jeweils allegorische

Gestalten der Antike, die mit ihren Attributen

gleichzeitig die vier Elemente bezeichnen: Frühling –

die Göttin Flora mit Blumen, die ihr vom Götterknäblein

Amor überreicht werden, Symbol der Erde. Sommer

– die Erntegöttin Ceres mit Ähren im Haar, neben

einer Flussnymphe mit Krug – Wasser. Herbst – der

Gott Dionysos mit Weinlaub im Haar, neben der Jagdgöttin

Diana mit Monddiadem – Luft. Winter – Gott

Chronos am wärmenden Feuer. A.R.

(1430171) (11)

€ 8.000 – € 12.000

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324

LUIS PARET Y ALCÁZAR,

14 MAI 1 EENA

GOLDENE SCHALE MIT BLUMENBOUQUET,

CA. 1780

Öl auf Leinwand. Doubliert.

60 x 92 cm.

In dekorativem vergoldeten Rahmen.

Beigegeben eine Expertise von Dr. Benito Navarrete

Prieto, in Kopie.

Vor neutralem beige-grauem Hintergrund die prachtvolle

elegante breite goldene, fast neoklassizistische Vase

mit den sorgsam arrangierten Blumen. Zu diesen gehören

unter anderem Rosen, Tulpen, Chrysanthemen und

blaue Kornblumen. Die dekorative Schale mit Perlstab

und Blattdekor auf einer kaum sichtbaren Platte stehend.

Qualitätvolle feine Malerei mit Brillanz in den Farben,

in der typischen Manier des Künstlers, der gerne

sowohl kalte als auch warme Farbtöne verwendete.

(1440284) (18)

LUIS PARET Y ALCÁZAR,

14 MAI 1 II

GOLDEN BOWL WITH FLORAL BOUQUET, CA. 1780

Oil on canvas. Relined.

60 x 92 cm.

In decorative gilt frame.

Accompanied by an expert’s report by Dr Benito Navarrete

Prieto, in copy.

High quality, fine painting in the familiar style of the

artist.

€ 50.000 – € 70.000

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153


325

MICHELE MARIESCHI,

110 ENEI 144 EENA, U

Gemäldepaar

ARCHITEKTONISCHE CAPRICCI

MIT FIGUREN UND RUINEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

Jeweils 72 x 96 cm.

In dünnem Holzleistenrahmen.

Das eine Gemälde zeigt sich thematisch und formal als

Capriccio, die einzelnen Bildinhalte fantasievoll als antike

Versatzstücke zusammengestellt, belebt durch

zeitgenössische Figurenstaffage. Dominierend der ruinöse

Bau mit Säulen und Reliefs, links leicht erhöht

nahe einem Seeufer. Davor ein Denkmal mit reiterlosem

Pferd. Im Bildzentrum ein hoher Steinsockel,

darauf eine dunkle Bronzeschale. Kapitelle und Gesimsfragmente

bereichern das antike Ambiente. Im

Vordergrund einige ländliche Staffagefiguren.

Im Blickpunkt des anderen Gemäldes ein rechts stehendes,

von der Sonne beschienenes gotisches Loggiengebäude

mit breitem Treppenaufgang und mit einem

Baugerüst versehen, sowie der davorstehende, in

den hohen wolkenlosen Himmel ragende Obelisk,

beide umgeben von Figurenstaffage, darunter einige

Orientalen mit Turban, an einem Meeresufer. Es existieren

einige Wiederholungen dieses Motivs: das nahezu

gleiche Gemälde von Michele Marieschi befindet

sich in der Galeria dell’ Academia Venezia. Ein weiteres

zeigt die Loggia ohne die zentral auf dem Giebelstück

stehende Figur. Die Beliebtheit von Marieschis Veduten

und Ansichten erklärt die Tendenzen vielfacher Themenwiederholungen.

Anmerkung:

Vom Maler Michele Marieschi, der sich in der Zeit um

1720 bzw. auch nach 1731 in Deutschland aufhielt, um

hier als Bühnenmaler zu arbeiten, ist bekannt, dass er

sich 1735 nach Venedig zurückbegab, und dort alsbald

Mitglied der venezianischen Malergilde Fraglia de’

Pittori wurde. Der Kupferstecher und Maler Gaspare

Diziani und der Sammler Freiherr Mathias von der

Schulenburg, der damals Generalfeldmarschall im

Dienste Venedigs stand, unterstützten den Maler.

Letzterer erwarb 1738 zwei Veduten. (1450673) (18)

MICHELE MARIESCHI,

110 ENICE 144 II, ATTIUTE

A pair of paintings.

ARCHITECTURAL CAPRICCI

WITH FIGURES AND RUINS

Oil on canvas. Relined.

72 x 96 cm each.

There are several repetitions of this motif: an almost

identical painting by Michele Marieschi is in the Galeria

dell’ Academia Venezia. Another shows the loggia without

the figure standing centrally on the pediment. The

popularity of Marieschi’s vedute and views explains the

tendency to repeat themes many times over.

€ 30.000 – € 35.000

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326

FRANCESCO ALBOTTO,

12122 ENEI 1 EENA

VENEDIGVEDUTE MIT SANTA MARIA DELLA SALUTE

Öl auf Leinwand. Doubliert.

48 x 72,5 cm.

In breitem, ornamental reliefiertem Rahmen.

Beigegeben eine Expertise von Dr. Federica Spadotto,

Padua, 18. Juli 2025.

Das Gemälde bietet einen außergewöhnlichen Weitblick

von der Mole des Palazzo Ducale – über den weiten

Bogen des Kanals hinweg – zur Punta della Dogana,

um schließlich mit der Kirche Santa Maria della Salute

den rechten Bildabschluss zu bilden. Große Segelschiffe

sind an ihren Masten hinter dem Dogana-Gebäude zu

sehen. Das früheste vergleichbare Gemälde stammt

von Canaletto und entstand in einer Serie von vierzehn

Bildern, die von dem englischen Konsul, Händler und

Sammler Joseph Smith in der zweiten Hälfte der

1720er-Jahre und 1742 in Auftrag gegeben wurden.

1762 gingen etliche davon an George III von England.

Francesco Albotto (auch Albotti oder Francois Albotti)

war Schüler und Mitarbeiter des Vedutisten Michele

Marieschi (1710–1744) und übernahm nach dessen Tod

die Werkstatt, was dazu führte, dass er „der Zweite

Marieschi“ genannt wurde und seine Werke oft als die

seines Vorgängers gesehen wurden. Erst 1972 gelang

durch Entdeckung einer Signaturbezeichnung mit

Adresse die Händescheidung. Erst in jüngerer Zeit lassen

sich ihm daher die wenigen bekannt gewordenen

Gemälde seiner Hand zuweisen. Sein Malstil zeigt sich

im Gegensatz zu den Vorgängern weit glatter in der

Peinture, was dem Anspruch einer exakteren Wiedergabe

gewidmet ist. Werke seiner Hand befinden sich in

privaten wie öffentlichen Sammlungen, darunter die

Gemäldegalerie, Berlin; das Museo e Gallerie Nazionali

di Capodimonte, Neapel; die Gallerie di Palazzo Leoni

Montanari, Vicenza; und weitere.

Literatur:

Vgl. Pierre Jean Mariette, Abecedario de P. J. Mariette

et autres notes inédites de cet amateur sur les arts

et les artistes (ante 1774), in: Archives le l’Art Francais,

Paris 1854.

Vgl. William George Constable, Canaletto: Giovanni

Antonio Canal 1697–1768, Oxford 1962, Nr. 101 ff.

Vgl. Rodolfo Pallucchini, Francesco Albotto, erede

di Michele Marieschi, in: Arte Veneta, Nr. 26, 1972.

Vgl. Mario Manzelli, Ulteriori notizie su Francesco

Albotto, erede di Michele Marieschi, in: Arte Veneta,

Nr. 38, 1984.

Vgl. Mario Manzelli, Proposta per l’identificazione

di Michele Marieschi e del suo alter-ego Francesco

Albotto, in: Arte Veneta, Nr. 41, 1987.

Vgl. Dario Succi (Hrsg.), Marieschi tra Canaletto e

Guardi, Ausst.Kat., Turin 1989.

Vgl. Ralph Toledano, Michele Marieschi. L’opera

completa, Mailand 1995.

Vgl. Filippo Pedrocco und Federico Montecuccoli degli

Erri, Michele Marieschi. La vita, lámbiente, l’opera,

Mailand 1999, S. 86 f.

Vgl. Mario Manzelli, Michele Marieschi e il suo alter

ego Francesco Albotto, Venedig 2002.

(1440471) (13)

FRANCESCO ALBOTTO,

12122 ENICE 1 II

VENICE VEDUTA WITH SANTA MARIA DELLA SALUTE

Oil on canvas. Relined.

48 x 72.5 cm.

Accompanied by an expert’s report by Dr. Federica

Spadotto, Padua, 18 July 2025.

Literature:

cf. Pierre Jean Mariette, Abecedario de P. J. Mariette

et autres notes inédites de cet amateur sur les arts et

les artistes (ante 1774), in: Archives le l’Art Français,

Paris 1854.

cf. William George Constable, Canaletto: Giovanni

Antonio Canal 1697–1768, Oxford 1962, no. 101 ff.

cf. Rodolfo Pallucchini, Francesco Albotto, erede di

Michele Marieschi, in: Arte Veneta, no. 26, 1972.

cf. Mario Manzelli, Ulteriori notizie su Francesco

Albotto, erede di Michele Marieschi, in: Arte Veneta,

no. 38, 1984.

cf. Mario Manzelli, Proposta per l’identificazione di

Michele Marieschi e del suo alter-ego Francesco

Albotto, in: Arte Veneta, no. 41, 1987.

cf. Dario Succi (ed.), Marieschi tra Canaletto e Guardi,

exhibition catalogue, Turin 1989.

cf. Ralph Toledano, Michele Marieschi. L’opera

completa, Milan 1995.

cf. Filippo Pedrocco and Federico Montecuccoli degli

Erri, Michele Marieschi. La vita, l’ambiente, l’opera,

Milan 1999, p. 86 f.

cf. Mario Manzelli, Michele Marieschi e il suo alterego

Francesco Albotto, Venice 2002.

€ 20.000 – € 30.000

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155


327

SALVATORE COLONNELLI SCIARRA,

UM 100 UM 140, U

Gemäldepaar

VEDUTE DER VILLA SACCHETTI

sowie

VEDUTE DER VILLA BORGHESE

Tempera auf Papier auf Holz.

Jeweils 18 x 29 cm.

Hinter Glas in dekorativen Rahmen.

Blick auf die Villa Sacchetti, oder auch das Casino al

Pigneto del Marchese Sacchetti, die von Pietro da Cortona

(1596/1597 – 1669) entworfen und 1630 fertiggestellt

wurde. Das prachtvolle Gebäude mit zahlreichen

Skulpturen geschmückt, dazu zwei Brunnenanlagen.

Zahlreiche elegant gekleidete Figuren spazieren in der

großzügigen Anlage. Das andere Bild zeigt die heute

unter dem Namen Galleria Borghese existierende Villa

– die ehemalige Sommerresidenz des borghesischen

Fürstengeschlechts -, zu der ein großer, als Renaissance-Garten

angelegter Park mit Gärten und ein Tierpark

gehörten. Erneut sind mehrere Besucher der von

der Sonne beschienenen Villa und ihrer Brunnenanlagen

mit Wasserspielen zu sehen, dazu auch zwei Pferdekutschen.

Minuziöse und detailreiche Wiedergabe

der prachtvollen Villen bei sommerlichem Licht in weicher

Farbgebung.

Literatur:

vgl. Andrea Busiri Vici, Peter, Hendrik e Giacomo

Van Lint, tre pittori di Anversa del ’600 e ’

700 lavorano a Roma, Rom 1987.

vgl. Jörg Garms, Vedute di Roma. Dal Medioevo

all’Ottocento. Atlante iconografico, topografico,

architettonico, 2 Bände, Neapel 1995. (14504512) (18)

SALVATORE COLONNELLI SCIARRA,

CA 100 CA 140, ATTIUTE

A pair of paintings.

VEDUTE OF VILLA SACCHETTI

and

VEDUTE OF VILLA BORGHESE

Tempera on paper, laid on panel.

18 x 29 cm each.

Literature:

cf. Andrea Busiri Vici, Peter, Hendrik e Giacomo Van

Lint. Tre pittori di Anversa del ’600 e ’700 lavorano a

Roma, Rome 1987.

cf. Jörg Garms, Vedute di Roma dal Medioevo

all’Ottocento. Atlante iconografico, topografico,

architettonico, 2 vols., Naples 1995.

€ 20.000 – € 30.000

(†)

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328

APOLLONIO FACCHINETTI,

GENANNT „DOMENICHINI“,

TTI 140 10

Der Maler wurde nach dem Vornamen seines Vaters

Domenico (1669 – 1743) auch Domenichini genannt.

Er ist als „Meister der Fondazione Langmatt“ bekannt

geworden. Dreizehn Veduten der Langmatt-Stiftung in

Baden haben nach Vorschlag von Dario Succi zu einer

Benennung des Malers geführt. Sein Name wurde erst

durch die Korrespondenz zwischen dem britischen Minister

Sir John Strange und dem venezianischen Gemäldeagenten

Maria Sasso entdeckt. Als Vedutist widmete

sich Apollonio wohl ausschließlich der Stadt

Venedig. Vermutlich war er ein Schüler Francesco Albottos

(1721/22 – 1757), Carlevaris (1663/65 –

1729/31), oder Michele Giovanni Marieschis (1696/1710

– 1743). Im Zeitraum 1740 und 1750 hielt sich Giovanni

Antonio Canal, genannt „Canaletto“ (1697 – 1768) in

England auf. Dies kam Apollonio zugute, konnte er

doch nun Sammler und Reisende der Grand Tour mit

seinen Veduten bedienen.

VENEDIG – CANAL GRANDE MIT BLICK

AUF DIE RIALTOBRÜCKE

Öl auf Leinwand.

34,4 x 55 cm.

Beigegeben ein Guachten mit ausführlicher Dokumentation

von Dario Succi, Gorizia, in Kopie.

Die Darstellung zeigt ruhigen Gondel- und Lastkahnverkehr

auf dem Kanal. Auch die Kaistraße entlang des

Kanals liegt in nachmittäglicher Ruhe mit nur wenigen

Passanten. Rechts dominiert der Palazzo Camerlenghi,

während links der Fondaco dei Tedeschi und der Palazzo

Persiani im Licht stehen.

Provenienz:

Christie’s London, Juli 2002, Lot 128.

Literatur:

Vgl. Dario Succi, Apollonio Domenichini. il Maestro

della Fondazione Langmatt, in: Da Canaletto a

Zuccarelli, Ausstellungskatalog, Udine 2003.

Vgl. Sidney Brown, Jenny Brown, Mythos Venedig.

Venezianische Veduten des 18. Jahrhunderts, Mailand

1994.

Vgl. Federica Spadotto, Io sono ’700. L’anima di

Venezia tra pittori, mercanti e bottegheri da quadri,

Sommacampagna 2018. (1451631) (11)

APOLLONIO FACCHINETTI,

ALSO KNOWN AS “DOMENICHINI”,

ACTIE 140 10

VENICE – GRAND CANAL WITH VIEW

OF THE RIALTO BRIDGE

Oil on canvas.

34.4 x 55 cm.

Accompanied by an expert’s report with extensive

documentation by Dario Succi, Gorizia, in copy.

Provenance:

Christie’s London, July 2002, lot 128.

Literature:

cf. Dario Succi, Apollonio Domenichini. il Maestro

della Fondazione Langmatt, in: Da Canaletto a

Zuccarelli, exhibition catalogue, Udine 2003.

cf. Gertrude Borghero (ed.), Mythos Venice.

Venezianische Veduten des 18. Jahrhunderts,

Milan 1994.

cf. Federica Spadotto, Io sono ’700. L’anima di

Venezia tra pittori, mercanti e bottegheri da quadri,

Sommacampagna 2018.

€ 38.000 – € 45.000

INFO | BID

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157


329

FRANCESCO TIRONI,

UM 14 ENEI 1 OLONA, U

Der Maler war nahezu vergessen, bevor ihn Hermann

Voss 1927/28 mit seinem Werk über die Veduten Venedigs

wieder bekannt machte. Über die Biografie des

Malers ist nicht viel bekannt; er stammte wohl aus einer

Familie aus dem Friaul. Neben Gesamtansichten

und Stadtveduten berühmter Plätze allgemein, findet

sich im Werk Tironis nicht selten die Erfassung intimerer

Stadtteile oder einzelner Bauten, wobei die beigebraune

Farbgebung meist typisch für seine Werke ist.

VENEDIG, CANALE GRANDE AM EINGANG

DES RIO CANNAREGGIO

Öl auf Leinwand. Doubliert.

59 x 91,5 cm.

In vergoldetem Prunkrahmen.

FRANCESCO TIRONI,

CA 14 ENICE 1 OLONA, ATTIUTE

VENICE – GRAND CANAL AT THE ENTRANCE

TO THE RIO CANNAREGGIO

Oil on canvas. Relined.

59 x 91.5 cm.

Typical execution of the artist, with restrained use of

light and shadow, of a popular Venice view that can

also be found in the work of other artists such as

Michele Marieschi (1710 – 1744) or William James

(active 1730 – 1780).

€ 18.000 – € 20.000

INFO | BID

Die betont breitformatige Venedigvedute zeigt eine imposante

Ansicht von Venedig mit blauem leicht bewölkten

Himmel. An der Stelle, an der der Cannaregio

in den Canal Grande übergeht, erhebt sich die Kirche

San Geremia, erbaut im 11. Jahrhundert, 1753 erneuert

und deren Fassade erst 1861 fertig gestellt wurde –

also lange vor Entstehung des Gemäldes. Der Campanile

zählt zu den ältesten Venedigs. Im Vordergrund

haben zwei große Gondeln an einem Platz angelegt,

auf dem mehrere Figuren zu sehen sind. Als Repoussoir

ist am linken Bildrand die Seitenansicht eines großen

Palazzo mit Balkon und darüber hängender Markise

zu sehen. Auf dem ruhig fließenden Wasser wenige

weitere Boote und Gondeln. Auf der anderen Uferseite,

im Sonnenlicht, die in überwiegend beige-brauner

Farbgebung gehaltenen Häuser und Palazzi. Für den

Künstler typische Ausführung mit zurückhaltender

Licht- und Schattenführung einer beliebten Venedig-

Vedute, die auch im Werk anderer Künstler wie Michele

Marieschi (1710 – 1744) oder William James (tätig

1730 – 1780) zu finden ist.

(1451103) (4) (18)

158 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for 6.500 additional high resolution images.


330

FRANCESCO TIRONI,

UM 14 ENEI 1 OLONA, U

VENEDIG – BLICK AUF DEN CANAL GRANDE VOM

CAMPO SAN VIO IN RICHTUNG BECKEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

66 x 92 cm.

In vergoldetem Rahmen.

Beigegeben eine Expertise von Prof. Emilio Negro,

in Kopie.

Blick über das ruhige Wasser des Canal Grande mit

seinen prachtvollen Bauten am Ufer unter hohem,

fast wolkenlosem Himmel. Im Vordergrund haben an

einem Platz einige Boote angelegt, auf dem einige

Figuren laufen. Auffallend die Seitenansicht eines

Hauses mit geöffneter Haustür und zwei Balkonen,

auf dem oberen eine Frau mit über die Brüstung gelegtem

weißem Tuch, die aus dem Gemälde auf den

Betrachter hinausschaut. Malerei in teils raschem

Pinselduktus, mit Licht- und Schatteninszenierung.

(1451101) (4) (18)

FRANCESCO TIRONI,

CA 14 ENICE 1 OLONA, ATTIUTE

VENICE – VIEW OF THE GRAND CANAL FROM

CAMPO SAN VIO TOWARDS THE BASIN

Oil on canvas. Relined.

66 x 92 cm.

Accompanied by an expert’s report by Professor Emilio

Negro, in copy.

€ 20.000 – € 30.000

INFO | BID

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159


1

GIUSEPPE BERNARDINO BISON,

12 ALMANOA 144 MAILAN

Der Künstler war ein italienischer Maler des Klassizismus,

er studierte in Brescia und befasste sich mit dem

Werk von Girolamo Romanino (1484/87 – 1562). Später

zog er nach Venedig und setzte sein Kunststudium unter

Giovanni Antonio Canal (1697 – 1768) fort. Von 1834

bis 1838 unternahm er eine Reihe von Reisen, die ihn

u. a. nach Florenz, Rom, Neapel und Paestum führten.

Mit seinen Venedigveduten begründete Bison ein kommerzielles

Genre, um der Nachfrage von Touristen und

Sammlern nachzukommen. Neben zahlreichen Venedigansichten

schuf er auch idyllische Fantasielandschaften.

Dabei ist die Vielfalt seiner Themen sowie die

hohe Qualität seiner Bildproduktion hervorzuheben. Im

letzten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts arbeitete er mit

dem Architekten Gian Antonio Selva zusammen, so

etwa für die Dekorationen des inzwischen nicht mehr

existierenden Palazzo Bottoni di Ferrara und dem Casino

Soderini in Treviso. Er studierte Werke von Guardi

und Gian Domenico Tiepolo (1727 – 1804), wirkte auch

als Freskant in Venedig, begab sich nach Treviso, Padua

und Triest, 1833 schließlich nach Mailand, wo er bis zu

seinem Lebensende blieb.

GIUSEPPE BERNARDINO BISON,

12 ALMANOA 144 MILAN

THE GRAND CANAL WITH RIALTO BRIDGE AND

PALAZZO CAMERLENGHI

Oil on canvas. Relined.

49 x 65.5 cm.

Accompanied by an expert’s report by Fabrizio Magani,

in copy.

Literature:

cf. Elena Bassi, Giuseppe Bernardino Bison, in:

Dizionario biografico degli italiani, vol. 10, Rome 1968,

pp. 684 – 685.

cf. Lina Urban, Processioni e feste dogali, Vicenza

1998.

€ 25.000 – € 30.000

INFO | BID

DER CANAL GRANDE MIT DER RIALTO BRÜCKE

UND DEM PALAZZO CAMERLENGHI

Öl auf Leinwand. Doubliert.

49 x 65,5 cm.

In ornamental reliefiertem Rahmen.

Beigegeben ein Gutachten von Fabrizio Magani, in Kopie.

Über den Canal Grande wird der Blick des Betrachters

geführt, vorbei an dem hell vom Sonnenlicht erstrahlten

Fondaco dei Tedeschi mit seinen von Arkaden

überfangenen Anlegestellen, hin zur Rialto Brücke und

dem halb beleuchteten, halb verschatteten Palazzo dei

Camerlenghi. Hinter dem Fondaco dei Tedeschi der

Kirchturm von San Bartolomeo di Rialto. Der Künstler

des vorliegenden Gemäldes konnte auf eine Komposition

von Canaletto zurückgreifen, wie etwa „Il ponte di

Rialte da Nord“, welche sich in Turin in der Pinacotheca

Giovanni e Marella Agnelli al Lingotto befindet.

Literatur:

Vgl. Elena Bassi, Giuseppe Bernardino Bison, in:

Dizionario biografico degli italiani, Bd. 10, Rom 1968,

S. 684 – 685.

Vgl. Lina Urban, Processioni e feste dogali, Vicenza

1998. (1450771) (3) (13)

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161


332

GABRIELE BELLA,

10 ENEI 1 EENA

Über den Künstler ist nicht viel bekannt, er lebte und

arbeitete in der Umgebung von Venedig und malte vor

allem Gebäude und das Stadtleben. Er wurde auch als

Dokumentator venezianischer Feste geschätzt. Bella

soll in einem der Kanäle 1799 ertrunken sein.

Gemäldepaar

SANTA CROCE MIT REGATTA AUF DEM KANAL

sowie

REGATTA AUF DEM CANAL GRANDE MIT

DER RIALTOBRÜCKE

Öl auf Leinwand. Doubliert.

70 x 98 cm.

In mit Blattwerk verziertem Rahmen.

Beigegeben eine Expertise von Dario Succi, Gorizia, in

Kopie.

Das eine Gemälde zeigt die Regatta an mehreren Gebäuden

vorbeiziehen, darunter die Kirche Santa Croce.

Das zugehörige Pendant zeigt den Blick über den vielbefahrenen

Canal Grande auf die berühmte große

Rialto brücke, auf der mehrere Figuren erkennbar sind.

Unter der Brücke linksseitig einige ankernde Boote,

während im Hintergrund rechts und links die bekannten

Gebäude und Palazzi der Stadt sichtbar sind. Das

Licht fällt von links auf Teile des Wassers und die

rechts liegenden fensterreichen Gebäude unter hohem

Himmel mit wenigen Wolkenformationen. Auf

dem Kanal findet unter Beobachtung vieler Figuren,

die teils auf einer Tribüne sitzen, eine Regatta statt.

Der venezianischer Vedutist schuf seine Ansichten in

einem betont eigenen Stil der Vereinfachung. Über seinen

Lebensweg ist nicht viel bekannt; erst 1760 wurde

er Mitglied der Malergilde. Er wirkte im Großraum Venedigs,

wobei der überwiegende Teil seiner Bilder

Festveranstaltungen oder historische Ereignisse dokumentieren,

wie etwa die „Zugefrorene Lagune“, der

„Zehnerrat im Dogenpalast“, „Der letzte Karnevalstag

auf dem Markusplatz“ oder „Stierkampf auf der Rialtobrücke“.

Gabriele Bellas Interesse lag also nicht in der

Wiedergabe der Stadtansichten, wie den meisten der

Vedutisten, sondern vor allem der Schilderung von

festlichen Ereignissen, politischer und religiöser Zeremonien.

Dies hat ihn zum wertvollen Dokumentator

der Geschichte der Stadt Venedig werden lassen.

Auch in vorliegenden Gemälden wird ein Festereignis

dokumentiert, mit der Pracht der einheitlich gekleideten

Gondolieri, der Schaulustigen in den Fenstern, auf

der Tribüne und der Menschenmenge auf der Brücke.

67 Werke des Malers beherbergt die Pinacoteca

Querini Stampalia. Einige seiner Bilder hat Andrea

Querini für sein Wochenenddomizil in Santi Quaranta

in Treviso bestellt, weitere stammen aus der Sammlung

der Familie Giustinian. Anders als viele Veduten,

die auf Vorlagestichen beruhen, sind die hier angebotenen

Gemälde originäre Bilderfindungen oder Beobachtungen

des Künstlers und müssen entsprechend

gewürdigt werden.

(1450181) (13)

GABRIELE BELLA,

10 ENICE 1 II

A pair of paintings

SANTA CROCE WITH REGATTA ON THE CANAL

and

REGATTA ON THE GRAND CANAL WITH

RIALTO BRIDGE

Oil on canvas. Relined.

70 x 98 cm.

Accompanied by an expert’s report by Dario Succi,

Gorizia, in copy.

€ 50.000 – € 70.000

INFO | BID

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163


333

GIOVANNI MIGLIARA,

1 ALESSANIA 1 MAILAN, U

Italienischer Architektur- und Historienmaler. Studium

an der Accademia di Belle Arti di Brera in Mailand. 1804

tätig für das Teatro Carcano und die Scala. Ab 1822 Professur

an der Brera Akademie. 1833 Hofmaler von König

Albert von Sardinien. Sein Werk dokumentiert, dass er

vor allem in Rom und Venedig gewirkt hat.

Gemäldepaar

SÜDLICHE KÜSTENANSICHTEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

Jeweils 14 x 24,5 cm.

In vergoldeten Prunkrahmen.

Die beiden Gemälde jeweils mit einem teilweise bebauten

Küstenstreifen, auf dem ein größeres Denkmal

in den hohen, leicht rötlich-blauen Himmel ragt. Am

Ufer jeweils Staffagefiguren und einige Boote, die auch

mit gesetzten weißen Segeln auf dem Wasser zu

finden sind. Stimmungsvolle Malerei in teils raschem

Pinselduktus.

Anmerkung:

Die beiden Gemälde ehemals angeboten mit einer

Expertise von Dario Succi, Gorizia. (1450201) (18)

GIOVANNI MIGLIARA,

1 ALESSANIA 1 MILAN, ATTIUTE

A pair of paintings.

SOUTHERN COASTAL VIEWS

Oil on canvas. Relined.

14 x 24.5 cm each.

Both paintings were previously offered for sale with an

expert’s report by Dario Succi, Gorizia.

€ 14.000 – € 18.000

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334

GIACOMO GUARDI,

14 ENEI 1 EENA, U

Giacomo war Sohn des weitaus berühmter gewordenen

Francesco Guardi (1712 – 1793). Von seinem Vater

hat er die Leichtigkeit der Auffassung der Gegenstände

übernommen, aber anders als jener hat sich Giacomo

weitgehend unbekannten Veduten-Motiven gewidmet,

die weit weniger mit der Stadt Venedig und dem

Abbild der dortigen Architektur verbunden sind, sondern

vielmehr Landschaften der Terraferma.

Gemäldepaar

VENEZIANISCHE UFERLANDSCHAFTEN

MIT RUINEN UND STAFFAGE

Öl auf Leinwand.

Jeweils 23 x 30,5 cm.

Verso jeweils Papieraufkleber, bedruckt mit bekröntem

savoyischem Wappen, datiert „1744“ und mit handschriftlicher

Künstlerbezeichnung.

Die beiden kleinformatigen Bilder wirken zusammengehörig,

erkennbar durch jeweils im rechten bzw. linken

Bildfeld prominent stehende Ruinencapriccios. Im

links zu denkenden Bild ein verschatteter antiker Bogen

vor einer hell leuchtender Stadtansicht mit Rundturm.

Landarbeiter beleben den Vordergrund. Das entsprechend

aufgebaute Gegenstück zeigt ein niedriges

Gehöft mit Kamin im Schatten einer römischen Ruine,

das Ufer links im Bild mit anliegendem Kahn und ebenfalls

durch Staffagefiguren belebtem Vordergrund –

darunter eine Mutter mit Kind. Der Capriccio-Charakter

der Guardi-Malerei bestimmt hier den Gesamteindruck

mitsamt entsprechender Lichtstimmung. A.R.

Literatur:

Vgl. Egidio Martini, La Pittura del Settecento Veneto,

Udine 1981, S. 551. (1450213) (11)

€ 8.000 – € 10.000

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165


335

TAEO UCCAI 12 1

OE EEICO UCCAI UM 140 10,

WERKSTATT DES

DER HEILIGE JOHANNES

Zeichnung mit Bleistift, Feder, Tinte und weiß-blauen

Lavierungen auf Papier

38 x 22 cm.

Unter Passepartout hinter Glas gerahmt.

Der stehende Heilige in ausdrucksstarke Geste und

bewegtem Gesichtsausdruck nach oben zum Himmel

blickend, in einem langen faltenreichen Gewand, in

seiner linken Hand einen wertvollen Kelch haltend, aus

dem eine kleine Schlange entweicht.

Anmerkung:

Der heilige Johannes wird oft mit einem Kelch und

einer Schlange dargestellt, was auf eine Legende in

der „Legenda Aurea“ zurückgeht. In dieser Erzählung

wird Johannes von einem heidnischen Oberpriester

aufgefordert, aus einem vergifteten Kelch zu trinken

oder den Göttern zu opfern. Johannes schlug das

Kreuz über dem Kelch, woraufhin das Gift in Form

einer Schlange entwich, so dass er den Kelch unbeschadet

leeren konnte.

(1451563) (18)

€ 6.000 – € 8.000

INFO | BID

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336

BARTOLOMÉ ESTEBAN MURILLO,

11 SEILLA 12 EENA, U

ENGEL MIT LATERNE UND SCHWERT

Feder und Pinsel in Sepiabraun auf Büttenpapier.

Sichtmaß: 34,5 x 21,5 cm.

Darstellungsgröße: 21,5 x 14 cm.

In der linken unteren Ecke Sammlungsstempel

mit Monogramm „TMB“ unterhalb eines Ebers.

Hinter Glas gerahmt.

Darstellungsidentisch mit dem Exemplar im Louvre

Bei genauer Betrachtung erkennt man am Schwert ein

Ohr; damit ist jenes Schwert gemeint, mit dem Petrus

dem Malchus das Ohr abhieb. Die Laterne weist auf

dieses nächtliche Geschehen bei der Gefangennahme

Christi am Ölberg. Das Motiv entstand im Zuge der

Beschäftigung Murillos mit seinen dramatischen Darstellungen

der Passion Christi. Die gleiche Darstellung

findet sich in den Sammlungen des Louvre „L´oreille

de Malchus“, vers 1660. (Inv.Nr. 18435, Département

des Arts graphiques). Während das Louvre-Exemplar

die volle Signatur rechts unten enthält, findet sich unterhalb

der unteren Einfassungslinie mittig die Aufschrift

„Muri“. Beide Zeichnungen in den gleichen Maßen

21,5 x 14 cm. Das vorliegende Blatt ist außerhalb

der Darstellung doch weitaus größer. Die Zuweisung

an Murillo selbst oder dessen Werkstattkreis ist nicht

endgültig abgeschlossen; jedenfalls dokumentiert das

Blatt sowohl die Kreativität des Meisters in der Bilderfindung,

als auch die Leistungen seiner Werkstatt.

Weit außerhalb der Darstellung Knickfalten.

Literatur:

Jonathan Brown, Murillo and his drawings, Princeton

1979. (1451562) (11)

€ 7.000 – € 12.000

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167


CATALOGUE IV

IMPRESSIONISTS & MODERN ART

19TH/20TH CENTURY PAINTINGS

& SCULPTURE

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